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Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Sa 21 März 2015 - 15:40

Plagiat: Putin schrieb seine Rede zur Krim-Annexion von Hitler ab


[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

http://de.euromaidanpress.com/2015/03/16/plagiat-putin-schrieb-seine-rede-zur-krim-annexion-von-hitler-ab/


Zuletzt von Wormser am Sa 14 Nov 2015 - 19:25 bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet (Grund : Thema umbenannt: Meldungen von Euromaidanpress,Informnapaln & co!(2))

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Realist am Sa 21 März 2015 - 16:00

Habe ich über Facebook gefunden Smile Zum besseren Verständnis , aber als Meldung von dieser Seite :

Daryna Stepaniuk singt „Plywe Katscha“


Das Video zeigt einen Ausschnitt aus dem Auftritt der Ukrainerin Daryna Stepaniuk bei der ukrainischen Talentshow „Golos Krajiny“ (der ukrainischen Ausgabe von „The Voice“). Sie singt die ersten drei Strophen von Plywe Katscha, einem lemko-karpatischen Schützenlied, das als Trauerlied um die Himmlische Hundertschaft Teil des Geistes des Maidan geworden ist. Daryna erzählt von ihren Eindrücken vom Maidan und spricht mit dem Juror Swiatoslaw Vakartschuk, Leadsänger der Gruppe Ocean Elsi, darüber, warum sie genau dieses Lied gewählt hat.
Die Übersetzung des ganzen Liedes:
Der Strom der Theiß trägt eine Ente.
Der Strom der Theiß trägt eine Ente.
Liebe Mutter, schilt mich nicht.
Tadele mich in schwerer Stunde.
Ich weiß nicht, wo mein Leben endet.
Ich weiß nicht, wo mein Leben endet.
Sterben werd ich in der Fremde.
Sterben werd ich in der Fremde.
Wer hebt für mich das Grab aus?
Wer hebt für mich das Grab aus?
Bestatten werden mich fremde Leute.
Bestatten werden mich fremde Leute.
Wirst du nicht um mich trauern, Mutter?
Wirst du nicht um mich trauern, Mutter?
Mein Sohn, wie könnte ich nicht um dich trauern?
Mein Sohn, wie könnte ich nicht um dich trauern?
Trug ich dich doch unter meinem Herzen.
Trug ich dich doch unter meinem Herzen.
Der Strom der Theiß trägt eine Ente.
Der Strom der Theiß trägt eine Ente.



http://maidantranslations.com/2015/03/12/daryna-stepaniuk-plywe-katscha/



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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am So 22 März 2015 - 8:49

Russisches Gericht verurteilt Maidan Aktivist zu 2- Jahren weil er Ukrainer ist


Juri Jazenko, ein 25-jähriger Student, wurde im Mai 2014 festgenommen, nachdem die russischen Beamten herausgefunden hatten, dass er aus Lwiw stammt. Jetzt wurde er zu zwei Jahren Strafkolonie niedriger Sicherheitsstufe verurteilt. Die Anklage wurde erst erhoben, nachdem er und ein Freund sich schon seit einigen Monaten in Haft befanden; die Anklage ist absolut nicht nachvollziehbar, aber das hat weder die russischen Ermittler noch das Gericht abschrecken können.

Wie berichtet, wurde Jazenko Anfang Mai 2014 gemeinsam mit Bohdan Jarytschewskij inhaftiert, einem gerade fertig gewordenen Juristen aus Lwiw. Sie wurden ursprünglich von der Polizei in der Region Kursk angehalten, um ihre Identität zu überprüfen. In den ersten Monaten nach dem Ende des Euromaidan und nach Russlands Einmarsch auf die Krim, wurde Ukrainer zu sein schon als etwas Belastendes in Russland behandelt. Das war jedoch nichts, im Vergleich zu dem was folgte: Einer der Offiziere, der offensichtlich zu viel russisches Fernsehen gesehen hatte, bezeichnete Lwiw als “faschistische Stadt”. Die Kursker Offiziere reagierten mit immenser Anspannung auf den Wohnort Lwiw und nahmen sofort Kontakt mit dem russischen FSB [Sicherheitsdienst] auf.

Angesichts der anhaltenden Inhaftierung und dem wahrscheinlich heftigen Urteil aufgrund konstruierter Anklagen, mit denen der Filmregisseur Oleg Senzow und zwei weitere Krimtataren konfrontiert sind, sind die Kommentare der Polizeibeamten aus Kursk vom 6. und 7. Mai 2014 sehr bezeichnend: Schon Tage vor Senzows Verhaftung spekulierten die Beamten, dass Jazenko und Jarytschewskij an “einer anderen Sabotagegruppe” beteiligt gewesen sein könnten, die angeblich in Simferopol eine Statue von Lenin zu sprengen geplant hatten. Dies ist nur einer von zahlreichen Gründe für die Annahme, dass der FSB einen Prozess wegen “terroristischer Handlungen” auf der Krim auszuhecken versuchte, für die die Ausführenden aus den Gegnern der russischen Besatzung im Voraus festgelegt werden sollten.

Es ist wichtig zu beachten, dass keiner der Männer aufgrund irgendeines Vorwurfs einer Straftat inhaftiert wurde. Ein Gericht fand sie am 8. Mai nur einer Ordnungswidrigkeit für schuldig, weil sie an der Grenze auf dem Anmeldeformular das Feld “private Zwecke” anstatt “Tourismus” angekreuzt hatten.

Sie sollten sofort abgeschoben worden, wurden aber für drei Monate an Ort und Stelle in einem Ausreisezentrum festgehalten, noch ohne Zugang zu einem Anwalt oder dem ukrainischen Konsul und auch nicht in der Lage, ihre Familien zu kontaktieren.

Diese Zeit der Isolierung nutzte der FSB für ‘Verhöre”. Man versuchte, “Geständnisse über die Pläne für eine Art von ‘Sabotage’ in Russland” aus ihnen herauszuprügeln, angeblich seien sie vom ukrainischen SBU [Sicherheitsdienst] oder vom Rechten Sektor, einer nationalistischen Organisation, die von Russland beharrlich dämonisiert wird, entsandt worden. Der FSB versuchte dann auch, sie dazu zu bringen, öffentlich zu erklären, dass eine Militärjunta in der Ukraine die Macht übernommen habe, und dass sie um politisches Asyl bitten. Keiner der beiden war dazu bereit.

Nachdem die Schläge und psychologischer Druck gescheitert waren, wurde Jazenko in Handschellen und mit einem Sack über den Kopf in den Wald gebracht und für mehrere Stunden der Folter unterzogen.

Die beiden jungen Männer suchten schließlich Zuflucht in der Selbstverstümmelung, um ins Krankenhaus zu kommen und ihre Familien kontaktieren zu können. Dies ergab nur eine vorübergehende Atempause von den Verhören, in denen den Männern immer wieder gesagt wurde, dass man ihnen Drogen oder Waffen unterschieben werde, wenn sie nicht kooperierten.

Keiner “kooperierte”, aber im August wurde Jarytschewskij abgeschoben. Jazenko wurde zunächst wegen Besitzes und Schmuggels von 40 Gramm Schwarzpulver angeklagt, wie man ihm angedroht hatte,. Der Vorwurf des Schmuggels wurde später fallen gelassen – entweder wegen der Absurdität des Schmuggels einer so winzigen Menge, oder weil es mit der Behauptung der Ermittler kollidierte, dass Jazenko einen Sabotageakt geplant habe.

Die Anklage war auf jeden Fall absurd angesichts der betreffenden Menge, die für den angeblichen Zweck der Sabotage viel zu klein war. Ein Gutachten bestätigte, dass die Substanz an sich nicht illegal war und als Sprengstoff nur wirksam war, wenn sie mit bestimmten anderen Elementen kombiniert würde, darunter ein Zünder. Nichts davon wurde festgestellt, und die Menge war minimal, aber der Richter verurteilte Jazenko dennoch zu zwei Jahren Haft in einer Arbeitskolonie niedriger Sicherheitsstufe.

Juris Vater Serhij Jazenko, der die letzten sechs Monate in Russland war, um nahe bei seinem Sohn zu sein und zu verhindern, dass die Folterungen wiederholt wurden, nennt den ganzen Prozess eine Farce. Juris Anwalt Pjotr Saikin hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, weil es unrechtmäßig und ungerechtfertigt ist. Er geht davon aus, dass man einfach beabsichtigt, Jazenko so lange wie möglich im Gefängnis zu halten, und glaubt, der FSB wolle den jungen Mann rekrutieren.

Ob dies stimmt, ist unklar. Sicher ist aber, dass Russland eine Reihe von ukrainischen Staatsbürgern aufgrund offenkundig falscher Anschuldigungen in Haft hält. Es gibt alle Gründe für die Feststellung, dass Juri Jazenko festgenommen und als ukrainischer Bürger verurteilt wurde. Das Minsker Protokoll, das Russland unterzeichnet hat, fordert seine Freilassung als rechtswidrig in Haft gehaltener Person.



Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 21.3.2015

http://de.euromaidanpress.com/2015/03/21/russisches-gericht-verurteilt-maidan-aktivist-zu-2-jahren-weil-er-ukrainer-ist/

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“DVR”-Söldner erzählte, dass Sachartschenko für Achmetow arbeitet…

Beitrag  telzer am Mo 23 März 2015 - 19:57

Wieder mal interessante Einzelheiten aus dem Leben der terroristischen Bandenformationen “DVR” und “LVR”…. hmm

Informnapalm.org hat mal wieder etwas ausgegraben :

informnapalm.org deutsch schrieb:Das Oberhaupt der terroristischen Organisation „DVR“ Alexander Sachartschenko arbeitete in Strukturen von Rinat Achmetow und verteidigt seine Interessen. Genau nach seinem Befehl wurde der Kommandeur des Bataillons „Swarog“, der in Donezk unter dem Rufzeichen „Wargan“ bekannt ist, dafür verhaftet, dass er sich ans Eigentum von Achmetow in Donezk vergriff. Das erzählte der Söldner Sergei, der im Verband des „Zweiten Bataillons der republikanischen Garde“ für die „DVR“ kämpfte. Der Söldner erzählte in einem Skype-Interview, wie die Zusammenstösse unter Terroristen verlaufen, und für welche Sünden man in der „jungen Republik“ ins Gefängnis kommen kann. Seinen Worten nach, lebte Sergei früher im Petrower Bezirk von Donezk, und ist nun in die Stadt Perejaslawl-Salesski des Jaroslawer Gebietes Russlands umgesiedelt.

Die „Volkswehr“ bekommt 8 000 Griwna im Monat.

“Es gibt keine „Volkswehr“ in Donezk. Alle „Aufständischen“ bekommen Geld. Die russischen „Touristen“ bekommen gutes Geld, die lokalen Söldner dagegen wenig. Dieses Geld bekommt die „Volkswehr“ sehr unregelmässig. Die humanitäre Hilfe, die aus Russland geliefert wird, wird unter den „Aufständischen“ verteilt,“- erzählte der Söldner.

“Vor drei Wochen gab es mal so einen Zwischenfall, wo in den Stab unseres Bataillons maskierte Menschen gekommen sind, sich als FSB vorgestellt haben, alle auf die Strasse herausgezogen haben, uns wie die dummen Ukros geschlagen haben, halbnackt. Die Hälfte der Offiziere und „Aufständischen“ wurde verhaftet, ohne jegliche Gründe anzugeben. Bei uns wird unglaublich viel Druck auf die „Volkswehr“ ausgeübt, damit sie nicht denken, dass sie frei und unabhängig sind. Was für einen Lohn hat der „Aufständische“? 8 000 Griwna, das sind ca. 300 Dollar. Versucht mal einen Monat lang für 300 Dollar zu leben!“

Über die Liquidierung des Bataillonkommandeurs Wargan, der sich am TV-Kanal von Achmetow vergriff.

“Wir gehörten zum Korps von „Oplot“, aber dann wurde die Leitung durch Oligarchen übernommen. Sie (die Leitung der „DVR“) haben den Kommandeur weggeräumt, ihn im Gefängnis eingesperrt, ihn aller möglichen Sünden beschuldigt. Wie mir Puschilin sagte, gefiel ihnen Wargan deswegen nicht, weil er den TV-Kanal von Achmetow an sich gerissen und auf dessen Basis den TV-Kanal „Heimisches TV“ gegründet hat. Da wurde Pornographie, Lüge verboten, die jeden Tag von den TV-Bildschirmen kommen. Puschilin und Purgin hat es nicht gefallen, und Wargan wurde eingesperrt. Er ist immernoch im Knast. Er wird der Bildung einer terroristischen Gruppe und der Morde an ukrainischen Militärs beschuldigt, man zwingt die Anderen, Zeugenaussagen gegen ihn bezüglich dessen zu unterschreiben.“- berichtete der Terrorist.

Sachartschenko machte bis zum „Russischen Frühling“ Geschäfte mit Hühnern.

“Die Macht haben Kriminelle an sich gerissen- diejenigen, die Aufseher waren, die Märkte oder Geschäfte kontrolliert haben…. Und Diebe. Wer ist Sachartschenko? Sachartschenko gehörte den Strukturen von Rinat Achmetow an, hatte ein Handelsgeschäft mit Hühnern. Also, ein Geschäftsmann, der eigene dunklen Geschäfte machte. Er ist kein Workaholic, wie er sich selbst darzustellen versuchte, er hat gar keinen Bezug zur Arbeiterklasse. Sein Bruder ist von ihm nach Russland geflüchtet, weil er (der Bruder) versuchte, die Wahrheit über das Geschehen zu erzählen. Man hat versucht, ihn zu töten. Bei uns werden gerade alle Unbequemen getötet- sie werden an die Front geschickt und da wird ihnen in den Rücken geschossen, oder sie geraten an eine Mine. Viele von den Freiwilligen, die nicht wegen des Geldes gekommen sind, sind ins Gefängnis geraten, sitzen da zusammen mit den ukrainischen Kriegsgefangenen… Von der Seite der „DVR“ wird uns eingeflüstert, dass sie (die Führung) Helden sind. Aber was sind sie denn für Helden, wenn Motorola mit Batman in den Petrower Bezirk gekommen sind und dort eine Wohngegend auf einem unter unserer Kontrolle stehendem Territorium zerschossen haben? Der Bataillonkommandeur- Afghane (ist ein Rufzeichen, wird oft für die Soldaten verwendet, die am Afghanischen Krieg teilgenommen haben)- empörte sich darüber, unser ganzes Bataillon war sauer und sagte ihnen: „Haut ab hier!“. Was hat man mit Afghanen gemacht? Er ist verschwunden: er wurde verhaftet, wir wissen gar nicht, wo er ist.“- erzählt der Don-Bewohner.

In der „DVR“ wird eine parallele Armee aufgestellt.

„Was denn für ein Nationalismus seitens der Ukraine? Alle, die da in der Regierung sind- Poroschenko, Jazenjuk, Timoschenko- die haben alle jüdische Wurzeln. Und von unserer Seite das Gleiche- die ganze humanitäre Hilfe kontrolliert ein Jude, Kofman. In der „DVR“ sind Juden an die Macht gekommen- und stellen nun eigene Armee auf. Sie werden hinter unserem Rücken stehen und uns in den Rücken schiessen, wenn wir nicht richtig kämpfen werden, wenn wir den Genozid falsch ausführen“.

Ohne Russlands Hilfe wäre die „Volkswehr“ bereits im Sommer auseinandergefallen.

“Wenn Putin nicht vorhatte, die Armee einzuführen, so hätte man auch der DVR nicht helfen sollen, ohne diese Hilfe wäre die Volkswehr bereits im Sommer auseinandergefallen. Strelkow wäre erschossen worden, dieser Dreckskerl, und der Krieg wäre beendet, man hätte viele Leben erhalten können. Nun wird unter diesem ganzen Gesülz ganz viele Waffen und alles andere von der russischen Seite zur Verfügung gestellt. Nicht nur ich bezeichne ihn als einen Dreckskerl – auch diejenigen „Aufständischen“, die mit ihm zusammen kämpften, die er verraten, verlassen hat, und sie aber überlebt haben. Seine Aufgabe war gar nicht die Menschen zu leiten, sondern den Krieg zu entfachen. Und diese Aufgabe hat er gelöst. Ohne grossen Lärm und Staub ist er nach Russland verfrachtet worden. Er wurde durch einen anderen abgelöst. Aber durch wen? Durch den Kriminellen Sachartschenko, der mit seinem eigenen Bruder kein Mitleid hatte. Wenn er seiner Familie keinerlei Wert beimesst, wie kann man ihm ein Land, die Leben von anderen anvertrauen? In Wirklichkeit ist eine Umverteilung des Eigentums, der Macht passiert, und dafür zahlen wir nun mit unseren Leben.“

Sachartschenko wollte eine Steuer auf die Durchfahrt durch die „DVR“ einführen.

“Durch unser Territorium, durch Awilo-Uspenka kommen Tankwagen durch, die nicht nur in die DVR, sondern auch in di LVR fahren. Auf einer Besprechung sagte Sachartschenko Folgendes: „Wieso zahlen sie nicht dafür, dass sie durch unser Territorium durchfahren? Verbrennt drei ihrer Tankwagen, damit sie wissen, wie das enden kann. Was soll es denn für eine gemeinsame Regierung der DVR und LVR geben?“- teilte der Söldner Einzelheiten der Zusammenstösse zwischen den „Republiken“ mit.

Der Söldner-Kommandeur Wargan, über welchen Sergei erzählte, kämpfte früher in der Bandenformation „Oplot“ von Alexander Sachartschenko, hat sich aber später mit dem DVR-Führer zerstritten und wurde verhaftet. Wargan war als ein Neoheide und fanatischer Antisemit bekannt. Seine Gruppierung kontrollierte den Petrower Bezirk von Donezk. Wie viele andere Söldner galt er lange Zeit als der „Held vom Neurussland“ und wurde mehrmals zum Held der Reportagen des lokalen Terroristen-Fernsehens. In einem seiner Interview propagierte der Söldner, der durchaus gerne Menschen tötete, Vegetarismus und rief dazu auf, keine Tiere zu töten, um sich „das Karma nicht dreckig zu machen.“


Quelle : sirgis.info; übersetzt von Irina Schlegel

Link zum Beitrag : “DVR”-Söldner erzählte, dass Sachartschenko für Achmetow arbeitet…

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Di 24 März 2015 - 17:35

Kaspersky: Software, Sauna und Spione
Die Firma, die Ihr Internet sicher macht, hat enge Verbindungen zu russischen Spionen

Kaspersky Lab hat Berichte über angebliche elektronische Spionage durch die USA, Israel und Großbritannien veröffentlicht – doch es wäre noch Russland zu betrachten.
Kaspersky Lab verkauft Sicherheitssoftware, einschließlich Antivirus-Programme, die von Großhändlern und anderen US-Amerikanischen Computerverkäufern empfohlen werden. Die Moskauer Firma steht, an ihren Einkünften gemessen, auf dem sechsten Platz der Produzenten von Sicherheits-Software. Sie erwirtschaftete 667 Millionen US-Dollar im Jahr 2013 und ist der Favorit von Bewertern und Technikfreaks auf Amazon.com. Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender Jewgenij Kaspersky hat früher für den KGB gearbeitet, und eine der japanischen Werbekampagnen nutzte den Slogan: „Ein Verschlüsselungsexperte vom KGB“. Die Verkaufstaktik, Idee eines einheimischen Partners, wurde „vom Hauptquartier schnell zurückgezogen“, so Kaspersky Lab, als die Firma Führungskräfte aus den USA und Europa rekrutierten, um Ihr Geschäft auszuweiten und, gemeinsam mit einer US-Investment-Firma, den Börsengang vorzubereiten.

Engere Verbindungen zum Geheimdienst seit 2012
Im Jahr 2012 änderte Kaspersky Lab jedoch abrupt den Kurs. Seitdem haben hochrangige Manager die Firma verlassen oder wurden gefeuert und ihre Stellen dann oft von Leuten mit engeren Verbindungen zum russischen Militär oder Geheimdienst besetzt. Einige von ihnen unterstützen aktiv die Strafverfolgung des KGB-Nachfolgers FSB und nutzen dazu die Daten von einigen der 400 Millionen Nutzer, die sich auf die Software von Kaspersky Lab verlassen, so sechs gegenwärtige und frühere Angestellte, die es – aus Furcht vor Repressalien – abgelehnt haben, das öffentlich zu erörtern.

Diese Nähe beginnt an der Spitze: Wenn Kaspersky nicht gerade reist, versäumt er fast nie seine wöchentliche Banja (Sauna) mit einer 5 bis 10 Mann starken Gruppe, in der gewöhnlich auch einige Geheimdienstmänner sind. Kaspersky sagte jedoch in einem Interview, dass diese Gruppen-Sauna-Abende reine Gesellschaftsabende seien: „Wenn ich in die Banja gehe, bin ich unter Freunden.“

Kaspersky sagt, Regierungsstellen könnten die Daten seiner Firma nicht mit einzelnen Kunden verknüpfen, und er sagt weiter, dass er keinen erhöhten Druck zu fürchten habe, seine Loyalität zu Wladimir Putin zu demonstrieren. „Ich bin nicht die richtige Person, um über die russische Wirklichkeit zu sprechen, denn ich lebe im Cyberspace“, sagt er.

Messen mit zweierlei Maß?
Wie dem auch sei: Während Kaspersky Lab eine Serie von Berichten veröffentlicht hat, die die angebliche elektronische Spionage der USA, Israel und Großbritanniens untersuchten, hat die Firma die angeblichen russischen Operationen nicht mit gleichem Nachdruck untersucht. Im Februar veröffentlichten die Untersucher von Kaspersky Lab einen bemerkenswert detaillierten Bericht über die Taktik eines Hacker-Kollektivs, das unter dem Namen „Equation Group“ bekannt wurde, die Russland, den Iran und Pakistan angegriffen habe, und von der Cyber-Analysten annehmen, dass sich dahinter die NSA verbirgt. Einen ähnlichen Bericht über die Verbindungen von Russland zu einer ausgefeilten Software namens Sofacy hat Kaspersky Lab nicht veröffentlicht. Sofacy hat die NATO und die Außenministerien in Osteuropa angegriffen. Über Sofacy hat die US-Cybersicherheitsfirma FireEye im letzten Frühjahr berichtet.

Da Kaspersky Lab die prominenteste Cybersicherheitsfirma mit engen Verbindungen zur russischen Regierung ist, spiegelt sich in der Affinität mit den Schlapphüten des Landes eine sich über Jahre hinziehende Verlagerung (der Politik) von Sicherheitsfirmen dahin wieder, Partei zu ergreifen. Die meisten Hersteller von Sicherheitssoftware arbeiten in irgendeiner Hinsicht mit den USA zusammen. Verbindungen zu irgendeiner Regierung können es im paranoiden globalen Markt nämlich erschweren, Produkte zu verkaufen, sagt Rick Holland, Hauptanalyst für Sicherheits- und Risikomanagement der Firma Forrester Research. „Das ist eine Herausforderung für jede Sicherheitsfirma da draußen“, so Holland. „Was für Verbindungen zur Regierung haben Sie?“

Weiterlesen:
Dramatischer Richtungswechsel
Die Verbindungen von Kaspersky Lab nahmen nach zwei Entlassungswellen von Führungskräften dramatisch zu, sagen vier der früheren Insider. Die erste Welle kam 2012, nachdem Kaspersky eine IPO-Partnerschaft (Partnerschaft zum Gang an die Börse) mit der Investment-Firma General Atlantic aus Greenwich, Connecticut, abwürgte. Danach schickte der Vorstand für Geschäft und Vertrieb, Garry Kondakow, eine Rundmail, in der stand, von nun an würden die höchsten Posten der Firma nur noch mit Russen besetzt, so zwei Leute, die diese Mail gesehen haben. Board meetings, früher in Englisch abgehalten, würden heute nur noch in Russisch durchgeführt. Die Firma leugnet, dass eine solche eMail je verschickt wurde.

2014, als eine Handvoll Führungskräfte, unter ihnen der Technische Direktor Nikolai Grebennikow und der Präsident für Nord Amerika, Steve Orenberg, baten, die Ernennung eines neuen CEO (Generaldirektors) zu überlegen und nur die Führung der Firma zu behalten, wurden sie gefeuert.

Der Leitende Rechtsberater, Igor Tschekunow, der regelmäßig an Kasperskys Banja-Nächten teilnimmt, ist die Schlüsselfigur für die Zusammenarbeit der Firma mit der russischen Regierung, sagen drei der Insider. Seit 2013 führt er ein Team von 10 Spezialisten, die Daten von Kunden auswerten, die gehackt wurden, und dem FSB und anderen russischen Behörden technische Unterstützung geben. Das Team kommt von überall in der Firma an alle Daten heran. Während der geschäftsführende Direktor für Nordamerika, Christopher Doggett, sagt, die Daten blieben anonym, sagen Zwei, die sich mit der Technologie auskennen, dass sie so verändert werden könne, dass man Informationen von individuellen Rechnern sammeln könne, und dass sie schon benutzt worden sei, um dem FSB bei seinen Nachforschungen zu helfen. Über Tschekunow gibt es auf der Firmenwebsite keine Biographie, bevor Bloomberg Business Week danach gefragt hat. Firmensprecherin Sarah Kitsos sagt, er sei, nach seinem Dienst in den KGB-Grenztruppen, Polizist gewesen.

Und die USA?
(Das Beispiel) FireEye zeigt, wie diese Verbindungen in den USA funktionieren. Die Firma war früher von der CIA geführt worden, die deren Technologie benutzt und jahrelang durch ihren Investment-Arm, In-Q-Tel, einen Anteil dieser Firma hielt. FireEye hat russisches und chinesisches Hacking aufgedeckt, doch es steht noch ein großer Bericht über die Spionage durch die USA aus. Obwohl der CEO von FireEye, David DeWalt, den Bericht der Equation Group von Kaspersky Lab sehr lobt, will er nicht sagen, ob er die Gruppe erforscht. „Ist es denn ein Geheimnis, welche Wurzeln die Gruppe hat und wer sie wahrscheinlich mit Informationen füttert?“ sagt er. „Man sieht sich all das an und geht einfach weiter, ‚Hey, das ist die Realität, in der wir jetzt leben‘“.

In direkten Vergleichtests schlägt sich Kaspersky Labs Software immer noch gut gegenüber seinen Mitbewerbern. „Die Techies lieben uns“, so Doggett. Doch der Absturz des Rubels wird sehr wahrscheinlich den Verdienst des Jahres 2014 für die Firma deckeln, den die Firma im Internet in Dollar veröffentlicht. Kaspersky kämpft noch um Aufträge von US-Bundesbehörden. „Es entwickelt sich definitiv ein Cyber-Isolationismus“, so Forrester-Analyst Holland. „Sie müssen alle vermeintlichen oder tatsächlichen Allianzen überwinden.“

Zusammenfassung: Die populäre Software-Schmiede Kaspersky Lab hat enge Verbindungen zu russischen Militär- und Geheimdienstfunktionären.

http://de.euromaidanpress.com/2015/03/24/kaspersky-software-sauna-und-spione/

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Der Pyrrhussieg (2)

Beitrag  Erpel am Mi 25 März 2015 - 0:05

Kleine verspätete Fortsetzung zum Artikel über Putins Pyrrhussieg im überaus lesenswerten Zettels Raum....

Teil 1 war hier:
http://www.ukraineforum.net/t28p270-meldungen-von-euromaidanpressinformnapaln-und-co#5116

Teil 2:
Zettels Raum schrieb:http://zettelsraum.blogspot.de/2015/02/der-pyrrhussieg-2.html

Debalzewe ist gefallen. Ein weiterer militärischer Erfolg für Putin. Seine Truppen haben den strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt erobert, damit ihre Kontrolle über den Donbass gesichert und sich neue Angriffsoptionen geöffnet.

Die Eroberung wurde durchgeführt, nachdem die in Minsk vereinbarte Waffenruhe begonnen hatte. Womit diese vom Start weg Makulatur ist - auch wenn die an der Verhandlung beteiligten Hauptstädte das noch mit diplomatischen Formulierungen vernebeln wollen.
Es kann sein, daß es trotzdem eine gewisse Pause gibt. Schließlich müssen Putins Leute das eroberte Gebiet erst einmal konsolidieren. Aber einen stabilen Frieden kann es in der Ukraine nicht mehr geben, solange es nicht einen Machtwechsel im Kreml gibt.

Ein Sieg für Putin, und eine bewußte Demütigung für seine Verhandlungspartner Merkel und Hollande. Schmerzlich mußten sie lernen, daß Verhandlungen nur dann erfolgreich sein können, wenn man auch Druckmittel hat. Diese fehlen dem abgerüsteten Westeuropa.
Und trotzdem: Auch dies ist wieder nur ein Pyrrhussieg für den Kreml.
Denn an der grundlegenden strategischen Sackgasse Rußlands hat sich nichts geändert. Putins Vorgehen beruht alleine auf einer temporären militärischen Überlegenheit, kombiniert mit absoluter Skrupellosigkeit und Leichtgläubigkeit der Gegenseite.
Ansonsten besitzt er keine ernst zu nehmenden Machtmittel, seine wirtschaftliche Basis bröckelt. Seine Eroberungen bedeuten keine Erweiterung seiner Machtbasis, sondern fordern im Gegenteil eine beständige Unterstützung. Und Putin hat keine vernünftige Option, um aus seinen militärischen Erfolgen auch eine international anerkannte Länderneugliederung zu machen.

Vor allem aber: Der ungenierte Bruch der Waffenruhe wird seine bisher teilweise erfolgreiche Propaganda im Westen schwer beschädigen. Selbst die ganz überzeugten Putin-Fans werden es nicht mehr schaffen, dem Westen den schwarzen Peter für die Eroberung von Debalzewe zuzuschieben.
Die Mehrheit in Deutschland und der EU wird größer werden, um Gegenmaßnahmen einzuleiten und der russischen Expansion entgegen zu treten.

Es ist erstaunlich, wie ungeniert Putin inzwischen vorgeht. Offenbar fühlt er sich unbesiegbar und meint auf Glaubwürdigkeit und Partner verzichten zu können.
Das ist angesichts der überforderten Mittelmacht Rußlands und seiner strategisch ungünstigen Lage realitätsblind.

Aber genau diese Realitätsblindheit ist gefährlich.
Es ist dringend notwendig, daß der Westen gegensteuert. Weiteres Appeasement wäre deutlich gefährlicher.
Die Gefahr, daß aus der Ukraine-Krise wirklich ein europäischer Krieg wird, ist diese Woche leider deutlich gestiegen.
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Lagebericht des InformNapalmTeams vom 24.03.2015

Beitrag  telzer am Mi 25 März 2015 - 15:39

Eine weitere Analyse des wahrscheinlichen Vorgehens der Teroristen von LVR und DNR

informnapalm.org deutsch schrieb:„Der Krieg liebt den Sieg und mag keine Dauer.“

Song Jiang


Wir haben den Lagebericht mit diesen Worten angefangen, weil sie genau das widerspiegeln, was in Donbass passiert ist. Die Waffenruhe, die nach dem Abzug der ATO-Kräfte aus Debalzewe eingetreten ist, war für beide Seiten nötig. Die Söldner trugen grosse Verluste (zum Beispiel haben sich die lokalen Söldner von Altschewsk krank gestellt und die Zeit in Krankenhäusern verbracht, um nicht später wieder an die Front zu kommen), die ukrainische Armee war wegen ihrem Abzug demoralisiert.

Später gab es den Abzug schwerer Bewaffnung. Im Unterschied zu ATO-Kräften, bewegten die Söldner ihre Technik im Kreis, indem sie diese über die Haupttransportwege abzogen und dann über die Feldwege wieder zurückbrachten. Mit welchem Ziel es gemacht wurde – ob sie die OSZE-Vertreter durcheinanderbringen oder ihre Kämpfer mit etwas beschäftigen wollten, damit die Disziplin nicht zerfällt- ist noch unklar. Klar ist nur eins: indem sie den Artillerieabzug imitierten, konnten die Söldner eine bedeutende Menge an mechanisierten Einheiten in vermutlichen Hauptrichtungen der Angriffe anhäufen. Ausserdem muss man die permanenten Gefechtsvorbereitung-Übungen der Gegner-Einheiten erwähnen, wie auch die Errichtung von Befestigungsanlagen in faktisch allen Richtungen.

Aber, wie es sich herausgestellt hat, hat die Waffenruhe doch eine Rolle gespielt. Durch welches Wunder auch immer, aber unserer Regierung ist es gelungen, die erste Tranche in der Grösse von 5 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfond zu bekommen. Genau dieser Umstand spielt für Moskau eine nicht unwichtige Bedeutung bei der Auswahl des weiteren Vorgehens. Erstens versteht nun Putin, dass ihm nicht mehr einfach nur so Angst eingejagt wird. Die „grosse Besorgtheit“ von Europa zur Situation in der Ukraine ist beendet, und Merkel hat nicht umsonst mit einer adäquaten Antwort auf die Angriffe auf Mariupol und den Norden von Donbass gedroht. Die Weltfinanzmänner haben ein Jahr lang dieses Geld unter Krämpfen „zur Welt gebracht“, und sind nun einfach nur verpflichtet, alles zumindest für eine Zeitlang so zu lassen, wie es nun ist.

Zweitens gibt es das verabschiedete Gesetz zum besonderen Status von Donezker und Luhansker Gebiete. Oder besser gesagt: die Weigerung, hier die russische Idee zu akzeptieren. Das stellt Russland faktisch unter einen grossen Druck der Weltgemeinschaft, und zwingt Putin, Möglichkeiten zur Nichtfinanzierung der okkupierten Territorien und einen anderen Weg zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine zu suchen.

Und hier hat man eben Möglichkeiten. Wir werden auf das Wesen des Krieges von „Kolomojskyj gegen alle“ nicht eingehen. Wie auch auf die neuen Perlen von Firtasch nicht. Putin hat andere Varianten: zum Beispiel Achmetow.

Genau mit Hilfe Achmetows wird Moskau Mariupol zu zerrütten versuchen. Was nicht bedeutet, dass Rinat Achmetow ein Agent Moskaus ist. Nur kann Moskau mit den Interessen von Achmetow ein schönes Spiel machen. Worin besteht es? Zum Beispiel darin, dass bei der stark beschädigten Infrastruktur von Donbass, die Betriebe von Achmetow wie durch ein Wunder vom Krieg verschont geblieben sind. Eben darum ist es gut möglich, dass die Prorussen Mariupol zerrütten und dann in die Stadt die Armee der sogenannten „DVR“ eingeführt wird. Wenn man noch die Versuche mit dem Berdjansker Flughafen berücksichtigt, ist diese Variante sehr wahrscheinlich. Daraus ergibt sich eben, dass während jemand noch die “Ukrtransneft” aufteilt, sich wo anders ein weiteres Stück der Ukraine abspalten kann.

Aber, wenn die Gewaltvariante vorgezogen wird, so wird diese folgendermassen aussehen: auf dem Hintergrund des Geschehens in Kostjantyniwka, wo ein tragischer Fall passierte, führte der Gegner eine Verlegung der Kräfte an die nordwestlichen Ränder der Ortschaft Horliwka durch, höchstwahrscheinlich wurde dabei angenommen, dass die Missmut der Bevölkerung über den Tod des Mädchens zu Massenunruhen führen wird, welche der 81. Brigade die Hände binden werden, was einen Durchbruch in Richtung Horliwka-Dserschynsk-Kostjantyniwka zu vollbringen und die Einnahme der Stadt durchzuführen erlaubt.

Man sollte hier die abgestimmte Arbeit des Leitung des Verteidigungsministeriums wie auch der Medien hervorheben, die nicht nur die Bestrafung der Schuldigen auszuführen, sondern diesen Prozess auch im Informationsraum günstig zu präsentieren erlaubte. Wobei es noch zu früh ist, sich zu beruhigen- nach einer Information, die noch einer Prüfung bedarf, ist in Kostjantyniwka ein Söldnerkern angekommen, der die Situation in der Stadt zu destabilisieren versuchen wird.

Der Information aus offenen Quellen nach zu urteilen, reparierten die Söldner die Eisenbahnwege in der Ortschaft Debalzewe, was ihnen die Versorgung der Einheiten, die sich nah an die Berührungslinie befinden, bedeutend erleichtert.

Aber der Angriff entlang der Bundesstrasse M03 Debalzewe-Artemiwsk ist wegen dem Vorhandensein eines Wasserspeichersystems zwischen den Ortschaften faktisch unmöglich. Dafür sehen aber die Angriffe aus Horliwka und Perwomajsk auf Artemiwsk ziemlich verlockend aus. Um so mehr, falls den Söldnern gelingt, die Ortschaft Kostjantyniwka einzunehmen.

Im Falle der Einnahme von Kostjantyniwka werden die Söldner höchstwahrscheinlich nicht versuchen, durch die Ortschaften Druschkiwka und Oleksijewo-Druschkiwka bei Kramatorsk herauszukommen, denn wahrscheinlich erinnern sich die Generäle der Streitkräfte Russlands an die traurige Erfahrung des Ersten Tschetschenischen Krieges, dafür ist das Vorrücken in Richtung Slowjansk über die M03 eine für sie wunderbare Variante.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass bald alles grün wird, und wir uns gut an die Sommer-Kampagne des letzten Jahres erinnern, als sich die unbedeutenden Söldnerkräfte gegen die ATO-Kräfte gerade im Norden des Gebietes ziemlich gut behaupteten, indem sie Partisanentaktik anwandten. Ausserdem erlaubt die Kontrolle über Kostjantyniwka eine Offensive auf Krasnoarmijsk zu entwickeln, was den Söldnern die westlichen Tore des Gebietes zu kontrollieren erlauben wird.

Das Szenario einer Offensive auf Krasnoarmijsk unter die Lupe zu nehmen haben uns die Ereignisse gezwungen, die oben beschrieben wurden, und zwar: der Krieg Kolomojskyjs gegen die Oligarchen und Obrigkeit. Man möchte daran erinnern, dass es in Dnjepropetrowsk, dessen Einwohner hauptsächlich bei “Juschmasch” arbeiten und der Löwenanteil dessen Produktion wiederum auf Russland orientiert ist, bis heute keinerlei Anzeichen von Separatismus nur dank dem Vorgehen von Gouverneur des Gebietes gab. Der Druck auf Kolomoiski kann zur Destabilisierung der Lage in der Region mit allen daraus folgenden Konsequenzen führen…

Wir haben im vorangegangenen Bericht schon mal geschrieben, dass die Einnahme der Ortschaft Artemiwsk den Söldnern die Versorgung der ATO-Kräfte zu erschweren erlauben wird. Ferner wird die Besetzung von Artemiwsk den Söldnern die linke Flanke zu decken und eine Offensive auf die Ortschaft Lyssytschansk zu entwickeln erlauben, mit dem Ziel der Kontrollübernahme über die Überfahrten.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man auf die Stelle mit den Koordinaten N48,819444° E38,588033° lenken, wo sich im Raum von Ustiniwka die Furt über den Fluss Siwerskyj Donez befindet, die vom ehemaligen Polygon geblieben ist. Die Kontrolle über diese wird den Söldnern ihre Technik auf das nördliche Flussufer zu verlegen und zur Ortschaft Stschastje vom Norden aus zu kommen erlauben.

In Materialien von Irakli Komaxidze kann man die Anhäufung einer Angriffsgruppe des Gegners im Raum der Ortschaft Millerowo nachverfolgen, was einen Angriff von der Seite Russlands unter dem Deckmantel eines Übergangs über Siwerskyj Donez im Raum von Lyssytschansk und Ustiniwka sehr wahrscheinlich macht.

Analogisch sollte man besondere Aufmerksamkeit auch der Stanyzja Luhanska widmen, wo die Söldner schon mal versucht haben, den Fluss zu überqueren und einen Blockposten auf dem nördlichen Flussufer zu errichten. Was die Richtung Wesela Gora-Stschastje angeht, so möchten wir nochmal an Siwerskyj Donez erinnern – die Söldner-Aktivität in der angegebenen Region kann nur einen ablenkenden Charakter haben.

Gehen wir weiter unten nach Süden. Die Söldner setzen die Kräfte-Anhäufung für einen Angriff auf Awdijiwka fort. Womöglich liegt der Grund in der Kokerei, womöglich – in der Notwendigkeit, die ATO-Kräfte möglichst weit von der Bundesstrasse M04 abzudrängen, um eine Kontrolle über die Technikverlegung der Söldner zu vermeiden. So oder so werden die Söldner ihre Versuche, Awdijiwka einzunehmen, nicht sein lassen.

Wenn man noch südlicher geht, so muss man hier eine erhöhte Aktivität der Söldner im Raum von Dokutschajiwsk und Starobeschewe vermerken. Der Gegner setzt die Anhäufung der Technik für einen möglichen Angriff auf Wolnowacha und ferner auf Wolodarske und Manhusch mit dem Ziel, Mariupol von den Versorgungswegen abzuschneiden, fort. Dabei ziehen sie die Technik in den Raum von Schyrokyne zusammen, in dem Versuch, die ATO-Kräfte dorthin zu locken. Man sollte auch ein mögliches Landen im Raum von der Ortschaft Berdjansk erwarten, was im Licht der letzten Manöver der Marineinfanterie der Streitkräfte Russlands auf der Krim aktuell wird.

Und wieder der Hinweis uaf den Spender -----

Dieses Material wurde vom Militäranalytiker des InformNapalmTeams Artem Wasilenko unter aktiver informativer Unterstützung der InformNapalmGruppe vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich.

Quelle : https://de.informnapalm.org/lagebericht-des-informnapalmteams-vom-24-03-2015/

Zumindest hat man aus vorhergehenden Analysen und Geschehnissen gelernt , und einige Gebiete gesondert abgeschirmt.
Dadurch dass der Oligarch Kolomojskyjs in RuSSland per Haftbefehl gesucht wird, denke ich nicht dass er sich gegen die Ukraine stellt

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Do 26 März 2015 - 19:27

Wladimir Putin ist bereits im Krieg mit Europa
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von Olivier Dupuis

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang Februar sorgte Sergej Lawrow für allgemeine Belustigung unter den Ministern und Diplomaten, als er erklärte, dass die Deutsche Wiedervereinigung ohne Referendum stattgefunden habe. Ohne Frage lachte die Creme de la Creme der europäischen Diplomatie sehr darüber – und hätte genau so gut weinen können. Ein Jahr, nachdem Russland auf die Krim einmarschierte und sie annektierte, mehr als 15 Monate nach dem Beginn des Euromaidan in Kiew, und mehr als 15 Jahre nach dem Machtantritt Putins in Russland, sind diese Politiker und Diplomaten überfordert zu beschreiben, was den europäischen Kontinent erschüttert.

Zusätzlich zur Annexion der Krim und der direkten und indirekten Aggression im Donbass, bedrohten die letzten Monate russische Autoritäten, nicht zuletzt Wladimir Putin selbst, Europa mit nuklearer Vergeltung – entweder in mehr oder weniger eindeutigen Erklärungen, oder durch das Senden von strategischen Bombern, die mit Atombomben bewaffnet und deren Transponder abgeschnitten sind, zu Flügen über die Küsten der Europäischen Union, oder durch die Stationierung von Langstreckenraketen auf der annektierten Krim… All das ist nicht nur sehr bedauerlich, sondern auch sehr beängstigend. Vor allem, da wir jeden Grund zur Befürchtung haben, dass der offizielle Anstoß zu Frau Merkels und Herr Hollande’s Beteiligung an den Minsker Verhandlungen – ein Brief von Präsident Putin – den Kern des Problems verfehlt, nämlich eine Vielzahl neuer Bedrohungen. Wie sonst sollten wir die Erklärung von Präsident Hollande am Abend des Minsker Gipfels verstehen: Entweder wir haben eine beständige Einigung (in Minsk) oder es gibt Krieg? Wie sonst sollen wir Frau Merkels Weigerung verstehen, nicht an Verhandlungen in der Hauptstadt von Kasachstan wenige Wochen zuvor, teilzunehmen? Welche Bedingungen können in einem möglichen Treffen in Astana gefehlt haben, die später in Minsk erfüllt wurden? Wenn wir uns das Ergebnis von Minsk II ansehen, lautet die Antwort: keine.

Falls die Linien der semantischen Aufklärung seit Minsk II begonnen haben, sind wir trotzdem noch weit vom Ziel. Ja, Deutschlands Außenminister gab zu, das es einen wahrhaftigen Krieg zwischen Russland und der Ukraine gibt. Und sowohl die EU, als auch Washington haben in irgendeiner Weise die direkte Beteiligung der russischen Armee in der Ukraine bemerkt. Doch tatsächlich ist die Realität deutlich ernster. Russland befindet sich nicht nur mit der Ukraine im Krieg. In einem oder mehreren modus operandi ihrer Strategie der hybriden Kriegsführung, befindet sich Russland bereits im Krieg mit der NATO, den Vereinigten Staaten und mit ganz Europa. Diese bittere Realität, die den Kern der politischen Reaktion bilden sollte, ist unglücklicherweise noch kein Bestandteil der Obama-Merkel-Hollande-Strategie. Präambel für eine neue Strategie: eine wirtschaftliche „Atombombe“.

Falls es keine einfache Antwort auf Erpressung gibt, noch weniger auf nukleare Erpressung, sind zwei Dinge trotz allem sicher: auf diese Drohungen einzugehen, ist keine Option und das Ausbleiben einer angemessenen Reaktion ist eine Einladung an Russland, seine Aggression eskalieren zu lassen.

Lasst also Putin seine strategischen Bomber über die europäische Küste fliegen und seine Anspielungen vervielfachen. Und lasst die Vereinigten Staaten und Europa entscheiden, dass jede weitere nukleare Drohung, direkt oder indirekt, einen sofortigen Ausschluss Russlands aus dem SWIFT-System nach sich zieht. Sollte der Westen eine solche Position einnehmen und seine Gründe klarstellen, hätte er den zusätzlichen Vorteil, einen sofortigen Denkanstoß für die Bonzen des russischen Systems zu liefern, deren private Transaktionen von diesem System abhängen.

Minsk II: ein Abkommen, das bereits halb tot ist

Laurent Fabius mag sagen was er will, und für ihn „wird der Waffenstillstand im Donbass generell respektiert“, aber es darf keine Illusionen über die Minsk II Vereinbarung geben. An zwei entscheidenden Punkten – dem Status der Region Donbass und der Freilassung von Hauptmann Sawtschenko – haben die Russen bereits den Sinn und das Abkommen gebrochen. Es ist deswegen nötig, Bilanz über die Grenzen der Obama-Merkel-Hollande-Strategie zu ziehen. Europa, die Vereinigten Staaten und mit ihnen Japan, Kanada, Australien und Südkorea müssen daran arbeiten, den Großteil ihrer Politik gegenüber der russischen Aggression in der Ukraine zu überdenken, und eine Strategie zu entwickeln, die nicht nur eine Reaktion auf die Initiativen Moskaus ist, sondern eine, die solchen zuvorkommt und denen, falls möglich, vorbeugt.

Politik gegenüber Russland: Nochmal vom Anfang beginnen

Die Annexion der Krim „ist illegal, und als solche bedroht sie Europa in seiner Infrastruktur und Sicherheit. Eines Tages werden wir die Krim zurück an die Ukraine geben.“ Es sollte offensichtlich sein, dass es nicht Nicolas Sarkozy war, der das gesagt hat, noch war es Daniel Cohn-Bendit, der, am Tage nach dem russischen Angriff, sagte: „Kommt schon, machen wir uns nichts vor: Die Krim ist ein Teil von Russland. So sieht es aus.“

Weiterlesen:
Nein, es war eine ranghohe Figur Russlands, Mikhail Kasyanov, der russische Premierminister von 2000 bis 2004.

Ein großer Teil der politischen und diplomatischen Landschaft hat längst keine Illusionen mehr über das aktuelle russische Regime, dank der Vielfalt von Freiheit-einschränkenden-Gegenreformen, die in diesem Land verabschiedet wurden, seit Wladimir Putins Aufstieg zur Macht, seit dem Krieg zwischen Russland und Georgien 2008 und seit Russlands Einfall in die Ukraine. Das heißt, was bleibt, ist die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Positionen einzunehmen, die zumindest über den Positionen sind, die im Moment von den freiesten und hellsichtigsten Russen verteidigt werden. Das nicht zu tun, würde diejenigen, die Russland auf den Weg zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückbringen müssen, schwächen. Dies zu tun bedeutet, ihnen sehr bald zu helfen, das grimmige Erbe der alten Machtstruktur loszuwerden.

Daher müssen wir aus den bereits bestehenden Sanktionen eine Liste erstellen – mit solchen, die erst enden, wenn die Krim an die Ukraine zurückgegeben wird. Aber für die zukünftige Stabilität Europas – Russland inbegriffen – müssen wir noch weiter gehen. Wir müssen sofort neue Sanktionen für jede Situation, in der Russland die Souveränität seiner Nachbarn verletzt hat, verabschieden. Zusätzlich der Annexion de jure der Krim, sollten diese Sanktionen explizit an die de facto Okkupation eines Teils des Donbass, an die de facto Okkupation von Transnistrien und an die de facto Annexion von Abchasien und Südossetien, gebunden werden.

Wenn wir den Vorschlag des Ökonomisten Paul de Grauwe als Grundlage nehmen, könnte die EU fünf verschiedene Steuern auf russisches Gas und Öl einführen – jeweils einen für die Krim, den Donbass, Abchasien, Südossetien und Transnistrien. Diese Steuern würden nacheinander mit jeder gelösten Situation abgeschafft werden, und sie würden von der EU benutzt werden, um den Verlust bei europäischen Gasanbietern aufgrund momentan erhöhter Kosten, zu denen es bei einer Einführung von Steuern kommen würde, auszugleichen, zumindest bis die Marktschwankung diese absorbieren können. Zeitgleich muss es von höchster Priorität sein, eine gemeinsame EU-Energiepolitik einzuführen, um einen Käuferverbund mit der exklusiven Befugnis, mit russischen Gas- und Ölproduzenten zu verhandeln, zu gründen.

Waffen an die Ukraine liefern, oder nicht?

Um den möglichen Ereignissen der nächsten Monate vorzubeugen, müssen wir sofort die Wichtigkeit der Erklärung von Alexander Sachartschenko, dem Kopf der “prorussischen Separatisten” begreifen, welche – gedeckt von der Erklärung des Kremlsprechers – andeutet, dass das militärische Ziel nicht die Region um Debalzewe ist, sondern eher der gesamte Donbass. Die Frage ist also nicht, ob sich die russische Offensive fortsetzt, sondern wann sie fortgesetzt wird. Wissend, dass die bestehenden Sanktionen nur mittelfristig signifikante Ergebnisse erzielen, und angesichts des Ausmaßes der russischen Verletzungen des Minsker Abkommens (massive Lieferung moderner Waffen, Senden tausender russischen Soldaten und Söldner, Beschuss der Ukraine vom russischem Territorium aus…) ist der Moment gekommen, zu begreifen, dass die ukrainische Armee, trotz ihrer beeindruckenden Modernisierung und der Entschlossenheit ihrer Soldaten, ohne moderne Defensivwaffen (Panzerabwehrraketen, Radar, etc.) nicht in der Lage sein wird, die Linien, die in Minsk II festgelegt wurden zu halten. Jetzt nicht zu handeln, bedeutet sich auf Minsk III einzustellen und eine erneute Niederlage Europas aufzuzeigen.

Ein neuer CoCom

Die Unsicherheit bezüglich des Verkaufs von Waffen an Russland ist schädlich. Die Zeit für die Mitgliedsstaaten der EU, die USA sowie Japan, Kanada, Südkorea, Australien und Norwegen ist gekommen, ein totales Embargo für Waffenlieferungen an Russland – inklusive derer, die durch Verträge, die vor der Invasion der Krim, wie die Mistral-Verträge, beschlossen wurden – zu verabschieden und, wie Daniel W. Drezner vorschlägt, eine Institution, die vergleichbar mit der CoCom  (Koordinationsausschuss für multilaterale Ausfuhrkontrollen) des Kalten Kriegs zu gründen, welche damit beauftragt ist, zu prüfen, ob die Länder die Sperre für Waffenlieferung und Lieferung von empfindlicher Technik oder Technik mit doppeltem Verwendungszweck an Russland, einhalten.

Schwarze Liste

Russisches Fernsehen stellt eine der mächtigsten Waffen im Arsenal des Kremls dar. Mit Ausnahme einiger regionaler Sender, senden sie tagein tagaus die schamlose Propaganda des Kremls. Die Verantwortlichen dieser Sender, sowie die Journalisten, die am tiefsten in die Desinformationskampagne eingebunden sind, sollten auf eine Schwarze Liste der EU, der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten gesetzt werden. Zusätzlich sollte diese Schwarze Liste jeden einschliessen, der an der Entführung und Verschleppung von Hauptmann Nadja Sawtschenko nach Russland beteiligt war.

Drei Fragen an Europa

Es hat Europa mittlerweile beinahe ein Jahr gekostet, zu erkennen, dass Russland tatsächlich der Drahtzieher im Krieg im Donbass ist. Wir können es uns nicht leisten, ein weiteres Jahr der „Besinnung“ abzuwarten, um die Bedrohung, die die russische Regierung darstellt, zu vergrößern. Frau Merkels vielfältige Beschwörungen, wie „Wir wünschen uns Russland als Partner“ sind bestenfalls nichts weiter als Plattheiten; schlimmstenfalls sind sie ein Zeichen einer fortschreitenden politischen Leere. Was auf dem Spiel steht ist weder Russland, noch die Interessen einer Partnerschaft mit Russland: die Frage, die einzige Frage, betrifft die Natur des aktuellen Regimes in Moskau. Keine Partnerschaft mit dem Regime von Wladimir Putin und seiner Vertikale der Macht ist denkbar. Was für den Westen und für Russland zählt, ist ihn so schnell als möglich loszuwerden. Offensichtlich ist es an den Russen zu handeln, aber die Aufgabe der westlichen Staaten ist es, deren Bemühungen nicht zu verkomplizieren.

Neukantiantische Kredos und die Verzettelung in Träume von vergangenem nationalem Ruhm sind reine Illusionen und definitiv eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit des Kontinents. Europa kann sich nicht länger um eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik drücken. Es ist einfach erschreckend, dass es mehr als ein Jahr nach der Annexion der Krim kein europäisches Oberhaupt in Betracht gezogen hat, es als seine Pflicht zu sehen, diese Frage auf die Tagesordnung des Europäischen Rats zu setzen. Umso mehr, da nicht die Wahl zwischen einer kuriosen politischen Initiative wie der Schaffung eines bi- oder multinationalen Bataillons und dem großen Schritt in eine einzige europäische Armee besteht, sondern zwischen „nichts“ und der Schaffung einer gemeinsamen (und kommunitären) Europäischen Armee durch die Mitgliedstaaten der EU, die daran interessiert sind, welche weder die Existenz nationaler Armeen, noch die Mitgliedschaft in der NATO bedroht.

Die Anzeichen einer Spaltung der EU vervielfachen sich: Wladimir Putins großer Auftritt in Budapest, die Einladung des griechischen Verteidigungsministers Panos Kammenos nach Moskau, Gerüchte, dass der italienische Premierminister in Kürze die russische Hauptstadt besuchen wird, die Marginalisierung von EU-Institutionen durch zwei Staaten… Wenn es nicht einen radikalen Kurswechsel gibt, ist die Existenz der EU in Gefahr. Maßnahmen zur Sicherung und Stärkung des Zusammenhalts der EU müssen an erster Stelle stehen. Zunächst sollten die Mitgliedstaaten mit der lähmenden Logik brechen, dass die Entscheidungen einstimmig getroffen werden müssen. Auf der Grundlage von Artikel 48 § 7 des Vertrages könnten die Mitgliedstaaten vorsehen, dass alle Entscheidungen über die Beziehungen zu Russland, der Ukraine, Weißrussland, Moldawien und Georgien mit qualifizierter Mehrheit getroffen werden. Auch wäre eine Möglichkeit für die Mitgliedsstaaten, alle Besuche von Ministern in Russland oder Ministern aus Russland abzusagen. Zuletzt und von größter Wichtigkeit ist, dass dem Präsidenten des Europarats exklusive Befugnis gegeben wird, mit dem russischen Präsidenten und der Regierung zu verhandeln, sowie das letzte Wort über die Umsetzung von europäischer Politik bezüglich Russlands, der Ukraine, Weißrusslands, Moldawien und Georgien zu haben.  

https://de.informnapalm.org/wladimir-putin-ist-bereits-im-krieg-mit-europa/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Fr 27 März 2015 - 14:35

SBU-Sondereinsatz in der Donbas-Konfliktzone: 16 Offiziere festgenommen
Insgesamt 16 Polizeibeamte des Staatssicherheitsdienst der Ukraine (SBU ) und der ukrainischen Streitkräfte wurden während einer speziellen Operation wegen Korruption, Schmuggel, Entführungen und Erpressungen in der Konfliktzone im Donbas verhaftet, sagte der SBU-Chef Walentyn Nalywajtschenko bei einer Pressekonferenz am Montag in Kyiw.

“Insgesamt wurden 16 Personen, darunter Offiziere der ukrainischen Streitkräfte, des Innenministeriums, des ukrainischen Staatssicherheitsdiensts SBU und anderer bewaffneter Gruppen in der ersten Phase eines Sondereinsatzes aufgrund von Vorwürfen über Korruption, Entführungen, Raub, Schmuggel, Erpressung und Ausstellung falscher Pässe festgenommen,” sagte er.

“Derartige sozial gefährliche Verbrechen wurden von einigen korrupten Beamten in den von den ukrainischen Behörden kontrollierten Gebieten begangen. Unter den Festgenommenen, die falsche Ausweise mit sich führten, waren ein SBU-Oberst und Polizisten,” sagte Nalywajtschenko.

http://de.euromaidanpress.com/2015/03/25/sbu-sondereinsatz-in-der-donbas-konfliktzone-16-offiziere-festgenommen/

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Cristian Jereghi: Ich möchte nicht sterben, diese Erde mit einem russischen Pass in der Hosentasche verteidigend…

Beitrag  telzer am So 29 März 2015 - 18:36

Ein wirklich guter Artikel , habe ihn mit Sapnnung gelesen ....

informnapalm.org deutsch schrieb:Die Frage über die Gewährung der Staatsbürgerschaft für den 25-jährigen russischen Regisseur befindet sich unter Entscheidung in der Verwaltung des Präsidenten, und der ehemalige FSB-Offizier Ilya Bogdanow, der seit Juli auf der Seite der Ukraine kämpft, bekommt den ukrainischen Pass bereits in den nächsten Tagen.

Am Geburtstag des Moskauer Regisseurs Cristian Jereghi erschien auf seiner FB-Seite folgender Post:

"Ich bin 25. Gesundheit- für den Arsch. Kein Haus, keine Familie. Der Tod- weht überall und erntet. Dämonen schlagen die Tür ein. Feind des Landes, in dem ich geboren wurde. Adoptierter Sohn eines Landes, in dem ich früher nicht lebte. Der Schwur wurde diesem Land gegeben, der Ukraine. Ihrem Volk. Was will ich mit meinen 25? Den Sieg der Ukraine. Meinen letzten Geburtstag habe ich im Feuer bis zu den Knien an der Stele der Freiheit verbracht. Ich wollte nur eins- den Sieg des Maidans. Ein Licht in der Dunkelheit. Welches Geschenk möchte ich nun? Ich möchte nur eins. Sehr geehrter Präsident! Ich bitte um ukrainische Staatsbürgerschaft! Ich möchte nicht sterben, diese Erde mit einem russischen Pass in meiner Hosentasche verteidigend…"

Cristian und ich haben uns an einer U-Bahn Station getroffen. Schlanker Junge mit müden Augen, der sich von seiner Profiphotokamera nicht trennen kann. Er bot an, ins Cafe zu gehen. Zu reden und ein wenig zu essen, denn Zeit zum Essen hat er nie.
– Ich war erschüttert, als am nächsten Tag nach meiner FB-Ansprache an den Präsidenten Petro Poroschenko ich aus der Verwaltung des Präsidenten angerufen wurde. – sagt Cristian Jereghi.- Ehrlich gesagt, habe ich es nicht erwartet. Sieht aus, als ob auch dort gelesen wird… Hauptsache, meine Bitte wurde gehört. Es gibt Hoffnung, dass die notwendigen Formalitäten in einer verkürzten Prozedur ablaufen werden.
– Cristian, Sie sind vor vier Jahren in die Ukraine gezogen. Warum haben Sie erst jetzt angefangen, über die Staatsbürgerschaft zu sprechen?
- Sagen wir so: ich habe mir ein neues Haus gewählt, aber nun ist in dieses Haus der Feind gekommen. Und ich möchte die Ukraine als ihr leibeigener Sohn verteidigen und nicht als ein zugereister Ausländer. Ich bin vor langer Zeit und absolut bewusst aus Russland weggefahren, da ich die russische putinsche Propaganda des Terrors und der methodischen Verwandlung der Menschen in Tiere ablehnte. Und das zu verstehen habe ich vor langer Zeit angefangen. Eine der dunkelsten Erinnerungen meiner Kindheit ist die Explosion des Wohnhauses in Petschatniki in Moskau 1999. Ich war damals 9 Jahre alt. In unserem Haus, das in der Nähe stand, hat man auch Säcke mit Hexogen gefunden… Die Evakuierung fing an. Wir, die Einwohner, sind nachts halbnackt auf die Strasse hinausgelaufen und standen dort mehrere Stunden barfuss, mit unseren Plastiktüten mit Wertsachen und Dokumenten, die es uns gelang, mitzunehmen. Es war sehr kalt. Die Menschen waren sehr erschrocken, sogar die Polizisten hatten Angst, ins Haus zu gehen. Ich erinnere mich an diese Wellen der Panik und Argwohn. Damals dachte ich auch schon: wer und wozu braucht das?

Jahre später bin ich zum Zeugen der Explosion in der Moskauer U-Bahn geworden. Aus dem Fenster des Zuges, der in entgegengesetzte Richtung fuhr, habe ich die Hölle gesehen, die an der Station geschah. Zerfetztes Metall, Feuer, rennende Menschen, Blut… Seitdem fahre ich selten mit der U-Bahn. Damals dachte ich viel nach, hörte den Meinungen von Journalisten zu, die zu dem Zeitpunkt noch nicht mundtot gemacht wurden. Jetzt, im reiferen Alter, habe ich verstanden: für den Aggressorstaat, um die Aufmerksamkeit von den wirtschaftlichen Problemen abzulenken, ist es effektiver, Terroranschläge innerhalb des Staates zu initiieren. Wo Russland ist, ist der Tod. Das Imperium des Terrors…
- Nach dem Studium an der VGIK (Anm.d.Red.: die älteste Filmuniversität der Welt, die sich in Moskau befindet) haben Sie noch eine Zeit lang beim russischen Fernsehen gearbeitet…
- Ich habe bei verschiedenen TV-Kanälen gearbeitet, und überall bekam ich keine Luft wegen der Dummheit und der Lüge. Den Journalismus brauchte man nur für die Veränderung des Massenbewusstseins. Sobald irgendwelche unerwünschte Ereignisse in Moskau passierten, irgendwelche politische Kollapse, geschah gleich darauf in irgendeiner Region ein Terroranschlag, eine Überflutung – irgendwas, was das Informationsfeld sofort auf dieses Problem umschaltete. 2007 bin ich zum ersten Mal in die Ukraine gekommen – ein für mich völlig unbekanntes und neues Land. Es hat sich herausgestellt, dass alles, was ich darüber wusste, keinerlei Bezug zur Realität hatte. Seit den Schullehrbüchern, wo es eine halbe Seite über die Kiewskaja Rus geschrieben gab- und das war’s – als ob es keine nachfolgende Geschichte der Ukraine gab… Alles andere war nur Russland, seine glorreichen Siege, der heldenhafte Widerstand allen umgebenden Feinden. Ich konnte nicht verstehen, warum zur Priorität der Informationspolitik einer „Übermacht“ die Einpflanzung des „Ukrohasses“ wurde. Es hat sich herausgestellt, dass es ganz einfach ist: die Ukraine, ausgebrochen aus der UdSSR, wurde frei. Und das musste Russland ärgern. Ich führe Worte an, die der Kommandeur des 25. Bataillons „Kiewskaja Rus“ Andrei Jantschenko sagte, sehr richtige Worte: „Die Ukraine ist aus der UdSSR als eine der ersten ausgetreten, und die Freiheit bekam sie um einen sehr niedrigen Preis. Nun zahlen die Ukrainer den Preis, den sie für ihre Freiheit vor vielen Jahren zahlen sollten“. So, wie Georgien, wie Moldau mit Transnistrien mit Verlusten herauskamen. Übrigens ist es für Russland ziemlich gut mit Transnistrien gelaufen: es wurde eine Marionettenrepublik erschaffen, die im Falle aller Fälle die Militärtechnik zu verlegen erlaubt, um das Land im Visier zu halten, das sich in der Nachbarschaft befindet.
- Sie haben am Projekt „Babylon 13“ teilgenommen, haben 22 Dokus über die Revolution der Würde gedreht, sind verwundet worden…
- Zuerst bin ich als Teilnehmer zum Maidan gekommen, dann begann ich, Filme zu drehen, Journalismus zu machen – habe für das rumänische Publikum gearbeitet, für Rumänien und Moldau, habe reguläre Live-Einschaltungen vom Maidan gemacht. Parallel war ich ein Kämpfer in der ersten Hundert der Selbstwehr. Habe eine Verletzung in der Nacht auf den 19. Februar erlitten, als der Versuch eines gewaltmässigen Auseinanderjagens unternommen wurde. Maidan war von allen Seiten eingekesselt, auf dem Platz wurden Zelte vernichtet, die Barrikadenlinien wurden durchbrochen, es gab harte Konfrontation unter Waffen- und Molotow-Cocktail-Anwendung, es wurden spezielle Mittel eingesetzt: Blendgranaten, die mit Tesafilm umgewickelt wurden, und darunter hat man Steine, Schraubenmütter und alles andere, was man nur finden konnte, platziert. So eine Blendgranate traf mich auch. Und davor bin ich mit einem Wasserwerfer von einem LKW niedergerissen worden, wo ich mit meiner Kamera stand, dann habe ich mich noch mit Tränengas vergiftet, habe eine Lungenverbrennung bekommen. Darum habe ich auch bei FB geschrieben, dass mit meinen 25 meine Gesundheit bereits futsch ist.
Cristian erzählte eine Episode des Maidans, die seiner Meinung nach das Wesen des Charakters eines Ukrainers offenbart:
- Am nächsten Tag nach den Massenerschiessungen auf der Institutskaja-Strasse haben die Menschen sich versammelt, um den Toten zu gedenken. Es sind ganze Familien gekommen, mit Kindern- hunderte Tausende Menschen befanden sich auf dem Maidan. Und plötzlich erklangen von der Gegenseite der Institutskaja zwei laute Knalle, die sich wie Schüsse anhörten. Von der Maidan-Bühne sagte man, dass man dringend Ärzte braucht. Und stellen Sie sich vor: anstatt zurückzutreten, in Panik zu verfallen, die Kinder zu schützen – anstatt dessen sind die Menschen alle in die Richtung gegangen, woher die Schüsse kamen. Das war für mich die prägendste Erfahrung. Und so war es während des ganzen Maidans: die Menschen gingen dorthin, wo es die grösste Gefahr gab.
- Direkt nach dem Maidan sind Sie auf die Krim gefahren…
- Ich bin dort bereits am 24. Februar mit ein paar ausländischen Journalisten gewesen – direkt nachdem die ersten Meldungen über die Ereignisse auf der Halbinsel auftauchten. Auf die Bitte des TV-Kanals BBC arbeitete ich eine Zeit lang als deren Korrespondent auf der Krim. Buchstäblich in der ersten Nacht bin ich zum Zeugen der Einführung der russischen Streitkräfte geworden – Autos mit Nummernschildern aus der kaukasusischen Region überquerten dreist die Grenze. Die allererste Einnahme – des Stützpunktes in Balaklawa- habe ich mit meiner Kamera festgehalten, ein paar Stunden später war das Video schon im Internet. Ich nutzte meinen russischen Pass, um ins Vertrauen zu kommen und offen mit den russischen Soldaten zu reden…
- Sie waren ein Freiwilliger des Bataillons „Kiewskaja Rus“ und haben sogar einen Treueschwur an die Ukraine gegeben, obwohl Sie keinen ukrainischen Pass besitzen. Wie ist es Ihnen gelungen?
- Darüber möchte ich nicht reden. Das Wichtigste ist, dass ich ehrlich war und diesem Schwur treu bleibe.
- Und trotzdem: kann man Sie nun ein Teilnehmer der Kampfhandlungen nennen? Sind Sie ein gemeiner Soldat oder nur ein Beobachter, Journalist, