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Russische Propaganda




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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Mo 27 Jul 2015 - 22:28

Die kleine traurige Geschichte der Putin-Versteher
Ideologisch vernagelt rennen die deutschen Putin-Versteher ihren Illusionen hinterher. Dass der Westen Moskau versprochen habe, die Nato nicht gen Osten zu erweitern, ist eine dieser Illusionen.

Eine russische Partei hat es schon immer in Deutschland gegeben. Im 19. Jahrhundert waren die Sympathisanten auf der Rechten zu finden. Otto von Bismarck war einer von ihnen, was seine Popularität im heutigen Russland erklärt. Als der Zar wiederum starb, las sich das in der preußischen "Kreuzzeitung" wie folgt: "Unser Monarch ist tot."

Karl Marx dagegen war einer der führenden Russophoben seiner Zeit. Nach 1917 waren es die Kommunisten, die in der russischen Politik viel zu bewundern und nichts zu tadeln fanden. Heute gibt es Unterstützung für den Putinismus sowohl in gewissen Kreisen der Rechten, aber auch bei Linken, die noch nicht recht verstanden haben (oder nicht verstehen wollen), was sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten in der ehemaligen Sowjetunion abgespielt hat. Ihre Beweggründe für ihre Parteilichkeit sind kein Geheimnis.

Es handelt sich um ideologische Sympathien bei den einen, um wirtschaftliche Interessen bei den anderen. Hinzu kommt auch eine Kraft, die im 19. Jahrhundert noch keine größere Bedeutung besaß: der Antiamerikanismus.

Die angeblichen Fehler der Nato
Die Putin-Versteher sind fest davon überzeugt, dass der Westen Russland in den entscheidenden Jahren nach dem Zusammenbruch systematisch belogen und betrogen hat. Folgt man ihnen, dann habe es feste Versprechen gegeben, dass keine Nato-Erweiterung nach Osten erfolgen würde. Dann habe der Westen Moskau belogen.

Dieser Betrug hätte katastrophale Folgen gehabt, denn die gutgläubigen Russen sehen in der Nato eine tödliche Gefahr. Die Russen wären also die Erniedrigten und Beleidigten. Die westlichen Alliierten hätten nicht das geringste Verständnis dafür gezeigt, den Russen in dieser schrecklichen Lage zu helfen. Bis 2005/06 sei es vielleicht noch möglich gewesen, einen Kurswechsel vorzunehmen – danach sei es zu spät gewesen, so die Meinung der Putin-Versteher.

Was ist wahr an dieser Version der jüngsten Geschichte von enttäuschten Hoffnungen und verpassten Chancen? Die Putin-Versteher sind bereit zuzugeben, dass man die ganze Wahrheit über die Verhandlungen in den kritischen Jahren nicht weiß und möglicherweise nie erfahren wird. Dieser Pessimismus ist übertrieben. Vieles ist sehr wohl bekannt. Gerade in der allerjüngsten Zeit sind wichtige Aussagen dazugekommen – etwa die des britischen Diplomaten Sir Roderic Braithwaite in "Open Democracy" vom 8. Juni 2015.

Die Legende vom Ausweitungsverbot
Sie sind von besonderem Interesse, denn seine Sympathien liegen durchaus auf der Seite der Versteher. Braithwaite ist der Verfasser wichtiger Bücher zur jüngsten russischen Geschichte. Er war britischer Botschafter in Moskau in den entscheidenden Jahren 1988-1992, also Teilnehmer an den Verhandlungen.

Ihm zufolge hat es eine bindende Zusage, was die Nato angeht, nie gegeben. Beide Seiten hatten verstanden, dass man den Nato-Komplex aus den Verhandlungen heraushalten musste, da es sonst nie zu irgendeiner Einigung gekommen wäre.

Was es wohl gab, waren mündliche Versicherungen vonseiten einiger westlicher Politiker und auch des damaligen Nato-Generalsekretärs, Manfred Wörner, dass eine Erweiterung der Nato nach Osten nicht auf der Tagesordnung stünde und dass, wenn es dazu kommen würde, dies durchaus im russischen Interesse als Beitrag zur Stabilisierung der Lage wäre.

Weiterlesen:
Solche widersprüchlichen Aussagen waren vom russischen Standpunkt aus sicher unbefriedigend, aber in keiner Weise (so Braithwaite) eine bewusste Täuschung. Niemand konnte in dieser Angelegenheit politische Entwicklungen voraussehen oder über die Zukunft der Nato sprechen. Man war auf die Anträge der osteuropäischen Länder, die sich von Russland bedroht fühlten, zu dem Zeitpunkt noch gar nicht vorbereitet.

Ein Punkt, den die Putin-Versteher nicht erörtert haben, ist folgender: Ist für die Russen heute die Nato wirklich die immer wieder beschworene tödliche Gefahr? Oder ist die Nato für Russland eher eine Art Papiertiger? Mehr als ein Jahrzehnt lang hat es eine enorme russische Aufrüstung gegeben, während alle europäischen Nato-Mitglieder die militärischen Ausgaben jedes Jahr kürzten. Heute betragen sie zwischen 0,8 und 1,5 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Nirgends ist bei den Putin-Verstehern zu lesen, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Moskau niemals einen Zweifel daran gelassen hat, irgendwann wieder das Imperium aufzurichten, das Russland einst gewesen war. Jedem im Westen musste dies klar gewesen sein.

Zum Putin-Verstehen gehört nun einmal die Tatsache, dass der neu-alten "russischen Idee" zufolge, hundertmal täglich wiederholt, Russland nur als Großmacht existieren kann und in keiner anderen Weise eine Existenzberechtigung hat. Tagein, tagaus betete irgendein Vertreter der russischen Elite herunter, dass Russland eine von Gott gegebene welthistorische Mission habe, die nicht nur Russland und die Russen außerhalb Russlands betrifft, sondern bedeutend weiter reicht.

Es stimmt durchaus, dass es ähnliche Vorstellungen über welthistorische Missionen auch anderswo gab, wie etwa das amerikanische "manifest destiny" – nur eben sind solche Ideen anderswo seit Langem ad acta gelegt worden.

Dazu gehört auch die Überzeugung, dass die Welt voller Teufel ist und der Westen seit 1000 Jahren alles dafür tut, Russland zu schaden, wenn nicht sogar zu vernichten. Weitverbreitet ist auch der Glaube, dass es dauernd und überall antirussische Verschwörungen gibt, dass man also niemandem trauen kann.

Was die verpassten Gelegenheiten des Westens gegenüber Russland angeht, so kann man argumentieren, dass sich Amerikaner und Europäer in den kritischen Jahren stärker hätten bemühen müssen, der russischen Führung zu helfen, die alte Großmachtstellung wiederherzustellen. Aber wie hätte das konkret aussehen sollen?

Auf diese Frage haben die Putin-Versteher keine Antwort. Und nicht nur darauf: Wie soll man etwa begreifen, dass ein Berliner Professor und Verfasser von durchaus vernünftigen Schriften (was ihm nicht wenige Unannehmlichkeiten einbrachte) kürzlich in einem Interview behaupten konnte, dass niemand im Westen Putin verstehe und dass es so etwas wie einen Putinismus nicht gäbe? Was für eine Tollkühnheit! Sie erinnert an den englischen Bischof, der kurz nach dem Tode Napoleons in einem Buch behauptete, Bonaparte habe nie gelebt.

Glaubte besagter Herr Professor das wirklich, oder steckte eine Art merkwürdiger Humor dahinter? Vielen Beobachtern, auch solchen vom Fach, fällt es schwer zu akzeptieren, wie viel sich in Russland in den vergangenen beiden Jahrzehnten geändert hat. Sie glauben, dass Russland ein großes Land ist und dass es nationale Interessen hat. Das aber sind Selbstverständlichkeiten, auf die es sich nicht lohnt einzugehen. Die eigentliche Frage ist, wie weit diese Interessen gehen und wie viel Hilfe man Russland geben soll, um seine Großmachtstellung wiederzuerringen.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article144498366/Die-kleine-traurige-Geschichte-der-Putin-Versteher.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Realist am Di 28 Jul 2015 - 12:49

Lemminge die einfältigen und dümmlichen Lügen hinterherlaufen . Auch so kann man es beschreiben !
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Mi 5 Aug 2015 - 21:01

Hier werden Putins Propagandalügen entlarvt

In Kiew betreiben Journalistenschüler die Internetplattform "Stopfake". Die Seite ist das wirksamste Mittel gegen die Lügen im Medienkrieg zwischen Russland und der Ukraine. Funktioniert kinderleicht.

Wie unterscheidet man eine gefälschte Nachricht von einer echten? Auf der Seite der ukrainischen Initiative "Stopfake.org", die schon seit mehr als einem Jahr die Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine unter die Lupe nimmt, sind praktische Tipps zu finden. So kann man zum Beispiel mit nur einem Klick herausfinden, ob das Foto, das als Beweis für Gräueltaten der ukrainischen Armee im Donbass benutzt wird, echt ist. Man klickt einfach im Browser Google Chrome mit der rechten Maustaste auf das verdächtige Bild und geht dann im Menü auf "In Google nach diesem Bild suchen". Die Ergebnisse sind oft verblüffend. Bei einigen Bildern wird sofort klar, dass sie gephotoshopt wurden, weil ihre Kopien – nur ohne Rauch, Feuer und Granatensplitter – schon seit Jahren im Netz hängen. Bei anderen stellt man fest, dass sie gar nicht aus der Ukraine stammen, sondern vor zwanzig Jahren in Tschetschenien aufgenommen wurden.

Die Plattform "Stopfake" wurde von Absolventen und Studenten der Journalismusschule der Universität Kiew-Mohyla-Akademie im März 2014 gegründet. Eine von ihnen war die 27-jährige Alina Sugonjako aus Charkiw. "Mit dem Beginn der Krim-Krise haben die Falschmeldungen seitens der Kremlmedien extrem zugenommen. Wir wollten – wenn wir diesen Informationskrieg nicht gewinnen – dann zumindest daran teilnehmen. Es schien uns am effektivsten, die Lügen einfach aufzudecken."

"Menschen stehen auf Hass"
Mit den Kampfhandlungen im Donbass wurden die Methoden der russischen Seite immer dreister: Die gleichen Schauspieler tauchten im russischen Fernsehen mal als Söldner, mal als verletzte Bürger auf. Den Höhepunkt der Absurdität markierte wohl die vom Ersten Fernsehkanal ausgestrahlte Geschichte eines dreijährigen Jungen in Slawjansk, den ukrainische Soldaten angeblich am schwarzen Brett gekreuzigt hatten. Auch wenn der Sender später zugestanden hat, die Journalisten hätten keine Beweise für diese Anschuldigung und die Aussagen der mutmaßlichen Zeugin in dem Beitrag seien reine Fantasie gewesen, gab es keine offizielle Richtigstellung. Derartige Lügen sind im russischen Fernsehen gang und gäbe, sie prägen zusammen mit anderen manipulativen Strategien den Begriff der "Russischen Propaganda".

Das Projekt "Stopfake" finanziert sich durch Crowdfunding, sowie durch Fördermittel der George-Soros-Stiftung Renaissance und der amerikanischen Nationalen Stiftung für Demokratie. Ein Team von 20 Journalisten recherchiert täglich in sozialen Netzwerken, in den russischen und ukrainischen Medien, aber auch auf den Seiten der sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk. Jede Woche wird ein Video geschnitten, in dem die brisantesten Lügen, die "Aufdeckungen der Woche", zu sehen sind. Sugonjako moderiert die Sendung, ihre erfolgreichsten Folgen hatten mehr als 130.000 Aufrufe.

Die Auswahl der vergangenen Woche beginnt mit einem Beitrag, in dem behauptet wird, die Staatsanwaltschaft der "Volksrepublik Lugansk" habe auf dem Flughafen in Lugansk amerikanische Flugabwehrraketen vom Typ Stinger entdeckt. Diese Waffen habe die ukrainische Armee dort zurückgelassen, als sie im Sommer 2014 die Stellung aufgab. Es werden Kisten mit Waffen gezeigt, die die Aufschrift "Tracking Rainer" tragen. Ein Blogger entlarvt die Fälschung und erklärt, dass der korrekte Name der Rakete "Tracking Trainer" ist, und "Tracking Rainer" lediglich ihre Kopie im Computerspiel Battlefield 3 heißt.

Im nächsten Beitrag wird ein ukrainischer Fake aufgedeckt: Der STB-Sender zeigt einen schwer verletzten ukrainischen Soldaten, dem die Ärzte in Donezk die nötige Hilfe verweigert haben sollen. Stopfake.org zeigt ein Protokoll der durchgeführten Maßnahmen, das das Gegenteil beweist, und spricht mit einem zuständigen Arzt in Dnipropetrowsk, der den Soldaten nach seiner Behandlung in Donezk übernommen hat. Er könne den Ärzten in Donezk keine Vorwürfe machen, sie hätten alles richtig gemacht.

Welchen Zweck der Sender mit dieser falschen Info verfolgt haben könnte, ist für Sugonjako ein Rätsel. "Ich vermute, die Journalisten wollten ihre Zuschauer aufwiegeln. Menschen stehen auf Hass." Öfter veröffentlichen aber ukrainische Medien falsche Infos, weil sie schlecht recherchiert haben, meint Sugonjako. "Es gibt keine einheitlich gesteuerte Propaganda von oben, wie das in Russland der Fall ist. Trotzdem dürfte es im guten Journalismus keine Fakes wie diese geben." Je länger der Konflikt andauert, desto mehr falsche Informationen kursieren im Netz. Stopfake will nicht zuletzt auch die User als Mitstreiter im Informationskrieg gewinnen. Auf der Seite des Projekts werden sie gebeten, mögliche Fakes zu melden.

http://www.welt.de/kultur/medien/article144854846/Hier-werden-Putins-Propagandaluegen-entlarvt.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 6 Aug 2015 - 14:13

Russische Internetpropaganda

Die Trolle des Kremls

Eine Journalistin heuerte zum Schein bei einer Firma an, die im Sinne der russischen Regierung Propaganda im Internet verbreitet. Ein Blick ins Innere des Informationskrieges.

