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Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!




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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Fr 12 Jun 2015 - 16:32

Auf ca. 1000 Russen kommt einer der noch normal denken kann... Schon heftig!
Aber Respekt vor diesem Kerl hier

„Im Rekrutierungsbüro habe ich die Hymne der Ukraine abgespielt“
Der 17-jährige Wlad Kolesnikow erzählt, wie er beschlossen hat, gegen Putins Propaganda zu kämpfen

Wlad Kolesnikow, einem 17-jährigen Studenten aus Podolsk – einer russischen Großstadt bei Moskau – schreiben Hunderte von Menschen. Sie bieten ihm Hilfe und Obdach an, sagen Danke oder raten ihm, vorsichtig zu sein. „Ich kann die Gefühle, die ich beim Facebook-Checken habe, nicht in Worte fassen,“  sagt Wlad, und seine Stimme zittert vor Erregung, „Es gibt so viel Unterstützung von mir unbekannten Menschen, es ist einfach unglaublich.“

Wlad gewann viele Freunde im Internet, aber sein eigener Großvater, ein ehemaliger KGB-Offizier, verfluchte ihn; in der Berufsschule, in welcher er studierte, wurde er mit Fäusten angegriffen (Wlad hat darum gebeten, nicht zu schreiben, dass er zusammengeschlagen wurde: „Es war nur eine aufgeplatzte Lippe, ein paar blaue Flecken, ein paar Schläge auf den Kopf und drei Tropfen Blut“), und jetzt interessiert sich die Polizei für ihn.

Und das alles deshalb, weil Wlad Kolesnikow seine politischen Ansichten nicht verbirgt sondern beschlossen hat, sie öffentlich zu bekennen.

“Putin sitzt zusammen mit seiner Herde von Kriminellen und heizt das Land auf, mit Hilfe einer mächtigen Propaganda. Das ist meine subjektive Meinung. Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, dass das wahr ist,” sagt Wlad. “Wissen Sie, die russischen Medien kreieren willentlich ein Feindbild der Ukrainer als „Tschotschlij“ [abwertendes russisches Wort für Ukrainer, Anm. d. Übers.], als „Pindosy“ [abwertendes russisches Wort für Amerikaner, Anm. d. Übers.]. Ich habe das unterstützt, bis zu dem Moment, als ich ein Video auf YouTube sah. Es war 2014, und ich werde es wahrscheinlich nie vergessen, denn man könnte sagen, dass das Video mein Leben vollständig verändert hat. Ein Video mit einem banalen Inhalt: Eine amerikanische Familie, Sie – Russin, Er – Amerikaner, er gibt ihr ein Geschenk, sie gehen zu einer Schießbude. Und anstelle dessen, was man uns erzählt – ein faschistisches Regime, alle besessen von Sex und Geld , alle sind bereit, einander zu verraten, sah ich die gleichen Leute wie ich. Der einzige Unterschied war, dass sie mehr gelächelt haben. Und seitdem habe ich angefangen tiefer zu graben, eine Vielzahl an Information zu sichten, die westliche Presse zu lesen. Seitdem habe ich erkannt, dass unsere Medien viele Fehler machen, übertreiben und in den meisten Fällen einfach frech lügen.”

“Und mit ihren Verwandten haben Sie eine komplizierte Beziehung aufgrund der Tatsache, dass sie Ihre Ansichten nicht teilen?”

“Ja. Nicht nur mit meinen Angehörigen, sondern eigentlich mit allen Mitmenschen. Ich kenne nur zwei Personen, die mehr oder weniger meiner Meinung sind – mein Freund Nikolaj Podgorny und ein anderer Mann, dessen Name ich nicht nennen möchte. Aber alle Leute, die ich kenne, meine ganze Schule, alle meine Verwandten, sind alle dagegen. Nur ich und Nikolaj.”

“Und Sie beschlossen, mit Nikolaj in Podolsk ein Transparent aufzuhängen mit der Aufschrift „X ** War“ … [“F*** War”, Anm. d. Übers.]”

“Ja, es begann damit, dass ich beim Militärbüro erklärte, dass ich nicht dienen wolle und auch keinen Krieg gegen meine Brüder führen will. Vielleicht klingt das pathetisch, aber so ist es. Wir haben entschieden, dass wir das nicht länger dulden werden, und alles offen zum Ausdruck bringen werden. Zuerst wollten wir ein Plakat in Moskau aufhängen, aber dann dachten wir, dass es schnell abgerissen wird, und so begannen wir die Suche nach einem geeigneten Platz in Podolsk. Wir liefen lange umher. In der Innenstadt haben wir ein Haus mit einem offenen Dach gefunden und beschlossen, es dort aufzuhängen. Wir gingen in einen Stoffladen, kauften ein Fünf-Meter-Stück gelbes Tuch, wir haben lange ausgewählt welches, wir kauften Farbe. All dies ist teuer für einen Studenten, aber es hat sich gelohnt. Wir brauchten die ganze Nacht, um das Plakat vorbereiten und dabei die Nacht auf dem Dach verbringen.Damit es ein wenig länger hängt, haben wir es mit Eisenseilen befestigt, und die Tür mit einem Schloss versperrt, damit die Polizei nicht durchkommt, sie mussten die Feuerwehr rufen. Ich denke, dadurch haben wir zwei oder drei Stunden gewonnen.”

#Weiterlesen:
“Und beim Militär haben Sie einfach erklärt, sie wollen nicht kämpfen?”

“Ich habe keine guten Augen, schon dadurch bin ich nicht für den Militärdienst tauglich. Ich bestand die ärztliche Untersuchung, aber dann bei der Einzugsbehörde: Da stehen Tische in Form eines P, und hinter diesen sitzen Menschen, die einen beurteilen. Ich habe auf meinem Handy die Hymne der Ukraine aufgezeichnet. Die russische Hymne mag ich nicht, weil ich sie verlogen finde. Alles was sie über die Freiheit sagt, und so weiter – reiner Unsinn. Und vor dem Eintritt ins Zimmer beschloss ich, die Hymne der Ukraine abzuspielen, weil ich die russische Armee überhaupt nicht unterstütze und ihr zu dienen als Schande empfinde. So habe ich die Hymne der Ukraine eingeschaltet und sagte: ‘Leute, ich werde nicht in der russische Armee kämpfen.’ “

“Wlad, Sie sehen ein, dass Sie ein ziemlich ungewöhnlicher junger Mann sind. Sie haben eine gewisse Immunität gegen die Propaganda, und sogar Furchtlosigkeit …”

“In der Tat, ich hatte Glück – ich hatte einfach eine gewisse Zeit keinen Fernseher, ich habe diese ganzen Nachrichten nicht gesehen. Und als ich dann einen Fernsehen hatte, machte ich ihn an und sah diesen ganzen Mist, der dort gezeigt wird. Ich bin zufällig gerade bei der Talkshow gelandet, in welcher Kisseljow heftig argumentiert, dass man die Herzen von Homosexuellen verbrennen muss. Ich sitze da und denke, ist das eine Comedy-Show? Dann begann ich erst zu begreifen, dass das die neuen Nachrichten in Russland sind. Das ist richtig krass, einfach nach allen Grundsätzen der Propaganda Goebbels: von Feinden umgeben, das eigene Land besetzt. So ein Irrsinn.”

“Also, Sie haben die ukrainische Nationalhymne im Militärbüro abgespielt. Die Mitglieder der Personalkommission waren wahrscheinlich fassungslos, als sie das gehört haben?”

“Es war etwas Unglaubliches. Manche Menschen sind vor Schreck erstarrt, einige sprangen auf, fingen an zu schreien: ‘Was machst du? Weißt du, wo du bist?’ Nach einer Weile kam jemand angerannt, ich wurde in einem separaten Raum gebracht, er legte vor mir zwei Akten hin. In der einen stand, dass ich eine Sehschwäche habe, was auch stimmt, und in der zweiten stand Persönlichkeitsstörung und noch etwas anderes. Kurz gesagt, ich bin beim Militär als Verrückter eingestuft, weil ich mit der Hymne der Ukraine eintrat und meine Meinung sagte. Und das war der Wendepunkt. Als sie mir diese Akte vorlegten, erkannte ich, dass ich es nicht mehr ertragen kann. Ich bin nur hinein gegangen, und sie behandeln mich automatisch als Irren.”

“Und Ihre neuestes Kunststück: Sie sind in die Schule gegangen in einem T-Shirt mit der ukrainischen Flagge…”

“Ja. Ich habe schon früher in der Schule meine politischen Ansichten zum Ausdruck gebracht und oft mit den Lehrern darüber disktutiert. Es war klar, dass dabei nichts Gutes rauskommt, aber es ist auch nichts wirklich Schlimmes passiert, außer eine Verschlechterung der Noten und andere Kleinigkeiten. Aber damit (mit dem T-Shirt) wurde es erst lustig. In der Nähe der Schule habe ich einen tollen Klassenlehrer getroffen. Wissen Sie, ich werde diesen Blick nie vergessen: Er guckt mich an, wohl ein adäquater Mensch, und dann sieht er, was auf meinem T-Shirt ist, hebt seinen Blick und ich sehe einen solchen Hass! Danach steige ich die Treppen hoch, gehe in die Klasse, innerhalb von fünf Minuten drehen sich die Mitschüler um, die vor mir sitzen, ich saß in der letzten Reihe, und sagen: ‘Kolesnikow, sollen wir dir jetzt die Fresse einschlagen oder später?’ Nun, versucht es. Ihre Versprechen haben sie, wie Sie sehen können, eingehalten, aber nicht an diesem Tag, sondern einige Tage später, nachdem ich meine Beiträge ins Internet gestellt habe, und sie über sich selbst einiges Interessantes mitgekriegt haben. Ich kann meine politische Position durch Argumente erklären, warum ich glaube, dass die Krim annektiert wurde und warum der Donbas besetzt ist. Ich habe Beweise, ich kenne Leute, die dort gedient haben. Im Fernseher sagen sie, dass unsere Truppen dort nicht sind. In Wirklichkeit ist es natürlich anders. Sie haben keine überzeugenden Argumente gefunden, es lief alles darauf hinaus, dass ich eine Schande für das Land bin,und dass ich die Flagge abreißen muss. Das ist natürlich eine interessante Art, Politik zu betreiben. Es stellt sich heraus, dass freie Meinungsäußerung eine Schande für das Land ist.”

Wlad Kolesnikow war gezwungen, die Schule zu verlassen (er wurde augenblicklich der Schule verwiesen) und auch Podolsk. Der Großvater, mit dem er lebte, teilt seine politischen Ansichten auch nicht, und schickte seinen Enkel zu seinem Vater nach Schiguljowsk. Und gerade rechtzeitig: Wlad rief seinen Großvater an um zu sagen, dass er gut angekommen ist, und erfuhr beunruhigende Nachrichten: Es kamen zwei Männer von der Polizei vorbei und fragten, woher er die ukrainische Flagge habe und wo sein T-Shirt jetzt sei.

„Alle Demokraten Russlands wurden verbannt, und so fühle ich mich auch, wie in der Verbannung. Viele raten mir mittlerweile, nach Kyiw auszureisen. Aber das ist die extremste Option. Wenn jemand denkt, dass ich jetzt hier sitze, einen Antrag auf einen Reisepass stelle, in die Ukraine auswandere und das war’s dann, der liegt falsch. Ich plane von Schiguljowsk nach Moskau zurückzukehren und ein paar Pickets [Einzelprosteste, Anm. d. Übers.] durchzuführen,“ verspricht der furchtlose Wlad Kolesnikow.  

http://de.euromaidanpress.com/2015/06/12/im-rekrutierungsbuero-habe-ich-die-hymne-der-ukraine-abgespielt/


Zuletzt von Umnichka am Do 29 Okt 2015 - 17:10 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Zusatz)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Fr 12 Jun 2015 - 19:58

Irina Schlegel freut sich  Very Happy

Zitat:
ach, die lieben propagandistischen russischen Zeitungen machen uns ungewollt Werbung))))) danke schön! hahahahahah. habe ich gleich, das Material"


- und ich geb es gleich mal weiter  natürlich mit dem Hinweis auf das Projekt Informnapalm -


Informnapalm.org deutsch schrieb:
In Burjatien begann eine Kampagne gegen Aktivisten, die Antikriegsansichten äussern.

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

Es ist kein Geheimnis, dass die Tätigkeit des Projekts InformNapalm auf einer Freiwilligen-Basis gegründet ist – so war es vor einem Jahr, so ist es noch immer.
Ausser der Stammmannschaft von InformNapalm, die aus ein paar Dutzend Freiwilliger besteht, die für bestimmte Richtungen verantwortlich sind (Admins, technische Admins, OSINT, verschiedene Sprachrichtungen usw.), haben wir auch viele Freunde – Freiwillige, die uns bei unserer Arbeit helfen.
Unter solchen Freunden von InformNapalm gibt es auch Dorzho Dugarow – einen burjatischen Aktivisten, den wir im Herbst 2014 kennengelernt haben. Dorzho und andere burjatische Aktivisten traten mehrmals mit Antikriegsposts im Facebook auf, verurteilten die russische Aggression gegen die Ukraine und die Involvierung kleiner Völker Russlands in dieses grausame Abenteuer. Dank der burjatischen Aktivisten konnten wir manche Einzelheiten erfahren, die mit der Entsendung der russischen Militäreinheiten des Zentralen Militärbezirks auf die „ukrainische Dienstreise“ verbunden sind.
Solch ein Verhalten verzeiht das niederträchtige Kremlregime nicht, und die Verfolgung der burjatischen Aktivisten, unter anderem auch von Dorzho Dugarow, fing bereits vor einem Jahr an, und in den letzten Tagen bekam die Kampagne zu seiner Diskreditierung einen neuen Impuls.
Im besonderen, erschien in der Zeitung „MK Ulan-Ude“ am 12. Juni 2015 ein Artikel von einer gewissen Swetlana Matwijenko „Seiner unter Fremden, Fremder unter Seinen“- wie sollen wir den Aktivisten und Unternehmer Dugarow verstehen?“
Abgesehen von Dummheiten und Diffamierung wird im Artikel vermerkt, dass „Dorzho Dugarow in erster Linie mit seinen Ansichten der Ereignisse in der Ukraine bekannt ist“:


„An alle meine ukrainischen Freunde! Verzeiht uns, Sünder, – schreibt er beim FB. – Es sind nicht wir, normale Russen – all das wird von einer Bande vollbracht, die die Macht in Russland usurpiert hat- genau sie betreibt diese Willkür! Ich schäme mich, dass ich Bürger eines Aggressorstaates bin! Die Ukraine wird frei sein!“

„Die Öffentlichkeit von Burjatien ist gegen den Krieg in der Ukraine!“- steht auf der FB-Seite eines gewissen Irakli Komaxidze, der angeblich „bereits seit mehreren Tagen die Epopöe“ der Verlegung von Militärs aus dem Östlichen Militärbezirk, unter anderem auch aus Burjatien zur ukrainischen Grenze beobachtet. Und bedankt sich bei Dorzho Dugarow.“

Resümiert wird der Artikel damit, dass „Dorzho Dugarow sich einfach auf den Themen PR macht, die an sich Resonanz- und Provokationsthemen, und teilweise gar – offensichtlich antirussisch sind, und an Dugarow gleitet aber alles ab. Dorzho Dugarow lenkt mit seiner Aktivität in den sozialen Netzwerken und in den Medien die Aufmerksamkeit auf sich, indem er verschiedenen Radikalen sich zu präsentieren hilft, und sie dann an entsprechende Strukturen zum Zerreissen abgibt. Wenn dem so ist, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die berüchtigte 5. Kolonne in Burjatien unter Kontrolle befindet!“ (Anm.d.Red.: das ist ja in besten Traditionen der Sowjetpropaganda geschrieben!)
Auf das „beobachtet angeblich seit mehreren Tagen die Epopöe der Verlegung von Militärs aus dem Östlichen Militärbezirk, unter anderem auch aus Burjatien zur ukrainischen Grenze“ möchte ich doch antworten. Macht nicht einen auf blöd – ihr wisst alle alles ausgezeichnet; alle wissen, dass ins russische Abenteuer gegen die Ukraine auch Militäreinheiten aus dem Zentralen Militärbezirk involviert sind, auch aus Burjatien, und aufgestellt sind sie hauptsächlich mit lokalen Zeitsoldaten. Wir schreiben darüber seit November 2014, und dank des Berichts von „Atlantic Council“, der sich auf unsere Informationen stützte, weiss es nun die ganze Welt.
Dorzho Dugarow und andere burjatische Patrioten waren tapfer genug, die Wahrheit zu sagen, dank ihres Eingreifens verzichtete nicht nur ein Dutzend Zeitsoldaten auf die „ukrainische Dienstreise“.
– „Unterabteilung der 5. Panzerbrigade des östlichen Militärbezirks im Verband der russischen Invasionskräfte“; (deutsch)
– „Zusätzliche Information zur Abteilung der 5. Panzerbrigade der Rostower Gruppierung der Invasionskräfte“; (russisch)
– „Ochir, go home! Oder Abteilungen des Östlichen Militärbezirks Russlands an der Grenze zur Ukraine.“; (englisch)
– „Öffentlichkeit von Burjatien tritt gegen den Krieg in der Ukraine auf“; (russisch)
–„Russische Medaillen und russische Journalisten bestätigen Monate alte Informationen von InformNapalm“. (deutsch)


Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.

Quelle : In Burjatien begann ....


Zuletzt von telzer am Do 18 Jun 2015 - 16:50 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Korrektur :-()

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Mo 15 Jun 2015 - 21:01

Ausgabe russischer Pässe in Transnistrien inmitten “steigender Spannungen”
Während die Zahl der Todesopfer von Verletzungen der zunehmend fiktiv erscheinenden Waffenruhe im Donbas steigt, sprechen Kreml-freundliche Medien von steigenden ‘Spannungen’ und Befürchtungen einer Ukrainischen Aggression im pro-russischen Transnistrien und berichten, die Leute würden in Schlangen anstehen, um russische Pässe zu erhalten.

Obwohl behauptet wird, dass die Nachfrage nach russischen Pässen einfach “entstand”, scheint es Aufforderungen dafür gegeben zu haben. Der Journalist Pavel Sheremet, der am 13. Juni über die Schlangen vor dem russischen Konsulat in Tiraspol berichtet hatte, schreibt, dass ein Schnellverfahren-System eingeführt wurde, um russische Staatsbürgerschaften auszustellen.

Dies deckt sich zum größten Teil mit Berichten der pro-russischen Website ‘News of Transnistria’ vom 10. Juni, wonach “Russland den Bürgern von Transnistrien die doppelte Staatsbürgerschaft gestattet hat”. “Am 8. Juni öffneten die Registrierungsbüros in Tiraspol, damit die Einwohner von Transnistrien die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Wo Transnistrier zuvor nach Chisinau reisen mussten, um eine Erlaubnis für eine zweite Staatsbürgerschaft zu bekommen, kann dies jetzt im Haus der Offiziere oder im russischen Konsulat erledigt werden”. Diese beiden Büros nehmen Anträge für eine zweite Staatsbürgerschaft täglich zwischen 8.30 und 12.00 Uhr von moldawischen und ukrainischen Staatsbürgern entgegen. Da das ukrainische Recht keine doppelten Staatsbürgerschaften vorsieht, scheint diese Vorgehensweise Russlands zumindest provokativ. Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Annexion der Krim wiederholt so dargestellt, als sei sie zum Schutz von Russen und Russischsprachigen auf der Halbinsel geschehen und betonte Russlands ‘Recht’, militärische Gewalt zum Schutz der eigenen Bevölkerung in der Ukraine einzusetzen.

Kreml-freundliche russische Medien waren seit der Ernennung von Micheil Saakashvili zum Gouverneur des Oblasts Odessa voller Berichte, die suggerierten dass die Ukraine einen Krieg mit Transnistrien anstrebt.

Die Rossijskaja Gaseta behauptete am 10. Juni, dass das Territorium nur zwei Wochen nach dem Amsantrott Saakashvilis als Gouverneur damit begonnen habe, sich auf den Krieg vorzubereiten – “der zweite Krieg für den Ex-Präsidenten von Georgien. War das der Grund, warum Präsident Poroschenkos Washingtoner Berater empfohlen haben, Saakashvili auf einen hohen regionalen Posten zu berufen?” Der Artikel unterstellt weiter, dass Saakashvili plane, Transnistrien zu bekämpfen, obwohl sein wahrer Feind wieder die russische Armee sei. “Genauer gesagt, die russischen Friedenstruppen in Transnistrien”.

Sie zitiert einen Bericht aus der pro-russischen, ukrainischen Publikation “Timer”, wonach S-300-Luftabwehrsysteme in naher Zukunft in die Region Odessa verlegt werden. „Timer” behauptet, die Entscheidung sei vom Verteidigungsministerium in den letzten Tagen gefällt worden; auf der Webseite des Ministeriums gibt es aber keine solchen Informationen. „Timer” berichtet, ohne weitere Kommentierung, dass mit Luftabwehrsystemen“das Land im Süden der Gebiets Odessa an der Grenze zu Transnistrien” beschützt werden soll. Die russischen Medien, die darüber berichteten, lassen diese defensiven Überlegungen aus, und die Rossijskaja Gaseta präsentiert die angeblichen Luftabwehrsysteme als direkten Beweis dafür, dass Saakashvili Krieg plane.

Am 21. Mai verabschiedete das ukrainische Parlament mehrere Gesetze, mit denen militärische Vereinbarungen mit Russland aufgekündigt wurden. Diese traten dann am 11. Juni in Kraft, nach Unterzeichnung durch den Präsidenten. Neben weiteren Schritten wird den russischen Streitkräften nun formell der Transit durch ukrainisches Territorium untersagt, was das Parlament mit der Notwendigkeit “zur Verteidigung der nationalen Sicherheit und territorialen Integrität der Ukraine” erklärte.

Ein kürzlich veröffentlichter Stratfor-Bericht sagt aus, dass es tatsächlich seit über einem Jahr keine Bewegungen auf dem Landweg gegeben hat, dennoch ist die Entscheidung offensichtlich bedeutsam für Russland, das dauerhaft 1500 russische Streitkräfte in der abtrünnigen Republik stationiert hat, die es als ‘friedenssichernd’ bezeichnet.  Stratfor erwähnt auch den Bericht von “Timer” und betont dass, falls solche Systeme vorhanden wären, diese benutzt werden könnten, wenn Russland versucht, Soldaten und Güter durch den ukrainischen Luftraum zu transportieren. Dies alles, schreibt Stratfor, stellt ein Problem für Russland dar, weil die moldawische Route auch unzuverlässig ist, denn Moldawien erkennt die abtrünnige Republik nicht an und will dort keine russischen Streitkräfte.

“Auch wenn Russland seine Luftbrücken-Operationen nach Transnistrien fortsetzt, wird es sich der Tatsache stellen müssen, dass die Luftstrecke von Natur aus verletzbar ist und im Falle eines offenen Konflikts leicht verloren gehen würde”.

Weiterlesen:
Stratfor merkt an, dass Russland die Ukraine und Moldawien nicht davon abhalten kann, den Transit zu verbieten, doch ihre Haltung könnte “Russland zu der Entscheidung bringen, seine begrenzten Positionen in Transnistrien zu verstärken, um sie robust genug zu machen, einer Isolation zu wiederstehen oder möglicherweise daran mitzuwirken, die Zugangsmöglichkeit aufrechtzuerhalten”.

Bisher hat Russland eine Menge Behauptungen in den Ring geworfen darüber, dass die Ukraine sich auf Krieg vorbereitee und hat verärgert die überzeugenden Gründe verworfen, warum,die Ukraine nach Russlands Invasion der Krim und der starken militärischen Unterstützung und der Einbindung im Donbass ihre Grenzen gegen Attacken zu schützen wünschen sollte. Russland hat sich außerdem scheinbar darauf hin bewegt, es für Transnistrier viel leichter zu machen, russische Pässe zu erhalten und damit die Zahl der ‘Russen’ in dieser abtrünnigen Region Moldawiens an der Grenze zur Ukraine zu erhöhen, die ‘beschützt’ werden müssen.

Ob daraus mehr als nur Ballast wird, bleibt abzuwarten, aber es scheint angemessen, auf die Situation unmittelbar vor dem Krieg zwischen Russland und Georgien 2008 über Südossetien und Abchasien hinzuweisen. Auch damals begann Russland plötzlich damit, russische Staatsbürgerschaften zu verteilen. Der russische Kolumnist Anton Orech bemerkte damals, dass russische Pässe, die in Südossetien und Abchasien aufgetaucht waren, sich plötzlich schnell vervielfachten bis “so gut wie jeder” einen hatte. “Und dann begann der Krieg und es stellte sich auf eine merkwürdige Art heraus, dass der russische Pass dabei geholfen hat, den Konflikt zu entwickeln, zu eskalieren und anzustacheln”.

Russische Quellen behaupten, dass 200.000 (von insgesamt 500.000) Transnistriern bereits die russische Staatsbürgerschaft haben, so dass jegliche Erhöhung nicht besonders bedeutsam erscheint.  Es ist auch unwahrscheinlich, dass der Westen wie die Rossijskaja Gaseta das ukrainische Ausheben von Panzergräben und bewaffnete Kontrollstellen entlang der Grenze zu Transnistrien bereits als Indikation für Pläne für einen Angriff sehen würden. Für das russische Publikum und die unter vom Kreml unterstützter Kontrolle der Militanten im Donbas Lebenden, die tatsächlich keinen Zugang zu anderen Informationsquellen haben, ist die Situation eine andere. Mit einer massiven russischen Militärkonzentration an der russisch-ukrainischen Grenze, zunehmendem russischen Militärengagement im Donbas und zunehmenden Verletzungen einer immer mehr nur nominellen ‘Waffenruhe’, könnte ein solcher Hype über eine angebliche ukrainische Aggression einem bösen Zweck dienen.

http://de.euromaidanpress.com/2015/06/15/ausgabe-russischer-paesse-in-transnistrien-inmitten-steigender-spannungen/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Do 18 Jun 2015 - 16:56

Informnapalm.org mit einem informativen Artikel
Mit dem besonderen Hinweis auf das - Projekt Informnapalm.org - in deutsch


Informnapalm.org schrieb:
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Zur Frage über die Echtheit der Papiere mit den Plänen Russlands zur Besetzung der Ukraine bis zum Dnjepr.



Viele Journalisten wenden sich ans InformNapalmTeam für eine objektive Bewertung der Pläne zur Besetzung der Ukraine, die vor kurzem von den Freiwilligen des Zentrums „Myrotworez“ veröffentlicht wurden. In den letzten zwei Tagen hat sich eine Reihe Experten zu diesem Thema bereits ausgesprochen, aber ihre Bewertungen liefen nicht auf die Analyse der Dokumente, sondern eher auf die Möglichkeit ihrer Realisation in Betracht der politischen Situation hinaus.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Screenshot von der „Myrotworez“-Seite. Erläuterungsnotiz des Plans der Streitkräfte RF.
Über die Variabilität nachzusinnen ist keine dankbare Sache, darum gehen wir einen anderen Weg.
Ich möchte gleich anmerken, dass ich die Dokumente ursprünglich ziemlich skeptisch aufgenommen habe, die auf Papierblättern mit dem Logo von „Myrotworez“ ohne elektronische Begleitversionen ausgedruckt waren – mir wurde erlaubt, mich damit ein paar Tage vor der Veröffentlichung vertraut zu machen.
Die Beschränktheit der Begleitinformation machte hellhörig, aber die Aufklärungsdaten des Gegners über die ukrainische Seite waren genügend umfangreich. So eine Information ins Netz abzulassen- nur eines zweifelhaften Einwurfs wegen- wäre ziemlich dumm und verbrecherisch, wenn auch diese Daten mit dem April 2015 datiert und faktisch veraltet sind, eine andere Sache ist es, wenn diese Information dem Gegner bereits bekannt und von der Hauptverwaltung des Generalstabs der Streitkräfte Russlands bearbeitet ist.
Meine Zweifel wurden endgültig gelöst, als es gelang, Archive mit einer grossen Anzahl der Ausgangsdaten mit Dias, Tabellen, Berichten über die Entscheidung zum Einsatz der Streitkräftegruppierung „Sewer“ („Nord“) und anderen geheimen begleitenden Stabsdokumenten zu bekommen. So ein Datenmassiv vorzubereiten, den Grossteil dessen man normalerweise nicht öffentlich verbreitet, das nach allen Regeln de Stabskultur ausgestellt ist, eine fachmännische Bewertung der Lage und Reserven besitzt – ist physisch unmöglich. Sogar Tippfehler in den Namen mancher Objekte auf dem ukrainischen Territorium entsprechen den Normen eines durchschnittlichen Stabs-“Porebrik“ (eines Russen).
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Der Grossteil der Dokumente wurde vom Stabsleiter des Westlichen Militärbezirks RF, dem General-Leutnant Wiktor Astapow beglaubigt.
Manche Wehrexperten weisen von verschiedenen Seiten darauf hin, dass die Taktik der Operationsdurchführung plump und elementar ist, damit meinen sie dass die „Grossrussen“ wohl klüger, erhabener, stärker sein müssten. Diese Meinung legt sich auch zugrunde der Anhänger der Theorie der Falschheit dieses Dokuments. Dabei ist es von der russischen Seite durch die imperialistischen Komplexen eines russischen Übermenschen bedingt, und von der ukrainischen – durch den Komplex der „menschowartisti“ (dt. „Unterlegenheit“). In Wirklichkeit haben alle die gleichen Akademien abgeschlossen und die plumpe sowjetische Herangehensweise hat noch keiner abgeschafft, und auch wenn die russische Seite zwanghaft versucht, sie in „Hybridität“ einzupacken, bleiben auf der Arena dieselben Leute aus der alten sowjetischen Oldschool-Mannschaft.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Die Mehrheit der Dokumente dieses Plans wurde vom Befehlshaber des Westlichen Militärbezirks RF, dem General-Oberst A.Sidorow beglaubigt.
Man sollte anmerken, dass diese Pläne nicht wirklich etwas sind, was Zittern und Ehrfurcht hervorruft. Die geplanten Mittel und Kräfte sind für die angegebene Zielerreichung entschieden nicht ausreichend.
Das sind keine Zweifel an der Echtheit der Dokumente, im Gegenteil- die Bestätigung dafür, dass sie real sind, nur sind sie für Übungen real. Dass sich eine relativ grosse Gruppierung der Streitkräfte RF permanent in unmittelbarer Nähe zur Grenze der Ukraine befindet, ist eine unbestreitbare Tatsache. Auch ist es eine Tatsache, dass in kritischsten Momenten, wenn die Söldner-Kräfte mit der Organisation einer Einkesselung oder Offensiventwicklung nicht zurecht kamen, ins Spiel die „Urlauber“ mit den weissen Armbändern traten – die Militärangehörigen der Abteilungen regulärer russischer Streitkräfte. Auch ist es eine Tatsache, dass die Untersuchungsmaterialien von InformNapalm, die auf OSINT-Aufklärung basieren, mehrmals die Anwesenheit russischer Abteilungen und einzelner Militärs wie in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Grenze, so auch auf den okkupierten Territorien des Donezker und Luhansker Gebiete der Ukraine bestätigten.
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Kampfbestand aus der Erläuterungsnotiz zur Entscheidung des Einsatzes der Gruppierung „Sewer“.
Man sollte die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass in Massstäben der Führungsübungen die Dokumente immer mit dem Sicherheitsgrad „Nur für den Dienstgebrauch“, „geheim“ oder „streng geheim“ versehen sind. Aber eine verbreitete Regel ist der Austausch oder Verdrehung der tatsächlichen Ortschaftsnamen oder Namen des potentiellen Gegners, zum Beispiel wird anstatt der Bezeichnung „Gegnerkräfte“ das Wort „blau“ verwendet, und für eigene Kräfte- „rot“ usw.
Das wird gemacht, um im Falle eines Informationsleaks aggressive Absichten in Bezug auf einen Nachbarstaat, der als ein potentieller „Übungs“-Gegner gilt, nicht direkt zu beweisen wären.
In den dargestellten Dokumenten des russischen „Barbarossa“-Plans sind all diese Regeln ignoriert worden, und wie die Örtlichkeit so auch Abteilungen der ukrainischen Seite sind äusserst penibel und ohne Extraverzerrungen beschrieben worden. Das kann nur eins bedeuten: diese Pläne sind vorbereitet worden, um in einem bestimmten Moment das Datum auszutauschen, zusätzliche Änderungen zur Lagebewertung aufgrund frischerer Aufklärungsdaten einzubringen und die Befehlskette nach unten zur Ausführung in Gang zu setzen.
Somit, unter Einnahme wie der offenen so auch noch nicht veröffentlichten Materialien der Stabsdokumente der Streitkräfte RF, die uns freundlicherweise von den Freiwilligen von „Myrotworez“ zur Verfügung gestellt wurden, kann man mit Gewissheit sagen, dass russische Stabsoffiziere ihre Aufgabe gelöst haben. Der Plan zum Angriff auf das Nachbar- und noch vor kurzem- das Bruderland wurde ausgearbeitet und in den Safe für die Stunde X hineingelegt, die womöglich auch nicht eintrifft, sondern für immer ein Objekt der parallelen Realität bleibt.
Ich bin mit Meinungen nicht einverstanden, dass dieser Plan ein Einwurf der russischen Seite mit dem Ziel die Ukraine zu verschrecken sein kann. Nach über einem Jahr des unerklärten Krieges, nach einem Jahr Spannung und Erwartung eines zynischen und niederträchtigen Angriffs haben viele Ukrainer gelernt, dem Prinzip „Mach‘, was Du musst, und soll kommen, was kommt“ zu folgen.
Solche „Barbarossa-Pläne“ heizen sie nur an- ihren Wunsch, ihr letztes Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit durchzusetzen und eine schnelle Lösung zu sehen: den Imperiumszerfall. Das Auftauchen der Materialien mit den Plänen des Generalstabs der Streitkräfte RF im öffentlichen Zugang kann als ein Signal dienen, dass es auf der anderen Seite auch viele Menschen mit ukrainischen Wurzeln gibt, die nicht nur durch ihr Blut, sondern auch seelisch mit der Ukraine verbunden sind.
Und in einem kritischen Moment versuchen sie auf alle möglichen Arten das Unabwendbare zu stoppen… Ich glaube an die besten Eigenschaften der Menschen auf beiden Seiten der Front, denn nicht jeder Ukrainer ist ein Patriot, wie auch nicht jeder Russe- ein Moskal ist. Das ist kein Krieg der Völker – das ist ein Krieg der Ideologien. Der Krieg zwischen den Bestrebungen in die Vergangenheit mit seinen roten Sternen, Repressionsorganen und Mausoleums, und dem Glauben an die Zukunft mit dem Recht frei, progressiv und erfolgreich zu sein. Dieser Krieg ist ein geistiger…
P.S. Heute, am 17. Juni, wurden über 2000 Militärs und circa 250 Militärtechnikeinheiten der Ulan-Ude und Iwanowski Luftlandetruppen-Verbände im Rahmen der Durchführung von Führungsübungen mit Truppenlandung auf einem unbekannten Terrain alarmiert…


Dieses Material wurde von Roman Burko exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.
Die Analyse zu jenen Abteilungen, die im Bericht zu „Invasionsplänen“ registriert wurden, werden wir bald in Ergänzung zu diesem Material vorbereiten.

Quelle : Analyse der Dokumente des generalstabs Russlands zur Besetzung der Ukraine

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Ein Offizier der 17. Brigade RF wurde mit dem „Tapferkeitsorden“ für den Krieg im Donbass ausgezeichnet

Beitrag  telzer am Fr 19 Jun 2015 - 14:08

Putlerlein , die Luft wird dünner immer dünner.

Und immer gerne der Hinweis auf das Projekt Informnapalm.org auch in deutsch



Informnapalm.org deutsch schrieb:
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Im Laufe der OSINT-Aufklärung, die von den Freiwilligen des InformNapalmTeams durchgeführt wurde, wurde in den sozialen Netzwerken das Profil eines regulären russischen Militärangehörigen, des Obersergeants der 17. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der Streitkräfte Russlands Sergei Galimar entdeckt, der ein „Veteran“ der Kampfhandlungen in Donbass ist.
Infolge der Untersuchung von Angaben, die im sozialen Profil hinterlassen wurden, gelang es manche Details der Biographie und des Dienstzeugnisses von S.Galimar festzustellen.
Gehen wir zu Details über. Obersergeant Sergei Michailowitsch Galimar (https://vk.com/dj_najim_hassas, Archiv: https://archive.is/J9A5X), russischer Offizier, der seinen Dienst in der Artillerieabteilung der 17. selbstständigen motorisierten Brigade ableistet (Einheit Nr. 23132, Stationierungsort: Schali, Tschetschenien) des Südlichen Militärbezirks Russlands.
2008-2013 studierte S.Galimar an der Michailowski Militär-Artillerieakademie des Verteidigungsministeriums Russlands, Sankt-Petersburg). Nach dem Abschluss der Akademie in der zweiten Hälfte 2013 ist er im Dienstrang eines frischgebackenen Leutnants in die 17. Brigade entsendet worden, die in Tschetschenien stationiert ist, um dort seine Dienstlaufbahn anzutreten.


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Trotz der Tatsache, dass es im Profil von S.Galimar scheinbar keine deutlichen Zeugnisse seiner Täterschaft am russischen Abenteuer gibt, gibt es doch ein paar Photos, die auf das Gegenteil hinweisen. In erster Linie ist es das Auszeichnungszeugnis zur Staatsauszeichnung „Tapferkeitsorden“ Nr. 76703 vom 28. Oktober 2014, unterzeichnet vom Präsidenten Russlands W.W.Putin.


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Zur Auskunft: der „Tapferkeitsorden“ ist eine Staatsauszeichnung der Russischen Föderation, mit der die Bürger für Selbstaufopferung, Mut und Tapferkeit, die bei der Rettung der Menschen bekundet wurdenб ausgezeichnet wurden; beim Schutz der Gesellschaftsordnung, im Kampf gegen Verbrechen, während der Naturkatastrophen, Brände, Katastrophen und anderen Ausnahmezuständen, wie auch für mutige und entschiedene Handlungen, die bei der Erfüllung der militärischen, bürgerlichen oder dienstlichen Pflicht unter Bedingungen, die mit einem Lebensrisiko verbunden sind, bekundet wurden.
Aus dem Obengenannten und unter Einnahme der letzten Ereignisse folgt, dass Galimar die Auszeichnung eines solchen Niveaus nur für die Ausführung einer dienstlichen oder militärischen Pflicht hätte bekommen können, die mit einem Lebensrisiko verbunden war, und zwar nach Ergebnissen der sommerlich-herbstlichen Kampagne der Streitkräfte RF im Donbass.
Im Photoalbum des sozialen Profils von S.Galimar kann man auch Poster „Neurusslands“ und ein interessantes Gruppenphoto mit der Überschrift „Das ist Luhansk, hier bekommt ihr aufs Maul“ finden. Das letzte Photo von Galimar ist von der Siegesparade am 9. Mai, das in Wladikawkas (Nordossetien) neben der Brücke über Terek aufgenommen wurde. Und dann gibt es natürlich noch den Dienstrang „Oberleutnant“, den er am 4. Juni 2015 aufgrund des Befehls vom Brigadekommandeur bekommen hat.
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Man sollte anmerken, dass die Abteilungen der 17. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade des Südlichen Militärbezirks aus Tschetschenien bereits seit dem September 2014 mehrmals im Kontext der „ukrainischen Dienstreisen“ registriert wurden.


– „Die 17. Brigade des Südlichen Militärbezirks befindet sich in der Ukraine“; (deutsch)
– „Panzerfahrer“- russischer Offizier der 17. Brigade, Teilnehmer der Sommerkämpfe im Donbass“; (englisch)
– „Inglourious Bastards“: ein Denkmal den Militärs der 17. Brigade in Schali“; (russisch)
–  „Ein Photobeweis: 17. Brigade im Donbass, Sommer 2014″. (russisch)
 
Die ursprüngliche Information zu Galimar wurde uns von unseren Freunden vom Projekt „Myrotworez“ zur Verfügung gestellt.





Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich.

Quelle : Ein Ofizier der 17.Brigade ...


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Warum flüchteten die Brüder aus dem Außenaufklärungsdienst nach LVR?

Beitrag  telzer am Sa 20 Jun 2015 - 16:13

Was ich immer wieder gerne mache :
Dieses Material wurde von Roman Burko exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.


Informnapalm.org deutsch schrieb:
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Am 15. Juni berichteten russische Medien vom Überlaufen zweier Mitarbeiter der ukrainischen Geheimdienste auf die Seite der LVR-Söldner. Zwei Brüder: ein Mitarbeiter des Außenaufklärungsdienstes (SWR) der Ukraine- Aleksey Miroschnitschenko, und sein Bruder- Hausverwalter der ukrainischen Botschaft in Frankreich- Yuri Miroschnitschenko, flüchteten erst nach Russland und fuhren dann durch die von der Ukraine unkontrollierte Grenzstelle im Raum des Grenzpunktes Iswarino nach Luhansk ein.

Am 15. Juni wurde mit den Überläufern eine Pressekonferenz in Luhansk organisiert, im Laufe welcher sie bereitwillig alles erläuterten, was in der russischen Propaganda je zu hören war, sogar ihre absurdesten Slogans über die Fremdenlegionen der NATO-Soldaten, Strafbataillons und andere Schrecken des Krieges, mit welchen die russischen Medien in ihrer Rhetorik, die auf die Diskreditierung der Ukraine gerichtet ist, allumfassend operieren. Bemerkenswert ist, dass ihre ominösesten Aussagen die ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter verlasen, während sie eine Liste einsahen, wo für sie wohl eine Anleitung vorbereitet wurde.
Daraufhin haben sich in den sozialen Netzwerken Trolle aktiviert, die Vermutungen anstellten, dass der offizielle Kiew diese Offiziere nun leugnen und Erklärungen abgeben wird, dass sie in den Spezialbehörden niemals gedient haben oder längst gekündigt wurden. Aber die eigenen Komplexe der offiziellen Position von Moskau, das periodisch eigene Militärs im Stich lässt, inklusive der gefangengenommenen Speznas-Soldaten aus der 3. Speznas-Brigade GRU haben sich nicht bewahrheitet.
So bestätigte der Leiter des Politik- und Kommunikationsdepartements des Aussenministeriums der Ukraine Alexey Makejew, dass Yuri Miroschnitschenko tatsächlich der Hausverwalter der Botschaft war und am 9. Juni aus Frankreich verschwunden ist.
Am 16. Juni bestätigte der zu dem Zeitpunkt noch aktiver SBU-Leiter der Ukraine W. Naliwajtschenko** den Fakt der Flucht von Aussenaufklärung-Offizieren und erklärte, dass gegen sie ein Ermittlungsverfahren nach dem Artikel „Staatsverrat“ eingeleitet wurde. Naliwaitschenko betonte, dass propagandistische Erklärungen der Überläufer falsch sind.
Aber was hat zwei junge Menschen, die eine relativ erfolgreiche Karriere hinter sich haben, dazu gebracht, ihre Posten zu verlassen und sich auf so ein Abenteuer einzulassen? Offizielle Behörden haben dazu noch keinerlei Erklärungen abgegeben, darum waren wir gezwungen, eine eigene Untersuchung mithilfe der OSINT-Methoden durchzuführen.
Im Laufe eines informellen Gesprächs mit den Vertretern der Staatsorgane gelang es herauszufinden, dass der Vater der beiden Überläufer-Brüder, Michail Miroschnitschenko, ein enger Freund und Mitstreiter bei den Korruptionsschemas des Ehemannes von Elena Lukasch – Grigory Iljaschow- ist. Um den Prozess der Entfaltung von Ursache-Wirkungsbeziehungen zu erforschen, sollte man sich daran erinnern, welche Posten diese Menschen bekleidet haben.
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Photo: Elena Lukasch und Grigory Iljaschow / focus.ua
Elena Lukasch bekleidete vom 4. Juli 2013 bis zum 28. Januar 2014 den Posten der Justizministerin der Ukraine. Nach der Erschiessung der Demonstranten auf dem Maidan und der Verwirklichung der Revolution der Würde und dem Beginn der russischen Aggression auf der Krim verliess sie zusammen mit ihrem Ehemann die Ukraine und fuhr nach Russland aus.
Grigory Iljaschow leitete vom 18. Juni 2010 bis zum 27. Februar 2014 den Außenaufklärungsdienst der Ukraine. Hat einen Abschluss an der Simferopoler militärisch-politischen Bauschule (1982-1986) und an den höheren Kursen der Spionageabwehr des KGB UdSSR (1988, Nowosibirsk). Fuhr zusammen mit seiner Ehefrau nach Russland aus.
Die Internetressource „ORD“, die oft niederschmetternde Materialien im Namen der Außenaufklärungsdienst-Vertreter und anderer Staatsbehörden veröffentlicht, merkte in einem ihrer Artikel an, dass Grigory Iljaschow mit Michail Miroschnitschenko eng verbunden war und sie im Laufe von 10 Jahren Finanzoperationen beim Zollamt zusammen abgewickelt haben.
Michail Miroschnitschenko selbst hat ein grosses Vermögen damit gemacht und gilt gar als der Luhansker „Dollar-Millionär“. Mit dem Beginn des Krieges im Osten der Ukraine wurde er von den FSB-Vertretern Russlands fest unter ihre Kontrolle genommen. Gerüchten zufolge wurde ihm sogar der Posten des Zollamt-Leiters der „LVR“ versprochen.
Und nun zurück zu seinen Söhnen Alexey und Yuri Miroschnitschenko: die propagandistischen Stories, die sie für das russische Fernsehen erzählten – über ihre Bereitschaft, die „LVR“ zu verteidigen und dafür zu kämpfen, über ihre grosse Liebe zur „jungen Republik“ und darüber, wie die Brüder „nicht mitansehen konnten, wie die Junta den Genozid am Donbass-Volk veranstaltet“- sind nichts weiter, als eine bunte Umpackung, welche die banale Profitgier verdeckt, wobei man noch beim vermögenden Papa unterkriecht.
Wie wir sehen, gibt es in den Elitegeheimdiensten der Ukraine unter den Abkürzungen GUR, SWR, SBU noch immer ziemlich viele solcher gutbetuchten, „beim Papa“ untergekrochenen Söhnchen, die weder mit Intellekt noch mit Patriotismus glänzen. Ihr professionelles und moralisches Niveau lässt besseres zu wünschen übrig. Und das ist nicht mal nur meine persönliche Meinung, sondern auch die Meinung der Vertreter dieser Behörden selbst, die eine offen unbegabte Personalpolitik beobachten, die in ihren Behörden herrscht, wo sich nach oben nicht die professionellsten, sondern die am besten „betreuten“ Menschen durchkratzen.
**Am 18. Juni kündigte Werchowna Rada der Ukraine durch den Beschluss der 248 Volksabgeordneten W.Naliwaitschenko von seinem Posten des SBU-Leiters. Am selben Tag wurde durch den Erlass des Präsidenten der Ukraine Nr. 344/205 zum stellvertretenden SBU-Leiter W.Grizak befördert.

Quelle : warum flüchteten die Brüder aus dem Aufklärungsdienst ...

Da hat die gewollte RuSSenpropaganda nicht so richtig funktioniert


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FSB-Junta. Szenarien des Moskauer Politbüros für die Ukraine.

Beitrag  telzer am So 21 Jun 2015 - 16:23

Eine interessante Sichtweise, da kommt wohl noch was auf uns Alle zu , und das ist nicht gut


Informnapalm.org deutsch schrieb:Yuri Felschtinskij, ein russisch-amerikanischer Historiker, spricht über Szenarien für die Ukraine, die im geschlossenen Moskauer Politbüro entworfen wurden.
„Putin wird der Ukraine so viel wegnehmen, wie viel man ihn lassen wird“ – findet Yuri Felschtinskij, Autor des Buches „Blowing up Russia“. Was der Kreml als nächstes tun wird, hat er der Zeitschrift „Neue Zeit“ erzählt.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]Der russisch-amerikanische Historiker Yuri Felschtinskij ist der Autor des Buches „Blowing up Russia“, das er in Zusammenarbeit mit dem Ex-KGB-Mitarbeiter Alexander Litwinenko geschrieben hat, der infolge einer Vergiftung mit Polonium in London 2006 starb. Das Buch erzählt über die Ursachen und Organisatoren einer Reihe von Sprengstoffanschlägen auf die Wohnhäuser in Russland 1999 und die Rolle des FSB bei diesen Explosionen. Nicht so lange her schrieb Felschtinskij über die Ukraine. In Kiew wurde sein Werk „Der Dritte Weltkrieg: Die Schlacht um die Ukraine“ veröffentlicht, das in Zusammenarbeit mit dem Historiker Michael Stantschew aus Kharkiw vorbereitet wurde.
Im Interview mit „Neue Zeit“ erzählte Felschtinskij darüber, wer in Moskau Entscheidungen trifft, wovor Putin Angst hat und welches Szenario sich der Kreml für die Ukraine ausdachte.
 
 
 
 
– Wie könnte das neue Szenario von Kreml bezüglich Donbass anstatt des abgeschlossenen Projekts „Neurussland“ aussehen?
– Niemand hat gesagt, dass das Projekt „Neurussland“ abgeschlossen ist. Ja, es war ursprünglich geplant, das Projekt im September 2014 abzuschließen. Aber die russischen Truppen im Osten der Ukraine sind ins Stocken geraten. Ich will nicht sagen, dass sie nur wegen des ukrainischen Widerstandes oder einfach nur wegen der Unzufriedenheit der zivilisierten Welt mit der russischen Aggression in der Ukraine ins Stocken geraten sind. Die Gründe, warum die an der russisch-ukrainischen Grenze konzentrierten russischen Truppen nicht zu einer allumfassenden Offensive übergegangen sind, sind unbekannt. Ich denke, es ist noch nicht bekannt.
Über die Pläne des Kremls spricht natürlich keiner offen. Aber von Zeit zu Zeit dringen einige Informationen durch. Vor kurzem war ich Teilnehmer eines Rundfunkprogramms bei Radio Free Europe / Radio Liberty, und mein Gesprächspartner war der Direktor des Moskauer Carnegie-Zentrums Dmitrij Trenin, ein Offizier des GRU, der von der russischen Militäraufklärung des Generalstabs der Russischen Föderation in die recht gute Position gesetzt wurde, die es ihm erlaubt, unter dem Deckmantel des Direktors einer russisch-amerikanischen Struktur um die Welt zu reisen.
So sagte Trenin absolut offen, Putins Aufgabe bestehe darin, die Ukrainer und NATO dazu zu zwingen, dem Verlauf der Demarkationslinie zuzustimmen, der von den „Separatisten“ bestimmt wird, und Kiew solle dann alles direkt mit „Separatisten“ aushandeln.
Dabei erinnerte Trenin daran, dass Russland Atomwaffen besitzt, und dass man nicht so tun sollte, als ob sie nie verwendet werden könnten, und dass Putins Absichten rein friedlicher Natur sind; und angeblich wäre der Krieg ohne Putin in der gesamten Region ausgebrochen. Was genau Trenin unter „Region“ meinte, konnte ich nicht nachfragen (die Zeit der Sendung war zu Ende und man ließ mich nicht zu Wort kommen). Aber nach Trenins Auslegung, sollte man Putin für die Okkupation der Krim und der Ostukraine den Friedensnobelpreis geben.
Somit wurde das Minimalprogramm für den Donbass vom Kreml angekündigt: „Separatisten“ sollen Donbass unter Kontrolle halten, dabei will Kreml darauf bestehen, dass Kiew „Separatisten“ als eine legitime Regierung in den besetzten Gebieten anerkennt; die Lage in den Kriegsgebieten eskalieren zu lassen und immer neue Gebiete zu besetzen; die Anerkennung eines sonderbaren unabhängigen Status der von Russland okkupierten Gebiete zu erzwingen.
– Ähnelt das Szenario dem von Transnistrien?
– Ja, das Mindestprogramm könnte man bedingt als die transnistrische Variante für die Ukraine nennen, mit dem einzigen Unterschied: Russland hat es nicht vor, die Militäroperation im Osten der Ukraine zu stoppen. Nach Worten russischer Seite (und „Separatisten“), ist es wegen des Widerstands der ukrainischen Regierung unmöglich zu machen; laut ukrainischer Armee, ist es unmöglich, denn die „Separatisten“ führen ständig Kämpfe und besetzen neue Gebiete. Aber so oder so, ist eine Versöhnung nicht zu erwarten und es wird sie nicht geben.
Aus Kremls Sicht wird mit diesem ständigen Blutvergießen erreicht, dass die Reformen in der Ukraine unmöglich werden, und ohne diese kann die Ukraine der EU nicht beitreten; gleichzeitig schließen militärische Aktionen aus, dass die Ukraine der NATO beitreten kann. Innerhalb Russlands nutzt Putin den militärischen Konflikt mit der Ukraine erfolgreich, um das Land in die sowjetische Vergangenheit umzukehren. Somit hält Putin seine ukrainische Politik natürlich nicht für gescheitert.
Eigentlich bekommt er eine beispiellose Ladung der Freude davon, dass er in die Geschichte nicht als ein Präsident eingehen wird, der von den Oligarchen an die Macht gebracht wurde, sondern als ein Bösewicht, der die Macht in Russland im Auftrag des KGB-FSB ergriffen hat. Wir können das nicht begreifen, aber für Putin ist es das Wichtigste. Er ist nicht gekommen, um aus Russland die Schweiz zu machen. Er ist gekommen, damit die Welt wieder Angst vor Russland hat, wie einst vor der UdSSR. Denn für Putin  ist fürchten und respektieren – ein und dasselbe, nach dem alten russischen Sprichwort: „Wer Angst hat, der respektiert“.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Innerhalb Russlands nutzt Putin den militärischen Konflikt gegen die Ukraine erfolgreich, um das Land in die sowjetische Vergangenheit umzukehren, findet Felschtinskij.
Was ist dann das Programm-Maximum?
– Besetzung der Ukraine, Weißrusslands, baltischer Staaten – die Wiederherstellung der Sowjetunion. Haben wir Beweise, dass dieses Programm umgesetzt wird? Die Einführung der Sowjethymne als Hymne der Russischen Föderation, die Rückkehr zur sowjetischen Bezeichnung der russischen Nachrichtenagentur „TASS“ (Telegraphagentur der Sowjetunion), der Einmarsch in Georgien, die Annexion der Krim, der Einmarsch in die Ukraine.
Der Sommer hat gerade erst begonnen und es ist, wie die Geschichte zeigt, der gefährlichste Zeitraum für den Start von irgendwelchen Bodenoperationen. Von Juni bis September ist der Beginn einer umfassenden Offensive an der russisch-ukrainischer Grenze zu erwarten. Ob es wirklich dazu kommt, hängt von einer Reihe Faktoren ab, und fast alle liegen jenseits unseres Wissens, denn über das Schicksal von Russland und der Ukraine entscheiden nur wenige Personen in Moskau, und sie kommen alle aus dem KGB. Was dieses „Politbüro“ in seiner geschlossenen Sitzung entscheidet, ist unbekannt.
– Wird der Kreml versuchen, mehr Gebiete zu besetzen, um seine Verhandlungsposition zu stärken und den Abschluss vom dritten Minsker Abkommen zu erzwingen?
– Das Problem liegt darin, dass der Kreml gar kein Minsk-Abkommen braucht. Minsker Verträge sind für Putin eine militärische List zur Umgruppierung der Streitkräfte und zum Überdenken der Situation. Sie (die Verträge) sind so zusammengestellt, dass Russland zu nichts verpflichtet wird. Sämtliche Verpflichtungen übernehmen „Separatisten“, Kiew, und sogar Europa – aber nicht Russland. Die Interpretation der Verträge kann beliebig sein – von jeder der beteiligten Seite. Es ist absolut unmöglich herauszubekommen, wer gegen was verstoßen hat, die „Separatisten“ tragen keine Verantwortung, vor niemandem.
Das krasseste Beispiel – das abgeschossene malaysische Flugzeug. Nehmen wir die „einfachste“ Variante, dass es von den „Separatisten“ abgeschossen wurde. Na und? Verfügt die internationale Gemeinschaft über Werkzeuge für einen Einfluss auf diese Separatisten? Nein, es gibt kein solches Werkzeug. Morgen können diese „Separatisten“ weitere 10 Flugzeuge abschießen, und es wird sich nichts ändern: es ist unmöglich, die „Separatisten“ zur Verantwortung zu ziehen.
– Wenn dem so ist, welche Bedingungen würden Putin zufriedenstellen?
– Die Logik von Putin ist die eines Banditen und eines KGB-lers, was eigentlich ein und dasselbe ist. Ich will sagen, dass ein KGB-Offizier und ein Bandit das Gleiche sind, und ihre Logik auch absolut identisch ist. Putin führt keine Verhandlungen. Er nimmt so viel, wie fiel man ihn nehmen lässt. Würde man ihm erlauben, die ganze Welt zu nehmen – so würde er die ganze Welt nehmen. Wenn man ihn nichts nehmen lässt, dann wird er verblüfft zurücktreten.
Die US-Regierung hat sich Jahrzehnte lang nur damit beschäftigt, die Beziehungen zu den Sowjets zu verbessern – zu Lenin, Stalin, Chruschtschow, Breschnew. Ständig arbeiteten sie an einer Verbesserung der Beziehungen. Es stellte sich dann heraus, dass man sich gar nicht mit der Verbesserung der Beziehungen beschäftigen, sondern angemessen auf die Gefahr, die durch den strategischen Feind entsteht, reagieren sollte. Und sobald Reagan diese strategische Gefahr formulierte und die UdSSR als ein „Reich des Bösen“ bezeichnete, wurde deutlich, dass man sich widersetzen und gar nicht die Beziehungen verbessern soll. Die Sowjetunion konnte der Konfrontation nicht standhalten und brach zusammen.
Momentan machen wir denselben Fehler. Die US-Regierung (im weitesten Sinne des Wortes – ich meine nicht die Obama-Administration) versucht wiederholt die Beziehungen zu Putin zu verbessern, dabei verstehen sie nicht, dass Putin und Russland vor dem März 2014 und nach dem März 2014 – verschiedene Menschen und Länder sind.
Jetzt sollte man nicht die Beziehungen verbessern und daran denken, wie man am besten die Krim und die Ostukraine so aufgibt, dass Putin zufrieden ist und Osteuropa unabhängig bleibt. Nun ist es an der Zeit, sich dem alten neuauferstandenen strategischen Feind erneut zu widersetzen – der ehemaligen Sowjetunion, dem heutigen Russland, um genau auf diese Weise den Frieden zu erreichen, und zwar- Putin zu zähmen und die Integrität und Unabhängigkeit vom Osteuropa zu erreichen. Wahrscheinlich wird die Russische Föderation als Folge dieser Auseinandersetzung, wie einst die Sowjetunion, zusammenbrechen und in mehrere unabhängige Staaten zerfallen, und Russland wird am Ende einfach nur Russland sein.
– Wie schätzen Sie Russlands Chancen ein, dass die Sanktionen abgeschafft oder gemildert werden?
– Ich halte die Sanktionen für nicht ernst genug. Die letzten Ereignisse zeigen, dass Russland bereit ist, weiter eskalieren zu lassen und eigentlich gar keine Angst vor Sanktionen hat. Sanktionen sind wirkungsvoll für Länder, die in den globalen Markt eingebunden sind, da etwaige Sanktionen die Börse, die Währung, die vom Volk gewählte Regierung treffen (und als Folge tritt die Regierung in einem normalen Land ruhig zurück). In Russland ist die Regierung nicht gewählt, sie trägt keine Verantwortung vor dem Volk und hat nicht vor, zurückzutreten- und Putin ist es wirklich egal, wie tief die russische Börse und der russische Markt infolge der Sanktionen fallen. Eigentlich können wir den Fall von dem einen und von dem anderen schon länger beobachten und wir sehen, dass Putin dem keine Aufmerksamkeit schenkt wie auch seine ganze Umgebung lügt, dass der Fall der Landeswährung „vorteilhaft“ sei.
Die Sanktionen werden nicht gemildert, sie werden auch nicht abgeschafft, und, wenn wir den Sommer überstehen, wird Russland weiterhin zwischen „weder Frieden noch Krieg“ zerrissen sein,  die Ukrainer werden zu Hunderten oder Tausenden weiter sterben, und über Russlands Verluste werden wir nichts erfahren, denn diese wurden mit einer speziellen Regierungsanordnung als geheim eingestuft.
Putin gehört zu der Art von Staatsmännern, die eine körperliche Befriedigung davon verspüren, dass irgendwo bei der Ausführung ihrer Befehle Menschen sterben. Dabei hat er eine so hohe Achtung vor sich selbst, dass er keinerlei Skrupel verspürt, Befehle zum Mord an anderen Menschen abzugeben. Das hat bei ihm mit dem zweiten Tschetschenien-Krieg begonnen, dann setzte es sich mit dem Georgien-Krieg 2008 fort, nun ist die Ukraine dran…
Sollte Putin sich für eine neue Eskalation mit massiver Beteiligung der russischen Truppen in Donbass entscheiden, würde eine öffentliche Unzufriedenheit eine Bedrohung für sein Regime darstellen können?
– Putin ist ein Diktator. Sein engster Umkreis, der Russland regiert, ist eine gewöhnliche Junta. Diese Menschen haben keine Angst vor der Öffentlichkeit, denn die Öffentlichkeit besitzt keine Werkzeuge für einen Einfluss auf den Kreml. Einfach ausgedrückt haben diese Menschen Angst nur vor Gewalt. Und von der Öffentlichkeit geht diese Gefahr nicht aus. In Russland besitzt nur der FSB die Macht, er regiert auch Russland.
Das war der ursprüngliche Plan von Putin: ein System zu schaffen, bei dem in Russland niemand außer dem FSB die Macht hat: weder die Duma noch die Regierung noch die Armee (die Armee in Russland hat historisch gesehen nie Machtbefugnisse), noch die politischen Parteien, noch die reichen Geschäftsleute (ehemalige Oligarchen), weder die Öffentlichkeit, noch die Presse, noch der Oberste Gerichtshof. Die Macht in Russland besitzt nur der FSB, dessen Teil Putin und seine Junta sind. Außerhalb Russlands besitzen Europa und Amerika die Macht. Eigentlich sind nur sie eine Bedrohung für das Putin-Regime.
Quelle: Yuri Felschtinskij im Interview mit „Nowoje Wremja“; übersetzt von Andrij Topchan; redaktiert von Irina Schlegel.

Quelle : FSB-Junta....



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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Dicker am So 21 Jun 2015 - 22:12

Sehr guter Bericht und Einschätzung der Lage

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„Dienstreise 2014″: Photoalbum eines russischen „Veteranen“ der Donbass-Kampagne

Beitrag  telzer am Di 30 Jun 2015 - 19:39

Das wichtigste vorweg


Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich.



Informnapalm.org deutsch schrieb:[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Ein weiterer russischer Kriegsverbrecher wurde identifiziert: ein „Veteran“ der sommerlich-herbstlichen „rostower-ukrainischen Dienstreise“ 2014, Abteilungskommandeur des Sicherungszugs der Nordflotte (Einheit Nr. 20991, Raketenbasis in der Stadt Poljarnij des Murmansker Gebiets) – Pismenski Eugen Jewgenjewitsch (https://vk.com/id35511592, Archiv: https://archive.is/mpedU).

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Erstaunlicherweise verheimlicht E.Pismenski den Fakt seiner Dienstreise gar nicht sonderlich und postet im gleichnamigen Photoalbum – „Dienstreise 2014“- eine ganze Photoserie bestehend aus 156 Photos. (Original: https://vk.com/id35511592?z=album35511592_212618110, Archiv: https://archive.is/iD1z1).
Im Photoalbum sind Photos der uns bereits bekannten Technik vorhanden, die früher im Kontext der „ukrainischen Dienstreisen“ anderer russischer Abteilungen der Nordflotte figurierte. Zum Beispiel:
– ein ukrainischer „Trophäen“- Spähpanzer, der auf den Photos der Militärs der 61. Marineinfanterie-Brigade mehrmals gesichtet wurde (Einheit Nr. 38643, Nordflotte, Dorf Sputnik, Murmansker Gebiet), siehe: „Zeugnisse der Beteiligung von 61. Marineinfanterie-Brigade der Nordflotte RF an den Kämpfen im Donbass“ (deutsch):
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– ein Panzer mit der Aufschrift „Tod dem Aidar!“ (das Wort „Aidar“ ist überstrichen), der im Verband der taktischen Gruppe der 200. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade (Einheit Nr. 08275, Nordflotte, Dorf Petschenga, Murmansker Gebiet) mehrmals registriert wurde, siehe: „Kampfweg der 200. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der Nordflotte RF. Rostower Gebiet und die Ukraine. Zweiter Teil“ (russisch):
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Im Photoalbum von Pismenski findet sich auch andere Technik: SPWs mit grünüberstrichenen Eintragungszeichen, selbstfahrende Mörser „Nona“ auf der Basis eines SPWs, Panzer mit „Hammer und Sichel“ und vieles andere, was in den Materialien zu den taktischen Gruppen der 61. Marineinfanterie-Brigade und der 200. Brigade der Nordflotte, die durch die „ukrainischen Dienstreisen“ gegangen sind, mal durchschlüpfte.
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Man sollte die Photos des Basislagers in Millerowo und des an die Ukraine angrenzenden Umschlagplatzes in Kamenski Bezirk des Rostower Gebiets hervorheben (die Route der Kolonnenbewegung aus diesem Lager wurde von uns früher nachgezeichnet), woher russische taktische Gruppen (unter anderem auch die 61. Marineinfanterie-Brigade, 15. motorisierte Schützenbrigade, 76. Luftsturmdivision) im Sommer und Herbst 2014 nach Donbass verlegt wurden, siehe:
– „Abteilung der 61. Marineinfanterie-Brigade der Nordflotte im Verband der Invasionskräfte“; (russisch)
– „Zurück zum Ursprung-2. Ein weiteres Zeugnis der Verwandlung russischer Militärs aus DVR/LVR-Söldnern zurück zu „Friedensstiftern“. (russisch)
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Aus dem Obengenannten folgt, dass während sich Pismenski auf der „ukrainischen Dienstreise“ befand, er im Verband der taktischen Gruppe der 61. Marineinfanterie-Brigade der Nordflotte war.
Der Fakt der Entsendung von Militärs der Nordflotte RF auf die „ukrainischen Dienstreisen“ wurde auch in den russischen Medien zur Sprache gebracht (Zum Beispiel haben wir hier die Übersetzung der Untersuchung von gazeta.ru zu Murmansker Soldaten: „Zeitsoldaten aus Murmansk haben sich geweigert, in die Ukraine entsandt zu werden“ vom 4. März 2015).
Zum Beispiel gab es eine ganze Epopöe mit Klagen bei dem Staatsanwalt. Die russische Seite hat diese Sache mit den Klagen der russischen Militärs aus der Murmansker Einheit Nr. 10544 schnell unter der Hand abzutun versucht, siehe: „Zynismus als Synonym der russischen Politik“ (deutsch).
Die Information zu Pismenski wurde uns von unseren Freunden aus dem „Myrotworez“-Zentrum zur Verfügung gestellt. Nähere Infos zum russischen Kriegsverbrecher unter diesem Link zur Datenbasis des „Myrotworez“-Zentrums.
Siehe andere thematische Links:
– „200. selbstständige motorisierte Schützenbrigade der Nordflotte RF in der Ukraine“, 10. September 2014; (deutsch)
– „Kampfweg der 200. Brigade der Nordflotte RF. Rostower Gebiet und die Ukraine. Teil 1“, 26. November 2014; (englisch)
– „Die im letzten Herbst im Rostower Gebiet „verlorengegangenen“ „Grade“ wurden unweit von Murmansk im angeschossenen Zustand entdeckt“, 26. Februar 2015; (russisch)
– „61. Marineinfanterie-Brigade der Nordflotte RF an der Grenze zur Ukraine“, 24. September 2014. (deutsch)


Quelle :"Dienstreise 2014 " :Photoalbum eines....

