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Russische Propaganda




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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Festus am Do 12 Feb 2015 - 23:53

Umnichka schrieb:Dieses Flugblatt wird derzeit als Wahlwerbung für die Linke in Hamburg verteilt:

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Fr 13 Feb 2015 - 15:56

Ich packe es mal hier rein,stammt aber eigentlich aus Twitter:

Beim Urlaub in Moskau kann man Russland-Nachrichten "differenzierter beurteilen", wirbt  der SPD(!)-Reiseservice
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Noch Fragen!? Hoffen keiner hier ist so dämlich hier und wählt nochmal jemals diese Russenpartei :fluchen

Weiterleiten nur mit Forenlink! Danke!

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  telzer am Fr 13 Feb 2015 - 18:00

Platzeck ist halt auch nur ne gekaufte RuSSEnhure  zum kotzen!
Ich sabotiere den schon lange , hab ich auch dem RuSSenmeier in einer Mail geschrieben .  facepalm

Schande über dieses Versteherpack .
Aber zum Glück gibt es auch ein paar die die Agression von Putler richtig interpretieren
und entsprechend auftreten , Altmaier hat mir gestern bei Anne Will wirklich gut gefallen,
der Verbrecher Cordes war dagegen das Arschloch schlechthin .
Aber haben wir was anderes erwartet ?

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für eine freie Ukraine , und die Krim gehört dazu      Modern Art Hymne
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Fr 13 Feb 2015 - 18:40

Und hier ist auch schon der Artikel dazu! Spasibi an den Texasranger Wink

SPD wirbt für Moskau-Reise
Der SPD-Reise-Service wirbt in einer Werbebroschüre für eine Studienreise nach Moskau, so als gäbe es keine Annektion der Krim und keine Toten in der Ukraine.
Im März lautet das Motto „Mallorca – Frühlingstraum und Mandelblüte“. Ab April stehen Gourmet-Ferien auf dem Weingut Agliolini in der Toskana auf dem Programm. Ab Juni dann verspricht eine fünftägige Studienreise interessante Abwechslung: „Russland verstehen? Moskau besuchen!“, wirbt der SPD-Reiseservice unbekümmert, als gäbe es keine Annektion der Krim und keine Toten in der Ukraine. Strahlendblau spannt sich der Himmel über dem Roten Platz auf der Werbebroschüre, die nun als Beilage der Parteizeitung Vorwärts alle Genossen erhalten.

Schon ab 729 Euro kann man an sieben Terminen bis Oktober bei einer fünftägigen Studienreise den Ausblick von der Lomonossow Universität genießen, die prächtigen Ikonen der Kreml-Kathedralen bestaunen und im „belebten Szeneviertel“ Arbat herumstreifen. Das Vier-Sterne-Hotel Katerina City bietet Zimmer „im modernen skandinavischen Stil“ mit Föhn und Minibar. Den Vistapoint-Reiseführer „Moskau“ gibt es gratis. Getreu dem Motto des SPD-Reiseservice „Wir sind keine Ferienschule der Partei, sondern bieten Urlaub mit viel Spaß, guter Laune und ein bisschen

„Erholung vom Alltag“ haben die Organisatoren also ein hübsches Programm zusammengestellt.

Kein einiges Wort zu Putin

Wer nun glaubt, den Tourismus-Planern, die über die Medienholding ddvg zur SPD gehören, sei vor lauter Traumschiff-Reisen entgangen, dass Russland gerade in einen Krieg verwickelt ist, der wird beim Aufschlagen des Prospekts widerlegt. „Erst kommt das Verstehen, danach kommt die Verständigung“, steht da programmatisch. Nur 25 Jahre nach der Beendigung des Kalten Krieges drohten die Grundsätze der sozialdemokratischen Entspannungspolitik in Vergessenheit zu geraten, mahnen die Autoren - als sei die Bundesregierung eine treibende Kraft des Konflikts. Dann werden Willy Brandt, Egon Bahr und der beim russischen Gazprom-Konzern angestellte Ex-Kanzler Gerhard Schröder beschworen und der wegen seiner Einseitigkeit umstrittene Friedens-Appell von 60 Prominenten zitiert. Zum russischen Präsidenten Wladimir Putin findet sich kein einziges Wort.

„Wer Russland verstehen möchte, muss sich keineswegs dafür schämen oder entschuldigen“, werben die Genossen. Im Gegenteil: Wer sich „vor Ort“ ein Bild mache, der könne „mit eigenen Einschätzungen die Nachrichten, die uns erreichen, ein wenig differenzierter beurteilen“. Das klingt gut, wenngleich nach vier Urlaubstagen durchaus ambitioniert. Die Studienreise „Ukraine verstehen“ hat der rote Reisedienst leider nicht im Angebot.#ENDE#

http://www.fr-online.de/politik/russland-ukraine-spd-wirbt-fuer-moskau-reise,1472596,29848332.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Sa 28 Feb 2015 - 16:32

Auch wenn es nur ein paar Idioten sind, das macht es nicht weniger peinlich für Deutschland! Diese Freaks sprechen dem deutschen Staat übrigens auch die Daseinsberechtigung ab (auf ihrer Homepage zB)!
Berlin vor dem Kanzleramt
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 5 März 2015 - 18:54

Lüge der russischen Propaganda
Die ukrainische Hitler-Banknote
In Kiew herrscht eine proeuropäische Koalitionsregierung. Trotzdem verteufelt das russische Fernsehen die Ukraine weiterhin als Nazistaat: Es gebe Pläne für einen Geldschein mit Hitlers Konterfei.
Die Propaganda-Lüge ist nicht ganz taufrisch, aber sie ist besonders bizarr: Am 12. Januar zeigte der russische Staatssender Rossija 1 in den Abendnachrichten einen ukrainischen 1000-Hrywna-Geldschein mit dem Abbild von Adolf Hitler . Die Banknote sei ein Projekt der nationalistischen Swoboda-Partei und «widerspiegelt die Werte der ukrainischen Elite», meinte der russische Nachrichtensprecher.

Die Swoboda-Partei erlitt bei den ukrainischen Parlamentswahlen im Oktober allerdings wie alle anderen nationalistischen Kräfte eine herbe Niederlage und scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wähler stimmten mit grosser Mehrheit für eine proeuropäische Elite.

Montierte Fotografie



Laut der ukrainischen Website stopfake.org handelte es sich bei der Hitler-Banknote zudem um eine Montage des russischen Staatsfernsehens. Als Grundlage der Fälschung diente ein 2008 präsentierter Vorschlag für eine Hrywna-Note mit dem Konterfei des ukrainischen Schriftstellers Pantelejmon Kulisch. Der stellvertretende Vorsitzende der Swoboda-Partei, Juri Sirotjuk, bezeichnete den Beitrag von Rossija 1 als «Agonie der russischen Lüge» . Weil das Brot immer knapper werde, versuche Putin sein Volk mit immer mehr Spielen abzulenken, meinte Sirotjuk in Anspielung auf die angespannte wirtschaftliche Situation in Russland.

Die Legende einer «faschistischen Junta» in Kiew ist der Hauptpfeiler der russischen Propaganda seit dem proeuropäischen Umsturz in der Ukraine vor rund einem Jahr. Die neuen Machthaber in Kiew wollten die russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine unterdrücken und vernichten, lautet der Tenor aus Moskau. Die Legende soll die Annexion der Krim und die Einmischung in der überwiegend russischsprachigen Ostukraine rechtfertigen.

Realität ins Absurde gedreht


Oft verwenden die russischen Meinungsmacher für ihre Propaganda reale Phänomene oder Begebenheiten, drehen diese dann aber ins vollkommen Absurde. Im Beitrag des russischen Staatsfernsehens vom 12. Januar ging es eigentlich in erster Linie um einen irritierenden Auftritt des ukrainischen Regierungschefs Arseni Jazenjuk in den Tagesthemen der ARD vom 7. Januar. Jazenjuk erinnerte dabei an den Zweiten Weltkrieg und sprach von einer sowjetischen «Invasion» in der Ukraine und Deutschland.

Jazenjuk liess später erklären, dass er damit die jahrzehntelange sowjetische Okkupation in Osteuropa und insbesondere Ostdeutschland gemeint habe. Das russische Fernsehen nutzte die Gelegenheit trotzdem, um Jazenjuk in die Nazi-Ecke zu stellen. Im Internet werde der ukrainische Ministerpräsident bereits mit dem SS-Chef Heinrich Himmler verglichen, meinte der Nachrichtensprecher. Im Bild waren dabei die Porträts von Jazenjuk und Himmler nebeneinander zu sehen. Nach dieser Einblendung ging es dann nahtlos weiter mit der Geschichte der Hitler-Banknote.

Im Netz der Lügen

Das Netz von Lügen ist allerdings bereits so weit gespannt, dass sich die russische Staatsmacht und ihre Zudiener manchmal auch selbst darin verheddern. So bezeichnete der prorussische Separatistenführer Alexander Sachartschenko die ukrainische Führung kürzlich als «armselige Vertreter des grossen jüdischen Volkes» . Einmal Juden, einmal Nazis; zwei Feindbilder, die schlecht zusammenpassen.

http://www.nzz.ch/international/europa/die-ukrainische-hitler-banknote-1.18496013

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ist das jetzt auch Propaganda?

Beitrag  Uwe Kulick am Do 12 März 2015 - 18:16

oder echt?

Sputnik- Link entfernt!


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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 12 März 2015 - 19:12

Uwe Kulick schrieb:oder echt?

