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Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!




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Erledigen von Putins Arbeit in Deutschland

Beitrag  Umnichka am Mi 2 Dez 2015 - 21:10

Als ich diesen Artikel vor ein paar Tagen gelesen hatte, musste ich ihn einfach ins Deutsche übersetzen! Einfach klasse! Und er erklärt einiges, über unseren Freund Gernot "Iwan" Erler...

Die merkwürdige Berufsauffassung von Gernot Erler

Ich habe Gründe, die Aussagen von Gernot Erler, als politische Korruption anzusehen.

Gernot Erler, in Deutschland der Sonderkoordinator für die Russland-Politik, hat in einem Interview mit der russischen Version der deutschen-staatlichen Rundfunkanstalt "Deutsche Welle", die Ukraine kritisiert und diese der Eskalation im Konflikt mit ihrem Besatzer(Russland) beschuldigt .Die Aufnahme dieses Themas in die Erklärungen dieses deutschen Beamten ist generell rätselhaft . Erler ist weder Journalist noch ein Politikwissenschaftler. Er ist verantwortlich für die Beziehungen mit Russland und nicht für jene, mit der Ukraine. Seine Aufgabe ist es, die deutsche Wirtschaft in Russland zu fördern und nicht, die russische Regierung zu verteidigen oder die ukrainische Regierung zu kritisieren . Dies gilt insbesondere, wenn die Kritik aus einer Auswahl an direkten Zitaten aus dem russischen Fernsehen besteht, oder - noch schlimmer - eine einfache Übersetzung der Briefe die von der russischen Botschaft in Deutschland, versandt wurden sind.

Erlers Sorge ist verständlich. Wenn der russisch-ukrainische Konflikt nicht beigelegt wird, werden die Beziehungen zwischen der deutschen und russischen Wirtschaft, früher oder später zunichte gemacht- und seine Position wird sich als überflüssig herausstellen. Das Problem ist aber nicht nur in der Ukraine. Putin handelt ebenfalls, unverantwortlich in vielen anderen Teilen der Welt. Auch wenn wir die Krim "vergessen", so wies es uns dieser ältere deutsche Beamte tatsächlich vorschlägt, wird Putin einfach an einem anderen Ort für die Konfrontation mit dem Westen sorgen. Da sein eigentliches Ziel nicht die Krim ist. Sein offenkundiges Ziel ist, der Krieg mit der NATO. Ist Erler dies nicht bewusst? Wird dies etwa nicht im russischen Fernsehen diskutiert? Berichten deutsche Unternehmer nichts davon? Nun, zumindest jetzt wird er es wissen. Aber es bedeutet nicht, dass er nicht weitermachen wird wie bisher. Die Russen besetzen häufig wichtige Positionen, mit "freundlich" gesinnten westlichen Beamten. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist auch: Gerhard Schröder. Der ehemalige Bundeskanzler Deutschlands.

Erlers letztes Interview, ist nicht sein einziges, bezogen auf die Ukraine. Er hatte bereits in einem anderen Interview mit deutschen Medien, die Ukraine kritisiert. Wie auch immer, er muss sich Sorgen gemacht haben, dass die eigentlichen "Empfänger" dieser Meldungen - die Führer Russlands - keine deutschen Meldungen lesen. Und warum russische und nicht ukrainische Empfänger ? Es gibt auch einen ukrainische Version der deutschen Welle. Auffällig ist, das Erler das Interview dem russischen Dienst, der deutschen Welle gab und kontrovers zu dem eigentlichen Sinn seiner Position, sprach er über die Ukraine. Er will sich einschmeicheln.

Der Hauptgrund des Erler Interviews, war in keinster Weise um über die jüngsten Ereignisse auf der Krim zu berichten, wie man es hätte erwarten können. Nein, stattdessen argumentierte er, dass es nicht Russland ist, sondern die Ukraine, die sich nicht, an die Minsker Vereinbarungen hält. "Wir wissen, dass im Prinzip die Ukraine Schwierigkeiten hat, bestimmte Dinge der Minsker Vereinbarungen umzusetzen. Und die ganze Zeit wurde von russischer Seite immer wieder bekräftigt, dass man alle Voraussetzungen erfülle, aber die Ukraine widerrum ein Problem damit hätte. Und es scheint, das diese (Russlands) Schlussfolgerungen nicht so falsch sein können ", betonte er.

Doch da stellt sich die Frage: Welche Anforderungen der Minsker Vereinbarungen hat die russische Seite bisher erfüllt? Russland benötigte nicht einige Wochen, sondern einige Monate, um die Waffenruhe umzusetzen und schwere Waffen abzuziehen. In der Zwischenzeit, hat das Schießen an der Front, niemals aufgehört. Welche Gesetze,Verfassungsänderungen und andere Probleme können ernstaft diskutiert werden, während die Schiessereien weiter gehen? Die Minsker Vereinbarungen sollten bis zum 1. Januar 2016 umgesetzt sein. Die Tatsache, dass diese verlängert worden sind, lag am russischen "Verlangen" deren militärische Präsenz auf ukrainischen Boden aufrechtzuerhalten und nicht das Ergebnis der mangelnden Wirksamkeit des ukrainischen Parlaments, bestimmte Dinge umzusetzen. Die Vereinbarungen wurden vorallen allem als Folge des guten Willens der Ukraine, Deutschlands und Frankreichs verlängert. Aus guten Willen und nicht aus Zwang. Und Herr Erler sollte wissen, dass es nicht akzeptabel ist, zu behaupten: "die Krim spielt jetzt keine Rolle mehr in den politischen Prozessen", denn gerade die Annexion der Krim und die darauf folgende lethargische Reaktion der internationalen Gemeinschaft, war es, die Putins Weg zum Donbas-Krieg gepflastert hatten.

Vor einigen Monaten erzählte mir ein hochrangiger europäischer Diplomat, etwas über Moskaus Taktik in Bezug auf die Beziehungen mit der EU. Ihm zufolge wird Russland alles tun, um die Sanktionen gegen seine Wirtschaft zu mildern. Russlands Bemühungen werden ebenfalls vor allem darauf beruhen, nicht beschuldigt zu werden die Vereinbarungen von Minsk zu brechen, während man die Ukraine dauerhaft versuchen wird zu beschuldigen, die Minsker Vereinbarungen NICHT einzuhalten . Der Diplomat erwähnte auch, wie dieses vorhaben untertützt werden wird, nämlich - "durch bestimmte deutsche Sozialdemokraten". Herr Erler ist ein deutscher Sozialdemokrat, ein Parteifreund von Herrn Schröder und anderen bekannten Personen. Genau aus diesem Grund habe ich allen Grund zu der Annahme, dass ähnliche Aussagen keine Beispiele für eine politische Position sind, sondern der politischen Korruption.

http://euromaidanpress.com/2015/11/28/doing-putins-work-in-germany/

Artikel von Vitaly Portnikov. Ins Deutsche übersetzt von @Umnichka


Zuletzt von Umnichka am Mo 14 Dez 2015 - 19:30 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet (Grund : Zusatzinfo)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Do 3 Dez 2015 - 6:42

Neuer Bericht: Russisches Militär & Södner direkt in-Folter verwickelt. - Charkiwer Menschenrechtsgruppe

Ukrainische Menschenrechtsaktivisten gehen davon aus, dass über 87% der ukrainischen Soldaten und 50% der Zivilbevölkerung, die von den durch den Kreml unterstützten Kämpfern im Donbas festgenommen wurden, misshandelt oder gefoltert wurden. Hinzu kommt, dass bei über 40% aller „Verhöre“ Söldner aus der Russischen Föderation, oder Menschen, die sich als russisches Militärpersonal zu identifizieren gaben, Schlüsselrollen gespielt haben.

Artikel von: Halya Coynash
Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 1.12.2015
über: http://de.euromaidanpress.com/2015/12/03/neuer-bericht-russisches-militaer-soeldner-direkt-in-folter-verwickelt-charkiwer-menschenrechtsgruppe/






Zuletzt von telzer am Do 3 Dez 2015 - 16:33 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : neue Norm)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Fr 11 Dez 2015 - 19:04

“Die Russen sind tief im Innern ohne jede Hoffnung.” – Im Gespräch mit Artemi Troizki

Vor mehr als zwei Jahren verließ der bekannte russische Musikjournalist und aktive Putin-Kritiker Artemi Troizki Moskau und ließ sich mit seiner Familie in der estnischen Hauptstadt nieder. Dabei hatte der Wohnortwechsel keine Auswirkungen auf seine Arbeit: in Tallin geht er seiner Lehrtätigkeit nach, leitet eine Radio-Musik-Sendung, schreibt Kolumnen in der Regionalpresse und führt einen sehr angesehenen Blog, in welchem er die brennendsten und aktuellsten Probleme des heutigen Russland kommentiert.
Wir trafen Troizki während des Talliner Filmfestivals „Black Nights“, wo er in die Jury der Abteilung NETPAC (Network for the Promotion of Asian Cinema) berufen worden war. In einer Pause zwischen den Vorstellungen antwortete Artemi bereitwillig auf die Fragen von LB.ua.


Hier das Interview::
Zu einem der wichtigsten Werkzeuge des Kremls gegen die Ukraine wurde der von ihm angezettelte Informationskrieg. Wie hat diese allumfassende Propaganda in den russischen Medien die Russen selbst verändert? Und waren die vor sich gehenden Veränderungen in der russischen Gesellschaft einer der Gründe für Ihre Emigration?

