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Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!




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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Fr 21 Aug 2015 - 13:56

Nicht wundern , der Text ist im Original so formatiert !!!!


Ein Text von Anna Vero Wendland

Neonazis in der Ukraine – Von der russischen Erfolgsstory zum linken Dogma

Einige der widerwärtigsten Texte über den Krieg in der Ukraine werden hierzulande immer wieder von Linken verfasst – Linke aus dem neostalinistischen, dem verschwörungstheoretischen und dem “truther”-Spektrum, offene Querfrontler.
Wir könnten diese Leute als Spinner abtun, gäbe es nicht ihre organisierte, sich als verfolgte Gegenöffentlichkeit gerierende mediale Aktivität mit breiter Anhängerschaft, und ihre Beziehungen zur Linken in unseren Parlamenten; ein besonders augenfälliges Beispiel ist der Leipziger Linken-Stadtrat und erklärte Antimaidan-Kämpfer Alexej Danckwardt, der, statt sich um kommunale Energieversorgung und Soziales in seiner Heimatstadt zu kümmern, sich lieber am “antifaschistischen Kampf” in der Ukraine beteiligt. Diese sei ihm nach eigenem Bekunden so ans Herz gewachsen, dass er sie einfach retten muss. Und wie rettet der Stalinist am liebsten andere Länder vor dem Faschismus? Indem er ihren Bewohnern Faschisten auf den Hals hetzt.
Den aufklärerischen Text über die Recherchen von Paulo Canning, auf den ich hier verlinke, wünsche ich jedem Linken von Berlin bis in die sächsische und sonstige Provinz, so er des Englischen mächtig ist, unters Kopfkissen gelegt, und als Pflichtlektüre für ihre außenpolitischen Ausschüsse. Dieser Text ist stark in seiner Unbestechlichkeit – er redet auch hinsichtlich ukrainischer rechtsextremer Gruppen nicht um den heißen Brei herum – und er gibt ukrainischen Linken eine Stimme – wirklichen Linken, nicht den abgetakelten exkommunistischen nomenklaturščiki, die im Laufe ihrer postsowjetischen Karrieren bei Janukovyčs Regionenpartei untergekrochen sind.
Der Text geht auch der Frage nach, die ich mir selbst immer wieder stelle: Warum eigentlich wird mit höchstsensiblem Instrumentarium jede Regung von Rechtsextremen in der Ukraine registriert, obwohl wir zuverlässige Daten darüber haben, dass in der Gesamtschau die Ukraine zu jenen Ländern Europas gehört, wo wir am wenigsten antisemitische Vorfälle und Wahlerfolge für rechtsextreme Gruppierungen zu verzeichnen haben – trotz Krieg und Krise? Und warum wird die absolut offene und aggressive faschistische Mobilisierung in den de facto, teilweise auch de jure von Russland besetzten und kontrollierten Gebieten der Ukraine so systematisch totgeschwiegen?
Mit Blick auf die russische Informationsaußenpolitik vulgo Staatsmedienpropaganda kann man sagen, dieser Effekt ist sicherlich der Erfolg eines seit fast zwei Jahren anhaltenden Flächenbombardements mit manipulierten, teilweise nachweisbar gefälschten Nachrichten. Auf abwägende, vernunftbegabte Leser mögen diese Nachrichten auf den ersten Blick unseriös wirken – nicht aber in einem Publikum, dessen eigene Vorurteilsstruktur durch solche “Informationen” bestätigt und gepäppelt wird. Ein Publikum hybrider Zusammensetzung von Reichsbürgern bis zu Russlanddeutschen, von Antiimps bis zu Antisemiten.
Zu diesem Publikum gehören leider massenhaft deutsche Linke. Mit Blick auf ihre Osteuropa-Wahrnehmung, die in der Regel von keiner tieferen Geschichts- oder Fremdsprachenkenntnis getrübt wird, kann man getrost sagen, sie denken, wie sie denken, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Es gibt sicherlich wenig Beharrungskräftigeres als den soliden stalinistischen Manichäismus der 1940er Jahre, demzufolge das große russische “Volk” so eine Art biologische Gemeinschaft sei, die das Antifaschismus-Gen quasi in sich trage; umgekehrt sind die bösesten Feinde dieses “Volkes”, das als unterdrückte Minderheit auch im Donbass lebe, (und vor der Befreiung durch grüne Männchen auch auf der Krim) wer wohl? Eben, die ukrainischen “Faschisten”.
Zum Ukrofaschisten wird man heute sehr schnell, z.B. wenn man sich weigert, die große russische Leitkultur in ihrer aktuellen Ausformung, diesem spezifischen Amalgam aus autoritärem Führerprinzip, orthodoxer Bigotterie, Geheimdienstoligarchenwirtschaft und nationalmystischem Obskurantismus vorbehaltlos als den Weg zur eigenen Befreiung und Höherentwicklung zu akzeptieren. Man wird dazu auch, wenn man, wie “Kiew” das ohne großen Erfolg tut, angesichts einer Militärintervention und eines Proxy War zur Verteidigung greift. “Kiew”, so weiß die “Junge Welt”, führt “Krieg” in der Ostukraine. Warum, wie fing er an? Egal. Es ist natürlich ein echt faschistischer Krieg. Mit nächtlichen Bombardements und “Aushungern”. Da darf natürlich, als Verneigung vor Pegida, bei der ja viele Ostlinkenwähler mitmarschieren, auch der Vergleich mit den Zweitbösen, den “Westalliierten”, nicht fehlen, und mit der Bombardierung Dresdens.
Albert Einstein sagte einmal, es sei leichter, Atomkerne zu spalten als Vorurteile. Ich konnte mir ja als Forschungspraktikantin in der Atomindustrie in letzter Zeit Kenntnisse darüber aneignen, wie man Atomkerne spaltet, und bin zu dem Schluss gekommen, dass selbst das eine ziemlich komplexe Angelegenheit ist; nicht auszudenken, was man also für einen Aufwand treiben müsste, um die irrsinnig stabilen linken Vorurteile zu spalten. Dieser Reaktor muss erst noch erfunden werden. Ich vermute, die heimische linke Vorurteilslandschaft wäre noch nicht einmal durch einen dresdenmäßigen alliierten Fliegerangriff kleinzukriegen.
Gleichwohl gebe ich die Hoffnung nicht auf und empfehle als erstes Sturmgeschütz der Aufklärung für alle Linken, die ihren Verstand noch nicht an der Garderobe des russischen Konsulats abgegeben haben, Lektüren wie diese. Von der systematischen nazistisch-russischnationalen Mobilisierung in der Ostukraine, alimentiert aus Russland, schon VOR dem Maidan. Von der führenden Rolle russischer Neonazis in den militärischen Formationen, die in der Ostukraine ihr Unwesen treiben und die, liebe dumme “Junge Welt”, zu einem großen Anteil selbst verantwortlich sind für den Beschuss ihrer eigenen Zivilisten – die sie ausweislich eigener Aussagen ohnehin als chochly, die “nicht kämpfen” wollen, verachten. Von dem grassierenden Antisemitismus und Rassismus in den besetzten Gebieten. Von der Frauenfeindlichkeit und der zynisch-bigotten religiösen Propaganda russischnationaler Spinner mit Kalaschnikow in der Hand. Und von der Überführung dieser in der Wolle gefärbten rechten Ideologeme in die “Gesetze” der “Volksrepubliken”. Diese Leute können die von ihnen besetzten Städte nicht versorgen – aber die Antischwulengesetzgebung, die ist schon fertig.
Was sich da anbahnt, ist eine russische Talibanherrschaft auf den Trümmern der sowjetukrainischen Industriegesellschaft, alimentiert, aber auf Armeslänge gehalten von der russischen Regierung, die nichts mehr fürchtet als die Rückkehr dieses schwerbewaffneten russischen Faschismus nach Russland. Solange nach guter Tschekistentradition mit einigem Erfolg zwei Gegner aufeinandergehetzt werden können, um sich gegenseitig zu ruinieren – der interne faschistische und nationalbolschewistische Mob, der schon auf die Paläste der Putins, Jakunins und Potanins schielt, und das wacklig auf den Beinen stehende Projekt einer westorientierten Ukraine – so lange wird auch dieser Krieg andauern.
Ich verlange von keinem Linken, dass er sich für die Idee eines ukrainischen Nationalstaats, in welcher Form auch immer, erwärmen muss; von keinem erwarte ich Unterstützung einer neoliberalen Regierung in Kiew, deren politische Entscheidungen ich selbst kritisiere. Linken sollte jede Nationalidee suspekt sein, und schon gar die antikommunistische Geschichtspolitik, die momentan in Kiew Oberwasser hat. Das Minimum, was Linke in diesem Konflikt tun könnten, wäre eigentlich, sich rauszuhalten. Angesichts widerstreitender Nationalismen wäre zu konstatieren, dass man hier keine der Parteien unterstützen könne. Das wäre zwar immer noch eine solchen Argumentationen innewohnende falsche Gleichsetzung von Angreifer Russland und Opfer Ukraine, aber es wäre zumindest konsistent aus einer linken Überzeugung ableitbar.
Viel besser wäre es natürlich, einfach mal in die Ukraine, dieses unbekannte Land, zu fahren und die Lage selber zur sondieren statt sie durch die Brille von RT, JW, ND und “Freitag” zu beäugen, und mit ukrainischen Linken zu sprechen. Was Linke, die morgens ohne Scham in den Spiegel schauen wollen, jedoch unerbittlich bekämpfen sollten, das ist diese aller Kritikfähigkeit entkleidete Anbiederung bei russischen Nationalisten und Faschisten, die in unserer Linken grassiert wie eine ansteckende Krankheit.


Quelle : Anna Vero Wendland auf Facebook

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Fr 21 Aug 2015 - 15:31

ErpelderNacht schrieb:Hmmm....ob diese Zahlen stimmen?

Die offiziellen Währungsreserven werden von der russischen Zentralbank hier bekanntgegeben:
http://www.cbr.ru/eng/hd_base/Default.aspx?Prtid=mrrf_7d

Anfang 2014 betrugen die Währungsreserven noch 500 Milliarden Dollar, heute ca. 360 Milliarden. Das sind ca. 140 Milliarden Dollar Schrumpfung in 20 Monaten. Jahreszeitliche Schwankungen nicht berücksichtigt sind das in den 20 Monaten ca. 7 Milliarden pro Monat Schrumpfung. Das wären noch ca. 52 Monate oder sieben bis acht Jahre, bis der letzte Dollar aufgebraucht ist.

Nun verläuft Geschichte nicht linear und Brüche werden garantiert vor dieser sieben-acht Jahresfrist passieren, aber neun Monate bis zum Zusammenbruch sind imho viel zu kurz geschätzt...  hmm

Nachtrag: zweiter Link
http://finanzmarktwelt.de/russland-seit-putins-amtsantritt-2000-explodierten-die-devisenreserven-12822/

Die Frage ist: Welche Zahlen stimmen überhaupt? Wer ist in der Lage, gerade von Russland angegebene Statistiken auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen!?

Wenn die Angaben (die man jetzt schon seit über einem Jahr von ukrainischer Seite immer wieder zu lesen bekommt)der Warheit entsprechen würden, könnten sich die Russen den Krieg in der Ostukraine schon seit langem nicht mehr leisten...

Die Russen drehen die Zahlen immerso wie es innen gerade passt!
Fakt ist: Russland ist immer noch reicher- und weniger sanktionsgeplagt, als es manche gerne hätten!

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Thomas am Fr 21 Aug 2015 - 20:38

Google verrät die Höhlen der Kreml-Trolle
Die Internet-Community entdeckt die wichtigsten Zentren der russischen Internet-Propaganda.

Diese Entdeckung wurde durch den neuen Service Google Trends möglich, der es jedem ermöglicht, Statistiken über Suchanfragen zu erstellen. Unter anderem kann man dort sehen, in welchen Städten das eine oder andere Wort am häufigsten gegoogelt wird. Es ist zum Beispiel einfach herauszufinden, dass „Tourismus“ in der burjatischen Hauptstadt Ulan-Ude auf großes Interesse stößt, „essbare Pilze“ in Wolgograd und die schöpferische Leistung „Michail Krugs“ in seiner Heimatstadt Twer.

Wenn es aber um „heiße“ politische Anfragen geht, zum Beispiel „Maidan“, „Boeing“, „Referendum“, „Poroschenko“, „Rechter Sektor“, „Donbas“ und so weiter, dann bringt einen die Statistik doch zum Staunen: Denn wider erwarten befinden sich auf den ersten Plätzen solcher Anfragen NICHT die Millionenstädte und auch NICHT die Oblaste, die an die Ukraine grenzen.

Beinahe jede Anfrage nach politischen Begriffen nennt kleine Orte wie Olgino, Jablonowskij, Perekatnij und Selenij Gorod. Was die Intensität der Anfragen betrifft, überholen sie manchmal sogar Moskau und Sankt-Petersburg.

In der Stadt Olgino befindet sich die berühmt-berüchtigte „Agentur für Internetanalysen“ [die “Trollfabrik”; Anm. d. Übers.], die sich direkt mit Internetpropaganda beschäftigt. Hunderte Mitarbeiter verfassen tagelang und ohne Pause Lobeskommentare, die den russischen Machthabern genehm sind, die Ukraine, Amerika und Europa durch den Dreck ziehen, und diejenigen, die ihnen widersprechen, niedermachen. So erwecken sie den Anschein, die öffentliche Meinung zu vertreten.

Durch den Google-Service konnte außerdem festgestellt werden, dass solche Zentren Ende 2013 entstanden, vor den Ereignissen auf der Krim.


Wenn man zum Beispiel den Begriff „NATO“ sucht, dann sieht man, dass sich bis Mitte 2013 vor allem die Einwohner Uljanowsk dafür interessierten, was nicht erstaunt, denn gerade zu dieser Zeit kursierten Gerüchte, dass in Uljanowsk eine NATO-Basis eröffnet werden soll.

Schon ein Jahr später war die Situation eine komplett andere: an oberster Stelle standen die oben genannten Kleinstädte. Dasselbe Phänomen lässt sich bei fast allen Suchanfragen beobachten. Die oben genannten Agenturen versuchen vermutlich auch, die Meinung über die Innenpolitik zu kontrollieren – darauf weißt die Statistik zu Suchanfragen wie „Buchweizen“, „Sanktionen“ und anderen Stichwörtern hin.

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/21/google-verraet-die-hoehlen-der-kreml-trolle/
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Nordlicht am Sa 22 Aug 2015 - 15:29

@Umnichka schrieb:
ErpelderNacht schrieb:Hmmm....ob diese Zahlen stimmen?

Die offiziellen Währungsreserven werden von der russischen Zentralbank hier bekanntgegeben:
http://www.cbr.ru/eng/hd_base/Default.aspx?Prtid=mrrf_7d

Anfang 2014 betrugen die Währungsreserven noch 500 Milliarden Dollar, heute ca. 360 Milliarden. Das sind ca. 140 Milliarden Dollar Schrumpfung in 20 Monaten. Jahreszeitliche Schwankungen nicht berücksichtigt sind das in den 20 Monaten ca. 7 Milliarden pro Monat Schrumpfung. Das wären noch ca. 52 Monate oder sieben bis acht Jahre, bis der letzte Dollar aufgebraucht ist.

Nun verläuft Geschichte nicht linear und Brüche werden garantiert vor dieser sieben-acht Jahresfrist passieren, aber neun Monate bis zum Zusammenbruch sind imho viel zu kurz geschätzt...  hmm

Nachtrag: zweiter Link
http://finanzmarktwelt.de/russland-seit-putins-amtsantritt-2000-explodierten-die-devisenreserven-12822/

Die Frage ist: Welche Zahlen stimmen überhaupt? Wer ist in der Lage, gerade von Russland angegebene Statistiken auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen!?

Wenn die Angaben (die man jetzt schon seit über einem Jahr von ukrainischer Seite immer wieder zu lesen bekommt)der Warheit entsprechen würden, könnten sich die Russen den Krieg in der Ostukraine schon seit langem nicht mehr leisten...

Die Russen drehen die Zahlen immerso wie es innen gerade passt!
Fakt ist: Russland ist immer noch reicher- und weniger sanktionsgeplagt, als es manche gerne hätten!

Aaaber: Die laufenden Kosten sind erheblich gestiegen. Krieg kostet Geld, wie auch militärische Muskelspiele Geld kosten. Die Bevölkerung der Kriegsgebiete will Gehälter und Renten, auf der Krim ist der Tourismus stark rückläufig, also nichts mit großartigen Steuereinnahmen. Putin hat Europa mehrfach mit einem Lieferstop beim Gas gedroht, also sieht der beste Kunde sich langfristig nach zuverlässigeren Lieferanten um und prüft die Optionen. Öl muss man nicht in Rußland kaufen. Investieren ? Putin hat schon gedroht ausländisches Vermögen zu beschlagnahmen.

9 Monate halte ich auch für Wunschdenken, eher 2-3 Jahre. Arme Ukraine. Einen interessanten Artikel dazuhttps://dgap.org/de/think-tank/publikationen/weitere-publikationen/fuenf-illusionen-ueber-das-system-putin

Schuld ist der Westen, in der Ukraine herrschen Faschisten und Rußland ist großartig, selbst wenn es Gras frisst. :wie dumm
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Thomas am So 23 Aug 2015 - 19:44

Offener Brief von Refat Tschubarow an Bundeskanzlerin Merkel und die Präsidenten Hollande und Poroschenko

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel!

Sehr geehrte Präsidenten der Ukraine und Frankreichs!

An dem Tag, an dem Sie sich in Berlin treffen werden, werden es genau 542 Tage (seit dem 27. Februar 2014) sein, seit die ganze Welt vor die Tatsache der offen begonnenen militärischen Spezialoperation Russlands gegen die Ukraine gestellt wurde, deren Folge die Okkupation der Krim und bis heute andauernde blutige Kämpfe auf einem Teil der Territorien der Luhansker und Donezker Gebiete wurden.

542 Tage lebt die ukrainische Gesellschaft unter Bedingungen des faktischen Krieges Russlands gegen die Ukraine, im Laufe dessen viele Tausende Menschen (Zivilisten und Soldaten) getötet wurden, Zehntausende Menschen wurden verwundet und verstümmelt, und über 1 500 000 Menschen waren gezwungen, den Ort, an dem sie bislang lebten, zu verlassen.

Auf der durch die Russische Föderation okkupierten Krim droht die direkte Gefahr für die eigentliche Existenz des krimtatarischen Volks – der Ureinwohner der Krim, die im Februar-März 2014 mit Massenkundgebungen und Protesten gegen die Invasion der russischen Streitkräfte auftraten und noch immer die Resolution der UN-Generalversammlung A/RES/68/262 vom 27. März 2014 über die territoriale Integrität der Ukraine vertreten.

Dabei bleiben die zahlreichen Erklärungen internationaler Organisationen, inklusive der UNO, EU, Europarats und OSZE, wie auch der politischen Führer verschiedener Länder mit dem Ausdruck der Besorgnis und den Aufrufen, die Rechte des krimtatarischen Volkes und anderer Einwohner der Krim zu respektieren, ohne jegliche Aufmerksamkeit seitens der Russischen Föderation, die die Krim annektierte.

Die ohnehin tragische Lage der Krimtataren verschlechtert sich von Tag zu Tag. Repressalien gegen die Mitglieder des Medschlis des krimtatarischen Volkes setzen sich fort. Während dem Vorsitzenden des Medschlis Refat Tschubarow, den Aktivisten der Bürgerbewegung Sinawer Kadyrow und Ismet Juksel Verbote auf die Einreise und den Aufenthalt auf der Krim erteilt wurden, werden in FSB-Gefängnissen monatelang der stellvertretende Vorsitzende des Medschlis Achtem Tschijgos, die Aktivisten Ali Asanow und Mustafa Degermendschi rechtswidrig festgehalten und Folter ausgesetzt.

Dutzende junge Krimtataren wurden gewaltsam entführt, manche von ihnen wurden später tot aufgefunden, das Schicksal der anderen bleibt unbekannt. Hunderte Aktivisten der krimtatarischen nationalen Bewegung werden Repressionen und Schikanen seitens der Strafbehörden der Besatzungsverwaltung der Krim ausgesetzt.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel!

Sehr geehrte Präsidenten der Ukraine und Frankreichs!

Von der Geschichte wurde Ihnen, und mit Ihnen zusammen auch den Anführern anderer souveräner Staaten, die kolossale Verantwortung nicht nur für ihre eigenen Völker und ihre eigenen Länder auferlegt, sondern, ohne jegliche Übertreibung und Pathos, auch für die Zukunft der ganzen Menschheit.

Die menschliche Zivilisation, die die tödlichen Gefahren des 20. Jahrhunderts überstanden hat, die durch das faschistische und kommunistische Regimes verursacht wurden, darf und soll nicht wieder zu einer Geisel der verantwortungslosen Handlungen der jetzigen Anführer Russlands werden, die alle Normen des internationalen Rechts verletzten und den Willen und das Recht der Völker auf Freiheit und Frieden missachten.

Im gleichen Maße ist die Opferung eines einzelnen Landes oder einzelner Völker dem Aggressor zuliebe unmöglich. Das ukrainische und krimtatarische Volk, die die Katastrophen des Holodomors und der Deportationen überlebten, haben ein Recht auf allseitige Hilfe und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, deren Teil sie auch sind.

Mit dem Wunsch, dass Sie im Lauf Ihres Treffens am 24. August 2015 in Berlin wirksame Maßnahmen beschließen mögen, die die territoriale Integrität der Ukraine wiederherstellen und die Souveränität der Ukraine auf ihrem gesamten Territorium, einschließlich der Autonomen Republik Krim gewährleisten,

Der Vorsitzende des Medschlis des krimtatarischen Volkes und Präsident des Weltkongresses der Krimtataren

gez. Refat Tschubarow.

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/23/offener-brief-von-refat-tschubarow-an-bundeskanzlerin-merkel-und-die-praesidenten-hollande-und-poroschenko/
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Di 25 Aug 2015 - 23:47

Die Faschisten in der russischen Hybrid-Armee

Geben Sie “faschistische Ukraine” in Google ein, und die ersten Dutzend Ergebnisse beziehen sich alle auf die ukrainische Regierung und diejenigen Einheiten, die im Donbas gegen die Separatisten kämpfen.

Sie werden aber Schwierigkeiten haben, Verweise auf das Vorhandensein von Faschisten in der russischen Hybridarmee in der Ukraine zu finden. Solche wie beispielsweise das Titelbild oben, das einer bemerkenswerten Detektivarbeit von Dajey Petros entstammt.

Petros ist ein niederländischer Blogger, der eine wichtige Arbeit leistet mit ähnlichen Werkzeugen, wie sie auch Eliot Higgins von ‘Bellingcat eingesetzt hat: Die Inhalte sozialer Medien mit verschiedenen Werkzeugen auszuwerten, um daraus eine Geschichte zu erzählen – wie z.B. die Geschichte der russischen Rakete, die die malaysische Boeing abgeschossen hat.

Rechtsradikale und faschistische Gruppen in Russland und ganz Europa unterstützen die sogenannten Donezker und Luhansker “Volksrepubliken” (DVR / LVR) mit Wort und Tat. Sie beschaffen Geld für sie, trotz der Sanktionen. Sie halten Großkundgebungen und andere Veranstaltungen für sie ab. Sie schicken Vertreter in den Donbas, um die “Republiken” zu unterstützen. Und sie schicken Russen – manchmal auch andere Europäer – als Kämpfer dorthin. All dies mit der stillschweigenden Zustimmung des Kreml.

Diese Zustimmung trat am deutlichsten im März zutage, als rechte Gruppierungen aus Europa und Russland zu einer Konferenz in Sankt Petersburg zusammenkamen. Die Konferenz wurde von der Partei Rodina (dt. Heimat) organisiert, deren Vorsitzender einer der Stellvertretenden Ministerpräsidenten Russlands ist.

Star der Veranstaltung war Alexei Miltschakow, der Anführer der Rebellenformation “Rusitsch”. Miltschakow ist berüchtigt für Fotos, die ihn mit einer Nazi-Flagge und einem Welpen zeigen, den er angeblich getötet hatte. Er hat auch vor den Leichen ukrainischer Soldaten posiert.