Sputnik- Link entfernt!
Diese Quelle steht genau wie RussianToday hier auf dem Index! Und fällt mit in die Kategorie "pro-russische-Propaganda"! Siehe dazu :
 Wir dulden keine politisch motivierte linke-,rechte-, oder pro-russische Propaganda! Ein Verstoss gegen diese Richtlinie kann zu sofortigen Forenverweis, seitens der Forenbetreiber führen!
Diesen Punkt hattest du bei der Registrierung akzeptiert! Ist mir auch egal, was in diesem Artikel steht Wink

Achte da bitte in Zukunft drauf Wink

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Uwe Kulick am Do 12 März 2015 - 22:01

Nun gut, dann eben seriöse Presse, aber klingt vom Stil absolut wie der Sputnik-Artikel. Was soll man davon halten? Das kann man doch diskutieren, gerade im "Russische Propaganda"-Faden, oder?

http://www.fr-online.de/ukraine/poroschenkos-system-wackelt,26429068,30107436.html


Zuletzt von Uwe Kulick am Do 12 März 2015 - 22:02 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet


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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 12 März 2015 - 22:11

Uwe Kulick schrieb:Nun gut, dann eben seriöse Presse, aber klingt vom Stil absolut wie der Sputnik-Artikel. Was soll man davon halten? Das kann man doch diskutieren, gerade im "Russische Propaganda"-Faden, oder?

http://www.fr-online.de/ukraine/poroschenkos-system-wackelt,26429068,30107436.html

Der Inhalt unterscheidet sich da aber mal eben, komplett Wink
Die FR scheint aber auch bestens informiert zu sein  "Schon gehen Gerüchte über einen prorussischen Putsch. Der Kreml führe gar Geheimverhandlungen mit Jazenjuk und dem Dnepropetrowsker Oligarchen Igor Kolomoiski, um Poroschenko spätestens bei den nächsten Wahlen zu stürzen "!
Interessant, davon habe ich selbst bei Twitter noch niemals gelesen! Und dort folge ich diesbezüglich, extra ein paar russischen Propagandisten...

Also passt der Artikel schon ganz gut hier in den Thread Grinsen

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Dossier zur russischen Propaganda

Beitrag  Uwe Kulick am Fr 13 März 2015 - 9:33

siehe Medienwoche.ch


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Die Wahrheit liegt eben nicht in der Mitte

Beitrag  Umnichka am Fr 13 März 2015 - 14:39

Absolut genialer Artikel von Alice Bota mal wieder respekt Diese stupiden Amerikahasser(auch in dem Artikel kurz erwähnt), die ihren Hass auf die Ukraine projezieren gehen mir übrigens,sehr auf den Senkel! Nicht sie selber, sondern ihre Ignoranz und Dummheit Wink

Die Wahrheit liegt eben nicht in der Mitte
Viele Leser sind sauer, auch auf meine Ukraine-Berichterstattung. Ihr Misstrauen ist legitim. Aber es ist nicht einfach jede Sicht auf den Krieg gleich wahr
Leser B. schreibt. Beklagt sich über die Ukraine-Berichterstattung, sie sei irreführend und falsch. Ich bin die vergangenen Monate vor Ort gewesen, habe berichtet über den Maidan (ja, auch über die Rechtsextremen), über ukrainische Freiwilligen-Bataillone, den Abschuss der MH-17, die Wahlen, den Krieg, die Opfer von Donezk. Seine Kritik gilt auch mir, deshalb schreibe ich zurück. Was so irreführend sei?, frage ich. Welche Fehler ich gemacht habe? Denn dass ich welche gemacht habe, halte ich für gut möglich, für wahrscheinlich sogar, jeder macht Fehler. Die Frage ist, wie schwerwiegend sie sind und wie ich sie richtigstellen könnte. Ein Fehler wird erst dann zur Lüge, wenn er bewusst gemacht wurde, um zu verschleiern und zu täuschen.

B. antwortetet auf eine Art, die ich schon von anderen wütenden Lesern kenne, die ihre Kritik genauer zu fassen versuchen: Wie man denn dazu komme, zu behaupten, Russland sei an dem Krieg in der Ostukraine beteiligt? Dafür gebe es keine Beweise!

Meist schreibe ich dann ausführlich zurück. Doch, schreibe ich, es gibt Beweise. Es gibt russische Soldaten, die in Särgen aus der Ukraine heimkehren und Angehörige, die nicht über ihr Leid sprechen dürfen. Es gibt russische NGOs wie das Komitee der Soldatenmütter, die versuchen nachzuvollziehen, wie viele ihrer Söhne bereits in der Ukraine starben. Es gibt Berichte wie die des Armament Research Services, die russische (aber nicht nur die) Waffen in der Ostukraine identifizieren konnten – mal davon abgesehen, dass man sich doch zumindest wundern muss, wenn binnen weniger Monate ein Haufen lokaler Aufständischer eine professionellere Armee hat als die Ukraine. Es gibt russische Geheimdienstler wie Igor Girkin, der an der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ostukraine beteiligt war und offen über die russische Taktik spricht.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Was es nicht gibt, ist das Eingeständnis des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass er Krieg führt in der Ostukraine. Und für viele scheint nichts wahr sein zu können, was Putin nicht bestätigt hat.

Doch selbst das Wort des russischen Präsidenten scheint nicht immer zu reichen. Es ist Monate her, dass Putin zugegeben hatte, seine Soldaten auf die Krim geschickt zu haben. Aber erst jetzt, als er im russischen Fernsehen wieder davon sprach, scheint diese Tatsache in Deutschland wirklich anzukommen.

Noch vor einem Jahr wurden Medien, vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender, dafür angegangen, wenn sie das Offensichtliche aussprachen: dass russische Soldaten die Krim besetzten. Jeder, der vor Ort war, konnte es selbst sehen, ja, konnte sogar die Soldaten danach fragen. Aber das zu sagen oder zu schreiben? Unterstellungen! Vorurteile! Lügen!

Der Leserbrief von Herrn B. steht für ein Phänomen, nämlich die Flucht in die Relativierung, wenn es um die russische Politik geht. Mal speist sich diese Relativierung aus der Angst, dass Deutschland in diesen Krieg hineingezogen werden könnte, mal aus dem Misstrauen gegenüber den Amerikanern, mal aus dem Hass auf sie; mal aus einer empfundenen historischen Schuld gegenüber Russland (die paradoxerweise selten den Ukrainern, Belarussen und Polen zuteil wird); mal aus Europaverachtung; mal aus Überforderung.

Die Relativierung ist ein Prinzip der Propaganda, wie sie das russische Fernsehen betreibt, die aber längst über die russischen Grenzen hinaus wirkt. Alles muss denkbar und auch das Offensichtliche nur als eine Variante von vielen erscheinen. Indem viele unterschiedliche, sich widersprechende Versionen gestreut werden (beim Abschuss der MH-17 hieß es, die Passagiere seien schon tot gewesen, von Amerikanern getötet, oder: der Abschuss habe Putin gegolten); indem falsche Fakten so oft wiederholt werden, bis sie richtig erscheinen (zum Beispiel, dass amerikanische Blackwater-Söldner in der Ukraine kämpfen. Bislang ist das Unsinn). Bis nichts mehr wahr ist und alles möglich scheint, wie der Autor Peter Pomerantsev sein Buch über das moderne Russland nannte (Nothing is true and everything is possible, 2014).

Pomerantsev, der viele Jahre als TV-Produzent in Russland gearbeitet hat, beschreibt unter anderem, wie der Kreml sowjetische Kontrolle mit westlicher Unterhaltung synthetisiert und so die Gesellschaft betäubt. "Die Nachrichten sind der Weihrauch, mit denen wir Putins Handlungen preisen, ihn zum Präsidenten machen", zitiert Pomarentsev russische TV-Produzenten. Pomarentsev zeigt, dass TV-Nachrichten in Russland nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, sie sind Unterhaltung.  

Die russischen Staatsmedien machen keine Fehler, sie lügen. Und wenn sie dabei ertappt werden, wie bei der Geschichte von dem Kind, das angeblich von ukrainischen Faschisten gekreuzigt wurde, dann scheren sie sich nicht drum.

Wenn ich auf Leserbriefe wie den von Herrn B. antworte, wenn ich auf seine Argumente eingehe, widerlege, was falsch ist, äußere, was mir richtig erscheint, dann entwickelt sich oft ein interessanter Dialog. Und meistens wird deutlich, dass Misstrauen und Unbehagen die treibenden Kräfte sind: Was für Interessen verfolgen die Amerikaner in der Ukraine? Fühlt Russland sich nicht zu recht bedroht? Haben die Europäer nicht Fehler gemacht?

Über all das kann man reden, über all das muss man schreiben. Aber die Wahrheit, dieses große, so oft missbrauchte Wort, sie liegt nicht immer in der Mitte. Man kommt ihr nicht durch Relativierung auf die Spur. Alles in die Welt zu posaunen, auch den gröbsten Unsinn, jeden zu Wort kommen zu lassen, ohne einzuordnen, wer in welcher Funktion spricht und warum – das ist nicht Pluralität, sondern die Illusion davon.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/ukraine-berichterstattung-russland-kritik-wahrheit

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Fr 20 März 2015 - 22:14

EU sucht nach Gegenmitteln
Im Netz der russischen Propaganda
Während die EU überlegt, wie sie die Kreml-Propaganda entschärfen kann, zieht Russland weitere Strippen: In St. Petersburg findet ein Kongress mit nationalistischen Parteien aus ganz Europa statt.
Der Mord am russischen Oppositionsführer Boris Nemzow ist nicht geklärt. Trotzdem sind sich praktisch alle kritischen Beobachter einig, dass die tägliche Hetze der russischen Staatsmedien gegen Andersdenkende mitverantwortlich ist. Spätestens der Mord an Nemzow zeigt klar, wie tödlich Propaganda sein kann.

Ungekanntes Mass an Hass

Seit dem Beginn der Putin-Ära im Jahr 2000 ist die Berichterstattung der russischen Fernsehstationen immer einförmiger geworden. Mit dem Konflikt in der Ukraine aber hat die hasserfüllte Propaganda ein ungekanntes Mass erreicht. Indem die russischen Staatsmedien die neuen Machthaber in Kiew als «faschistische Junta» brandmarkten, rechtfertigte sie die Annexion der Krim und die Unterstützung für die Separatisten in der Ostukraine.