Ljudmila Sawtschuk ist eine unwahrscheinliche Kriegerin. Zierlich, gar mager ist sie, Mitte 30 und doch mädchenhaft. Auf einem rosafarbenen Fahrrad mit breitem Rahmen und klobigen Reifen fährt sie durch den Park auf der Elagin-Insel im Norden von Sankt Petersburg.

Hier findet ein Benefizfest zu Gunsten einer Stiftung statt, die Autisten unterstützt. Nur wenige hundert Meter von dem Ort entfernt, den die junge Journalistin bekannt gemacht hat und den sie bekämpft, für ihr Land und vielleicht darüber hinaus: die „Fabrik der Trolle“ in der Sawuschkina-Straße.

Sawtschuk ist an diesem Tag mit ihren Freunden in den Park gekommen, um das Geld zu spenden, das ihr die Internetarmada des Kreml vor kurzem überwiesen hat. Aus Prinzip – und auch, um sich davon zu befreien. Es ist ein schöner Tag, die Sonne scheint, auf der Bühne treten sieben Soldaten von einem Armeechor auf. Sie singen westliche Hits von Tom Jones bis Queen, um, wie sie sagen, mit dem Klischee aufzuräumen, Soldaten sängen nur Militärlieder. Und Sawtschuk würde eigentlich lieber tanzen als noch einmal über die Trolle zu reden, die seit mehr als einem halben Jahr ihr Leben dominieren.

Eigentlich sprechen die Dokumente auch für sich. Die Arbeitsanweisungen, Formulierungshilfen, Listen mit Codenamen und Kürzeln, die sie in den zweieineinhalb Monaten ihrer Arbeit in der „Fabrik“ gesammelt hat. Unter den Augen der Überwachungskameras und der Kollegen, von denen einige den Hass auf Oppositionelle, Ukraine und Vereinigte Staaten gleichgültig säten – und andere aus Überzeugung. Im März veröffentlichten die Petersburger Lokalzeitung „Moj Rajon“ und die Moskauer „Nowaja Gaseta“ diese Dokumente. Aber das war schon der Beginn der zweiten Phase von Ljudmila Sawtschuks Kampf gegen die Trolle.

Vor allem die „Nowaja Gaseta“ hatte deren Wirken bekannt gemacht. Die regierungskritische Zeitung berichtete schon 2013 über ein Unternehmen namens „Agentur der Internet-Analyse“, eine Heimstatt für Blogger und Kommentatoren, die im Sinne des Kremls die Fragen der Zeit online begleiten. Umgangssprachlich werden sie „Trolle“ genannt. Später nannte sich dasselbe Unternehmen „Internet-Analysen“, mittlerweile soll es als „Glawset“ (etwa: Hauptnetz) auftreten.

Hacker veröffentlichten im vergangenen Jahr die Korrespondenz der Führer der „Agentur“, aus der hervorging, dass sie ihre Abrechnungen an die Holding „Concord“ sendete. Diese gehört Jewgenij Prigoschin, einem Gastronomieunternehmer mit Restaurants in Sankt Petersburg und Moskau. „Koch des Kreml“ wird er genannt, da er seit dem Jahr 2000 Essen für die Empfänge dort stellt. Putin soll er aus gemeinsamen Petersburger Jahren kennen: der eine betrieb ein Casino, der andere war in der Stadtverwaltung dafür zuständig, das Glücksspiel zu überwachen.

Auch übernimmt Prigoschin laut Medienberichten das Catering und Reinigungsaufträge für die Streitkräfte und Schulen. Demnach haben die Staatsaufträge von „Concord“ allein in diesem Jahr ein Volumen von umgerechnet knapp 51 Millionen Euro. In diesem Lichte würde der Betrieb der „Fabrik der Trolle“ als Gegenleistung erscheinen. Bestätigt sind diese Berichte nicht – aber derlei Berichte werden in Russland nie bestätigt.

Verdeckte Recherchen um „den Dreck ans Licht bringen“
Was außerdem fehlte, war eine verdeckte Recherche, ein Journalist, der sich in die Reihen der Trolle einfügte, um dann den Erkenntnissen ein Gesicht zu geben. Ein russischer Günter Wallraff also. Ljudmila Sawtschuk wurde dieser Wallraff. Um „den Dreck ans Licht bringen“, wie sie unter der Sommersonne im Park erzählt. Ringsum spielen Kinder. Sie hat selbst zwei.

Weiterlesen
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wie-trolle-russlands-propaganda-im-internet-verbreiten-13734569.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Sa 8 Aug 2015 - 11:41

facepalm zum kotzen!

„Offiziell unbedenklich“

Thüringer Sender darf russische Propaganda zeigen

In Thüringen zeigt der Lokalsender Salve.TV das Programm des russischen Propagandakanals RT und die Ich-Show von Ministerpräsident Ramelow. Die Landesmedienanstalt prüfte – und winkte durch.

RT Deutsch sei „nun offiziell unbedenklich“, heißt es auf der Internetseite des russischen Propagandasenders Russia Today (RT). Denn die Landesmedienanstalt Thüringen habe die Ausstrahlung des deutschen Programms „Der fehlende Part“ durch das Erfurter Lokalfernsehen Salve.TV für „zulässig“ erklärt. In einer Presseerklärung aus Moskau des Programmanbieters ist sogar von einer „Untersuchung“ der Landesmedienanstalt die Rede, deren Resultat und Konsequenzen der russische Kanal nun genüsslich darlegt.

Nachdem Ende April Salve.TV begonnen hatte, „Der fehlende Part“ auszustrahlen, habe dies „eine Beschwerde verschiedener Politiker bei der Landesmedienanstalt“ ausgelöst. Die Kritiker fürchteten „schlimme russische Propaganda“, die einseitig die Sicht des Kremls zum Ausdruck bringe. Nun aber herrsche „Katerstimmung bei den Meinungswächtern“, diagnostizieren die russischen Medienmacher, denn die Landesmedienanstalt habe die Beschwerde aus den Reihen von CDU, AfD, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke gegen RT Deutsch und Salve.TV abgelehnt. RT zitiert die Thüringer Zeitung „Freies Wort“, in der Jochen Fasco, der Direktor der Landesmedienanstalt, „der Beschwerde nun eine Absage“ erteilt habe „und erklärte, man müsse den Inhalt der Sendung nicht mögen“. Aus medienrechtlicher Sicht gebe es keine Einwände gegen die Ausstrahlung im thüringischen Fernsehnetz. „Die Vielfalt und die Freiheit der Medien sind ein hohes Gut“, zitiert RT aus der Zeitung den Direktor und dann sich selbst: „RT Deutsch freut sich über die höchstamtliche Unbedenklichkeitserklärung aus Thüringen und trägt gerne weiterhin seinen Teil dazu bei, das hohe Gut der Medienvielfalt und -freiheit in Deutschland zu stärken.“

Auf einer Linie mit Bernd Lucke
In der gleichermaßen konstruiert-seriös wie trollig anmutenden Pressemitteilung aus Moskau verweist der Sender auf „Proteste deutscher Zuschauer“, die der Kritik an dem Programm entgegenträten und die „gehässige antirussische Propaganda“ in deutschen Medien geißelten. „RT Deutsch erweitert großartig die gesamte Medienbandbreite“, heißt es da, und auch der Miteigentümer von Salve.TV, Klaus-Dieter Böhm, zeigt sich „verblüfft“ über die „massive Unterstützung“. In einem TV-Spot verteidigt er die Ausstrahlung des Programms mit dem Hinweis, ein Wirtschaftskrieg gehe immer einem heißen Krieg voraus. Böhm bedenkt, wer Lokalfernsehen mache, sollte die Welt nicht vergessen. Und Böhm bittet, die russische Seite zu verstehen, um sich ein eigenes Bild zu machen.

Das deutsche RT-Programm „Der fehlende Part“ aber ist eine geschickte Mischung, in der zum Beispiel der Terrorismusexperte Udo Ulfkotte über gekaufte Journalisten spricht und Amerika immer irgendwie der moralische Verlierer ist. Die Hilfen für Griechenland werden einerseits als Austeritätspolitik gebrandmarkt, während eine Griechin mit Kruzifix um den Hals ihre Gefühle ob dieser Politik offenbart und männliche Griechen vom Klassenkampf sprechen und „der Bewegung der solidarischen Genossen“ in anderen Ländern Europas danken. Auf der anderen Seite kommt gleich darauf ein Finanzexperte zu Wort, der ordnungspolitisch auf der Linie des AfD-Gründers Bernd Lucke liegt und eine „dreckige Lösung“ im Eurostreit erwartet, denn die Griechen hätten dank niedriger Zinsen über ihre Verhältnisse gelebt, eine Olympiade gefeiert und seien dann pleitegegangen.

Keine finanzielle Gegenleistung
Das sind die Inhalte, die leicht an den politischen Rändern verfangen, wo sich links und rechts touchieren, wo Menschen mit einem ausgeprägteren nationalen Empfinden Russland näher sind, als es die – vermeintlich kulturlosen – Vereinigten Staaten je sein werden. Salve.TV, das allenfalls 100.000 Zuschauer erreiche, sagt Kirsten Kramer als stellvertretende Direktorin der Landesmedienanstalt, werde vor allem in den Plattenbaugebieten Erfurts eingeschaltet, wo die Elite von einst wohnt und eine starke russische Gemeinde. Die Landesmedienanstalt habe sich nicht an die Öffentlichkeit gewandt, und sie habe auch zu keiner „Untersuchung“ eine öffentliche Erklärung abgegeben, wie die Publikationen von RT vermuten lassen könnten. Nach dem Aufschrei der Landespolitiker mit dem Tenor „Könnt ihr das nicht verbieten?“ habe die Landesmedienanstalt sich jedoch gefragt, ob das Programm den medienrechtlichen Grundsätzen entspreche.

Die Anstalt interessiere sich in erster Linie für den Thüringer Teil von Salve.TV, also für das Lokalfernsehen. Dass ein Lokalsender nicht rund um die Uhr Programm aus dem Lokalen bestreiten könne und Programmteile hinzunehme, sei verständlich. Also habe die Frage an Salve.TV gelautet, ob es die Sendezeit an RT verkaufe, was unzulässig wäre. Daraufhin habe Salve.TV – auch anwaltlich bestätigt – versichert, dass es für die Ausstrahlung des Programms auf Linie des Kremls keine Gegenleistung erhalte. Das sei alles gewesen, RT verstoße nicht gegen die Programmgrundsätze.

Derzeit macht RT Sommerferien. Zumindest in Erfurt läuft das Programm nicht. Dort hatte sich auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) auf Salve.TV in die Ferien verabschiedet: „Ich glaube, es wird Zeit, dass ich jetzt mal vierzehn Tage verschwinde.“ Salve.TV ist nämlich auch jener Sender, der schon vor der Ausstrahlung von RT fragwürdige Berühmtheit erlangte, indem er das Format „Ramelow & Co“ einführte. Dort darf der Ministerpräsident unbehelligt von Fragen eines Journalisten seinen politischen Alltag schildern. Auch diese Sendung erhielt das Plazet der Landesmedienanstalt.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/thueringen-russischer-propagandasender-rt-im-tv-13737488.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Sa 8 Aug 2015 - 19:04

In Putins Russland herrscht die Lüge als System

Moskaus Pressearbeit ist auf Lüge aufgebaut. Architekt dieses Bauwerkes ist der Putin-Vertraute und Ex-Vize-Ministerpräsident Wladislaw Surkow. Ohne ihn geht Putin kaum in die Öffentlichkeit.

In der Sowjetunion haben alle gewusst, dass sie unter Beobachtung stehen. Jegliche Abweichung von offiziell zulässigem Verhalten würde Verdacht erregen und wahrscheinlich bestraft. In seiner Wahrnehmung befand sich der sowjetische Staat mit fast allem im Krieg – ausländische Spione, Klassenfeinde, Menschen, die Jeans tragen oder Jazzmusik spielen. Die vorherrschende Ideologie des Regimes war nicht Marxismus-Leninismus, sondern Argwohn und Feindseligkeit.

Seit den frühen 80er-Jahren, bevor der Silberstreif Glasnost am russischen Horizont auftauchte, waren diese finsteren Zeiten nicht mehr so präsent wie heute. Der Schutz der Gesellschaft vor inneren und äußeren Feinden ist einmal mehr das Gebot der Stunde. Tatsächlich ist das Ethos unablässiger Wachsamkeit von zentraler Bedeutung für die Beibehaltung der hohen Zustimmungswerte von Präsident Wladimir Putin in der Bevölkerung. Niemand spielt eine größere Rolle dabei, die notwendige gesellschaftliche Atmosphäre zu schaffen, als Wladislaw Surkow.

Der ehemalige Stabschef Putins war von 2011 bis 2013 Vizeministerpräsident. Offiziell fungiert er inzwischen als Berater Putins in auswärtigen Angelegenheiten, ist in Wirklichkeit aber Chefpropagandist des Regimes. Er gilt als Schöpfer des Systems der "gelenkten Demokratie" in Russland und spielte eine führende Rolle dabei, die Abspaltung Abchasiens und Südossetiens von Georgien voranzutreiben. In jüngerer Zeit lenkte er im Hintergrund Russlands Invasion in der Ukraine und die Annexion der Krim und befeuerte die fieberhaften Medienkampagnen, die diesen Aktionen beinahe uneingeschränkte öffentliche Unterstützung verschaffen.

Der Kult um Putin erinnert an Stalin
Surkow ist der Hauptverantwortliche für die Pflege der Pro-Putin-Stimmung im Land, die zunehmend dem Personenkult um Stalin ähnelt. Surkow ist tschetschenischer Abstammung und – wie Stalin – von der säbelrasselnden Mentalität des Kaukasus geprägt. Unter seiner Aufsicht konzentriert sich die Kommunikationsstrategie des Kreml darauf, die Vorstellung aufrechtzuerhalten, dass der Westen Russland zerstören will.

Demzufolge wurde der Konflikt in der Ukraine als erneuter Kampf gegen den Faschismus dargestellt – und als Verteidigung der wahren, antiwestlichen Identität Russlands. Die vermeintliche Bedrohung Russlands in der heutigen Zeit wurde durch den 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges unterstrichen, und in ganz Moskau schossen Plakatwände aus dem Boden, um die Russen an die Opfer zu erinnern, die für den Sieg erbracht werden mussten.

Wie der NS-Propagandaleiter Goebbels ist Surkow nicht übermäßig auf Fakten bedacht. Emotionen bilden den Kern der Botschaft des Kreml; sie sind das Bindeglied zwischen Putin und seinen Untertanen. Aus diesem Grund stellt Surkow Putin, der sich nach 30 Jahren Ehe unlängst von seiner Frau hat scheiden lassen und Gerüchten zufolge mehrere Kinder mit einer ehemaligen Olympia-Turnerin haben soll, als Inkarnation konservativer Werte dar, mit dem Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche stets an seiner Seite.

Kampagne gegen Homosexuelle
Mit der Kampagne gegen die Rechte von Homosexuellen hat sich der Kreml die Unterstützung der Kirche gesichert und die russische Bevölkerung derweil daran erinnert, dass der Staat wachsames Interesse an ihren Leben zeigt.

Die russische Propaganda von heute ist eine vollendete Kombination aus Strenge sowjetischen Zuschnitts und modernsten Methoden. Es hat keine Massensäuberungen gegeben und nur wenige große Kundgebungen. Es mag Angriffe auf westliche Werte geben, westliche Waren hingegen sind gern gesehen. Ein blank poliertes Auto aus deutscher Produktion ist ein alltäglicher Anblick in Russland, versehen mit einem Aufkleber, der an den Ruhm des Zweiten Weltkrieges erinnert: "Auf nach Berlin" oder "Danke, Großvater, für den Sieg und, Großmutter, für die harte Munition".

In den letzten 20 Jahren konnten Russen ohne Einschränkungen ins Ausland reisen. Inzwischen scheinen viele bereit, auf dieses Recht zu verzichten. Im vergangenen Monat warnte der Kreml die Bürger des Landes, die Vereinigten Staaten machten "Jagd" auf Russen im Ausland.

Weiterlesen:
Wirkungsvolle Propaganda
Einige Russen sind tatsächlich verhaftet und an die USA ausgeliefert worden: So etwa der Waffenhändler Viktor Bout, dem vorgeworfen wird, Terroristen mit Waffen versorgt zu haben, oder der Hacker Wladimir Drinkman, dem vorgeworfen wird, Millionen von Kreditkartennummern gestohlen zu haben. Gewöhnliche russische Bürger sind keiner glaubhaften Gefahr ausgesetzt, und doch hat Surkows Kampagne tief greifende Auswirkungen.

Anstatt Gefahr zu laufen, durch haarsträubende Behauptungen – eine feste Größe der sowjetischen Propaganda –, dass Russland dem Westen eines Tages wirtschaftlich den Rang ablaufen wird, zum Gespött zu werden, bedient sich Surkow eines tieferen und zuverlässigeren Gefühls: Angst. Was die Russen auch von der wirtschaftlichen Misere Russlands halten mögen – das Bruttoinlandsprodukt wird dieses Jahr voraussichtlich um 3,8 Prozent schrumpfen, während die Inflation bei über 15 Prozent liegen könnte: Es wird ihnen versichert, dass sie ohne Putin noch viel schlimmer dran wären.

Und die Russen fügen sich. Noch vor einigen Jahren schien sich jeder Zehnte eine weiße Schleife an die Kleidung geheftet zu haben, ein Symbol des Protests gegen Putin. Heute bekommt man den Eindruck, dass sich jeder dritte Russe das schwarz-orangefarbene Sankt-Georgs-Band an die Brust heftet, einem Symbol für Patriotismus und Treue gegenüber dem Kreml. Wer kein Band trägt, kann damit rechnen – nicht besonders höflich –, gefragt zu werden, was der Grund dafür ist.

Es ist eine hinterlistige und wirkungsvolle Strategie, die Andersdenkende marginalisiert und den Eindruck nahezu uneingeschränkter Unterstützung für das Regime entstehen lässt. Bei meinem letzten Besuch in Moskau ist mir aufgefallen, dass eine Freundin, Opernsängerin im Bolschoitheater, ein kleines Sankt-Georgs-Band an ihren weißen Mercedes gebunden hat. Sie ist zwar kein Fan von Putin, wollte aber nicht unnötig auffallen.

Es sind kleine Kapitulationen wie diese, die Männern wie Surkow letztlich zum Erfolg verhelfen. Bürger, die vorgeben, loyal zu sein, bauen eine Kultur der Konformität auf. Wenn abweichende Meinungen unterdrückt werden, ist es irrelevant, ob die Treue der Bürgerinnen und Bürger authentisch ist oder nicht. Wenn es gelingt, das öffentliche Leben und den persönlichen Ausdruck zum Schauspiel werden zu lassen, das haben Goebbels und Surkow gleichermaßen verstanden, dann gibt es keinen Unterschied zwischen Theater und Wirklichkeit.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article144944912/In-Putins-Russland-herrscht-die-Luege-als-System.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Erpel am Di 11 Aug 2015 - 23:33

Ein besonders widerliches Beispiel für Putins Lügenpresse ist die Leugnung des Holodomors, der Mord an circa drei bis sieben Millionen Ukrainern durch eine künstliche Hungersnot in den frühen dreißiger Jahren.

Die russischen Trompeten a la Sputniknews schreiben vom "Holodomor-Hoax".

Holodomor Hoax: Joseph Stalin's Crime That Never Took place

Was wirklich passierte, kann man zum Beispiel hier sehen:

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Erpel am Di 11 Aug 2015 - 23:46

Das hier hatte ich vor einiger Zeit mal woanders nichtöffentlich gepostet:

Im Laufe des ersten Weltkriegs spaltete sich die Ukraine vom Russischen Reich ab, das später zur kommunistischen Sowjetunion wurde. Die Unabhängigkeit währte jedoch nicht lange, und die Russen eroberten Anfang der zwanziger Jahre die Ukraine zurück.

Anfang der 30er Jahre des 20sten Jahrhunderts versuchten die Kommunisten unter Stalin, die Landwirtschaft in der Ukraine zu "kollektivieren". In der Ukraine klappte das nicht, und so wandten die Kommunisten nackte Gewalt an. Sie jagten die Bauern von ihren Höfen und sorgten für eine absichtliche, menschengemachte Hungersnot. Die Schätzungen reichen von drei bis zehn Millionen Verhungerten, ein drittel davon Kinder, genau weiß man das nicht. Diese absichtliche Hungersnot hat sich in das kollektive ukrainische Gedächtnis als "Holodomor" eingegraben. Die Ukraine hat heute etwas über 40 Millionen Einwohner, ohne Holodomor wären das jetzt wohl an die 60- 70 Millionen Ukrainer.

http://mediachecker.wordpress.com/2014/03/25/the-man-made-famine-genocide-in-soviet-ukraine-1932-1933-holodomor/

https://www.flickr.com/photos/56360060@N03/5222747709/in/photostream/
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Thomas am Mo 17 Aug 2015 - 13:32

Und dieser Artikel bei Tagesspiegel.de pfeiffen Gehören die nicht selbst zu dem pro-Putin Netzwerk

Jürgen Elsässer und sein "Compact"-Magazin
Ein Netzwerk für Putin und Pegida

Jenseits der traditionellen Massenmedien entsteht eine umstrittene Gegenöffentlichkeit - vernetzt unter anderem mit Putin-Anhängern, AfD, Linken und Pegida.

Es ist ein bizarres Netzwerk. Der einstmals linke Journalist Jürgen Elsässer, Chefredakteur von „Compact“, spielt sich die Bälle zu mit Pegida, der AfD, Politikern der Linkspartei oder dem ehemaligen Radiomoderator Ken Jebsen („Ken FM“). Er betätigt sich als Agitator für den Kreml, schmiedet Allianzen aber auch zu Vertretern etablierter Parteien. Eng vernetzt ist Elsässer auch mit den Organisatoren des „Friedenswinter“ und der „Montagsmahnwachen“. Das monatlich erscheinende Hochglanzmagazin „Compact“ hat inzwischen eine verkaufte Auflage von 30.000 Exemplaren.

Die Otto-Brenner-Stiftung hat die Akteure im Umfeld von „Compact“ jetzt zum Gegenstand einer Studie gemacht, Titel: „,Querfront’ - Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks“. Sie kommt zu dem Schluss, dass das Netzwerk sich mit Positionen auszeichne, die einfach gestrickt seien und populistische Züge trügen. So jedenfalls fasst es Jupp Legrand, Geschäftsführer der Wissenschaftsstiftung der IG Metall, im Vorwort zusammen. Legrand erkennt klare Fronten: „Volk gegen Eliten, Wahrheit gegen Lügenpresse, pro Nation und contra EU, gegen die USA und für Putin“.

Für den Grünen-Politiker Volker Beck ist es mehr als ärgerlich, dass auch prominente Politiker aus CDU und SPD dieses Netzwerk unterstützen. Im vergangenen Jahr organisierte „Compact“ in Berlin die Konferenz „Frieden mit Russland. Für ein souveränes Europa“, an der unter anderem der angesehene SPD-Veteran Egon Bahr teilnahm, daneben Andreas von Bülow, SPD-Bundesminister unter Helmut Schmidt, unter der Ex-Verteidigungsstaatssekretär Willy Wimmer, CDU.

Grüne: Krude Polit-Sekte
Bülow und Wimmer sind auch für die nächste „Compact“-Konferenz im Oktober angekündigt, sie sollen laut Programm die „Besatzungsmacht USA“ analysieren. Der Grünen-Politiker Beck sagt dazu dem Tagesspiegel: „CDU und SPD sollten dringend ihr Verhältnis zu rechtspopulistischen Verschwörungstheoretikern klären. Der Anspruch einer Volkspartei kann es nicht sein, auch in krudesten Polit-Sekten anschlussfähig zu bleiben.“ Wimmer und von Bülow seien keine kleinen Parteisoldaten. Mit dem Motto der „Compact“-Konferenz, Deutschland sei noch immer ein besetztes Land, „dreht diese wirre Polit-Sekte um Jürgen Elsässer das Rad erneut ein Stück weiter in Richtung Reichsbürgerbewegung“. Von CDU und SPD wünsche er sich ein „unmissverständliches Signal“, so Beck, „dass hier eine Grenze verläuft, die Demokraten nicht überschreiten“. Der Grüne fordert die CDU Niederrhein auf, ihre Ehrenmitgliedschaft für Wimmer zu überdenken.

Tatsächlich ist das Netzwerk um „Compact“ und Elsässer durchaus ernst zu nehmen, wie auch der Journalist Wolfgang Storz, früher unter anderem Chefredakteur von „Metall“ und „Frankfurter Rundschau“, in seiner gut 50-seitigen Studie für die Brenner-Stiftung belegt. Er hat viele Querverbindungen untersucht, auch mit den wichtigsten Akteuren gesprochen.


Weiter hier:
http://www.tagesspiegel.de/medien/juergen-elsaesser-und-sein-compact-magazin-ein-netzwerk-fuer-putin-und-pegida/12194382.html


Zuletzt von Thomas am Mo 17 Aug 2015 - 13:33 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Kommentar)
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  telzer am Mo 24 Aug 2015 - 18:18

Hab selten soviel Schwachsinn gelesen , aber Drugin ist ja sowieso nicht ganz dicht  facepalm

Aber als Sprachrohr von Putler will er sicherlich wieder mal von der russischen Vorgehensweise ablenken.

Und die Kommentare erst, boah wird mir übel könnt  zum kotzen!


Unterseite von https://voicedonbass.wordpress.com/[/mention] schrieb:In diesen Tagen wird der Krieg anfangen, in dessen Ergebnis die Flüsse des slawischen Blutes überschwappen werden.

Alexej Sotjew 23.08.2015 Übersetzt aus dem russischen: Thomas

Und als der Initiator des bevorstehenden Schlachthofes wird nicht der Raubwesten auftreten, der die Grenzen wieder überschreiten wird, wie er es schon vor Jahren tat und seine militärische Macht über Russland, Weissrussland oder über die Ukraine hereinstürzen lassen wird. Den Krieg der Slawen gegen die Slawen wird “auf slawischem Territorium” die Führung der brüderlichen Ukraine beginnen. Gerade werden in Kiew, der Mutter der Städte der Russen, die letzten Striche am Plan des ungestümen Angriffs auf den freiheitsliebenden Donbass gezogen. Und gerade Poroschenko und seine Regierung, werden in noch höherem Maß als ihre westlichen Berater für Hunderte und Tausende verheizter slawischer Leben haften.

Ich prüfe von den ersten Tagen an die Dynamik der Entwicklung des innerstaatlichen Konfliktes in der Ukraine und ich prüfe den Verlauf der Kriegsoperationen. Heute, in Anbetracht der direkten und indirekten Merkmale, der erhaltenen Informationen aus offenen und geheimen Quellen und auch von den Daten, die von den Ortsbewohnern gekommen sind, kann ich tatsächlich mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit behaupten, dass der Angriff auf die DVR und die LVR in den nächsten Tagen beginnen wird. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass die Führung der Ukraine, trotz der weit verbreiteten Meinung, auf den Tag der Unabhängigkeit nicht warten wird und an der ganzen Linie der Front noch bis zum Montag losschlagen.

Die Armee der Ukraine ist zum Angriff bereit. Bei der schweigsamen Fahrlässigkeit der Beobachter der OSZE an der Linie der Berührung sind ernsthafte Stossgruppierungen zusammengezogen worden. In diesen Moment ist die Überlegenheit an lebendiger Kraft zugunsten der USK tatsächlich dreifach. Diese Tatsache zeugt davon, dass die Ukraine die notwendigen Bedingungen für den Beginn eines erfolgreichen Angriffs eingehalten hat. In der Luft erscheint die ukrainische Luftflotte immer öfter, die Umstellung der Technik geschieht in der Nacht, um die Punkte der Konzentration der Technik und der Truppen zu verbergen und in den Frontgebieten die Bewohner der Orte zu verpflichten, die Regeln der Verdunklung zu beachten.

Aber wir konnten es auch früher beobachten, es macht einen noch etwas anderes hellhörig. Es macht hellhörig, dass die ukrainischen Behörden die medizinischen Institutionen der Orte extra darauf vorbereiten (die sich in unmittelbarer Nähe der Frontlinie befinden) große Mengen von Verwundeten aufnehmen zu können. In diesen Tagen wurde in Mariupol das Entbindungsheim geschlossen. Die Institution wurde operativ umprofiliert in ein Militärspital. Sie haben es damit erklärt, dass ein großer Strom Verwundeter in den nächsten Tagen erwartet wird. Von verletzten ukrainischen Militärs.

Erfüllt sich Pjotr Poroschenko den Wunsch, möglichst viel slawisches Blut zu vergießen, dann wird er aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Stunden den Angriffsbefehl geben. Den Befehl, die Bewohner des Donbass zu töten. Und die Stossfaust der ukrainischen Armee wird über die Landwehrmänner herfallen, sie von der Grenze mit Russland abschneiden und sie zum Sterben in der Umgebung von Donezk und Lugansk verdammen. Mindestens einen Tag, nachdem die Ukraine die Minsker Abkommen in Toilettenpapier verwandelt hat, werden die Landwehrmänner den vielfach überlegenen Kräften der ukrainischen Angehörigen des Strafkommandos standhalten müssen. Gerade soviel Zeit benötigen die Länder, die Bürgen der Minsker Vereinbarungen sind, um zu verstehen, was sie in der vorliegenden Situation machen müssen.

Den Aggressor bestrafen, oder das Recht Kiews auf die Anwendung der Waffen auf den strittigen Territorien anzuerkennen, die de jure ein Teil der Ukraine sind. Nicht weniger als ein Tag wird für Verhandlungen, für Ultimaten, für Bitten und für Warnungen weggehen. Später wird dann die Vergeltung aller Wahrscheinlichkeit nach folgen. Schnell und grausam. Aber wie viele Menschenleben wird dieser unendlich lange Tag kosten?

Von jenen ukrainischen Militärs, die jetzt die Verschlüsse der Automaten zurückschieben, darauf hoffend, endlich den Angriffsbefehl zu erhalten, die darauf hoffen, dass die Truppen der NATO sie im Falle von möglichen Komplikationen sichern werden, denen rate ich, sich vorher mit dem Gouverneur des Gebietes Odessa, Michail Saakaschwili, zu bereden. Als er den Krieg in Ossetien in 2008 entfesselte, dessen Ziel es war, Russland in den Konflikt hineinzuziehen, war es für ihn auch heiliger Glaube, dass die Truppen der NATO hinter der georgischen Armee stehen. Aber das Wunder ist nicht gefolgt und der den sinnlosen Konflikt auslösende Saakaschwili kaute bald nervös an der Krawatte und fiel auf die wohltuende georgische Erde, dabei im Himmel den Lärm der russischen Jagdbomber hörend, die die Militärobjekte auf dem Territorium Georgiens bombardierten.

— Mitgefühl, Verständnis, Humanismus

Ich wünsche den Bewohnern Noworossijas nur eines – diesen Angriff, grausam, sinnlos, wenn möglich nicht zu erleben, wenn er dann natürlich stattfinden wird, woran ich tatsächlich nicht zweifle, dann diese schweren Tage zu überleben. Zu überleben und auf den Ruinen der Ukraine einen neuen, jungen nicht von den westlichen Werten betäubten Staat zu schaffen. Nicht Sie haben es begonnen, aber Ihnen steht bevor, den Punkt in dieser furchtbaren und ausgedehnten Geschichte zu setzen.

Ob ich mich in den unerfreulichen Prognosen irren kann? Gewiß, aber in den heutigen Realien ist die Wahrscheinlichkeit des Angriffs maximal hoch. Die Pläne Poroschenkos stören kann etwas, was über die Reihe hinausgeht, ein Ultimatum von den westlichen Partnern, die auf einen solchen Schritt oder auch auf den Anfang des totalen Krieges auf der Koreanischen Halbinsel kaum eingehen werden. Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea wird «das Auge Saurons», also die USA, zwingen, sich von der Ukraine abzuwenden und den Blick auf die Seite des ernsteren Konfliktes zu richten, der nach den Interessen Amerikas nicht nur schwach schlagen kann. Ohne Aufsicht bleibend wird Poroschenko in Verwirrung geraten, so dass er das Datum des Angriffs auf den Donbass seinerseits zurückziehen wird. Aber das Wunder aller Wahrscheinlichkeit nach wird das nicht und bald wird die verdächtige Stille in der Zone der Berührung zu Ende gehen und auf die friedlichen Städte des Donbass wird der Bleihagel überschwappen, hinter dem die schlanken Reihen der ukrainischen Militärs gehen werden, völlig verblödet von der Propaganda und sich selbst heilig sprechend, weil sie gegen die russischen Aggressoren kämpfen.

Quelle : in diesen Tage wird der Krieg anfangen


Zuletzt von telzer am Mo 24 Aug 2015 - 18:19 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : :-()

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Erpel am Mo 24 Aug 2015 - 18:36

@telzer schrieb:Hab selten soviel Schwachsinn gelesen , aber Drugin ist ja sowieso nicht ganz dicht facepalm

Aber als Sprachrohr von Putler will er sicherlich wieder mal von der russischen Vorgehensweise ablenken.

Und die Kommentare erst, boah wird mir übel könnt zum kotzen!

Dass Du sowas liest...tsts...ich wäre nicht weiter als bis zum Wort "Raubwesten" gekommen...
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  telzer am Mo 24 Aug 2015 - 18:49

eigentlich schon (ich hab auch 2-3 mal angesetzt), aber ich wollte und hab wirklich bis zum Ende gelesen , wieviel Schwachsinn dieses Subjekt verbreitet .

Und der redet von der Propaganda verblödeten Ukrainern, hat der keine Augen im Kopf facepalm
Braucht doch nur aus dem Fenster zu sehen ......

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Dicker am Mo 24 Aug 2015 - 19:21

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Malcolmix am Mo 24 Aug 2015 - 23:24

@telzer schrieb:Hab selten soviel Schwachsinn gelesen , aber Drugin ist ja sowieso nicht ganz dicht  facepalm

Aber als Sprachrohr von Putler will er sicherlich wieder mal von der russischen Vorgehensweise ablenken.

Und die Kommentare erst, boah wird mir übel könnt  zum kotzen!

Ich habe herzhaft gelacht, als ich las, ein Königsberg, Preußen hat diesen Artikel verlinkt. Hat irgendwie was von Hitler-Stalin-Pakt an sich...


Zuletzt von Malcolmix am Mo 24 Aug 2015 - 23:25 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Korrektes Zitieren kann sooo schwer sein am späten Abend...)
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 27 Aug 2015 - 12:02

Nur 5Monate nach Antrag! Rekordzeit müde

EU startet Abwehr russischer "Desinformation" in Osteuropa

Fünf Monate nach einem entsprechenden Gipfelauftrag startet die EU-Kommission ihre Abwehr russischer "Propaganda" in Osteuropa.

Zum 1. September solle ein 'Eastern Strategic Communications Team' seine Arbeit
aufnehmen, berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit" laut Vorabmeldung in ihrer
am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Acht bis zehn Experten sollten den
"russischen Erzählweisen" in Osteuropa die Sicht der EU entgegenstellen.

Zum Auftrag gehöre "die Entwicklung positiver Erzählweisen und
Kommunikationsprodukte", auch in russischer Sprache, berichtet die "Zeit". Die
Planungen sähen auch die Unterstützung unabhängiger russischsprachiger Medien
vor.

Der EU-Gipfel am 19. März hatte der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini
den Auftrag erteilt, bis Juni einen "Aktionsplan zu strategischer
Kommunikation" auszuarbeiten. Ziel sollte es sein, vor allem mit Blick auf die
Ukraine-Krise "Russlands andauernden Desinformationskampagnen" etwas
"entgegenzustellen". Als erster Schritt wurde "die Schaffung eines
Kommunikationsteams" in Auftrag gegeben.

Die ukrainische Regierung und der Westen werfen Moskau vor, einen
"Informationskrieg" zu führen, um die Intervention in der Ukraine zu
rechtfertigen. Russland hatte in Europa in der jüngsten Vergangenheit auch
deutsch-, spanisch- und englischsprachige TV-Programme gestartet sowie einen
Informationsdienst, der eine "Alternative" zu den dortigen
Nachrichtenangeboten bieten soll.

http://www.euractiv.de/sections/ukraine-und-eu/eu-startet-abwehr-russischer-desinformation-osteuropa-317103

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 27 Aug 2015 - 13:58

Glaube das hatten wir hier noch nicht hmm Schon etwas älter!
Interessant finde ich die Infos über das Handelsblatt Wink

Die Propaganda-Medien des Kremls in Deutschland

Die Sorge davor, dass russische Medien in Deutschland ihre Propaganda ungehindert verbreiten, ist übertrieben. Die bisherigen medialen Angebote des Kremls, sei es „RT Deutsch“ oder „Die Stimme Russlands“, sind bislang wenig erfolgreich und erzielen mit ihren Angeboten keine große Reichweite.

Seit das Web-Angebot „RT Deutsch“ im November vergangenen Jahres startete, haben sich viele Medienjournalisten kritisch mit dieser russischen Propaganda-Offensive auseinandergesetzt. Der Kollege Olaf Sundermeyer ließ sich sogar in die Sendung einladen, um besseren Einblick in die Arbeitsweise zu gewinnen und kam zu einem klaren Urteil: „In diesem Augenblick entscheide ich, keiner Einladung von „RT deutsch“ mehr nachzukommen, und jedem zu empfehlen, es ebenso zu halten, der auf seine journalistische, politische oder wissenschaftliche Integrität Wert legt.“

“Trash TV” mit mäßigem Erfolg
Im Vergleich zu den USA und Großbritannien ist der Versuch, den russischen Auslandssender „Russia Today“ auch in Deutschland als ergänzendes „Nachrichtenangebot“ zu installieren, nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Während das englischsprachige „Russia Today“ im anglo-amerikanischen Raum ein Millionenpublikum auf dem TV-Bildschirm und über Kabel erreicht, ist „RT Deutsch“ ein unbedeutendes Nischenprogramm im Netz geblieben.
Das liegt auch an der mangelnden Qualität des als „Trash TV“ gestalteten Video-Angebots „Der fehlende Part“, in dem die unerfahrene Moderatorin Jasmin Kosubek täglich um 19.30 Uhr überwiegend Verschwörungstheoretiker, Linken-Politiker und Putin-Versteher zum Gespräch empfängt. Die Zugriffszahlen des Internet-Portals bei YouTube sind mit 10.000 bis 20.000 Aufrufen am Tag wenig eindrucksvoll, auch die Zahl der Freunde bei Facebook ist mit knapp 77.000 überschaubar, und auf Twitter spielen die Nachrichten von „RT Deutsch“ mit rund 4600 Followern praktisch keine Rolle.
Dass es bei diesem mäßigen Erfolg bleiben dürfte, ist sehr wahrscheinlich, zumal der dramatische Verfall des Rubelkurses die weitere Finanzierung des weltweit operierenden Auslandssenders RT erschwert. „Ich sehe RT Deutsch in einem Jahr als eine anerkannte Stelle, wo man sich alternativ zum Mainstream informieren kann“, hatte Chefredakteur Igor Rodionow noch kurz nach dem Start angekündigt. Davon ist RT Deutsch bislang weit entfernt.

Die Konkurrenz von „Stimme Russlands“
Weitaus weniger beachtet blieb bislang das zweite „Web-Angebot“ des Kremls in Deutschland. Dabei startete der Auslandsrundfunk „Die Stimme Russlands“ den Relaunch seines deutschen Programms und die Eröffnung eines Berliner Büros schon im Januar 2013. Das deutsch-russische Redaktionsteam bietet im Internet seither ein auf den ersten Blick seriöseres Angebot. Das Ziel ist aber auch dort das gleiche, eine russische Regierungssicht der Dinge in Deutschland zu verbreiten. Die deutschen Redaktionen von „RT Deutsch“ und „Stimme Russlands“ stehen aber im Wettbewerb um das deutsche Publikum. Seit dem Start von „RT Deutsch“ erschien bei der „Stimme Russlands“ nicht eine einzige Zeile über die Existenz des Partnermediums, geschweige denn, dass die deutschen Webportale des Kremls miteinander verlinkt wären.
Im letzten Jahr fusionierte der Auslandsrundfunk mit der russischen Nachrichtenagentur Ria-Novosti unter dem gemeinsamen Markennamen Sputnik. Dass auch diese Umbenennung nur ein kurzes Intermezzo war, verstärkt die Unübersichtlichkeit dieser Medienmarke. Aktuell nennt sich das Programm „SNA- Radio“, wobei SNA für „Sputnik News Agency“ steht. Aber nicht nur die wechselnden Namen sorgen für Verwirrung. Als Vollprogramm kann man das Radioprogramm nur über die Webseite hören, denn eine eigene Frequenz hat der Sender nie erreicht. Abseits davon haben nur zwei regionale Privatsender einige Stunden des Programms übernommen und strahlen es in nur zwei Bundesländern einige Stunden am Tag digital aus. Auch hier ist die Reichweite denkbar klein geblieben.

Moskauer PR-Beilage im Handelsblatt
Fest etabliert hat sich dagegen die Verlagsbeilage „Russia beyond the headlines“, die einmal im Monat der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ beiliegt. Sie wird von einer Moskauer Redaktion erstellt, widmet sich überwiegend Wirtschaftsthemen und wird ebenfalls aus dem russischen Staatshaushalt finanziert. Die Zielgruppe der PR-Beilage und des dazu gehörenden Internet-Auftritts sind deutsche Geschäftsleute. Dank der Auflage von rund 110.000 Stück erreicht die Beilage über das „Handelsblatt“ eine stattliche Leserschaft. Der Web-Auftritt wird dagegen mit gerade mal 8000 Freunden bei Facebook und 848 Followern bei Twitter nur wenig genutzt.
Das Vorläuferprodukt „Russland Heute“ hatte als Verlagsbeilage der „Süddeutschen Zeitung“ dank der höheren Auflage noch weitaus mehr deutsche Leser erreicht. Der Verlag kündigte aber im März 2014 die Zusammenarbeit mit der lukrativen Image-Beilage wegen der Krim-Krise auf. Die Chefredaktion hatte vom Verlag ein Ende der Kooperation gefordert. „Wir wissen, dass es Russland heute darum geht, ein positives Russlandbild zu vermitteln”, sagte der stellvertretende Chefredakteur Wolfgang Krach damals über die ungeliebte PR-Beilage. „Das halten wir zu einem Zeitpunkt, wo Russland Soldaten und Panzer auf die Krim schickt, grundsätzlich nicht für richtig.”