Zunächst einmal, ich halte mich nicht für einen Emigranten und schon gar nicht für einen politischen Flüchtling. Ich bin nach wie vor ein Bürger Russlands, reise regelmäßig dorthin. In diesem Sinne gehe ich locker mit meiner Emigration, oder besser gesagt, mit meiner Abreise um. Ich bin ein freier Mensch und habe das Recht, dort zu wohnen und zu arbeiten, wo es mir besser gefällt. Und im heutigen Russland gefällt es mir nicht. Die dortigen Lebensbedingungen sagen mir nicht zu, ebenso wenig die russische Politik. Ich schäme mich des Bildes, das Russland in der Welt darstellt. All dies ist nicht nach meinem Geschmack.

Darüber hinaus gibt es einige rein berufliche und persönliche Gründen zu emigrieren. Man hat mich leider aus der Moskauer (Staatlichen) Universität herausgedrängt, wo ich 13 Jahre sehr erfolgreich unterrichtet habe. Der Weg ins TV ist für mich verschlossen. Das bedeutet, dass ich mich beruflich nur schwer in Russland selbst verwirklichen kann. Das lässt sich hier viel leichter realisieren.

Zurückkehrend zu ihrer eigentlichen Frage, der über den psychologischen Zustand der Gesellschaft, würde ich sagen, dass der wahre Schrecken bei uns natürlich vorbei ist. Absolut furchtbar war es im Jahr 2014 und zu Beginn des Jahres 2015, als die Menschen tatsächlich sehr verroht waren, als den Ukrainern ein unverständlicher und nicht gerechtfertigter Hass entgegen schlug. Als es gängige Meinung und völlig normal war, davon auszugehen, dass absolut alle Bewohner der Ukraine – Faschisten sind. Zur gleichen Zeit war alles vermischt mit den Lügen Putins und der Regierung, die behaupteten, dass “wir und die Ukraine Freunde” sind, und dass “überhaupt keinen Krieg gibt”, “keine Soldaten” und “wir Brudervölker bleiben.”

Das Ausmaß der Heuchelei war unerträglich. Es war einfach nur widerlich, die Atmosphäre furchtbar. Auf die Russen hatte das eine starke Wirkung, woran ohne Frage vor allem das Fernsehen schuld war. Ohne TV wäre eine solche allumfassende Gehirnwäsche-Kampagne nicht möglich gewesen. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei wirklich um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das vor Gericht gehört.

Es ist nötig, die Geschäftsleitung des ersten, zweiten und dritten Kanals und die NTV-Chefs vor Gericht zu bringen. Sie alle sollten auf der Anklagebank sitzen, zusammen mit ihren Lieblings-Journalisten, mit all diesen Kiseljows, Solowjows und so weiter.

Ich glaube, dass sie eine Straftat begangen haben, selbst nach den Gesetzen der Russischen Föderation. Zumal wir einen Artikel im Strafgesetzbuch haben, der das Schüren von ethnisch motiviertem Hass beinhaltet. Und alle ihre Handlungen waren pure Anstiftung zum Hass zwischen den Nationen und sie gaben einem Brudervolk den Status eines Feindes.

Es sollte auch erwähnt werden, wie lebhaft und wie bereitwillig viele Russen darauf reagierten, das war für mich die größte und zugleich unangenehmste Überraschung. Viel wird darüber diskutiert, wie so etwas möglich werden konnte. Mir hingegen scheint, dass es hier gar nicht um ein besonderes Talent unserer Fernsehpropaganda und die Fertigkeiten all dieser Fernsehpropagandisten geht. Tatsächlich verkörpern sie das gleiche dumpfe Mittelmaß, wenn auch gut ausgebildet, wie unsere gesamte Führung.

Ich fürchte, dass all das, was geschah, in erster Linie auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die Menschen eine Propaganda zu hören bekamen, die genau nach ihrem Geschmack war. Das heißt, die Propaganda fiel auf den sehr fruchtbaren Boden voller Komplexe des russischen Reiches, einer Wut auf die Außenwelt, die ein besseres Leben führt, oder zumindest ein besseres Leben als in Russland anstrebt.

In vielerlei Hinsicht kann das Gefühl des einfachen russischen Volkes der Ukraine gegenüber mit einem schadenfrohen Ausdruck so formuliert werden: “Was, kleiner Bruder, hattest Du in Europa zu suchen? Jetzt habt ihr euer Europa!”- in Form von Krieg und Besatzung. Denn, so scheint mir, die russischen Menschen sind tief im Innern absolut ohne Hoffnung, sie glauben nicht an ein besseres Leben in Russland. Wenn sie sehen, wie jemand versucht, etwas zum Besseren zu verändern, dann liegt ihnen das quer in der Kehle. So konnte sich die wachsende Propaganda auf dem stumpfen, spießigen Bewusstsein der Russen sehr gut entfalten.

Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, damit die Russen aufwachen? Um sie von ihrem Grimm auf die Außenwelt zu heilen?

Es muss ein radikaler Machtwechsel stattfinden. Aber wann das geschehen wird, weiß ich nicht. Ich kann nur hoffen, dass es auf jeden Fall passiert.

Ich würde selbst gern nach Russland zurückzukehren, weil ich es sehr liebe. Ehrlich gesagt, in Europa habe ich Sehnsucht nach Russland. Obwohl ich mich in Estland weniger nach Russland sehne: Ich bin viel unterwegs und verbringe hier tatsächlich weniger Zeit als in anderen Ländern. Nur wann es mir gelingen wird zurück zu kehren, weiß ich nicht.

Oft erinnere ich mich an ein Lied von Alexander Galitsch “Wenn ich zurück bin”, schließlich haben wir alle intuitiv das Gefühl, dass wir so schnell nicht zurück kehren. Viele Menschen setzen ihre Hoffnung auf die wirtschaftliche Situation in Russland, die, wie jeder weiß, ziemlich schlecht ist und vermutlich sogar noch schlimmer werden wird.

Andererseits weiß ich um die unendliche Geduld und Willfährigkeit des russischen Volkes. Wir haben schließlich schon die 1970er und 1980er Jahre überlebt, als es in den Läden absolut nichts gab, als es ein großer Erfolg war, Lebensmittel oder andere Mangelware zu erstehen. Russland hat ferner Anfang der 1990er Jahre eine “Schocktherapie” durchgemacht, Hyperinflation, horrende Preise und massenhafte Verarmung der Menschen. All dies fand statt, und nichts geschah. Die Menschen ertrugen es. Russland ist noch weit entfernt von einer Situation wie in den 1980er oder 1990er Jahren.

Ich kann nicht sagen, dass es bei uns jetzt furchtbar schrecklich ist. Ich reise regelmäßig nach Russland und natürlich bemerke ich, dass die Preise steigen. Allerdings gibt es Lebensmittel, ungeachtet irgendwelcher Sanktionen. Wenn man nicht gerade ein fanatischer Liebhaber von Chorizo-Wurst, Serrano-Schinken oder Parmesan ist, dann kann man sich trotz allem sehr gut ernähren. Deshalb glaube ich nicht, dass die aktuelle Wirtschaftslage das russische Volk entscheidend beeinflussen kann, dass es sie veranlasst, auf die Straße zu gehen und eine Rebellion anzuzetteln

Ein noch weit weniger wahrscheinliches Szenario – ein Machtwechsel in Russland durch Wahlen. Das ist im Grunde unmöglich, weil es keine Demokratie gibt, keine fairen Wahlen, und darauf zu bauen ist einfach lächerlich. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass man zu den Wahlen gehen muss. Wenn Oppositionsparteien daran teilnehmen, unterstütze ich sie. Was kann man sonst noch tun? Die Hoffnung auf einen positiven Ausgang dieser Wahlen ist jedoch gleich Null.

Ein drittes mögliches Szenario für einen Wandel – eine wie auch immer geartete Palastrevolution. In diesen Dingen hat Russland weitreichende historische Erfahrungen. Solche Umstürze, wie der Sturz Chruschtschows, gab es auch in der Sowjetzeit. Und auch eher spaßige Umstürze, wie zum Beispiel in der Ära von Paul I. Aber es fällt mir schwer zu sagen, inwieweit so etwas heute möglich ist. Denn die russische Elite besteht aus Menschen aus der untersten Schublade. All diese Typen sind feige, egozentrisch und abhängig von Putin. Sie würden eher selbst sterben, als es zu wagen, dem Kreml in die Quere zu kommen. Also, auch wenn ich ein solches Szenario nicht ausschließe, es ist wenig wahrscheinlich.

Und als letztes bleibt – das trostloseste aller Szenarien: die Aufrechterhaltung des Status quo und seine allmähliche Verschlechterung, bis etwas passiert. Bis zum Beispiel ein Ziegelstein oder etwas Ähnliches auf Putins Scheitel fällt. Allerdings gibt es keinerlei Hoffnung auf so einen Zufall.

Welchen Einfluss hat die Situation in Russland – mit all der Propaganda, dem Grimm auf den Rest der Welt – auf die russische Kultur? Gibt es aktuell in ihr Phänomene, die für Sie interessant sind?

Unsere Kultur befindet sich nicht in bestem Zustand. Im Wesentlichen mache ich Musik und kann sagen, dass es um diesen Bereich schlecht bestellt ist. Es gibt nichts besonders interessantes, keinerlei Aufschwung, keine Bürgerbewegung. Natürlich existiert eine Reihe einzelner Gestalten, die etwas auf die Beine stellen und dafür die ständig Schikanen ausgesetzt sind.