Um auch die internationale Meinung zu beeinflussen, hat der Kreml ein ganzes Netz von Auslandssendern, Nachrichtenagenturen und Experten aufgebaut, die etwa als Gäste in Talk-Shows die Sicht der russischen Regierung vertreten. Beispiele dafür sind Sender wie Russia Today oder das Nachrichtenportal sputniknews.com .

Gegenstrategie der EU

Um die Wirkung dieser Propaganda zu entschärfen, fordern EU-Staaten wie Grossbritannien, Dänemark oder Litauen seit längerem eine gemeinsame europäische Gegenstrategie. Die EU-Staats- und -Regierungschefs haben nun die Aussenbeauftragte Federica Mogherini damit beauftragt, einen entsprechenden «Aktionsplan zu strategischer Kommunikation» auszuarbeiten.

Welche Massnahmen umgesetzt werden könnten, ist derzeit noch unklar. Die Aussenminister aus Dänemark, Estland, Litauen und Grossbritannien schlugen bereits im Januar eine ganze Reihe von Propaganda-Abwehrmassnahmen vor. Sie reichen vom Aufbau einer Fakten-Check-Website bis hin zu einer stärkeren Prüfung von russischsprachigen Medien durch Aufsichtsbehörden – mit dem Hintergedanken, sie vielleicht sogar verbieten zu können. Aus der Welt scheint allerdings die Idee, ein öffentlichrechtliches paneuropäisches Fernsehprogramm für russischsprachige EU-Bürger zu finanzieren. Zu teuer, lautet das Hauptargument.

Nationalisten vereinigt euch!

Die russische Einflussnahme findet in Europa allerdings nicht nur über Medienkanäle statt. Kremlnahe Kräfte hofieren seit längerer Zeit nationalistische und euroskeptische Parteien in Europa. Am kommenden Sonntag nun hat die kremltreue Rodina-Partei (Heimat) nationalistische Parteien aus ganz Europa zu einem Kongress in St. Petersburg geladen. Darunter befinden sich auch Vertreter von offen rechtsradikalen Parteien wie die deutsche NPD oder die Goldene Morgenröte aus Griechenland.

«Die westlichen Sanktionen und die Isolation zwingen Russland dazu, sich in Europa neue politische Möglichkeiten zu schaffen », erklärte der kremlnahe Politologe Oleg Ignatow die Hintergründe des Kongresses gegenüber der russischen Internetzeitung gazeta.ru. Der Kreml wolle diesen internationalen «Klub der Freunde» für seine Propaganda oder auch als politisches Druckmittel gegen europäische Regierungen benutzen.

Auch wenn der Kreml nicht direkt Organisator der Konferenz ist, so sind die beteiligten Personen Teil der politischen Elite. Der Vorsitzende der Rodina-Partei, Alexej Schurawljow, sitzt im russischen Parlament für Putins Regierungspartei «Einiges Russland». Gründer und inoffizieller Führer von Rodina ist Vizeregierungschef Dmitri Rogosin.

Wie wirkungsvoll dieses Druckmittel aus mehrheitlich radikalen Randparteien wirklich sein kann, ist ungewiss. Allerdings befinden sich unter europäischen Fürsprechern im Dunstkreis des Kremls auch wählerstarke nationalkonservative Kräfte wie etwa die Chefin des französischen Front national, Marine Le Pen, oder Heinz-Christian Strache von der Freiheitlichen Partei Österreichs.

Nützliche Freunde

Der nationalistische, aber kremlkritische Publizist Konstantin Krylow sieht im Vorgehen des Kremls Parallelen zur Sowjetzeit. Damals habe der Kreml ultralinke Kräfte aus den USA und Europa nach Moskau eingeladen und sie dem heimischen Publikum als Vertreter breiter sozialer Schichten verkauft: «Es hat die Sowjetbürger mit Stolz erfüllt, dass wir im Westen wahrgenommen werden und nicht ganz alleine sind.»

Laut Krylow sind die nationalistischen Gäste selbst Opfer der russischen Propaganda. Sie dächten, dass Putins Russland eine Hochburg konservativer Werte sei. Dabei nehme Russland so viele Migranten auf wie kein anderes Land auf der Welt.

Der Kreml benützt die europäischen Nationalisten demnach auch für die Propaganda an der Heimatfront. Ein Beispiel war das Referendum über die Unabhängigkeit der Krim vor einem Jahr. Der Kreml lud dazu Vertreter europäischer Randparteien ein, um die Abstimmung zu beobachten. In den russischen Medien wurden diese den Zuschauern als unbefangene ausländische Beobachter verkauft, die den Urnengang als regulär beurteilten.

http://www.nzz.ch/international/europa/im-netz-der-russischen-propaganda-1.18506645

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Sa 28 März 2015 - 0:36

Audioberichte
Russische Propaganda I: Die Ukraine als Quelle des Bösen
Seit über einem Jahr ist die Ukraine das wichtigste Thema in den russischen Fernsehnachrichten. Dort nennt man die ukrainische Regierung «Junta»; russische Soldaten hingegen werden als Helden dargestellt und Putin ist der grosse Retter der Nation. Analyse einer Nachrichtensendung und eines Dok-Films.



Russische Propaganda II: Nicht Fakten zählen, sondern Emotionen
Einer, der die russische Fernsehindustrie von Innen kennt, ist der britische Journalist Peter Pomerantsev. Er arbeitete fast zehn Jahre lang als Fernsehproduzent in Moskau, produzierte Dokudramen und Reality-Shows. Nun ist er nach London zurückgekehrt und hat ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben, und darüber, wie das russische Fernsehen Realität inszeniert.



Russische Propaganda III: «Die Krim war immer russisch»
(Achtung:Extremer Dummschwätzer!)
Wie sieht der Informationskrieg aus russischer Sicht aus. Der Journalist Wladimir Kondratjev arbeitete in den achtziger Jahren für das sowjetische Fernsehen in Bonn; heute leitet er die Nachrichtenredaktion des regierungsnahen russischen Sender NTW. Stört sich der Nachrichtenchef an der westlichen Berichterstattung? Ein Gespräch.

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Dicker am Sa 28 März 2015 - 7:21

Was hat der für Drogen bekommen hmm Infussion Blut Putin hmm Oder zuviel Klebstoff inhaliert Grinsen

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Sa 28 März 2015 - 18:22

Putins Troll
Der Blogger Marat Burkhard arbeitete in Putins Propagandafabrik. Und verriet danach ihre Geheimnisse.
Er tippte endlos. Die Vorgabe war mörderisch. 135 Postings pro Schicht, jedes mindestens 200 Zeichen lang. Also drei Seiten «Tages-Anzeiger» in 12 Stunden. Wenigstens musste er nicht viel dabei nachdenken. Denn was er zu schreiben hatte, wurde ihm gesagt: Propaganda.

Marat Burkhard war zwei Monate Angestellter in der berühmtesten Trollfabrik Russlands – der «Agentur zur Analyse des Internets» in Sankt Petersburg. Er machte den Job, wie er sagte, aus Abenteuerlust: «Weil diese Arbeit nirgendwo sonst auf der Welt existiert.» Danach gab er dem amerikanisch finanzierten Sender Radio Free Europe ein langes Interview.
Burkhards Pflicht war, die russischen Internetforen mit Propaganda zu bespielen. In seiner Abteilung arbeiten 20 Leute, in Tages- und Nachtschichten, streng kontrolliert und für Verfehlungen mit Busse bedroht: Schon eine Minute Verspätung kostete 500 Rubel. Gearbeitet wurde in Teams von drei Leuten: der Bildmann, der Böse und der Linkmann.

Das Dreierteam graste routinemässig Foren von Kaliningrad bis Wladi­wostok ab. Dabei hatte der Bildmann jeweils die Aufgabe, die zentrale Nachricht zu posten. Daraufhin äusserte der Böse Zweifel oder Kritik. Und wurde vom Linkmann fertiggemacht.
So etwa postete der Bildmann begeistert einen Artikel mit einem schönen Bild von einer dörflichen Weihnachtsfeier mit Putin. Oder empört das Foto von zwei amerikanischen Soldaten in der Ukraine. Worauf der Böse dann schrieb: «Putin macht das nur, um seine Popularität zu steigern.» Oder: «Die Russen werfen den Amerikanern nur vor, dasselbe wie sie zu tun.» Worauf der Linkmann dann schrieb: «Das ist idiotisch. Putin braucht doch nicht mehr Popularität! Es ist Weihnachten!» Oder: «Es gibt keinen Beweis für russische Soldaten in der Ukraine!! Aber für Amerikaner gibt es den – nun auch auf Fotos!» Und unten folgte ein Link auf einen be­stätigenden Artikel.

Das beste am Job, so Burkhard, war das Gehalt: 45'000 Rubel (rund 750 Franken), ein Drittel mehr, als jeder Profijournalist. Ansonsten war es eine freudlose Arbeit: Die Teams tippten bei ewig geschlossenen Vorhängen ihre Kommentare, fast ohne Worte und Pause. Und ohne Scherze: Lachen galt als Entlassungsgrund.

Burkhards Arbeitgeber, die «Agentur zur Analyse des Internets», wurde im Sommer 2014 berühmt, als Hacker Terabytes von Dokumenten ins Netz stellten. Sie zeigten eine erstaunliche Fabrik von etwa 600 Angestellten, die prorussische Kommentare, Karikaturen, Videos im Akkord verfassen: für Twitter, für Facebook, westliche Medien, russische Foren. Die Monatsrechnung von über einer Million Dollar ging an einen Freund Putins, den Inhaber einer Restaurantkette. Kopien gingen direkt an den Kreml.
Über Burkhard, 40 Jahre alt, ist wenig bekannt. Ein schmaler Blog in radebrechendem Deutsch zeigt, dass er 2006 in Bern Literatur studierte, 2007 Arbeit als Réceptionist in Davos fand und 2011 in einem Vorort von Sankt Petersburg strandete: «Ohne Geld, ohne Arbeit, ohne Liebe, in einer Stadt, wo ich nicht leben will, mit einem Leben, das ich nicht haben will.»