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Ex-Oberbefehlshaber der „DVR“ Girkin ist der Meinung, dass Neurussland bereits aufgegeben wurde

Beitrag  telzer am Di 7 Jul 2015 - 12:50

Na da laß ich mich aber mal überraschen


InformNapalm; übersetzt von Kateryna Matey


Informnapalm.org deutsch schrieb:Der ehemalige sogenannte Oberbefehlshaber der „DVR“ Igor Girkin mit dem Kampfnamen „Strelkow“ kommentiert in regelmäßigen Abständen die Lage in der Ukraine mit der Projektion dieser Ereignisse auf Moskau. Dies berichtet das Verlagswerk „Glavred“.
Nach Girkins Meinung sieht die Situation im Donbass für den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Großen und Ganzen nach einer absoluten Niederlage aus.
Er unterstrich, dass wenn Russland vor einem Jahr zu einem „offenen Konflikt“ mit der Ukraine übergegangen wäre, hätte es eine Menge wirtschaftliche und politische Nachteile nach sich gezogen, aber es hätte ein Territorium von Charkiw bis nach Odessa erhalten. Das sind seiner Meinung nach die Vorteile. Nun aber sind keine Vorteile mehr übrig. Girkin räumt ein, dass heute der Eroberungsplan für ukrainische Territorien unrealistisch sei und die Zahl der Nachteile der Kriegskampagne nur zunehmen wird. Und die früheren Vorteile die Russische Föderation nicht mehr bekommen wird.
Wobei er eingesteht, dass heutzutage die Stärke der ukrainischen Streitkräfte das Potenzial der „Republiken“ mit dem russischen Kontingent übersteigt, deshalb glaubt er nicht an einen Sieg der Volkswehr. Auch antwortete er in seinem Interview an den Verlag „Kolokol Russia“ auf die Frage „Was er von den Regierungen der LVR und DVR hält“: „Eine Menge davon, was sie tun, ist nicht ihr eigener Wille, sondern etwas was von oben befohlen wurde, vom Alten Platz. All das Gerede darüber, dass Sachartschenko und Plotnizki völlig unabhängige Figuren sind – das sind Märchengeschichten für Kinder jüngeren Schulalters. Deshalb ist Vieles von dem was sie machen nicht ihre Initiative, nicht sie werden ihren Kopf dafür hinhalten müssen. Genau deshalb wurden solche auch ausgewählt, die bereit sind für Macht und materiellen Nutzen auf diese Weise zu verhandeln. Dementsprechend ist mein Verhältnis zu ihnen als Menschen – negativ. Der letzte anständige Mensch dort war Mosgowoi, er wurde jedoch getötet und er war kein Politiker, er war ein Führer. Sonst sehe ich dort keine Leute die meinen Vorstellungen von Anstand entsprechen würden…“
Nach Igor Girkins Meinung sind auch in Russland ein sozialer Knall und Umsturz möglich und bezüglich der Revolution in der Ukraine gab er eine recht unerwartete Einschätzung- er sagte, dass das Volk einfach in Würde leben wollte:
„…Was hat sich in Kiew zur Zeit der sogenannten „Revolution der Würde“ ereignet? Das war eine harmonische Verflechtung einer Palastrevolution und künstlich entladenen sozialen Spannungen. In der Tat konnte keiner Janukowitsch ertragen. Und ich bin der Meinung, dass er all dies auch verdient hat. Er war überall unpopulär! Ich war übrigens überrascht, mit welchem Stolz unser Film über die Krim gezeigt wurde, wie nach der persönlichen Anordnung Putins diese Kreatur gerettet wurde. Eine armselige, völlig eingekötete Kreatur, dessen Kleptokratie zum Bürgerkrieg und dem Zerfall seines Landes geführt hat…
In der Ukraine ist das Volk tatsächlich müde von der mehr als 20 Jahre andauernden Gesetzlosigkeit – der oligarchischen und der verbrecherischen. Es wollte soziale Gerechtigkeit. Die europäische Idee ist in Wirklichkeit die Idee der sozialen Gerechtigkeit, nur leicht getarnt. In Europa sahen die Ukrainer den wirtschaftlichen Himmel, wo das Gesetz wenigstens ab und zu eingreift. Wo soziale Garantien wirksam sind, wo die Menschen in Würde leben. All das wurde ihnen als Ersatzstoff für soziale Gerechtigkeit angeboten und gesagt: für Eure Not sind Janukowitsch und die Oligarchen verantwortlich. Natürlich wurde das von anderen Oligarchen finanziert. Sie sind auch infolge dieser „Revolution der Würde“ an die Macht gekommen – das Volk hat das eine Übel gegen ein anderes ausgetauscht. Doch die bestehende soziale Unzufriedenheit ist nicht verschwunden…“


Quelle : EX-Oberbefehlshaber Girkin meint ...


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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Thomas am Di 14 Jul 2015 - 17:43

:Lesen:

„Transkarpatien braucht Veränderungen!“, oder das syrische Szenario in der Ukraine.
  • Der folgende Artikel wurde von einem Freund und Leser von InformNapalm – Sergei Repin- bereits im Oktober 2014 für die Ausgabe „ORD“ geschrieben. Aber die letzten Ereignisse, die sich im Transkarpatien entwickelt haben, zeigten, dass er auch heute noch aktuell ist.



Kreml beabsichtigt, in der Ukraine das syrische Szenario durchzuspielen. Eine gewaltige „dritte Kraft“ aus jener zu erschaffen, die sich gegen die jetzige Regierung stellen. In Syrien war es die Organisation „Islamischer Staat“. Hier versucht man ein ähnliches Ding zu drehen. Zum Beispiel die Anhänger des Rechten Sektors und der Swoboda, Anhänger der Freiwilligen-Bataillone und des offiziellen Verteidigungsministeriums, Innenministeriums und SBU zusammenstossen zu lassen.

Seit dem Moment des Beginns des russisch-ukrainischen Krieges, seit seinen ersten Tagen wiederholten die russischen Söldner, Geheimdienste und schliesslich auch die regulären Streitkräfte Schritt für Schritt und sehr folgerichtig die in anderen Konflikten erprobten Methoden und Verfahren.

In Syrien wurden Fälle des Einsatzes der zivilen Bevölkerung als eines lebendigen Schildes durch die Streitkräfte des Assad-Regimes (das von russischen Offizieren beraten wird, die dort faktisch alle Stäbe überfluteten). In den Schulen, in Moscheen, in Wohngegenden wurden befestigte Räume und Feuerstellen eingerichtet. Zwei Jahre später haben wir all das in Donbass in Ausführung der russischen Söldner gesehen. Sehr ähnlich waren auch die Methoden der Propaganda.

In Syrien haben die Medien die Verbrechen des Assad-Regimes und besonders der Schabich-Söldner (lokaler Analog der „DVR“/“LVR“-Banden) für die Verbrechen der syrischen Armee ausgegeben. Genau so wurden dorthin die Journalisten der russischen Medien abkommandiert, welche die Ereignisse im Land für die Aussenwelt verzerrt haben. Viele Methoden wurden erst an Syrien erprobt und erst dann wurden sie in der Ukraine angewendet.

Aber zum kniffeligsten Geschöpf wurde die mithilfe der Geheimdienste Russlands, Syrien und ehemaliger Agenten der Geheimdienste von Saddam Hussein (die vom FSB zusammengesucht wurden) erschaffene terroristische Organisation Islamischer Staat. Die Organisation wurde erst in Irak erschaffen, aber dann ist ein Teil ihrer Gruppen nach Syrien gezogen.

Zuerst hat der IS auf der Seite der Aufstandsgruppen agiert. Das Territorium, das vom Assad-Regime kontrolliert wurde, verkleinerte sich immer weiter und verwandelte sich in eine ganze Reihe von einander getrennter grösserer und kleinerer Enklaven. Die Verbindung zu vielen war nur per Luft möglich.

Kleinere Enklaven stürzten eine nach der anderen zusammen, grössere verkleinerten und zersplitterten sich. Das Assad-Regime, trotz des Waffenflusses, Munition, Geld, Wehrexperten und Söldner aus Russland und Iran lag im Sterben.

Aber zwischen dem IS und den Gruppen lokaler Söldner wuchsen Unstimmigkeiten an. Die Sache ist, dass die IS-Söldner hauptsächlich Ausländer waren, viele von ihnen sind für Ziele zu kämpfen gekommen, die dem syrischen Volk fremd waren. Zum IS kam die Verstärkung aus vielen islamischen Ländern. Die Mehrheit davon kam, geblendet von Propaganda, die plötzlich im gewaltigen Ausmass in den Medien und sozialen Netzwerken entfaltet wurde.

Die Hauptrolle spielten hier Facebook, Odnoklassniki und Vkontakte. Bald blockte Facebook die Seiten und Gruppen des IS und sie zogen in die russischen Netzwerke um – Odnoklassniki und Vkontakte.

Viele von den ausländischen Freiwilligen, die den lokalen Aufständischen zu helfen gekommen waren, gingen zum IS über. Hauptsächlich waren es diejenigen, die am Diebstahl, Leichenfledderei und illegalen Hinrichtungen beschuldigt worden waren.

Ende 2013 fand ein Bruch zwischen dem IS und der Syrischen Freien Armee statt und zwischen ihnen fingen Kampfhandlungen an. Bald griffen die IS-Söldner auch andere Gruppen der Aufständischen an. Faktisch sind sie auf die Seite des Assad-Regimes übergegangen, indem sie hauptsächlich gegen die SSA, die Islamische Front und Dschabhat an-Nusra kämpften, gegen die Assaditen haben sie m wesentlichen nur „die Frontlinie gehalten“ und beschränkten sich auf kleinere Zusammenstösse.

Sobald erbitterte Kämpfe zwischen den Assad-Kräften und den Aufständischen entflammten, griff der IS die Aufständischen vom Rücken an und schnitt ihre Verbindungen ab. Genau deswegen funktioniert der langsam vergammelnde Regime von Assad noch immer.

Nun tauchen besorgniserregende Anzeichen auf, dass etwas ähnliches die Geheimdienste Russlands auch in der Ukraine abzuwickeln versuchen.

Es ist für niemanden ein Geheimnis, dass sich die Unstimmigkeiten zwischen der heutigen Regierung der Ukraine und einem Teil der ukrainischen Gesellschaft verschärfen. Allen ist der Konflikt zwischen Swoboda und dem Rechten Sektor bekannt, zwischen dem Innenministerium und einer Reihe gesellschaftlicher Organisationen.

Das Misstrauen zwischen der Leitung des Verteidigungsministeriums, Innenministeriums und den Anhängern der Freiwilligenbataillone wächst an. Besonders verstärkt hat es sich nach Ilowajsk. Auf diesen Unstimmigkeiten versuchen auch unsere Feinde aus dem FSB und GRU RF zu spielen. Besorgniserregend waren hier der von aussen inspirierte kleine Aufstand der Wehrdienstpflichtigen der Luftlandetruppen und die am nächsten Tag darauffolgende Konfrontation am Eingang zu Werchowna Rada.

Ich riskiere eine Prognose zu machen: der FSB wird versuchen, die ukrainische Gesellschaft zu spalten, einen Teil der Bevölkerung gegen einen anderen nach dem syrischen Muster aufzuheizen. Die Gefahr besteht. Besonders zwischen der Führung des Verteidigungsministeriums und den Freiwilligenbataillonen. Und jene, die zu einem Feldzug der Kämpfer nach Kiew aufrufen, können durchaus FSB-Agenten und Verräter sein. Genau das wünscht man sich nämlich im Kreml: der Welt einen Bürgerkrieg in der Ukraine zu präsentieren, und keine militärische Aggression Russlands gegen einen souveränen Staat.

Was sollten wir tun? Zuallererst sollte man die Reformen durchführen und die Regierung, Armee, Rechtsschutzbehörden von den Korrumpierten, von den Agenten ausländischer Geheimdienste, von den Verrätern reinigen.

Alle Freiwilligenbataillone müssen einen genau definierten offiziellen Status bekommen. Die Freiwilligen müssen sich jemandem unterordnen und jemand muss Verantwortung für ihr Vorgehen, ihre Ausrüstung, Bewaffnung, Ausbildung und ihre Teilnahme an den Kämpfen tragen. Also müssen sie vollwertige Abteilungen werden, wie die Streitkräfte der Ukraine und die Nationalgarde.

Wir sollten uns auch auf keinen Fall auf die Aufrufe zum Sturm auf die Werchowna Rada, Präsidentenverwaltung und besonders- zum bewaffneten Aufstand einlassen. Hinter all dem können die Geheimdienste des Nachbarstaates stehen.

Sergei Repin für „ORD“, den 21.10.2014



P.S. All das Obengenannte kann man nicht einseitig sehen- die Regierung muss verstehen, dass nicht nur die Freiwilligenbataillone angesichts der Tricks des Gegners standhaft und kaltblütig sein müssen, sondern auch die Politiker offen agieren und ihr Streben nach Veränderungen demonstrieren müssen.

Man darf die Reformen nicht ewig in die Länge ziehen oder die Bestrafung der an der Korruption, Banditismus, Kriegsverbrechen usw. Schuldigen verschieben. Ein gutes Beispiel in der Hinsicht des Strebens nach Reformen und ihrer Realisation zeigte Michail Saakashvili in Odessa. Und ihm ähnliche Menschen müssen auf die Leitungsposten in allen Regionen der Ukraine kommen.

„Transkarpatien braucht Veränderungen!“ – und das ist nicht einfach nur ein Slogan auf dem Hintergrund rauchender Autos, sondern die Anleitung zum Handeln für die Behörden, die berücksichtigen müssen, dass man das ukrainische Volk nie mehr in den Stall der Interessen von Business-Eliten treiben können wird. Die Politiker müssen zu Patrioten und wahren Bürgern ihres Landes werden, und keine Anhänger einzelner Klanen und Familien bleiben. Wir sind alle eine grosse Familie und die Interessen des ukrainischen Volkes müssen vorrangig sein.

https://de.informnapalm.org/transkarpatien-braucht-veraenderungen-oder-das-syrische-szenario-in-der-ukraine/


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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Thomas am Do 16 Jul 2015 - 17:54

Über die Wahrnehmung des Faschismus

„Westliche Beobachter, besonders linke, haben sich oft über Nazi-Symbolik bei den weite Bevölkerungsschichten umfassenden Protesten in der Ukraine empört. Eben jene Symbolik war der Grund dafür, dass sich der Mythos vom „faschistischen Putsch“ und der „Junta“ als so hartnäckig erwiesen hat.

Aber diese Toleranz gegenüber den Rechtsextremen, die während des Maidans offenbar geworden ist und sich bis vor kurzem gehalten hat, lässt sich keineswegs mit einer Liebe der Ukrainer zum Faschismus erklären.

Die äußeren Beobachter (und auch viele innere) haben eine sehr wichtige Besonderheit der post-sowjetischen Politik – und der ukrainischen Politik im Speziellen – nicht berücksichtigt: die völlige Abwesenheit von Organisationen in der politischen Öffentlichkeit, die eine klar umrissene Ideologie ausweisen.

Wir hatten „Kommunisten“, die sich aber in Wirklichkeit wie russische National-Konservative verhielten.

Wir hatten Neoliberale, die zu sozialem Populismus neigten.

Wir hatten „Sozialdemokraten“, die eine starke Hand und Diktatur propagierten.

Die Menschen sind es gewohnt, dass jedes politische Etikett bedeutungslos ist, sich nichts dahinter verbirgt außer Demagogie. Jede Fahne ist nur ein Fetzen, dem jegliche Bedeutung verliehen werden kann, selbst wenn auf dieser Fahne eine Nazi-Rune ist. Jedes Symbol, jede historische Figur und jede Losung können mit dem Sinn gefüllt werden, den wir hineinlegen wollen. Die Ukrainer sind es nicht gewohnt, dass es zwischen Symbolen und Ideen eine direkte Verbindung gibt. So sind absurde Konstrukte entstanden wie etwa der Mythos vom „demokratischen“ und „toleranten“ Stepan Bandera. Die Rechtsextremen konnten denken, dass ihre Vorstellungen von der Masse aufgenommen worden seien; sie dachten, dass sie wirklich angenommen und geliebt würden. Tatsächlich hat sie der liberal-apolitische Mainstream den Faschismus genauso behandelt, wie alles andere, was ihm unterkommt. Er hat die einst lebendigen und gefährlichen Ideen getötet und entkernt und mit den harmlosen Sägespänenangefüllt, die traditionell in den Köpfen unserer Politiker zu finden sind.

Wenn, dann haben in den letzten Jahren vor allem die rechts- und linksextremen Gruppen mehr oder weniger ihren erklärten Bezeichnungen entsprochen. Aber deren Aktivität ist den Mainstreammedien zum Großteil entgangen und wurde nicht allzusehr von der Durchschnittsbevölkerung wahrgenommen. Aber auch diese „Marginalen“ haben, sobald sie in der „echten Politik“ mitspielen durften, ihre Ideologie gewechselt und sind zu einem amorphen und ideenlosen Mainstream mimikriert. Ein Beispiel dafür sind auf der einen Seite „Swoboda“ und der „Rechte Sektor“, auf der anderen Seite „Borot’ba“ (lest ihre programmatischen Texte in der Version von 2012-2013: billiger Populismus, der mit dem Spiel bei den Wahlen kalkuliert).

Nachdem die realen politischen Ambitionen der Rechten gescheitert sind, sind sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, zum National-Radikalismus. Und durch die davor eroberten Ressourcen (Medien, Finanzen, Geheimdienststrukturen) konnten sie diese Zurück-Verwandlung recht laut und effektiv gestalten. Erinnern wir uns an den Marsch der Gleichheit, erinnern wir uns an den „Swjatoslaw-Marsch“.

Und plötzlich entdecken die Menschen, dass Rechtsradikale TATSÄCHLICH Rechtsradikale sind. Dass ihre Symbole nicht zufällig wie Hakenkreuze aussehen. Dass die Liebe zu Zahlencodes wie 14 und 88 bei weitem nicht immer ein harmloses Trollingist. Also die elementaren Sachen, die Menschen in Ländern, in denen es seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten Parteien gibt, die um Ideologien aufgebaut sind – und nicht um charismatische Anführer und Sponsorengelder – von Haus aus wissen. Jetzt muss die Bevölkerung der Ukraine in kürzester Zeit die Grundlagen einer politischen Kultur lernen. Und tut das nicht ohne Erfolg, der Mainstream weist die Faschisten zurück – und das effektiver, als ich noch vor kurzem zu hoffen gewagt hätte.

Europa hat ein anderes Problem. In Europa ist man zu sehr daran gewöhnt, dass Parteien und Bewegungen eine Ideologie haben. Dass Worte etwas bedeuten. Dass ein „Kommunist“ sich wie ein Kommunist benimmt, ein „Liberaler“ wie ein Liberaler, ein „Faschist“ wie ein Faschist. Und wenn eine faschistische Bewegung auftaucht, die keinen Hitlergruß macht und sich statt einem Hakenkreuz ein Georgsband anheftet, können die Europäer sich nicht dazu durchringen, sie als Faschisten zu bezeichnen.Die Faschisten, die mit einer Dauer-Mahnwache am Reichstag stehen, geraten nicht ins Blickfeld der Antifa; sie können sich sogar linken Demonstrationen anschließen, denen sich zu nähern ein „traditioneller“ Faschist mit Hakenkreuz Angst hätte. Auch die europäischen Linken müssen lernen, die sich ändernde Realität angemessen wahrzunehmen.“

http://de.euromaidanpress.com/2015/07/16/wahrnehmung-des-faschismus/
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Tribunal zu MH-17-Abschuss muss zum Anfang vom Ende der Kriegsverbrecher werden

Beitrag  telzer am So 19 Jul 2015 - 11:45

Tribunal zu MH-17-Abschuss muss zum Anfang vom Ende der Kriegsverbrecher werden

Mit dem Hinweis auf die Quelle dieser Meldung :

Roman Burko für InformNapalm; übersetzt von Irina Schlegel.



Informnapalm deutsch schrieb:Am 17. Juli 2014 erklärten die russischen Söldner, dass sie das ukrainische Militärtransport-Flugzeug AN-26 abgeschossen haben. Später stellte sich heraus, dass die abgeschossene Passagier-Boeing 777 der Malaysia Airlines gehörte und dass es der Flug Amsterdam- Kuala Lumpur war. Alle 298 Menschen am Bord sind gestorben. Nachdem die Terroristen erfahren haben, dass das von ihnen abgeschossene Flugzeug einer ausländischen Gesellschaft gehört, fingen sie an, ihre „triumphierende“ Meldungen aus den sozialen Netzwerken zu entfernen. Bemerkenswert, dass es den Videobericht vom russischen Propagandasender LifeNews abzuspeichern gelungen ist, wo die Korrespondenten die Bilder der rauchenden Boeing zeigen und kommentieren, dass ein ukrainisches Transportflugzeug abgeschossen wurde.

Video: Der legendäre Bericht von LifeNews über die abgeschossene AN-26, die sich als Boeing entpuppte.