TV-Talkshows helfen russischer Propaganda
Wer sich die Entwicklung dieser drei Medienangebote aus Moskau ansieht, kann einigermaßen beruhigt sein. Auch wenn fragwürdige Nachrichtenseiten wie „Die deutschen Wirtschaftsnachrichten“ oder „Compact“ die Argumentationsmuster der Moskauer Staatsführung ebenfalls über das Netz verbreiten, ist die Schlagkraft russischer Propagandamedien in Deutschland vergleichsweise gering geblieben. Dass sich einige der von der russischen Staatsführung gestreuten Lügen und Fehlinterpretationen dennoch durchsetzen, liegt deshalb vor allem an einzelnen deutschen Medien, deren Redaktionen damit ungeübt oder unkritisch umgehen.
So verhilft kurioserweise vor allem das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen dem Propagandisten Igor Rodionow zu größerer Prominenz in Deutschland. Bei seinen Fernsehauftritten in den Talkshows erzielt der RT-Deutsch-Chef für seine Propaganda-Thesen weitaus größere Reichweite als mit dem eigenen Medium. Bei Günther Jauch, Anne Will oder Sandra Maischberger wird Rodionow gerne verharmlosend als „Chefredakteur eines Staatssenders“ oder als „russischer Journalist“ vorgestellt und kann seine Botschaften vor einem Millionenpublikum verbreiten.
Auch anderswo glauben Medienvertreter leider, eine Ausgewogenheit der Berichterstattung über Russland und die Ukraine zu erreichen, in dem sie Falschaussagen ungeprüft übernehmen oder auf kenntnisreiche Einordnungen von Fachredakteuren oder Korrespondenten vor Ort verzichten. Auf diese Weise werden einzelne Redaktionen leicht zum Einfallstor fragwürdiger Botschaften, wenn es dort an außenpolitischen Kenntnissen und journalistischen Standards mangelt. Dabei ist guter Journalismus und eine entschiedene Abgrenzung gegenüber der Staats-PR aus Moskau das beste Mittel gegen die Kreml-Propaganda.

http://get.torial.com/blog/2015/03/die-propaganda-medien-des-kremls-in-deutschland/

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Mo 31 Aug 2015 - 20:55

Propaganda identifizieren

EU gründet "Russland-Taskforce"

Von "Desinformation" aus Moskau spricht die EU. Dem will sie in der Ukraine-Krise etwas entgegensetzen. Eine Gruppe von Kommunikationsexperten soll zwar keine Gegenpropaganda betreiben, aber "Lügen" richtigstellen.

Die Europäische Union geht mit einer Gruppe von Kommunikationsexperten gegen russische "Propaganda" vor. Das intern "Russland-Taskforce" genannte Team werde ab Dienstag voll einsatzfähig sein, hieß es aus EU-Kreisen in Brüssel.

Die etwa zehn Experten sollen sich demnach "Desinformation" aus Moskau insbesondere mit Blick auf russischsprachige Minderheiten in osteuropäischen Staaten entgegenstellen. "Es geht nicht darum, Gegenpropaganda zu machen", sagte ein EU-Vertreter. "Wenn nötig, wird die Europäische Union aber auf Desinformation antworten, die direkt auf sie zielt."

Europas Staats- und Regierungschefs hatten die EU-Kommission im März aufgefordert, eine Arbeitsgruppe für "strategische Kommunikation" zu gründen. Die Taskforce soll russische Medien auswerten und "offensichtliche Lügen" identifizieren. Ziel ist es, die Sachlage richtig zu stellen und kommentierte Berichte an die Mitgliedstaaten weiterzugeben, damit diese gegen Falschaussagen und Verzerrungen vorgehen könnten.

Über Werte informieren
Gleichzeitig soll auf Russisch über Websites oder soziale Netzwerke "proaktiv über Politik und Werte der EU" informiert werden. Das EU-Kommunikationsteam soll darüber hinaus auch "unabhängige Medien in Russland unterstützen".

Die ukrainische Regierung und der Westen werfen Moskau vor, einen "Informationskrieg" zu führen, um die Intervention in der Ukraine zu rechtfertigen. Russland hatte in Europa seit dem vergangenen Jahr auch deutsch-, spanisch- und englischsprachige Fernsehprogramme gestartet sowie einen Informationsdienst, der eine "Alternative" zu Nachrichtenangeboten bieten soll.

Insbesondere in den baltischen Staaten gibt es bedeutende russischsprachige Minderheiten, die direkt Medien aus Russland verfolgen. In Estland und Lettland machen sie rund ein Viertel der Bevölkerung aus, in Litauen etwa sechs Prozent.

http://www.n-tv.de/politik/EU-gruendet-Russland-Taskforce-article15832826.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Erpel am Mi 2 Sep 2015 - 0:24

EU gründet "Russland-Taskforce"

Von "Desinformation" aus Moskau spricht die EU. Dem will sie in der Ukraine-Krise etwas entgegensetzen. Eine Gruppe von Kommunikationsexperten soll zwar keine Gegenpropaganda betreiben, aber "Lügen" richtigstellen.

Wird auch langsam Zeit. Am Besten wäre es, wenn von Seiten der EU eigene russischsprachige Sender eröffnet würden, die die putineske Propaganda richtigstellen. Wenn ich sehe, wie meine russischen Kollegen über Putin denken, die sind alle vom russischen TV verstrahlt.
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Mi 2 Sep 2015 - 12:26

ErpelderNacht schrieb:
Wird auch langsam Zeit. Am Besten wäre es, wenn von Seiten der EU eigene russischsprachige Sender eröffnet würden, die die putineske Propaganda richtigstellen. Wenn ich sehe, wie meine russischen Kollegen über Putin denken, die sind alle vom russischen TV verstrahlt.
Dazu passt der Artikel perfekt
Denn die baltischen Länder sind mal wieder deutlich weiter, als die EU..... Auch die Amis scheinen langsam aufzuwachen!

Medien im Baltikum: Propaganda gegen Propaganda?

Mit einer halben Million Dollar wollen die USA baltische Journalisten im Kampf gegen russische Propaganda unterstützen. Doch die Ausbildungsprogramme aus dem Ausland sind im Baltikum umstritten.

Nirgends ist die EU so russisch wie im Baltikum. In Estland ist jeder vierte, in Lettland jeder dritte Einwohner russischer Herkunft. Viele von ihnen sehen täglich die Sendungen der Fernsehkanäle aus Russland. Über die Ukraine-Krise wird da mit klar russischer Position berichtet, häufig auch mit gefälschten Informationen.
Seit langem bemühen sich die baltische Länder, gegen die Propaganda aus Russland vorzugehen. Aufgrund der "Ausstrahlung von Kriegspropaganda" verbaten lettische und litauische Medienaufsichtsbehörden letztes Jahr für einige Monate einige russische Fernsehsender.

Jetzt gehen die baltischen Länder neue Wege: sie versuchen, ein eigenes russischsprachiges Angebot zu entwickeln. Estland hat einen eigenen öffentlich-rechtlichen russischsprachigen Fernsehsender gegründet, Lettland will dem Vorbild seines Nachbarn folgen.

Unterstützung aus dem Westen
Bei diesen Bemühungen erhalten die Länder des Baltikum Unterstützung auch von westlichen Partnern. Im Frühjahr unterschrieb der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit seinem lettischen Amtskollegen Edgars Rinkevics eine Erklärung, nach der unter anderem das Thema "Medien und Kommunikation" auf der gemeinsamen Agenda steht. Fördermittel aus Deutschland sollen etwa für die Ausbildung und für Austauschprogramme für lettische Journalisten zur Verfügung gestellt werden.
Auch die USA haben schon journalistische Projekte im Baltikum gefördert. Doch die neueste Fördermaßnahme aus den USA hat Aufregung verursacht. Die US-Regierung hat eine halbe Million Dollar locker gemacht für Journalistenausbildung in den Baltischen Staaten. Inhaltlich geht es um mehrstufige Kurse, sowie um Praktika in Amerika. Der Titel des Programms: "Training in investigativem Journalismus als Gegenmaßnahme zu russischen Nachrichten im Baltikum".

Nach der Veröffentlichung des Aufrufes auf der Webseite der US-Botschaft in Litauen erntete die Initiative Kritik aus den Medien in Russland. Den USA warfen sie "Gegenpropaganda" vor. Empört waren allerdings auch baltische Journalisten selbst. Vor allem über den Titel des Programms.

Gegenpropaganda ist kein Journalismus
Der US-Aufruf zur Förderung "steht dem Grundprinzip des Journalismus entgegen: die Medien sind von der Politik unabhängig" so die Meinung mehrerer Journalisten-Organisationen, die sich in einer Pressemitteilung äußerten. Deswegen "sieht sich keiner von uns in der Lage, sich um eine solche Förderung zu bewerben".
So, wie es die US-Botschaft aufgesetzt habe, sei das Projekt zu stark politisch aufgeladen, sagt Drew Sullivan, der Leiter des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), einer Organisation, die mehrere Journalistenorganisationen verbindet und zu den Kritikern des US-Projekts gehört. "Die Aufgabe guten Journalismus ist es, unabhängig zu sein und die Wahrheit zu erzählen und nicht irgendeine Propaganda zu bekämpfen", so Sullivan.

Kurz nach Veröffentlichung der Kritik der Journalistenreagierte die US-Botschaft in Vilnius und änderte den Titel des Projektes. Jetzt heißt es neutraler: " Training in investigativem Journalismus im Baltikum"

Der ursprüngliche Name des Programms war ein Fehler, sagt Douglas Frantz, stellvertretender Abteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im US-Außenministerium der lettischen Nachrichtenagentur LETA. "Das war kein Fall von "Quid pro quo", betonte er: "Wir haben nicht die Absicht oder den Wunsch festzulegen, was die Journalisten schreiben müssen."
Sarunas Cerniauskas, Chef der investigativen Redaktion beim litauischen Nachrichtenportal 15min.lt, gehört zu den Kritikern der Projektankündigung. Mit der Umbenennung des Projekts habe sich das Problem jedoch erledigt Inhaltlich sei das Programm gut: "Ich glaube, die USA Botschaft hatte nur Gutes im Sinn. Nur die Wortwahl war nicht gelungen."

Weiterlesen:
Schwache Medienlandschaft
Dass die journalistische Ausbildung in Lettland überhaupt von anderen Ländern gefördert wird, sei negativ zu bewerten, meint Sergejs Kruks, Journalismus-Professor an der Stradina-Universität in Riga. Es schade dem Prestige des Landes: "Im Ausland wird behauptet, dass wir schwach sind, dass wir nicht fähig sind, Nachrichten von Propaganda zu trennen. Das stimmt nicht.“

Trainingspropgramme bedrohten nicht die journalistische Freiheit, so Kruks. Eher machten sie überhaupt keinen Sinn: "Die Journalisten reisen ein wenig, schauen andere Länder an. Und das wars." Dabei mangele es den baltischen Journalisten nicht an einer guten Ausbildung. Das Problem sei die schwache Medienlandschaft, meint Kruks. Die Zeitungen seien politisiert, die Nachfrage nach Qualitätsjournalismus gering. Die Berichterstattung bestehe meist aus den Nachrichten der Nachrichtenagenturen, die wiederum häufig einfach Pressemitteilungen von Unternehmen oder Organisationen umschrieben.

Politische Integration nötig
Kruks ist selbst Russe und gehört zu den sogenannten "Nichtbürgern" Lettlands, die nicht alle Bürgerrechte im Land genießen und sich oft diskriminiert fühlen. Bei der Reaktion auf russische Propaganda folgten die lettischen Politiker dem alten kommunistischen Prinzip: "Zuerst kommt die Ideologie, alles anderes danach." Der Entfremdung der russischen Minderheit vom lettischem Staat könne man nur entgegenwirken, indem man die Russischstämmigen auf politischer Ebene integriere und nicht mit einem Gegenstrom im Informationsfluss.

Auch die Deutsche Welle beteiligt sich an Austausch- sowie Ausbildungsprogrammen für Journalisten in aller Welt. Junge Journalisten aus Russland, Belarus, der Ukraine und jüngst auch aus den baltischen Staaten machen seit vielen Jahren Praktika auch bei der Deutschen Welle. Ingo Mannteufel, Leiter von DW Europa und DW Russisch sagt dazu: "Mein Eindruck ist, dass dadurch die jungen Journalisten interessante Einblicke in unsere Redaktionspraxis erhalten und ein für beiden Seiten gewinnbringender Austausch an Wissen und Standards stattfindet."

http://www.dw.com/de/medien-im-baltikum-propaganda-gegen-propaganda/a-18677886

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Mi 2 Sep 2015 - 12:38

Irgendwie hat man immer das Gefühl, das die Medien mit Artikeln solcher Art, immer viele Monate hinterherhängen müde
Der Artikel selber, ist aber top!


Russlands TV-Propaganda zeigt Wirkung

Faschisten in der Ukraine und der Feind USA: Solche Themen sind Alltag im staatlich kontrollierten russischen Fernsehen. Eine Umfrage belegt jetzt den Erfolg von Putins Propaganda-Maschinerie im TV.

Als Angela Merkel, François Hollande und Petro Poroschenko sich kürzlich am ukrainischen Unabhängigkeitstag zu Gesprächen in Berlin trafen, zeigte der Sender "Rossija" (Russland) gleich zu Beginn eines Nachrichtenbeitrags einen Mann, der bei der Ankunft des ukrainischen Präsidenten auf Russisch "Poroschenko ist ein Faschist" schrie. Wer dieser Mann ist, bleibt offen. Doch es passt in das Muster im russischen Fernsehen: Fast täglich ist dort die Rede von angeblichen Faschisten in der Ukraine. Auch typisch an diesem Beitrag ist die unterschwellige Kritik am ukrainischen Präsidenten. Im Sprechertext wird auch verurteilt, dass Wladimir Putin zu dem Treffen nicht eingeladen wurde.

