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Rußlands Weg zurück in die UdSSR 2.0 (mit Bezügen auf die Ukraine)




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Re: Rußlands Weg zurück in die UdSSR 2.0 (mit Bezügen auf die Ukraine)

Beitrag  Festus am Do 5 Feb 2015 - 14:00

Russland rüstet auf

Atompilze aus Moskau

Von Gesine Dornblüth, Moskau

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Eine Interkontinentalrakete aus russischer Produktion wird von einem Soldaten vorgeführt. (picture-alliance/dpa/Itar-Tass/Wladimir Smirnow)

Lange galt der Einsatz von Atomwaffen in Russland als Tabu. Doch inzwischen wird immer unverhohlener mit dem Einsatz der Nuklearwaffen gedroht.
Beobachter sprechen von einer Rückkehr zur Zeit des Kalten Krieges.


Russlands Chefpropagandist Dmitrij Kiseljow war einer der ersten, der es offen aussprach: Im Frühjahr drohte in seiner populären wöchentlichen Fernsehsendung "Vesti Nedeli" im Staatssender "Rossija":

"Russland ist das einzige Land der Welt, das in der Lage ist, die USA in radioaktiven Staub zu verwandeln."

Gezielte Kampagne Russlands

Im Hintergrund war das Foto eines Atompilzes zu sehen. Viele rätselten, was dieser Tabubruch sollte. Er blieb kein Einzelfall. Zum Jahreswechsel veröffentlichte eine kremltreue nationalistische Jugendbewegung ein Video mit einem Neujahrsgruß. Darin spricht eine Aktivistin von "Neurussland" und kündigt an:

"Wenn wir verlieren, vernichten wir die ganze Welt."

Wieder ein Atompilz. Fantasien einzelner Spinner? Der unabhängige russische Militärexperte Alexander Golz spricht von einer gezielten Kampagne. Er erinnert an T-Shirts, die vor Monaten in großer Zahl in Moskau verteilt wurden. Auf der Brust war eine Topol aufgedruckt, die russische Interkontinentalrakete mit Nuklearsprengkopf, sowie die Aufschrift: Eine Topol hat keine Angst vor Sanktionen. Die Kampagne sei zum Teil nach innen gerichtet, meint Golz.

"Es ist der Versuch, die eigene Bevölkerung zu überzeugen, dass Russland, solange es Atomwaffen hat, tun kann, was es will, und nichts fürchten muss. "
Zugleich aber, meint Militärexperte Golz, ziele die Kampagne auf das Ausland.

"Putin und sein Umfeld verstehen nicht, warum Russlands Atomwaffenarsenal - immerhin das zweitgrößte der Welt - kein politischer Faktor ist. Das ist ja wirklich so: Sobald man im Westen begann, an die Vernunft der neuen Kreml-Herrscher zu glauben, etwa seit Jelzin, spielten Atomwaffen keine wichtige politische Rolle mehr. Eine Atombombe in den Händen Nordkoreas hat mehr politisches Gewicht als 1.500 russische Atomsprengköpfe. Für Putin und sein Umfeld gibt es nur einen Weg, das zu ändern: Wir müssen den Westen überzeugen, dass wir so irre sind, eventuell tatsächlich den Knopf zu drücken."

Da drängt sich die Frage auf, ob dieser Irrsinn kontrolliert ist. Golz:

"Jein. Ursprünglich ist er unter Kontrolle. Aber der Irrsinn oder seine Darstellung haben die Tendenz zur Eskalation."

Auch Generäle drohen mit Atomschlag

Zumal nicht nur russische Propagandisten mit dem Atomschlag drohen, sondern auch einige Generäle. Einige forderten sie sogar, das Recht auf einen atomaren Präventivschlag in die russische Militärdoktrin aufzunehmen. Das geschah dann allerdings nicht.