Die wichtigsten separatistischen Faschisten

Am Aufbau der DVR/LVR waren viele Faschisten beteiligt, wie Pawel Gubarew, der selbsternannte erste “Volksgouverneur von Donezk”. Sein Pressesprecher, Aleksandr Kriakov, wurde vom Donezker Oberrabbiner Pintschas Wischedski als “der berühmteste Antisemit der Region” beschrieben.

Als die Separatisten im letzten Jahr Fernsehtürme einnahmen, prahlten sie damit:

“Hier, aus Slowjansk versetzen wir der biblischen Matrix … dem zionistischen Zombiefunk einen massiven informationskonzeptionellen Schlag.”
Sie präsentierten dann einen Vortrag des Anführers der ehemaligen russischen Konzeptionellen Partei der Einheit (Концептуальная партия Единение), Konstantin Petrow, die von der Europäischen Vereinigung für Jüdische Kultur (EAJC) als “antisemitische neo-heidnische national-stalinistische Sekte” beschrieben wird.

Im März vergangenen Jahres machte Josef Zissels, Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Organisationen und Gemeinden in der Ukraine, darauf aufmerksam, dass auf den Webseiten pro-russischer Organisationen “viele antisemitische Materialien vorhanden sind, die dazu dienen sollen, Hass gegen den Maidan zu schüren, der angeblich von Juden inspiriert ist”.

Der ehemalige Ministerpräsident der DVR, Aleksandr Borodaj, war Journalist für die russische faschistische Zeitung Sawtra (Завтра). Er eröffnete das erste “Konsulat” der DVR im Ausland im Gebäude der Moskauer Filiale des Eurasischen Jugendverbandes (Евразийский союз молодёжи), der Jugendorganisation der Eurasia-Partei, die vom faschistischen Ideologen Aleksandr Dugin geleitet wird. Dugin hat offen zum Völkermord an den Ukrainern aufgerufen.

Weiterlesen
http://de.euromaidanpress.com/2015/08/25/die-faschisten-in-der-russischen-hybrid-armee/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Mi 26 Aug 2015 - 10:23

Den letzten Satz ,

euromaidanpress schrieb:
Westliche Journalisten sagen oft, dass sie sich um “Ausgewogenheit” bemühen. Nur, wo ist diese? In dieser Frage tun sie, was die auch Russen tun – nämlich nur über eine Seite der Geschichte zu berichten.

finde ich bezeichnend ,
genau das ist das Problem ,
das wir tagtäglich in fast jeder Nachrichtensendung erleben müssen



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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Thomas am Di 1 Sep 2015 - 20:11

Die Donbosse: Girkin, Sachartschenko & Co. wurden im Donbas reich

In Russland, aber auch Deutschland wurde fleißig für den Donbas gesammelt und auch die Herren Hunko und Gehrke überbrachten persönlich eine große Summe. Bei den Menschen kamen die meisten Beträge jedoch nicht an.

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
http://de.euromaidanpress.com/2015/08/31/die-donbosse-girkin-sachartschenko-co-wurden-im-donbas-reich/
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Mi 2 Sep 2015 - 16:08


Frontphantasien – Was in Kiew anliegt und was nicht



Quelle: Facebook  -  Ein Kommentar von Anna Veronika Wendland


euromaidanpress schrieb:
Nach dem tödlichen Anschlag auf die Nationalgardisten vor dem Parlament in Kiew titelt die “taz” von der Eröffnung einer “zweiten Front”, und das heute-journal redet von den Feinden Kiews als “Separatisten im Osten, Nationalisten im Westen”. Und wieder offenbart die deutsche Rezeption auch im zweiten Konfliktjahr eine erschreckende Unfähigkeit, die ukrainischen Verhältnisse zu verstehen und zu kontextulisieren, geschweige die wenig rühmliche Rolle einzuordnen, die Berlin in diesem Zusammenhang spielt.
Die Wahrnehmungen sind nach wie vor geprägt von der nicht totzukriegenden Vorstellung einer Ost-West-Spaltung der Ukraine; da kann man sich den Mund fusseligreden mit Belegen, dass es gerade russischsprachige Ostukrainer sind, die sich als Kämpfer in den Bataillonen exponieren und auch als ukrainische Nationalisten – und dass man burjätische und tschetschenische Import-Soldaten, die im Donbass “Russland als Vielvölkerreich” vorführen, schwerlich als ukrainische Separatisten oder gar Aufständische bezeichnen kann, wie es die deutsche Nachrichtennomenklatur tut.
Auch setzt sich bei uns nur schwer die Erkenntnis durch, dass es in diesem Krieg kein Schwarz und Weiß gibt, sondern dass sich in Jahren der Sowjetherrschaft und das postsowjetischen Wolfskapitalismus sowohl in der russischen als auch in der ukrainischen Gesellschaft ein kritisches Potenzial autoritärer Charaktere angesammelt hat, das jetzt, im von Russland losgetretenen Hexensabbat der Gewalt, zu seiner Bestimmung findet. Vieles im Menschen- und Gesellschaftsbild ukrainischer Nationalisten deckt sich auf das Trefflichste mit jenem der “Separatisten” – es ist dieselbe Propaganda der Tat, dieselben Säuberungs- und Führerphantasien, dieselbe slavische Ausschließlichkeit, derselbe Hass auf Liberale und Intellektuelle, dieselbe Verachtung parlamentarischer Prozeduren, derselbe machohafte Konservatismus der “Familienwerte”, in dem Frauen, Kinder und sexuelle Minderheiten nichts zu lachen haben.
Und doch ist das keine zweite Front, sondern das Symptom eines tiefen Dilemmas, in dem die Ukraine steckt – und in das sie hineingetrieben wurde durch die beständige Gewaltanwendung Russlands und die nicht nachlassende Akzeptanz eines ukrainisch-russischen Doppelstandards durch die westlichen Verbalpartner der Ukraine.
In meinem Ukraine-Text in OSTEUROPA vom Anfang des Jahres, und bei anderen Auftritten sprach ich von dem drohenden Freikorps-Effekt: solange irreguläre Einheiten in der Ukraine und vermeintlich für die Ukraine kämpfen, werden ihre Mitglieder auch nach Kiew zurückkommen, um politischen Lohn für den Waffendienst einzufordern oder bewaffnet ihre eigene Agenda durchzusetzen. Die Regierung Porošenko/Jacenjuk hat diese Dinge zu lange laufen lassen; sie hat überdies mehr getan als laufen zu lassen. Sie hat die Kämpfer hofiert und in die eigenen Strukturen übernommen, statt das staatliche Gewaltmonopol durchzusetzen. Sie hat ihnen mit antikommunistischen Denkverbotsgesetzen nach dem Munde geredet. Aber ihr blieb zeitweise auch nichts anderes übrig, da sie von dem Vorgängerregime einen total korrumpierten und dysfunktionalen Armeeapparat geerbt hatte: sie war abhängig von dieser irregulären Macht im Staate.
Das zweite Dilemma besteht darin, dass Kiew – gedrängt von Merkel, erpresst von Putin – gezwungen wird, sich an Minsk II zu halten – während die Gegenseite, die dem Abkommen auch zugestimmt hat, einen Teufel tut. Im Effekt sieht das für die Ukrainer – und wohlgemerkt nicht nur für die rechten, sondern bis tief hinein in demokratisch überzeugte Schichten – nach Verrat aus: Kiew soll de facto die prorussischen oder rein-russischen Gewaltunternehmer-Pseudostaaten finanzieren, weil Putin das natürlich zu teuer ist; aber Moskau soll im Donbass kraft der dortigen, von keiner korrekten Wahl legitimierten Regimedarsteller das Sagen haben. Das ist inakzeptabel. Und es ist töricht von Berlin, dieses um den Preis einer Zerreißprobe von Kiew zu verlangen, ohne mit gleichem Nachdruck auf Russland einzuwirken.
Mit der Ukraine, scheint es, kann man es ja machen. Sie ist weder beliebt bei den Deutschen, noch bei deren Regierung. Das Leid von Zigtausenden Flüchtlingen in der Ukraine interessiert hier niemanden; es sei denn die deutschen Behörden, die momentan systematisch die Visaerteilung für Ukrainer erschweren. Die Ukraine hat keine Lobby, weil russische – und deutschlinke – diffamatorische Ukraine(r)-Klischees sich mit großen Erfolg in den Köpfen festgesetzt haben. Eine nicht im russischen Fahrwasser schwimmende Ukraine steht, egal was dort passiert, unter dem Generalverdacht, “nationalistisch” zu sein, ohne Ansehen der Anteile wirklicher Rechter und der für jede moderne Gesellschaft charakteristischen Pluralität.
Nur mit einem Unterschied: in jedem Land der Welt wird das Recht der Selbstverteidigung gegen Interventionen für selbstverständlich gehalten. In der Ukraine nicht. Dort wird jeder Patriot zum Rechten. Ich persönlich halte nicht viel von der Nationalidee als Integrationsmoment; da wir aber historisch momentan offensichtlich auf dieser Entwicklungsstufe stagnieren, besteht kein Anlass, den einen Patriotismus für übertrieben zu halten und auf Schritt und Tritt einem politischen Monitoring zu unterziehen, den anderen aber nicht. Dass die russische Politik in Wort und Tat rechtsnational ist, das tut aber bei unseren Doppelstandardbildnern wenig zur Sache. Alle sind ja, inklusive Putin, dem Biedermann-Brandstifter, sowas von “besorgt” über die Entwicklungen in der Ukraine. Im Kolonialverhältnis ist ein Unterschied zwischen dem Schäfer und sin Hund, wie meine mecklenburgische Urgroßmutter zu sagen pflegte.
Aber “There’s an Elephant in the room”, es steht etwas im Raum, das alle sehen, aber nicht zu benennen wagen. Eine radikale Lösung für die Ukrainer wäre, sich in die Realitäten zu schicken und die besetzten Gebiete (jedoch nicht den völkerrechtlichen Amspruch auf sie) fahren zu lassen – und alle Anstrengungen in den Schutz des Verbliebenen zu stecken, womöglich wie Israel eine Grenzbefestigung zu bauen. Nur dafür sind noch Leute bereit zu kämpfen, nicht aber für eine Perpetuierung der Banditenherrschaft im Donbass – nichts anderes würde eine einseitige Verfassungsreform ohne Gegenleistungen der russischen Seite aber bedeuten.
Dies von der Ukraine zu verlangen, ist vermutlich der schwerste Fehler Berlins seit der ansonsten der Situation angemessenen Vorstellung Merkels in Minsk. Denn diese Gebiete sind momentan – solange in Russland kein Regimewechsel oder Politikwechsel anderes ermöglicht – bewusst so organisiert und von Russland in Stellung gebracht, um die Ukraine zugrundezurichten. Eine Trennung wäre für die Ukraine extrem bitter, und für den Donbass eine Katastrophe. Aber ich vermute, es werden immer mehr Stimmen für ein Ende mit Schrecken plädieren, oder für die Amputation, um das Leben des Patienten zu retten. Sie werden so womöglich das Beste für ihr Land tun und sich den Landesverratsvorwurf einhandeln.
In einer solch bedrückenden Situation fehlen der Ukraine echte Freunde. Den Schlüssel zu der ganzen Misere, der in Moskau liegt, kann keine Merkel und kein Hollande aus Putins Schublade klauen und ins Schloss stecken. Der Gewaltfaktor wird aus diesem Konflikt erst verschwinden, wenn Russland aus ihm verschwindet. Aber die Schuld an der Desillusionierung und Enttäuschung der Ukrainer über Europa, das einst – wie lang ist das nun her! – als Symbol einer Bürgerrevolte galt, die Schuld an der Radikalisierung der Situation, die hat sich das zerstrittene und knausrige Europa vollumfänglich selbst zuzuschreiben. Was die Ukraine umbringt, ist keine zweite Front. Es ist der permanente russische Gewalteintrag, der die politische Auseinandersetzung in diesem Land brutalisiert hat, und es sind die europäischen Hände, die untätig im Schoß liegen, während die diplomatischen Münder unentwegt von einer Verständigung mit Russland plappern.

Nicht wundern, die Formatierung ist so  Smile

Quelle : Frontphantasien ...

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am So 6 Sep 2015 - 14:06

Informnapalm mit einer Interressanten Analyse :

von Yuri Felschtinski- Der Goldene Traum übersetzt von Irina Schlegel


Yuri Felschtinski übersetzt schrieb:
Es kann einen schon wundern: die Mehrheit der Bevölkerung des heutigen Russlands bei scheinbarem und formell deklariertem Antifaschismus sind Faschisten. Die Antipoden des Faschismus und Faschisten sind Demokratie und Demokraten. Ich versuche zu erklären, was ich damit meine.

Über die Demokratie ist uns alles klar. Aus dem altgriechischen übersetzt bedeutet die „Demokratie“ die „Macht des Volkes“. Dementsprechend wird diese Macht durch das Wahlsystem irgendwo besser, anderswo schlechter realisiert. Im Idealfall sollten die Wahlen absolut frei sein – ohne jegliche Zensur, ausser des Alter-Zensus. Nach diesem Ideal streben alle. Jemand ist dem näher, der andere – noch nicht so ganz. Auf der Welt bleiben immer weniger Diktaturen übrig.

Russland steht heute abseits und gehört zu einem anderen uns bekannten Staatstyp: dem faschistischen. Das Problem liegt gar nicht so sehr in der Regierung, die dieses Land anführt- genauer gesagt, nicht nur in der Regierung, sondern auch in der Bevölkerung Russlands. Mit der Regierung ist die Sache einfach: in der heutigen historischen Etappe regiert in Russland eine Junta der KGB/FSB-Offiziere. Sie haben die höchsten staatlichen, politischen, verwaltenden, wirtschaftlichen und haushälterischen Posten an sich gerissen. Wenn nicht alle Leiter der Grossunternehmen, Banken und Firmen FSB-Offiziere sind, so sind es ihre Stellvertreter, die an diese Posten abkommandiert wurden und das Geschäft in Interessen ihrer Organisation kontrollieren.

Die FSB-Leute glauben an keine Demokratie und spielen auch nicht in diese – sie glauben nur an die Stärke und den Diktat. Man kann vieles Schlechte aufzählen, woran der FSB glaubt, und vieles Gute- woran er nicht glaubt. Unter anderem glaubt er nicht an das Recht des Volkes, sich an freien Wahlen zu beteiligen und dadurch seinen Staat zu führen. In dieser Frage ist mit dem FSB noch eine Gruppe Funktionäre solidarisch, die sich als Etatisten wahrnehmen. Dazu gehören – aus dem Kreis bekannter Menschen- Alexander Woloschin und Anatoli Tschubais.

Sie sind für die Priorität des Staates vor der Persönlichkeit und finden, dass in Interessen des Staates alles erlaubt ist, dass das Ziel die Mittel rechtfertigt, dass ein starker Staat immer gut ist, und ein schwacher- immer schlecht. Und wenn der einfachste und schnellste Weg einen starken Staat mit einer zentralisierten „Vertikale“ auszubauen die Macht in die Hände vom FSB abzugeben bedeutet, sollte man eben FSB an die Macht bringen. Die Priorität des Staates vor der Persönlichkeit und die Nichtigkeit der Persönlichkeit vor dem Staat – das ist eigentlich auch der Faschismus. Also sind die Etatisten im heutigen Russland- Faschisten.

Gehen wir weiter zu Abgeordneten, die in ihrer Mehrheit Putin unterstützen. Dafür haben sie viele Gründe. In erster Linie sind die Abgeordneten – Staatsbeamten, die vom Staat abhängig sind, darum sind sie Etatisten. Heute in Russland ein Abgeordneter zu sein ist der lukrativste Beruf.

Jemand lässt sich bestechen, der andere verbindet die Arbeit für den Staat mit dem Privatgeschäft, der dank dem von ihm belegten Posten möglich wurde. Jemand kombiniert gar das erste, das zweite und das dritte oder setzt an die Spitze der Grossunternehmen die Mitglieder seiner Familie. Das Letzte, woran ein Abgeordneter interessiert ist, sind freie Wahlen und die Volkskontrolle über seine Tätigkeit. In diesem Sinne ist das ganze russische Beamtentum auch faschistisch.

Putin, der die Angaben über das Immobilieneigentum der Abgeordneten für geheim erklärt (und das Immobilieneigentum ist auf der ganzen Welt die Hauptform der Aufbewahrung des erworbenen Kapitals), passt dem Bürokraten gut. Dem FSB passt dieses System auch, denn es erschafft die Möglichkeit für die Erpressung der Unbequemen und der Misshelligen. Darum gibt es im Staatsapparat Russlands auch keine Misshelligen. Das russische Beamtentum gibt bedingungslose Unterstützung Putin und dem FSB, unter welchen die Möglichkeiten für Korruption wahrlich grenzenlos geworden sind. Und das ist derselbe Grund, aus welchem wir unter den Abgeordneten keine Überläufer sehen oder solche, die freiwillig zurücktreten.

Der russische Business ist natürlich farbenreich. Im Unterschied zum freien Markt und der freien Konkurrenz im Europa und den USA ist das Geschäft in Russland auf anderen Prinzipien aufgebaut. Wenn die Hauptaufgabe der freien Welt die Nichtzulassung des Monopols ist, das die Konkurrenz tötet und den wissenschaftlich-technischen Progress behindert, so ist die Aufgabe des russischen Geschäfts – das Monopol zu erreichen, denn das gewährleistet den grössten Gewinn. Viele finden nicht nur die Abstützung auf die Staatsunterstützung günstig, sondern auch die Verwandlung in eine staatliche oder halbstaatliche Struktur, denn diese Verwachsung macht Infusionen aus dem Staatsbudget ins Geschäft bei gleichzeitiger Privatisierung der Gewinne möglich. Manchmal lässt der Staat dem Business auch keine andere Wahl als sich zu ergeben. Oder er ersetzt zunächst die Manager mit den „seinen“ und führt erst dann die Reorganisation aus. All das unterscheidet sich nicht sonderlich von feindlichen Übernahmen.

Die Fusion des Staates und des Grossunternehmens ist auch ein klassisches Element des faschistischen Regimes, wo das Geschäft an einem starken Staat, an den Regierungsaufträgen und am Schutz vor ausländischer Konkurrenz interessiert ist, und der Staat- an der Kontrolle über dem Geschäft durch die Möglichkeit, Druck auf die Aktionäre und Manager auszuüben, und zwar bis zur Ruinierung des Geschäfts und der Verhaftung der Geschäftsmänner selbst, wenn es „in Interessen des Staates“ zweckentsprechend ist. Einen unabhängigen Business gibt es in Russland nicht.

Das grosse Geschäft ist vom Staat – vertreten durch den FSB und die höchsten Staatsbeamten – abhängig; die mittleren Unternehmen – von sonstigen Beamten und den Mitarbeitern der Gewaltorgane, und der kleine Business – von den lokalen Behörden, von denjenigen, die dort in jedem konkreten Fall die Macht repräsentieren. Zur freien Marktwirtschaft hat all das keinerlei Bezug.

Am Fuße dieser ganzen Pyramide „liegt“ das Volk. Sein kreativer Teil ist die Intelligenzija. Unter der Intelligenzija ist es am einfachsten, die Faschisten und die Demokraten herauszufischen, denn die Intelligenzija hat die Angewohnheit zu sprechen und zu schreiben. Demokraten gibt es prozentual sehr wenig. Ich werde ihre typischen Vertreter nicht nennen, um einerseits diese Menschen nicht einem zusätzlichen Risiko auszusetzen, und andererseits jene nicht zu beleidigen, die ich nicht genannt habe.

Aber ein Demokrat im heutigen Russland ist nicht nur ein Mensch, der für die Volksmacht, Meinungsfreiheit und Wahlfreiheit auftritt. Das ist auch noch ein Mensch, der gegen den russischen Staat auftritt, denn der heutige russische Staat, wie wir es bereits definierten, ist der FSB, der die Macht ergriff. Mit anderen Worten ist ein Demokrat im heutigen Russland ein Mensch, der gegen die heutige russische Führung in all ihren Ansätzen auftritt (denn positive Ansätze besitzt die heutige russische Führung nicht).

Um meinen Standpunkt maximal verständlich zu machen, erkläre ich es so: ein Demokrat in Russland ist zurzeit jener, der während eines Fussballspiels Russland-Ukraine für die Ukraine ist, denn sein Land (Russland) ist der Aggressor, der gegen die Ukraine einen Krieg begann. Ein Demokrat im heutigen Russland ist ein Mensch, der Putin und seiner Regierung die Niederlage wünscht. Und da Putin alle sportlichen Errungenschaften oder Niederlagen der russischen Sportler sehr zu Herzen nimmt, ist man gezwungen, auch den russischen Sportlern eine Niederlage zu wünschen, damit die Zuschauer nicht ein weiteres Mal zu Klängen der sowjetischen Hymne aufstehen müssten.

weiterlesen:
Beachten wir den Fakt, dass entsprechend der vor kurzem in Russland durchgeführten Umfrage nur 13% der Russen die Ergebnisse der Gerichtsverhandlung des JUKOS-Falls als gerecht bezeichneten und die Landesführung dazu aufriefen, „sich unterzuordnen und diesen Entscheid zu befolgen“. Vergleichen wir das mit der vorangegangenen Umfrage, entsprechend welcher 87% der Bevölkerung die heutige Politik des Präsidenten Russlands befürworten, und wir bekommen eine ziemlich genaue Verteilung der Demokraten und allen anderen. Wer sind denn diese „anderen“ (unter Berücksichtigung dessen, dass auch die 87% der Unterstützung eine überhöhte Zahl sein könnte)?

Über den LDPR-Anführer Wladimir Schirinowski und den Vizepremier Dmitry Rogosin brauche ich nicht lange zu schreiben. Schirinowski, der in der Duma eine Frau direkt vor den Kameraobjektiven an den Haaren zieht oder unter Putins Grinsen (hier bereits vor den TV-Kameras der ganzen Welt) auf der Krim erzählt, dass er die Kriminellen aus dem Gefängnis entlassen und sie alle zur Leichenfledderei in die Ukraine schicken wird, und auf Polen einen präventiven Atomschlag ausführt; Rogosin, der erklärt, dass er beim nächsten Mal mit einem Bomber nach Moldawien kommt – das sind gewöhnliche Faschisten.

Weiter kommen die zahlreichen russischen Journalisten und Schriftsteller a la Michail Leontjew, Dmitry Kiseljew, Eugen Popow, Alexander Prochanow. Als Etatisten glauben sie (aufrichtig oder für Geld) an die unbezwingbare Stärke des russischen Staates. Als „Volkstümler“-Intelligenten behalten sie dem „erhabenen russischen Volk“ das Recht vor, jedes andere Volk – per Definition kein erhabenes Volk – zu vernichten, denn die Einzigartigkeit des russischen Volkes besteht darin, dass es erhaben ist. Tolstoi und Tschaikowski dienen in dem Fall als ein unwiderlegbarer Beweis. Deutschland hatte auch grosse Kultur- Goethe, Wagner…

Das hat die Alliierten zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges nicht sonderlich beeindruckt und den Deutschen nicht viel geholfen, obwohl Goethe noch immer gelesen wird, und Wagner- gehört.

Die Kraft des Faschismus bestand schon immer in der leicht einzuprägenden Idee der Auserwähltheit der eigenen Nation und ihres Vorteils vor den anderen. Die Verwundbarkeit des Faschismus besteht in seiner Selbstisolierung, Verschlossenheit in sich selbst, der Abwesenheit einer verlockenden internationalen Komponente. Sie stimmen mir doch zu, dass es einer multinationalen Menschheit schwer zu erklären ist, dass deine Rasse die höchste ist und darum das Recht besitzt, über die restlichen zu herrschen.

Für den inländischen Verbrauch in Russland ist nämlich der Punkt über eine feindliche Umgebung sehr nützlich, wo die ganze restliche Menschheit sich ausschliesslich vom Bestreben ernährt, deinem Land und deinem Volk den maximalen Schaden zuzufügen.