Im Allgemeinen ist die Situation in der Musik ziemlich mies.

In der Literatur ist es, würde ich sagen, mittelmäßig. Einen gewissen Aufschwung in der Literatur gab es in den 1990er Jahren bis kurz nach der Jahrtausendwende, als für diese Zeit neuartige Arbeiten von Sorokin, Pelewin und einigen anderen Autoren erschienen. Aber jetzt hat das alles ein wenig nachgelassen. Ich lese regelmäßig neue russische Prosa, mitunter erscheinen gute Bücher, ich mag einige, beispielsweise Roman Sentschin, Jewgenij Wodolaskin. Man kann nicht sagen, dass es einen Notstand gibt, aber ein Aufschwung ist ebensowenig zu beobachten.

Was das Theater betrifft, so vollzieht sich hier in den letzten 3-4 Jahren eine gewisse Neubelebung. Ich hatte es schon total vergessen und war 10 oder 15 Jahre nicht dort, denn im Theater gab es nichts Interessantes. Und jetzt – ich weiß nicht, wie es in anderen Städten ist – aber in Moskau existiert sehr mutiges Theater, es gibt Kostja Bogomolow mit seinen fantastischen Theateraufführungen, es gibt Kirill Serebrennikow und das “Gogol – Zentrum”.

Zu den heiß diskutierten Ereignissen der letzten Tage in der Ukraine gehört – die Unterbrechung der Stromversorgung der Krim, die die Teilnehmer der öffentliche Blockade der besetzten Halbinsel schon seit langem durchsetzen wollten. Was denken Sie, wird das Einfluss auf den Kreml haben und die Handlungen der Besatzungsmacht beeinflussen?

Es gibt Umstände, zu denen ich einen ganz klaren, deutlichen Standpunkt habe, den ich mit aller Bestimmtheit vertrete. Ich habe das immer gesagt, und und mit aller Härte ausgesprochen: dass das, was Russland im Februar-März 2014 getan hat, ein Verbrechen war. Ein globales Verbrechen, ein Verstoß gegen alle erdenklichen Gesetze. Und, letztendlich, einfach Niedertracht. Russland nahm und stahl einfach ein Stück vom Hoheitsgebiet der Ukraine, unter Ausnutzung der Wehrlosigkeit des Landes in diesem Moment.

Und Argumentationen der Art, dass die Mehrheit der Krim-Bewohner mit diesen Aktionen einverstanden war, sind nicht angebracht. Ja, es kann sein, dass viele von ihnen durchaus dafür waren, sich von der Ukraine abzuspalten und Russland anzugliedern, aber dafür gibt es einen internationalen Kodex von Gesetzen und die Weltzivilisation im Allgemeinen, um solche Dinge in der vorgeschriebenen Art und Weise zu tun. In diesem Fall hat Russland alle Regeln der internationalen Gemeinschaft verletzt, woran ich nicht den leisesten Zweifel hege.

Was die Blockade betrifft – hier habe ich keine starre Haltung. Ich kann aus einem ganz einfachen Grund nicht sagen, dass ich sie unterstütze: im Ergebnis einer solchen Blockade leiden in erster Linie die einfachen Menschen. Und ich bin dafür, dass die Machtinhaber, dass die Führung leiden muss: Sicherheitskräfte, Minister, Präsidenten – alle diese Bastarde, die durch die Bank diese Gemeinheiten, Verbrechen und Diebstahl in großem Stil begangen haben. Sie sollten leiden.

Meiner Meinung nach hat das gemeine Volk sowohl in Russland, als auch auf der Krim, ganz zu schweigen von der Ukraine, in letzter Zeit schon viel schlucken müssen. Sie sind bereits unglücklich, es geht ihnen schlecht. Ich verstehe die Argumentation der Aktivisten hinter der Blockade. Aber ich teile sie weder emotional noch rational. Wir müssen uns irgendwie anders mit der Krim auseinandersetzen und nicht das ohnehin schon schwierige Leben der Bewohner noch weiter verschlimmern. Letzendlich muss man auch über die Zukunft nachdenken.

Ich habe keine Zweifel, dass die Krim früher oder später zur Ukraine zurückkehren wird. Aber dann wird man die Beziehungen zwischen Ukrainern, Russen und Krimtataren, die dort leben, wieder neu aufbauen müssen. Ich glaube nicht, dass eine solche öffentliche Blockade der Aussöhnung zwischen ihnen förderlich ist, wenn die Krim wieder ein vollwertiger Teil der Ukraine ist.

Es gibt verschiedene Versionen bezüglich des russischen Handelns zur Zeit der Krim-Annexion. Einige sagen, dass der Kreml dies sehr lange und sorgfältig vorbereitet hat. Andere argumentieren, dass es sich eher um eine Momententscheidung handelte. Zu Gunsten der letzteren spricht, dass Russland dem Abbruch der Stromlieferungen durch das ukrainische Festland völlig unvorbereitet gegenüber steht. Welcher dieser Varianten stehen Sie näher?

Ich denke, ein Funken Wahrheit ist in jeder von ihnen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass mögliche Operationen zur Annexion, zur Eroberung mit Waffen und sogar zum Krieg auf der Krim mit dem Ziel ihrer Angliederung an Russland schon seit Beginn der 2000er Jahre vom russischen Verteidigungsministerium entwickelt wurden. Ein solches Szenario hielt Russland bereit.

Eine andere Sache ist, dass dieses Szenario, wie ich denke, “für alle Fälle” bereit gehalten wurde: für den Fall, dass eine günstige Situation für solch einen Raub entsteht. Und sie entstand weitestgehend relativ spontan. Sie hing zusammen mit dem, was in Kiew auf dem Maidan passierte, mit der Flucht Janukowitschs, mit Putins außerordentlicher Wut auf das ukrainische Volk und die Ukraine im Allgemeinen. Zusätzlich spielte Putins panische Angst, ja die Angst der gesamten russischen Elite eine Rolle, die Angst, dass in Russland so etwas wie der Maidan passieren könnte.

Aber woher kommt diese Angst der russischen Machthaber vor einem möglichen Maidan auf ihrem Territorium? Sind sie tatsächlich so aufgeschreckt wegen der bloßen, hypothetischen Möglichkeit eines Volkszornes?

Ich denke, diese Angst hat sich bei ihnen schon vor längerer Zeit herausgebildet – noch zu Zeiten des ukrainischen Maidans im Jahr 2004. Ich erinnere mich, dass schon zu jener Zeit Surkow (damals stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung) Rockmusiker um sich versammelt hatte, um sich von ihrer Loyalität gegenüber dem Regime zu überzeugen. Das war Anfang 2005, kurz nach dem Maidan.

Als sie sahen, dass in Kiew Musiker und ganz allgemein Kulturschaffende sehr aktiv waren, beschloss man im Kreml, sofort mit den Kultur-Vertretern präventiv zu arbeiten. Ihre Angst existiert also schon länger, ist schon chronisch. Und sie wurde durch die Ereignisse in Russland im Winter 2011/2012 verstärkt, als es so schien, dass Moskau etwas Ähnliches passieren kann. Leider zeigte die Zukunft, dass es nicht möglich ist.

Auch ich bin der Meinung, dass es in Moskau keinen Maidan geben kann. Aber offensichtlich wurde das erst in den letzten ein-zwei Jahren.

Doch selbst jetzt, wo es offensichtlich ist, dass die Opposition in Russland schwach und ein Maidan nicht möglich ist, entstehen diverse, vom Kreml unterstütze “Antimaidan”-Bewegungen, werden allerlei “patriotische” Märsche und Kundgebungen gegen die so genannte “fünfte Kolonne” veranstaltet. Dies deutet darauf hin, dass ungeachtet der offensichtlichen Vagheit und Unwahrscheinlichkeit (eines Maidan) immer noch Angst bei den russischen Machthabern herrscht.

Welche sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Fehler, die von der Ukraine und der ukrainischen Führung in der Zeit der Krim-Okkupation gemacht wurden?

Die Ukraine auf ihre Fehler hinweisen kann ich nicht, schließlich fand zu dieser Zeit im Land eine Volksrevolution statt, ein Volksaufstand. In einer solchen Situation konnte man weder von der Regierung noch vom Präsidenten klare und pragmatische Schritte erwarten. Darüber hinaus gab es nicht wirklich eine Regierung oder einen Präsidenten. Es herrschte das totale Chaos, welches Putin auf schändlichste Art und Weise ausnutzte.

Aber es gibt einige Dinge, die mich überrascht haben. Zum Beispiel, war ich überrascht, dass die Krim ohne einen einzigen Schuss übergeben wurde. Was mich betrifft, ist dies der blanke Verrat. Immerhin gab es auf der Halbinsel genügend ukrainische Militärangehörige, und sie verhielten sich – ich will nicht von Feigheit oder Verrat sprechen – wie Lämmer, die zur Schlachtbank geführt wurden und nicht wie Soldaten, die einen Eid geschworen hatten.