Wladimir Putin versicherte vor gut zwei Monaten, Russland drohe niemandem und habe nicht vor, sich in einen teuren Rüstungswettlauf hineinziehen zu lassen. Vergangene Woche kündigte das russische Verteidigungsministerium allerdings an, weiter aufzurüsten, trotz der Wirtschaftskrise. Das Militär soll demnach allein in diesem Jahr mehr als 50 neue, atomar bestückte Interkontinental-Raketen erhalten.

Auch Pavel Felgengauer, Militärexperte der Nowaja Gazeta, verfolgt die Entwicklungen mit Sorge und warnt:

"Das Risiko eines Atomkriegs ist nicht gleich null. Das muss man beachten. Es gibt ein ungeheuerliches Nichtverstehen auf beiden Seiten. Unsere Eliten, Putin, verstehen nicht, was den Westen leitet, und der Westen versteht absolut nicht, was hier vor sich geht und was künftig sein wird."

Putin nutz Unwissenheit des Westens aus

Putin nutze aus, dass der Westen nicht wisse, wie er mit einer Atommacht umgehen solle, die gegen internationales Recht verstößt, meint der Militärexperte Golz. Es bleibe nur eine Konsequenz:

"Es macht mich sehr traurig: Wir kehren zum alten Modell des Kalten Krieges zurück. Zur konventionellen und atomaren Abschreckung. Das heißt, an den Grenzen Russlands werden konventionelle und atomare Waffen verstärkt werden. Westeuropa ist zwar bisher nicht bereit, seine Militärausgaben zu vervielfachen, aber es wird nicht darum herumkommen. Das wird passieren."

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/russland-ruestet-auf-atompilze-aus-moskau.795.de.html?dram:article_id=310751


Festus


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Re: Rußlands Weg zurück in die UdSSR 2.0 (mit Bezügen auf die Ukraine)

Beitrag  Festus am Do 19 Feb 2015 - 12:17

Ukraine-Konflikt

Zarte Wurzeln des Protests in Russland

Von Gesine Dornblüth

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Am Schukow-Denkmal in Moskau protestieren einige Menschen gegen die Politik Putins.
Deutschlandradio/Gesine Dornblüth)


Für Russlands Präsident Putin ist die Vorstellung, dass Menschen einen Herrscher wegdemonstrieren können, eine Schreckensvorstellung.
Und so mobilisiert der Kreml einiges, um Proteste im eigenen Land zu verhindern. Doch gehen sowieso nur vereinzelt Menschen gegen Russlands Aggression in der Ukraine auf die Straße.


Eine Frau verteilt selbstgebackene Kekse: Kleine Männchen und Herzen aus Teig, darauf steht in Zuckerguss "Frieden". Etwa 30 Menschen haben sich an diesem Abend auf dem Manegeplatz am Kreml versammelt, am Fuß des Reiterdenkmals für Marschal Schukow, der die Sowjetarmee nach Berlin führte. Sie reden, trinken Tee. Einige beten, manchmal gibt es Kurse in Erster Hilfe. Es sind Linke, Liberale, Rechte. Alte und junge, Frauen und Männer. Sie eint der Wunsch nach Veränderungen und die Abscheu über Russlands Aggression gegen die Ukraine. Sie stehen jeden Abend hier, seit einem Monat, mehrere Stunden. Ohne Losungen. Ohne Plakate. Und bisher auch ohne konkreten Plan. Der Journalist Jewgenij Lewkowitsch hatte die Idee.

"Wir versammeln hier die Reste der Protestbewegung. Wir sind bereit, radikal gegen die Macht zu kämpfen. Nicht mit Waffen. Aber es wäre schön, wenn hier Leute herkämen, die bereit sind, sich jeden Tag erneut friedlich einzusetzen."