Wobei es völlig unverständlich ist, warum die ganze Welt mit der manischen Idee Russland zu schädigen befallen sein sollte; noch weniger verständlich ist, warum zugleich Millionen der Vertreter des „erhabenen russischen Volkes“ in verschiedene Städte der Welt emigrieren, und die restlichen sich um eine zweite Bürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung in einem der so von ihnen ungeliebten Länder bemühen.

Tatsache ist, dass die Mehrheit der Russen (und sogar jene, die erst vor kurzem freiwillig ihre Heimat verlassen haben) seelisch an der restlichen Welt leiden, die sie nicht liebt; oder liebt, aber nicht umsonst; oder ist höflich, aber nicht aufrichtig; oder respektiert, aber sich vor ihnen nicht fürchtet (also nicht genug respektiert).

Dieselbe Mehrheit ist laut Umfragen bereit Freiheit gegen Stabilität einzutauschen, oder hat es schon eingetauscht; sie braucht keine unabhängigen Medien oder ehrliche Wahlen, unterstützt die Besatzungen der Nachbarländer, besonders wenn in diesen Ländern ethnische Russen leben oder wenn diese Staaten vollständig oder nur teilweise irgendwann mal dem alten Rus, Russischem Imperium oder der UdSSR angehörten.

Welche Schlussfolgerungen müssen wir aus all dem ziehen? Man sollte schlussfolgern, dass Russland, das nie unter einer Demokratie lebte (mit Ausnahme der 9 Jelzin-Jahre), in der heutigen historischen Etappe völlig den Kopf verlor und sich dem Faschismus zuneigte. Die Demokraten sind in bedeutender Minderheit geblieben.

Aus der Geschichte wissen wir, dass man mit dem Faschismus nur von der Position der Stärke zu sprechen gezwungen ist, denn weder die in diesen Ländern an die Macht gekommenen Menschen, noch das von ihnen verdummte Volk sind im Stande, selbstständig den Weg des Krieges zu verlassen, wohin sie verschlagen wurden, nicht ganz verstehend, wie todbringend und gefährlich dieser Weg ist, in erster Linie – für sie selbst.

Zu diesem im Grossen und Ganzen skeptischen Gemälde sollte man mehrere hoffnungsträchtige Striche machen. Die Ideologie, die auf dem Hass und der Überlegenheit eines Volkes über dem anderen basiert (zum Beispiel der Russen über den „ärmlichen“ Ukrainern, nach dem Ausdruck des berühmten russischen Schauspielers Oleg Tabakow), ist in der heutigen Welt zur Niederlage verdammt. Arm war am Ende gerade der Faschismus, der den Tod bringt und darum keine Zukunft hat.

Je schneller Russland sich bewusst wird, dass es kein grosser, sondern ein normaler Staat mit seinem keinen erhabenen, sondern einem ganz gewöhnlichen Volk ist, desto kleiner wird der Preis für den Verzicht auf einen weiteren „Goldenen Traum“ sein, in dem Russland nun versunken ist.



Quelle : der goldene Traum

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Erpel am So 6 Sep 2015 - 15:50

Russland steht heute abseits und gehört zu einem anderen uns bekannten Staatstyp: dem faschistischen.
s

Mit Faschismus sollte man nur vorsichtig argumentieren, dafür ist der Begriff von Linken zu sehr abgenutzt.
Im Falle von Putins Russland sind die Ähnlichkeiten jedoch frappierend und hier gut herausgearbeitet.

Da fragt man sich, warum das von vielen Linken - besonders die der der gleichnamigen Partei nahestehenden - nicht gesehen wird. Mit Logik ist das nicht zu erklären.
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am So 6 Sep 2015 - 18:05

ErpelderNacht schrieb:
Da fragt man sich, warum das von vielen Linken - besonders die der der gleichnamigen Partei nahestehenden - nicht gesehen wird. Mit Logik ist das nicht zu erklären.

Die die etwas zu sagen haben(Partei oder Magazin-Redakteur): Weil sie dafür gut bezahlt werden, von russischer Seite aus über Mittelsmänner! Und der normale Links-Eingestellte übernimmt das, was die Partei vorgibt, oder er in den linkseingestellten Magazinen/Internetseiten zu lesen bekommt!

Klingeln müsste es aber eigentlich wenn die Leute merken, das sie die gleiche Einstellung wie die Rechten vertreten! Das wird dann aber einfach billigend übersehen....


Zuletzt von Umnichka am So 6 Sep 2015 - 18:06 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreibfehler)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Thomas am Sa 26 Sep 2015 - 18:08

Der Duce aus dem Kreml
Wenn wir Putin mit Hitler vergleichen, verstehen wir natürlich, dass jeglicher Vergleich hinkt.

Nur ist der Naziführer das Scheußlichste von allen uns bekannten Symbolen des Übels. Die Übereinstimmung von Putler und Hitler in ihren öffentlichen Auftritten, die Übermacht der Geheimdienste, die Militarisierung der Gesellschaft, Aggressivität – all das lässt einfache und für den Leser verständliche Parallele ziehen.

Putin ist aber gar kein Nationalsozialist. Putin ist ein Faschist. Und in seinem Vorgehen erinnert er in Wirklichkeit gar nicht so sehr an Hitler, sondern an Mussolini. Nur ist Putin ein Mussolini mit einer Atombombe. Am sonsten stimmt alles überein, und wesentlich offensichtlicher als mit Hitler.

Dass ein hartgesottener „Sowjet“ mit einem Parteibuch in der Tasche und festem Glauben an den KGB zu einem Träger der ausgekochtesten chauvinistischen Ideologie wurde, ist sehr mussolinihaft, denn der Duce begann seine Karriere als ein sozialistischer Aktivist. Dass Putin nicht einfach nur von der Idee einer regionalen Hegemonie, sondern von der Idee der Wiederherstellung der einstigen imperialistischen Größe besessen ist, ist auch sehr mussolinihaft. Duce hat sich durchaus ernst als einen Nachfolger des Alten Roms wahrgenommen. Und irgendsoein „RhodosUnser!“ kann man durchaus mit „KrimUnser!“ ersetzen. Ja, Mussolini hat die Insel nicht besetzt – es geschah noch vor seiner Zeit. Aber zum Beweis der italienischen Zugehörigkeit der griechischen Insel baute er auf Rhodos den mittelalterlichen Palast der Grossen Magister, der bis heute eine architektonische Dominante der Insel-Hauptstadt bleibt. Und ihr redet von Chersones!

Mit den Krampen war bei Benito auch alles wunderbar. Er bemühte sich darum, sich als den besten Freund der katholischen Kirche zu präsentieren, gerade zu seiner Amtszeit bekam Vatikan des Status eines von Italien unabhängigen Staates. Übrigens, gerade diese fromme Religiosität führte dazu, dass zu ersten Opfern des Regimes – abgesehen von den politischen Gegnern – die Vertreter der sexuellen Minderheiten wurden. Ettore Scola drehte 1977 den Film „Ungewöhnlicher Tag“, wo der grosse Mastroianni einen vom Regime verfolgten Schwulen spielte, der aufrichtig nicht verstehen kann, warum er nicht zu einem Teil der faschistischen Gesellschaft werden kann, und Sophie Loren die Rolle einer Hausfrau, Musterehefrau und Mutter übernahm, einer Hochburg des Regimes. Diese beiden können erst mit einander reden, als der ganze restliche Rom zu einer Parade abzieht, die von Mussolini zu Ehren Hitlers veranstaltet wird. Oh, diese Paraden!

In diesen war die ganze operette der Faschismus-Epoche erkennbar. Nationalsozialist Hitler war furchteinflössend, der Faschist Mussolini, bei all seinen Verbrechen, war dagegen lächerlich und karikaturesk. Genauso wie Putin lächerlich und karikaturistisch mit all seinem Umfeld ist: mit dem „I-Phone“-Dima Medwedew, nie in der Armee gewesenem Schoigu in Generalsuniform, für Spiritismus schwärmendem Patruschew, oder dem in den Einstiegsöffnungen steckenbleibenden Rogosin – jeder Vertreter der heutigen russischen Führung ist kein Mensch, sondern ein Cartoon-Held, lebendige Illustration des Lieblingssatzes von Dmitry Kiseljew, der solche Menschen üblicherweise fragt: „Haben Sie wirklich nicht im Zeichentrick mitgespielt?“. Übrigens, noch eine Karikaturgestalt.

Andererseits gibt diese Ergebenheit gegenüber der „Krampen“ und „Geistigkeit“ preis, warum zum Beispiel der Homophob und Antisemit Putin gegen Schwule kämpfen kann, seinen Antisemitismus aber sehr sorgfältig camoufliert. Mussolini hat doch auch so angefangen: den wohlhabenden Vertretern der jüdischen Gemeinde drängte er die Mitgliedskarte der faschistischen Partei buchstäblich auf und sie wurden zu aufrichtigen Verehrern des Diktators – bis das Bündnis mit Hitler Duce nicht erlaubte, die Konventionen abzuwerfen. Putin ist auch zu allem bereit. Einerseits hilft er Kobson (alter Popsänger), andererseits erinnert die Propaganda am Tag der Ermordung des oppositionellen Politikers Boris Nemzow rein zufällig an seine jüdischen Wurzeln.

Übrigens, Mussolini hatte auch seinen eigenen Nemzow: den sozialistischen Abgeordneten Giacomo Matteotti, der von den Faschisten entführt und ermordet wurde. Mussolini erkannte seine Beteiligung an dieser Abrechnung nie an, obwohl er – er war dennoch ein Politiker und kein Beamter wie Putin- die politische Verantwortung dafür auf sich genommen hat. Aber das wahrhaftige Bild des Verbrechens kennen wir bis zum heutigen Tag nicht, und das trotz der Tatsache, dass der Mord am Oppositionellen zu ernsthaften Protesten gegen das Regime geführt hatte.

Solche Analogien kann man viele finden, aber es gibt eine, die heute besonders interessant ist: Äthiopien. Mussolini eroberte ein afrikanisches Land und ernannte den italienischen König zu seinem Imperator, aber das wurde zum Anfang seines Endes. Ja, das Rating von Duce in Italien überstieg jegliches Maß. Aber Mussolini strich sich aus der Mitte der Anführer zivilisierter Welt aus.

Gegen Italien wurden wirtschaftliche Sanktionen eingeführt. Sie wurden anfangs als nicht sonderlich ernst wahrgenommen, wirkten sich aber auf Stabilität der Macht und den Wohlstand der Italiener aus. Die Schwäche der Armee von Mussolini wurde offensichtlich, seine grenzüberschreitende Dreistigkeit wurde aber auch jedem klar, der etwas mit ihm zu tun haben wollte. Gerade in dieser Zeit machte Mussolini seine „Kehrtwendung zum Osten“ und geriet in die Arme von Hitler, den er noch vor dem Krieg in Äthiopien zu zerschlagen versprochen hatte, falls er seine Aggressivität bekunden sollte.

Genau ab diesem Moment wird der Anschluss Österreichs möglich, dessen Unabhängigkeit die Unterstützung Italiens ermöglichte. Und eigentlich auch alles andere, was danach kam, einschliesslich des politischen Zusammenbruchs und ruhmlosen Todes von Mussolini selbst. Und man braucht nicht zu behaupten, dass er dem Untergang geweiht war. War er nicht. Die autoritären Anführer von Europa, die von einem Bündnis mit dem Führer abgesehen hatten, haben noch drei – drei! – Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg regiert.

Aber zum grössten Schlag für Mussolinis Andenken wurde nicht mal die Tatsache, dass ab dem Moment seiner „Kehrtwendung“ und des endgültigen Bruchs mit den westlichen Demokratien der Nazismus und Faschismus zu einem Ganzen geworden sind. Zum grössten Schlag wurde die Tatsache, dass es die Matteotti-Strasse nun faktisch in jeder italienischen Stadt gibt.

Eine Mussolini-Strasse gibt es dagegen nirgendwo.

Quelle: Witaly Portnikow in ru.espreso.tv; übersetzt von Irina Schlegel.
https://de.informnapalm.org/der-duce-aus-dem-kreml/
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Sa 3 Okt 2015 - 17:11

Heute mal wieder was von Informnapalm

Mit dem Hinweis auf das

Projekt Informnapalm ( Irina, so in Ordnung ?! )


Informnapalm.org schrieb:Gerade führen russische (und nicht nur) Blogger und Journalisten aktive Arbeit zur Diskreditierung der Ukraine vor internationaler Gemeinschaft im Kontext der Durchführung von fristloser Aktion zur Blockade der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Für die Realisation der russischen Informationsoperation werden verschiedene Methoden, von Verallgemeinerung der Fakten und der Akzentverschiebung bis zur unverhohlenen Lüge, angewendet. Aus diesem Grund beschloss InformNapalm zusammen mit @Infographics_ua die Situation mit der fristlosen Blockade der Krim aufzuklären.
Erstmal möchten wir Euch in Erinnerung rufen, dass diese Aktion am Mittag des 20.09.2015 an der administrativen Grenze des Chersones-Gebietes und der temporär okkupierten Autonomen Republik Krim begann. Die Aktion wird von den krimtatarischen und ukrainischen Aktivisten durchgeführt. Sie ist auf die Handelsblockade der Halbinsel an den Kontrollpunkten Tschongar, Tschaplinka und Kalantschak gerichtet. Im Rahmen der Aktion wird die Durchfahrt der LKWs mit Lebensmitteln und anderen Waren auf die Halbinsel blockiert. Den Schutz der öffentlichen Ordnung stellen die Spezialeinheiten der Innenministerium-Verwaltung der Ukraine im Chersones-Gebiet und das Bataillon „Chersones“ sicher.
Unter den Folgen dieser bürgerlichen Aktion leiden in erster Linie die Handels- und Expeditionsorganisationen, die kommerzielle Beziehungen mit den temporär okkupierten Territorien der Ukraine auf der Krim unterhalten. In der kurzfristigen Perspektive kann die Handelsblockade das Assortiment der Lebensmittel und Haushaltswaren auf dem Krimer Markt beeinflussen, denn die Transportinfrastruktur zwischen der Krim und Russland unter Umgehung der Ukraine ist sehr beschränkt aufgrund der Geographie. Die Abwesenheit der Lieferungen vom Territorium des Festlandes der Ukraine zu kompensieren wird für die russische Seite sehr schwierig und kostspielig.
An der Stelle möchten wir anmerken, dass diese Blockade sich nicht auf Privattransport erstreckt: die Einwohner der Krim fahren noch immer aufs Festland der Ukraine, um einzukaufen. Die Blockade bezieht sich ausschliesslich auf kommerziellen Warentransport.
Auch möchten wir darauf hinweisen, dass seit über einem Jahr über die Krim die durch russische „Gegensanktionen“ verbotenen Lebensmittel aus der EU und der Ukraine in den Donbass und weiter nach Russland geschmuggelt wurden, was nun auch unterbunden werden soll.
Das kann bedeutende finanzielle Verluste für russische Behörden nach sich ziehen. Viele krimtatarische und ukrainische Funktionäre schlagen vor, die Blockade ebenso auf andere Arten der Lieferungen zu erweitern: Strom, Wasser und Telekommunikation.
Ausserdem befindet sich auf der Krim der Hauptstützpunkt der Schwarzmeerflotte Russlands wie auch ein grosses russisches Militärkontingent, dem auch die Möglichkeit genommen werden muss, aus der Ukraine mit Waren versorgt zu werden.
 
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
 
weiterlesen:

Wir möchten an der Stelle darauf hinweisen, dass sich die annektierte Krim seit geraumer Zeit unter verschiedenen wirtschaftlichen Sanktionen der EU, USA und anderen Ländern befindet, nun nutzte auch die Ukraine als eine durch Russlands Aggression geschädigte Seite nicht nur ihr Recht auf Sanktionen, sondern folgte auch ihrer Pflicht gegenüber ihren Verbündeten die Sanktionsinstrumente zwecks Einwirkung auf die Wirtschaft des Aggressors anzuwenden.
Viele Staaten haben längst ihre juristischen und physischen Personen eingeschränkt oder ihnen gar verboten, irgendwelche finanzielle oder kommerzielle Maßnahmen mit dem temporär okkupierten Territorium der Krimer Halbinsel zu verwirklichen. Dort funktionieren keine Visa- und Mastercard, wie auch verschiedene andere internationale elektronische Zahlungssysteme. Den Einwohnern der Krim wird zurzeit verwehrt, Zahlungen über das SWIFT-System auszuführen oder ein Schengen- und andere Visen erteilt zu bekommen.
Abgesehen davon werden entsprechend der Genfer Konvention alle Verpflichtungen zur Lebensversorgung der Bürger auf den okkupierten Territorien auf den Okkupanten auferlegt.
Auszug aus dem Genfer Abkommen IV:
Die Besatzungsmacht ist verpflichtet, für die Bevölkerung des besetzten Gebietes die Versorgung mit Nahrung und medizinischen Artikeln sicherzustellen und hat, wenn sie sich dazu außerstande sieht, Hilfslieferungen zuzulassen (Artikel 55 und 59).
Im März 2014 hat Russland einen Teil der Ukraine- die Halbinsel Krim – annektiert, begnügte sich damit aber nicht und führt seitdem gegen die Ukraine einen hybriden Krieg, wobei es als Sponsor des Terrorismus im Donbass auftritt. Die ukrainische Seite hat nun absolut rechtmässig alle wirtschaftlichen Verbindungen mit dem okkupierten Territorium der Krim abgebrochen, was als ein weiterer Schritt in der Durchsetzung eigener Sanktionen gegen den Aggressor verstanden werden soll.


Quelle : Krimblockade ein Instrument ....

Dieses Material wurde von Alexei Beresin und Irina Schlegel exklusiv für InformNapalm vorbereitet. Die Infografik wurde uns freundlicherweise vom Projekt infographics_ua zur Verfügung gestellt. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.



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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am So 25 Okt 2015 - 11:48

Genau so ist es...

Hört auf zu jammern!

Alles läuft darauf hinaus, dass die Ukraine im „westlichen Format“ überleben und siegen wird. Zumindest die Dynamik des Geschehens an der Front und im Hinterland beginnt zu erfreuen. Im Informationsfeld geniert man sich auf die eine oder andere Weise darüber zu sprechen. Wenn Sie Beiträge über etwas Positives sehen oder Artikel darüber lesen, was das Land in einem Jahr erreicht hat, trifft man häufig zwangsläufig auf ein Bündel Pessimismus. Es ändert sich nichts, alles ist verloren, solche Reformen haben wir bereits gesehen, alle stehlen, das ist alles. Selbstverständlich verstehe ich, dass es den Menschen, welchen Anfang 1980 der Kommunismus, dann die Perestroika, und später Frankreich einzuholen und die ganze Welt zu sättigen versprochen wurde, schwer fällt an das Gute zu glauben. Denn letztendlich haben sie nichts als den Verlust ihres Geldes in der „Sberbank“, die weltweit zweithöchste Sterblichkeitsrate, die abscheulich durchgeführte Privatisierung und das Vortäuschen von Reformen erhalten und das 20 Jahre hintereinander.

Doch für ein Land, das sich im Krieg befindet, ist Missmut eine doppelte Todsünde. Natürlich kann man darüber angespannt jammern, dass der Generalstab die Patrioten in den Kesseln verrät und der Lohn 200 Dollar entspricht, doch in der wirklichen Welt kam es auch anders unter solchen Bedingungen als bei uns. Es gab auch Lebensmittelkarten, wie in Israel, es gab auch massenhaftes Abstellen von Strom, wie in Georgien und in Moldau, zehntausende Tote, wie in Syrien und in Jugoslawien, Anarchie, wie in Albanien, Zerfall von Staatlichkeit und den Untergang des Landes. Es gab bereits so einiges. Hinter konkreten Erfolgen und Misserfolgen standen jedoch stets konkrete Personen. General Divjak verteidigte Sarajevo, für die Lage in Syrien ist Assad verantwortlich, die Pyramidensysteme in Albanien schuf die albanische Regierung. Und nur in der Ukraine sieht es so aus, als hätten wir die Offensive der Hybrid-Armee eines 140-Millionen-Landes aufgehalten, die Front stabilisiert, den Staatsbankrott abgewehrt, den Hrywnja-Fall gestoppt. Und all das haben die ZOG, die Reptilien und die Anunnaki gemacht.

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Während das witzige Kaninchen Senja und der „Schoko-Oligarch“ das Land verkauften, wurden alle von den Bataillonen der leichten Infanterie mit dem personellen Bestand einer Kompanie, den Parteien, die von Jesus Christus angeführt werden und den Sprechern der erfolgreichen Geschäftsmänner und -plünderer der 90er Jahre gerettet. Und obwohl wir uns daran erinnern, dass „der Sieg viele Väter hat und die Niederlage stets ein Waisenkind ist“, kommt unser nahender Sieg irgendwie ohne Familie aus. Doch um nun eine operative Pause an der Front zu erreichen und den Wirtschaftsabschwung infolge der Krim-Annexion und den Abriss der Verbindungen im Landesinneren wenigstens zu bremsen, wurde eine Riesenarbeit geleistet. Es ist merkwürdig, dass die Sprecher der führenden Partei des Informationsministeriums nicht an jeder Ecke darüber schreien. Denn im Informationsfeld wird über alles Mögliche debattiert, ausgenommen über die echten Leistungen der Ukraine. Bei uns werden entweder die Radikalen ausgeliefert, oder es kommt zu einer Reaktion nach der Revolution, oder die Kredite werden geplündert, oder die Tarife sind gestiegen und die Hrywnja ruiniert, oder die sowjetische Armee wurde eingekesselt.

Und darüber diskutieren nicht die schlechtesten und dümmsten Menschen, unten herrscht einfach die Hölle auf Rädern. Vor kurzem hörte ich von einem Friseur, dass es überhaupt keine Russen im Osten gäbe, sondern dass Poroschenko, Kolomojskyj und Achmetow am Krieg im Osten ihr Geld verdienen würden. Auf die logische Frage, wie sie es schaffen, etwas zu verdienen, wenn sie einen Haufen Vermögenswerte, Geld und einen riesigen Absatzmarkt verloren haben und der „Privatbank“ die Ramschniveau-Plakette „aufgedrückt“ wurde, bekam man die Antwort à la „wenn man aufmerksam fernsehen würde, dann wird einem alles klar“.

Das Volk extrapoliert seine kleinen Angewohnheiten auf die Regierung. Wenn ich schon den Zähler durch einen Magneten anhalte, keine Steuern zahle und mich von der Einberufung verstecke, dann ist Oben auf jeden Fall alles unsauber. Das wird von vielen genutzt – von Talk-Show-Moderatoren bis hin zu sprechenden Köpfen der Taschenparteien. Und darunter müssen viele von denjenigen leiden, die zur „sowjetischen“ Armee gehen, versuchen etwas zu ändern und begreifen, dass nicht die teuren Tarife oder ein falscher Premier für die Probleme des Landes verantwortlich sind.

Es wurde eine Menge getan. Das Erste war, dass sogar Protestversuche der Watnike, die Besetzung der regionalen Regierungsgebäuden und Unruhen in den Städten des Hinterlandes vollständig unterbunden wurden. Genau das war nämlich einer der Gründe, warum „Neurussland“ sogar in Form von Webseiten aufgehört hat zu existieren. Alle mehr oder weniger bedeutenden Persönlichkeiten sind entweder auf der Flucht, geben Interviews über verschwundene Strauße auf LifeNews, sitzen in einer gemütlichen Zelle, oder sie sind aus dem öffentlichen Geschehen ausgeschieden. In einem Jahr wurden 700 Kämpfer und ihre Komplizen festgenommen, ca. 20 Verbrecherzellen in Charkiw, Odessa und Mariupol im Untergrund zerschlagen, einige Diversions- und Aufklärungsgruppen des Gegners außerhalb der ATO-Zone liquidiert, mehr als 1000 Waffen und hunderte Kilogramm Sprengstoff sichergestellt.