"Die Propaganda behauptet, dass Nationalisten, Ultranationalisten und Radikale in der Ukraine an die Macht gekommen sind, die die Russen in der Ostukraine bedrohen, und dass deshalb die Machthaber Russlands verpflichtet sind, sie zu verteidigen", sagte der russische Meinungsforscher und Soziologe Lew Gudkow bereits 2014 im DW-Interview. Diese Aussage trifft auch heute noch zu. Es sind immer dieselben Muster, die im russischen TV auftauchen: Die Fernsehbilder über den Krieg im Donbass sind oft sehr brutal und dramatisch, belegen aber nur, wie die ukrainische Armee schießt. Der Beschuss durch die Separatisten wird konsequent ignoriert. Es sei denn, man zeigt sie als diejenigen, die der Bevölkerung Schutz liefern.

Typisch ist auch die anti-amerikanische Linie des Fernsehens. Für alle Übel werden in der Regel die USA als Verursacher gesehen. Länder wie Deutschland oder Frankreich gelten beispielsweise hinsichtlich der Sanktionen gegen Russland als treue Gefolgschaft und Verbündete der USA. Währenddessen werden Russland, dessen Soldaten und vor allem der russische Präsident patriotisch gepriesen. Putin wird gerne auch heldenhaft inszeniert, wie erst kürzlich, als er bei seinem Besuch auf der von Russland annektierten Krim mit einem U-Boot auf Tauchgang ging.

"Russland muss auf Krieg eingeschworen werden"
Die russische Propagandamaschine scheint ihren Zweck zu erfüllen: Nach einer aktuellen Umfrage des unabhängigen Lewada-Meinungsforschungsinstituts in Moskau glaubt rund die Hälfte der Russen, dass ihr Fernsehen "viele nützliche und objektive Informationen" vermittele. Jeder fünfte Russe ist demnach der Auffassung, dass das Fernsehen ein "vollständiges und objektives Bild der Ereignisse" zeige.

Das Ergebnis der Umfrage, die im August durchgeführt wurde, wundert Christian Mihr, Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG), nicht. "Russland muss auf den Krieg eingeschworen werden. Medien spielen da eine wichtige Rolle", erklärt Mihr. Das Medium Fernsehen ist laut einer Umfrage der Stiftung für öffentliche Meinung (FOM) aus dem Juni 2015 für fast 90 Prozent der russischen Bevölkerung die Informationsquelle Nummer eins.

Ganz im Sinne des Kreml wird zum Beispiel der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow in den russischen Nachrichten klar als "Terrorist" bezeichnet. Er soll das Büro einer prorussischen Partei auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim in Brand gesetzt und geplant haben, eine Lenin-Statue in Simferopol in die Luft zu sprengen. Dafür wurde Senzow zu 20 Jahren Haft verurteilt. Internationale Menschenrechtsorganisationen stuften den Regisseur hingegen als politischen Häftling ein und kritisieren das Urteil. Senzow selbst bestreitet die Vorwürfe und berichtet von Folter in der Haft. Von alldem ist im Beitrag des Senders "Rossija" jedoch nicht die Rede, es geht nur um die Verurteilung wegen eines geplanten Terroranschlags.

Oft würde im russischen Fernsehen nur die halbe Wahrheit erzählt, so Christian Mihr. "Wir beobachten jetzt aber verschärft ein 'echtes Lügen'", sagt Mihr, der selbst eine Zeit lang in Russland gelebt hat. Sein "Lieblingsbeispiel", wie er es etwas ironisch bezeichnet, ist der Protagonist Andrej Petkow oder Petchow, der im April 2014 vom russischen Fernsehen interviewt wurde. Drei Fernsehsender zeigten ähnliche Bilder desselben Mannes im Krankenhaus mit verbundener Nase, erzählten aber immer eine andere Geschichte.
Mal war Petkow im russischen "NTW" ein deutscher Spion, der den Maidan unterstützt, oder für den Kanal "Rossija 1" ein Ukrainer, der gegen seine Regierung demonstrieren wollte und dabei von Neonazis attackiert wurde. In einem Beitrag eines Fernsehsenders auf der Krim war er ein Chirurg, der helfen wollte und dabei von Faschisten angegriffen wurde. "Solche Beispiele gibt es zuhauf", sagt Mihr.

Weiterlesen:
Verwirrung durch "Mix der Wahrheiten"
Die ehemalige ARD-Russlandkorrespondentin Ina Ruck erklärte: "Russlands Staatsfernsehen spricht offen vom 'Informationskrieg' - und Russlands Propaganda mischt kräftig mit im Mix der vielen Wahrheiten. So viele Theorien über den Abschuss der MH17 wurden ins Spiel geworfen, dass der genervte Leser am Ende keine mehr glaubt." Das Flugzeug der Malaysia Airlines war im Juli 2014 über der Ostukraine unterwegs. Bei dem immer noch ungeklärten Abschuss starben alle 298 Insassen. In Russland gab es die Theorie, dass die ukrainische Armee eigentlich ein Flugzeug abschießen wollte, in dem Putin saß. Im russischen Sender "Rossija" hieß es, dass die Menschen an Bord des Flugzeugs bereits vor dem Start nicht mehr am Leben gewesen seien und nur den Separatisten die Schuld zugeschoben werden sollte. Auch von einer Bombe im Flugzeug war die Rede.

In dem ROG-Bericht "Kreml auf allen Kanälen - wie der russische Staat das Fernsehen lenkt" ist die Rede von einer "langfristigen, systematischen Gleichschaltung des Fernsehens". Der vor zwei Jahren erschienene Bericht ist auch heute noch aktuell. "Seit der Veröffentlichung ist die Propaganda im russischen Fernsehen sogar noch schlimmer geworden", sagte der ROG-Geschäftsführer Christian Mihr im DW-Interview.
Die größten landesweiten Fernsehkanäle gehören mittlerweile entweder der staatlichen Medienholding oder kremlnahen Oligarchen und Konzernen. Hinzu kommt noch der vom Kreml finanzierte Auslandssender "RT", ehemals "Russia Today", der in verschiedenen Sprachen sendet und über ein Budget von rund 15,4 Milliarden Rubel (ca. 263,2 Millionen Euro) für 2015 verfügt, wie der Sender im Januar bekanntgab. Laut Mihr gebe es bis auf den Sender "Doschd" (Regen) keine wirkliche unabhängige und regierungskritische Stimme mehr. Der Sender ist jedoch größtenteils nur noch über das Internet empfangbar, nachdem er 2014 von den großen russischen Satelliten- und Kabelanbietern aus dem Programm genommen wurde.

http://www.dw.com/de/russlands-tv-propaganda-zeigt-wirkung/a-18679134

Russia Today bekommt in 2015 mal eben über 263Mio. Euro Schock Nicht schlecht!


Zuletzt von Umnichka am Mi 2 Sep 2015 - 12:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Korrektur)

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Realist am Mi 2 Sep 2015 - 20:36

Laut NATO Informationen soll Russland sich nun vermehrt auf Lettland 'konzentrieren' . Das wurde von verschiedenen Quellen auf Twitter vermeldet
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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Mo 21 Sep 2015 - 12:02

Interessanter Artikel über Putinismus, die tickende Zeitbombe Tschetschenien und die kranke Russenpropaganda und deren Inhalt!

Russische Propaganda

Gibt es Putin, gibt es Russland

Staatskapitalismus, Autokratie, Nepotismus, Revisionismus: Die Forscher streiten noch über die Defitinion von Wladimir Putins Herrschaftssystem. Faktisch ist seine Macht in Russland nahezu unbegrenzt - und wird mit großem Aufwand inszeniert.

In der russischen Politik ist Präsident Wladimir Putin allgegenwärtig. So allgegenwärtig, dass er sogar einem Herrschaftssystem seinen Namen gegeben hat: dem Putinismus. Die Fachleute sind uneins darüber, was dieses Phänomen ausmacht. Von Staatskapitalismus, Autokratie, Nepotismus ist schon länger die Rede, mittlerweile vermehrt auch von Nationalismus, Revisionismus, Repression. Eine letztgültige Definition steht aus, voraussichtlich mindestens so lange, wie Putin an der Macht bleibt.

Schließlich bestimmt er selbst, welche Mittel ihm dazu gerade am besten gelegen kommen. Mal ist der Westen Partner, mal Feind. Mal setzt er auf Handel, mal auf Abschottung. Mal gibt er sich liberal, mal chauvinistisch. Mal ist er Präsident, mal Ministerpräsident. Aber immer präsent. Was passiert, wenn er einmal nicht da ist, ließ sich im vergangenen März verfolgen. Da trat Putin einige Tage nicht öffentlich auf. Sofort wurde spekuliert: Ist Putin krank? Wird er noch einmal Vater? Ist er vielleicht schon tot?

Der ideale Putinismus ist schlicht: Ein Mann herrscht über ein Land und seine Bewohner (plus einige Nachbarländer und -völker, aber da wird es komplizierter). Dabei knüpft der Putinismus, wie sollte es anders sein, an Russlands Geschichte an. Insbesondere die Legende vom „guten Zaren“ findet sich weiterhin, angepasst an präsidiale Gegebenheiten. So, wenn Putin vor allfälligen Vorwürfen in Schutz genommen wird: An Missständen müssen stets die Untergebenen schuld sein, was soll Putin auch tun, er muss sich ja um das ganze Land (plus x) kümmern.

Tschetschenien: Zwischen Argwohn und Putin-Verehrung
Doch im Unterschied zum Zarismus fehlt dem Putinismus zumindest bislang das dynastische Element. Der erste stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung, Wjatscheslaw Wolodin, brachte das System im Oktober vergangenen Jahres auf die ebenso griffige wie fatalistische Formel: „Wenn es Putin gibt, gibt es Russland. Wenn es Putin nicht gibt, gibt es auch Russland nicht.“ Dieser Ansatz erklärt zugleich, warum das offizielle politische Leben in Russland trotz steter Kraftmeierei aller Akteure so fad ist: Es besteht letztlich aus Putin-Exegesen. Oder Mutmaßungen. Denn oft äußert sich der Präsident nicht oder nicht sofort. Man wartet dann auf seinen Auftritt. Und sei es der in der jährlichen, vielstündigen Frage-und-Antwort-Fernsehshow, in der sich Putin einem ausgewählten Teil des Volkes stellt.

Im russischen Alltag ist Putin längst nicht so sichtbar, wie es seinerzeit Stalin war oder wie es Lenin in Form von Straßennamen und Denkmälern immer noch ist. Ausgerechnet Tschetschenien bietet das erste Beispiel dafür, wie Putin ins Stadtbild einziehen kann. Um die Teilrepublik führte Moskau in jüngerer Zeit zwei blutige Kriege, einen davon unter Putin selbst. Aber seit bald sieben Jahren bildet Grosnyj die Avantgarde des Putinismus. Damals benannte Machthaber Ramsan Kadyrow die wichtigste Straße der Hauptstadt, den „Sieges-Prospekt“, in „Putin-Prospekt“ um. An den Häusern entlang der Straße prangen nun Bilder von Putin (daneben auch von Kadyrow und dessen Vater). Regelmäßig kommen aus Grosnyj theatralische Treueschwüre auf den Führer, dafür fließt weiter Geld aus Moskau nach Tschetschenien.

Weiterlesen:
Doch auch die Grenzen des Putinismus sind dort zu besichtigen. Bald hinter dem „Putin-Prospekt“ und einigen Wolkenkratzern in „Grosnyj City“ ist die Glitzerwelt zu Ende. Die Spuren des Krieges sind unverkennbar, an den Häusern und erst recht in den Erzählungen der Menschen. Das Misstrauen gegen Russland ist zu spüren. Was, wenn das Geld nicht mehr fließen sollte, fragt man sich. Oder wenn Kadyrows Gewaltregime zu Ende gehen sollte. Vielleicht ist Tschetschenien dann immer noch wegweisend für den Putinismus.

Moskau kauft sich Demonstranten
In anderen Teilen Russlands schlägt sich das Führerprinzip diskreter im Straßenbild nieder. Zwar findet man in den Städten viele Händler, die Putin-Devotionalien verkaufen, vor allem T-Shirts. Ein besonders verbreitetes Modell zeigt Putin mit Sonnenbrille über dem Schriftzug „Der höflichste der Menschen“. Das spielt auf ein russisches Kosewort für die Spezialkräfte des Landes an, die im Frühjahr 2014 die Krim besetzten. Man sieht durchaus Leute, die mit solchen Hemden herumlaufen. Aber viele sind es nicht, vor allem gemessen an den regelmäßig vermeldeten Rekordumfragewerten für Putin (beliebt bei 86, 87 oder 88 Prozent). Auch hat derlei Heldenverehrung meist etwas Augenzwinkerndes. Genauso, wie die Massenveranstaltungen des Kremls etwas Künstliches haben.

In Februar zum Beispiel marschierte mitten in Moskau der „Antimajdan“ auf, eine von Politikern und dem putintreuen Motorradclub „Nachtwölfe“ ins Leben gerufene „Bewegung“. Die Veranstaltung wurde nicht nur vielfach beworben: Der „Antimajdan“ steht für den Kampf gegen all das, was die Führung und ihre Medien seit Beginn der Proteste in Kiew als Bedrohungen für Russen und Russland propagieren. Es kamen dennoch nur, so die Behörden, 35 000 Menschen. Viele von ihnen wurden dazu von ihren Schulen, Universitäten oder Behörden verpflichtet. Andere erhielten umgerechnet vier Euro für die Teilnahme. Selbst nach der Feier zum Jahrestag der Annexion der Krim, die wie kein zweites Ereignis positiv mit Putin verbunden wird, gab es Berichte über gekaufte Teilnehmer.

Solche Mobilisierungspraktiken waren zwar schon zu sowjetischen Zeiten verbreitet. Aber sie lassen doch daran zweifeln, dass der Putinismus ein Phänomen ist, das die Massen wirklich begeistert und sie aus der verbreiteten Apathie reißt. Auch der Kreml ist sich der Umfragewerte offenkundig nicht sicher: Die Unterdrückung von Putins Gegnern nimmt immer weiter zu, egal wie hoch seine Beliebtheitswerte gerade sein sollen. Als Gradmesser für den Erfolg des Putinismus taugen sie nur bedingt: Was soll man auch antworten, wenn ein Unbekannter anruft und fragt, wie man Putin findet, derweil alle, die den Präsidenten nicht gut finden, im Fernsehen als Verräter diffamiert werden.