Für mich ist das seltsam. Natürlich kenne ich keine Details. Vielleicht war Verrat seitens des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Vielleicht war dem Militär tatsächlich befohlen worden, sich nicht zu widersetzen, die Waffen abzugeben und sie haben einfach nur Befehle befolgt. Wirkliche Patrioten hätten solchen schändlichen Befehlen allerdings nicht Folge geleistet.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach das weitere Schicksal von Oleg Sentzow, Nadeschda Sawtschenko und den anderen ukrainischen politischen Gefangenen nach den Gerichtsentscheidungen in Russland gestalten?

Ich bin überzeugt davon, dass ihr Schicksal in erster Linie von der verdeckten Diplomatie abhängt. Natürlich darf man weder Gerechtigkeit noch guten Willen erwarten. Hoffnungen, dass Putin sich der Sache annimmt und Oleg Sentzow oder Nadeschda Sawtchenko einfach so freilässt, habe ich nicht.

Dennoch könnten sie freikommen aufgrund von Austausch-Geschäften – etwa so, wie es mit dem Mitarbeiter der estnischen Sicherheitspolizei, Eston Kohver geschah, der im Ergebnis gegen einen in Estland verhafteten russischen Spion ausgetauscht wurde. Etwas Ähnliches ist auch hier möglich, denn auf Gerechtigkeit vor russischen Gerichten kann man sich genauso wenig verlassen wie auf ehrliche Wahlen in Russland.

Darüber hinaus zeichnet sich unser oberster Herrscher Putin, wie bekannt ist, keinesfalls durch menschliche Liebenswürdigkeit, Güte und Gerechtigkeit aus. Er ist ein Bösewicht, und ein Pragmatiker. Deshalb schließe ich nicht aus, dass er irgendwie einen pragmatischen Ausweg aus dieser Geschichte finden wird und das relativ bald. Denn der allgemeine Tenor der russischen Politik wechselte von aggressive Brutalität zu Bemühungen, sich herauszureden und Kompromisse zu suchen. In diesem Sinne scheint es mir, dass die Situation eher hoffnungsvoll ist.

Artemi, Sie haben in Russland unterrichtet, jetzt – in Estland. Wie unterscheiden sich die Studenten in diesen Ländern? Und welche Probleme gibt es heute in der estnischen Gesellschaft?

n der Tat, neben Estland unterrichte ich auch regelmäßig in Finnland und London. Einzelne Vorlesungen las ich schon Gott weiß wo, bis hin zur Stadt Madrid. Und Studenten sind überall anders. Mit russischen hatte noch nie ein Problem – sie waren immer im gleichen Kontext, in dem auch ich war, wir lebten das gleiche Leben, gingen in die gleichen Veranstaltungen, lasen die gleichen Nachrichtenberichte. Daher herrschte mit meinen Studenten immer völlige Harmonie und die Auditorien waren voll. Es hat Spaß gemacht und der Unterricht endete immer mit Jubel. Sie haben mir viel Vergnügen bereitet.

Hier sind die Studierenden zurückhaltender, auf eine Annäherung lassen sie sich nicht ein. Nicht, dass ich das selbst so vorgeschlagen hätte, aber russische Studenten kamen oft nach dem Unterricht auf mich zu und stellten verschiedene Fragen. Hier ist das nicht üblich: die Studenten saßen da, hörten zu, machten sich Notizen, und gingen.

Was die estnische Gesellschaft betrifft, ist die Situation sicherlich nicht einfach. Auf der einen Seite ist das Land bereits nach Europa gegangen. Dies ist – wirklich Europa. Zumal in wirtschaftlicher Hinsicht und auf den Gebieten von Bildung und Kultur die Situation dort um einiges besser ist als in vielen anderen EU-Ländern: Litauen, Lettland, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, der Slowakei, der Tschechischen Republik. Estland ist in der Europäischen Union ein starker Musterschüler, und das ist ihre große Leistung. Sie sind einfach toll.

Das Hauptproblem, so scheint mir, liegt in der Tatsache, dass Estland die Beziehung zwischen den beiden wichtigsten ethnischen Gruppen nicht ordentlich gestalten kann – letzten Endes zwischen Esten und der russischen Diaspora. Zu letzterer gehören hier etwa 30% der Bevölkerung und die meisten von ihnen sind fremd in diesem Land, weit weg von dem, was hier vor sich geht.

Ein indirektes Indiz dafür ist, dass fast alle Esten kritisch gegen Putin eingestellt und mit der aktuellen, aggressiven russischen Politik nicht einverstanden sind. Während gleichzeitig die Mehrheit der Russen – wie auch Umfragen zeigen – Putin lieben und dem russischen Imperialismus ziemlich loyal gegenüber stehen. Das hat mit einigen historischen Umständen zu tun, und mit der Tatsache, dass die hier lebenden Russen russische TV-Kanäle empfangen.

Leider wird sich die Situation mit der russischen Minderheit in Estland nicht verbessern. Die Ereignisse in der Ukraine haben sie nur verschlimmert, als zu den üblichen Streitigkeiten noch Gespräche über die Krim, den Donbass usw. kamen, was für eine Annäherung auch nicht gerade förderlich ist. Wie Estland dieses Problem lösen wird, das weiß ich nicht. Im Moment, so scheint es mir, kann es nicht gelöst werden. Esten leben ihr Leben, und die Russen – auch. Die Esten ziehen es vor, diese Nachbarn zu ignorieren, und die Russen leben lieber in ihren Schlafsiedlungen und konsumieren russisches Fernsehen. Leben in einer Art inneres Exil.

So ein Status Quo in Estland verheißt nichts Gutes. Obwohl, mir scheint es, dass sowohl die Esten als auch die Russen mit der Situation ganz zufrieden sind.

Das Interview führte Oleg Baturin, Journalist und Filmkritiker

Quelle:
Culture.LB.ua, 2.12.2015
über:Euromaidanpress
http://de.euromaidanpress.com/2015/12/11/die-russen-sind-tief-im-innern-ohne-jede-hoffnung-im-gespraech-mit-artemi-troitzki/#arvlbdata

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Di 22 Dez 2015 - 18:46

Eine Bilanz des Biden-Besuches | Serhij Leschtschenko

Vorvergangene Woche war US-Vizepräsident Joe Biden zu Besuch in Kiew. In einer glühenden Rede vor dem ukrainischen Parlament forderte er das Land zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen die Korruption auf. Der investigative Journalist und Abgeordnete Serhij Leschtschenko äußert sich in einem Kommentar ausführlich zum historischen Besuch des US-Politikers und den Hintergründen seiner Forderungen.

http://de.euromaidanpress.com/2015/12/22/eine-bilanz-des-biden-besuches/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Dicker am Di 22 Dez 2015 - 18:50

Sehr guter Bericht,aber langsam müssen die in die Pötte kommen

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Mi 23 Dez 2015 - 20:12

Malofejew: Orthodoxer Extremist und Finanzier der Donbas-Separatisten


Kurzfassung
Die von Russland unterstützten Separatisten, die in der Ostukraine operieren, vertreten, wie einige ihrer Unterstützer in Russland, in zunehmendem Maße eine radikale Ideologie, die auf einer Mischung von christlicher Orthodoxie, expansionistischem Eurasianismus und irredentistischer staatlicher Aggression basiert. Eine wichtige Persönlichkeit, die zu dieser Gruppe gehört, ist Konstatin Malofejew. Der nach seiner eigenen Beschreibung „orthodoxe Unternehmer“ Malofejew soll höchstpersönlich die separatistischen Operationen im Donbas finanzieren und einen direkten Draht zu Präsident Wladimir Putins inneren Kreis haben. Obwohl er sowohl von den Sanktionen der Europäischen Union als auch Kanadas betroffen ist, wurde er bisher noch nicht von US-Sanktionen erfasst und fliegt unter dem Radar der Washingtoner Entscheidungsträger. [Anmerkung der Übersetzerin: Am 19.12. wurde er auch auf die Sanktionenliste der USA gesetzt.]

Kompletter Beitrag im Link

http://euromaidanpress.com/2014/12/22/malofejew-orthodoxer-extremist-und-finanzier-der-donbas-separatisten/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Do 24 Dez 2015 - 14:08

Würde auf jeden Fall überraschend kommen!

Die „Kämpfer der russischen Welt“ warten auf ihre Stunde in Belarus


Die öffentliche Resonanz in Belarus nimmt aufgrund der Berichte von einigen weißrussischen Medien zu, in denen von der Bedrohung durch die „Russische Welt“ gesprochen wird, die von den zahlreichen prorussischen Kosaken und anderen militärisch-patriotischen Clubs ausgeht, und die in letzter Zeit, im besonderen nach der russischen Annexion der Krim, auffallend aktiv geworden sind.

https://informnapalm.org/de/die-kaempfer-der-russischen-welt-warten-auf-ihre-stunde-belarus/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Fr 25 Dez 2015 - 10:52

von Euromaidan Press

Russisch-deutsches „Geschäft ist Geschäft“ oder: Die Technologie der Sanktionsumgehung

Vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden Diskussionen über die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen die Russische Föderation, stellen sich vermutlich nicht wenige unserer Leser*innen die Frage: Wie effektiv ist eigentlich das Sanktionsregime?

Wenn wir an die fünf europäischen Firmen denken, die sich bereiterklärt haben, Kooperationspartner von “Gazprom” bei der Realisierung von “North Stream 2” zu werden, dann ist es wohl kein Zufall, dass diese Firmen gerade aus jenen Ländern stammen, aus denen am häufigsten Rufe nach einem Ende der Sanktionen zu hören sind: aus Deutschland, Österreich und Frankreich.