Das Wichtigste ist, dass es den Kämpfern nicht gelungen ist, die „rote Linie“ an Toten während der Terroranschläge zu überschreiten. Ja, es wurden Büros und Fahrzeuge von Freiwilligen-Helfer in die Luft gejagt, eine Brücke in Mariupol, Eisenbahnmaterial bei Charkiw und Odessa und Magnetminen für die Sprengung von Treib- und Schmierstofftanks eingesetzt. Umfassende Anschläge auf Zivilisten und auf Massenkundgebungen konnten vermieden werden. Es gab bei uns keinen Panzerbeschuss des Parlaments, Explosionen in der U-Bahn oder Liquidierungen von Terroristen, bei denen mehr Zivilisten sterben als Kämpfer, wie im stabilsten Land der Welt etwas östlich von uns. Charkiw ist geräumt, der Süden ebenfalls, Odessa ist der Spitzenreiter unter den Regionen bei den westlichen Reformen, beinahe monatlich werden dort Mitglieder der Kommunistischen Partei der Ukraine und Separatisten verhaftet, die versuchen die Lage zu destabilisieren. Unterm Strich ist der Einfluss von Agenten der „russischen Welt“ von der Besetzung lokaler Regierungsgebäuden und Kundgebungen mit zehntausend Teilnehmern zu Untergrundzellen und herzzerreißenden Märchen auf YouTube zusammengefallen.

Die Armee ist ein Start in den Weltraum, ohne Frage. 280 Tausend Mann Personalstärke binnen eines Jahres, das ist der absolute Rekord der letzten zehn Jahre. 200-300 % Wachstum bei dem Andrang für den Beruf als Pilot. 200-300 % Wachstum bei den Manövern bei Bataillons- und Kompanieübungen. In den eineinhalb Jahren des Krieges wurden fünf S300 Flugabwehrraketensysteme und drei BUK-M1-Systeme wiederhergestellt, in Uman eine Luftabwehreinheit der zuvor bewahrten Flughafennetzwerke gebildet, zwei Dutzend Abfangjäger am Flügel aufgestellt und vier neue Radarstationen P-18 „Malachit“ eingesetzt. Apropos, das ist einer der Gründe, warum wir nicht von der „unbekannten“ Luftwaffe angegriffen wurden, wie es in Abchasien und der Moldau der Fall war. Wissen noch alle, was eine georgische BUK-M1-Abteilung mit den russischen Luftstreitkräften gemacht hat und wie viele Flugzeuge in fünf Tagen des Konflikts heruntergeholt wurden? Also wir besitzen 60 davon. Dass die Flugzeuge der „Bergarbeiter“ am Boden blieben, kommt nicht von ungefähr. Und die enormen Anstrengungen bei dem Ausbau des Flugabwehrnetzwerkes im Osten und im Süden ist erst der Anfang des langen, aber nötigen Weges.

Wie im Grunde genommen die unendliche Geschichte von der Inbetriebnahme von „Dozor-B“, „Kozak APC“ aus den „Achtzigern“ für die Fallschirmjäger oder der Lieferung der „T-72“ und den Schützenpanzern – Dreiviertel derer wir nicht im Bestand der Armee hatten. Zäh, mühsam, mit Ach und Krach, ohne jegliche Termine einzuhalten, für die ukrainischen Streitkräfte und die Nationalgarde jedoch wird weiterhin neue oder gelagerte Technik eingekauft. Wir hatten faktisch keine Rüstungsindustrie im klassischen Sinne – eine Fertigungsstraße, eine Serie und einen geschlossenen Produktionszyklus. Der berühmte BTR-3-Vertrag mit Thailand – zwischen 2010 und 2013 sind 153 Stück verschifft worden und das bereits mit einer gewaltigen Verspätung und außerhalb jeglicher Fristen. Vier Fahrzeuge im Monat. Und das für ausländische Währung während einer friedlichen Zeit und ohne Bildung von mobilen Reparaturbrigaden, wobei man um die Kooperation mit russischen Betriebswerken betteln musste. Jetzt ist alles noch komplizierter. Jeder Vorgang eines Einkaufs von Technik für die Soldaten muss mit Hilfe des Zahlenprismas irakischer oder thailändischer Verträge unter die Lupe genommen werden, sowie die Lieferungen für die ukrainischen Streitkräfte seit ihrer Formation. Hier gibt es ebenfalls Wachstum bei den Aufträgen für Technik sowie der Menge der Munition, erstmals werden Kommunikationsmittel für mechanisierte Brigaden eingekauft, Wärmebildkameras, gepanzerte Fahrzeuge, Frachtfahrzeuge, Flugabwehr, Panzerabwehrlenkwaffen nicht einzeln, sondern zu Dutzenden. Das ist immer noch nur ein Tropfen im Ozean, jedoch mehr als jemals zuvor in der gesamten Geschichte der Unabhängigkeit.
Die Kampfhandlungen – der Waffenstillstand ist nicht vom Himmel gefallen. Bis dato gab es Grabenkämpfe um den Fluss Bachmutka und in den Engen von dem Fluss Donez, ebenso Lärm bei Horliwka und in Richtung Artemiwsk. Seit der vernichtenden Niederlage der Separatisten bei Mariupol, bei der innerhalb von acht Stunden die Söldner etwa 200 Mann mit Sanitätern verloren haben, sind faktisch zwei Bataillon-Gruppen kampfunfähig. Die mehrwöchige Mörser-Jagd von den Höhen über Schyrokyne, als man die Separatisten buchstäblich mit Stöcken ins Dorf jagen musste. Die ununterbrochenen und erfolglosen Sturmversuche der Stützpunkte in den Bezirken der Ortschaften Peski und Awdijiwka, dem berühmten Dreieck bei Donezk. Und egal wie wir im Netz über den „Sowjet“ schreien, den Sieg lieferte just die Masse der Streitkräfte, mit Hilfe von hunderten eingelagerten und wiederhergestellten Gerätschaften, mit schweren Maschinengewehren aus dem letzten Jahrhundert, mit dem Streufeuer der Raketenwerfer und mit Hilfe von Bataillonen der Territorialverteidigung. Ihr solltet begreifen, dass der Einsatz der Gruppen bei Ilowajsk, und die 242 Kampftage um den Flughafen, und die menschlichen Wellen-Angriffe in Debalzewe alles schlicht und ergreifend strategische Niederlagen Russlands sind. Alles hätte mit „Motorola“ in Charkiw und den Aktionen der russischen Spezialeinsatzkräfte enden sollen, damit „Neurussland“ vom Donbass bis Perekip (Gebiet Charkiw) und Odessa blühe. Es war nicht geplant, aus Slowjansk zu fliehen und Mariupol zu verlieren, monatelang um zwei Gebäude zu kämpfen, Milliarden wegen Sanktionen zu verlieren und in die Eier des eigenen Umrüstungsprogramms zu treten. Es war nicht geplant, dass Sachartschenko auf Krücken hüpft und man mit Panzern die Blöcke nahe Wuhlehirsk von Minen freiräumen und sie aus Schyrokyne abziehen müsse. Jeder Truppeneinmarsch und jede Eskalation ist das Scheitern des vorangegangen Plans der Russischen Föderation.

Strategisch haben wir nun die Situation des letzten Sommers gespiegelt wiederholt. Die ukrainischen Streitkräfte im „Hufeisen“- im sich von Norden bis Süden ziehenden Streifens einer dichten Bebauung, an den Flanken abgeschirmt durch die Flüsse Kalmius und Donez. Marjinka geht in Krasnohoriwka über, dort können die Positionen von Kurachowe gesichert werden, über ihnen schweben Karliwka und Peski, weiter zieht sich ein Netz von Ortschaften bis Awdijiwka. Jeder Angriffsversuch würde jetzt die Gebäude, Betonbefestigungen und Truppenstützpunkte treffen und die Angreifer wären dem Artilleriefeuer ausgesetzt. Wenn sie die nächsten zwei Gebäude monatelang einnehmen wollen, während sie ihre Wirtschaft zerstören, können wir nichts machen, außer die Eliminierung ihrer Truppen. Und selbst anzugreifen, wie es einige Hitzköpfe verlangen, ist auch bei einer Mobilisierung von erheblich mehr Kräften immer noch sinnlos. Da es in Donezk keine Ölraffinerien, keine Munitionsherstellung, keine Reserveeinheiten und keine Mobilisierungsreserven gibt.

Der klassische Ansatz einer gründlichen Operation des gesamten Militärs mit der Einnahme von Industriezentren des Feindes und der dortigen Zerschlagung seiner Kräfte, funktioniert hier nicht, sofern es Versorgungswege der hybriden Armee, einschließlich der Aufstockung der Personalstärke und den Zugang zu den Feldlagern im Gebiet Rostow und zu den Lagerstätten gibt. Diese können wir nicht bekämpfen, da wir nicht die Möglichkeit haben, das Artilleriefeuer von dem Gebiet der Russischen Föderation zu ersticken. Im Endeffekt werden die Truppen der Söldner die Versorgung und sogar die Gewalt über einen schmalen Streifen der Steppe zwischen den Grenzen aufrechterhalten und wir kommen in den Bereich der Rohrartillerie und der Raketenwerfer, auf die wir nicht werden antworten können. Wer in der Steppe bei Iswaryne unter den „Reaktoren“ der russischen Streitkräfte sitzen möchte, soll weiterhin den Friedensplan kritisieren und über das Hinausquetschen der Separatisten durch Beschuss fantasieren. Und wir werden weiterhin den „Schnellkocher“ verschließen und den Druck in ihr durch den Kampf gegen Diversions- und Spionagegruppen und dem Schmuggel vor dem Hintergrund süßer Sanktionen und Erdölpreisen erhöhen.

Die heutige Unterstützung des Westens ist beispiellos. Als ein Land, das „Kettenpanzer“ der „Achse des Bösen“ verkaufte und Handelsschiffe für afrikanische Länder unter Waffenembargos fertigte, die sich auf einmal als Kampfschiffe entpuppten, haben wir den Schritt zum Status des „Hauptverbündeten der NATO“ gemeistert. Bis jetzt gibt es Gerüchte, dass wir mit tödlichen Waffen im Stich gelassen wurden. Nein, man gab uns lediglich die Möglichkeit uns zu mobilisieren und zu überleben. Es macht fast keinen Unterschied, womit man sich von einer „Buk“ zurückzieht, ob in einem „Greif“ oder einer „MiG-29“. Es macht keinen Unterschied, womit man auf 15 Kilometer feuert, ob mit einer M198 oder einer D-20. Oder einen Panzer mit einer TOW oder einer „Fagot“ (AT-4 Spigot) beschießt. Insbesondere, wenn man kein Steuerungssystem, Mittel für elektronische Kampfführung, Drohnen und die Möglichkeit hat, Soldaten zu mobilisieren, sie auszurüsten und die Truppen an der Front zu versorgen.

Wie kann die Lieferung von drei mobilen Krankenhäusern für beinahe fünf Tausend Plätze mit der Ausbildung von Medizinern und der Versorgung mit Medikamenten bewertet werden? Und die Behandlung von ungefähr 350 Personen in den Krankenhäusern der NATO-Länder – fünf Prozent der Sanitär Verluste genesen im Ausland. Das sind Millionen Dollar und dutzende gerettete Leben. Während in Jarowe momentan die Drohnen-Operateure geschult werden, liegen den US-amerikanischen Betrieben bereits Aufträge für 24 Bataillons-Rüstsätze für Drohnen vom Typ RQ-11 „Raven“ vor. 72 Drohnen – das ist die umfangreichste Lieferung von Aufklärungsausstattung in die Ukraine in ihrer gesamten Geschichte. Kommunikationsmittel für Millionen von Dollar – in absehbarer Zeit könnte die Zahl 40 Millionen amerikanischer Präsidenten erreichen. Vor uns liegt die Modernisierung des Kommandosystems der ukrainischen Streitkräfte, einschließlich der Satellitenkommunikation, Funkgerätesätze aller Stufen, gesicherte Tablets und Notebooks. Nachtsichtgeräte, Wärmebildkameras, Artillerieradare, Fahrzeuge, 70 Tausend Schuhpaare und zehntausende Uniform-Sets – das alles war und ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Diese Unterstützung ist unbezahlbar. Allein die USA und Kanada investierten hierfür bereits um die 800 Millionen und die übrigen Verbündete haben das Militäretat der Ukraine locker verdoppelt. Und das sind keine Konserven, Armee-Rationen, Generatoren, Ruck- und Schlafsäcke – das ist die Chance sich zu mobilisieren und die Truppen auf dem Kampffeld zu versorgen. Die Chance, die Front zu schließen. Leben oder Tod des Landes und zehntausender Menschen. Zusätzlich gab uns der Westen die carte blanche für einen harten Druck auf den Aggressor. Ohne Probleme halten wir Horliwka mit Artillerie im Griff und blockieren den Kanal mit dem Wasserzustrom auf die Krim. Was die Diplomaten mit Israel für eine am falschen Ort explodierte Granate und die Gaza-Blockade machen, ist unvorstellbar. Wenn für die weitere Unterstützung das Mantra vom Friedensplan noch ein Dutzend Mal wiederholt und einige Änderungen in der Verfassung vorgenommen werden müssen, würde jeder adäquate Mensch dies wieder und wieder machen.

Der Energiebereich. Hier haben wir viel verloren. Im Laufe des vergangenen Winter gab es nicht nur angesichts der krummen Hände des Energieministers und der Kohle aus Südafrika, die aus irgendeinem Grund nicht brennt, planmäßige Stromabschaltungen. Auf dem von den Söldnern besetzten Gebiet recht viele Objekte: Die Wärmekraftwerke Suhres und Starobeschewe, die Windenergieanlagen in Lutuhyne, Krasnodon und Nowoasowsk. Durch die große Hitzewelle, die für den Produktionsabfall in den Wasserkraftwerken führte, durch beschädigten Leitungen im Osten, geschlossenen Einrichtungen im Westen und mit dem Anthrazit-Chaos, verlor die Ukraine im am schlechtesten anzunehmenden Fall bis zu 3000 Megawatt Leistungsumsatz. Im Laufe des Jahres ist eine Menge Arbeit verrichtet worden: Ein Block des Wärmekraftwerkes in Wuhlehirsk wurde repariert, im Übrigen nicht unweit der Frontlinie, die Blocks der Pumpspeicherkraftwerke im Dnister und Taschlik wurden erneuert, die Einrichtungen des Wärmekraftwerkes von Burschtyn wurden gen Zentrum und dem Osten erweitert. Es werden Hochspannungsleitungen von dem Atomkraftwerk in Riwne angelegt, es wurde der Bau eines Wasserkraftwerkes in Kaniw begonnen. Und zusätzlich ist ein großangelegtes Projekt der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung angelaufen: Die Modernisierung der Umspannwerke, die Erhöhung der Sicherheit und die Erneuerung der Atomkraftwerke, die Umstellung der Wasserversorgungsunternehmen und Wärme erzeugender Unternehmen auf Biomasse, Spartechnologien.

Zusammen mit dem Kaniw Block und privaten polnischen Unternehmen der grünen Energieerzeugung, wurden und werden etwa 3,3 Milliarden US-Dollar auf den Markt geschwemmt. Eine kosmische Summe für die Industrie im Heute. Und obwohl diesen Winter die Probleme bestehen bleiben werden und wir die Lücken in der Wirtschaftskapazität nicht vollständig geschlossen haben, liegen einige aktive Jahre des Aufbaus und der leckeren Verträge vor uns, einschließlich dem Aufbau und der Modernisierung von Atomkraftwerken. Die rosafarbenen Phantasien der Watnike über die in der Dunkelheit eingefrorenen Städte und den „Cholodomor“ (Üb. „Tod durch Kälte“, ein Hinweis auf den „Holodomor“) haben sich dank der Riesenarbeit des Energieministers zur Stabilisierung des Netzes und der Lockung von Investitionen nicht erfüllt.

Apropos, über Investitionen haben nur noch Faule nicht gesprochen. Darüber, dass der Schwerpunkt der Ukraine in der Logistik, den Versorgungswegen des Verkehrs in die EU, der Landwirtschaft und Verarbeitung, der Energiewirtschaft, der billigen Arbeitskraft mit einer guten Produktionskultur und der Modernisierung der sowjetischen Rüstung liegt. Nun für alle Apologeten dessen, dass keiner in ein sich im Krieg befindliches Land investieren wird, eine unvollständige Liste der Investitionen des Jahres 2015. Die Schweden errichten ein Biokraftstoffwerk in Dnipropetrowsk für 120 Millionen US-Dollar, ein amerikanisches Landwirtschaftsunternehmen investiert in ein Containerterminal für Getreide im Hafen „Juschne“ 130 Millionen und die Franzosen 100 Millionen in Illitschiwsk.

Der Konzern Monsanto investiert 250 Millionen in die Anlage für die Herstellung von Maissaatgut, die Japaner bauen in Lwiw ein Produktionswerk für Autoteile und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung kündigte ein Businessplan für 2015 im Landwirtschaftsbereich der Ukraine im Wert von 330 Millionen amerikanischer Präsidenten an. Und nun im Kleinen. Die Schweden bauen eine große Recyclingfabrik, die Ukrainer aktivieren mit den Polen ein Joint Venture im Bereich des militärisch-industriellen Komplexes, die Luftfahrtindustrie der Ukraine kooperiert mit der Türkei und China und in Mykolajiw wird eine Ölmühle gebaut. Und selbstverständlich kommt man nicht um die Kirsche auf dem Sahnehäubchen herum: 500 Millionen US-Dollar von der deutschen Nationalbank für den Wiederaufbau der Infrastruktur und des Straßenbelages im Osten. Nichts besonderes, nur ein paar zusätzliche Milliarden für die kranke ukrainische Wirtschaft – ihr geht einfach daran vorbei. Und dann unerwartet der Agrar-Industrie-Komplex, der militärisch-industrieller Komplex, die Energiewirtschaft und Logistik. Wer hätte das gedacht?

Wir standen am Abgrund. Sowohl militärisch als auch politisch, wir wurden durch die Demonstrationen zerrissen und an der Front getötet, ins Land sind Einheiten einer hybriden Armee einmarschiert und töteten mehr als 500 Ukrainer in weniger als drei Tagen, unsere Städte wurden von „Uragan-Systemen“ beschossen, die Kriegsgefangenen mit Hunden und Stöcken getrieben, zwei große Flughäfen wurden in elende Ruinen verwandelt. Wir gaben Geld für kaputte Straßen, für Binnenflüchtlinge, für Verteidigungslinien, für Verletzte und Verstümmelte aus. In den Verteidigungsetat 2016 (bereits mit 60% höher angekündigt, als der Rekord von 2015) verrinnt das Geld, wie Wasser im Sand.

Der Ukraine stand das Wasser bis zum Hals. Und wir haben standgehalten, den Aggressor im Blut getränkt, zwei Offensivversuche begraben, den Energie- und Wirtschaftskollaps verhindert, wir versorgen eine für unsere Wirtschaft beeindruckende Armee und schaffen es sogar, Investitionen anzulocken. Die Deutsche Nationalbank gibt uns 100 Millionen US-Dollar für die Sanierung der Trasse zwischen Saporischschja und Mariupol. Sogar die Deutschen riskieren mit ihrem Geld und glauben, das wir Mariupol werden halten können und die Ukrainer sie bereits seit zwei Monaten in den sozialen Netzwerken aufgegeben haben. Die Polizei, die Online-Einkäufe, die Neuausrichtung des Gasmarktes, die Angleichung der Zolltarife, die Versorgung mit Uniformen, das neue Ernährungsprogramm für die ukrainischen Streitkräfte, das anlaufende Anti-Korruptions-Komitee – ein ganzer Haufen Veränderungen zur Auswahl.

Und diese ganze Bewegung hat ihre konkreten „Väter“. Da ist Poroschenko, der permanent in den Parlamenten der weltweit größten Staaten an den Friedensplan und die junge Demokratie erinnert, um Unterstützung und eine сarte blanche für die Operationen zu erhalten. Jaresko, die zum ersten Mal in der Geschichte der Ukraine bei Kreditgebern günstige Bedingungen herausschlagen konnte, laut Carl Bildt „eine der besten Finanzministerinnen Europas“. Demchyshyn, der einen endlosen Krieg mit den Monopolisten und den Überbleibsel des sowjetischen Energiesystem. Birjukow und Nefjodow und einige Dutzend anderer Personen aus ihren Teams, die ihre Nächte bei der Arbeit verbrachten, um transparente öffentliche Beschaffungen und Ausschreibungen durchzuboxen. Die Freiwilligen-Helfern-Truppen, die systematisch den Dreck des Verteidigungsministeriums aufräumen. Die Offiziere des Generalstabes mit einem Konzept zur starken Abwehr der Truppenstützpunkte, „Hufeisen“ in Bebauung und der Truppenbewegung von größeren Artilleriekräften hinter der Kontaktlinie. Die Abgeordneten, die ehrlich für die Änderungen im Minsker Abkommen stimmten, wissend, dass Biden anrufen wird und es geschehen wird und ein paar Prozente im Rating vor den Wahlen es nicht wert sind, Quatsch von der Tribune von sich zu geben. Eka Sguladse und ihr Team, die die Polizei reformieren. Lesnik, der eine Menge an Nerven und auch seine Gesundheit für die Entwicklung der ukrainischen Uniform zerstört hat. Tausende von Freiwilligen-Helfer, Soldaten und Freiwilligen, die ehrlich ihre Pflicht erfüllen und versuchen das Land zu retten und nicht, um durch Märchen in die Werchowna Rada zu gelangen oder etwas Geld auf der „Alles-ist-verloren“-Welle zu kassieren.

Also, und all diese Menschen sind auch nicht aus Stahl. Und jeder, der sagt, dass „sich nichts ändert würde“, beschleunigt einen einfachen Prozess. Wenn die Ukrainer zum wiederholten Male Märchenerzähler wählen und die „beschissenen Reformer“ die Hoffnung verlieren und sich in Europa, Kanada oder im Privatgeschäft verwirklichen, wie schon die Generation zuvor. Wieder würde ich gerne schreiben, dass während ihr wieder Flaschen aus den Mülltonnen fischt, Poroschenko in die Schweiz und Saakaschwili in die USA ausreisen werden, jedoch ändert es eigentlich nichts. Die Verträge von „Turboatom“ bezüglich des Atommülls, die Häfen und Fabriken von amerikanischen Unternehmen und die Milliardeninvestitionen im Bereich Infrastruktur sagt uns, dass der Westen hier ernsthaft und auf eine lange Zeit ausgerichtet ist. Die Frage ist nur, nach welchem Schema die Reformen und die Deregulierung durchgeführt werden – nach dem harten oder dem sanften. Der neue Berater des Finanzministers, Laffer, hat doch bereits auf „Bioreaktoren“ und darauf hingewiesen, dass Renten und Sozialhilfe nicht nötig seien, wenn das Land am Rande des Überlebens stehe. Also denkt daran, dass der Weg zur Mülltonne und zum „sowjetischen“ Bataillon der Territorialverteidigung für Dosenfleisch und 100 Dollar manchmal näher ist, als es uns scheint. Ändert sich denn nichts im Land oder wäre es besser, sich gut umzusehen? Und möglicherweise ist es sogar an der Zeit, zu einem Tropfen in dem reißenden Fluss der Veränderungen zu werden?

Beitrag von Informnapalm
Quelle: Kirill Daniltschenko in politolog.net; übersetzt von Kateryna Matey

https://de.informnapalm.org/hoert-auf-zu-jammern/


Zuletzt von Wormser am So 25 Okt 2015 - 11:50 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : weildarum)

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Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen.
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am So 25 Okt 2015 - 16:55

Anna Veronika Wendland: Nihilisten denken besser


Mal wieder ein hervorragender Artikel von ihr :daumen

euromaidanpress schrieb:
Arbeit vs. Kapital: Sechs Thesen darüber, was im Donbass wirklich los ist

Dank der immer wieder erfrischenden Facebook-Gruppe “Am Majdan gleich links” – der deutschsprachigen, gut in der Ukraine vernetzten ständigen Vertretung des Linken Sektors – bin ich auf einen Beitrag der Seite “Nihilist” gestoßen, der die Realitäten im Donbass ganz anders sieht – nämlich ohne russisch-und ukrainisch-nationale Brille, von der europäisch-linken ganz abgesehen, welche de facto meistens die russisch-nationale ist.

http://www.nihilist.li/2015/10/19/rabochie-konflikty-na-donbasse-klassovaya-bor-ba-na-fone-vojny/

Hier die Hauptthesen:

1) Die immer wieder beschriebene Frontstellung “Separatismus” vs. “Ukrainischer Patriotismus” ist ein Scheingegensatz, der die wirklichen Interessenkonflikte im Donbass verschleiert. Ganz davon abgesehen, dass man Söldner und Gewaltunternehmer mit russischen Pässen schon aus Vernunftgründen nicht als ukrainische Separatisten bezeichnen sollte, bestehen die wirklichen Gegensätze hier immer noch zwischen Unten und Oben, zwischen Arbeit und (Racket-)Kapital. Im besetzten wie im unbesetzten Teil des Donbass.