Hanebüchen aus dem Staatsfernsehen: Kinderquäler-Land Schweden
Dessen Einfluss ist das wohl durchschlagendste und spürbarste Element des Putinismus. Das vom Kreml kontrollierte Fernsehen liefert Geschichten, die nach der Maxime erdacht werden, dass sie umso eher geglaubt werden, je furchtbarer sie sind. Wie die Mär von dem angeblich von Ukrainern gekreuzigten Jungen in Slawjansk. Oder die von amerikanischen und polnischen Soldaten auf Seiten der ukrainischen „Faschisten“. Oder die gleichzeitig verbreiteten, völlig unterschiedlichen Versionen zum Ende von Flug MH17.

Geschichten wie diese mögen dereinst als virtuelle Denkmäler für Putin dienen. Derzeit sind sie seine Machtinstrumente. Sie begegnen einem im russischen Alltag viel häufiger als Porträts des Präsidenten. Denn sie bleiben in den Köpfen, als Sprach- und Denkschablonen. Die „bewaffnete Machtergreifung“ in Kiew. Der „faschistische Putsch“. Das schwule Europa, „Gayropa“. Die Frage „Wem nutzt es?“ Und immer wieder Washington, das an allem schuld sein soll. Mit Präsident Barack Obama, nach dessen Pfeife angeblich ganz Europa tanze, außer Putin natürlich. Die Propaganda spaltet die Russen in Patrioten und Volksfeinde. Der Riss geht durch Freundeskreise und Familien. Wer als Fremder aus dem nunmehr feindlichen Westen zur Mehrheit sprechen will, muss sich oft durch einen Wortschwall aus verbalen Versatzstücken und Vorwürfen kämpfen. Dahinter kann sich dann verbergen, was die Leute wirklich betrifft: schlechte medizinische Versorgung, schlechte Straßen, teurere Lebensmittel.

http://www.faz.net/aktuell/politik/denk-ich-an-deutschland-1/putinismus-wladimir-putins-herrschaftssystem-in-russland-13801968.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Fr 9 Okt 2015 - 12:26

Ich denke jeder wird mir beipflichten, das dieser Artikel hier hin gehört!
Das zeigt das die Deutsche Politik, doch nicht ganz verkehrt gehandelt hat respekt
Bye bye Russen auf nimmer Wiedersehen & viel "Spass" mit den Chinesen Grinsen
Leider sieht es in Zukunft ja wieder schlechter aus, mit AfD und Linken.....


Ost-West-Umfrage: Die Russen lieben die Deutschen - nicht mehr

Ordnung, Fleiß, Effizienz: Lange haben die Russen die Deutschen dafür bewundert. Sie träumten von einem Bündnis. Nun hadern sie mit Berlins Rolle in der Ukrainekrise - und wenden sich China zu. Einblicke in eine enttäuschte Liebe.

Es gibt nicht viele Menschen, die das deutsch-russische Verhältnis treffender beschreiben als Wladimir Sorokin. Der Bestsellerautor ist Russe, hat aber auch eine Wohnung in Berlin, im Stadtteil Charlottenburg, wegen seiner zahlreichen russischsprachigen Bewohner mitunter auch "Charlottengrad" genannt.
Mit beiden Ländern verhalte es sich "wie mit einem alten Liebespaar. Mal umarmen sie sich und geben sich der Liebe hin, mal schlagen sie aufeinander ein und beginnen blutige Kriege".

Wer russische Medien verfolgt, spürt: Die Zeit für Umarmungen ist vorbei. So stellte der zum Gazprom-Imperium gehörende Sender NTW jüngst mit versteckter Kamera einem hochrangigen Mitarbeiter der deutschen Botschaft nach und suggerierte danach, der Diplomat stachele die Opposition zum Widerstand gegen den Kreml an. Das Boulevardblatt "Komsomolskaja Prawda" präsentierte groß eine "Chronik von Deutschlands Untergang" - einen Abgesang auf die vermeintlich unwiederbringlich von Moslems überrannte Bundesrepublik.

Die Schärfe der Angriffe ist auch Symptom enttäuschter Liebe. Keinem Land außerhalb des postsowjetischen Raumes brachten die Russen so viel Vertrauen und Sympathie entgegen wie Deutschland. Im Jahr 2015 sehen nur noch zwei Prozent der Russen in Deutschland ein befreundetes Land, das geht aus einer Umfrage des angesehenen Lewada-Zentrums hervor. Noch im Jahr 2011 war das ganz anders: Da rangierte Deutschland auf Platz drei der wichtigsten Partnerländer, hinter Weißrussland und Kasachstan, den traditionell wichtigsten Verbündeten.

Inzwischen nimmt China in Meinungsumfragen den Platz des globalen Lieblingspartners ein. Seit 2013 hat lediglich die Ukraine noch mehr Sympathie in den Augen der Russen eingebüßt. "Wir haben die Deutschen für die Nation gehalten, die uns am nächsten stehe", erklärt der Soziologe Walerij Fjordorow, Chef des staatlichen Meinungsforschungsinstituts WZIOM. Die Erwartung der Russen sei gewesen, dass Deutschland in der Ukrainekrise stärker als "Anwalt Russlands" auftreten würde und sich gegen Sanktionen aussprechen würde. Deshalb ist die Enttäuschung besonders groß.

Die öffentliche Mehrheitsmeinung hat für den Zwist mit Deutschland zwei Schuldige ausgemacht: Angela Merkel und die Vereinigten Staaten. Das bei Hardlinern in Moskau beliebte Polit-Magazin "Odnako" bildete die Kanzlerin schon mal mit einem blutigen Beil auf der Titelseite ab. Merkel wird bei vielen als Handlangerin der Angelsachsen gesehen.

Zwei Drittel der Russen sind der Meinung, dass die deutsche Regierung nach Anweisungen der USA agiert. Seit dem Ausbruch der Ukrainekrise ist der Anteil derer sprunghaft gewachsen, die der Meinung sind, dass Amerika eine Annäherung zwischen Deutschen und Russen torpediere (2015 sind 33 Prozent der Russen dieser Meinung, 2013 waren es nur 5 Prozent).

Daraus spricht auch die Hoffnung vieler Russen, Deutschland werde sich eines Besseren besinnen - und Amerika den Rücken kehren.

Weiterlesen:
Das grundsätzlich ausgesprochen positive Deutschlandbild der Russen ist ein verblüffendes Phänomen. Einerseits ist das Andenken an den Zweiten Weltkrieg und die Opfer der deutschen Wehrmacht allgegenwärtig. Daraus entspringt aber nur selten Groll. "Wir haben in den Deutschen immer ein großes Volk gesehen, dass Lehren aus der Geschichte gezogen hat", sagt der Soziologe Fjordorow.

Diese Zuneigung hat historische Wurzeln. Seit Zeiten von Zar Peter dem Großen war der Austausch Russlands mit keiner anderen Nation so intensiv. Deutsche Romanfiguren spielen Schlüsselrollen in Werken Dostojewskis und Tolstois.

"Der deutsche Charakter wird von den Russen als komplementär gesehen, als perfektes Gegenstück des eigenen", sagt Fjordorow. Viele Russen bewundern Eigenschaften, die in Russland als "typisch deutsch" gelten: Pünktlichkeit, Fleiß, Effizienz und Ordnungsliebe. "Die Rettung für Deutschland kommt aus Russland, so wie sie für Russland aus Deutschland kommt", hat diese Vorstellung einmal Fedor Stepun zusammengefasst, ein 1884 geborener russlanddeutscher Philosoph.

Vieles davon entspringt eher einem verklärten "kulturellen Mythos" denn echter Landeskenntnis. Nur sieben von 100 Russen geben an, schon einmal in Deutschland gewesen zu sein. Nur jeder fünfte hat deutsche Bekannte oder Freunde.

Immerhin: Es gibt auch Umfragen, die Hoffnung machen können für das deutsch-russische Verhältnis. So ist der Anteil der Russen stark angestiegen, die eine Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen erwarten.
Viel schlechter können sie ja auch tatsächlich nicht mehr werden.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-deutsche-laut-umfrage-nicht-mehr-beliebt-a-1056709.html

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  telzer am Mo 19 Okt 2015 - 14:12

STAR Wars kommt näher hmm

ORF Radio schrieb:
von Erich Möchel

Wie Russia TV über den Syrienkrieg berichtet

Russland musste eingreifen, weil die USA in Syrien völlig plan- und erfolglos agieren - dieses Narrativ ist aus allen Berichten des russische Staatsfernsehens herauszuhören.

Die eskalierende Situation zwischen den Großmächten USA und Russland spiegelt sich nirgendwo deutlicher wider, als in der Berichterstattung des russischen Staatsfernsehens RT. Seit dem Eingreifen Russlands in den Syrienkonflikt vor zwei Wochen berichtet RT ja erstmals aus der Perspektive eines in einen militärischen Konflikt verwickelten Landes. Das geschieht allerdings deutlich anders, als etwa die privaten US-Medien bei den Invasionen der USA in Afghanistan oder dem Irak über das US-Militär berichtet hatten.

Das darunterliegende Narrativ

Die täglichen Bombardements der russischen Luftwaffe in Syrien dominierten bis zum Wochenende zwar oft den Meldungsblock, doch regelmäßig fiel der Syrienkrieg etwa zugunsten aktueller Bilder von den Straßenschlachten in Israel in der Hierarchie zurück. Das darunterliegende, offizielle Narrativ ist etwa so: Russland musste in Syrien eingreifen, weil die USA dort seit mehr als einem Jahr völlig planlos agieren. Präsident Vladimir Putin, der in RT aktuell nun öfter zu sehen ist - während des Ukrainekriegs war er praktisch unsichtbar - wird dann auch stets mit Aussagen wie "Die USA haben keine erkennbare Strategie in Syrien" zitiert.
Diese Linie zieht sich quer über alle Sendungen durch das gesamte Programm. Wenn die Anmoderation lautet, Moskau habe bisher leider vergeblich versucht, die Position der USA herauszubekommen, dann dauert es nicht lange, bis eine Aussage dazu kommt. In diesem Fall war es Putin selbst, der auf dem Gipfel mit den Präsidenten der ehemaligen Sowjet-Staaten in Astana am Freitag Washington beschuldigte, jeden Dialog über Syrien zu verweigern. Während über diesen Gipfel, in dem Putin mit den Präsidenten der Anrainerstaaten über die eskalierende Lage in Afghanistan diskutierten, in aller Ausführlichkeit berichtet wurde, fand der EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise am Vortag gerade einmal am Rande einer Reportage zum Thema Erwähnung.

Nicht-Empfehlungen zur Ukraine

Das ließ man zur selben Zeit lieber den tschechischen Expräsidenten Vaclav Klaus kommentieren, der am Donnerstag in einem langen Interview zu sehen war. Dabei bezeichnete Klaus, dessen Neigung zum Gepolter schon während seiner Amtszeit regelmäßig zu Kontroversen mit anderen EU-Staaten und auch Brüssel geführt hatte, die Vertiefung der europäischen Integration während der 90er Jahre als "tragischen Fehler der EU". Aus diesem Zuviel an Integration seien erst die Euro- und dann die Flüchtlingskrise entstanden und darauf sei eben die gesamte verfahrene Situation in Europa zurückzuführen.
Den USA bescheinigte Klaus, dass sie die Situation in Syrien ebensowenig verstünden wie jene in der Ostukraine. Dann ließ sich Klaus nicht lange bitten und erklärte ausführlich, warum die Teilung eines Landes keineswegs eine Katastrophe wäre. So habe die Teilung der ehemaligen Tschechoslowakei in Tschechien und die Slowakei beiden Staaten enorm gutgetan, zumal dies ja im gegenseitigen Einvernehmen geschehen sei, sagte Klaus und fügte dann mit einem breiten Lächeln noch hinzu, dass dies doch bitte nicht als direkte Empfehlung zu verstehen sein möge.
weiterlesen:

"Juwelen der Luftwaffe"

Während die US-Medien bei allen Invasionen die eigenen Technologien in langen Videostrecken und Reportagen abfeierten, leistet sich der russische Staatssender derlei nur zwischendurch, so etwa anlässlich der Stationierung neuester Bomber auf dem Luftwaffenstützpunkt Latakia in der vergangenen Woche. "Parade der Juwelen der Russischen Luftwaffe" hieß es da in einem Bericht des Kriegsreporterteams vor Ort, das die phänomenalen Flugeigenschaften dieser Maschine neuesten Typs und die Bewaffung vorstellte.
Dabei wurde auch auf die Luft-Luft-Raketen hingewiesen und die rhetorische Frage gestellt, gegen wen sich diese Kampfjets dadurch schützen würden, wenn doch keine der vielen Rebellentruppen in Syriens über eine Luftwaffe verfüge. Die Antwort: "Allein das Vorhandensein dieser Bewaffnung hat die Analysten zu vielsagenden Interpretationen veranlasst."

Interessanterweise werden solche exklusiven Reportagen - von der russischen Luftbasis Latakia berichtet ausschließlich RT - nicht in die Trailerstrecken aufgenommen, die große Teile der Sendezeit einnehmen. Das ganze Wochenende über wurde in diesen Trailern kein einziger Beitrag über Syrien gespielt, die Strecken dominierte vielmehr US-Präsident Barack Obama mit seinen Aussagen über den Doch-Nicht-Abzug amerikanischer Truppen auѕ Afghanistan. Obama ist genrell um ein Vielfaches öfter als sein Gegenüber Putin in diesen Trailerstrecken zu sehen, die ausschließlich Themen mit USA-Bezug gewidmet sind, wenn sie nicht überhaupt aus Sendungen amerikanischer TV-Netzwerke zusammengeschnipselt werden.

Weltmacht am Satellitenhimmel

Ob es nun Trailer, eigene Berichte oder auch zugekaufte Dokumentationen sind, so ist das alles vom Handwerklichen her absolut Professionell gemacht und mit rasanten Schnitten auf die Rezeptionsweise eines relativ jungen Publikums abgestimmt. Das aber ist keineswegs auf Europa oder die USA beschränkt, denn RT sendet auch Vollprogramme in Arabisch und Spanisch über das weltweit wohl größte Sat-TV-Netzwerk aus. Gerade einmal zehn Jahre nach der Gründung dieses Sendenetzes werden die Programme aus Moskau über mehr als dreißig Satellitenpositionen von 166 Grad Ost (Australien) bis 30 Grad West gesendet. Dazu werden sie über eine unbekannte Zahl von Kabel-TV-Netzen ausgestrahlt, über die eigene Agentur Ruptly TV mit Sitz in Berlin werden Videos vom weltweiten Geschehen anderen Sendern angeblich sehr kostengünstig zur Verfügung gestellt.
Luch-5V in der Endphase der Fertigung

Kollisionsgefahr im All

Auch diesen Bereich in fast 30.000 Kilometern Höhe haben die Spannungen zwischen den USA und Russland inzwischen offenbar erreicht. Nach Serien von Hackangriffen auf Netze in den USA, die staatlichen Akteuren aus Russland zugeschrieben wurden und den nicht unriskanten Flotten- und Luftmanövern des russichen Militärs kamen am 8. Oktober sehr beunruhigende Nachrichten über diese bisher weitgehend friedliche Domäne. Die Generaldirektorin des Bereichs Sat-Services für Regierungen der Intelsat-Gruppe ging überraschend mit Vorwürfen gegen die Betreiber eines russischen Militätsatelliten an die Öffentlichkeit.

Wie erst da öffentlich bekannt wurde, wurde der als Luch-5V im September 2014 gestartete Militärsatellit im Frühjahr entlang des Äquators verschoben, bis er auf einer ziemlich prekären Position zur Ruhe kam. Seit Monaten befindet sich der auch als "Olymp-K" bekannte Luch-5V auf 18,1 Grad West, genau zwischen Intelsat 7 (18,2) und Intelsat 901 (18 Grad West), die beide neben zivilen TV-Kanälen auch staatliche und militärische Dienste übertragen.

Eskalation, die nächste Stufe

Da stationäre Satelliten täglich einer achterförmigen Drift unterworfen sind ist es bei einem so geringen Abstand - höchstens zehn Kilometer - üblich, dass die jeweiligen Operators Kontakt aufnehmen, um etwa bei Manövern zur Kurskorrektur die anderen Raumobjekte nicht zu gefährden. Im Fall von Luch, der offiziell als Funkrelais zur Erde für russiche Raumkapseln gewidmet ist, geschah dies wenigstens bis Ende Oktober nicht. Allgemein wird angenommen, dass Luch-5V und seine Schwesternsatelliten zur Nachrichtenaufklärung gedacht sind. Diese Manöver in der Nähe zu den Intelsats, die auch von US-Militärs genützt werden, lässt diese nun befürchten, dass Luch-5V womöglich auch eine Nutzlast an Anti-Satellitenwaffen an Bord haben könnte. Die Eskalation setzt sich also weiter und ungebrochen fort.

Dass Luch inzwischen diese Position wieder verlassen hat - vor einer Woche war der Satellit angeblich bei 24,4 Grad West positioniert - trägt keineswegs zur Beruhigung der US-Militärs bei. Die Flugbahn ist nämlich auch für einen militärischen Satelliten ungewöhnlich. Luch war von 93 Grad Ost gekommen und hat auf seinem Weg nach Westen binnen eines Jahres in etwa 30.000 Kilometern mehr als ein Viertel des Erdumfanges passiert.

Quelle : Wie RT über den Syrienkrieg berichtet

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Re: Russische Propaganda

Beitrag  Umnichka am Do 29 Okt 2015 - 16:00

Immer diese Lügenpresse! WEB.de gleich abschalten Very Happy

Russlands Troll-Fabriken: Wie Wladimir Putins Propaganda die öffentliche Meinung beeinflusst

In Russland beherrscht ein mächtiger Propaganda-Apparat die Medien. Wie nie zuvor verändert der Kreml die öffentliche Meinung, sei es über die Annexion der Krim oder den militärischen Einsatz in Syrien. Wie das Gebilde funktioniert, was es mit den Troll-Fabriken auf sich hat und wie Putin im eigenem Land immer weiter an Ansehen gewinnt, erklärt Russlandexperte Uwe Halbach im Interview.

Herr Halbach, Russlands Propaganda-Maschinerie läuft auf Hochtouren. Nicht erst seit dem Eingreifen in Syrien und der Ukraine. Dennoch hat man den Eindruck, es hat sich etwas geändert…

Uwe Halbach: Sie ist in letzter Zeit sehr viel dichter geworden. So dicht, dass besonders Vertreter der Intelligenzija (anm. d. Red.: gegenüber der Regierung kritisch eingestellte Intellektuelle) behaupten, dass es selbst in spätsowjetischer Zeit keine so dichte und wirksame Propaganda gegeben habe. Sie schwappt vor allem über die Fernsehkanäle und verändert in kurzer Zeit Meinungsbilder wie an der Militärintervention in Syrien deutlich wurde. Noch vor dem 30. September war eine Mehrheit der Bevölkerung gegenüber einer größeren militärischen Intervention skeptisch. Danach, als selbst die Wetterberichte Militäraktionen in Syrien thematisierten, kehrte sich dieses Meinungsbild völlig um. Ein Großteil der Befragten unterstützte nun diesen Einsatz. Putins Beliebtheitsquote schnellte auf nahezu 90 Prozent hoch. Russische Propaganda ist momentan enorm wirksam.

Wie kann Russland so eine Propaganda-Maschinerie am Laufen halten?

Es sind vor ein paar Jahren neue Medieninstitutionen gegründet worden. Vor allem Russia Today, die kremlgeleitete Propaganda auch ins Ausland ausstrahlt und das Russland-Image im Ausland gestaltet. Die Medienlandschaft in Russland hat sich ganz deutlich hin zu einem staatskonformen Journalismus verändert. Ganz besonders zu sehen ist das im Bereich der Funkmedien und beim Fernsehen. Aus dem Fernsehen wird 90 Prozent der politischen Meinungsbildung bezogen. Auch bei den Printmedien nehmen nur noch wenige Zeitungen wie Novaja Gazeta Gegenpositionen ein.

Wie wird Propaganda gegen Kritiker eingesetzt?

Das neue Mediengesetz in Russland soll freie Meinungsäußerung verhindern. Da gibt es eine Reihe von gesetzlichen Bestimmungen. Wer sich dennoch kritisch äußert, hat mit Restriktionen zu rechnen. Vor allem Kritik an der russischen Außenpolitik wird bestraft. In den Medien werden Kritiker als Nationalverräter abgestempelt. Und das wird meist von der Bevölkerung als Meinung so übernommen.

Wie oft wird Propaganda eingesetzt?

Die täglichen Nachrichten haben alle eine gewisse propagandistische Färbung, vor allem die meisten politischen Nachrichten. Eine aus Dagestan stammende Schriftstellerin schilderte die Situation in einem in Deutschland erschienen Sammelband "Euromaidan" aus der Sicht der wenigen kritischen Stimmen. Sie sagt, dass es in sowjetischer Zeit eine solche Propagandawirkung kaum gegeben hat. In spätsowjetischer Zeit nach Stalin, in der Zeit von Breschnew, ist die Propaganda an den Menschen mehr oder weniger abgeprallt. Man hat das als Ritus hingenommen und nichts dagegen gesagt. Während die Propaganda, die im Moment entfaltet wird, immer mehr Menschen mitnimmt.

Woran liegt das?

Das ist schwer zu erklären. Viele sehen einen Grund darin, dass Russland vom Westen nicht ernst genug genommen wird. Man habe nicht wahrgenommen, wie der Machtverlust, der mit dem Zerfall der Sowjetunion einhergegangen ist, auf die Menschen gewirkt hat. Putin sagte einmal, der Zerfall der Sowjetunion sei die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Und man hat, glaube ich, im Westen diesen Effekt unterschätzt. Insofern kommt die Politik der Wiederherstellung russischer Macht auf der Weltbühne in der Bevölkerung an. Dafür steht Putin. Zu Russland muss man wieder "Sie" sagen. Russland hat das Recht, auf Augenhöhe mit anderen Großmächten zu stehen. Russland kämpft für eine multipolare Welt, in der nicht eine amerikanische Supermacht den Ton angibt, sondern in der Russland mitredet.

Kann man denn diesbezüglich von einem russischen Trauma sprechen?

Ja, Trauma im Sinne von Verlust von Größe, von Macht, von Ansehen. Und jeder, der sich dazu bereit erklärt, das wieder herzustellen, kommt eben an.

Was hat sich inhaltlich verändert?

Es hat mal eine Zeit gegeben, in der Russland versucht hat, seine Selbstdarstellung nach Europa zu tragen – das heißt sich als Teil Europas darzustellen, europäische Softpower zu entwickeln im Sinne von "wir sind Teil Europas, des Großraums Europas". In letzter Zeit hat sich die Propaganda eher in Richtung Absetzung geändert. Russland ist das Land, in dem die eigene Zivilisation, die Souveränität, geheiligt wird. Indem man sich gegen Einwirkungen von außen zur Wehr setzt, während der Westen als moralisch dekadent dargestellt wird. Und Westen meint in erster Linie zwar die USA, aber es wird zunehmend auch Europa mit einbezogen.

Ist diese Entwicklung nicht gefährlich?

In Russland regt sich zu wenig Widerstand gegen dieses autistische Verhalten, gegen dieses Isolieren vom Westen. Man muss allerdings auch sagen, dass Russland daraus schon auch einen gewissen Einfluss gewinnen kann gegenüber Ländern, die das auch tun. Russland trifft auf ein ganz anderes Verständnis in Indien oder China und einigen anderen asiatischen Ländern als in Europa. Mit der Kritik an westlicher Außenpolitik, an Normentransfer, trifft Russland durchaus in bestimmten Teilen der Welt auf Verständnis.

Wie wird das Engagement in Syrien in den russischen Medien dargestellt?

Da sich die russische Meinung hauptsächlich über das Fernsehen bildet, erfolgt die Berichterstattung hauptsächlich über TV-Kanäle. Es gibt permanente Erfolgsmeldungen. Berichtet wird etwa über die enorme Zielgenauigkeit oder wie erwähnt das gute Wetter. Über zivile Opfer wird dagegen nicht berichtet.

Das steht konträr zu internationalen Berichten…

Dass das Vorgehen in Aleppo eine riesige Flüchtlingswelle ausgelöst hat und es offenbar zivile Opfer gab, kommt in Russland nicht an. (Anmerkung Admin: Kommt auch bei einigen in Deutschland nicht an Wink )

Weiterlesen:
Hat die russische Propaganda eine neue Qualität entwickelt? Ich denke an ein Video von vergangener Woche, das wie der Trailer eines Videogames inszeniert wurde…

Natürlich ist dieses Propaganda-Feld, das sich in Russland in den letzten Jahren entfaltet hat, deutlich verstärkt worden. Es bedient sich modernster Mittel. Es ist durchaus ein Feld, das sich neuester Technik bedient und keineswegs rückständig ist.

Wie wichtig ist für die russische Propaganda das Internet?

Es gibt eine sehr starke Internetpräsenz im außenpolitischen Sinne. Es gibt die sogenannten Troll-Fabriken, die russische Meinung nach außen streuen, die sich ganz gezielt in soziale Medien einschalten und Meinungen im Sinne des Kremls kundgeben. Es wird schon sehr stark Netzarbeit betrieben.

Wie begründet Russland seinen Einsatz in Syrien?

Das, was die russische Propaganda ausweist, ist diese starke Fokussierung auf den Kampf gegen den Islamischen Staat, der als der größte Terrorismusgenerator weltweit herausgestellt wird. Und Putin hat vor dem Einsatz in Syrien die Welt dazu aufgerufen, gemeinsam gegen diese Herausforderung zu kämpfen. Die tatsächlichen Luftschläge haben sich dann aber nur zum geringsten Teil gegen diese Terrormiliz gerichtet, sondern gegen Rebellengruppen, die gegen Assad kämpfen. Die offensichtliche Begründung, man müsse gegen den IS kämpfen, hat doch einen sehr instrumentellen Charakter angenommen.

Putin hat das Treffen mit Bashar al-Assad im Kreml vor kurzem sehr deutlich zelebriert. Wie werden der syrische Diktator und die Beziehungen Russlands zu den USA in den Medien dargestellt?

Im Moment wird die amerikanische Position im Mittleren Osten in Frage gestellt. Besonders wird auf das fatale Eingreifen der USA im Mittleren Osten, im Irak, eingegangen und verstärkt auf die Fehlschläge westlicher Politik hingewiesen. Man führt die westlichen Akteure in ihrer Hilflosigkeit in Syrien quasi vor. Dadurch wird auch noch einmal der anti-amerikanische Effekt in der russischen Meinung verstärkt. Nach dem 30. September (Anm. d. Red.: offizieller Start der Intervention gegen den IS in Syrien) hat sich neuesten Umfragen zufolge nochmal das gegen die USA gerichtete Meinungsbild verstärkt, quasi nach dem Motto "wir zeigen es denen" in Syrien.

Was Assad betrifft, gibt es unterschiedliche Interpretationen – auch unter russischen Analysten. Viele weisen darauf hin, dass Putin nicht persönlich auf den Diktator fixiert sei; dass zwischen beiden kein sonderliches Sympathieverhältnis vorherrscht. Aber was der russische Präsident unablässig betont, ist eine Art Fixierung auf das Machtmonopol. Das heißt, er erachtet amtierende Regierungen als legitim, ob sie demokratisch sind oder nicht. Dies anzufechten ist in seinen Augen nicht legitim. Die Proteste gegen die legitimen Regierungen – wie etwa in der Ukraine auf dem Maidan – wird in russischen Medien als von westlichen Geheimdiensten gesteuert dargestellt. Auch die Proteste gegen Assad. Man unterstellt also westlichen Akteuren, jedes Regime, das ihnen nicht passt, durch Demokratieprojektion ausschalten zu wollen. Dagegen stellt sich Russland und wird auf diese Weise dann auch zu einer Anlehnungsmacht für angefochtene autoritäre Regime.

Bedeutet das zugleich, Putin unterstützt Diktatoren wie Assad, weil er selbst um seine Macht fürchtet?

Ja, sicherlich hat das auch einen Bezug auf seine eigene Machtposition. Das Verhältnis zum Westen hat sich bei Putin verändert insbesondere seit 2004, seit der orangen Revolution in der Ukraine. Es gab im postsowjetischen Raum eine Reihe von sogenannten Farbrevolutionen. Gegen irreguläre Machtwechsel hat Putin eine ausgesprochene Aversion entwickelt.

http://web.de/magazine/politik/russlands-troll-fabriken-wladimir-putins-propaganda-oeffentliche-meinung-beeinflusst-31022850


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