"Wir brauchen einen Machtwechsel"

Anlass für die Treffen sei die Festnahme eines Freundes gewesen, erzählt Lewkowitsch. Dieser Freund, Mark Galperin, seit Jahren in der Protestbewegung aktiv, hatte auf dem Roten Platz ein Schild "Je suis Charlie" hochgehalten. Solche Einzelkundgebungen sind auch in Russland erlaubt. Trotzdem musste Galperin für 30 Tage ins Gefängnis. Vor einigen Tagen kam er frei. Inzwischen hat er seinen Job verloren, nun steht auch er am Schukow-Denkmal.

"Wir brauchen einen Machtwechsel. Wir suchen nach Wegen. Wahlen scheiden aus, denn es gibt in Russland nur Pseudowahlen. Da bleibt logischerweise nur, eine große Zahl von Gleichgesinnten zu sammeln. Wir haben hier erst mal einen Treffpunkt festgelegt."

Michail Kerzer nickt. Er ist Kinderarzt.

"Sobald sich zu den 30 Leuten hier eine halbe Million hinzugesellt, verändert sich sofort etwas. Dann hören die Militärs auf, verbrecherische Befehle zu befolgen. Und die Miliz wacht dann über die öffentliche Ordnung, statt Banditen zu unterstützen."

Doch nicht alle sind so optimistisch. Der Rentner Andrej Marguljow.

"Ich sehe leider keine Möglichkeit, auf die Ereignisse einzuwirken. Ich bin einfach hier, weil ein anständiger Mensch sich nicht schweigend mit dem abfinden kann, was passiert."

Bisher lässt die Polizei sie gewähren. Die Beamten stehen in Sichtweite, greifen aber nicht ein. Mehr Angst hätten sie vor Provokateuren, erzählt Marguljow.
Kremltreue Gruppen haben angekündigt, jede Form von Protest in Russland zu verhindern, notfalls auch mit Gewalt. augenroll

"Aber uns schützt das Schukow- Denkmal. Das bewirft man nicht mit Fäkalien. Das ist ja deren liebste Methode."

Protest-Video von Studenten

Die Gruppe am Schukow-Denkmal ist nicht die einzige, die gegen die Politik des Kreml protestiert. Vor einigen Tagen veröffentlichten russische Studenten ein Video im Internet.

Ein knappes Dutzend junger Leute stehen in Moskau und St. Petersburg im Schnee. Nacheinander treten sie vor die Kamera.

"Wir schämen uns dafür, dass unser Land die territoriale Integrität der Ukraine verletzt und die Krim annektiert hat.
Wir schämen uns für diesen nicht erklärten, verbrecherischen Krieg."


Es ist die Antwort auf eine Videobotschaft ukrainischer Studenten. Die hatten ihre russischen Kommilitonen aufgerufen, Propaganda zu hinterfragen, nachzudenken.
Die Petersburger und Moskauer Studenten bitten daraufhin um Verzeihung.

"Prostite nas."

Auf YouTube wurde das Video innerhalb einer Woche rund 20.000 mal aufgerufen.
Zuvor hatten allerdings bereits kremltreue Studenten Antworten verfasst. Und deren Videos, gespickt mit Vorwürfen gegen die ukrainischen Studenten, wurde bis zu zwei Millionen Mal geklickt.

Umfragen zufolge, ist das Protestpotenzial in Russland gering. Rund 80 Prozent der Bevölkerung unterstützen Präsident Putin.
Auch an der Gruppe am Schukow-Denkmal gehen die meisten Passanten achtlos vorbei, erzählt Michail Kerzer, der Kinderarzt.

"Ich glaube, es ist unmöglich, die Leute zu überzeugen. Andererseits hat der Maidan gezeigt, dass es doch möglich ist. In Kiew sind genau solche Sowjetmenschen auf die Straße gegangen wie wir.
Sobald sich die Leute ihrer Würde erinnern, wird sich etwas verändern."

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/ukraine-konflikt-zarte-wurzeln-des-protests-in-russland.795.de.html?dram:article_id=312016


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