Wir wollen nun eine der grundlegenden Techniken zur Umgehung der Sanktionen am Beispiel Deutschlands beschreiben – konkret an Hand der Firma Siemens, auf deren Tätigkeit in Russland die Experten von ZN.ua in der Deutschland-Rubrik unseres Projekts “Die Entführung Europas” bereits zu Recht hingewiesen haben.

Im Juli dieses Jahres entbrannte in den Massenmedien eine Diskussion um mögliche Lieferungen von Siemens-Gasturbinen, mit denen die Energieproduktion auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim gesteigert werden sollte. Offizielle Vertreter des deutschen Konzerns dementierten dies, und beschränkten sich dabei auf die Standardfloskel “Siemens respektiert die Entscheidung zu Sanktionen und hält sich selbstverständlich an die Sanktionsbestimmungen.” Aber schauen wir uns einmal an, wie die tatsächliche Lage ist.

Hier weiterlesen:

http://de.euromaidanpress.com/2015/12/25/russisch-deutsches-geschaeft-ist-geschaeft-oder-die-technologie-der-sanktionsumgehung/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Sa 26 Dez 2015 - 14:29

Wie Russland an den Verhandlungstisch gezwungen wird…


In diesem Monat mussten die Tochter von Rostech, Sberbrank und WTB24 leiden.
Aufsehenerregend wurde die Aufnahme von Yandex Money in die Liste: 75% dieser Firma gehören nämlich Sberbank, und die ist unter Sanktionen.

https://informnapalm.org/de/13556-2/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Anuleb am Sa 26 Dez 2015 - 16:27

Da Russland keinesfalls freiwillig an einen Verhandlungstisch kommen wird, wo quasi über Russland verhandelt wird, wird es wohl oder übel gezwungen werden müssen. Nur wird das aller Voraussicht nach erst nach Putins Amtszeit passieren. Und diese kann noch durchaus ein paar Jahre andauern. Frage muss daher auch sein, was wohl passieren würde, wenn sich die wirtschaftliche und soziale Lage in Russland innerhalb Putins Amtszeit so derartig zuspitzt, sodass die Versorgung weiter Teile der Bevölkerung nicht mehr sicher gestellt werden kann. Ich glaube nämlich eher nicht, dass Putin Russland noch mal so friedlich abwickelt, wie es vor 25 Jahren unter Gorbatschow/Jelzin passiert ist. Und das insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Putin massiv aufrüsten lässt. Ich sehe da momentan nämlich ziemlich dunkle Wolken am fernen Horizont.

Auch muss sicher gestellt sein, dass die EU/Nato in dieser Zeit weiterhin zusammen hält. Nur, wenn man sieht, wie sich überall Nationalismus und Euroskepsis breit macht, dann dürfte es für die eh schon zerstrittene Staatengemeinschaft immer schwieriger werden, Russland gegenüber eine einheitliche Phalanx zu bilden.

Ich kann die Hoffnungen von Anton Pawluschko nur dick und fett unterstreichen, weiss jedoch auch, dass diese mit erheblichen Risiken verknüpft sind.


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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Sa 26 Dez 2015 - 23:07

@Umnichka schrieb:Auf ca. 1000 Russen kommt einer der noch normal denken kann... Schon heftig!
Aber Respekt vor diesem Kerl hier

„Im Rekrutierungsbüro habe ich die Hymne der Ukraine abgespielt“
Der 17-jährige Wlad Kolesnikow erzählt, wie er beschlossen hat, gegen Putins Propaganda zu kämpfen

Wlad Kolesnikow, einem 17-jährigen Studenten aus Podolsk – einer russischen Großstadt bei Moskau – schreiben Hunderte von Menschen. Sie bieten ihm Hilfe und Obdach an, sagen Danke oder raten ihm, vorsichtig zu sein. „Ich kann die Gefühle, die ich beim Facebook-Checken habe, nicht in Worte fassen,“  sagt Wlad, und seine Stimme zittert vor Erregung, „Es gibt so viel Unterstützung von mir unbekannten Menschen, es ist einfach unglaublich.“

Wlad gewann viele Freunde im Internet, aber sein eigener Großvater, ein ehemaliger KGB-Offizier, verfluchte ihn; in der Berufsschule, in welcher er studierte, wurde er mit Fäusten angegriffen (Wlad hat darum gebeten, nicht zu schreiben, dass er zusammengeschlagen wurde: „Es war nur eine aufgeplatzte Lippe, ein paar blaue Flecken, ein paar Schläge auf den Kopf und drei Tropfen Blut“), und jetzt interessiert sich die Polizei für ihn.

Und das alles deshalb, weil Wlad Kolesnikow seine politischen Ansichten nicht verbirgt sondern beschlossen hat, sie öffentlich zu bekennen.

“Putin sitzt zusammen mit seiner Herde von Kriminellen und heizt das Land auf, mit Hilfe einer mächtigen Propaganda. Das ist meine subjektive Meinung. Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, dass das wahr ist,” sagt Wlad. “Wissen Sie, die russischen Medien kreieren willentlich ein Feindbild der Ukrainer als „Tschotschlij“ [abwertendes russisches Wort für Ukrainer, Anm. d. Übers.], als „Pindosy“ [abwertendes russisches Wort für Amerikaner, Anm. d. Übers.]. Ich habe das unterstützt, bis zu dem Moment, als ich ein Video auf YouTube sah. Es war 2014, und ich werde es wahrscheinlich nie vergessen, denn man könnte sagen, dass das Video mein Leben vollständig verändert hat. Ein Video mit einem banalen Inhalt: Eine amerikanische Familie, Sie – Russin, Er – Amerikaner, er gibt ihr ein Geschenk, sie gehen zu einer Schießbude. Und anstelle dessen, was man uns erzählt – ein faschistisches Regime, alle besessen von Sex und Geld , alle sind bereit, einander zu verraten, sah ich die gleichen Leute wie ich. Der einzige Unterschied war, dass sie mehr gelächelt haben. Und seitdem habe ich angefangen tiefer zu graben, eine Vielzahl an Information zu sichten, die westliche Presse zu lesen. Seitdem habe ich erkannt, dass unsere Medien viele Fehler machen, übertreiben und in den meisten Fällen einfach frech lügen.”

“Und mit ihren Verwandten haben Sie eine komplizierte Beziehung aufgrund der Tatsache, dass sie Ihre Ansichten nicht teilen?”

“Ja. Nicht nur mit meinen Angehörigen, sondern eigentlich mit allen Mitmenschen. Ich kenne nur zwei Personen, die mehr oder weniger meiner Meinung sind – mein Freund Nikolaj Podgorny und ein anderer Mann, dessen Name ich nicht nennen möchte. Aber alle Leute, die ich kenne, meine ganze Schule, alle meine Verwandten, sind alle dagegen. Nur ich und Nikolaj.”

“Und Sie beschlossen, mit Nikolaj in Podolsk ein Transparent aufzuhängen mit der Aufschrift „X ** War“ … [“F*** War”, Anm. d. Übers.]”

“Ja, es begann damit, dass ich beim Militärbüro erklärte, dass ich nicht dienen wolle und auch keinen Krieg gegen meine Brüder führen will. Vielleicht klingt das pathetisch, aber so ist es. Wir haben entschieden, dass wir das nicht länger dulden werden, und alles offen zum Ausdruck bringen werden. Zuerst wollten wir ein Plakat in Moskau aufhängen, aber dann dachten wir, dass es schnell abgerissen wird, und so begannen wir die Suche nach einem geeigneten Platz in Podolsk. Wir liefen lange umher. In der Innenstadt haben wir ein Haus mit einem offenen Dach gefunden und beschlossen, es dort aufzuhängen. Wir gingen in einen Stoffladen, kauften ein Fünf-Meter-Stück gelbes Tuch, wir haben lange ausgewählt welches, wir kauften Farbe. All dies ist teuer für einen Studenten, aber es hat sich gelohnt. Wir brauchten die ganze Nacht, um das Plakat vorbereiten und dabei die Nacht auf dem Dach verbringen.Damit es ein wenig länger hängt, haben wir es mit Eisenseilen befestigt, und die Tür mit einem Schloss versperrt, damit die Polizei nicht durchkommt, sie mussten die Feuerwehr rufen. Ich denke, dadurch haben wir zwei oder drei Stunden gewonnen.”

#Weiterlesen:
“Und beim Militär haben Sie einfach erklärt, sie wollen nicht kämpfen?”

“Ich habe keine guten Augen, schon dadurch bin ich nicht für den Militärdienst tauglich. Ich bestand die ärztliche Untersuchung, aber dann bei der Einzugsbehörde: Da stehen Tische in Form eines P, und hinter diesen sitzen Menschen, die einen beurteilen. Ich habe auf meinem Handy die Hymne der Ukraine aufgezeichnet. Die russische Hymne mag ich nicht, weil ich sie verlogen finde. Alles was sie über die Freiheit sagt, und so weiter – reiner Unsinn. Und vor dem Eintritt ins Zimmer beschloss ich, die Hymne der Ukraine abzuspielen, weil ich die russische Armee überhaupt nicht unterstütze und ihr zu dienen als Schande empfinde. So habe ich die Hymne der Ukraine eingeschaltet und sagte: ‘Leute, ich werde nicht in der russische Armee kämpfen.’ “

“Wlad, Sie sehen ein, dass Sie ein ziemlich ungewöhnlicher junger Mann sind. Sie haben eine gewisse Immunität gegen die Propaganda, und sogar Furchtlosigkeit …”

“In der Tat, ich hatte Glück – ich hatte einfach eine gewisse Zeit keinen Fernseher, ich habe diese ganzen Nachrichten nicht gesehen. Und als ich dann einen Fernsehen hatte, machte ich ihn an und sah diesen ganzen Mist, der dort gezeigt wird. Ich bin zufällig gerade bei der Talkshow gelandet, in welcher Kisseljow heftig argumentiert, dass man die Herzen von Homosexuellen verbrennen muss. Ich sitze da und denke, ist das eine Comedy-Show? Dann begann ich erst zu begreifen, dass das die neuen Nachrichten in Russland sind. Das ist richtig krass, einfach nach allen Grundsätzen der Propaganda Goebbels: von Feinden umgeben, das eigene Land besetzt. So ein Irrsinn.”