Damals in der Schweiz war sein Traum, Schriftsteller werden. Heute, nach der endlosen Schichtarbeit in der Agentur, schrieb er in seinem Blog, er habe nun Stoff für ein Buch.

http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/28883655

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Erpel am So 29 März 2015 - 11:32

Umnichka schrieb:Putins Troll
Der Blogger Marat Burkhard arbeitete in Putins Propagandafabrik. Und verriet danach ihre Geheimnisse.
Er tippte endlos. Die Vorgabe war mörderisch. 135 Postings pro Schicht, jedes mindestens 200 Zeichen lang. Also drei Seiten «Tages-Anzeiger» in 12 Stunden. Wenigstens musste er nicht viel dabei nachdenken. Denn was er zu schreiben hatte, wurde ihm gesagt: Propaganda.

http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/28883655

Eins der wichtigsten Artikel zur Aufklärung über die russische Propaganda.
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Di 31 März 2015 - 19:06

Propagandakanal „Sputnik News“
Diese Nachrichten sind ganz nach Putins Geschmack
Nach dem Nachrichtensender „Russia Today“ gibt es jetzt ein neues mediales Spielzeug Putins. „Sputnik News“ heißt der digitale Satellit des Kremls im Netz. Er soll die Welt mit russischer Propaganda versorgen.

Im Oktober 1957, als die UdSSR den Amerikanern in der Raumfahrt noch einen Schritt voraus schien, war der sowjetische Satellit „Sputnik“ der erste von Menschen geschaffene Trabant, der die Erdumlaufbahn erreichte. „Weggefährte“ oder „Begleiter“ bedeutet der Name. Er passt zu dem Nachrichtenportal, das seit vergangenem November im Internet seine Botschaften verbreitet: „Sputnik News“ ist ein treuer Begleiter des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Hinter „Sputnik News“ steht das Medienkonglomerat „Rossija Sewodnja“ (Russland heute). Es gehört dem russischen Staat und wurde im Dezember 2013 durch die Unterzeichnung des Erlasses Nr. 894 von Putin gegründet: Der Auslandsrundfunkdienst „Stimme Russlands“ und die Agentur „Ria Novosti“ wurden aufgelöst und zu einer neuen Agentur verschmolzen - der „Internationalen Nachrichtenagentur Rossija Sewodnja“.

Diese führt unter anderem mit „Sputnik News“ die russische Medienoffensive im „Informationskrieg“ und will eine Antwort auf die „russenfeindliche Haltung“ westlicher Medien geben. Eine solche sieht die russische Regierung etwa in der kritischen Berichterstattung zu Sotschi, dem Ukraine-Konflikt oder dem Abschuss der Malaysia- Airlines-Maschine MH17. Vom Duktus her gleicht „Sputnik News“ dem russischen Auslandsender „RT“, der ebenfalls „Rossija Sewodnja“ gehört: Kreml im O-Ton.

Digitale Feuerkraft

Der Aufwand für „Sputnik“ ist gewaltig. Das Redaktionsnetz erstreckt sich nach eigenen Angaben auf 130 Standorte in 34 Ländern. Täglich würden achthundert Stunden Programm in dreißig Sprachen produziert - auf Russisch, Deutsch, Abchasisch, Aserbaidschanisch, Englisch, Arabisch, Armenisch, Georgisch, Dari, Spanisch, Kasachisch, Krim-Tatarisch, Kirgisisch, Chinesisch, Kurdisch, Lettisch, Moldawisch, Tadschikisch, Polnisch, Portugiesisch, Paschtunisch, Serbisch, Türkisch, Usbekisch, Ukrainisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Estländisch und Japanisch. In englischer, spanischer, arabischer und chinesischer Sprache sind Newsticker eingerichtet, die von den Redaktionen in Washington, Kairo, Peking und Montevideo betrieben werden.

Wie viel Energie die russische Propaganda in digitale Feuerkraft investiert, zeigt nicht nur ein Projekt wie „Sputnik“, sondern auch das Heer vom Staat bezahlter Internettrolle, die Blogs, Foren und soziale Netzwerke mit kremlfreundlichen Beiträgen fluten. Die Zeitungen „Moi Rajon“ und „Nowaja Gaseta“ berichteten unlängst über ein Haus im Norden St. Petersburgs, in dem mehr als vierhundert Angestellte rund um die Uhr im Sinne Putins Stimmung machen. Sie seien nach Themengebieten und Departements unterteilt und strikt organisiert. Sie setzen täglich Tausende Beiträge und Kommentare auf Blogs, Plattformen wie Livejournal und Twitter ab und verbreiten Verschwörungstheorien - nach strenger redaktioneller Anleitung. Als Reaktion auf die Ermordung des Oppositionspolitikers Boris Nemzow sollten die Staatstrolle entweder schreiben, die Tat gehe auf das Konto ukrainischer Oligarchen, die diese der russischen Regierung anhängen wollten. Oder, dass hinter Nemzows Ermordung seine eigenen Anhänger steckten, die den Protest der Opposition stärken wollten.

Diese Form der Propaganda geschieht verdeckt. Bei „Sputnik“ hat sie einen offiziellen Kanal. Dort sehen sich Interviewpartner emotional aufgeladenen Suggestivfragen ausgesetzt, auf dass sie passende Antworten geben. Elmar Giemulla, Professor für Luftrecht an der TU Berlin, etwa bekam zu spüren, in welche Zwickmühle man bei „Sputnik“ kommen kann. Er vertritt zwei Angehörige der Opfer des Flugs MH17 und ist davon überzeugt, dass die Ukraine für den Absturz des Flugzeugs mitverantwortlich ist - dem Sinne nach, dass die Maschine in dem betreffenden Luftraum nichts zu suchen hatte. An einer eindeutigen Schuldzuweisung und Exkulpation der von Putin unterstützten Separatisten, die der „Sputnik“-Fragesteller im Sinn hatte, war Giemulla nicht gelegen. Doch konnte er nicht verhindern, dass das Fazit des Gesprächs lautete, eine ukrainische Verschwörung sorge offenbar dafür, dass die wahren Hintergründe im Verborgenen blieben.

Bei Google-News-Ergebnissen ganz oben dabei

Die Berichterstattung von „Sputnik“ konzentriert sich auf Putin und seine Sicht der Dinge. „Rossija Sewodnja“ selbst nennt das „die russische Interpretation der globalen Geschehnisse“. Der Verschwörungsaspekt, den Putin und seine Getreuen pflegen, darf nicht fehlen. „Sputnik“ gibt wie der Kanal „Russia Today“ an, „über das zu berichten, was andere verschweigen“. „Telling the Untold“, das war auch der Slogan, unter dem der Generaldirektor Dmitri Kisseljow und Margarita Simonjan, Chefredakteurin von „Rossija Sewodnja“, „Sputnik News“ vor internationalem Publikum vorstellten. „Sputnik“, so die Selbstbeschreibung, „zeigt den Weg zu einer multipolaren Welt, die auf der Achtung der nationalen Interessen, Kultur, Geschichte und Traditionen eines jeden Landes aufgebaut ist.“

Das russische Wirtschaftsblatt „RBKdaily“ berichtet, „Rossija Sewodnja“ verfüge in diesem Jahr über ein Investitionsbudget von 15,4 Milliarden Rubel (etwa 263,2 Millionen Euro), das seien 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Für „Sputnik News“ sollen zusätzlich 6,48 Milliarden Rubel vorgesehen sein. Durch Geschick bei der Suchmaschinenoptimierung hat es „Sputnik News“ geschafft, bei Google-News-Ergebnissen ganz oben neben Qualitätsmedien aufgelistet zu werden. Sucht man bei Google News Nachrichten zum Fall MH17, so erscheinen „Sputniks“ Beiträge an zweiter und dritter Stelle.

In der Leserbrief-Abteilung der deutschsprachigen Sputnik-Seite findet sich eine Vielzahl angeblich hiesiger Stimmen. Sie bedanken sich für die nüchterne und ausgewogene Berichterstattung, für Detailfülle und Informationsgehalt. Andere Medien seien „gekauft“, „gleichgeschaltet“ und „Mainstream“. Den Nutzern bietet „Sputnik“ auch die Möglichkeit, Russisch zu lernen. Im Angebot sind kurzgetaktete Kurse, in denen fleißig konjugiert wird. Die Moderatoren sagen dabei immer wieder: „Sprechen Sie nach.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/propaganda-des-russischen-kanals-sputnik-news-13514327.html

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eigentlich in die Ecke für Geisteskranke , aber die haben wir hier nicht (was ein Glück)

Beitrag  telzer am Di 31 März 2015 - 19:34

sprechen sie nach - Ich bin ein Zombie - ich bin ein Zombie -  facepalm   auch in russisch - Я зомби -

Bart Simpson du auch Very Happy

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für eine freie Ukraine , und die Krim gehört dazu      Modern Art Hymne
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Di 31 März 2015 - 20:52

Brüssels Plan gegen die russische Propaganda
Viele in der EU lebende Russen informieren sich über russische und damit meist kremlnahe Medien - zu einseitig, findet die EU und arbeitet deswegen an einem Aktionsplan, um "Russlands laufender Desinformationskampagne entgegenzuwirken". Das Ziel: eine größere Vielfalt von Informationsquellen in russischer Sprache zu schaffen.

Ansip Boustos weiß schon genau, was die EU seiner Meinung nach tun könnte, um russischer Propaganda etwas entgegen zu setzen. Der lettische Journalist, der seit über 20 Jahren für den lettischen Hörfunk und das lettische Fernsehen arbeitet, unterstützt die Idee, einen unabhängigen russisch-sprachigen Fernsehsender in der EU zu etablieren. Gern in Riga:

"Ich bin 200 Prozent für die Idee, dass die EU in russisch-sprachige Medien investiert, die echte Informationen darüber verbreiten, was wirklich in Europa passiert - wenigstens bis in die grenznahen Regionen Russlands hinein."

Aber es geht Ansip Boustos und denjenigen in der EU, die für mehr unabhängige russisch-sprachige Angebote argumentieren, nicht zuletzt auch um die immerhin acht Millionen russisch-sprachiger Menschen, die innerhalb der EU leben. Viele von ihnen informieren sich fast ausschließlich über moskau-treue Medien - Russia Today beispielsweise. Russia Today ist auch in Deutschland in dieser Community sicher wesentlich meinungsprägender als etwa die Programme der ARD oder der Deutschlandfunk, glaubt er.

"Ich frage Sie als deutsche Radio-Hörer: Glauben Sie nicht, dass diese Menschen so Herrn Putin gegenüber loyal bleiben, selbst wenn sie seit Jahren in Deutschland leben?"

Kreml-ferne Medien stärken

Das ist ein echtes Problem, findet der Journalist. In dessen Heimatland Lettland sind immerhin 30 Prozent der Einwohner russisch-sprachig. Wenn sie sich in ihrer Muttersprache informieren wollen, haben sie nicht viele Alternativen, wenn sie nicht weitgehend russischer Desinformation und Propaganda ausgesetzt sein sollen.

"Wir führen zurzeit eine Studie durch mit drei Expertinnen, die analysieren sollen, welche Möglichkeiten gibt es überhaupt für die Europäische Union einer solchen Propaganda-Offensive zu begegnen?" sagt der Europaparlamentarier Alexander Graf Lambsdorff, Vorstandsvorsitzender des Europäischen Demokratiefonds. Den gibt es seit 20 Monaten, Sitz in Brüssel, finanziert von der EU-Kommission und freiwilligen Beiträgen verschiedener Mitgliedsländer. Seine Aufgabe ist es, projektorientiert die Zivilgesellschaften in Nordafrika, dem Nahen Osten und in Osteuropa zu unterstützen. Die besagte Studie, von der Lambsdorff spricht, soll bis Ende Mai erste Zwischenergebnisse produzieren, sagt die Sprecherin des Demokratiefonds, Bianca Bäumler:

"Das Endergebnis dieser Studie wird eine Liste von Empfehlungen sein, um die Vielfalt der russischsprachigen Medien zu unterstützen, zu erweitern - was ist sinnvoll? Was kann gemacht werden?"

Es könnte sich herausstellen, dass es sinnvoller und machbarer wäre als einen eigenen, attraktiven, professionellen unabhängigen - und dann sehr teuren - Fernsehkanal aufzubauen, existierende kreml-ferne Medien zu stärken. Oder aufs Internet zu setzen und nicht auf klassische audiovisuelle Medien:

"Das ist auch ein Großteil der Studie zu sehen, welche Art von Medien sind die am gefragtesten im russisch-sprachigen Raum? Wie wollen die Leute das hören und sehen und lesen? Und wo fehlt Vielfalt?"

"Unsere Werte und unser Handeln in zahlreichen Sprachen kommunizieren"

"Ein Fernsehkanal ist eine der Möglichkeiten, die jetzt gerade im Rahmen dieser Studie untersucht werden. Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir europäische Werte beachten. Das heißt, wie müssen bei der Wahrheit bleiben. Vielleicht gelingt es uns nicht, dann auch den letzten Rest Verunsicherung oder Desinformation zu zerstreuen. Nur es wäre viel gefährlicher, wenn wir von der Wahrheit abwichen, wenn wir Propaganda mit Propaganda begegneten."

Dieses Credo, dass Lambsdorff da benennt - Propaganda nicht mit Propaganda begegnen zu dürfen und zu wollen - man hört es auch bei der EU-Kommission.

"It's not any kind of propaganda", sagt Maja Kocijancic, Sprecherin der EU-Kommissions-Vizepräsidentin und Außenbeauftragten Federica Mogherini, nach der Kommunikations-Strategie gefragt, das Mogherini bis zum nächsten EU-Gipfel im Juni erarbeiten soll. Man weiß bei der Kommission von der Arbeit des Europäischen Demokratiefonds in der Sache.

"Die Studie wird in unsere Arbeit einfließen. Es ist gut, dass wir eine Analyse in die Hand bekommen und Möglichkeiten für weitere Aktivitäten aufgezeigt werden."

Die EU-Außenbeauftragte ihrerseits hat in einem ersten Schritt eine Expertengruppe eingesetzt, deren Aufgabe es vor allem sein wird, russische Medien auszuwerten, zu bewerten und die gewonnenen Erkenntnisse an die EU-Länder weiter zu geben. Es geht um gemeinsames, konkretes Wissen über Moskaus Kommunikationsstrategie. Neben der Entwicklung einer eigenen.

"Zu unseren Verpflichtungen gehört es, unsere Werte und unser Handeln in zahlreichen Sprachen zu kommunizieren, auch in Nicht-EU-Sprachen wie Russisch."

Aber wie? Genau diese schwierige Frage wird man nicht so leicht beantworten können in Brüssel.

Audio:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2015/03/30/dlf_20150330_0924_6997fae6.mp3

http://www.deutschlandfunk.de/medien-bruessels-plan-gegen-die-russische-propaganda.795.de.html?dram%3Aarticle_id=315686

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Dicker am Di 31 März 2015 - 21:32

Ich wüsst es diese zu bekämpfen. Störsender auf die Sendefrequenzen legen und fertig Grinsen Entzug der Genehmigung auf EU -Boden Grinsen

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 2 Apr 2015 - 17:22

Geisteskrank facepalm

FERNSEHEN IN RUSSLAND
Sex, Klatsch und viel Propaganda
Das russische Fernsehen ist heute, rund 15 Jahre nachdem Putin zum ersten Mal Präsident Russlands wurde, weitgehend unter staatlicher Kontrolle. Auch beliebte Unterhaltungssendungen helfen bei der Propaganda mit.

Die Frau auf dem Bildschirm hat Tränen in den Augen. Galina ist mit ihren vier Kindern aus der Ukraine geflohen und lebt in einem Flüchtlingszelt. Sie habe ein furchtbares Erlebnis hinter sich, sagt der Moderator des Ersten Russischen Fernsehens. Der Verstand weigere sich zu akzeptieren, dass so etwas im Herzen Europas passieren konnte. Aber das sei Galinas Geschichte.

Die Frau erzählt von der Kreuzigung eines dreijährigen Jungen in ihrer Stadt, nachdem die ukrainische Armee die prorussischen Separatisten zurückgedrängt hatte.

Die Ukrainer nannten das eine Schauhinrichtung, behauptet Galina. Die Journalistin des russischen Fernsehens hinterfragt nichts und lässt Galina immer neue grausame Details erzählen: Der Junge sei an eine Anschlagtafel genagelt und seine Mutter gezwungen worden, zuzusehen, wie er stirbt. Dann sei die Mutter selbst brutal umgebracht worden.

Im Kampf der ukrainischen Verbände gegen die Separatisten sterben tatsächlich Zivilisten, die meisten durch Artilleriebeschuss. Für die Geschichte über die angebliche Schauhinrichtung eines Jungen, die das Erste Russische Fernsehen im Juli 2014 ausstrahlte, wurden dagegen keine weiteren Zeugen oder Belege gefunden. Bis auf einen Facebook-Eintrag, den der Publizist und Vertreter eines russischen Expansionismus Alexander Dugin drei Tage vor der Fernsehausstrahlung veröffentlichte. In Dugins Eintrag ist die komplette Vorlage für die Fernsehsendung bereits enthalten, nur statt der Mutter des Jungen wird dort der Vater ermordet. Die kritische Öffentlichkeit Russlands erkannte diese Geschichte sofort als Fälschung. Doch andere Zuschauer lassen sich vom Fernsehen überzeugen.

"Die führenden russischen Fernsehsender überfluten die Zuschauer mit Propaganda", stellt die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen fest. Ein Mann aus St. Petersburg erzählte dem unabhängigen Medienportal "Colta.ru", warum er in den Krieg gegen die Ukraine zieht.

"Ich habe mich endgültig dafür entschieden, als ich im Fernsehen einen Jungen im Krankenhaus von Slawjansk sah. Damals zeigten sie diese Bilder immer wieder. Natürlich verstehe ist, dass die Korrespondenten ihr Brot nicht umsonst essen. Sie haben sehr gekonnt die Leiden des Kindes gefilmt, aber dieser Blick von ihm – der hat mir den Rest gegeben."

Ehemaliger TV-Journalist hat Angst um sein Leben
Für den Fernsehjournalisten Maxim war das dagegen der Grund, die Branche, in der er fast zwei Jahrzehnte tätig war, zu verlassen. Heute sitzt Maxim, seinen weißen Schal um den Hals geschwungen, in einem feinen Cafe im Zentrum Moskaus. Der Mittfünfziger redet mit der Lässigkeit eines Medienprofis, zugleich möchte er nur mit einem Pseudonym vorgestellt werden. Mit der Fernsehwelt habe er zwar nichts mehr zu tun, doch das, was er erzählt, könnte ihn auch persönlich in Gefahr bringen.

"Natürlich habe ich Angst um mein Leben, aber ich habe auch einfach Angst, wenn ich sehe, wie weit sich dieses Land von dem entfernt hat, wie ich leben möchte. Es ist eine Katastrophe. Seit der Ukraine-Krise und nach der Eroberung der Krim beobachten wir einen Bruch aller ethischen Prinzipien unseres Berufs. Meine ehemaligen Kollegen sind zu Betreibern einer Propagandamaschine geworden, an der seit den ersten Tagen nach Putins Machtantritt gebaut wird. Sie erwarten stets eine klare Anweisung, wen sie heute "kaltmachen" sollen, oder, wie sie auch unter sich sagen, 'wen wir heute lieben sollen'."

Nachdem Boris Jelzin 1999 Wladimir Putin zu seinem Nachfolger bestimmt hatte, stellte der neue Präsident das Fernsehen des Landes nach und nach unter seine Kontrolle. Als letzter von den großen überregionalen Sendern verlor 2001 das russische NTW seine Unabhängigkeit. Jetzt gehört etwa ein Dutzend "föderaler Fernsehkanäle", wie sie im Volksmund heißen, entweder direkt dem Staat, den Vertrauten des Präsidenten oder einigen mit dem Staat verbundenen Firmen wie "Gazprom-Media". Alle großen Fernsehanstalten versetzen die Zuschauer in eine, wie Maxim sagt, virtuelle Realität.

"In dieser Realität gibt es einen Menschen, auf den immer Verlass ist, der fast keine Schwächen hat. Das ist Putin. Sein Image wurde von Anfang an so aufgebaut. Das Fernsehen zeigte Putin als resoluten Mann, der nicht trinkt und einen gewissen Charme besitzt. Das ist natürlich ein virtueller Putin, denn niemand weiß, wie er wirklich ist. Es gibt kaum Aufnahmen von Putin, die nicht zensiert sind. Als Putin eine Glatze bekam, war es anfangs verboten, sie zu zeigen. Wenn ein ungeschickter Kameramann sie trotzdem filmte und wenn die Aufnahmen versehentlich ausgestrahlt wurden, wurde das wie ein Amtsdelikt geahndet."

"Kriegt liegt in der Luft"
In den letzten Jahren macht das Fernsehen zunehmend Stimmung gegen die westlichen Länder. Gegen das angeblich dekadente Europa, das als "Gayropa" verhöhnt wird, vom englischen Wort "gay", schwul. Aber besonders schwarz malt das Fernsehen den alten, neuen Feind, die USA.

In der virtuellen Realität ist uns die Außenwelt feindlich gesonnen. Die anderen Länder haben angeblich nur so getan, als wären sie Freunde, aber wir waren wachsam, wir durchschauten sie, und nun wissen wir, dort kann es mit Sicherheit keine Freunde geben.

Die Fernseh-Bilder zeigen, wie schwere russische Panzer durch das Brandenburger Tor fahren. Russische Fahnen werden gehisst.

Bis Warschau, sagt der Sprecher des 5. Russischen Fernsehens, braucht der Panzer T-90 weniger als einen Tag. Und die 1800 Kilometer bis Berlin seien für eine moderne Armee auch keine Entfernung. Prag, Helsinki, Vilnius, Tallin, diese Städte seien sogar im Fußmarsch zu erreichen.

So reagierte das russische Fernsehen auf die Absage der europäischen Regierungschefs, zur Militärparade im Mai nach Moskau zu kommen. Na dann kommen wir selbst zu ihnen, so der höhnische Witz.

Ja, Krieg liege in der Luft, sagt dagegen mit vollem Ernst Dmitri Kisseljow, Moderator der Wochenschau im Ersten russischen Fernsehen und Generaldirektor der Medienagentur Russland Heute, zu der unter anderem der Auslandssender RT gehört,

"Worauf soll sich Russland bereitmachen? Auf Alles! In unserer neuen Militärdoktrin, die in den Neujahrstagen erlassen wurde, steht unter Punkt 27 klar und deutlich geschrieben: Die Russische Föderation behält sich das Recht vor, Nuklearwaffen einzusetzen."

Das Fernsehbild zeigt eine nukleare Interkontinentalrakete, während Kisseljow erklärt, im Falle einer Bedrohung der Existenz des Staates würde Russland auch als erstes Atomwaffen einsetzen. Die Entscheidung träfe dann der Staatspräsident. Und, fügt Kisseljow hinzu, der Präsident kann diese Entscheidung sogar eigenmächtig treffen, wenn er eine existentielle Gefahr sieht.

Bei Kisseljow ist der Krieg gegen den Westen ein ständiges Thema. Einmal drohte er sogar direkt, Russland sei das einzige Land, das imstande sei, "die USA in radioaktive Asche zu verwandeln". Kisseljow wurde von der EU auf die Sanktionsliste gesetzt als einer von denen, die "politisch und militärisch" für die Annexion der Krim verantwortlich sind. Ihm wurde die Einreise nach Europa untersagt.

Warum, fragt der junge Fernsehjournalist Artem Loskutov. Er arbeitet bei dem letzten unabhängigen Fernsehsender Russlands, Doschd. Dort verdient man nicht so viel wie beim Staatsfernsehen. Artem trinkt deshalb in der Mittagspause seinen Kaffee in einer preiswerten Kette. Als einziger nicht staatsnaher Journalist unterschrieb er einen offenen Brief zum Schutz Kisseljows vor den Sanktionen.

"Ich habe mit ihm kein Mitleid, er wusste was er tat. Aber die Hetze gegen ihn finde ich unklug."

Alternative Meldungen werden kaum wahrgenommen
Der Propaganda sollte nicht mit Verboten begegnet werden, ist Artem überzeugt, sondern mit alternativen Meinungen. Doch diese sind in Russland kaum wahrnehmbar. Das Staatsfernsehen wird von über 99 Prozent der 146 Millionen Russen empfangen. Meinungsumfragen zeigen seit Jahren, dass über 77 Prozent der Zuschauer dem Staatsfernsehen vertrauen.

Es ist eine Generation herangewachsen, die keine andere Realität kennt, sagt der frühere Fernsehmacher Maxim.

"Die meisten jungen Redakteure, Journalisten oder Reporter beim Fernsehen stehen gar nicht direkt unter Druck von oben. Ich habe sie oft sagen hören: "Wenn man für ein staatliches Medium arbeitet, soll man die staatliche Meinung vertreten". Sie erfüllen mit Vergnügen den fremden Willen, weil sie ihn für ihren eigenen halten. Sie glauben aufrichtig an die wichtigsten Postulate der Propaganda, an die Außergewöhnlichkeit der russischen Nation und an die Ideologie der Gewalt, die für sie der einzig richtige Weg ist, weil die Westler sowieso alle Weicheier seien."

Hochgestellte Fernsehfunktionäre wie Dmitrij Kisseljow halten sich dagegen gerne in Europa oder den USA auf. Viele besitzen dort Immobilien und oder bezahlen ihren Kindern das Studium an westlichen Hochschulen. Kisseljow und andere Propagandachefs waren am Anfang ihrer Kariere in der Zeit Jelzins alle Demokraten.

"Ich kenne viele von ihnen persönlich, und ich weiß, wie gut informiert sie sind und wie intelligent. Ich kann ihnen mit absoluter Sicherheit eine Diagnose stellen: die des unendlichen Zynismus."

Sogar der Wetterbericht wird politisiert
Das russische Fernsehen setzt auf Gefühle. Es spricht den Zuschauer mal sehr ernst, dann wieder mit Augenzwinkern an. Es ist nie eintönig und immer unterhaltsam. Die russischen Fernsehzuschauer verbringen im Durchschnitt über vier Stunden am Tag vor dem Bildschirm, angelockt durch Unterhaltung vielfältigster Art – Gewalt, Sex und Klatsch.

Und vieles wird mit politischer Tendenz durchsetzt: Eine Comedy-Show, in der westliche Transvestiten verhöhnt werden. Sogar der Wetterbericht wird politisiert.

Im Donbas, wo die Krise der ukrainischen Regierung weiterhin zur Zuspitzung der Lage beiträgt, ist heute Regen möglich. Auf die ruhige Krim kommt dagegen früher als erwartet das wärmere Wetter.

In den Werbepausen beliebter Serien werden regelmäßig Annoncen politischer Programme geschaltet, die während der Prime-Time laufen. Die Propaganda ist so allgegenwärtig und subtil, so Maxim, wie sie nicht einmal in der Sowjetzeit war.

Das Sowjetfernsehen, wie ich es in der Zeit des Generalsekretärs Breschnew erlebte, war nicht gefährlich - es war einfach öde. Es war langweilig, und man lachte über dieses Fernsehen genauso wie man über den alternden Generalsekretär lachte. Es war nie ein so starkes Werkzeug wie es unter Putin wurde.

Ein ehemaliger Kremlbeamter, der Putin persönlich kennt, sagte im vergangenen Jahr dem britischen Guardian:

Wer das Fernsehen kontrolliert, kontrolliert das Land. Wenn die Kommunisten an die Macht kommen, wird das Land innerhalb von drei Monaten kommunistisch. Kommen Faschisten an die Macht, wird es innerhalb von drei Monaten faschistisch.

Drei Monate würden reichen, um die Leute nicht wieder zu erkennen, pflichtete ihm ein Moskauer Beamter bei in einem Gespräch mit dem Fernsehsender Doschd. Diese Überzeugung scheint die russische Regierungselite zu teilen. In der Fernsehwelt sage man dazu plump, "das Gesindel frisst alles", erzählt Maxim.

Der Krieg zwischen Fernseher und Kühlschrank
Es entspricht der Überzeugung der Fernsehchefs, dass sie ihr Programm für einen Abschaum machen, der genau das fressen will. Sie meinen damit den Massenzuschauer und seine Bedürfnisse. Aber wenn wir über die virtuelle Realität reden, die innerhalb der letzten fünfzehn Jahre im Fernsehen erschaffen wurde, ist es sehr wichtig, folgendes zu verstehen: Diese Realität wurde gar nicht allein für den Massenzuschauer geschaffen, sondern sogar in erster Linie für den wichtigsten Fernsehzuschauer des Landes. Die Fernsehmacher wollen ihrem obersten Chef genau das zeigen, was er sehen will. Ein Theater für Putin.
Mit der Ausnahme von Doschd ist das Fernsehmonopol des Kremls ungebrochen, während der kleine Sender zunehmend unter Druck gerät. Kürzlich verlor Doschd sein Studio und musste vorübergehend aus den Privatwohnungen seiner Mitarbeiter senden.

Der Fernsehkanal Doschd ist wie eine Fliege, die gegen den Putinschen Wind fliegt. Eine Fliege kann jeden Moment erschlagen werden. Und das, obwohl die Reichweite dieses Senders ohnehin so gering ist, dass er die Stabilität des Systems in keiner Weise beeinträchtigen kann.

Der Fernsehsender Doschd wirbt mit dem Motto "Der optimistische Kanal", aber der Doschd-Mitarbeiter Artem Loskutov sieht die Lage nicht optimistischer als sein älterer Kollege. Schön wäre es, wenn es uns noch länger gäbe, denn es gibt nichts Vergleichbares in der Fernsehlandschaft. Niemand sonst kann heute Fernsehnachrichten anbieten, in denen auch alternative Standpunkte beleuchtet werden. Keine Ahnung, wie lange das noch möglich sein wird. Sie können morgen schon zu uns kommen unter dem Vorwand einer beliebigen Überprüfung und alles abschalten.

In Russland tobt ein Krieg, scherzt der Volksmund: Der Krieg zwischen dem Fernseher und dem Kühlschrank. Die Wirtschaft kriselt - und die Intensität der Propaganda steigt an. Der Rubel fällt und die Beliebtheit von Putin erreicht einen Höchststand. Immer neue Soldaten, die in der Ukraine gefallen sind, werden heimlich begraben - und das Fernsehen mobilisiert zugleich Hunderte neuer Kämpfer. Nach Monaten griff das Erste Fernsehen seine Geschichte über den gekreuzigten Jungen unlängst nochmal wieder auf.

Weinende Omas, Kinder auf OP-Tischen
Die Moderatorin sagte, man habe damals keine Möglichkeit gehabt, den Bericht über die Kreuzigung zu überprüfen. Das sei aber eine reale Aussage einer realen Frau gewesen, die aus der Hölle geflohen war. Was sie erzählt habe, sei nur eines von unendlich vielen Zeugnissen über Kinder, die von Geschossen zerrissen worden sind, die auf der Flucht erschossen wurden, die durch Artilleriebeschuss getötet wären.

Hier sind diese Bilder, hier sind diese Kinder. Bringen Sie Ihre Kinder weg vom Fernseher. Das sind sehr harte Bilder, aber das ist die Realität.

Auf dem Bildschirm erscheint ein getötetes Kind, dann wieder eines, dann ein weiteres. Weinende Omas, Kinder auf OP-Tischen, Großaufnahmen von Wunden, Blutflecken im Kinderwagen.

Der Freiwillige aus St. Petersburg, den solche Bilder in die Ukraine führten, kam inzwischen zurück. Er erzählte, dass er im Krieg keine Gefangenen machen wollte. Er erschoss sie alle bis auf drei, so stark war sein Hass.

http://www.deutschlandradiokultur.de/fernsehen-in-russland-sex-klatsch-und-viel-propaganda.979.de.html?dram%3Aarticle_id=315826

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Thomas am Do 2 Apr 2015 - 17:37

Populärer Tyrann
Stalins erneuter Frühling
Putins Propaganda kommt in den Köpfen der Russen an. Das zeigt auch eine neue Umfrage zu Stalins historischem Vermächtnis. Immer mehr Menschen in Russland bewerten die Leistung des Tyrannen positiv.
Politische «Säuberungen», Kollektivierung, Staatsterror – unter Josef Stalin beging die sowjetische Führung einen Massenmord am eigenen Volk. Vermutlich kostete seine totalitäre Politik rund 20 Millionen Menschen das Leben. Trotzdem wächst die Popularität des «Führers aller Völker» im heutigen Russland. Laut einer neuen Umfrage des unabhängigen Levada-Zentrums ist eine relative Mehrheit (45 Prozent) der Russen der Meinung, dass sich die Opfer des Volkes unter Stalin gelohnt hätten. Im Jahr 2008 vertraten «nur» 27 Prozent diesen Standpunkt und waren damit klar in der Minderheit.

Folge von Putins Propaganda

Für den Direktor des Levada-Zentrums, Lew Gudkow, sind die Resultate der Umfrage eine direkte Folge der staatlichen Propaganda und Regierungsführung unter Wladimir Putin: «Es findet eine Art Restaurierung des sowjetischen Systems statt.» Der Kern sei dabei die Idee einer totalen Verantwortungslosigkeit des Staates gegenüber den Bürgern. Gudkow spricht von einem «Kult des Staates».

Als Reaktion auf eine wachsende Proteststimmung in der Bevölkerung habe sich dieser Kult in den vergangenen Jahren noch verstärkt, meint Gudkow . Putins Regime reagierte auf die grossen Demonstrationen 2011 mit härteren Repressionen gegen Andersdenkende und einer verschärften antiwestlichen Rhetorik. Vor diesem Hintergrund wächst unterschwellig auch der Stalin-Kult. Zwar hütet sich die Kreml-Propaganda davor, Stalin explizit zu glorifizieren. Aber die Grundidee der Propaganda – die geschlossene, von Feinden umzingelte Gesellschaft – ist stalinistisch.

Gezielte Rehabilitierung

Keiner von Stalins Nachfolgern schaffte es, den Mythos des Generalissimus ganz zu beerdigen. Auch unter dem Reformer Michail Gorbatschow und nach dem Untergang der Sowjetunion unter Boris Jelzin gab es keine umfassende Destalinisierung. Ein Strafprozess über die Verbrechen des sowjetischen Regimes scheiterte 1992. Allerdings war Stalin damals weit weniger populär als heute. Ende der achtziger Jahre sah nur jeder zehnte Russe in Stalin eine grosse historische Persönlichkeit, 2012 war es bereits jeder zweite. Seit Putin im Jahr 2000 an die Macht gekommen sei, habe es eine gezielte Rehabilitierung des Stalinismus gegeben, hielt Lew Gudkow vor drei Jahren in einem wissenschaftlichen Artikel fest.

«Putin startete ein umfassendes Programm, um die Gesellschaft ideologisch umzuerziehen», schreibt Gudkow. Dabei ging der Kreml sehr vorsichtig und doppelbödig vor. Putins PR-Strategen versuchten die stalinistischen Verbrechen nicht zu leugnen, aber ihre Bedeutung zu minimieren. Auch Putins Handlungen und Äusserungen gegenüber Stalin sind widersprüchlich. So besuchte er 2007 den Schiessplatz in Butowo, wo Stalins Geheimdienst während der «grossen Säuberungen» über 20'000 Menschen erschossen hatte. Putin sprach von einer Tragödie, die es nie zu vergessen gelte. 2010 kniete der Kremlchef in Katyn nieder, wo Stalin 1940 polnische Offiziere hatte massakrieren lassen.

Diese antistalinistischen Signale werden jedoch durch andere Entscheide überschattet. Zu Beginn seiner ersten Amtszeit machte Putin die Melodie der unter Stalin eingeführten sowjetischen Hymne zur russischen Nationalhymne. 2007 erschien ein Schulbuch, das die stalinistischen Verbrechen verharmloste und Stalin als fähigen Modernisierer darstellte.

Glorifizierung des Zweiten Weltkriegs

Ein Faktor für Stalins zunehmende Popularität dürften die von Jahr zu Jahr pompöseren Feierlichkeiten am 9. Mai zum sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg spielen. Die überwältigende Bedeutung, die diesem Sieg und Stalin als Oberbefehlshaber zugemessen wird, erkläre, warum eine eindeutige Verurteilung von Stalin in Russland unmöglich ist , meint die Politologin Maria Lipman.

Stalins Widersprüchlichkeit spiegelt sich in den Umfrageresultaten. Vor drei Jahren bezeichneten 50 Prozent der Befragten Stalin als «weisen Führer». Gleichzeitig nahmen ihn aber 68 Prozent als «grausamen Tyrannen» war. In der postsowjetischen Psyche muss dies aber kein Widerspruch sein. In dieser Psyche «ist nationale Grösse unteilbar mit brutaler Gewalt verbunden», schreibt Lipman.

Moskau als Ausnahme


Am weitesten verbreitet ist die Liebe zu Stalin in der ärmeren, älteren, schlecht gebildeten und ländlichen Bevölkerung. In der Umfrage des Levada-Zentrums fällt aber vor allem die Ausnahmestellung von Moskau auf. Ausgerechnet im politischen Machtzentrum wird Stalins historische Rolle immer noch mehrheitlich negativ bewertet. Nur 13 Prozent der Moskauer wünschten sich hier die Errichtung eines Stalin-Denkmals zum 70. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg. In grossen Provinzstädten mit über einer halben Million Einwohnern sieht das Bild bereits ganz anders aus. Hier würden knapp 40 Prozent ein Stalin-Denkmal begrüssen. Gudkow erklärt diesen tiefen Graben mit der wirtschaftlichen Struktur und dem Zugang zu unterschiedlichen Informationsquellen. Viele Provinzstädte seien immer noch geprägt durch sowjetische Industriebetriebe, die oft auch für die Rüstungsindustrie tätig seien. In Moskau habe der Bürger zudem Zugang zu viel mehr Informationsquellen.

Zynische Elite

Auffällig ist, dass die Popularität Stalins bei den Reichen relativ gering ist. Nur gerade 15 Prozent der Befragten aus dieser Schicht bringen Stalin Sympathie entgegen. Bei Leuten, die ausreichend bis gut verdienen, liegt die Zustimmung für Stalin bereits bei über 30 Prozent. Wie aber ist es möglich, dass ein Staat den stalinistischen Geist propagiert, wenn seine wohlhabendste Schicht diesen mehrheitlich ablehnt? Gudkow erklärt es damit, dass die Elite die autoritäre Ideologie auf zynische Art als Machtinstrument benutzt, im Glauben, diese jederzeit unter Kontrolle halten zu können.
http://www.nzz.ch/international/stalins-erneuter-fruehling-1.18515456
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Di 7 Apr 2015 - 19:25

Wann packen die ersten Trolle aus dem FU aus?  Grinsen


ONLINE-TROLL LUDMILLA SAWTSCHUK (34) PACKT AUS
Sie führte für Putin Krieg im Internet
In Foren, Newsgroups, Chatrooms und Blogs sollte sie Stimmung gegen die Ukraine machen
„Putin ist genial!”, „Die Ukrainer sind Faschisten”, „Europa ist dekadent“ …
Zwei Monate lang war Ljudmilla Sawtschuk (34) im Auftrag von Russlands Präsidenten Wladimir Putin als bezahlte Cyber-Aktivistin im Internet unterwegs. Jetzt hat sie sich geoutet.

Sie sei in den Monaten Februar und März als Troll im Einsatz gewesen, erzählte Sawtschuk der Nachrichtenagentur AFP. Ihr Einstellungsgespräch bei einer russischen Agentur für Internet-Propaganda, die sich Agentur zur Erforschung des Internets nannte, war kurz. Ihr Gesprächspartner habe sich nur mit dem Vornamen Oleg vorgestellt und sie als erstes gefragt: „Was halten Sie von unserer Politik in der Ukraine?“ Das Thema Ukraine spielte fortan eine wichtige Rolle bei der Arbeit der 34-Jährigen.
► „Unser Job bestand darin, im Sinne der Regierung zu schreiben, Putin und seine Politik zu loben und seine Gegner niederzumachen“, sagte die Russin, die mit ihren beiden Kindern in St. Petersburg lebt.
► Ihr Tätigkeitsfeld waren Diskussionsforen und Newsgroups, Chatrooms und Blogs. Dort brachte sie am Tag – mal als angebliche Hausfrau, mal als Studentin oder Sportlerin – an die 100 Kommentare und Beiträge unter.
► Dafür gab es ein monatliches Gehalt von 40 000 bis 50 000 Rubel (640 bis 800 Euro). In Russlands zweitgrößter Stadt gilt das als gutes Geld.
Das Geld sei für Sawtschuk das Motiv gewesen, sich zu bewerben.
► Sie habe jeden Tag Anweisungen für ihr Wirken erhalten, erzählte Sawtschuk. Sie zeigte einen derartigen auf ihrem Handy gespeicherten „Tagesbefehl“: „Die Ukraine hat einen Reformplan verabschiedet, um Hilfsgelder vom Internationalen Währungsfonds zu bekommen.“
Hauptidee der Kommentare: „Für die ukrainische Regierung steht der militärische Bedarf über den Interessen der Bürger.“

Die Arbeit fand laut Sawtschuk in einem unscheinbaren grauen Gebäude an der Sawuschkinstraße im Norden von St. Petersburg statt.
Ihre Kollegen waren überwiegend jung, viele Studierende. „Politik war ihnen vollkommen gleichgültig, sie nahmen nichts ernst. Für sie war es bloß eine Art Geld zu verdienen.“
Daneben habe es einige ältere Beschäftigte gegeben, die ihre Arbeit als „wirkliche Mission” verstanden hätten und vollständig darin aufgegangen seien.
Sawtschuk beschreibt die Tätigkeit als hart. Pausenlos müssten die Mitarbeiter große Mengen Kommentare im Internet veröffentlichen, längst nicht jeder habe das Zeug dazu. Viele Leute würden entlassen, weil sie die geforderten Ansichten nicht in die richtigen Worte kleiden könnten, die Rotation sei hoch.
Die Arbeitsstelle sei laut Sawtschuk weitgehend abgeschottet und streng überwacht, unter den Mitarbeitern herrsche eine Atmosphäre der Angst: „Überall gibt es Kameras.“
Gespräche fänden kaum statt: „Entschuldigung, ich habe es eilig“, heiße es bloß.

Reporter der Oppositionszeitung „Nowaja Gaseta“ hatten das Online-Propagandazentrum 2013 undercover besucht. Demnach arbeiteten damals rund 400 Mitarbeiter in dem kleinen Gebäude am Stadtrand von St. Petersburg.
Laut Lokalmedien zog die Agentur im vergangenen Oktober in ein größeres, vierstöckiges Gebäude, von einigen Medien als „Trollfabrik“ bezeichnet. Berichten zufolge hat die Agentur inzwischen neue Abteilungen für Mitarbeiter mit Fremdsprachen- oder Photoshop-Kenntnissen eingerichtet.
Die ominöse Agentur zur Erforschung des Internets ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einziges Zeichen ihrer Existenz sind Jobanzeigen im Internet, in denen scheinbar unverfängliche Posten wie der eines „Redakteurs“ oder eines „Content Managers“ angeboten werden. Kandidaten werden aufgefordert, sich über eine Website zu bewerben. Eine automatisch versandte Antwort verspricht dann baldige Rückmeldung.

Als Trolle werden Internetnutzer bezeichnet, die durch ihre Kommentare bewusst Online-Diskussionen stören und die Atmosphäre in Chatrooms vergiften. Dadurch richten sie nicht nur inhaltliche Schäden an, sondern versuchen auch, Konflikte innerhalb der Internet-Gemeinde zu schüren.
Die Aktivitäten der russischen Online-Propagandisten sollen schon mehrere russische Medien dazu gezwungen haben, Kommentar-Foren auf ihren Webseiten zu schließen.

http://www.bild.de/politik/ausland/wladimir-putin/putin-troll-outet-sich-40443734.bild.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Mi 8 Apr 2015 - 13:20

Erschreckend dumm, das Abromavicius ausgerechnet dem Tagesspiegel dieses Interview gibt facepalm So legitimiert man natürlich die restlichen Artikel dieses Blättchens...

Ukrainischer Wirtschaftsminister rügt Tsipras scharf
Einige Nationen stellten "kurzzeitige ökonomische Vorteile über das Leben von Menschen": Die Kritik aus der Ukraine an Tsipras' Russland-Reise fällt noch heftiger aus als die aus Brüssel. Athen verbittet sich jegliche Bevormundung.
Alexis Tsipras bekommt wegen seiner Russland-Reise Ärger von mehreren Seiten. Nicht nur die EU-Partner warnen den griechischen Ministerpräsidenten vor einer Annäherung an Russland. Auch die Ukraine kritisiert den Besuch ungewöhnlich scharf. "In unserem Land wurden Menschen verschleppt, verprügelt, gefoltert und haben ihr Leben verloren, weil sie für die Werte Europas aufgestanden sind", sagte der ukrainische Wirtschaftsminister Aivaras Abromavicius dem "Tagesspiegel". "Es ist enttäuschend zu sehen, dass einige Nationen in Europa kurzzeitige ökonomische Vorteile über das Leben von Menschen heben."
Der Minister warnte zudem die EU-Staaten vor dem Aufweichen ihrer Sanktionen gegen Russland. "Die zunehmende Uneinigkeit und fehlende Geschlossenheit der europäischen Staaten in ihrem Verhältnis zu Russland beobachte ich mit großer Sorge."
Tsipras befindet sich seit diesem Mittwoch zu einem zweitägigen Besuch in Moskau, um über eine engere Wirtschaftszusammenarbeit zu sprechen. Vor einem geplanten Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin legte Tsipras am Mittwoch einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten nieder.

In der EU gibt es Befürchtungen, dass Tsipras sich in Moskau um Finanzhilfen bemühen und im Gegenzug bei den EU-Partnern für eine Lockerung der EU-Sanktionen einsetzen könnte.

Syriza weist Bedenken zurück

Derartige Bedenken wies der griechische Wirtschaftsberater der regierenden Syriza-Partei, Theodoros Paraskevopoulos, zurück. Bei dem Treffen werde nicht über russische Kredite für Griechenland gesprochen, sagte Paraskevopoulos dem RBB-Inforadio am Mittwoch.

Zudem versicherte er, dass sich sein Land an die EU-Sanktionen halten werde, auch wenn es sie kritisch sehe. Bei der Visite gehe es um die Fortführung einer Gaspipeline nach Griechenland, russische Investitionen und den Export griechischer Agrarprodukte, sagte der Regierungsberater. Experten halten es etwa für denkbar, dass Russland seinen Importstopp für griechisches Obst und Gemüse aufhebt.

Auch in der EU sind die Bedenken gegen die russisch-griechische Annäherung dennoch groß. Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling etwa warnte Griechenland vor einem Bündnis mit Russland. "Ich halte das für nicht sehr klug, was hier passiert", sagte Schelling. "Wir sind mitten in den Endverhandlungen für die Finanzierung Griechenlands, und ich glaube, das ist kein gutes Spiel, das hier getrieben wird."

Dass Gespräche stattfinden, sei völlig normal, sagte Schelling. "Aber vor einer Annäherung würde ich dringend warnen." Schließlich sei Griechenland Teil der EU, und diese habe zum Vorgehen Russlands auch im Ukraine-Konflikt eindeutig Stellung bezogen.
Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, Elmar Brok (CDU), und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) hatten verärgert auf Tsipras' Besuch in Moskau reagiert - und ihrerseits mit Konsequenzen gedroht.

In Athen kommen solche Statements offenbar gar nicht gut an. Diverse Ratschläge hätten die Ebene einer Bevormundung erreicht, verlautete am Mittwoch aus Kreisen der griechischen Regierung. Griechenland sei ein altes Mitglied der EU und wisse, wie es handeln solle.

Zusammengefasst: Griechenlands Ministerpräsident ist am Mittwoch und Donnerstag zu Gast in Moskau. In Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin soll es offiziell um Handel und Investitionen gehen. Doch sowohl aus Brüssel als auch aus der Ukraine gibt es heftige Kritik, weil Griechenland damit die einheitliche Haltung der EU im Ukraine-Konflikt unterlaufe.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/alexis-tsipras-in-moskau-ukraine-kritisiert-griechenland-a-1027490.html

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