Am 9. Juli 2015 verbreitete die malaysische UN-Delegation das Resolutionsprojekt des UN-Sicherheitsrats mit der Forderung, ein internationales Tribunal für eine unabhängige Untersuchung des Falls über das über dem Donezker Gebiet abgeschossene Flugzeug zu erschaffen.
Am 10. Juli erklärte der russische UN-Vertreter Witaly Tschurkin, dass er das Resolutionsprojekt des UN-Sicherheitsrats über die Erschaffung eines internationalen Tribunals für perspektivlos hält.
Australien, Belgien, Malaysia, Niederlanden und die Ukraine wandten sich ans UN-Sicherheitsrat mit der Bitte über die Erschaffung eines internationalen Tribunals.
Entsprechend dem Bericht der niederländischen Experten, haben die malaysische Boeing über dem Donbass im Juli 2014 die prorussischen Terroristen mithilfe einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
dutchnews.nl
Die russische Seite versucht die Ermittlung auf die falsche Spur zu bringen, indem sie in regelmässigen Abständen die Fakten verdreht und Falschaussagen macht. Man sollte betonen, dass das Wichtigste in der Frage des Boeing-Absturzes nicht mal die Herkunft der Waffen ist, aus welchen sie abgeschossen wurde, denn sie konnten auch ein Überbleibsel der sowjetischen Vergangenheit sein. Das Wichtigste ist, wer den Befehl abgegeben und diesen Massenmord organisiert habe.
Höchstwahrscheinlich hatte niemand die Söldner in Einzelheiten der Identifizierung des Flugzeugs selbst eingeweiht, und sie haben eine eilige Erklärung über die Vernichtung eines Luftfahrzeugs abgegeben, als sie persönlich die Raketenspur und den darauffolgenden Sturz der Wrackteile des Flugzeugs beobachteten.
Diese Vermutung deckt sich gut mit unserer Information darüber zusammen, dass im Donbass die Leitung der Artillerie und aller Besatzungsmannschaften, besonders solch hochtechnologischer Bewaffnungsvorrichtungen wie die Raketenwerfersysteme „BUK“, „Strela-10“, „TOR“ durch russische Wehrexperten ausgeübt wird. Zur Organisation der Funkdämmung und Übermittlungsdienst-Gewährleistung werden auch aktive russische Berufsmilitärs hinzugezogen.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Versionen der drei Seiten, woher die BUK geschossen hat
Die Söldner können vor dem Hintergrund der Bewaffnung nur posieren, ihnen wird aber keine tatsächlich hochtechnologische Bewaffnung anvertraut – das Maximum hier sind ein Gewehr, eine Maschinenpistole oder ein Mörser.
Zum jetzigen Zeitpunkt arbeitet InformNapalm an der Strukturierung von Informationen der von uns identifizierten Militäreinheiten RF, ihrer Arten und Aufgaben. Das komplette Datenmassiv wird in einer Infografik wiedergegeben.
Dabei stützen wir uns auf die Untersuchungen der OSINT-Experten des InformNapalmTeams Irakli Komaxidze, Al Gri, Anton Pawluschko, Witaly Molodogwardejez, Wiktoria Kris und anderer Mitglieder des InformNapalmTeams.
Was das Thema jener Boeing 777 angeht, so fokussiert InformNapalm seine Aufmerksamkeit absichtlich nicht auf dieser Thematik, denn unsere Untersuchungen sind situativ. Wir veröffentlichen Informationen, die von unseren OSINT-Aufklärern im Laufe der Analysen von Profilen der Söldner und russischer Militärs ermittelt wurden.
Man sollte an der Stelle zwei aufsehenerregendste und interessanteste Untersuchungen unseres Teams erwähnen:
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]Die erste Untersuchung war mit der Identifizierung von Photos im Profil eines russischen Militärs, eines Soldaten im Grundwehrdienst und Militärangehörigen des 147. Kraftfahrzeugbataillons der Einheit Nr. 83466 der Streitkräfte RF – Dmitry Subow verbunden: der Photos von der Kolonne mit den Raketenwerfern „BUK“, die zur ukrainischen Grenze transportiert wurden. Diese Verlegung fand genau 14 Tage vor der Tragödie statt. Nach der Veröffentlichung wurde der Account von Dmitry Subow schleunigst gelöscht und es wurde versucht, die ganze Information auszuradieren, aber sie ist in den Archiven geblieben und ist noch immer zur Ansicht öffentlich zugänglich. Auch wurden die Angaben frühzeitig an die Polizei der Niederlanden übergeben.
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]Die zweite Untersuchung von InformNapalm betraf den Volvo-Schlepper, der die BUK transportierte. Das Photo des Schleppers ist in den Berichten der Ermittlungsgruppe auch vorhanden.
Auch wurde durch unser Team der genaue Standort des Techniklagers der Söldner ermittelt, wo der angegebene Schlepper bereits im Oktober gesichtet wurde, ein paar Monate nach der Tragödie: das ist die Stadt Snischne, unweit des Bergwerks „Udarnik“, auf einem Territorium, das von den Söldnern kontrolliert wird.
Man sollte anmerken, dass der Sturz der Boeing-Wrackteile im Raum von Schachtarsk registriert wurde – das ist ungefähr 20 Kilometer von der Stadt Snischne entfernt, wo das Auftauchen dieses Volvo-Schleppers im Techniklager ermittelt wurde. Warum die Söldner, wissend, dass die Ermittlungsgruppe diesen Schlepper als ein Beweisstück betrachtet, ihn trotzdem im Lager der Militärtechnik versteckten?
Für die Ukraine wie auch für die ganze Weltgemeinschaft war die Tragödie des Flugs MH-17 sehr dramatisch, man sollte aber nicht vergessen, dass bereits seit über einem Jahr ukrainische Bürger an den periodischen Beschüssen und Terrorakten seitens prorussischer Terroristen und Streitkräfte RF leiden, es sterben Dutzende Zivilisten.
Im Kontext der Boeing-Katastrophe möchten wir an den Artilleriebeschuss der Haltestelle „Donezkgormasch“ in Donezk, an den Busbeschuss bei Wolnowacha, an den Beschuss des Wohnviertels „Wostotschny“ in Mariupol am 24. Januar 2015, an den Beschuss von Kramatorsk aus Raketenwerfern am 10. Februar 2015 und an andere Ereignisse erinnern, infolge welcher eine grosse Anzahl nicht nur ukrainischer Militärs, sondern auch Zivilisten gelitten hat. All diese und viele andere Verbrechen der Führung Russlands und ihnen unterstellten Soldaten und Söldner müssen in die Resolution über das internationale Tribunal ebenfalls eingetragen werden.

Quelle : Tribunal zu MH-17 Abschuss muss zum Anfang ....


Zuletzt von telzer am So 19 Jul 2015 - 11:48 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Verbesserung :-))

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Drei verlorene Kriege: Gas, Land und Menschlichkeit…

Beitrag  Anuleb am Di 21 Jul 2015 - 16:42

Zwei ziemlich düstere Visionen bezüglich der russischen Zukunft, welche sich mit ziemlicher Sicherheit teilweise in die Realität schaffen werden:

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Der siegreiche Feldzug von Putin in die grosse weite Welt ist anscheinend nun endgültig beendet. Und gewonnen hat diesen Kampf nicht mal der Westen, sondern das stille China, das all die Zeit besonnen die Hysterie der Europäer beobachtete. Wir möchten heute zwei Texte zum Thema russisch-chinesische Beziehungen vorstellen: die objektive Analyse einer Russin, Ania Dorn, die die Zukunft ihres Landes nüchtern bewertete und einen bitteren Text vom ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten Russlands Alfred Koch, den er bereits letzten Oktober (2014) geschrieben hat…

Alfred Koch, den 5. Oktober 2014: „Russland erwartet ein Zusammenbruch.“

Kurz. Was haben wir hier. Sanktionen gegen uns wurden nicht abgeschafft. Donbass haben wir nicht abgenommen. Und wie es sich herausgestellt hat, wollten wir auch gar nicht. Menschen (viele) sind gestorben. Darunter auch russische Bürger.

Erdölpreis sinkt. Das Budget fährt zum Teufel. Wirtschaftliches Wachstum ist gleich null. Industriewachstum gibt es nicht. Deviseeinahmen schrumpfen zusammen. Die staatliche Zahlungsbilanz verschlechtert sich von Tag zu Tag.

Bald kommen Zeiten, wo sogar der kritische Import problematisch wird (Medikamente, Ersatzteile für Elektrogeräte, für Kontroll- und Messapparatur in der Medizin, Energetik usw.), weil es schlicht ein Defizit in konvertibler Währung geben wird.
Rubel fällt. Die Inflation wird zum Ende des Jahres eine zweistellige Zahl betragen. In Kombination mit einem Nullwachstum ist es eine klassische Stagflation- der Alptraum jedes Politikers.

Die Kapitalausfuhr aus Russland wird um die 150 Milliarden betragen. Investitionen werden eingefroren, und solche, die der Staat machen wird, werden nur eine Geldverschwendung sein.

Der Immobilienmarkt wird zusammenstürzen. Mit ihm zusammen stürzen erst die Developer, und dann die Banken, die sie kreditiert hatten, ab. Bankeinlagen der Bürger werden zusammen mit den Banken verschwinden. Den Lohn dieser Menschen wird die Inflation auffressen.
Rechtliche Willkür wird grausame Formen annehmen. Menschen werden einfach so verschwinden wer weiss wohin. Wobei- wohin ist bekannt. Aber da oben werden sie mit den Schultern zucken und sagen, dass sie keine Ahnung haben. Dass sie noch suchen. Aber sie sind ja keine Zauberer.

Das politische System wird zur Marottenerfüllung und wilder Phantasienausführung eines Menschen ausarten, der sich längst wegen der Langeweile und Übersättigung in einer absoluten Prostration befindet. Der Staat wird Formen annehmen, die seinen persönlichen Phobien und Komplexen am besten entsprechen.

Die Medien werden endgültig versatanisieren, und werden an allem den Westen und die Ukraine beschuldigen. Die Obrigkeit wird zum China stürzen, in der Hoffnung, dass dieses Geld zuwirft. Dieses wird nichts geben. Denn am meisten ist genau dieses an einem schwachen und agonisierenden Russland interessiert.

Dann wird die Obrigkeit zu den Amis stürzen. Die Amis werden breit grinsen und sagen: 1. Putin nach Den Haag (wie Milosevic). 2. Demonopolisierung und Privatisierung der Medien. 3. Freie Wahlen mit einem Zutrittsrecht für alle Interessenten unter der Kontrolle internationaler Beobachter. 4. Verfassungsreform. 5. Verzicht auf Atomstatus und Abrüstung unter NATO-Kontrolle. 6. NATO-Militärbasen auf dem Territorium Russlands.

Wir werden ablehnen. Dann werden die Amis sagen: geht doch zurück zu den Chinesen. Die Chinesen werden sagen: ok, na gut, wir helfen Euch. Aber wir haben eine Bedingung: Volksauswechslung. Wir haben keinerlei Beanstandungen wegen Russen, aber unser Volk ist effektiver. Nichts persönliches, nur Business.
Schaut doch selbst: wenn Ihr einen Bauernhof als Leiter übernehmt und seht, dass die Herde da aus Kühen der mittelrussischen Rasse besteht, versteht Ihr doch, dass es gegen Holstein-Rind ausgewechselt werden muss. Einfach nur weil der Holstein-Rind bei selben Ausgaben mehr Milch bringt. Und diese Herde hier muss man zur Wurst verarbeiten.
Und dabei habt Ihr gar keine Abneigung gegen die mittelrussischen Kühe. Ihr braucht diese nur nicht für Eure Aufgaben. Genau so ist es hier: welche Argumente sollen es denn sein? Wir brauchen Eure Ressourcen. Euch brauchen wir nicht. Wozu sollen wir Euch füttern und erhalten? Werdet zur Wurst. Unsere Chinesen werden unsere Aufgaben besser lösen können.

Erschrocken über diese Wahrheit, werden wir zurück zu den Amis stürzen. Und werden ihre sechs Bedingungen erfüllen.
Das ist, wozu unser Kampf um die Russische Welt führen wird, der Kampf um die „eigene Zivilisation“. Der Verlust der Souveränität und womöglich auch der Staatszerfall- das ist eine reale Perspektive bei dieser Ausgangslage.

Autor: Alfred Koch in rufabula.com; übersetzt von Irina Schlegel.


Ania Dorn, den 15. Juni 2015:

Heute haben die USA und China einen Vertrag über die militärische Zusammenarbeit unterzeichnet. Die USA bekamen den ersten von den 8 beim China bestellten gigantischen Tanker für den Transport vom Flüssiggas nach Europa. Und ein grosser Staatsberater Chinas fordert eine umfangreiche Umsiedlung von Chinesen auf die gepachteten Territorien in Sabajkalje – mit einem Eintrag der entsprechenden Veränderungen in die russische Gesetzgebung (das neue Gesetz über den Entzug des Rechts unserer Bürger auf die Immobilien auf den durch ausländische Staaten gepachteten Territorien schien ihnen wohl nicht genug zu sein)- um den Prozess bequemer zu machen. Der Vorwand ist selbstverständlich ein schicklicher: es gibt wohl in Russland keine qualifizierten Spezialisten für die Entwicklung der chinesischen Projekte, und auf den vom China gepachteten Territorien beobachtet man einen Mangel an Bevölkerung (Arbeitskraft). Das Puzzle legt sich endlich zusammen.

In den russischen Beziehungen zu China ist alles absolut klar. Das ist eine „friedliche“ Expansion- und diesen Krieg, indem man mit China bereits mehrere äusserst spezifische Verträge unterzeichnete, haben wir bereits verloren. Russland hat keinen Weg zurück- unsere Wirtschaft wird an diesem Punkt keine derartigen Vertragsstrafen verkraften können, und ausser ihnen gibt es noch Nuancen, die mit den Lieferungen von der für die russische Erdölindustrie sehr wichtigen chinesischen Betriebsanlagen verbunden sind. Im Unterschied zu Asiaten haben wir keine Erfahrung der Führung von verdeckten Wirtschaftskriegen. Wir wissen nicht mal, wie so etwas aussehen soll. Unser Steckenpferd ist die dumpfe oder kaum verschleierte Gewalt und Erpressung- wie zum Beispiel mit dem Gas nach Europa – so nach dem Motto: sie werden ohne uns erfrieren und sterben.

Zu anderen (eleganteren) Formen der Expansion seines Einflusses ist Russland unfähig. Zusätzlich kommt noch die Abwesenheit des Verständnisses beim Schiffskapitän, der beschlossen hat, dass auf Kosten eines Spiels mit China es zumindest gelingt, unsere wirtschaftlichen Löcher temporär zuzuflicken (und Scheiss auf die Folgen in Form der „ausgebrannten Erde“ in 49 Jahren), die eigentlich aus seinem und dem seiner Komplizen entstandenen Dilettantismus, Geiz, Angeberei und Ambitionen (Krim, Donbass, JUKOS, Stabfondes usw.) entstanden sind, aus der Tatsache, dass China uns kein Freund ist und ausschliesslich Ziele der Eigenbereicherung verfolgt, die wegen der in Russland und um dieses entstandenen politischen und wirtschaftlichen Situation absolut einmalig sind.

Und wenn es ein Verständnis Chinas Strategie beim Kreml doch gibt, so ändert sich nichts am Resultat der Regierungstätigkeit – es verändert sich nur der innere Sinn im Kontext des Geschehens: von Unprofessionalität und Kurzsichtigkeit zum Zynismus und Niederträchtigkeit. Nichts weiter.

Dafür können wir etwas mit den Gas-Tankern klären, denn nicht alles und nicht für alle ist offensichtlich. Die Norweger „Gasco“ verkauft bereits seit über einem halben Jahr um 30% mehr Gas nach Europa als „Gasprom“. Und nun werden der Konzern Ineos Olefins & Polymers Europe (einer der grössten europäischen Hersteller der erdölchemischen Industrie) und sein Partner- die Firma Evergas – uns mit den Lieferungen von Äthan aus den Staaten innerhalb von maximal 2-3 Jahren aus dem europäischen Gasmarkt herauswerfen.

Und der grösste aufstrebende Gasmarkt (Indien-Pakistan-Iran) ist durch China bereits sehr fachmännisch belagert (von uns getrennt): zum Beispiel ist die regionale Gaspipeline gar nicht mehr russisch-chinesisch, wie es von uns geplant wurde, sondern pakistanisch-chinesisch. Und China hat gar nicht vor, uns da durchzulassen, wofür es bereits auch zumindest zwei starke Hebel des wirtschaftlichen Einflusses besitzt.

Insgesamt ist es eine offene Umverteilung des Weltgasmarktes, die maximal bis zum Jahr 2020 dauern wird, und danach – nach ihrer Beendigung- wird der Markt eine stabile Form für die nächsten 20-30 Jahren annehmen.

Russland droht es mit einer Katastrophe, denn unser Anteil am Gewinn und Verkauf vom Gas ist 32% vom weltlichen Gesamtbeitrag (Erdölanteil übrigens nur 13,5%, was 35% unseres Exports ausmacht), darum sind wir auf dem Welterdölmarkt ein Durchschnittsspieler, zudem auch noch einer, der vom Ersatz der brüchigen Bohranlagen aus demselben China abhängig ist, an welches wir die Vorherrschaft in unserem Erdölservicesektor weggespült haben, worüber unsere regionale Medien geschrien, die zentralen aber – geschwiegen haben.

Wir werden entweder nirgendwo unseren Gas absetzen können, oder wir werden diesen an China faktisch umsonst abgeben müssen- für seine Spiele auf dem Aussenmarkt (denn für den inneren hat es seinen eigenen und China wird man in Abhängigkeit von unserem Gas nicht stellen können).

Und nun das Interessanteste. In der Ukraine, gerade in Donbass grösstenteils, gibt es eine Riesenmenge an nicht abgebautem Schiefergas – der Vertrag zum Abbau von welchem mit Royal Dutch Shell und Chevron für 50 Jahre am Anfang 2013 unterzeichnet wurde. Kiew hoffte auf diese Weise, sich von der energetischen Abhängigkeit von Russland zu befreien und ein Gas-Fenster nach Europa durchzubrechen.

Nun macht sich der Konzern Gedanken darüber, aus dem gemeinsamen Projekt mit dem ukrainischen Staatskonzern auszusteigen- wegen des Krieges in Donbass, und Chevron verzichtete bereits auf den Abbau wegen der Force-majeure-Kriegsrisiken. Also führen wir einen hybriden Krieg in der Ukraine nicht für einen ephemerischen politischen Einfluss, sondern für Gas- also für die Gasabhängigkeit der Ukraine und Europa von uns. Einfach und zynisch. „Die Menschen sterben für Metall“. (c)

Aber jetzt- auch wenn Russland den Kampf um die Ukraine gewinnen sollte- hat es den Kampf um Europa und Indo-Asiatische Region verloren. Auf dem Weg noch den wirtschaftlichen Kampf gegen China ums Land und Industrieentwicklung verloren, den diplomatischen- um Beziehungen mit faktisch der ganzen Welt, und den finanziellen- um Möglichkeiten eines globalen internationalen staatlichen Kredits, auf dem russische Staatsunternehmen seit den Zeiten der Perestrojka festsassen.

Und bei alledem erschuf Russland all die Endbedingungen für den eigenen wirtschaftlichen Zusammenbruch auf einen Schlag selbst (besonders wenn man die Nichtkonvertierbarkeit des Rubels berücksichtigt)- mit dem Motto „KrimUnser!“. Und die NATO-Bedrohung, über die uns als den einen Vorwand für das „KrimUnser!“ erzählt wird, hat den Kreml noch ein halbes Jahr vor dem Maidan und den weiteren Ereignissen mit der Annexion und dem Krieg ganz und gar nicht interessiert (wenn man nach dem Vertrag mit der NATO über den Transit über Uljanowsk urteilt, der ausschliesslich wegen des Geizes der russischen Frachtführer scheiterte).

Und das Abscheulichste daran: dass Russland an der Weiterführung des Krieges in Donbass interessiert ist, denn seine Hinziehung wird Royal Dutch Shell zwingen, aus dem Vertrag auszutreten und dann wird Russland wenigstens den ukrainischen Gasmarkt behalten können.

Welches Interesse könnten denn dagegen die USA an diesem Krieg haben, wenn man bedenkt, dass Chevron ein grosser amerikanischer Konzern ist, der den Rockefellern gehört, und noch vor der letzten Inauguration von Putin in 2011 die Vertreter der amerikanischen Exxon-Mobil in seiner Anwesenheit eine Vereinbarung mit Rosneft zum Erdöl-Abbau auf dem Schwarzmeer- und dem Kaspischen Meer-Schelf unterschrieben und somit eine strategische Allianz von Rosneft und dem amerikanischen Exxon-Mobil geschlossen haben?

Der Preis dafür ist offensichtlich: Tausende menschlicher Leben und Dutzende Tausende unglücklicher Verwandten in beiden Ländern, wobei auf beiden Seiten Menschen hinters Licht geführt werden. Es gibt aber in dieser Geschichte noch etwas nicht weniger Niederträchtiges. Der Löwenanteil an den internationalen Spekulationen mit dem russischen Gas und Erdöl gehört Herr Timtschenko– der bereits ein Staatsbürger Finnlands ist, und noch vor kurzem- ein Mitglied der berüchtigten Genossenschaft „Osero“ war. Verstehen Sie, wer und warum- wegen seiner eigenen Finanzinteressen- die russischen Jungs nach Donbass zum Töten und Sterben abschickte? …

Dieses Material wurde von Ania Dorn vorbereitet und InformNapalm exklusiv zur Verfügung gestellt; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich.



https://de.informnapalm.org/drei-verlorene-kriege-gas-land-und-menschlichkeit/


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Garri Kasparow: „Putins Ideologie ist geballter Hass“

Beitrag  telzer am Sa 25 Jul 2015 - 16:18

Quelle: Garri Kasparow im Interview mit Witaly Portnikow für svoboda.org; übersetzt von Olena Köpnick/Irina Schlegel.

Informnapalm.org deutsch schrieb:dieses Interview ist vom 29. März 2015

Witalij Portnikow spricht mit Garri Kasparow über das politische System des modernen Russlands und die russisch-ukrainische Krise

Wie verändern sich die russische und die ukrainische Gesellschaft vor dem Hintergrund der Krise in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern, vor dem Hintergrund des Krieges, der schon fast ein Jahr andauert? Wie wird sich die Beziehung zwischen den beiden Ländern und die Situation in der Gesellschaft im Falle einer weiteren Eskalation oder einer Beruhigung des Konflikts verändern? Das sind nur einige Themen, die wir mit unserem Gast besprechen. Heute im Studio: Politiker, bekannte Persönlichkeit, der dreizehnte Schachweltmeister Garri Kasparow.

WP: Die Tatsache, dass wir dieses Interview in Kiew aufzeichnen, nach Ihren unzähligen Besuchen in unserem Moskauer Büro (wenn ich es richtig verstehe, werden Sie dort nicht so bald wieder zu Gast sein) – ist das im gewissen Sinne ein Anzeichen für den Beginn des Gesprächs?

GK: Definitiv. Vor zwei Jahren, im Februar 2013, habe ich beschlossen, Russland endgültig zu verlassen. Zu dem Zeitpunkt, als ich in privater Angelegenheit ins Ausland reisen wollte, habe ich diesen Entschluss noch nicht gefasst. Aber nachdem ich die Einladung (wenn man es so bezeichnen kann) des Untersuchungsausschusses bekommen habe, als Zeuge in einem der unzähligen politischen Fälle, die damals dort fabriziert wurden, zu erscheinen, habe ich mit meinen Freunden und Kollegen gesprochen, vor allem mit Boris Nemzow, der mir erklärt hat, dass ein Besuch beim Untersuchungsausschuss einen Zeugen mindestens zu einem Verdächtigen macht. Da habe ich beschlossen, dass es besser ist, frei zu bleiben, mein politisches und soziales Engagement fortzusetzen, wenn auch im Ausland, dort, wo ich über mein Schicksal selbst verfügen kann.

WP: Haben Sie diese Partie, die jetzt gespielt wird, vorausberechnet? Wurden noch keine Züge auf dem Brett gemacht, die Sie in 2013 nicht hätten vorhersehen können, oder beginnt etwas sich nach einem anderen Szenario zu entwickeln?

GK: Wenn das eine Schachpartie wäre, wäre es für mich viel einfacher, denn in Schach gibt es Regeln. Wir wissen, dass die Spieler von Anfang an über die gleiche Anzahl der Figuren verfügen, sie spielen nach den Regeln und müssen sich an diese Regeln halten, um zu gewinnen. Leider gab es im putinschen Russland von Anfang an keine Regeln. Genauer gesagt war es klar, dass die einzige Regel, die man beherzigen musste, war, dass der Kreml die Regeln nach Belieben verändern kann.

Andererseits, wenn wir die Schach-Vergleiche sein lassen und stattdessen versuchen, über diverse Möglichkeiten zu sprechen, die historische Parallelen aufweisen, dann kann man bestimmte Dinge vorausberechnen, denn die Geschichte ist zwar keine exakte Wissenschaft wie die Mathematik, aber viele Dinge wiederholen sich trotzdem, mann muss es sich wie eine historische Spirale vorstellen. Sie wiederholen sich vielleicht in einem anderen historischen Kontext, aber es gibt trotzdem Muster, denen kein Diktator, egal wie sehr er es will, entgehen kann.