“Also, Sie haben die ukrainische Nationalhymne im Militärbüro abgespielt. Die Mitglieder der Personalkommission waren wahrscheinlich fassungslos, als sie das gehört haben?”

“Es war etwas Unglaubliches. Manche Menschen sind vor Schreck erstarrt, einige sprangen auf, fingen an zu schreien: ‘Was machst du? Weißt du, wo du bist?’ Nach einer Weile kam jemand angerannt, ich wurde in einem separaten Raum gebracht, er legte vor mir zwei Akten hin. In der einen stand, dass ich eine Sehschwäche habe, was auch stimmt, und in der zweiten stand Persönlichkeitsstörung und noch etwas anderes. Kurz gesagt, ich bin beim Militär als Verrückter eingestuft, weil ich mit der Hymne der Ukraine eintrat und meine Meinung sagte. Und das war der Wendepunkt. Als sie mir diese Akte vorlegten, erkannte ich, dass ich es nicht mehr ertragen kann. Ich bin nur hinein gegangen, und sie behandeln mich automatisch als Irren.”

“Und Ihre neuestes Kunststück: Sie sind in die Schule gegangen in einem T-Shirt mit der ukrainischen Flagge…”

“Ja. Ich habe schon früher in der Schule meine politischen Ansichten zum Ausdruck gebracht und oft mit den Lehrern darüber disktutiert. Es war klar, dass dabei nichts Gutes rauskommt, aber es ist auch nichts wirklich Schlimmes passiert, außer eine Verschlechterung der Noten und andere Kleinigkeiten. Aber damit (mit dem T-Shirt) wurde es erst lustig. In der Nähe der Schule habe ich einen tollen Klassenlehrer getroffen. Wissen Sie, ich werde diesen Blick nie vergessen: Er guckt mich an, wohl ein adäquater Mensch, und dann sieht er, was auf meinem T-Shirt ist, hebt seinen Blick und ich sehe einen solchen Hass! Danach steige ich die Treppen hoch, gehe in die Klasse, innerhalb von fünf Minuten drehen sich die Mitschüler um, die vor mir sitzen, ich saß in der letzten Reihe, und sagen: ‘Kolesnikow, sollen wir dir jetzt die Fresse einschlagen oder später?’ Nun, versucht es. Ihre Versprechen haben sie, wie Sie sehen können, eingehalten, aber nicht an diesem Tag, sondern einige Tage später, nachdem ich meine Beiträge ins Internet gestellt habe, und sie über sich selbst einiges Interessantes mitgekriegt haben. Ich kann meine politische Position durch Argumente erklären, warum ich glaube, dass die Krim annektiert wurde und warum der Donbas besetzt ist. Ich habe Beweise, ich kenne Leute, die dort gedient haben. Im Fernseher sagen sie, dass unsere Truppen dort nicht sind. In Wirklichkeit ist es natürlich anders. Sie haben keine überzeugenden Argumente gefunden, es lief alles darauf hinaus, dass ich eine Schande für das Land bin,und dass ich die Flagge abreißen muss. Das ist natürlich eine interessante Art, Politik zu betreiben. Es stellt sich heraus, dass freie Meinungsäußerung eine Schande für das Land ist.”

Wlad Kolesnikow war gezwungen, die Schule zu verlassen (er wurde augenblicklich der Schule verwiesen) und auch Podolsk. Der Großvater, mit dem er lebte, teilt seine politischen Ansichten auch nicht, und schickte seinen Enkel zu seinem Vater nach Schiguljowsk. Und gerade rechtzeitig: Wlad rief seinen Großvater an um zu sagen, dass er gut angekommen ist, und erfuhr beunruhigende Nachrichten: Es kamen zwei Männer von der Polizei vorbei und fragten, woher er die ukrainische Flagge habe und wo sein T-Shirt jetzt sei.

„Alle Demokraten Russlands wurden verbannt, und so fühle ich mich auch, wie in der Verbannung. Viele raten mir mittlerweile, nach Kyiw auszureisen. Aber das ist die extremste Option. Wenn jemand denkt, dass ich jetzt hier sitze, einen Antrag auf einen Reisepass stelle, in die Ukraine auswandere und das war’s dann, der liegt falsch. Ich plane von Schiguljowsk nach Moskau zurückzukehren und ein paar Pickets [Einzelprosteste, Anm. d. Übers.] durchzuführen,“ verspricht der furchtlose Wlad Kolesnikow.  

http://de.euromaidanpress.com/2015/06/12/im-rekrutierungsbuero-habe-ich-die-hymne-der-ukraine-abgespielt/
Rest in Peace... Sad

18-jähriger Russe, der wegen Unterstützung der Ukraine verfolgt wurde, nimmt sich das Leben

Radio Liberty meldet, dass sich der 18-jährige Russe Wlad Kolesnikow das Leben genommen hat – sechs Monate nachdem er wegen seiner prinzipiellen Ablehnung der russischen Annexion der Krim seine Wohnung und seinen Studienplatz verlor und eine Mobbing-Kampagne gegen ihn organisiert wurde  [Euromaidan Press berichtete]. Wlad starb am 25. Dezember an einer Überdosis Medikamente.

http://de.euromaidanpress.com/2015/12/26/18-jaehriger-russe-nimmt-sich-nach-mobbingkampagne-das-leben-er-wurde-wegen-ukrainefreundlicher-ansichten-verfolgt/


Zuletzt von Umnichka am Sa 26 Dez 2015 - 23:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Zusatz)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Dicker am So 27 Dez 2015 - 9:12

Ob der sich Selbst das Leben nahm hmm Unangenehme Gegner beseitigt doch der :putinocchio: egal auf welche Weise. Ich glaube nicht das er sich selbst das Leben genommen hat,denn wer so viel Mut hat sich gegen den Terror zu stellen hat schon Mentale Kraft darüber zu stehen.
Möge er jetzt seinen Frieden finden und dem Kleinen doch mal zu überlegen ob er alles richtig macht hmm

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am So 27 Dez 2015 - 9:20

Binnenflüchtlinge sind für den Staat keine Last, sondern bergen Potential – Aktivisten


Kiew, 23. Dezember 2015

Mit Stand von Anfang Dezember dieses Jahres flohen 1,650 Mio. Menschen aus der ATO-Zone; laut inoffiziellen Daten sind es bis zu 2,5 Mio. Menschen. Diese Zahlen wurden von Anatolij Putinzew, Vorstandsvorsitzender des „Kongress zur Ostukraine“, während einer Pressekonferenz im Ukrainischen Crisis Media Center veröffentlicht.

Nach seinen Angaben kann man alle Handlungen des Staates laut der UN-Konvention, die die Rechte dieser Menschen definiert, in zwei Etappen einteilen. Zum einen geht es um humanitäre Hilfe; das heißt, Aufgabe des Staates ist, die Binnenflüchtlinge mit Nahrung, Kleidung und vorübergehend mit Wohnraum zu versorgen.

„Insgesamt wurde dies erfüllt, obwohl ich das eher als „mehr schlecht als recht“ bezeichnen würde. Und dabei spielte der Staat eine geringere Rolle. Vielmehr halfen Freiwilligenorganisationen den Menschen, sich in der neuen Umgebung einzurichten, sowie lokale Behörden und zivile und internationale Organisationen, die Geld gewähren konnten“, erklärte Anatolij Putinzew.

Als zweite Etappe nannte er die soziale Adaption und Integration von Binnenflüchtlingen in die neuen lokalen Gemeinden.

„Laut Angaben des Internationalen Instituts für Soziologie, das eine Untersuchung durchführte, wollen mindestens 26 Prozent der Binnenflüchtlinge nicht in ihre Gebiete zurückkehren. Das heißt, wenn man von absoluten Zahlen ausgeht, dass faktisch eine halbe bis eine Million Menschen, vielleicht auch mehr, nicht in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren“, teilte der Vorstandsvorsitzende des „Kongresses zur Ostukraine“ mit.

Er merkte an, dass in den sogenannten „Grauzonen“ im Osten die dort verbliebenen Menschen aus verschiedenen Gründen längerfristig nicht normal leben können. Deshalb muss zu einer systematischen Arbeit für diese Gruppe von Menschen übergegangen werden. Diese muss aus der Zusammenarbeit aller Gesellschaftsorganisationen, die sich mit Fragen der Binnenflüchtlinge beschäftigen, und des Staats bestehen. Das sieht der Aktivist als Hauptaufgabe.

„Bisher wurde noch keine klare staatliche Strategie entwickelt, wie mit den Binnenflüchtlingen umgegangen werden soll. Ich würde sogar sagen, dass die derzeitige Strategie folgendes beinhaltet: verdrängen, nicht darüber nachdenken, und noch besser, sie reintegrieren, was heißt, sie dorthin zurückzubringen, wo sie herkamen. Dadurch wird sich das Problem erledigen“, meinte der Vorstandsvorsitzende des „Kongress zur Ostukraine“.

Er merkte auch an, dass man durch ein klares Staatsprogramm ausländische Investitionen und Hilfsmittel usw. gewinnen könnte, denn internationale Organisationen sind bereit, den Binnenflüchtlingen in der Ukraine zu helfen. Allerdings erwarten sie ein Signal seitens des Staates, dass die Binnenflüchtlinge keine Last für den Staat sind, sondern ein enormes Potential darstellen, das der Ukraine helfen wird, sich zu entwickeln, betonte Anatolij Putinzew.

Natalija Omeltschenko, Vorsitzende von „Aktive Bürgerposition“, merkte an, dass die Rechte von Binnenflüchtlingen systematisch verletzt werden. Nach ihren Angaben gibt es sogar im Budgetentwurf für das kommende Jahr keine konkreten Ausgabenposten für diese Gruppe von Menschen, und die Ausgaben, die sich auf sie beziehen, haben sich wesentlich verringert.

„Wir beobachten auch eine direkte und indirekte Diskriminierung und Stigmatisierung in Bezug auf Binnenflüchtlinge“, berichtete Natalija Omeltschenko.

„Es ist vor allem wichtig, die Anstrengungen und Aktionen aller Gesellschaftsorganisationen, die mit Binnenflüchtlingen arbeiten, zu vereinen und zu koordinieren“, meinte der Vorsitzende von „Ukrainischer Schutz“, Alexander Kiseljew.

Swetlana Lukjantschenko, eine Geflohene aus Luhansk und Vorsitzende von „Kraft der Zukunft“, die heute in Dnepropetrowsk lebt, meinte, dass Binnenflüchtlinge nicht auf staatlichem Niveau wahrgenommen werden.

„Millionen Menschen sind nicht zu Hause und warten auf Hilfe. Warum tun Sie das? Manchmal scheint es, dass es ein Genozid ist“, mit diesen drastischen Worten wandte sie sich an die Staatsbeamten.

Dabei führte Swetlana Lukjantschenko das Beispiel auf, dass es für Menschen, die die ATO-Zone verlassen wollen, sehr schwierig ist: „Um die Demarkationslinie zu überqueren, muss man an die Grenze zwischen Leben und Tod gehen. Die Leute gehen buchstäblich zu Grunde, weil man 8-12 Stunden warten muss […]“, erklärte die selbst Geflohene und betonte, dass bis heute an den Checkpoints Korruption existiert, was es den Menschen erschwert, in die friedlichen Gebiete zu fliehen.

Quelle: http://uacrisis.org/de/38967-peremishheni-osobi

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am So 27 Dez 2015 - 20:39

@Dicker schrieb:Ob der sich Selbst das Leben nahm hmm Unangenehme Gegner beseitigt doch der :putinocchio: egal auf welche Weise. Ich glaube nicht das er sich selbst das Leben genommen hat,denn wer so viel Mut hat sich gegen den Terror zu stellen hat schon Mentale Kraft darüber zu stehen.
Möge er jetzt seinen Frieden finden und dem Kleinen doch mal zu überlegen ob er alles richtig macht hmm

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Glaube ich ehrlich gesagt auch! Und wäre ja auch nicht das erste Mal, das der FSB einen Mord als Selbstmord erscheinen lässt...

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Mo 28 Dez 2015 - 14:06

Der Winter naht: Von Massenkundgebungen zu blutigen Provokationen Russlands

Bereits Ende November warnten mich Analytiker und ein paar gutinformierter Menschen davor, dass die Aktivierung der Kampfhandlungen im Donbass im Winter beginnen wird, entweder am Vorabend oder direkt nach Silvester. „Die russische Militäroperation wird mit einer Reihe von Provokationen beginnen, womöglich wird es der Beschuss einer Schule oder eines anderen Ortes mit Massenanhäufung sein, organisiert wird das Ganze von russischen Geheimdiensten,“ – ungefähr solche Prognosen hörte ich mehrmals von verschiedenen Spezialisten…

Heute, am 27. Dezember 2015, berichteten gleich mehrere russische Propagandaressourcen über eine angebliche „spontane Kundgebung“ der Einwohner von den okkupierten Territorien. Noch ist unbekannt, wer genau die Anfahrt von „1500 Bürgern“ zur Demarkationslinie im Raum der Staniza Luhanska organisierte, „spontan“ kann man es aber definitiv nicht nennen.

Roman Burko exklusiv für InformNapalm; übersetzt von Irina Schlegel

https://informnapalm.org/de/13647-2/


Zuletzt von Wormser am Mo 28 Dez 2015 - 14:07 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : zusatz)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am So 3 Jan 2016 - 20:03

Des Kaisers prächtige Kleider? Warum Zustimmungsraten in repressiven Systemen so trügerisch sind


Das Phänomen der hohen Zustimmungsraten für Wladimir Putin (über 80 Prozent) wird von Sozialwissenschaftlern heiß diskutiert. Eines der Argumente lautet, dass diese Angaben falsch seien und das Problem bei den Meinungsforschern liege. Der Soziologe Denis Wolkow vom russischen Lewada-Zentrum sprach mit Timur Kuran, einem prominenten sozialen Vordenker und Professor für Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften an der Duke University, über das Konzept der Präferenzverfälschung, das die hohe Zustimmung für Führer von autoritären Systemen erklärt.

http://de.euromaidanpress.com/2016/01/02/des-kaisers-praechtige-kleider-ein-soziologe-erklaert-warum-zustimmungsraten-in-repressiven-systemen-so-truegerisch-sind/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Di 5 Jan 2016 - 8:59

Wir haben Euch verraten und sind an Euch zerbrochen

Die russische Politikwissenschaftlerin Lilia Schewzowa vergleicht Russland mit einem Rumpf, dem man ein Bein – die Ukraine – herausgerissen hat. Sie erklärt, wohin dieser geschundene Körper rennt.
Artikel von: Elena Tribuschnaja
Quelle: Novoe Vremja

Der folgende Text basiert auf einer Rede der Politikwissenschaftlerin Lilia Schewzowa, die sie im vergangenen November in Kiew gehalten hat

Die Ukraine ist eine Herausforderung für Russland und eine Herausforderung für den Westen. Ich glaube, dass der Euromaidan nicht nur in unserer postsowjetischen Geschichte, nicht nur in der russischen, der ukrainischen, sondern in der europäischen Geschichte eine größere Rolle spielt als die Ereignisse des Jahres 1991. Ich sage das nicht, um den Ukrainern zu schmeicheln und ihnen zu sagen, dass sie wichtiger sind als der Rest der Welt. Nein, ich sage schon ein halbes Jahr lang, das der Euromaidan wichtiger ist als der Zusammenbruch der Sowjetunion.

http://de.euromaidanpress.com/2016/01/05/wir-haben-euch-verraten-und-sind-in-der-ukraine-zerbrochen/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Di 5 Jan 2016 - 20:04

TOP-12 von InformNapalm 2015. Chronologie des Kampfes.

Am Ende des Jahres zieht man üblicherweise Bilanz und setzt sich neue Ziele. Unsere Gemeinschaft InformNapalm beschloss, diese Tradition zu würdigen und die Ergebnisse unserer Tätigkeit 2015 zusammenzufassen

Nicht das Gold, wie die allgemeine Meinung verkündet, sondern gute Soldaten sind die wahre Triebfeder des Krieges, denn fürs Gold findet man nicht immer gute Soldaten, und gute Soldaten finden aber immer das Gold.“ –  dieses Zitat des italienischen Philosophen Niccolo Machiavelli  beschreibt sehr genau das Wesen der Arbeit unserer internationalen Community InformNapalm. Die Aufklärer und Übersetzer unseres Teams haben auf blankem Enthusiasmus ein System des effektiven Informationskampfes aufgebaut, das viele Staatsstrukturen beneiden können, die über grosse Finanzmittel und Befugnisse verfügen. Das ganze letzte Jahr widmete sich InformNapalm dem informativen Wegbrennen des Feindes, mittels zuverlässiger Fakten und fest strukturierter Information. Unser Team ist einem Bienenschwarm gleich, der penibel auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet: auf den Sieg über den Aggressor.

Darum ist unsere grösste Errungenschaft 2015 die Verstärkung und Erweiterung der Ressource, die Vergrößerung ihrer Sprachredaktionen und die Entstehung eines einmütigen festen Teams, dessen Mitglieder, die sich in verschiedenen Ecken der Welt befinden, erfolgreich zusammenwirken und ein effektives Informationsprodukt erschaffen.

Jede OSINT-Untersuchung von InformNapalm kann als ein Beispiel erfolgreicher und mühsamer Arbeit wahrgenommen werden, wir möchten uns aber an die Resonanzereignisse dieses Jahres erinnern und die Chronologie unserer wichtigsten Publikationen wiederherstellen.

https://informnapalm.org/de/top-12-von-informnapalm-2015-chronologie-des-kampfes/

Bitte Lesen! Ist ein toller Text. Mit ganz vielen Informationen und Links. Danke an jeden einzelnen Mitarbeiter, Mitstreiter und Informanten von InformNapalm. Ohne deren Recherchen und Informationen lägen noch viele Ereignisse, rund um das furchtbare Geschehen im Donbass, im Dunkeln


#Top-Artikel


Zuletzt von Umnichka am Di 5 Jan 2016 - 20:36 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Top-Artikel)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Mo 11 Jan 2016 - 16:01

Es gibt alleine bei Twitter, so unglaublich viele deutschsprachige, rechtsradikale -Accounts, die unter russischen Namen (kyrillische Schrift) laufen zum kotzen!



Anna-Veronika Wendland: PACK VERTRÄGT SICH

Deutsch-russische Freundschaften im Pegidaland

Heute las ich im Leipziger Stadtmagazin KREUZER (Nr. 01/16, S. 14) eine interessante Nachricht aus dem Leipziger Land. Dort trafen sich in einem Gasthof in Audenhain, dem “Trailer”, zusammengetrommelt von dessen scheinheiligen Gastwirt und der rechtsextremen “Legida”, dem Leipziger besonders pathologischen Sonderfall der “Pegida”, die üblichen besorgten Bürger. Das ganze wurde angemeldet als Gesprächsforum über “Demokratie” und “Dialog”, weil im Ort demnächst Flüchtlinge zur Unterbringung erwartet würden.

Allerdings äußerte sich die Bereitschaft zum “Dialog” mit der wenig dialogisch klingenden Suggestivfrage im Veranstaltungstitel, ob denn die “wahren Ursachen” von “Waffenhandel, Kriegsterror, Flüchtlingsstrom” und ein paar anderen Übeln, die ich nicht behalten habe, von der Regierung und den “Mainstreammedien” “verschwiegen” würden. Als Prügelknabe herhalten durfte dafür ein tapferer Abgeordneter der CDU, der in der Veranstaltung für Merkels Politik heruntergeputzt wurde.

Dafür gaben die erwartbaren Antworten andere – die Männer im Saal; nur die nämlich, meist Mitglieder oder Anhänger der AfD, äußerten sich bei der Veranstaltung, bei der auch ein Infostand der Querfrontpostille “Compact” für die nötige ideologische Aufrüstung sorgte. NATO, USA und Westen seien schuld, es werde Zeit, dass Deutschland wieder “souverän” werde und sich seine Bündnispartner selber aussuche.

Wer Zweifel hatte, wer dieser selbstausgesuchte Partner aus der Perspektive der AfD-Kursachsen sein könnte, dem wird durch den Ehrengast der Provinzzusammenrottung Klarheit verschafft. Das war nämlich ein Vertreter der Botschaft der Russländischen Föderation, Aleksandr Miljutin, der extra aus Berlin angereist war, um den Anwesenden das heimelige Gefühl des Nachhausekommens in den Mief der DDR zu bereiten, in dem sein oberster Dienstherr als weiland Dresdener KGB-Resident einen besonders strengen Geruch verbreitete.

Weiter http://de.euromaidanpress.com/2016/01/10/anna-veronika-wendland-pack-vertraegt-sich


Zuletzt von Umnichka am Mo 11 Jan 2016 - 16:01 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Zusatz)

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Di 12 Jan 2016 - 19:45

Der Kreml wurde bei einer kniffligen Korrektur des BILD-Interviews mit Putin ertappt


Das Original vom Interview des russischen Präsidenten Wladimir Putin an die deutsche Ausgabe Bild unterscheidet sich von der russischsprachigen Version, die der Kreml bereitstellte.

Darauf wurde der Journalist Oleg Schankowski aufmerksam, der auf seiner FB-Seite schrieb, dass im Text der deutschen BILD bei der Frage über die Zusammenarbeit mit G8 davon gesprochen wird, dass „die internationale Gemeinschaft Russland inzwischen geradezu geächtet hat“, in der kremlischen Variante Putin aber gefragt wird: „Herr Präsident, werden Sie bestimmte Schritte unternehmen, um den Format von G7 im Format von G8 wiederherzustellen?“

Zugleich wurde die russische Zeitung „Moskowski Komsomolez“ darauf aufmerksam, dass dies bei weitem nicht die einzige Korrektur ist, die der Kreml im genannten Interview vorgenommen hat.

Zum Beispiel hat Putins Verwaltung die Frage „Wie sehr schmerzt Sie das?“, bei der es darum ging, dass Putin die G8-Gipfel nicht mehr besuchen kann, vollständig ausgelassen.

Bezüglich der Krim fragen die deutschen Journalisten Putin darüber, ob die Halbinsel der Zusammenarbeit mit dem Westen Wert sei (BILD: Ist es die Krim im Vergleich dazu wirklich wert, Russlands Verhältnis zum Westen derart zu beschädigen?). Auf die konkretisierende Frage von Putin: „Was verstehen Sie unter „Krim“?“ antwortet der deutsche Journalist im russischen Text kurz: „Grenzverschiebung“, in der deutschen Originalversion ist der Satz aber wesentlich ausführlicher: „Die einseitige Verschiebung von Grenzen in einem Europa, das ganz besonders auf dem Respekt vor Staatsgrenzen fußt“. Im russischen Text wird das Fragment mit „europäischen Staatsgrenzen“ weiter unten angegeben und ohne die Erwähnung von „einseitiger Verschiebung“.

Kompletter Artikel https://informnapalm.org/de/14063-2/
Dieses Material wurde von Irina Schlegel auf der Basis vom Artikel in apostrophe.com.ua für InformNapalm vorbereitet.

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  telzer am Mi 20 Jan 2016 - 13:04

 Interessanter Bericht
Meine kurze Zusammenfassung - wo Licht ist gibt es auch Schatten



Wir haben überlebt. Über Erfolge und Niederlagen der Ukraine

"Die Ukraine muss vorzeitige Wahlen unbedingt vermeiden", so Aleksej Haran

Die wesentlichen Probleme sind eine verzögerte Durchführung der Reformen und der schleppende Kampf gegen die Korruption, die fehlende Strafverfolgung der Verbrecher des Regimes des ehemaligen Präsidenten Janukowitsch sowie der Populismus. Doch die Erfolge überwiegen.

Quelle : http://de.euromaidanpress.com/2016/01/20/wir-haben-ueberlebt-ueber-erfolge-und-niederlagen-der-ukraine/#arvlbdata

Ursprügliche Quelle : http://nv.ua/opinion/haran/my-vystojali-o-pobedah-i-neudachah-ukrainy-89921.html

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Nordlicht am Fr 22 Jan 2016 - 19:23

Ein Klasseartikel von Irina Schlegel ukraine


19-21. Januar 2015: Im Gedenken an die Cyborgs

In den letzten Tagen und Wochen ist in den russischen Medien eine deutliche Kehrtwendung zu verzeichnen. Aus dem medialen Keller wurden staubige Begriffe herausgeholt, die vor über zwei Jahren als unnötiger Müll dort landeten: „Brudervolk“, „Gemeinsame Vergangenheit“, „Eine Sprache“.
https://informnapalm.org/de/14279-2/


Zuletzt von Umnichka am Fr 22 Jan 2016 - 19:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Beitragsregeln beachten!)
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am So 24 Jan 2016 - 21:26

Verfassungsänderungen: Die Ukraine ist ein geduldiges Land…

von Vitaly Portnikov

Deutscher Außenminister Frank-Walter Steinmeier fordert die Ukraine dazu auf, ein Gesetz über die Wahlen im Donbass zu verabschieden, und weist darauf hin, dass die Verzögerung in dieser Gesetzerlassung zu einer weiteren Eskalation der Lage führen könnte. Laut Steinmeier sei die Situation eskalationsgefährdet, weil die Parteien immer ungeduldiger werden, weshalb es auch keine Verzögerung geben darf.

Also, in Wirklichkeit ist alles genau umgekehrt. Die Parteien – wenn man unter „Parteien“ nicht die Ukraine und die mythischen Separatisten versteht, sondern die wahre Konfliktpartei – Russland – diskutieren durchaus geduldig über das Format der möglichen Kompromisse. Davon zeugen sowohl die Ablösung des russischen Vertreters in der Kontaktgruppe, als auch das jüngste Treffen in Minsk, und auch die Thesen, die im Boris Gryslows Interview an die Zeitung „Kommersant“ auftauchten. Und behaupten, dass Russland derzeit irgendeine militärische Eskalation anstrebt, würde ich nicht. Wie ich auch nicht behaupten würde, dass die Ukraine an einem Szenario der militärischen Befreiung des Donbass von der Besatzungsmacht arbeitet.

Moskau ist ernsthaft an der Sanktionsabschaffung interessiert – und dafür muss man die Ukraine der Konstruktivlosigkeit beschuldigen. Jede militärische Verschärfung würde diesem Versuch ein Ende setzen und der Ukraine erlauben, den Kreml einer direkten Aggression zu beschuldigen. Die Ukraine hat ihrerseits Interesse daran, auf keinen Fall eine Legitimation der bewaffneten Bandenformationen und „Volksrepubliken“, sowie ihre Eingliederung in den staatlichen Körper unseres Landes zuzulassen. Wie auch daran, dass Putin weiterhin Hunderte Millionen Dollar für Donbass ausgibt – was früher oder später den russischen Präsidenten nachgiebiger machen wird.

Weiter https://informnapalm.org/de/14317-2/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

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