2) Den Leuten im Donbass geht es angesichts himmelschreiender sozialer Zustände um elementare Herausforderungen: die Verweigerung basaler Arbeitnehmerrechte, Lohndumping und Lohnverweigerung durch die Arbeitgeber, die zusammenbrechende medizinische Versorgung, ausstehende oder gekappte Sozialleistungen. Das sind die Überlebensfragen. Wer sie zufriedenstellend lösen würde, hätte die Sympathien und die Loyalität des Donbass. Und das ist auch nicht verwerflich, anders als es die verblasene Kritik am proletarischen “Materialismus” des Donbass immer wieder äußert. Gegenwärtig lösen weder Kiew in dem ukrainisch kontrollierten – größeren – Teil des Donbass, noch Moskau und seine Marionetten im besetzten Teil diese Probleme.

3) Streik- und Demonstrationsrecht werden im nicht besetzten Teil des Donbass mit Hinweis auf die Kriegssituation beschnitten, sozialer Protest als “Separatismus” denunziert. Im von russischen und prorussischen Milizen besetzten Teil des Donbass sind Menschen- und Arbeitnehmerrechte vollständig außer Kraft gesetzt. Andersdenkende oder Konkurrenten um Ressourcen werden in Geheimknästen gefoltert oder verschwinden einfach; sozialer Protest wird nach stalinistischer Manier – und wie in Russland – als “Volksverrat” denunziert, Gewerkschafter müssen um ihr Leben fürchten.

4) “Russische Welt” vs. “Ukrainischer Staat” sind von geringerer Bedeutung für die Menschen, als es immer dargestellt wird. Genauer: Viele Menschen im Donbass, die mit der faschistoiden russischen Milizenherrschaft nichts am Hut haben, fühlen sich alleingelassen und abgelehnt aufgrund der in der Ukraine weit verbreiteten ethnozentrischen Lesart, derzufolge der Donbass ein “fremdes”, nichtukrainisches Element sei, das die Ukraine immer wieder “nach Moskau” und “nach unten” ziehe, weswegen man ihn besser den Russen vor die Füße schmeißen und eine Mauer drumrum bauen solle – um dann in Ruhe eine westorientierte Ukraine mit NATO, EU und IWF aufzubauen. Wir kennen dieses Argument, antiwestlich und reaktionär-panslavisch gewendet, aus der Moskauer Propagandaküche – doch weder in der einen noch in der anderen Rezeptur ist es genießbar. Prominentestes Sprachrohr dieser Position – das darf ich von meiner Seite hinzufügen – ist übrigens der hierzulande als ukrainischer Europäer, Frei- und Schöngeist gefeierte Schriftsteller Jurij Andruchovyč, der diesen Unsinn in seinem Schönbrunner Deutsch wohltönend unters Buchmessenpublikum bringt.

5) Linke in der Ukraine wundern sich immer wieder darüber, dass Linke in Deutschland zwar prima Bescheid wissen über die Kämpfe im Maghreb, in Kurdistan und in Lateinamerika – aber die Ukraine vor ihrer Haustür “links” liegen lassen. Denn unsere Antiimps wissen ja im Vorhinein – ohne Lektüre, Landes- oder Sprachkenntnis: hier tobt ein Kampf zwischen US-Imperialismus und Ukrofaschismus auf der einen und aufrechten russischen “Antifaschisten” auf der anderen Seite. Deshalb ist die Ukraine im linken Diskurs nach wie vor ein Schwarzes Loch, das mit dem Schrott der Kronauers und Elsässers verfüllt wird.

6) Fazit: Liebe Linke, 20 Monate Bullshit sind genug. Es wird Zeit, die Augen zu öffnen, den Denkapparat in Bewegung zu setzen, und sich jener Instrumente der Analyse und Kritik, deren sich Linke gemeinhin rühmen, auch zu bedienen. Schmeißt den Vorurteilsplunder über die Ukraine und den Donbass endlich dahin, wo er hingehört: auf den Müllhaufen der Geschichte.

http://de.euromaidanpress.com/2015/10/25/anna-veronika-wendland-nihilisten-denken-besser/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Di 27 Okt 2015 - 14:41

Herzlichen Glückwunsch auch von uns

:daumen

Irina Schlegel schrieb:
Heute wurde unser Team Inform Napalm mit einer Ehrenurkunde vom Verteidigungsministerium der Ukraine ausgezeichnet!

Für aktive Informationsarbeit in Interessen der ukrainischen ATO und aktiven Widerstand gegenüber der Informationsaggression seitens der Russischen Föderation.
(ich würde ja sagen: für den Krieg gegen die Kremlpropaganda, aber na gut)))

Unterzeichnet wurde die Ehrenurkunde vom stellvertretenden Verteidigungsminister der Ukraine in Fragen der europäischen Integration I.Doltow.
Also, wir sind nun anerkannte Kämpfer der virtuellen ATO!)

12 Menschen aus unserem Team haben ausserdem namentliche Ehrenurkunden bekommen, darunter ich, worauf ich sehr stolz bin!!!
Wir hoffen aber bald für alle unsere Mitstreiter eine Ehrenurkunde zu bekommen, denn jeder in unserem Team hat einen Beitrag für die Freiheit, Unabhängigkeit und das Wohl der Ukraine geleistet!

Möchte mich hiermit besonders bei meinem deutschen Team bedanken!
Diese Ehrenurkunde ist eine echte Anerkennung!
Wir sind die unsichtbare Front. Lang lebe die Internet-Partisanen!)


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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am So 8 Nov 2015 - 15:51

Beitrag von InformNapalm

Menschenrechtler Sergei Kowalew über die Gründe, aus welchen das heutige Russland ohne politische Morde nicht auskommen kann.

Man darf den Chef nicht aus der „Firma“ wählen


Die zufällige Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Ereignisse: des Endes vom Prozess über Michail Glushtschenko, der der Organisation des Mordes an Galina Starowojtowa beschuldigt wird, und der Gedenkfeier für Boris Nemzow (Am 27. August ist ein halbes Jahr seit seinem Tod vergangen) zwingen einen darüber nachzudenken, warum die ganze Geschichte des modernen Russlands von politischen Morden begleitet wird.

Die Opferliste beschränkt sich nicht auf die Namen Nemzow und Starowojtowa – in dieser traurigen Aufzählung sind unter anderem die Journalistin Anna Politkowskaja und der ehemalige Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko enthalten. Vereint werden all diese unterschiedliche Menschen durch die Tatsache, dass sie alle gegen das in Russland herrschende System von Beziehungen zwischen der Führungsmacht und der Gesellschaft auftraten. Der heutige Gesprächspartner von Radio Swoboda ist ein Veteran der russischen Menschenrechtsbewegung, politischer Gefangener zu Sowjetzeiten Sergej Kowalew.


– Viele von diesen Verbrechen sind nicht umsonst ungeklärt geblieben, obwohl ich weit davon entfernt bin zu behaupten, dass einige von diesen Morden ganz bewusst von der Regierung organisiert worden sind. Diese Formulierung kann ich nur in einem Fall benutzen – beim Mord an Litwinenko. Hier wussten hohe Staatbeamte ganz genau, dass dieser Mord geschehen würde, und nicht umsonst versuchen sie stets, Andrej Lugowoj „reinzuwaschen“. In dieser Reihe stehen übrigens auch ganz andere Dinge, wie etwa die berüchtigten Terroranschläge, ob auf die Theateraufführung in „Nord-Ost“ oder auf die Schule in Beslan.

Es ist eine bewusste „Gesamteinstellung“ der Regierung, die Opfer nicht zu berücksichtigen, wenn sie gerade das sogenannte Staatsprestige verteidigt. Das Leben der Geisel hat in der ganzen Welt die höchste Priorität, bei uns hingegen hat es was substanzloses. Im Fall von Nord-Ost hätte sogar ein Schüler die Wirkung von einschläferndem Gas vorhersagen können. Und natürlich liegt die Schuld für das Massensterben in Beslan bei denjenigen, die den Sturm organisiert hatten. Dass die Terroristen den Sturm provoziert haben sollen, ist eine Lüge.

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Eine Regierung, die im Land einen Zustand der Hysterie und Wahnsinns erschafft, eine Regierung, die in ihren Gesetzen und Erlässen verfassungswidrige Normen verabschiedet – eine solche Regierung ist bei einem politischen Mord auf jeden Fall ein wichtiger Mittäter. Ich vermute, dass der Mord an Galina Wasiljewna Starowojtowa mit denen „da oben“ nicht abgesprochen worden war, aber das anschließende Scheitern der Ermittlungen fand meiner Ansicht nach nicht ohne die Beteiligung der „höheren Mächte“ statt. Dasselbe kann man wahrscheinlich über Anna Stepanowna Politkowskaja sagen, und ja, wahrscheinlich auch über Boris Jefimowitsch. Die Spur dieser Verbrechen führt nach Tschetschenien, und Herr Putin versucht ganz offensichtlich Ermittlungen gegen Ramsan Kadyrow zu verhindern. Das ist eine offensichtliche Sache, genauso offensichtlich wie die Gründe, aus welchen Putin sich nicht von diesem Gauleiter trennen kann. Putin steckt in einer Sackgasse, er weiss nicht wohin: entweder mit dem Kopf durch die Wand, oder aber eine Kapitulation. Putin ist aber keiner, der Kompromisse, eine allmähliche Kapitulation oder einen sukzessiven Rückzug suchen würde. Ich vermute übrigens, dass die heutige russische Führung sich die Wege zu einem sanften Abgang bereits abgeschnitten hat.

Ich meine nicht nur Putin, sondern das ganze System der russischen Macht in der postsowjetischen Periode. Warum besteht bei diesem System kein Interesse daran, die Organisatoren der Morde an diesen ehrenwerten Menschen zu finden? Ist es der Meinung, dass diese Menschen in Interessen des Staates getötet wurden?

– Zumindest nicht ohne einen gewissen Anteil solcher Überlegungen. Weil die Opfer aller politischen Morde Gegner der Regierung waren. Und wenn ich sage, ich möchte nicht mit Sicherheit behaupten, dass jeder dieser Morde auf höchster Ebene organisiert wurde, dann meine ich Folgendes: Die Regierung erzeugt im Land eine Situation, die diese Morde begünstigt, und diese Regierung kann keine andere Situation erzeugen. Weil Putins Hauptziel ist, an der Macht zu bleiben und weiterhin unermessliche Gelder zu verteilen, um seine Statthalter zu füttern.

Ganz in unserer historischen Tradition des sowjetischen Regimes will auch die russische Regierung von der Wahrheit nichts wissen. Sie lässt sich die Ereignisse mit Hilfe von hoftreuen Experten in für sich akzeptablen Begrifflichkeiten erklären. Zum Beispiel, wenn Putin öffentlich alle Schuld auf die USA schiebt, denke ich, versucht er nicht nur die Zuhörer, sondern auch sich selbst von der globalen Schuld der USA zu überzeugen. Irgendwann mal erzählte mir Swetlana Aleksejewna Gannuschkina eine Episode aus einem Treffen Putins mit den Mitgliedern der Menschenrechtskommission. Jemand sagte dem Präsidenten: „Sie verstehen doch, dass das hier bei uns keine Wahlen sind, diese Prozedur kann man doch nur schwer „Wahlen“ nennen?“. Putin antwortete nicht: „Was reden Sie da? Unsere Wahlen sind eine demokratische Prozedur!“. Er sagte :„Denken Sie, dass es bei denen anders ist? Es ist genau so, nur sind sie erfahrener und können die Spuren besser verwischen“. Das sagte der Präsident Putin. Er versteht also, was die russischen Wahlen sind, versucht aber zu glauben, dass die Wahlen im Westen genauso sind.

Verstehe ich Sie richtig: Zum Opfer des russischen Systems werden diejenigen, die besonders hartnäckig die Mächtigen daran zu hindern versuchen, das Land zu auszurauben?

– Richtig. Der eine versucht, die Führungsmächte daran zu hindern, das Land auszurauben, der andere versucht, sie mit alten Dissidenten-Lösungen dazu zu zwingen, der Verfassung zu folgen. Unsere Verfassung ist doch genauso unwirksam wie die stalinistische. Das ist nur eine Broschüre, in der etwas geschrieben steht, was keiner liest. Ja, diese Verfassung hat viele Mängel, sie hat aber ein Potenzial zur Weiterentwicklung und der Verbesserung des gesellschaftlich-politischen Systems Russlands. Übrigens ist es ein Dokument der direkten Anwendung. Aber alles läuft darauf hinaus, wie uns einst ein Aufsichtsstaatsanwalt im Gefängnis sagte: „Schreibt nie wieder Beschwerden und Gesuche an mich mit Verweisen auf die Verfassung. Ich erkläre: Sowjetische Verfassung ist nicht für Euch geschrieben, sondern für amerikanische Schwarze – damit sie genau verstehen, wie glücklich das sowjetische Volk lebt“. Unsere heutige Verfassung unterscheidet sich in keinster Weise von der stalinistischen.

Gibt es Ihrer Meinung nach irgendwelche Kräfte in Russland, die fähig sind die Situation zu verändern?

– Mich wundern nicht die 86% „KrimUnser!“. Mich wundert, dass es unter diesen 86% ziemlich viele Vertreter der intellektuellen Elite gibt, gebildete und kluge Menschen, die Lebenserfahrung haben und verstehen, was sie tun, wenn sie zu Handlangern des Herrn Putin werden oder wenn sie die Ukraine für ihre „faschistische Juden-Banderas“ kritisieren. Für mich begann die Tragödie des Landes im Herbst 1999 oder Anfang 2000, als Putin Präsident wurde. Ich kann mit den Fingern einer Hand die Personen des öffentlichen Lebens abzählen, die damals sagten „Was macht ihr da? Man darf keinen KGB-Oberst zum Präsidenten eines Landes machen! Das ist wie wenn in Deutschland ein STASI- oder Gestapo-Offizier zum Kanzler werden würde“.

Die Regierung darf nicht aus dieser „Firma“ gewählt werden! Das ist ein Jammer: im Land mit einer solchen Leidensgeschichte der Intelligenz fanden sich nicht genügend Menschen, die gesagt hätten: aus diesem Verein dürfen wir keine Führung wählen. Und jetzt sitzen alle Künstler und Musiker – mit wenigen Ausnahmen – im Erdloch. Demokratie ist nicht der Wille des Volkes, sondern die Freiheit der Minderheiten, ungehindert um die Anerkennung der Mehrheit zu konkurrieren. Ungehindert, fair, offen und transparent sowohl mit der Führungsmacht als auch mit anderen Gegnern zu konkurrieren.

Als Biologe kann ich Ihnen sagen –so eine Situation ist in unserem Genom festgeschrieben. Denn schon unsere entfernten tierischen Vorfahren teilten die Welt in das „Eigene“ und das „Fremde“ auf. Sie zeigten den Fremden ihre Zähne und hielten sich dicht an die Eigenen. Lesen Sie Czeslaw Milosz, er setzt sich brillant mit diesem Phänomen auseinander – er beruft sich natürlich nicht auf tierische Vorfahren sondern auf den menschlichen Instinkt: man soll handeln, wie alle anderen. In unserem Land ist der Drang wie alle anderen zu handeln, sich nicht von der Mehrheit zu unterscheiden, nicht aus der Herde herauszutreten, besonders stark ausgeprägt.

Man kann also dieses „russische Genom“, diesen Drang in der Herde zu bleiben und wie alle anderen zu sein, nicht ändern? Das bedeutet unter anderen auch, dass die Organisatoren der politischen Morde niemals gefunden werden?

– Beide Ihre Fragen verneine ich. Sowas ähnliches wie die polnische „Solidarnosc“ ist in unserem Land zur Zeit leider nicht möglich. Erinnern Sie sich, die Anfangsziele dieser Gewerkschaft waren strikt sozial – Verbesserung von Arbeitsbedingungen und der Bezahlung. Die Gewerkschaft begriff aber sehr schnell, dass diese Position allein untauglich war, man braucht politische Freiheiten, erst dann kann man die sozialen Veränderungen sicher durchsetzen. Ohne politische Freiheiten gelingt nichts. Wir haben momentan die gleiche Situation, aber ohne „Solidarnosc“.

Bedeutet das, dass die Situation hoffnungslos ist? Die Natur ist voll von Beispielen, wo kleine Bemühungen oder die Bemühungen von kleinen Gruppen plötzlich zu ernsthaften Ergebnissen führen. Das nennt man „Trigger Effekt“. Sagen Sie mir, worauf basieren die Weltreligionen? Auf Berichten einzelner Menschen, dass jemand nach dem Tod auferstanden sei, oder auf den Träumen des Propheten Mohammeds. Was ist das für eine Grundlage? Und was ist daraus entstanden?

Es wäre sicherlich vorlaut, an dieser Stelle die sowjetische Dissidenten-Bewegung der 1960-80er zu erwähnen, aber in Wirklichkeit war es etwas Ähnliches. Ohne diese Bewegung wäre das, was wir Perestroika nennen, nicht in Gang gekommen. Und der Westen hätte nicht eine signifikante Liberalisierung der UDSSR gefordert. Der Westen ist pragmatisch und feige. Er forderte die Veränderungen in der UDSSR, nicht weil westliche Politiker, sondern weil westliche Öffentlichkeit begann, darüber mit ihren Anführern zu sprechen. Im Westen darf man die öffentliche Meinung nicht ignorieren.

Ich möchte hoffen, dass unsere intellektuelle Elite irgendwann mal aufwacht. Denn selbst jetzt ist die Anzahl derer, die wir Straßenopposition nennen, nicht mit der in den 60ern zu vergleichen. Es sind immerhin Zehntausende und manchmal sogar über hunderttausend Menschen. Ja, wir erinnern uns an die Zeiten, wo eine halbe Million auf die Straßen von Moskau hinauskamen, aber das war doch nur ein kurzer Triumph, nachdem das von allen gehasste System zusammengebrochen war. Abgesehen davon war diese Macht nicht von 86%, sondern von 96% unterstützt worden, und viele hatten ebenfalls so getan, als ob sie an die Ergebnisse der soziologischen Umfragen glaubten.

Quelle: Sergei Kowalew im Interview mit Andrei Scharyi für svoboda.org; übersetzt von Zoya Schoriwna, editiert von Irina Schlegel.

https://informnapalm.org/de/sergei-kowalew-man-darf-den-chef-nicht-aus-der-firma-waehlen/

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Beitrag  Wormser am So 8 Nov 2015 - 16:30

Beitrag von InformNapalm

Moskau formatiert Nordkaukasus in den Islamischen Staat


Koalition als Indulgenz

Im September dieses Jahres rief Präsident Russlands auf der 70. UN-Generalversammlung die Weltgemeinschaft dazu auf, eine breite internationale Koalition gegen die terroristische Organisation Islamischer Staat zu bilden, die auch als der Islamische Staat im Irak und in Syrien bekannt ist. Über den Charakter der vorgeschlagenen Koalition erklärte Putin Folgendes: „Wie auch die antihitlerische Koalition könnte sie in ihren Reihen sehr verschiedene Kräfte vereinen, die bereit sind, entschieden jene zu konfrontieren, die wie einst die Nazis das menschenverachtende Böse säen“.

Die aufmerksamen internationalen Beobachter haben keine Gründe, Kreml der Angst vor der nahöstlichen Terrorgruppierung zu verdächtigen, umso weniger ihn der Ablehnung des internationalen „menschenverachtenden Bösen“ zu verdächtigen. Für Putin ist die 70 Jahre alte Erfahrung wesentlich wichtiger als der IS. Die von ihm erwähnte antihitlerische Koalition hat nicht nur die Nazis zerschlagen – sie hat dem Kannibalen Stalin das Recht gegeben, über das Schicksal der Nachkriegswelt an einem Tisch mit den Anführern der wichtigsten Staaten der Welt zu entscheiden. Die Länder Osteuropas (Polen, Ungarn, Tschechoslowakei und andere) gerieten für vier Jahrzehnte unter die Kontrolle des kommunistischen Moskau – mit schweigender Zustimmung des Westens. Das war der Preis für die Teilnahme der Sowjetunion an der antihitlerischen Koalition.

Das wirkliche Ziel der putinschen Koalition „gegen den IS“ ist die Wiedergewinnung der russischen Reputation, die nach der Aggression auf der Krim und im Donbass verloren gegangen ist. Wenn die Koalition gut funktionieren sollte, kann der Kreml mit der Akzeptanz des Status Quo der annektierten Krim seitens des Westens rechnen, oder gar auf die Anerkennung der ganzen Ukraine als einer russischen Einflusszone hoffen. Wie einst ein Philosoph schrieb, wiederholt sich die Geschichte immer zweimal: einmal als Tragödie, das zweite Mal- als eine Farce. Der Unterschied zwischen dem Nazi-Deutschland und dem IS ist ungefähr wie der zwischen einer Frühling-Überflutung und dem tropfenden Wasserhahn in der Küche. Darum, um dem bequemen Gegner ein gewisses politisches Gewicht zu verleihen (Welchen Sinn hätte sonst die Koalition?), ist das putinsche Regime gezwungen, fürs Erste dem IS nachzugeben.

Am offensichtlichsten geschieht es gerade in Syrien. Moskau gab die Durchführung einer Operation gegen die Antiregierungskräfte in diesem Land mittels der Luftwaffe an. Entgegen der Kremlpropaganda ist aber das Hauptziel der russischen Luftwaffe gar nicht die Truppen und Infrastruktur des IS, sondern Ortschaften, die unter der Kontrolle von syrischer Opposition stehen.
Weniger bekannt ist auch die Tatsache, dass Moskau auf eine analoge Weise auch die Konkurrenten des IS auf seinem eigenen Territorium vernichtet. Aber erstmal mal ein wenig Geschichte.

Hier klicken und Weiterlesen:

Von Itschkerien bis Imarat

Zwei russisch-tschetschenische Kriege (1994-1996 und 1999-2000) haben dem Kaukasus keinen Frieden gebracht, der Widerstand gegen die föderalen Behörden wird in Form von Untergrunds- und Partisanenaktionen bis heute fortgesetzt. Die Ideologie des bewaffneten Untergrunds wurde dabei starken Veränderungen unterzogen: heute sind die Feinde vom FSB und dem Innenministerium nicht die tschetschenischen Nationalisten, sondern Salafiten (Islamisten), die vom russischen Fernsehen des Öfteren „Wahhabiten“ genannt werden.

Der letzte Präsident der Tschetschenischen Republik Itschkerien Doku Umarow veränderte die Ziele, Aufgaben und Ideologie des bewaffneten Kampfes. Im 2007 legte er seine präsidialen Befugnisse ab und erklärte über die Bildung des Staates Imarat Kaukasus (Kaukasus-Emirat), wobei er alle „ethnische territorial-koloniale Zonen unter dem Namen „Nordkaukasische Republiken“ für gesetzwidrig“ erklärte. Sich selbst ernannte er zum „obersten Emir der Mudschaheddin des Kaukasus“.

Das Imarat besteht aus fünf operativ-verwaltenden Formationen: Wilayaten Dagestan, Nochtschijtscho (Tschetschenien), Galgajtsche (Inguschetien), Nogaisker Steppe (Stawropoler und Krasnodarer Gebiet) und eines vereinten Wilaya von Kabardy, Balkarien und Karatschai.

Die Wilayaten werden von Wali angeführt, die aus der Mitte der Emire autonomer ethnischer Kampfvereinigungen befördert werden: den Dschaamaten (Gemeinden). An der Spitze des Imarat Kaukasus steht der oberste Emir mit ausserordentlich weiten Befugnissen. Die Untergrundkämpfer von IK kämpfen nicht für nationale Rechte, sondern für die Errichtung von Scharia-Gesetzen auf allen Territorien des selbsternannten Staates.

IK ist für seine terroristische Kampfmethoden bekannt, verbreitet sind darunter die Anschläge auf die Mitarbeiter vom FSB, Innenministerium und Staatsanwaltschaft, Sprengungen des zivilen Transports und der Infrastruktur-Objekte der Gewaltbehörden Russlands, manchmal unter Einsatz von Selbstmordattentäter. Die „Waldbrüder“ machen keinen Halt vor Erpressung und Drohungen an die Unternehmer, die sich weigern, die „Revolutionssteuer“ zu zahlen, den sogenannten Sakjat.

Experten glauben, dass IK unter dem ideologischen und materiell-technischen Einfluss von Al-Qaida steht.

2010 hat der UN-Sicherheitsrat das Imarat Kaukasus auf die Sanktionsliste gegen Al-Qaida gesetzt. Auf dem Diplomatenniveau hat Moskau in voller Höhe die These für sich ausgenutzt, dass sein Kampf gegen die Mudschaheddin Teil eines viel breiteren Krieges gegen den islamistischen Terror ist, den die ganze zivilisierte Welt nach dem 11. September 2001 führt.

Imarat Kaukasus und der Islamische Staat.

Unter Bedingungen der absoluten Rechtlosigkeit und Verletzung der grundlegenden Menschenrechte in den Republiken des Nordkaukasus seitens der russischen Behörden, haben die Ideen des Imarats in den Herzen des Grossteils der Jugend Resonanz gefunden. Dank der allgemeinen Hoffnungslosigkeit und der Willkür der Behörden, in Kombination mit einem hohen Anspruch auf die Gerechtigkeit, hatte der IK lange Zeit keine wesentliche Probleme mit der menschlichen Ressource: nach einem weiteren Willkürakt der russischen Gewaltbehörden begab sich die Jugend auf der Suche nach der Wahrheit selbstständig auf den Weg in den Wald.

So ging das fort bis zum Auftauchen vom Islamischen Staat im Nahen Osten. Im Sommer 2014 hat der IS eine Reihe von erfolgreichen Offensivoperationen im Norden von Irak und Syrien durchgeführt. Die Entwicklung echter Kampfhandlungen und die Siege der Mudschaheddin zogen immer mehr Aufmerksamkeit der salafistischen Jugend in Russland auf sich. Viele haben sich ernsthaft mit dem Gedanken auseinandergesetzt, sich am Dschihad in Syrien zu beteiligen, wo es Schwung, echte Kämpfe und genau abgezeichnete Perspektiven gibt – all das, was in den Bergen von Kaukasus eben fehlte.

Imarat stieß zum ersten Mal auf einen Mangel an Personalbestand: es gab nicht nur keine frische Zugänge mehr (die allesamt magnetisch vom IS angezogen wurden) – sogar die erfahrenen Mudschaheddin, die im Nordkaukasus gekämpft hatten, sind zum Dschihad nach Syrien gefahren. Die Organisation wurde schwächer, aber zu einem offenen Konflikt zwischen dem IK und dem IS kam es noch nicht.

Alles hat sich am 21. November 2014 verändert, als Suleiman Sailanabidow, einer der Emire von Wilaya Dagestan, einen Eid an den Kalif des Islamischen Staates Abu Bakru al-Bagdadi ablegte. Bald ist noch eine Reihe von Emiren aus der IK-Unterordnung ausgetreten und hat sich dem Islamischen Staat angeschlossen.

Die Anführer von IK haben das langanhaltende Schweigen gebrochen: Im Netz tauchte eine Videoansprache auf, in der der oberste Emir des Imarat Kaukasus Ali Abu-Muhammad (Aliaschab Kebekow) einen ehemaligen Mitstreiter, der dem IS die Treue geschworen hat, der Spaltung und des Verrats beschuldigte. Der IK-Anführer schlug den „Dissidenten“ vor, sich auf das dem IS unterstellte Territorium zu begeben, und ernannte neue Emire auf ihren Platz.

De facto wurden auf dem Territorium des Nordkaukasus zwei parallele Untergründe gebildet: Imarat Kaukasus und Kaukasische Provinz des Islamischen Staates. Das erste, das mit Al-Quaida verbunden ist, bestand aus Veteranen der russisch-tschetschenischen Kriege und wurde von Menschen angeführt, die ausser der Kriegserfahrung auch eine theologische Bildung hatten.

Der oberste Emir der kaukasischen Mudschaheddin Aliashab Kebekow, nach Expertenbewertung, besaß im Untergrund die Reputation eines „Vegetariers“: verbot die Selbstsprengungen von Frauen, belegte mit einem Verbot die Angriffe auf zivile Objekte usw. Die Nachfolger des Islamischen Staates auf dem Territorium des Nordkaukasus deklarierten und praktizierten derartige Pingeligkeit in den Methoden der Kriegsführung dagegen nicht. Die Mudschaheddin, die einen Eid an den IS abgelegt hatten, haben sich den Ruf von wirkungsvollen und gnadenlosen Kämpfern verdient.

Die „sanfte“ Strategie von Kebekow befriedigte die „heissen jungen Köpfe“ nicht, was auch zu einem Grund des Abgangs vom Personalbestand aus dem IK zum IS auf dem Kaukasus selbst wurde.

Moskaus Interessen

Parallel zur Spaltung in den Reihen der kaukasischen Mudschaheddin bezog auch der Kreml eine Position. Al-Quaida und alle mit ihr verbundenen Strukturen haben ihren Vorrang als das „Absolute Böse“ dem Islamischen Staat eingeräumt. Nun wurde möglich, vorbildlich gegen die Bedrohung der Islamisten zu kämpfen, wenn dein Gegner der IS ist.

Also, um die Lage am Kaukasus in Übereinstimmung mit dem gewünschten Medienbild zu bringen, begannen die Gewaltbehörden Russlands eine folgerichtige Liquidation des Organisationsnetzes des Imarats. Am 19. April 2015 ist im Kampf gegen den FSB-Speznas der oberste Emir des Imarats Ali Abu-Muhammad (Aliashab Kebekow) gefallen. Sein Nachfolger, Abu Usman Gimrinski (Magomed Suleimanow) hielt noch ein wenig durch und ist am 11. August 2015 im Kampf gegen russische Soldaten im Dorf Gimry, Dagestan, gefallen.

Seit Sommer 2015 (seit dem 1. Juni) haben russische Soldaten 82 Mitglieder des islamistischen Untergrunds vernichtet. Davon waren 38 – Mitglieder des Imarat Kaukasus, 42 – Söldner, deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation nicht ermittelt werden konnte, 2 – Kämpfer des Islamischen Staates. Die Zahlen sind nach geprüften Angaben der Websiten „Kaukasischer Knoten“ und „Kaukasus-Zentrum“ angeführt.

Zu den 42 Söldnern, deren Zugehörigkeit nicht ermittelt worden ist, sind unter anderem die Opfer des sogenannten „Gegenfeuers“ hinzugezählt worden, und zwar Menschen im zahlreichen Autotransport, aus dem die Söldner angeblich als Erste Feuer eröffnet hätten. Die Information über die Zugehörigkeit der „Gegenfeuer“-Opfer zu bestätigen oder zu widerlegen ist äusserst schwierig.

Diese Disproportion der Verluste ist schwer mit einem Zufall zu erklären, wenn man bedenkt, dass in den Regionen der aktiven Tätigkeit des islamistischen Untergrunds (Dagestan, Tschetschenien, Inguschetien) die Anzahl der Mudschaheddin des Imarat Kaukasus der Anzahl von Mudschaheddin des Islamischen Staates ungefähr gleich ist. Mehr noch, der IK durchlebt eine ernsthafte Personalbestand-Krise und ist in den letzten Jahr stark abgeschwächt. Zur gleichen Zeit bemüht sich Moskau ausserordentlich darum, gerade die Anführer der Organisation Imarat Kaukasus zu liquidieren: in einer sehr kurzen Zeit wurden nach einander zwei Anführer der Organisation getötet, wie auch eine ganze Reihe von mittleren Kommandeuren des Untergrunds.

Manche Experten neigen zur Meinung, dass Moskau die Vertreter des IK auch im Ausland liquidiert. Zum Beispiel wurde am 1. November 2015 im Istanbul, unweit von seinem Wohnort, der Administrator der Imarat-Website „Kaukasus-Zentrum“ Abdulwahid Edelgirijew im eigenen Auto erschossen – ein einflussreicher Mann im Netz des Imarat Kaukasus, ein Vertreter des Wilaya Nochtschijtscho (Tschetschenien) des IK im Ausland.

In den angeführten Angaben kann die Ausrichtung auf die Liquidation gerade des IK-Untergrunds durch die russischen Gewaltbehörden sehr deutlich zurückverfolgt werden. Allerdings besteht Moskaus Zynismus nicht so sehr in der Tatsache, dass es all die Konkurrenten des IS am Nordkaukasus vernichtet, sondern auch darin, dass die Operationen gegen das Imarat Kaukasus als die „Angriffe auf den Bandenuntergrund des Islamischen Staates“ präsentiert werden. Am 24. Oktober 2015 fand im Dorf Gimry in Dagestan ein Kampf zwischen den Speznas-Einheiten des FSB und Innenministeriums gegen eine Gruppe der Mudschaheddin statt.

Infolge davon ist ein 36-jähriger ortsansässiger Einwohner Abdula Nustafajew gestorben. Das Nationale Antiterroristische Komitee Russlands erklärte, dass der Getötete ein Mitglied des Islamischen Staates war. Zugleich dementierten diese Information sogar dem Kreml durchaus loyale Experten Orchan Dschemal und Michail Roschin. Der Getötete war ein Mitglied des Imarat Kaukasus.

Also wird die Vernichtung der Konkurrenten des IS unter der Informationssoße eines „Kampfes gegen den IS“ präsentiert. An der Stelle ist es schwer, Syrien nicht zu erwähnen, wo Russland seit mehreren Wochen ebenfalls „Luftangriffe gegen den IS“ ausführt, und zwar auf die Ortschaften, wo es weit und breit keinen IS gibt.

Schlussfolgernd kann man annehmen, dass Moskau sich zum Ziel gesetzt hat, das Imarat Kaukasus endgültig vom Schachbrett zu räumen. Denn der lange Schaukampf gegen die lokale Widerstandsbewegung, die offen die Methoden und Mittel des IS verurteilt, fügt sich nicht in das Schema der neuen „antihitlerischen Koalition“ von Putin ein.

Quelle:
Dieses Material wurde von Pawlo Podobed exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel.

https://informnapalm.org/de/moskau-formatiert-nordkaukasus-in-den-islamischen-staat/


Zuletzt von telzer am Sa 14 Nov 2015 - 19:29 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Titel)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am So 15 Nov 2015 - 9:51

Georgiens ausradierte Grenzen infolge der russischen Okkupation. Die Fortsetzung der schleichenden Aggression Russlands

Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm beleuchtet weiterhin Russlands militärische Aggression gegen Georgien von 2008 und wertet die darauffolgende Okkupation eines Teils des georgischen Gebiets aus, die bis zum heutigen Tage anhält. Infolge dessen, dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf den Beginn der russischen Expansion recht lasch ausfiel und die politische und militärische Führung Russlands für seine Verbrechen keine Strafe davontrug, gab das Syndrom der Straffreiheit dem Kreml eine carte blanche für neue internationale Abenteuer, wie in der Ukraine so auch in Syrien.

Die von uns veröffentlichte Information basiert auf der Untersuchung des IDFI (Institute for Development of Freedom of Information) und zeigt die Resultate der militärischen Aggression Russlands gegen Georgien im Jahr 2008 auf, darunter auch die nach der Besetzung veränderten georgischen Grenzen bis zum Jahr 2015. Nach der bewaffneten Aggression Russlands, deren aktive Phase nur fünf Tage dauerte, werden hunderte Tote, tausende Verletzte und Betroffene und zehntausende aus ihren Häusern vertriebene georgische Staatsbürger gezählt. Das Material wird mit themenbezogenen Fotos aus dem Archiv von InformNapalm untermauert.

Die sogenannten „administrativen“ Grenzen der von Russland besetzten georgischen Gebiete verändern sich fortwährend. Der an der Grenze zur „Republik Südossetien“ aufgestellte Banner wird immer näher zu Georgiens zentraler Autobahn verschoben und immer mehr Gebiete landen auf der anderen Seite des Stacheldrahtes.

Hier klicken und Weiterlesen:
Nach der, vom Verteidigungsministerium Georgiens zur Verfügung gestellten Information, fand sich ein Teil der Dorfbewohner von Didi und Patara Khurvaleti auf okkupiertem Territorium wieder. Nach Informationen des georgischen Staatssicherheitsdienstes, die IDFI bereitgestellt wurden, fand sich ein Teil der Dorfbewohner von Gugutiantkari, nach einer weiteren Grenzverschiebung im Jahr 2013, ebenfalls auf besetztem Gebiet wieder. Nach Medienangaben wurden die Dörfer Zardiantkari und Gogoeti durch Stacheldraht geteilt und zum Teil auch die Dörfer Dvani, Ditsi, Tsitsigiantkari, Jariasheni, Adzvi und Kveshi. Im Jahr 2015 ist das Dorf Jariasheni praktisch vollständig besetzt.

Nach der in den Medien verbreiteten Information, stellen russische Okkupanten die zur Sowjetzeit existierenden „administrativen Grenzen“ des sogenannten „Südossetien“ wieder her. Nach russischem Plan wird die Grenze das Dorf Kiripala teilen und die „Baku-Supsa“ Erdöl-Pipeline landet jenseits des Stacheldrahts.

Das Ackerland einer ganzen Reihe von Dörfern ist besetzt, während die Bevölkerung auf dem von Georgien kontrollierten Gebiet lebt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass infolge der „schleichenden Okkupation“ diese Ortschaften vollständig unter die Kontrolle der separatistischen Behörden geraten. Sieht man sich die Karten bei Google an, kann man erkennen, dass sich in unmittelbarer Nähe des Stacheldrahtes die Dörfer Zemo Nikozi, Ergneti, Ditsi, Mejvriskhevi, Plavismani, Tsitelubani, Karapila, Saribari, Tvaurebi und Avlevi befinden.

Das Institute for Development of Freedom of Information (IDFI) beschloss herauszufinden, wie viele von Georgien kontrollierten Territorien sich zusätzlich außerhalb der staatlichen Grenzen nach dem Krieg 2008 wiederfinden könnten und auf welche Weise sich die „schleichende Okkupation“ abspielt, die von der ossetisch-separatistischen Führung (tatsächlich jedoch durch die Macht und die Mittel der russischen Invasoren) vorangetrieben wird.

Um diese Information zu erhalten, wandte sich das IDFI an die Administration der georgischen Regierung, das Innenministerium, den Nationalen Sicherheitsrat, den Nationalen Sicherheitsdienst und an den Rat des Krisenmanagements. Als Antwort auf den verschickten Brief hat die Staatsverwaltung die Anfrage an den Rat des Krisenmanagements, das Verteidigungsministerium und an das Justizministerium weitergeleitet. Der Rat des Krisenmanagements wiederum bat den Nationalen Sicherheitsdienst, diese Information offen zu legen. Ihre Anträge haben auch das Justiz- und Innenministerium weitergeleitet.

Der Staatssicherheitsdienst seinerseits legte eine Liste mit nur drei Dörfern vor, die nicht vom Staat kontrolliert werden.

Der Rat der Nationalen Sicherheit wies lediglich auf den zweiten Absatz des Gesetzes über „Okkupierte Territorien“ hin, in dem ihre Definition festgehalten ist. Das IDFI wandte sich erneut an diese Behörde, mit dem Ergebnis, dass es nur einen Teil der anforderten Daten erhielt.

Nur Georgiens Verteidigungsministerium erteilte eine detaillierte Auskunft, die weiter unten eingesehen werden kann.

Ehemaliges Südossetisches Autonomes Gebiet – Region Zchinwali von Georgien

– 1992, am Ende des bewaffneten Konflikts und unter Mitwirkung der Russischen Föderation (darunter die „Friedenstruppen“) sind folgende Teile dieser Region unter die Kontrolle der ossetischen Separatisten gefallen:
– ein großer Teil der Region Zchinwali und die Stadt Zchinwali selbst;
– die Munizipalität Dschawa, mit dem Verwaltungszentrum Dschawa;
– der Rayon Snaur mit dem Verwaltungszentrum Snauri.

Während dieser Zeit kontrollierte die georgische Regierung die Munizipalität Achalgori (mit Ausnahme von fünf ossetischen Dörfern – Tsinagori, Oduleti, Dzukata, Orchosani und Abrevi), die nördlich und östlich von Zchinwali in den Bergschluchten des Großen Liachwi und des Kleinen Liachwi gelegenen Dörfer sowie sechs zum Rayon Snaur zählende Dörfer. Darüber hinaus stand der Norden der Munizipalität Dschawa, wo sich der Mamison Pass und seine umliegenden Gebiete befinden, unter georgischer Rechtshoheit.

– Nach Russlands militärischer Aggression gegen Georgien im Jahr 2008, wurden Vertreter staatlicher Behörden und ein großer Teil ethnischer Georgier aus den Ortschaften der ehemaligen autonomen Region Südossetien vertrieben und ihr Gebiet (darunter die Munizipalität Achalgori und der Mamison Pass) ist vollständig unter die Kontrolle ossetisch-separatistischer Kräfte (in Realität russischer Okkupanten) gefallen. Georgien verlor die Kontrolle über 135 Ortschaften, die größtenteils gemischten Typs waren – georgisch-ossetisch. Erwähnenswert ist, dass die Ortschaften, die nur von ethnischen Georgiern bevölkert waren, komplett zerstört wurden. Aus den gemischten Dörfern ist der georgische Bevölkerungsteil vertrieben worden.

Eine Liste von den ossetischen Separatisten und Russlands Besatzungsmächten besetzten Ortschaften nach der militärischen Aggression im Jahr 2008:

Dörfer im Rajon Snaur:
1. Avnevi 2. Nuli 3. Alibari 4. Tigva 5. Shindara 6. Nabakevi

Dörfer in der Region Zchinwali:
1. Kemerti 2. Kekhvi 3. Dzarsheni 4. Kurta 5. Zemo Achabeti 6. Kvemo Achabeti 7. Mamita 8. Kheiti 9. Tamaresheni 10. Prisi 11. Argvitsi 12. Berula 13. Eredvi 14. Ksusi 15. Vanati 16. Dzhordzhiani 17. Satskheneti 18. Biloti 19. Disevi
Das Verwaltungszentrum und die Dörfer der Munizipalität Achalgori:

1. Verwaltungszentrum Achalgori 2. Doliani 3. Ikoti 4. Mosabruni 5. Bazuani 6. Akhaldaba 7. Akhalsopeli 8. Akhmaji 9. Bejanaantkari 10. Garubani 11. Ereda 12. Vashlovani 13. Zemo Boli 14. Morbedaani 15. Kvemo Boli 16. Kanchaveti 17. Gdu 18. Boskelta 19. Zemo Gru 20. Tsikhissopeli 21. Tchandari 22. Doreatkari 23. Gavazi 24. Doguzaani 25. Velisa 26. Kara 27. Kutskhoveti 28. Sabarkleti 29. Tchkuneti 30. Dzangati 31. Kvemo Zakhori 32. Armazi 33. Velura 34. Zemo Zakhori 35. Zemo Tskhiloni 36. Zemo Tsiri 37. Zemo Tsolda 38. Zemo Tsubeni 39. Iketi 40. Nadaburi 41. Ukantsiri 42. Kvemo Tskhiloni 43. Kvemo Tsiri 44. Kvemo Tsilda 45. Kvemo Tsubeni 46. Kvitkiri 47. Kuloti 48. Shua Zakhori 49. Shua Tsiri 50. Shua Tsubeni 51. Chachamuri 52. Gezevreti 53. Korinta 54. Gudatsveri 55. Nakhidi 56. Sadzeguri Pirveli 57. Kvemo Alevi 58. Kurta 59. Kochiani 60. Shua Alevi 61. Tsirkoli 62. Kharkelani 63. Largvisi 64. Gareuti 65. Dabakneti 66. Dadianeti 67. Zodekhi 68. Tokhta 69. Martiani 70. Makhiareti 71. Mujukhi 72. Shvelieti 73. Ukanamkhari 74. Ukanubani 75. Kveldaba 76. Chitiani 77. Tskhvati 78. Kharbali 79. Khramistskali 80. Salbieri 81. Delkani 82. Nagomevi 83. Chorchani 84. Dzeglevi 85. Jvarisubani 86. Balaani 87. Eloiani 88. Tinikaani 89. Midelaani 90. Navikhevi 91. Okhiri 92. Pavliani 93. Kareltkari 94. Kenkaani 95. Chigoiani 96. Tsiptauri 97. Tchortchokhi 98. Khozueti 99. Gudita 100. Zemo Bagebi 101. Zemo Kure 102. Kitriuli 103. Monasteri 104. Mskhlebi 105. Kedigora 106. Kvemo Baghebi 107. Tsotaguri 108. Kodijvari 109. Mamulaani 110. Kvemo Gru

Von Russlands Grenzsoldaten und ossetischen Separatisten verwendete Karten

Zur Bestimmung sogenannter Grenzen der durch Russland besetzten georgischen Gebiete, verwenden Russlands Grenzsoldaten und separatistische Regime topografische Karten, die 1976-86 für den Generalstab der sowjetischen Luftstreitkräfte ausgestellt wurden (Maßstäbe 1:50 000 und 1:100 000).

Erwähnenswert ist, dass Russlands Besatzungskräfte und ossetische Separatisten Vorarbeiten für die Grenzbestimmungen der ehemaligen autonomen Republik Südossetien und ihrer nachfolgenden Demarkation durchgeführt haben:

– Erstens wurden topografische Karten verwendet, die zwischen 1976 und 1986 für den Generalstab der sowjetischen Luftstreitkräfte ausgestellt wurden, auf denen andere Grenzen Südossetiens eingezeichnet sind. Beispielsweise orientierte sich die russische Seite für die Grenzfestlegung auf dem Gebiet der Munizipalität Gori nach der Karte des Generalstabs der sowjetischen Luftstreitkräfte aus dem Jahr 1988, auf welcher die Grenzen gemäß dem Stand von 1984 gekennzeichnet sind;

– Zweitens verlor infolge von unvorhersehbaren Faktoren und durch das komplexe Relief Südossetiens während der Ziehung von sogenannten Grenzen und durch die durchgeführten Demarkationen von russischen Streitkräften und Separatisten, ein Teil der georgischen Bewohner das Recht das Gebiet zu nutzen, das jenseits des Stacheldrahtes landete.

Letztendlich verlor Georgien nach 2008 die Kontrolle über 151 Ortschaften – 135 in der Region Zchinwali, 16 im Kodori-Tal. Nichtsdestotrotz schreitet die „schleichende Okkupation“ voran und höchstwahrscheinlich werden die ossetischen Separatisten mit Russlands Unterstützung die sogenannte Grenzfestlegung nach der topografischen Karte des sowjetischen Generalstabs des Jahres 1988, mit der administrativen Grenze nach dem Stand von 1984, fortsetzen.

Das Material wurde von der georgischen Redaktion von InformNapalm basierend auf Informationen von damoukidebloba.com und des IDFI vorbereitet; übersetzt von Kateryna Matey.

Quelle des Beitrages und weiteres Themen bezogenes Material sowie Karten, Bilder und Link`s von InformNapalm, über die russische Besetzung von Georgien

https://informnapalm.org/de/georgiens-ausradierte-grenzen-infolge-der-russischen-okkupation-die-fortsetzung-der-schleichenden-aggression-russlands/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Mo 16 Nov 2015 - 18:43

Beitrag von InformNapalm

Terroranschläge in Paris: Der Dreimächtepakt-2

von Alexander Smoljanski

Der „Dreimächtepakt-2“ ist die informelle Koalition von Syrien in Person von Baschar al-Assad, Iran und dem putinschen Russland. Diese Koalition erinnert tatsächlich an den historischen Dreimächtepakt 1940 von Deutschland, Japan und Italien, der sich der ganzen restlichen Welt um der Errichtung der Weltherrschaft willen entgegensetzte.