Überhaupt hat ein Diktator in dieser Phase der Konfrontation mit der freien Welt immer Vorteile (wie auch Hitler diesen Vorteil hatte), weil er gegen die Regeln spielt. Darüber hinaus verfügt er über einen politischen Willen, der in dieser Phase jeglichen Widerstand der westlichen Demokratien bricht. Und zwar deshalb, weil die Menschen, die Wähler, nichts von irgendwelchen Konflikten hören wollen, man versucht den Status quo zu erhalten. Und heute kommt dieser Effekt zu voller Geltung, dabei ist es klar: wenn wir das Kräfteverhältnis in den 30ern zu Hitler oder Ende 40er – 50er zu der stalinistischen Sowjetunion betrachten, war damals die reale militärische Bedrohung unendlich größer als heute.

Aber die westliche Gesellschaft, die seit 70 Jahren den Wohlstand genießt, ist heute noch nicht bereit, die putinsche Realität in ihren ganzen abstoßenden Blöße zu akzeptieren. Putin ist eine Bedrohung, aber dieser Gedanke findet nur langsam und mit Mühe den Weg in das Bewusstsein, denn – was ist das für eine Bedrohung? Irgendwo im Osteuropa ist irgendwas vorgefallen, aber was hat es mit uns zu tun?

WP: Wissen Sie, hier in der Ukraine leben die Menschen im Bewusstsein dieser Bedrohung, sie nehmen sie viel ernster, als die Menschen im Westen.

GK: Hier sterben Menschen, hier ist ein Krieg im Gange. Und das Gegengewicht dazu ist nicht so sehr Kiew, sondern eher Westeuropa und vor allem natürlich Washington. Genau dort beobachten wir den schmerzhaften Prozess der Herausbildung einer neuen Agenda. Man darf nicht vergessen, dass Putin in dieser Hinsicht in seinen Verhaltensmustern Hitler sehr ähnlich ist, er führt eine kompetente (seiner Ansicht nach) und recht erfolgreiche Politik der Zerstörung des internationalen Sicherheitssystems, das in den letzten Jahrzehnten entstanden ist.

Hitler hat gegen den Völkerbund gearbeitet. Ihn haben auch keine Zwischenvereinbarungen interessiert, er wollte ein leeres Blatt Papier: man beginnt mit einem leeren Blatt, und der Stärkere reißt alles an sich. Putin strebt eindeutig die Situation an, bei der die Regeln, nach denen die Welt seit 1945 lebt, abgeschafft werden. Es geht nicht nur um die Krim und die Ostukraine oder das mythische Neurussland – es geht um das ganze Wertesystem. Jeder Monat Verzögerung bei der Entwicklung dieser Strategie bedeutet, dass der Preis, den wir für die finale Konfrontation mit Putin zahlen müssen, stetig ansteigt, denn seine Pläne stehen in Widerspruch zu allem, was wir kennen, zu der Realität der Welt, in der wir leben.

WP: Aber warum kann die westliche politische Welt, die westliche Elite nicht wahrnehmen, was für die Menschen, die in dieser Realität leben, im Grunde eindeutig ist?

GK: Beim Lesen (ich lese gerne Geschichtsbücher) habe ich versucht, die Logik der Ereignisse zu begreifen, es kam mir einfach unglaublich vor: wie konnte es sein, dass die britische Regierung, die französische Regierung – haben sie es wirklich nicht erkannt, welche Bedrohung nebenan entsteht, haben sie nicht erkannt, dass früher oder später deutsche Bomben auf englische Städte regnen und deutsche Panzer durch Paris fahren werden?

Demokratie hat ein Problem – es gibt Stimmungen unter den Bürgern, auf die Politiker reagieren müssen. Chamberlain war der Premierminister eines Landes, das von einem Krieg nichts wissen wollte. Die Narben des Ersten Weltkrieges hatten viel größere Auswirkungen auf Großbritannien und Frankreich, weil sie diesen Krieg gewonnen haben. Deutschland hat den Krieg und einige seiner Gebiete verloren.

WP: Ja, aber um einen hohen Preis…

GK: Trotzdem, Deutschland hatte einen Ansporn. Deutschland hat mehr in der Zeit der Großen Depression gelitten. Die Stimmung in Großbritannien und Frankreich war: man kann sich irgendwie einigen. Außerdem war Osteuropa weit weg. Eins zu eins werden heute Chamberlains Worte wiederholt: warum müssen britische Soldaten für ein Land sterben, das wir nicht mal auf der Landkarte finden können? Die Krim und die Ukraine werden sie auf der Landkarte wohl finden können, aber sie sind trotzdem weit weg. Der westliche Bürger in Bayern, in England, in Norditalien will nicht mal daran denken, dass es einen realen Konflikt geben könnte. Das Verständnis, dass man den Frieden nicht kaufen kann, weil Putins Tagesordnung keinen Friedensvertrag vorsieht, fehlt noch komplett…

Seine ganze heutige interne russische Propaganda basiert auf Expansion nach draußen. Die russischen Nachrichten bestehen heute zu 70% aus Meldungen zur Ukraine, Russland wird da kaum noch erwähnt. Und das bedeutet, dass Putin, wie ein Drogenabhängiger, immer größere Dosis brauchen wird, um diese Euphorie und Paranoia in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Die Krim-Euphorie verpufft, der Effekt von der Krim-Annexion verpufft – das bedeutet, dass er allmählich anfangen sollte, sich weiter zu bewegen. Und das wahrscheinlichste Gebiet für die Fortsetzung der Aggression ist natürlich die Ukraine.

Dabei gibt es einen Gas-Vertrag, der nun zustande kommt, das turkmenisch-aserbaidschanische Gas. Für Putin ist das tödlich. Das Auftauchen jeglicher alternativer Quellen der Gasversorgung von Europa würde bedeuten, dass „Gazprom“ seine wichtigste Waffe verliert, die effektive Waffe, mit der er die europäische Wirtschaft beeinflussen kann. Und dann gibt es noch Möglichkeiten, verschiedene Provokationen in Estland und Lettland zu organisieren, wo es Gegenden mit einem hohen Anteil der russischen Bevölkerung gibt. Nicht unbedingt um dort einzufallen, sondern einfach um dieses Sicherheitssystem zu untergraben.

Den Aggressor heute aufzuhalten, egal um welchen Preis, ist immer noch günstiger als morgen. Es ist klar, dass eine Konfrontation mit Hitler im Jahre 1938 auch zu einem Krieg hätte führen können, weil er höchstwahrscheinlich Tschechoslowakei überfallen hätte, und der Krieg wäre blutig gewesen, die Historiker hätten später geschrieben, dass 1 Million Menschen getötet wurde. Aber keine 50 Millionen.

Der Preis verändert sich, und zwar immer nach oben. Putins heutige Argumentation wiederholt oft wortwörtlich die Argumentation des Dritten Reiches. Der einzige Unterschied ist, meiner Meinung nach, dass Hitler ein Bild der Zukunft gemalt hat (wie übrigens auch Stalin), es gab ein Bild, das auf völlig menschenfeindlichen Ideen basierte, und trotzdem wurde diese lichtvolle Zukunft für die Menschen ausgemalt, die ihrem Führer folgen sollten. Im putinschen Russland gibt es nicht mal ein solches Bild.

WP: Dafür ist das putinsche Russland eine Festung, die sich verteidigen muss, weil alle sie angreifen, und Hitlers Reich war keine solche Festung.

GK: Stalins Sowjetunion wie auch Hitlers Reich versprachen, dass der Tag kommen wird, wenn das Opfer sich auszahlt. Aber putinsche Propaganda hat nicht mal ein Zukunftsideal. Das ist, glaube ich, ein einzigartiger Fall in der Geschichte, wo die ganze Propaganda auf dem Negativem basiert, das ist reiner geballter Hass. Denn alles, was da propagiert wird: „Zusammen fürchten wir keinen Tod“. Die Idee der „russischen Welt“ wurde zu ungreifbar, sie hat keinen hingerissen, das ist ein Versuch, den Zustand des manischen Deliriums in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

Aber ohne bestimmte harte Maßnamen wird man ihn nicht lange aufrechterhalten können. Deshalb sind Putins Aktivitäten in den ehemaligen Sowjetrepubliken, oder in akuter Form auch überall auf der Welt in Form der Unterstützung der Ayatollahs von Iran oder irgendwelcher Terroristen in Lateinamerika und Afrika – das ist eine unvermeidbare Entwicklung, denn ansonsten würden ihm, wenn man es mit einem Kartenspiel vergleichen könnte, alle Trümpfe ausgehen, er würde keine Karte mehr ausspielen können.

WP: Wenn wir über den Zustand des vernünftig denkenden Teils der russischen Gesellschaft sprechen wollten, auf den man immer gewisse Hoffnungen setzt… Mir ist es aufgefallen, wie unterschiedlich die Reaktionen auf die Ermordung von Boris Nemzow hier im Westen und in Russland ausfielen. Im Westen hat man geglaubt, dieser Mord würde einen Ausbruch der Emotionen derjenigen Menschen nach sich ziehen, die verstehen, dass das Regime den Höhepunkt des Verkennens der Realität erreicht hat und dass es schon bereit ist, seine Gegner direkt vor Kremls Augen zu vernichten. In Russland haben wir dagegen Mutlosigkeit gesehen. Die Menschen, die von Nemzows Tod betroffen waren, waren gerade mutlos, bedrückt. Das ist eine andere Stimmung.

GK: Ich würde sagen, Mutlosigkeit gemischt mit Angst… Obwohl die Demo in Andenken an Boris Nemzow am 1. März riesig war, da waren Zehntausende von Menschen, die sich übrigens spontan dazu entschlossen haben. Viele hielten es für ihre Pflicht, hinzugehen, denn nicht hingehen gehört sich nicht. Bei diesem Ausbruch der Energie sind Russland und Ukraine grundverschieden.

Ich weiß nicht, ob historische Parallele hier angemessen sind, aber im Grunde hat Ukraine immer und auf jeden Versuch der Verschärfung eines totalitären Regimes mit einem Ausbruch der Proteste reagiert. In Russland geschah es schrittweise, das war ein sehr langwieriger Prozess, aber er verlief, glaube ich, mit dem Einverständnis der gesamten russischen Elite, dort gab es keine wirklichen historischen Widersprüche. Die angeblichen Liberalen, die angeblichen Sicherheitskräfte – sie alle wollten eigentlich den Einfluss der Menschen auf politische Abläufe minimieren.

Das russische Regime hat gelernt, den Einfluss in verschiedenen sozialen Gruppen zu manipulieren. Bei Jelzin wurde der Grundstein dafür gelegt, aber bei Putin wurde es perfektioniert. Das putinsche Regime war gerade deswegen so unglaublich stabil, weil es die Möglichkeit bot, an die sowjetischen Ideale und die sowjetische Vergangenheit zu appellieren, dabei wurde auch liberale Terminologie eingesetzt, darüber hinaus erlaubten kleine Wirtschaftsreformen eine Illusion der liberalen Vorwärtsbewegung zu schaffen.

WP: War das zu den Zeiten von Medwedew oder insgesamt?

GK: Nein, insgesamt. Zum Beginn der putinschen Ära, während der ersten Amtszeit. Einerseits hat man „Yukos“ zerschlagen, andererseits – Reformen umgesetzt; Beziehungen zu dem Westen waren großartig, das heißt, Putin hat voll und ganz nach den Regeln gespielt, Gäste empfangen: diese Aufnahmen von Putin mit Blair, Bush, Berlusconi, Chirac, Schröder … Das hat eine gewisse Einstellung in der Gesellschaft geschaffen. Besonders wichtig war das im liberalen Milieu, in dem Anti-Putin-Stimmungen unterdrückt wurden.

Es gab Möglichkeiten, die Energie rauszulassen. Das waren Pseudo-Wahlen, die in Russland zu einem Mittel der Kanalisierung des Protests wurden: ihr könnt wählen, ihr habt die Möglichkeit, eure Empörung auszudrücken. Aber allmählich ging der Prozess des halbwegs regelmäßigen Machtwechsels gegen null. Die russische Opposition geriet in eine Situation, wo jegliche Bewegung vorwärts unmöglich wird genau aus dem Grund, dass es immer Oppositionsspiegel gibt, immer blieben die Illusionen, dass man es ohne viel Aufwand oder Verluste erreichen kann.

Sagen wir, die Proteste Ende 2011 – ich glaube, das war das einzige Mal, dass die Energie der Gesellschaft (ich rede von Moskau) hätte ausreichen können, um das Regime vielleicht nicht zu stürzen, aber doch zu sehr ernsten Zugeständnissen zu zwingen. Die Situation lief definitiv aus dem Ruder, in Moskau gingen Zehntausende von Menschen auf die Straße.

Zum ersten Mal hat sich das Kräfteverhältnis geändert: wenn wir davor 10 zu 1 in Unterzahl waren, so wurden wir jetzt auf einmal 10 zu 1 in Überzahl, das heißt, die Situation hat sich stark verändert. Und in diesem Moment kommen auf einmal diese ganzen Ideen: die Bewegung des „Weißen Bandes“, lasst uns kreativ sein, lasst uns solche Protestformen suchen, die der Regierung die Möglichkeit geben, mit Würde aus der Situation rauszukommen, lasst uns solche Situation suchen, in der sich alle wohlfühlen. Es endete damit, dass die Machthaber sich wieder gefasst haben.

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In günstigen Momenten, so wie am 10. Dezember, und insbesondere am 24. Dezember, als am Sacharow-Prospekt 120.000 Menschen standen – die Regierung war eindeutig ratlos, in diesem Moment, nach den Worten „wir sind hier die Regierung“, beschließt sie spontan, einen Urlaub zu nehmen. Das nächste Mal sieht man sich am 4. Februar. Da waren zwar auch viele Menschen, aber die Machthaber waren vorbereitet. Im Gegensatz zur Ukraine gab es in Russland nie einen starken Oppositionskern, wobei es in der Ukraine immer Oppositionelle gab, die Mitglieder des Parlaments waren, es gab immer die Möglichkeit im Fernsehen aufzutreten.

WP: In dieser Zeit hatten sie selbst Macht in der Hand.

GK: In der Ukraine blieb immer ein Zwangspunkt erhalten, weil die oppositionelle Regierung und ein Teil der Elite immer nach bestimmten Änderungen strebten. In Russland wurde ein einzigartiger Konsens erreicht, der Ende 2011 hätte ins Wanken geraten können, aber leider hat die Regierung wieder einmal alles erfolgreich vereitelt, weil da wieder neue oppositionelle Wortführer aufgetaucht waren: lasst uns die Regierung beeinflussen, wir müssen sie nicht stürzen, wir sollten sie lieber beeinflussen, lasst uns neue Formen der Zusammenarbeit suchen. Die Regierung hat minimale Zugeständnisse gemacht, die später natürlich zurückgezogen wurden, und alles endete mit dem Bolotnaja-Platz am 6. Mai, als Putin beschlossen hat, es der Opposition im vollen Maße heimzuzahlen.

Übrigens ist die Tragödie von Maidan, die Scharfschützen, diese ganze Operation – das sind, wie mir scheint, zum größten Teil Moskauer Entwürfe, die für den 4. März geplant waren, weil die Regierung sich auf etwas Schlimmeres gefasst machte. Putin bereitete sich auf viel massivere Proteste vor, als die, die schon gewesen waren, aber bis März ebbten sie ab. Als der erste Maidan im November 2013 begann, so, glaube ich, war das höchstwahrscheinlich nicht mal eine Empfehlung, sondern eine Forderung von Putin an Janukowitsch, um zu verhindern, dass es so kommt, wie in Moskau in 2011, man musste es schnell auflösen, und die nötigen Leute dafür schicken wir euch schon.

WP: Was denken Sie, ist nicht auf dem Hintergrund der Krim eine Spaltung der ukrainischen Gesellschaft und auch Russlands (auch wenn wir nicht vom putinschen, sondern vom nicht-putinschen Russland sprechen) vom Standpunkt der gegenseitigen Verständigung aus geschehen? Denn sehr viele Oppositionsleader, die man hier mit Sympathie wahrnahm und noch immer wahrnimmt, sagen: die Krim ist kein Butterbrot, man kann es nicht zurückgeben, man darf der Ukraine keine Waffen liefern, denn das alles ist zu gefährlich für uns. Und das kommt ja nicht aus dem Munde der Behörden, sondern aus dem Munde der Opposition. Und natürlich schrumpft infolge jeder solcher Erklärung das Vertrauen zu Russland. Nicht zu dem Russland, das da ist, sondern auch zu dem Russland, das sein könnte. Auch dieses ist gefährlich.

GK: Das ist zweifellos eine Gefahr, und das ist das Resultat der putinschen Führung. Das ist nicht nur eine politische, sondern auch eine KGB-Methode. Die Gesellschaft und ein bedeutender Teil der Opposition wurden durch diesen Prozess verdorben. Die radikale Opposition trat für einen Wechsel der Gesellschaftsordnung auf: das, was wir bei unserer Vereinten Bürgerfront die „Demontage des Regimes“ nannten, aber diese Tagesordnung ist nie zu einer dominierenden bei der Opposition geworden.

Meine Unstimmigkeiten mit jenen, die sagen, dass die Krim kein Butterbrot ist und überhaupt- dass dieser Prozess (der Rückgabe) Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird… Das ist ein bewusster oder unbewusster Fehler, denn die Verbrechen des putinschen Regimes und alle verfassungswidrige Akten müssen alle auf einmal aufgehoben werden. Es gibt keinen Unterschied, ob es die inneren oder die äusseren sind. Es gibt einen Satz an Dingen, die die gröbste Verletzung russischer Gesetze darstellen, wie auch russischer Verpflichtungen, die im Laufe von zwei Jahrzehnten, im Laufe verschiedener Verträge angenommen wurden. Das alles muss unverzüglich aufgehoben werden. Wenn sich in Russland ein freies Parlament versammelt, so muss es zuallererst die Gesetzlichkeit wiederherstellen. Es ist klar, dass der Prozess der Rückgabe technisch gesehen…

Das ist die nächste Frage, das ist keine Frage der juristischen Rückgabe, juristisch muss alles und sofort geklärt werden, und weiter muss man versuchen, die Folgen dieses Übergangs für jene zu minimieren, die dort leben, damit keine solchen katastrophalen Szenarios entstehen, die es in 1945-46 in Europa gab. Wir verstehen das, aber juristisch sind all diese Akten nichtig. Die Demontage irgendwelcher Paragraphen russischer Verfassung, die Annexion der Krim und viele andere gesetzwidrige Handlungen des putinschen Regimes müssen als Verbrechen qualifiziert und unverzüglich abgeschafft werden.

Mir scheint, dass der Versuch irgendwelcher bedeutender Persönlichkeiten in der russischen Opposition die Politik mit dem Kampf gegen die Diktatur zu vermischen ein Weg ins Nichts ist. Sie können sich nicht einer Diktatur widersetzen und dabei meinen: aber auf den nächsten Wahlen müssen wir auf die Ansprüche der Bevölkerungsgruppen reagieren. Der Kampf gegen die Diktatur setzt nicht voraus, dass Sie an den Wahlen teilnehmen müssen, Sie müssen ein Resultat durch die Demontage des Regimes erreichen.

Andrei Sacharow verstand, dass die Aufgabe gerade in der Demontage des Regimes besteht, und darum sprach er offen über die schrecklichsten Verbrechen des Regimes, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was weiter sein wird. Der heutige Versuch in Politik zu spielen – vor dem Hintergrund dessen, dass die Diktatur sich in eine offensichtlich faschistische verwandelt, drückt seinen Stempel nicht nur auf die zukünftigen russisch-ukrainischen Beziehungen, sondern auf das Image von Russland als Ganzes in der Welt auf. Es entsteht der Eindruck, dass in Russland all die Menschen, auch die Oppositionellen, nicht bereit sind, nach den Weltregeln zu spielen.

WP: Oft sagt man, dass Putin die Resultate des Maidans fürchtete, denn sie konnten dazu führen, dass in der Ukraine, direkt an der russischen Grenze, ein normaler zivilisierter demokratischer Staat entsteht. Aber hier kommt eine andere Frage auf: und was, wenn er nicht entsteht? Dieses Experiment, einen Start welchem der Maidan gab, gab eine Chance auf die Transformation des Staates, aber das ist noch nicht die Transformation selbst- was geschieht, wenn sie nicht gelingt?

GK: Mir scheint, dass putinsche Auslegungen keinen langfristigen strategischen Charakter besitzen. Natürlich ist die Entstehung einer freien, unabhängigen und demokratischen Ukraine ein Todesurteil für das putinsche Regime. Das ist doch kein Tahrir-Platz in Kairo – das ist nicht nur ein geographisch näherer Staat, das ist ein direktes Signal für jene, die in Russland leben, dass man auch so leben kann, dass es unter anderem auch das russischsprachige Europa gibt.

Ich denke, Putin sorgte sich am meisten um den Fakt, dass man einen Diktator stürzen kann. Die Tatsache an sich, dass der Machtwechsel nicht infolge irgendwelcher Abmachung mit Elementen von Wahlen stattfinden kann, wie es eben 1999 war, und wie es später mit Medwedew war… Die Macht ist etwas sakrales. Der Gedanke an sich: dass es so passieren kann, dass das Volk herauskommen kann und den legitim gewählten Präsidenten fortjagen kann…

WP: Aber so etwas gab es nicht in 2004, so eine wahnsinnige Reaktion…

GK: Es gab eine Reaktion.

WP: Aber nicht so eine.

GK: Die Sache ist, dass es damals mit irgensoeiner neuen Wahlen-Etappe beendet wurde. Ausserdem sollte man doch nicht vergessen, dass das putinsche Regime damals noch nicht eine bestimmte Grenze überschritten hat, Putin war damals in der zweiten Dienstzeit. Also musste er nicht va banque spielen, er war noch immer ein vollwertiges Mitglied aller demokratischen Institute, vor ihm lag der Empfang in Sankt-Petersburg, er sollte die „G7“, die „G8“ empfangen.

WP: Na, heute stand ihm auch ein Empfang bevor, er sollte auch die „G7“ und „G8“ empfangen.

GK: Putins Aufgabe ist an der Macht zu bleiben. Für einen Diktator, der sich das zweite Jahrzehnt an der Macht befindet, ist die Macht Äquilibristik, man braucht immer eine neue Agenda. In 2004-2005 besass Putin einen grossen Vorrat an Festigkeit, die Preise fürs Erdöl stiegen an. Wenn wir uns an die damaligen Proteste erinnern, so war es die Abschaffung der Beihilfen, die Rentner- es existierte keine reale politische Bedrohung.

Nun, in 2013-2014, als der Maidan und all diese Ereignisse begannen, war bei Putin im Gedächtnis schon das Jahr 2011, als in Moskau die Menschen herauskamen. Ausserdem wusste er, dass die Wirtschaft gar nicht dieselbe ist, wie sie früher mal war. Das Potential, das früher eingelegt wurde, mit diesen Erdölpreisen, mit dem Wachstum der russischen Wirtschaft, in vielem Dank der Tatsache, dass in den 1990ern doch noch irgendwelche Reformen durchgeführt wurden – dieses Potential wurde bereits aufgebraucht. Und den wirtschaftlichen Faktor als eine Erklärung dafür zu nutzen, dass er endlos lange an der Macht zu bleiben beabsichtigt, war bereits unmöglich. Er brauchte eine andere Motivation, und diese Motivation war natürlich mit einer Aussenaggression verbunden.

Er stand zu dem Zeitpunkt im Glanze des Ruhmes, nach der Sotschi-Olympiade. Bei Hitler vergingen von der Olympiade in Berlin bis zum Anschluss vom Österreich 20 Monate. Dieses Empfinden, dass dir selbst das Meer bis zum Knie reicht, dass man nun alles machen darf… Ausserdem scheint es mir, dass Putin nun psychologisch dazu bereit war. Der Plan des Krim-Anschlusses war, glaube ich, fertig. Ich denke, er wurde für 2015 geplant. Wenn die Wahlen planmässig zu Stande gekommen wären, so konnte Janukowitsch durchaus verlieren. Unter solchen Bedingungen könnte Putin durchaus eine solche Variante in Betracht gezogen haben: wieder ein Übergangsmoment, die Macht ändert sich, wir stellen schnell mal wieder her…

WP: Weil „die Nationalisten gewonnen haben, die unsere unglücklichen russischsprachigen Brüder vernichten werden“.

GK: Es war zu organisiert gemacht. Da ich das Chaos kenne, das dort herrscht (im Kreml), denke ich nicht, dass man das alles so schnell machen konnte.

WP: Und ich glaube, dass sie sich mit der Krim seit dem ersten Maidan-Tag beschäftigten (zumindest habe ich so eine Information bekommen). Die Leute aus der Präsidentenverwaltung beschäftigten sich gegenständlich mit der Krim.

GK: Mir scheint es, dass man den militärischen Plan bereits früher auszuarbeiten begann, gerade deshalb, weil das alles für 2015 geplant war.

WP: Er konnte auch seit dem 1991 ausgearbeitet werden sein, denn solche Versuche gab es auch in den 1990ern.

GK: 2012- Putin kommt zurück, es findet Bolotnaja statt (eine grosse Oppositionsdemonstration im Mai 2012, wonach viele verhaftet wurden und reale Haftstrafen bekommen haben), der Prozess nimmt seinen Lauf – es verändert sich die ganze Landschaft des putinschen politischen Lebens in Russland. Es ist offensichtlich, dass man sich in dieser Landschaft für irgendwelche aggressive Handlungen nicht mehr zu schämen braucht. Kann sein, dass dieses aggressive Vorgehen irgendwo im Generalstab auch schon vorher ausgearbeitet wurde, aber mir scheint es, dass es in 2012 begann, den Charakter einer strategischen Planung zu gewinnen, nur hat der Maidan diesen Prozess beschleunigt. Höchstwahrscheinlich sollte Putin zu irgendwelchen aggressiven Handlungen rundherum übergehen.

WP: Finden Sie, dass wir aus dieser Situation nicht auf einen Krieg, sondern auf eine friedliche Regulierung hinauskommen können?

GK: Solange Putin im Kreml ist, gibt es keine Chancen für den Frieden, denn der Frieden bedeutet für Putin das Ende seiner Macht. Putin muss seine Macht im Zustand einer totalen Aggression aufrechterhalten. Für ihn ist jeder Friedensvertrag nur eine Zwischenstation, weil sein Ziel die Zerstörung der Weltsicherheitsordnung ist. Er braucht nicht mal das Trübwasser, er braucht das Chaos, in welchem seine Trümpfe sind, und seine Trümpfe sind heute ein bestimmter (doch noch) finanzieller Vorrat, plus die Atomwaffen, plus die russische Armee – wie sie auch ist, sie ist trotzdem faktisch noch immer handlungsfähig. Aber all diese Trümpfe geben in einer normalen wirtschaftlichen Konfrontation nichts her.

WP: Können Sie das Verständnis des Krieges konkretisieren? Ist der Krieg das, was wir unter einem Krieg verstehen, was wir als einen Krieg kennen: Zweiter Weltkrieg, Streitkräfte rücken vor, Luftwaffe bombt, oder ist es doch ein Krieg, der ein Tschekisten-Krieg ist?

GK: – Der Krieg ist natürlich hybrid, denn das Ziel ist nicht die Einnahme grosser Territorien, das Ziel ist zu beweisen, dass die Weltordnung dem Untergang geweiht ist. Warum sind meiner Meinung nach Provokationen im Raum von Narwa möglich? Natürlich macht es keinen Sinn, mit Panzern die Grenze eines NATO-Landes – Estlands – zu überqueren, und Putin versteht es sehr gut, denn dann wird man ja mit der NATO zu tun haben müssen. Man kann aber die Krimer Karte ausspielen: irgendwelche Unruhen, irgendwelche Freiwilligen aus Russland…

Wenn in diesem Moment nicht der ganze Mechanismus des NATO-Schutzes miteinbezogen wird, also der Artikel 5, so zweifele ich nicht daran, dass all das in einer Kompilation mit dem putinschen Lobby im Westen durchgeführt wird. Sie werden sagen: ach, das ist doch keine Aggression, das ist ein Problem, das man lösen muss. Sobald ein NATO-Land der hybriden Aggression von Putin ausgesetzt wird und die NATO keinen politischen Willen aufbringt, dieses allumfassend zu beschützen, einfach nur durchs Abschiessen von jeder Person rundherum, die das tut, die diese Provokationen ausführt – das war’s dann, Putin wird dann sein Ziel erreicht haben.

Heute gibt es leider sehr viele Möglichkeiten dafür, einen Brand auf der Welt zu entfachen. Es ist absolut offensichtlich, dass in der nächsten Zukunft Iran zu einer Atommacht wird. Die Politik der Obama-Verwaltung, die jeden Vertrag zu unterzeichnen bereit ist, bedeutet, dass Iran höchstwahrscheinlich in absehbarer Perspektive zu einem Atomland wird. Das bedeutet, dass höchstwahrscheinlich Saudi-Arabien die Bombe beim Pakistan kaufen wird, und die Türkei sie zu entwickeln anfängt.

Der Pate im Kreml gibt allen ein Signal: man kann die Welt sogar mit der Drohung eines Atomkrieges erpressen. Das ist ein kolossaler Vorrat an Ermutigung – unwichtig, ob für den Diktator von Venezuela, die Kim-Familie in Korea – sie verstehen, dass Amerika und Westeuropa heute nicht in der Lage sind, den russischen Diktator zu zähmen, und das gibt ihnen natürlich neue Trümpfe in allen ihren regionalen Provokationen. Genau das braucht Putin auch. Er sieht genau so ein Weltbild. Und darum, solange er im Kreml ist, wird es nirgendwo Frieden gebe


Quelle : Garri Kasparow im Interview

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Mo 3 Aug 2015 - 13:42

Trolle auf Deutschlandtour

Russische Ultranationalisten haben versucht, westliche Journalisten zu kaufen: Wer steckt dahinter?

  • Im Sommer 2014 tauchte in Berlin und Brüssel eine Fotoausstellung zu den Konflikten in der Ukraine und Syrien auf, deren Werbung versprach, ein ausgewogenes und wahrheitsgemäßes Bild zu zeigen. Die Organisatoren achteten penibel darauf, ihre Identität zu verschleiern. Gleichzeitig boten sie westlichen Journalisten große Geldsummen an, ohne die Bedingungen zu nennen. Der WatchBlog „Kentrail-Verschwörung“ hat die Hintergründe recherchiert und ist auf ein Propaganda-Netzwerk gestoßen, in dem russische Rechtsradikale und die kremlnahe St. Petersburger „Troll-Fabrik“ zusammenarbeiten in dem Versuch, die westliche Öffentlichkeit zu beeinflussen.


Am 23. Dezember 2013 eröffnete in Moskau eine Fotoausstellung namens “ВеЩдоки. Сирия” (Veščdoki, dt. „Beweise. Syrien“). Sie wurde organisiert von der Zeitschrift Журналистская правда (Žurnalistskaja Pravda, dt. „Journalistische Wahrheit“. Im Folgenden: JW) – das meldete noch am selben Tag die ultranationalistische Zeitschrift Завтра[1] (Zavtra, dt. „Morgen“). Eine Slideshow im Artikel zeigt diverse Bilder vom Event, darauf zu sehen ist unter anderem ein Redner vor einem Plakat mit dem Schriftzug der JW und dem der Ausstellung[2]. Der Mann ist eindeutig erkennbar als Vladislav Shurigin, ein Redakteur der Zavtra[3] und der Chefredakteur der JW[4].Einen Tag später tönte Shurigin selbst in seinem Blog[5]: „Wir haben eine großartige Ausstellung eröffnet!“. Ausdrücklich benennt er daraufhin die JW als Initiatorin des Projektes. Ein Anliegen der Schau sei es, zu zeigen, dass die syrische Regierung mit Russlands Unterstützung gegen „Banditen und Söldner“ kämpfe. Diese würden finanziert von „radikalislamistischen Sekten“ aus Saudi-Arabien und Katar. Die Ausstellung „Beweise.Syrien“ müsse schnellstmöglich auch im Nordkaukasus gezeigt werden. Ein Foto zeigt den Fotografen Aybulat Akbutin, ein anderes Shurigin selbst vor einem auffälligen Exponat: einem demolierten weißen Kleinbus.Am 10. Januar berichtete die „Journalistische Wahrheit“ erneut von der Ausstellung[6]. Die gezeigten Bilder seien im Rahmen einer Recherchereise entstanden, an der die Fotografen Aybulat Akbutin[7] und Halit Safin[8] teilgenommen hätten sowie der „Militärkorrespondent“ Ilja Kramnik[9] und ein nicht namentlich genannter Mann, der für die Sicherheit zuständig war. Von der Reise habe man auch Exponate mitgebracht. Aybulat Akbutin zufolge war es besonders schwierig, den bei einem Sprengstoffattentat zerstörten Mini-Van von Syrien nach Moskau zu bringen.



Unterwegs in Russland

Vom 15. bis 25. Februar war „Beweise. Syrien“ in der russischen Stadt Ufa zu sehen, der Hauptstadt der Teilrepublik Baschkortostan in der Wolgaregion. Auf einem Foto aus der Ausstellung ist wieder deutlich der weiße Transporter zu sehen[10]. Anwesend war neben den Fotografen Akbutin und Safin auch der stellvertretende Chefredakteur der „Journalistischen Wahrheit“ Denis Tukmakov, der bei dieser Gelegenheit seiner eigenen Zeitschrift ein Interview gab[11]: Die russischen Bürger müssen begreifen, so Tukmakov, dass der Krieg seit dem Ende der Sowjetunion immer näher komme. Russland stünde im Visier des internationalen Terrorismus, der eine „neue Weltordnung“ begründen wolle. Die größte Gefahr lauere in der Wolgaregion und im Nordkaukasus.

Am 28.2. postete Denis Tukmakov auf seiner Facebook-Seite ein Bild, das ihn selbst dabei zeigt, wie er Rustem Chamitow, den Präsidenten Baschkortostans, durch den Ausstellungsraum führt[12].

Anfang März erreichte die Schau Grosny, die Hauptstadt der nordkaukasischen Teilrepublik Tschetschenien, und wurde auch dort für zehn Tage gezeigt. Auf der Vernissage am 7.3.14 sprach der syrische Botschafter Riad Haddad vor anwesenden Journalisten und Klerikern sowie dem Parlamentssprecher Dukuvakha Abdurakhmanov seine Anerkennung für den tschetschenischen Gewaltherrscher Ramzan Kadyrov aus. Haddad beschwor den gemeinsamen Kampf gegen den Islamismus[13]. Besonderen Eindruck machte auch hier der weiße Kleinbus[14].

Weiterlesen:

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/02/trolle-auf-deutschlandtour/

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Der Putler ist nur doof ! Wenn das stimmt :-)

Beitrag  telzer am Mo 10 Aug 2015 - 12:19

Russland möchte den Rückzug aus Donbass gegen die Krim tauschen: was muss die Ukraine tun?

Informnapalm.org deutsch schrieb:
Unser Land muss die ganze Welt an die Unerwünschtheit jeglicher Kontakte mit der Krim gewöhnen. Diese Meinung spricht der ukrainische Diplomat Bogdan Jaremenko in seinem Interview für „Apostroph“ aus.


Nach den französischen Abgeordneten sprechen nun über einen möglichen Besuch auf der annektierten Krim auch die deutschen Parlamentarier. Trotz der Tatsache, dass einer von ihnen sich bereits von seinen Worten über die Absicht, die Halbinsel zu besuchen, lossagte, steigt der Grad um das von Russland okkupierte Territorium an.

Offensichtlich sucht der Kreml, das ruhmlose Ende seines „ukrainischen Abenteuers“ und die Notwendigkeit den Donbass im Schnelltempo zu verlassen erkennend, nach einer Möglichkeit, den Rückzug aus der Ukraine und die Beendigung der „heissen“ Phase des Konflikts gegen eine internationale Anerkennung der Krim-Annexion zu tauschen. Dafür wurde die Arbeit zur Imitation dessen intensiviert, dass „aus der Krim alles gut sei“.

Nützliche Idioten des Kremls aus der Mitte der Politiker verschiedener Länder werden eine wichtige Rolle bei diesem Prozess spielen. Und spielen diese eigentlich schon. Die Ukraine muss diese Moskau-Aktivität dafür nutzen, um die ganze Welt daran zu gewöhnen, dass jegliche Kontakte mit der Krim unerwünscht seien.

Dafür muss man bei der Aufdeckung jeden Falls der Voyagen ausländischer Politiker auf die Krim ohne die Abstimmung mit der Ukraine Informationskampagnen mit der Beleuchtung und Verurteilung derartiger Besuche organisieren.

Protestnoten, Erklärungen, Warnungen, Einreiseverbote auf das Territorium unseres Staates und die Einleitungen von Strafverfahren mit darauffolgender möglicher Nutzung internationaler Mechanismen der Rechtshilfe für die Verfolgung der Tatverdächtigen – so müssen die Gegenaktionen der Ukraine sein.

Der Satz an Einwirkungsmassnahmen ist standardisiert. Das Aussenministerium muss sich von überflüssigen Relativitäten und „Feinfühligkeit“ befreien. Wenn nach all den Warnungen die ausländischen Politiker doch auf die Krim reisen, muss es zu einem Grund, sich an den SBU zu wenden, werden – und nicht nur mit dem Vorschlag ihnen die Einreise in die Ukraine zu verbieten, sondern auch für eine Meldung über ein Verbrechen, die an die Staatliche Politische Verwaltung gerichtet wird.

Zugleich sollte man im Falle der Abstimmung einer Reise auf die Krim mit der Ukraine jedes Mal für die ausländischen Delegationen Briefings und Debriefings organisieren. Zur Arbeit zur Erklärung der Situationsumstände auf der Krim, der Vorbereitung der Besuche usw. sollte man nicht regierungsamtliche Organisationen und Zentren hinzuziehen, die Spezialisten welcher eine systematische Arbeit zur Untersuchung der Situation auf der Krim durchführen.

Und zur Liste der Fehler des Aussenministeriums der Ukraine sollte man die Tatsache hinzuzählen, dass seit dem Mai 2014 die ukrainische Diplomatie die Verhandlungen über die Krim zu führen „vergessen“ habe, und sich somit auf das von Russland fremdbestimmte Vorgehen einliess, ausschliesslich die Situation im Donbass zu besprechen.

InformNapalm; übersetzt von Irina Schlegel.

Quelle : Den Illegalen Einreisen muß ein Riegel vorgeschoben werden


Dem letzten Satz kann ich nur zustimmen , obwohl durch den Krieg vieles eben nicht mnormal läuft.
Aber die illegalen Einreisen sollten und müssen verfolgt werden, das muß Konsequenzen haben. hmm
Aber das sind eben Politiker, meinen sie wären was Besonderes, eben nicht Evil or Very Mad

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Putins Agenten im Westen | Swobodnaja Zona (Übersetzung)

Beitrag  telzer am Mo 10 Aug 2015 - 13:00

ORIGINAL von : Artikel von: Swobodnaja Zona
Quelle: Swobodnaja Zona, 9.6.2015



Ich bringe hier nur den Anfang, sehr viele Infotafeln , daher bitte dem Link zum Artikel folgen

Euromaidan Press aus Swobodnaja Zona schrieb:Bevor Russland die Invasion in der Ukraine startete, kam es in Europa zu einem aufwändig vorbereiteten Aufbau einer „Fünften Kolonne“ seitens der russischen Geheimdienste.


Anstelle eines Vorworts

„ … Für die Online – Kriegsführung benötigen wir ein gutes Netzwerk … Man könnte versuchen eigene Soziale- und Informationsnetzwerke auf dem feindlichen Territorium zu bilden, was allerdings schwierig ist. Der Vorteil wäre aber offensichtlich: Es sind Netzwerke, die von Anfang an unter unserer Kontrolle stehen…Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen ist zweidimensional: geopolitisch und zivilisatorisch … Unter der Berücksichtigung völliger Inkompatibilität der beiden sozialen Systeme bzw. der fehlenden Möglichkeit eines gemeinsamen Nenners, besteht nur eine Option der endgültigen Lösung – die Vernichtung einer der Konfliktparteien.“
A. Bovdunov (föderativer Beauftragter der Eurasischen Jugendunion)


Abgesehen von der Einbindung politischer Parteien sowie russischer Organisationen im Ausland benutzt der Kreml für seine destabilisierenden und desinformativen Machenschaften in Europa sogenannte „Expertennetzwerke“. Diese arbeiten sowohl untereinander, als auch mit „Rossotrudnitschestwo“, der Bundesagentur für Angelegenheiten der GUS im russischen Außenministerium zusammen.

Dabei erfüllen diese Organisationen den gleichen Zweck wie auch Rossotrudnitschestwo: Aufspüren von europäischen Bürgern, die noch nicht durch Kontakt mit im Ausland lebenden Russen aufgefallen sind, und die Beurteilung deren Kooperationsmöglichkeiten mit dem Kreml. Unsere Analyse beschränkt sich auf mehrere Informationsnetzwerke in einigen europäischen Ländern, die bekanntermaßen vom Putins Regime zur Anheizung des Konflikts mit dem Westen genutzt werden.
„Unabhängige Medien“

An dieser Stelle sei Elena Schulz erwähnt. Diese wurde zusammen mit Viktor Seibel bei der „Internationalen Organisation friedlicher Nationen“ in Bugarien als Vertreterin von PEGADA (Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes) bekannt. PEGADA wurde im Dezember 2014 von „neun Durchschnittsbürgern, denen bewusst wurde, dass nicht die Islamisierung, sondern die globale Amerikanisierung das Hauptproblem Deutschlands ist“ gegründet.

Zur Information: PEGADA wurde nach PEGIDA gegründet. Die Entstehung dieser Vereinigung würde hier den Rahmen sprengen, auch wenn einige Fragen offen bleiben. Auffällig ist allerdings, dass die sogenannte „Islamisierung“ der ostdeutschen Bundesländer recht gering ausfällt, dafür aber die Tätigkeit des KGB dort bereits zu Zeiten des Kalten Krieges ausgebreitet wurde.

Das 16-Punkte-Programm von PEGADA beinhaltet u.a. folgende Thesen:

   Unverzüglicher Austritt Deutschlands aus der NATO
   Die Medien sollen aufhören das Gesellschaftsbewusstsein zu manipulieren. Da „qualitativ hochwertige Berichterstattung und unabhängiger Journalismus“ in den letzten Jahren nicht mehr stattfinden. Was man am Beispiel des Krieges in der Ukraine sowie der Berichterstattung zu MH17 deutlich beobachten konnte.
   Keine Hetze mehr gegen Russland. Sofortiger Stopp der Sanktionen.
   Kein TTIP
   Rücktritt der „beschämenden Regierung der BRD“, die auf Geheiß der USA Russland und Putin persönlich Kriegstreiberei vorwerfen und Kiew unterstützen.

Das o.g. Programm ähnelt denen der bulgarischen Bewegung „Für die Souveränität Bulgariens und anderer Staaten der Welt“, „der Internationalen Organisation friedlicher Nationen“ und der Organisation „Nein zum Krieg – nein zu NATO“ aus Montenegro.

Im Falle von PEGADA sind allerdings nicht nur die Thesen der Bewegung auffällig, sondern wer diese aufstellt. Nämlich solche russischstämmigen Einwanderer wie Elena Schulz.

Wie die Recherchen ergaben ist Schulz eine in Stuttgart praktizierende Diplom-Psychologin, sowie vermutlich ein Mitglied des Koordinationsrates russischsprachiger Vereine in Deutschland „Russkoe pole“.

Abgesehen von PEGADA existiert in Deutschland eine weitere Organisation Namens „EnDgAmE“ (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas), die eine antiamerikanische, antiukrainische sowie antiisraelische Haltung propagiert. Bei einer Veranstaltung von „EnDgAmE“ im Februar 2015 waren sowohl Schulz als auch eine gewisse Evelin Pietza zugegen. Sie behauptet, eine unabhängige Journalistin zu sein, der das Schicksal der russischsprachigen Bevölkerung im Donbass nicht gleichgültig ist. Dabei gehört Pietza, laut der russischen Internetnachrichtenagentur „Anna News“, zur deutschen Filiale von „Russia Today“. In Kooperation mit Pietza und anderen Journalisten und Bloggern Deutschlands verbreitet die o.g. Agentur Kremlpropaganda. Die Liste der deutschen „Experten“ findet man im Webauftritt von „Anna News“ (s.u.)

Weiterlesen bitte dem Link folgen : Putins Agenten im Westen , ausführlich !!


Zuletzt von telzer am Mo 10 Aug 2015 - 13:02 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Original :-))

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Mi 12 Aug 2015 - 19:38

Für alle die es interessiert (und die nicht die offizielle Seite von Informnapalm nutzen)  Smile

Hier nur der Anfang, weil der Bericht selbst viele Infotafeln enthält


Informnapalm.org deutsch schrieb:InformNapalm. Über uns. FAQs.

Wir werden oft gefragt, wie die InformNapalm Community entstanden ist, wer ihre Freiwilligen sind, wie sie funktioniert, von wem sie finanziert wird und wer unsere Materialien liest. Wir haben beschlossen, all die Antworten auf oft gestellte Fragen in einer Notiz zusammenzufassen.

Die InformNapalm Community wurde im Februar-März 2014 erschaffen, als ein Versuch zum Durchbrechen der Informationsblockade und als Präsentation der Beweise russischer Aggression, die sich in der Anfangsphase als „Krimer Volkswehr“ und rein innenukrainische Bürgerkonfrontation maskierte. Als ukrainische Patrioten die Ratlosigkeit offizieller Strukturen sahen, nahmen sie auf sich die Funktion der Faktensammlung und der mehrsprachigen Informierung der breiten Weltöffentlichkeit über die allumfassende militärische Invasion der Russischen Föderation auf die Krim.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist InformNapalmCommunity eine der grössten Ressourcen, die eigene Untersuchungen und Angaben zu Fakten der russischen Aggression in der Ukraine bereitstellt. Die Freiwilligen der Community sammeln penibel ein, analysieren und präsentieren der breiten Öffentlichkeit die Fakten der Beteiligung russischer Streitkräfte am unerklärten Krieg im Donbass. Ausser den freiwilligen Aufklärern, welche die Sammlung und die Analyse der Information aus offenen Quellen verwirklichen (Video- und Photofakten, Satellitenbilder-Angaben, Information aus den sozialen Netzwerkprofilen), wie auch den Insidern, die unmittelbar in der ATO-Zone sind, besteht ein grosser Teil der InformNapalmCommunity aus freiwilligen Übersetzern, welche die gesammelten Angaben in 20 Sprachen veröffentlichen. Unser Freiwilligenprojekt stellt eine Netzkommunikation von Menschen verschiedener Berufe, politischer Ansichten, Nationalitäten, Glaubens und aus verschiedenen Ecken der Welt dar. Sie alle sind durch den Wunsch vereint, der Ukraine zu zum Sieg über den Aggressor zu verhelfen und den Frieden zu erreichen.
Gründer, Chefredakteur der InformNapalm Website und Freiwilliger der InformNapalmCommunity ist Militärjournalist Roman Burko (Ukraine). Co-Gründer der Community ist der Aufklärer und Militäranalytiker Irakli Komaxidze (Georgien).

Die Geographie der Community ist sehr breit, sie besteht aus Freiwilligen aus dem postsowjetischen Raum, der EU, USA, Israel, Georgien und sogar Südafrikanischer Republik. Leider kann man hier nicht die Namen aller Informationsaufklärer von InformNapalm nennen. Unter ihnen gibt es auch solche, die sich streng bedeckt halten, da sie auf den okkupierten Territorien agieren. Manche von den OSINT-Aufklärern haben sich längst als Experten bewährt:Irakli Komaxidze (Georgien), Anton Pawluschko (Deutschland), Al Gri (Israel), Vitalij J. (Ukraine, Luhansk), Viktory K. (Ukraine, Kramatorsk) und andere.

Die Freiwilligen der InformNapalmCommunity kommunizieren mit einander über die sozialen Netzwerke wie auch über die Kryptochats. Ausserdem betreibt die Community mehrere Youtube-Kanäle, wo sie die Resultate ihrer Untersuchungen veröffentlicht. Zu einem der ersten veröffentlichen Videos von InformNapalm wurde eins, das die Vorgehensweise der Militärs RF („grüner Männchen“) gegen die ukrainische Garnison in Sewastopol demonstrierte. In den ersten 24 Stunden hat dieses Video über 2 Millionen Klicks nur auf unserem Youtube-Kanal erreicht. Diese Bilder waren ein unwiderlegbarer Beweis für die Weltgemeinschaft und hat vielen das Wesen des Geschehens in den ersten Tagen der russischen Sonderoperation zur Okkupation der Krim zu verstehen ermöglicht.

Zugleich wird bei weitem nicht alles, was der InformNapalmCommunity bekannt ist, allgemein bekannt gemacht. Die Information ist eine Waffe, die mit der Nuklearenergie vergleichbar ist, die wie eine Vielzahl menschlicher Probleme lösen, so auch zu einer zerstörerischen und todbringenden Kraft werden kann. Der Grossteil der ergatterten Information wird von den Community-Teilnehmern an die Staatsorgane der Ukraine übergeben, in der Kompetenz welcher weitere Aufklärung und Aufdeckung liegt, wie auch die Einleitung von Sonderoperationen zur Festnahme oder Vernichtung des Gegners.

Dabei arbeitet InformNapalm nicht auf Bestellung irgendeiner Staatsstruktur oder einer politischen Kraft. Wir sind eine informelle Gemeinschaft der Gleichgesinnten, ohne jegliche Subordination, Ränge oder Dienststellungen. Alle geben ihr Bestes für die Erreichung eines gemeinsamen Sieges, und tun, was ihren Möglichkeiten angemessen ist.

Seit dem April 2014 konzentrierte sich die Gemeinschaft auf der Informationsermittlung, die den ATO-Kräften im Kampf gegen die Söldner im Donbass hilfreich sein könnte. Hauptrichtungen unserer Arbeit gab es mehrere. Unter diesen: das Abhören der „Zello“-Kanäle, die die Terroristen für die Koordinierung ihrer Tätigkeit nutzten; die Suche und die Erstellung der Karten der Gegner-Blockposten, seiner Infrastruktur, der Konzentrationsstellen des Personalbestands und Technik.

Da es damals noch keine genaue Demarkationslinie existierte, haben die Freiwilligen von InformNapalm den Militärs geholfen, die Gegend zu analysieren und mithilfe der Information von den Insidern auf den okkupierten Territorien analytische Lageberichte zur Vorgehensweise des Gegners erstellt. Zu einem Resonanzmaterial jener Zeit wurde der Artikel „Der Weg Ho Chi Minhs“, oder wann schliessen ukrainische Militärs den Ring um Slowjansk?“, wo genaue Routen angeführt wurden, über welche die Söldner weiterhin in die formell durch die ATO-Kräfte belagerte Stadt durchzusickern fortsetzten.

Wie geschrieben , nutz den Link für weitere Informationen und Bilder/Schautafeln

Quelle : Informnapalm über uns


Zuletzt von telzer am Mi 12 Aug 2015 - 20:06 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : :-) nur die Schönheit)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Do 13 Aug 2015 - 16:35

Habe dazu bereits ein Video gesehen, das russische Truppen(eigene Aussage im Video) in ukrainischen Uniformen laufend durch ein Waldgebiet zeigt!

In der Luhansker Volksrepublik werden ukrainische Uniformen gefälscht

In einer Fabrik in der sogenannten „Luhansker Volksrepublik“ (LVR) Uniformen genäht, die die Uniformen der ukrainischen Streitkräfte imitieren und von russischen und terroristischen Kräften genutzt werden sollen, um in der Ostukraine Provokationen zu inszenieren, berichtete das Hauptquartier der ATO (Anti-Terror-Operation) am Montag den 10. August am Abend.

Die Terroristen haben die Absicht, diese Provokationen in der Ostukraine zu inszenieren, um das ukrainische Militär zu beschuldigen, den Konflikt zu eskalieren. Die Uniform-Fälschungen werden in einer Fabrik in Swerdlowsk genäht, einer Stadt in der Oblast Luhansk, die außerhalb der Kontrolle Kyiws ist, berichtete die ATO.

„Nach unseren gegenwärtigen Informationen bereitet der Feind aktiv Provokationen vor und versucht damit, mit allen Mitteln die Streitkräfte der Ukraine zu beschuldigen, den Konflikt anzuheizen“, stellte die ATO fest. „So näht eine Kleiderfabrik in Swerdlowsk, in der Oblast Luhansk, 200 Sätze Kopien ukrainischer Uniformen – mit Dienstgradabzeichen und Verbandsaufnähern” (‚chevrons and patches’).

Die Tatsache, dass die Terroristen die einheimische Bevölkerung wiederholt terrorisiert haben und dabei ukrainische Uniformen trugen, legt es nahe, dass sie wieder zu einer solchen Taktik greifen werden. [Anm. d. Übers.: Nicht nur in der Ostukraine wird und wurde zu dieser Taktik gegriffen: der Fallschirmjäger Nikolai Koslow wurde für einen Einsatz auf der Krim ausgezeichnet, bei dem er und seine Kameraden in der Uniform der ukrainischen Bereitschaftspolizei „Berkut“ agierten – Bild in diesem Bericht. Durch die Mitteilungsfreudigkeit der russischen Soldaten sind solche Missbräuche z.b. auf vkontakte gut dokumentiert. Das Bild von Koslow in „Berkut“-Uniform wurde gar von seinem Vater auf dessen Seite gepostet. Es sollen auch während der blutigen Ereignisse auf dem Maidan russische Soldaten in „Berkut“-Uniformen gesteckt haben.]

Früher an diesem Montag sagte der Sekretär des Nationalen Verteidigungsrats, Oleksandr Turtschinow, dass die russischen Geheimdienste nach den vorliegenden Informationen in den okkupierten Territorien in der Ostukraine Provokationen vorbereiten, die auf hohe Opferzahlen angelegt sind. „Dieses blutige Verbrechen wird unter der Tarnung von angeblichen Angriffen durch die ukrainischen Streitkräfte organisiert werden, als Antwort auf zahlreiche Provokationen.

Nachtrag: alle bewaffneten Kräfte, die in der Ostukraine gegen die ukrainischen Anti-Terror-Kräfte kämpfen, sind nicht durch die Genfer Konventionen geschützt und zu Kriegshandlungen nicht berechtigt.

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/13/sender-gleiwitz-x-0-in-der-luhansker-volksrepublik-werden-ukrainische-uniformen-gefaelscht/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am So 16 Aug 2015 - 21:25

Sehr treffender Artikel von Alexander Kaufmann

“Land of Confusion” – der russische Superman

Um zu verstehen, warum das Regime von Putin im heutigen Russland so viel Unterstützung findet, muss man versuchen, die sowjetische Mentalität zu verstehen.

Die Unterschiede zur westeuropäischen Mentalität sind so enorm, dass das Verständnis der berühmt-berüchtigten russischen Seele – und ich spreche dabei nicht von der von Lew Tolstoi oder Anton Tschechow beschriebenen echten russischen Seele, sondern, von der, die in Wirklichkeit keine ist: die Rede ist vom Novum namens “Russische Welt”, das eigentlich gar nicht neu ist und dessen Anfänge in der sowjetischen Erziehung zu suchen sind.

In der sowjetischen Gesellschaft war es immer verpönt, Schwäche zu zeigen. Und das fing schon in der frühen Kindheit an.

Willst du nicht mit den anderen Kindern spielen – bist du schwach. Verprügelst du dich nicht – bist du schwach. Kannst du auf einen Schlag nicht mit einem Gegenschlag antworten – bist du ein Schwächling und ein Feigling.

Und so geht es weiter in der frühen Jugend: hast du mit 10 Jahren noch keine Zigarette geraucht – bist du schwach. Rennst du einem Mädchen hinterher – bist du ein Schwächling. Warst du mit 14 noch nie besoffen – du gehörst nicht dazu.

Ja, das Gefühl des Dazugehörens war eins und alles. Das kollektive Denken hatte immer den Vorrang vor dem Individuellen. „Ich muss so sein, wie die Anderen“ – das war das ewige Motto der Vertreter meiner Generation. Bist du etwas anders, als die Anderen – bist du ein Schwächling.

Und weiter geht das Leben. Willst du nicht in die Armee eingezogen werden, weil du die Waffe nicht in die Hand nehmen kannst – bist du ein Schwächling. Während du in der Armee bist, darfst du nicht auf die Idee kommen, zu sagen, dort gefällt es dir nicht. „Hier machen wir aus einem Jungen einen richtigen Mann“ – diesen Spruch kennt jeder, der aus der Sowjetunion kommt. Einen richtigen, gemäß den sowjetischen Gegebenheiten starken Mann.

Warst du nicht in Afghanistan? Bist du ein Schwächling. Doch, du warst dort? „Und wie viele Afghanen hast du umgelegt? Wow, bist du stark!“

Bist du krank zurückgekommen? Dann bist du ein Schwächling hoch drei. Verloren für immer für die Gesellschaft.

Krank zu sein und Schmerzen zu haben ist gemäß sowjetischer Mentalität eine Schwäche. Jegliche Schmerzen – ob physisch oder psychisch – sind ein deutliches Zeichen einer Schwäche. Bist du depressiv? Das gab es gar nicht. Kein Scherz: in der sowjetischen Medizin war eine Diagnose wie Depression eine Seltenheit. Dafür umso öfter wurde eine von den sowjetischen Psychiatern erfundene „latente Schizophrenie“ diagnostiziert.

Hast du eine Familie gegründet und bist nicht deren Oberhaupt, sondern hast diese Rolle deiner Frau abgegeben – bist du schwach. Deine Kinder respektieren dich nicht? Bist du abscheulich. (Dabei geht es gar nicht um den Respekt im eigentlichen Sinne, sondern darum, dass deine Kinder Angst vor dir haben müssen).

Jahre vergehen. Und plötzlich stellt der eine oder der andere „Starke“ fest, dass ein ehemaliger Schwächling sein Boss ist. Weil in Wirklichkeit dieser Starke eine falsche Vorstellung von den Stärken und Schwächen hatte. Aber das passiert selten. Viel öfter gehen die „Schwachen“ einfach weg – zu den anderen Mentalitäten.

Und diejenigen, die sich für stark halten, bleiben und vergöttern den stärksten aller Starken. Weil sie etwas Anderes nicht gelernt haben und nicht lernen wollen.

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/16/superman/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Di 18 Aug 2015 - 16:08

Mit ukrainischen Abzeichen bemalte Panzer der Invasoren

Die Militanten bereiten eine Provokation vor, zu der sie militärische Ausrüstung in den Farben wie die schwerer Maschinerie der ATO-Kräfte bemalt, sagt der ATO-Stabssprecher für den Sektor “M”, Jaroslaw Tschepurnyj.

In Nowoasowsk fanden unsere Aufklärer sechs Panzer, die in den von den ukrainischen Truppen im ATO-Bereich verwendeten Farben, einschließlich der entsprechenden Abzeichen und sogar Fahnen auf den Panzern, bemalt waren. Die Militanten bereiten eine Art von Provokation vor und haben ihre Rüstungsgüter in den Farben ATO-Kräfte “lackiert”, sagte Tschepurnyj am Wochenende in einem Interview mit der ukrainischen Fernsehsender Kanal 5, berichtet UkraineUnderAttack.

Am 15. August gab das gemeinsame Zentrum für die Koordination der Waffenruhe bekannt, dass die Terroristen die Umsetzung der Vereinbarungen Minsk im Vorfeld der ukrainischen Unabhängigkeitstags zu stören versuchen.

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/17/mit-ukrainischen-abzeichen-bemalte-panzer-der-invasoren/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Mi 19 Aug 2015 - 14:23


Warum Russen Putin-T-Shirts tragen: Über das Stockholm-Syndrom der Russen



Am 12. August waren genau 15 Jahre seit der Katastrophe mit dem russischen U-Boot Kursk vergangen. Beim Trauergottesdienst trug ein Neffe eines der gestorbenen Matrosen T-Shirts mit dem Porträt des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der 2000 praktisch darauf verzichtete, eine Operation zur Rettung der Besatzung durchzuführen. Woher diese Zustimmung für Putin kommt und wie lange seine Porträts noch verehrt werden, darüber schreibt Wiktor Schenderowitsch:

Es scheint sich für mich um ein stark unterdrücktes aber trotzdem deutlich auftretendes Stockholm-Syndrom zu handeln. Das Syndrom liegt dann vor, wenn Geiseln anfangen, mit dem Banditen Mitgefühl zu empfinden, der sie gefangen hält. Es macht sie innerlich unschuldig dafür, dass sie sich ihm unterwerfen.

Vor etwa einem Jahr gab es die berühmte Geschichte mit dem russischen Fallschirmjäger Koslow, der ohne Beine aus dem Donbas zurückgekehrt war. Damals erschien Interview mit seinem Vater, der behauptete, es sei doch alles richtig, sein Sohn habe seine heilige Pflicht erfüllt. Es ist doch ein ganz verständlicher Effekt. Hätte der Vater dieses armen jungen Mannes, der jetzt mit einer Behinderung lebt, sich eingestanden, dass sein Sohn dafür gelitten hat, dass Putins Reputation reingewaschen wird, hätte er nur schwer weiter damit leben können. Es ist doch viel einfacher, sich einzureden, sein Sohn sei ein Held Russlands, der alles für den Schutz der „heiligen Grenzen“ gegeben habe.

Noch vor einem halben Jahrhundert konnte man sich auf das Unwissen berufen. Aber heute, im Fall der Kursk zum Beispiel, hätten ein paar Klicks diesem armen Jugendlichen, dem Verwandten des gestorbenen Matrosen, gereicht, um die Wahrheit herauszufinden, wie die Besatzung der Kursk verraten wurde, wie sie zum Sterben verdammt wurden, wie der Staat ihnen nicht helfen wollte und dann log, dass alle sofort gestorben seien. Er hätte herausgefunden, wie Putin die Witwen dieser Matrosen beim Treffen nach dem Unglück beleidigte, wie hart und brutal er dabei vorging… All das hätte man es innerhalb weniger Stunden herausfinden können, wenn man denn wollte. Eine ganz andere Frage wäre: Was macht dann dieser junge Mann mit dem gewonnenen Wissen?

Natürlich ist es für ihn rein psychologisch viel leichter, ein T-Shirt mit Putin anzuziehen und zu glauben, dass sein Onkel einfach auf eine tragische Weise starb und Putin nichts damit zu tun hatte. Es ist leichter. Weitere Erkenntnisse könnten ihn dazu bringen, irgendwelche andere Entscheidungen treffen zu müssen oder die eigene Ohnmacht zu spüren, falls er zu diesen Entscheidungen nicht fähig ist. Und hier ist es bereits – das Stockholm-Syndrom in seiner reinen Form. So wie beim Vater des armen Fallschirmjägers, so wie jetzt, und wie in Hunderten anderen Fällen, wenn Menschen sich überreden, Scheuklappen im Kopf aufbauen, damit die Wahrheit nicht an sie herankommt.

Ich glaube, dass das Stockholm-Syndrom – in einer weniger konzentrierten Form – auch die Erklärung für die heutige Unterstützung für Putin ist. Das ist ihre einzige Grundlage. In Nordkorea tragen auch alle Portraits eines weiteren Kim und kreischen vor Begeisterung bei seinen Auftritten. Mit dem Kreischen versuchen sie, die eigene Angst zu übertönen. Wir kreischen noch nicht, wenn unser allmächtiger Staatsherr erscheint. Manche quieken aber schon, was auch ein klares Symptom des Stockholm-Syndroms ist. Und wir wissen, womit es endet.

Diejenigen, die schon etwas länger leben und die Geschichte kennen, erinnern sich, wie solche Regime auf einmal enden. Und wie die Unterstützung von 95 oder 99% der Bevölkerung sich dann in einer Erschießung ohne Ermittlungen und Gerichtsverhandlung verwandelt, wie es bei Ceaușescu war. Oder es geht mit sofortigem Vergessen einher wie bei Milošević, oder mit Hinrichtung an Ort und Stelle wie bei Gaddafi, oder mit völliger Verachtung wie bei Saddam Hussein. Wir wissen das alles, das Unterstützungsszenario ist uns längst bekannt. Ein junger Mann, ein Neffe des Opfers [der in Großbritannien lebt – Anmerkung der Redaktion von Apostroph], verfügt im 21. Jahrhundert über alle Möglichkeiten, die Wahrheit herauszufinden. Mit diesem Putin-Porträt demonstriert er, dass er sie nicht erfahren will, oder, besser gesagt, dass er unfähig ist, sie zu erkennen. Das ist ein trauriges Spiegelbild der Gesellschaft, in der wir leben.

Es ist nicht einfach, das Stockholm-Syndrom zu heilen. Jede Heilung beginnt mit der Diagnose und der Bereitschaft, sie zu akzeptieren. Wenn der Patient aber sich körperlich gegen den Arzt wehrt, kann der Arzt ihm nicht helfen.


Quelle : Warum Russen Putin T-Shirts tragen...

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Thomas am Do 20 Aug 2015 - 20:19

Putin und der Rubel
Präsidentenberater Andrej Belousow hat eingeräumt, dass Russlands Reserven an ausländischer Währung nicht ausreichen, um den Rubel zu stützen.

Dieses Mal verließ sich der Offizielle auf simple Arithmetik. Es sind nur noch 300 Milliarden Dollar übrig. Davon befinden sich 120 Milliarden im Reservefonds der Regierung und im Nationalen Wohlfahrtsfonds – mit anderen Worten: Dies ist Geld für Sozialausgaben. Der Rest ist genug, um neun Monate Güter zu importieren. Danach kommt der ökonomische Kollaps, Leistungsverfall, und Rubel-Abwertung. Somit sind das die Konsequenzen, die die russische Regierung vermeiden möchte, doch, wie sämtliche Daten zeigen, nicht länger vermeiden kann.

Belousow versuchte zu erklären, warum die russische Zentralbank nicht länger Ressourcen einsetzen will, um den Wert des Holz-Rubel [Anm. d. Red.: abwertender, schon in der Sowjetunion gebräuchlicher Ausdruck für den Rubel, bedeutet „wertlos“] zu stützen. Und indem er das macht, gibt er eine akkurate Einschätzung der gegenwärtigen Wirtschaftssituation in Russland. Das ist das Ende der rücksichtslosen Politik Wladimir Putins und seines Zirkels. Das Problem ist, dass die St. Petersburger Sicherheitsgangster und –schurken das Land ausgeraubt und an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Das Einzige, auf das der Kreml weiterhin hofft, ist, dass der Ölpreis wieder steigt. Und was, wenn nicht?

Wenn er nicht steigt, wird nach neun Monaten irgendein Minister die Aufgabe haben, Putin mitzuteilen, daß die Staatskasse leer ist. Und wenn Belousow das verstanden hat, dann wird es jeder verstehen: Der Zusammenbruch ist unvermeidlich. Und was sollen wir in dieser Situation tun? Auf den Crash warten? Flüchten? Zu versuchen, Putin und seine Gangster loszuwerden? Oder sollten die versuchen, Putin los zu werden. Aber wie?

Diese neun Monate versprechen, nicht bloß interessant zu werden: Sie könnten sich als tragisch herausstellen. Der Räuber, der erkennt, dass sein Tod unmittelbar bevorsteht, beherrscht jeden Spielzug, um nicht nur Macht und Geld, sondern auch sein Leben zu retten. Wir kennen das von Janukowytschs Verhalten. Putin ist nun in einer ähnlichen Lage. Er ist eine lebende politische und ökonomische Leiche. Doch diese Leiche hält die militärischen Fähigkeiten eines desorientierten Landes in seinen Händen, Deswegen müssen wir alle höchst wachsam sein.

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/20/putin-und-der-rubel/


Zuletzt von Thomas am Do 20 Aug 2015 - 20:20 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : -)
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Beitrag  Erpel am Do 20 Aug 2015 - 21:10

Hmmm....ob diese Zahlen stimmen?

Die offiziellen Währungsreserven werden von der russischen Zentralbank hier bekanntgegeben:
http://www.cbr.ru/eng/hd_base/Default.aspx?Prtid=mrrf_7d

Anfang 2014 betrugen die Währungsreserven noch 500 Milliarden Dollar, heute ca. 360 Milliarden. Das sind ca. 140 Milliarden Dollar Schrumpfung in 20 Monaten. Jahreszeitliche Schwankungen nicht berücksichtigt sind das in den 20 Monaten ca. 7 Milliarden pro Monat Schrumpfung. Das wären noch ca. 52 Monate oder sieben bis acht Jahre, bis der letzte Dollar aufgebraucht ist.

Nun verläuft Geschichte nicht linear und Brüche werden garantiert vor dieser sieben-acht Jahresfrist passieren, aber neun Monate bis zum Zusammenbruch sind imho viel zu kurz geschätzt...  hmm

Nachtrag: zweiter Link
http://finanzmarktwelt.de/russland-seit-putins-amtsantritt-2000-explodierten-die-devisenreserven-12822/


Zuletzt von ErpelderNacht am Do 20 Aug 2015 - 21:16 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : zweiter Link)
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