Die Ziele dieses zweiten Dreimächtepakts sind wesentlicher bescheidener: Baschar al-Assad an der Macht zu halten oder wenigstens seine Agonie in die Länge zu ziehen. Wie auch die eigene Präsenz am Mittelmeer und am Landstreifen von Beirut bis Teheran zu behalten.

Jetzt ist es sinnlos, über die Einzelheiten und erste Resultate der Ermittlung von diesem umfangreichsten Angriff in Frankreich zu diskutieren. Die ersten Sensationen entpuppen sich üblicherweise als ungenaue Information, die der Prüfung mit neuen Fakten nicht standhalten kann. Die wichtigsten Einzelheiten, Namen und Orte werden im Lauf der nächsten Woche bekannt werden. Nichtsdestotrotz sind bestimmte Momente bereits ersichtlich, worüber wie weiter unten sprechen werden.

Gerade zeigt sich das offensichtlichste Bild weit ausserhalb der Grenzen von Paris. Es geht in erster Linie um geopolitische Ziele und Folgen des Pariser Massakers. Das Erste, worauf man seine Aufmerksamkeit lenken sollte, ist die Zeit der Ausführung der Pariser Terroranschläge. Die Terroristen wollten keinen Hollywoodmovie „Freitag, der 13.“ nachmachen – es ging um das Treffen der Aussenminister am nächsten Tag in Wien, wo die Zukunft von Baschar al-Assad und Syrien besprochen werden sollte. Das Treffen wurde mit der Entscheidung über die Abstimmung und Erstellung von „weissen Listen“ der syrischen Oppositionskräfte und „schwarzen Listen“ der extremistischen Kräfte beendet. Die moderaten Oppositionellen aus der „weissen Liste“ müssen in den politischen Prozess in Syrien miteingeschlossen werden, die Wahlen sollen in 18 Monaten abgehalten werden usw. Die Entscheidung über das politische Schicksal von Baschar al-Assad wurde dabei nicht getroffen. Das Interessanteste wird aber in der Türkei am 15-16. November, auf dem G-20 Gipfel, geschehen, wohin Putin auch zu kommen beabsichtigt.

Wie bekannt, lässt man Putin nach der Krim nicht mehr in die G-7. Darum hat er keine Wahl, als dahin zu kommen, wo man ihn zu sehen noch bereit ist. Nach Paris und den Erklärungen der russischen Politiker ist bereits klar, dass sich die ganze Besprechung auf den Kampf gegen den IS beschränken wird. Putin wird wieder seinen „Qatar-Plan“ zu wiederholen versuchen: den Kampf gegen den IS anführen.

Hier klicken und Weiterlesen:

Das Hauptziel ist dabei aber: Frieden mit Obama. Putin und der Kreml halten Europa gar nicht für eine politische Größe, und das Einzige, was sie wirklich interessiert, ist die Position von Washington.

Das beobachtet man bereits seit der Krim. Und früher hatte man es in der Verwaltung von Janukowitsch beobachtet. Die Hauptfrage, welche die Russen bewegt, ist die Möglichkeit eines Treffens von Putin und Obama. Der amerikanische Präsident persönlich ignoriert Putin traditionell, und die russische Seite hofft, dass Putin mit Obama wenigstens im Korridor sprechen kann, „auf den Beinen“.

Die gleiche Beziehung hatte Obama auch zu Wiktor Janukowitsch, der Barak auf der gleichen UN-Generalversammlung hinterhergelaufen war, um wenigstens vor den Kameras begrüsst zu werden und die Gespräche über die „Isolation des grossen Donezker Haushalters“ zu unterbinden.

Mit seinem Besuch wird Putin unwahrscheinlich das Schicksal von Assad erleichtern, wenn man bedenkt, dass John Kerry in Wien Baschar al-Assad der Kooperation mit dem IS direkt beschuldigte und ein weiteres Mal wiederholte, dass Karthago zerstört werden muss. Also, dass Baschar al-Assad unfähig und unwürdig ist, Syrien anzuführen, und zurücktreten muss.

Bloß diese eine Erklärung zerstört vollständig die ganze putinsche Absicht und Rhetorik.

Die Hauptfrage jetzt ist, ob die „Pariser Vorlage“ Europa selbst zerstört? Wenn man die Verstärkung der Sicherheitsmassnahmen ausser Acht lässt, so nein – wird sie nicht. Die faktische Abschaffung der Schengen-Zone und der offenen Grenzen ist die offensichtlichste Folge. Ja, man wird Grenz-, Pass- und Zollkontrolle an den Grenzen wieder einführen müssen. Aber diese Massnahme ist temporär und wird höchstwahrscheinlich nicht zu einem Austritt der Mitgliedsstaaten aus dem Schengen-Abkommen führen.

Wird Frankreich die weisse Fahne hissen? Man sieht bereits, dass es komplett umgekehrt handeln wird: die Militärkampagne gegen den IS in Syrien wird verstärkt, Frankreich kann sogar seine Fallschirmjäger aus der Fremdenlegion abwerfen, wie es in Afrika passiert war – in Mali und Südafrika. Frankreich nahm bislang nur an den Bombardierungen vom IS auf dem Territorium von Irak teil, wo die französische Luftwaffe über 1800 Angriffsflüge ausführte, wobei gegen die IS-Objekte in Syrien nur zwei Angriffsflüge ausgeführt wurden.

Wird Frankreich und andere EU-Länder die syrischen Flüchtlinge deportieren? Nein, sie werden zumindest bis zum Frühling bleiben, höchstwahrscheinlich aber bis zum Machtwechsel in Syrien und dem faktischen Ende des Bürgerkrieges.

Werden die Positionen von radikal rechten Parteien in Europa gestärkt? Genau darauf ist nämlich die putinsche Strategie ausgerichtet. Nicht umsonst gehen grosszügige finanzielle Flüsse aus dem Kreml auf die ganze rechte Flanke aller EU-Länder. Gerade dieses Geld ist aber auch das Hauptkompromat gegen die rechten Radikale und untergräbt vollständig das Vertrauen der Wähler.

Im Arsenal bleiben nur noch spontane Aktionen der Einschüchterung von Immigranten in Form von Verprügelungen und Brände.

Über die Pariser Vorlage als solche

Die Terroranschläge in Paris und allgemein in Europa waren eine Frage der Zeit. Diese Bedrohung hing seit dem Beginn des flashmobs der syrischen Flüchtlinge, die diesen Sommer zu hunderten Tausenden im Westeuropa ankamen, in der Luft.

Dieser Fluss hatte alle Anzeichen einer organisierten Sonderoperation, wo „unbekannte Spender“ die Fracht der Schiffe aus Türkei nach Griechenland bezahlt hatten und dann auch – die Dienste der serbischen Schlepper, die die Flüchtlinge zu Fuss direkt zu Schengen-Grenzen der EU brachten.

Und über die Anwesenheit von IS-Terroristen unter den Flüchtlingen haben am meisten die Russen geschrien. Als ob sie genau wussten, dass sie dort sind. Lassen wir aber die Unterstellungen beiseite, und sprechen über die Vorlage. Der Plan war folgender.

Nach offiziellen Angaben wurden im selben Frankreich circa 2000 unmittelbarer Dschihadisten zu Papier gebracht, die tatsächlich in Syrien und Irak am Krieg teilgenommen haben, wie auch weitere 3800 „Sofa“-Radikale, die von den Predigten ergriffen wurden.

Dieser ganze Kontingent wird von circa 3200 Sicherheitsmitarbeitern beobachtet. Also, auch ohne Flüchtlinge reicht die Zahl der Mitarbeiter von Staatsbehörden nicht mehr aus, um laufende operative Arbeit in Beschattung der Radikale sogar bei denen zuhause zu führen.

Wahrscheinlich sind die Zahlen in Großbritannien ungefähr gleich. Und das ist gerade in den Ländern, wo die Arbeit der Aufklärung am ausführlichsten in der ganzen EU ist. In den anderen Ländern herrscht sehr vage Vorstellung über die Arbeit der Geheimdienste.

Die einmalige Flüchtlingswelle hat das ganze Sicherheitssystem augenblicklich umgeworfen, das auf die Prüfung und Filterung der Flüchtlinge gerichtet war, auf die Deportation der Extremisten und Söldner.

Nach ersten Ergebnissen der Ermittlung sieht man bereits, dass die Terroranschläge ein zusammengesetztes Team ausführte – aus französischen islamistischen Extremisten und aus als Flüchtlinge zugereisten Ausländern. Ob sie dabei tatsächlich Syriens Bürger waren, wird man noch feststellen müssen. Oder doch Dschihadisten aus anderen arabischen Ländern mit syrischen Papieren, mit denen man nach Europa kommen und den Status eines Flüchtlings bekommen durfte.

Unwahrscheinlich wird eine direkte „russische Spur“ im Pariser Terroranschlag gefunden werden, denn solche Operationen werden meist „nicht mit bloß einer Decke zugedeckt“, ferner wird die Kette vom Auftraggeber bis zum Ausführer an mehreren Stellen „zerrissen“. Die unmittelbare Koordination wurde höchstwahrscheinlich von den Geheimdiensten Syriens und Irans ausgeführt, die am meisten Erfahrung in der Organisation von terroristischen Angriffen im Ausland haben.

Die Kreml-Symphonie

Die Blitzreaktion des Kremls auf die Terroranschläge in Paris unterscheidet sich frappant von jener, die nach dem Absturz des „Kogalymavia“-Flugzeugs über Sinai beobachtet wurde.

Vor zwei Wochen konnte Putin 3 Tage lang seine Gedanken nicht sammeln, um jenen Bürgern seines eigenen Landes Beileid zu bezeugen, deren Angehörige beim Flugzeugabsturz gestorben waren. Die Version über einen IS-Terrorakt wurde dabei offiziell zwar zugelassen, aber noch nicht anerkannt.

Wenn man sich aber die russische Reaktion auf das Pariser Massaker anschaut, so sehen wir gleich am nächsten Morgen nicht nur ein Chor, sondern ein regelrechtes Symphonie-Orchester, wo für jede Gesellschaftsklasse eine eigene Partitur geschrieben wurde.

Die ersten Amtspersonen in der russischen Führung wurden beauftragt, ausschliesslich tiefen Beileid zu bezeugen. Die Menschen etwas kleineren Ranges: zu bemängeln und zu erläutern, was der Westen zu tun hat. Dabei wurde selbstverständlich dazu geraten, sich mit Russland im Namen des gemeinsamen Kampfes gegen den IS anzufreunden.

Ein separater Auftritt war hier der von Sergei Markow, der das grösste Hindernis im Kampf gegen den IS im Vorhandensein von Junta in Kiew sieht.

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
3. Man muss dringend den Konflikt zwischen Russland und dem Westen wegen der Ukraine beenden. Die Junta soll durch eine technische Regierung abgelöst werden, die Verfassung muss geändert, Neonazis weggeräumt, neue freie Wahlen müssen abgehalten werden. Kiewer Junta ist eins der grössten Hindernisse für den gemeinsamen Kampf der USA, EU und Russland gegen die Terroristen.“

Der politisch unverbindlichen Propagandamaschine wurde erlaubt, alles, was ihr in den Kopf kommt zu sagen, und alle an allem zu beschuldigen, inklusive der russischen Supermodels – der Respektlosigkeit gegenüber dem Tod von ihren Mitbürgern über Sinai.

Zum absoluten Meister wurde dabei aber Baschar al-Assad, der den Westen der Verbreitung vom Terrorismus beschuldigte. Falls jemand nicht wissen sollte, sollte man an der Stelle daran erinnern, dass das Regime von Baschar al-Assad, Iran und Hisbollah die Verantwortung für absolut alle politischen Morde tragen, die im benachbarten Libanon je ausgeführt worden sind.

Für die Libanon Politiker, inklusive des Premierministers Rafic Hariri, geizten die syrischen Geheimdienste noch nie mit hunderten Kilogrammen von Trotyl und mit Sprengstoff gefüllten teuren Autos, die keinen Verdacht bei der Wache in den teuren Bezirken von Beirut erweckten.

Hafez Assad, der Vater von Baschar al-Assad, hat 1982 den Libanon Präsidenten Baschir Gemayel gleich mit dem ganzen Gebäude des Stabsquartiers der Partei in die Luft gesprengt, und zwar noch bevor er sein Amt angetreten hatte. Die Geheimdienste von Baschar al-Assad haben unter anderem die sunnitischen Extremisten finanziert, die „Fatah al-Islam“ in Libanon, die im Frühling 2007 einen terroristischen Krieg im Nord-Libanon entfesselten. Im Lauf des Bürgerkrieges in Syrien haben Assads Truppen über 200 000 eigener Bürger getötet, darunter auch mit chemischen Waffen. Dabei hat der schreckliche IS von 8 bis 12 000 Menschen hingerichtet.

Die Ukraine wird vergessen.

Im ukrainischen Kontext wird der Terroranschlag in Paris zu einer Nebelwand, die der Absicht nach die ukrainische Küche zudecken soll.

Kremls Plan bezüglich der Ukraine bleibt derselbe: Vereitelung der Eurointegration und Übergabe der Macht an Russland loyale politische Parteien und Personen. Dies soll mit verschiedenen Methoden, wie politischen, so auch mit Massenaktionen geschehen. Von diesem Plan gibt es seitens des Kremls keinerlei Abweichungen.

Die Situation in der ATO-Zone wird sich verschärfen, was strategisch Misstrauen gegenüber der politischen Führung der Ukraine und der Militärführung hervorrufen soll. Auch ist es ein Peitschenschlag, nach dem die Ukraine entweder vor Russland Männchen machen soll, oder sie wird einen Stockschlag auf den Rücken bekommen. Man kann nur eins sagen: die nächsten 1-2 Wochen werden sehr heiß…

Quelle: Alexander Smoljanskij in hvylya.net; übersetzt von Irina Schlegel

https://informnapalm.org/de/terroranschlaege-in-paris-der-dreimaechtepakt-2/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Di 17 Nov 2015 - 19:45

Über Informnapalm.org

Dem kann ich mich nur anschließen

Newsader schrieb:
„Es ist traurig zu sehen wie naiv westliche Politiker agieren, wenn sie ernsthaft hoffen, den Hauptunterstützer des Terrors – die russische Führung – von der Notwendigkeit eines Kampfes gegen seinen eigenen Sprössling zu überzeugen“- Analytik-Abteilung von Newsader
zum kotzen!

Der komplette Artikel:

newsader schrieb:
Wie das internationale Freiwilligenteam InformNapalm früher berichtete, hat Russland nach den Terroranschlägen in Paris nicht nur diplomatische Andeutungen gemacht, sondern damit begonnen, der EU und den USA eine Kooperation förmlich aufzudrängen. Das Ziel besteht darin ein Ende der Sanktionen herbeizuführen und die „ukrainische Frage“ bezüglich der Krim und des Donbass zu lösen, wobei die Ukraine in den geopolitischen Einflussbereich Russlands hineingezogen werden soll. Für diese Ziele akzeptiert der Kreml große Aufwendungen bei der Militäroperation in Syrien, wo er die syrische Opposition bombardiert und dabei weltweit verlauten lässt, man bekämpfe den „Islamischen Staat“. Darüberhinaus ist man in der Lage an jedem Ort der Welt Terroranschläge zu verüben – dort wo Aufmerksamkeit erzeugt werden soll und Aktionen im Stil einer „Nötigung zur Freundschaft“ erforderlich erscheinen. In diesem Kontext veröffentlichen wir einen analytischen Artikel unserer Kollegen von der Nachrichtenagentur Newsader.

Die führenden Politiker der westlichen Großmächte haben nach den Anschlägen von Paris die Hoffnung ausgesprochen, Russland werde der antiterroristischen Allianz beitreten. So hat beispielsweise die Nachrichtenagentur Reuters eine ganze Reihe von Mitteilungen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die euro-atlantische Zivilisation nachwievor auf die Hilfe Moskaus beim Kampf gegen den Islamischen Staat hofft. Obwohl Russland entgegen den eigenen offiziellen Verlautbarungen Stellungen der Gegner von Bashar al-Assad bombardiert – seinen einzigen Verbündeten im Nahen Osten.

   „Es ist traurig zu sehen wie naiv westliche Politiker agieren, wenn sie ernsthaft hoffen, den Hauptunterstützer des Terrors – die russische Führung – von der Notwendigkeit eines Kampfes gegen seinen eigenen Sprössling zu überzeugen“- Analytik-Abteilung von Newsader

Einer der Mitteilungen von Reuters zufolge haben der Präsident der USA Barack Obama und der russische Präsident Vladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in der Türkei in einer 35-minütigen Diskussion die Frage einer Lösung des Konflikts erörtert, der sich derart extrem in den tragischen Ereignissen am Freitag gezeigt hat.

„Präsident Obama und Präsident Putin haben sich darauf geeignet, dass eine Initiierung des Übergangsprozesses erforderlich ist, … welcher bei Vermittlung durch die UN mit Beteiligung der syrischen Opposition sowie Vertretern des Regimes ablaufen soll. Außerdem war die Rede von einem Ende der Kämpfe“, sagte ein US-amerikanischer Beamter.
Weiterlesen:
Die dritte Veröffentlichung von Reuters zu dieser Thematik besagt, dass Donald Tusk, Präsident des Europarats, Russlands Aktionen in Syrien kritisiert, da sie zu noch mehr Flüchtlingen nach Europa führen. Allerdings betonte er auch die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit zwischen USA und Russland.

„Genau deswegen ist eine Zusammenarbeit zwischen Russland und anderen Ländern, besonders den Vereinigten Staaten, im Zusammenhang mit der Krise und den Flüchtlingen so wichtig“, unterstrich er.

Der vierte Beitrag zum Thema behandelt die Ankündigung David Camerons, dem Premierminister Großbritanniens, Putin bei einem am Montag geplanten Gespräch davon zu überzeugen, Luftschläge in Syrien auf Stellungen des IS zu konzentrieren.

„Im Lauf des Gesprächs, das ich mit Vladimir Putin haben werde, will ich ihm Folgendes sagen: „Es gibt eine Sache, in der wir uns alle einig sind: Die Sicherheit Russlands und Großbritanniens wird erhöht, wenn wir den IS zerstören. Das ist etwas, auf das wir uns konzentrieren müssen.““

Analyse von Newsader

Es ist traurig zu sehen wie naiv westliche Politiker agieren, wenn sie ernsthaft hoffen, den Hauptunterstützer des Terrors – die russische Führung – von der Notwendigkeit eines Kampfes gegen seinen eigenen Sprössling zu überzeugen. Die Geschichte der vielfachen Kriegsverbrechen Putins in Georgien, der Ukraine und jetzt auch in Syrien zeigt eines: Der Chef im Kreml weicht Konflikten nicht aus. Im Gegenteil, er provoziert massiv und russische Truppen nehmen direkt an den blutigen Auseinandersetzungen teil.

Der Anführer des Zirkels im Kreml benötigt unbedingt geopolitische Spannungen – weltweit. In dieser Atmosphäre ist er in seinem Element, welches seinen Machtstatus garantiert und dazu führt, dass die Weltöffentlichkeit unter der Führung der USA mit ihm verhandeln muss. Das Ergebnis solcher Gespräche (wie dem aktuellen G20-Gipfel) besteht darin, dass Moskau die Gelegenheit bekommt, in diesen selbstverursachten und selbstbefeuerten Konflikten als Vermittler oder sogar als Verbündeter aufzutreten. (Anm. d. Übers.: Man beachte hierbei wie lange Russland inmitten eines Krieges offiziell Waffen an die syrische Regierung geliefert hat und seit wann russische Streitkräfte unmittelbar und offiziell in Syrien kämpfen. Dazu korreliere man auch die Luftoperation in Syrien mit dem Stand des Kriegs im Osten der Ukraine)

Das „Sahnehäubchen“ der Provokationstaktik des Kremls ist, dass man die auf hinterhältige Art und Weise erworbene Gelegenheit zu der einen oder anderen Konfliktlösung beizutragen für etwas anderes nutzt: Gerade nicht zur Lösung eines Problems, sondern zu einem eskalationsbedingten Einfrieren und schließlich zur Konservierung durch zahllose diplomatische Spiele und politische Gipfel. Anders ausgedrückt, Russland züchtet ein internationales Krebsgeschwür und verlängert anschließend mit allen – politischen oder militärischen – Mitteln dessen Existenz. Dabei vergisst man nicht durch „nützliche Idioten“ im Westen entsprechende Propaganda einzusetzen, um der Operation Putins den notwendigen rhetorischen Anstrich zu geben.

Der einzige wirklich überraschende Aspekt in dieser Situation besteht darin, dass das westliche Establishment – zumindest auf verbaler Ebene – ernsthaft mit Putin über „gemeinsame Bemühungen“ diskutiert. Dafür gibt es nur eine logische Erklärung: Man versucht eine Situation zu vermeiden, in der ein psychologisch labiler russischer Präsident sich vollends beleidigt fühlt und zu Maßnahmen wie dem Einsatz nuklearer Waffen greift.

Sehr problematisch ist dabei allerdings, dass bei jeder Form der Zusammenarbeit mit Putin die Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Krieges einerseits zwar gegen Null geht. Andererseits führen politische Spiele wie derzeit auf dem G20-Gipfel zu realen Opfern in der Ukraine, in Syrien und anderen Ländern.

Man hat darüberhinaus festgestellt, dass Putin, wenn er durch den Westen ignoriert wird, nicht mit einem Atomkrieg droht (den er zweifellos verlieren würde, wie, erst recht, einen konventionellen Krieg), sondern versucht auf verschiedene Art und Weise das Wohlwollen der USA und der EU zurückzugewinnen.

Unter Berücksichtigung dieser Tatsache empfiehlt die Abteilung für Analytik von Newsader Washington, Brüssel und ihren Verbündeten weltweit, alle Kontakte zu Putin abzubrechen und ihn offiziell aus den G20 auszuschließen als Kriegsverbrecher, der für Aggressionskriege gegen Georgien, die Ukraine und die syrischen Aufständischen verantwortlich ist. Die Fortsetzung einer Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Kreml führt nicht nur zur Bildung blutiger Konfliktherde, sondern auch zu neuen Terroranschlägen in den USA und Europa.


Quelle : Newsader; übersetzt von Viktor Duke.    über die Seite von Informnapalm

https://informnapalm.org/de/aufruf-an-den-westen-kontakte-zu-putin-nach-den-letzten-terroranschlaegen-abzubrechen/


Zuletzt von Umnichka am Di 17 Nov 2015 - 20:22 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Spoiler eingefügt)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Di 24 Nov 2015 - 17:17

Sie findet die treffenden Worte :daumen

Auf der Leitung: Berlin, die Krim und der ukrainische Strom | von Anna Veronika Wendland

euromaidan press schrieb:
Das Reiz-Reaktions-Schema unserer Bundesregierung in Sachen Ukraine ist doch immer wieder einer Erwähnung wert, allerdings keiner lobenden. Da ist im Donbass seit Tagen wieder der Krieg der russischen Milizen und der russischen Waffen in großem Maßstab im Gange, aber das kümmert in Berlin niemanden, ist man doch gerade dabei, Putin zur Hilfe zu holen, um mit einer größtenteils westeuropäisch verankerten Islamfaschistenbande fertigzuwerden, die man, um sich nicht selbst lächerlich zu machen, kurzerhand zum Weltkriegsgegner erklärt hat.

Und in diesem lichten Moment des deutsch-russischen Versöhnungsopportunismus gehen auf der Krim die Lichter aus, weil – offensichtlich – etlichen besatzungsbedingt zwangsexilierten rechtmäßigen Bewohnern der Halbinsel inzwischen der Worte genug gewechselt sind und sie zur Gewalt gegen Sachen, in diesem Falle gegen Hochspannungsleitungen, übergegangen sind.

Da ist die Empörung in Berlin aber groß. Man erwarte von der Ukraine, dass sie die Versorgung der Krim wiederherstelle, heißt es, und dass sich so etwas nicht wiederhole. Man meint, es sei dem Friedensprozess abträglich, wenn die russische Armee einige Tage lang ihre Notstromdiesel strapazieren muss. Auf deutsch liest sich das natürlich anders: der Konflikt, so der Sprecher der Bundesregierung, dürfe “nicht auf dem Rücken der Krimbewohner” ausgetragen werden. Man fragt sich, womit die Krimbewohner diese bevorzugte Berücksichtigung verdient haben, wo doch die Ukrainebewohner seit Jahr und Tag mit Krieg, Krise und eineinhalb Millionen Flüchtlingen klar- und ohne das Berliner Mitleid auskommen müssen. Und übrigens auch mit kriegsbedingten Stromausfällen.

Nun sollte das Szenario mit der am Boden liegenden Stromleitung im Gebiet Cherson den Steinmeiers und Gabriels nicht unbekannt sein. Ihr ehemaliger grüner Koalitionsfreund Joschka Fischer brachte seinerzeit die Gewalt-gegen-Sachen-Expertise der Frankfurter Putztruppe in die hohe Politik, und in jenen Kreisen gab es stets klammheimliche Freude, wenn mal wieder ein westdeutscher Atomstrommast umgelegt wurde, um die Energiewende beschleunigt herbeizuführen. Waren das Zeiten.

Wir fassen zusammen, aus Berliner Sicht: Erstens, ein ukrainischer Atomstrommast ist prinzipiell verwerflich, weil er Beihilfe zu einer menschenverachtenden Form der Energieumwandlung leistet. Er ist aber, zweitens, ein höchstes Gut, wenn er ein russisch besetztes Territorium mit Strom versorgt. Sein Schutz ist in diesem Falle, drittens, nachgerade deutsche Staatsraison, denn andernfalls könnte ja der Verdacht aufkommen, der Antiterrorkämpfer und Wunschverbündete Putin könne sein nationalrussisches Herzensterritorium weder versorgen noch entwickeln. Genau das offenzulegen, und den Kampf um die Krim mit den Mitteln der Blockade aufzunehmen, das bezwecken die tatarischen Aktivisten, welche jetzt die Wiederherstellung der Verbindung blockieren, und es auf eine gewaltsame Konfrontation mit der ukrainischen Staatsmacht ankommen lassen. Denn die hat die Energieversorgung der Krim bislang über einen Deal mit Putin geregelt, der auch vielen Ukrainern missfällt.

Es ist ein klassisches Dilemma, in dem Kiew hier steckt: soll man den ukrainischen Rechtsanspruch auf die Krim durch eine reibungslose Versorgung der – völkerrechtlich gesehen immer noch ukrainischen – Bevölkerung demonstrieren; soll man humanitäre Zwecke über politische stellen – und so dem Besatzungsregime das Leben erleichtern? Oder soll man angesichts des andauernden russischen Krieges in der Ostukraine und der angekündigten totalen russischen Blockade ukrainischer Waren den einzigen Hebel ansetzen, den man gegenüber der russischen Übermacht hat – und einmal, nur ein einziges Mal mit russischer Münze zurückzahlen?

Dieses Dilemma zu verstehen, sind unsere Berliner außer Stande. Wir würden uns den harschen und bestimmenden Berliner Ton auch in anderen Zusammenhängen wünschen: dem der humanitären Bedingungen an der Kriegsfront, dem der in russischer Haft sitzenden ukrainischen Staatsbürger, Geiseln, Gefangenen des hybriden Krieges. Wir würden es uns wünschen, dieses “wir erwarten”, “wir fordern” – an die Moskauer Adresse. Stattdessen hören wir Überlegungen, die Sanktionen zu lockern, damit er wieder ein bisschen mehr Beinfreiheit hat, der Sicherheitspartner im Kreml, um in der Ukraine ordentlich nachzutreten. In einem Satz, Berlin steht auf der Leitung: die Stromversorgung des politischen Wahrnehmungsapparats unserer Außen- und Nebenaußenpolitiker ist jedenfalls schon seit längerer Zeit nicht mehr unterbrechungsfrei gesichert.

Quelle : http://de.euromaidanpress.com/2015/11/23/auf-der-leitung-berlin-die-krim-und-der-ukrainische-strom-anna-veronika-wendland/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Do 26 Nov 2015 - 12:21

Auch wenn ich mich wiederhole , Sie trifft die richtigen Worte


Auf Rosa Luxemburg gespuckt: Deutsche Linke auf Moskauer Friedensfahrt

Anna Veronika Wendland (über Facebook)

Anna Veronika Wendland schrieb:
Wer sich gefragt hat, ob die antifaschistischen Friedenskämpfer Hunko und Gehrcke, Bundestagsabgeordnete der Linken, das Interesse an der Ukraine verloren haben, weil momentan allgemein eine politische Ukraine-Ermüdung in Berlin zu beobachten ist, der hat sich leider zu früh gefreut.

Jetzt sind die beiden, Bulgakov hätte gesagt svjatoshi, diese bigotten Scheinheiligen und Soli-Marschierer des stalinrot lackierten russischen National-Sozialismus, mal wieder mit humanitärer Hilfe, bei der neben vielen deutschen linken Spendern auch eine Moskauer Fast-Regierungs-Organisation etwas nachgeholfen hat, im Donbass aufgetaucht; wieder unter Bruch ukrainischen Rechts, und wieder mit der Legende im Gepäck, ausschließlich die Ukraine beschieße ihr eigenes Gebiet und hungere die Bevölkerung des von prorussischen Milizen und russischer Armee besetzten, will sagen von Freiheitskämpfern gehaltenen Gebiets aus.
hier weiterlesen:

Glücklicherweise gibt es eine unbestechliche Charkover Menschenrechtsgruppe (s. Link), welche den Kriegstouristen auf jedem ihrer Schritte nachrecherchiert und festgestellt hat, dass die humanitäre Krise, die sie lautstark bejammern, vor allem damit zu zun hat, dass die neuen Machthaber alle ukrainischen und internationalen humanitären Organisationen unter Gewaltandrohung aus diesen Gebieten vertrieben haben. So macht sich die Rote und Rotbraune Hilfe der deutschen Linken, der russischen Nats-Boly, Kosaken und der amtlich-russischen humanitären Waffenkonvois – wir zählen in diesen Tagen die Nummer 45 – umso besser aus. Unnötig zu erwähnen, dass der Krieg im Windschatten von Islamfaschismus und russischen Syrienabenteuern inzwischen wieder an Fahrt aufgenommen hat.

Außerdem nahmen die beiden deutschen Linken an einer “Menschenrechtskonferenz” über die Ukraine in… natürlich nicht in der Ukraine, sondern in Moskau teil. Soweit geht er denn doch nicht, der Antifaschismus, dass man im Kiewer Herzen der Finsternis sein Leben riskieren und direkt den Kampf mit dem Gegner aufnehmen wollte, oder wenigstens in Charkiv, wo man sich über echten, unerschrockenen und keine Seite schonenden ukrainischen Menschenrechtsaktivismus – in einem Worte, ein echtes emanzipatorisches Projekt -informieren könnte.

An der Moskauer Konferenz nahmen neben der deutschen Gehrcke-Hunko-Solidarabgabe auch einschlägig bekannte ukrainische VertreterInnen des im Heimatland “verfolgten” russischen Stalinismus und Nationalbolschewismus teil, neben russischen Schwulenhassern und Berufs-Ukrainophoben, die natürlich ständig beteuern, wie sehr sie um die Ukraine besorgt seien.

Aus reiner Liebe zum ukrainischen Menschenrecht folgten sie daher alle mit Wohlgefallen den Tiraden eines Moskauer Stadtverordneten, der sich der “Säuberung des banderistischen Untergrundes” in Moskau verschrieben hat. Halt, ist es dann nicht auch in der russischen Hauptstadt zu gefährlich für unsere Antifaschisten? Womöglich werden sie beim Spaziergang auf dem Arbat von den Waldbrüdern mit Schmeißer-MPs erledigt? Nein, Entwarnung. Der russische Kampfgenosse meinte nur die zersetzende ukrainische Literatur der 1960er bis 2000er, die aus Moskauer Bibliotheken geräuchert werden soll, allen voran aus der schon mehrfach gesäuberten und von Verhaftungsaktionen heimgesuchten Ukrainischen Bücherei. Dort müssten eigentlich nur noch russische Bücher zu finden sein, wo in Moskau doch jedes Kind weiß, dass schon das Denken in ukrainischer Sprache den Tatbestand der NS-Wiederbetätigung erfüllt.

Mitfinanziert und mitausgerichtet hat dieses Ereignis des Menschen- und Sprachenrechtekampfes für eine russische Ukraine übrigens die deutsche Rosa-Luxemburg-Stiftung. Ja, Sie haben richtig gehört: Rosa. Luxemburg. Die von Freikorps-Faschisten ermordete Kommunistin mit dem schönen Wort von der Freiheit des Andersdenkenden und dem Hass gegen alles nationale Pathos und alle nationalen Projekte. Was sie wohl sagen würde zu diesen Linken mit ihrer sonderbaren Blindheit auf dem russisch-nationalen Auge und ihrem Posemachen mit Doppeladlerfahnenträgern und Bücherverbrennern?

Rosa, die konnte nichts anfangen mit der ukrainischen Staatsidee, aber noch weniger mit den Doppeladlerrussen und Schwarzhundertern, die schon damals ebenso gute Ukrainerhasser wie Antisemiten waren. Nationalbolschewiki konnte sie noch nicht kennen – die entstanden erst nach ihrem Tod mit der Einwanderung des antisemitischen zaristischen Kleinbürgers und Tschinowniks in den russischen Kommunismus, und mit dem Aufstieg des kleinen Sadisten Dschugaschwili zum Völkervater Stalin.

Die heutigen Rosa-Luxemburg-Stiftler, die solche Veranstaltungen des Nationalen immer dann finanzieren, wenn das Nationale russisch daherkommt und mit ein paar Antifafloskeln aus der stalinschen Klamottenkiste verbrämt wird, wissen vielleicht wirklich nicht, was sie tun: aus krasser Unkenntnis Russlands, der Ukraine, und der Geschichte beider Länder sowieso.

Womöglich wissen sie auch nicht, oder wollen nicht wissen, dass die von ihnen logistisch und ideologisch, indirekt und direkt geförderten Gewaltunternehmen im Donbass mit ihren Gegnern – Gewerkschaftern, Menschenrechtlern, missliebigen Lokalpolitikern – gerne das machen, was die deutschen Hakenkreuz-Stahlhelmträger seinerzeit mit Rosa und Karl getan haben: mit Gewehrkolben totschlagen, erschießen, verstümmelt in die Flüsse schmeißen. Wer als Linker mit solchen Leuten oder ihren Unterstützern an einem Tisch sitzt, der kann ebenso gut auf die Gräber Rosas und Karls spucken.

Quelle : http://de.euromaidanpress.com/2015/11/26/auf-rosa-luxemburg-gespuckt-deutsche-linke-auf-moskauer-friedensfahrt/#arvlbdata

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Fr 27 Nov 2015 - 7:41

Die Welt in den Augen von Alexander Sachartschenko


Wenn der Anführer der selbsternannten Donezker Volksrepublik (DVR) ein Wort mitzureden hat, wird sich die derzeitige Waffenruhe in der Ostukraine nie in einen dauerhaften Frieden verwandeln. Ebenso wenig wird sie zur Wiedereingliederung der Separatistengebiete in die Ukraine führen. Die Aussagen von Alexander Sachartschenko vor und nach dem 1. September, als die Waffen zu schweigen begannen, offenbaren eine fortgesetzte Ablehnung der Ukraine, ein Bekenntnis zur Unabhängigkeit des Donbas, eine große Entschlossenheit zu weiteren Geländegewinnen und eine radikale Einteilung der Menschen in Freund und Feind. Kein Wunder, dass die Verletzungen der Waffenruhe durch die Separatisten seit Anfang November deutlich zugenommen haben

Man kann nicht definitiv sagen, ob sich hinter der Militanz Sachartschenkos das Getue eines verzweifelten Mannes oder die Vision eines rücksichtlosen Anführers verbirgt. In beiden Fällen liegt es nahe, dass die Interessen der DVR mit denen der Ukraine unvereinbar sind, und dass die Vereinbarungen von Minsk-II mit ihrem angestrebten Ziel scheitern werden – der Wiedereingliederung der DVR und ihrer Schwestereinheit, der Luhansker Volksrepublik (LVR). Auch wenn Russland die DVR zu wesentlichen Zugeständnissen drängt – und dabei handelt es sich um ein großes „Wenn“ – wird sich ihr Anführer widersetzen.

Faktisch hängt der Frieden in der Ostukraine von zwei halsstarrigen, demagogischen, unberechenbaren und militaristischen Männern ab – dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Sachartschenko. Putin sieht sich als Zuschauer, während Sachartschenko behauptet, er habe das Sagen. Die Realität ist komplexer. Wie der Waffenstillstand zum 1. September belegt, besitzt Putin die entscheidende Stimme. Er hat den Krieg angezettelt und er kann ihn auch beenden. Allerdings ist Sachartschenko keine Marionette. Er besitzt eigene Ideen, Ziele und Pläne, und am Ende wird seine Zustimmung darüber entscheiden, ob ein möglicher Deal auch hält oder nicht.

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Der 39-jährige ehemalige Elektrotechniker Sachartschenko ging 2010 in die Politik, im selben Jahr als Wiktor Janukowytsch zum Präsidenten der Ukraine gewählt wurde. An der Spitze der pro-russischen und pro-sowjetischen Organisation in Donezk, Oplot (Bollwerk) hat er sich der Euromaidan-Revolution 2013-14 aktiv widersetzt. Er war einer der sieben bewaffneten Männer, die am 16. April 2014 den Sitz der Donezker Stadtverwaltung besetzten und nahm daraufhin aktiv an Kampfhandlungen gegen die ukrainische Armee teil. Im August 2014 wurde er zum Premierminister der DVR gewählt, und wenige Monate später wurde er Oberhaupt der DVR. Seitdem dominiert Sachartschenko die politische Landschaft im Osten.

Er beharrte wiederholt darauf, dass die DVR kein Territorium der Ukraine sei, sondern ein unabhängiger Staat. „Kinder“, sagt er, „müssen verstehen, dass sie in einem anderen Land wohnen“. Während die Ukraine unter der Führung einer faschistischen Junta „unverblümter Nazis“ stehe, sei die DVR demokratisch und dem Gemeinwohl verpflichtet. Dass es Dissens und Meinungsverschiedenheiten innerhalb der DVR gebe sei „normal“, meint Sachartschenko. „Schließlich sind wir nicht die Ukraine!“

Sachartschenko behauptet, Kiew existiere in einer „parallelen, virtuellen Realität“. Er glaubt sogar, dass „die Ukraine selbst unter deren [der Kiewer] Führung zu einer virtuellen Realität geworden ist“, und deutet dabei an, dass der [ukrainische] Staat sowie die [ukrainische] Nation fiktiv seien. Man mag Sachartschenkos Beschreibung bestreiten, die Kiewer Realität sei “virtuell” – aber er hat Recht, wenn er diese “parallel” nennt. Denn die Ukraine nach dem Maidan steht für alles, was er und somit auch die DVR ablehnen, genau wie Sachartschenko und sein sogenannter Staat für alles stehen, was der Westen ablehnt. Es gibt anscheinend keinen Spielraum für Kompromisse.

Jegliche Versuche der Ukraine, den Donbas zurückzuerobern, würden wiederum als Einmärsche gewertet. Am 7. September, wenige Tage nachdem die Waffenruhe in Kraft trat, verglich Sachartschenko die Regierung in Kiew und die [ukrainische] Armee mit einmarschierenden Nazis: „In 1941 kam ein böser, perfider und mächtiger Feind in unser Land… 2014 kam wieder ein Feind in unser Land“, sagt er. „Sie konnten den Donbas 1941 nicht in die Knie zwingen. Sie haben auch 2014-15 versagt“. Zu anderer Gelegenheit warf er Kiew „Genozid gegen unser Volk“ vor. Selbstverständlich werden alle ukrainischen Aggressionen durch ruchlose westliche Kräfte unterstützt, darunter Ärzte ohne Grenzen. Aber wehe der Ukraine, wenn sie sich dazu entschließen sollte, der NATO beizutreten (eine Vorstellung, die Sachartschenko anscheinend in unmittelbarer Zukunft für möglich hält). Wie er am 25. September sagte: „sollte die Ukraine mit der Vorbereitung auf ein Referendum über einem NATO-Beitritt oder mit anderen Prozeduren anfangen, wird die DVR die Minsker Vereinbarung unverzüglich aussetzen und mit der Säuberung des ganzen Territoriums der DVR von der Kiewer Besatzung fortfahren“.

Sachartschenko beabsichtigt, den Rest des Donbas zurückzugewinnen, egal ob die Ukraine Schritte in Richtung einer NATO-Mitgliedschaft macht. „Ich habe mehrmals gesagt, dass ich das gesamte Gebiet der ehemaligen Region Donezk als Territorium der DVR betrachte. Und diese Worte nehme ich nicht zurück“, sagte Sachartschenko am 5. November. Er sehe zwei mögliche Szenarien für die Expansion der DVR: Wenn Kiew Kampfhandlungen wieder aufnimmt, dann wird Sachartschenko den Donbas gewaltsam einnehmen. Wenn sich der Minsker Friedensprozess fortsetzt, dann wird das Gebiet durch politische Verhandlungen zurückgenommen.

Noch offener hat sich Sachartschenko in einem Interview am 27. August geäußert. Das Minimalziel sei eine Rückeroberung der gesamten Region Donezk. Das Maximalziel sei ein „Großes Noworossija“, oder Neurussland, das die ganze Südostukraine miteinschließen würde. Wie man das Ziel erreicht, werde entschieden „wenn wir siegreich sind“. In der Zwischenzeit gebe es „keinen Grund, rumzusitzen und zu warten“ was „den Rest der sogenannten Ukraine“ angeht. Wer „eine illegale Regierung loswerden möchte, Faschisten vernichten und verhindern will, dass die Ukraine zu einem rückgratlosen Marionettenstaat in den Händen amerikanischer Strippenzieher wird, sollte eine aktivere Haltung bekunden“.

Der Radikalismus Sachartschenkos zeigt sich in seiner Haltung gegenüber den Flüchtlingen und Einwohnern der DVR. Diejenigen, die in die Ukraine flohen und sich der DVR widersetzten werden „milde gesagt“ nicht willkommen geheißen. Sicherlich „werden wir Rückkehrer nicht erschießen“, aber sie werden ihre „Nützlichkeit“ beweisen und Wiedergutmachung leisten müssen. Offene Feinde werden „möglicherweise vor Gericht gestellt“. Bezüglich der in Donezk verbliebenen Menschen gibt Sachartschenko zu, dass „viele“ nicht aus ideologischer Überzeugung geblieben sind, sondern weil „sie einfach nicht fliehen konnten“. So unterscheiden sie sich nicht von den Flüchtlingen.

Sachartschenko sagt auch unmissverständlich, wer seinen Staat regieren werde: „Diejenigen, die mit Waffen die Republik verteidigt haben oder unter Beschuss beim Wiederaufbau unserer Industrie, Wirtschaft und Infrastruktur geholfen haben.“ Die Vorschläge Kiews für neue Lokalwahlen im Donbas seien daher realitätsfern, da sie die Teilnahme „jener Parteien, die politische Rückendeckung für die Strafaktion im Donbas geschaffen haben“, bedingen würden. Weil alle demokratischen Parteien in der Ukraine den Militäreinsatz gegen die DVR unterstützt haben, würden die von Minsk-II angeordneten Lokalwahlen faktisch nur eine Kandidatengruppe haben – Sachartschenkos Elite.

Ein Teil dieser Prahlerei muss Russland Freude bereiten. In Sachartschenko hat Putin einen fanatischen Feind der ukrainischen Souveränität, ein Mann der unter keinen Umständen Kompromisse mit Kiew und dem Westen eingehen wird. Aber Sachartschenkos Fanatismus muss auch ein Grund zur Sorge sein. Am 5. November bestand er darauf, dass „das Schicksal des Donbas“ im Donbas entschieden werde, und nicht in Moskau, Washington, Berlin oder Paris. Der folgende Satz von Sachartschenko muss dem Kreml Sorge bereitet haben: „Ich persönlich habe nicht die Absicht, die Marionette in den Händen von jemandem zu sein“.

Man sollte Sachartschenko am besten als einen regionalen russischen Warlord betrachten, der wie Ramsan Kadyrow in Tschetschenien nur widerwillig die Rolle von Putins Höfling spielen wird. Die jüngste Zunahme an Waffenstillstandsverletzungen durch die DVR zeigt die inhärenten Spannungen zwischen Putin und Sachartschenko. Angriffe auf die ukrainischen Streitkräfte sind ein exzellentes Mittel, den Kampfgeist der entmutigten DVR-Kämpfer wiederzubeleben, von denen viele sich anscheinend von Russland im Stich gelassen fühlen. Eine Eskalierung und der mögliche Kollaps von Minsk-II wären nicht vorteilhaft für ein Russland, das wegen westlicher Sanktionen besorgt ist und vor einer Verschärfung seines Engagements in Syrien steht. Sachartschenko braucht Putin, aber Putin braucht auch Sachartschenko – eine Tatsache, die dem ausgefuchsten DVR-Oberhaupt zweifellos bewusst ist.

Außer wenn Sachartschenko seine Aussagen nicht wirklich so meint, ist es unmöglich, dass er der Umsetzung der Vereinbarungen von Minsk-II in irgendeiner Form zustimmen könnte. Ungeachtet des eigenen Vorhabens könnte Russland Sachartschenko möglicherweise bis zu einem gewissen Punkt unter Druck setzten, wie es dies am 1. September mit dem Aufzwingen einer Waffenruhe auf seine Kräfte getan hat. Doch es ist höchst unwahrscheinlich, dass Russland Sachartschenko dazu wird zwingen können, Befehlen aus Moskau widerspruchlos zu folgen.

Daher gibt es zwei mögliche Ergebnisse von Minsk-II. Am wahrscheinlichsten ist ein „eingefrorener Konflikt“ nach dem Muster von Transnistrien, der abtrünnigen moldawischen Region. Der Ukraine wäre der Schmerz erspart geblieben, eine Region integrieren zu müssen, die nicht integrierbar ist; während Sachartschenko und seine Elite den Aufbau ihres sogenannten Staates fortsetzen könnten. Der Westen würde sich mit dieser Lösung zufrieden geben, die dem Beschuss ein Ende setzt. Sogar Russland würde vielleicht zustimmen, wenn auch widerwillig. Es würde noch die DVR-Wirtschaft mit Milliarden stützen müssen, könnte sich aber dennoch anmaßen, es habe den Donbas vor den „Faschisten“ gerettet.

Weniger wahrscheinlich ist eine lose Konföderation aus der Ukraine und der DVR-LVR, in der die abtrünnigen Republiken vollständige politische, kulturelle und ökonomische Autonomie genießen, keine Subventionen von Kiew erhalten, und keinerlei Möglichkeit haben, sich in Kiews Angelegenheiten einzumischen. Obwohl in diesem Szenario alle Parteien den Sieg für sich in Anspruch nehmen könnten, wäre die Vereinbarung an sich instabil und würde wahrscheinlich in wenigen Monaten oder Jahren wieder zum eingefrorenen Konflikt übergehen.

Es gibt eine dritte und weniger wahrscheinliche Alternative, die aber von Putin und seiner Heimatorganisation, dem KGB, effektiv geübt worden ist. Eine unberechenbare Größe wie Sachartschenko könnte ihre Nützlichkeit für den Kreml schnell einbüßen und zum ernsthaften Problem werden. Das DVR-Oberhaupt sollte deswegen das traurige Schicksal eines anderen Alexanders im Kopf behalten: das von Alexander Litwinenko, dem FSB-Offizier, der 2006 in London vergiftet wurde und daraufhin verstarb.

Artikel von: Alexander J. Motyl
Quelle: Foreign Affairs, 22.11.2015
über:
http://de.euromaidanpress.com/2015/11/27/die-welt-in-den-augen-von-alexander-sachartschenko-foreign-affairs/#arvlbdata


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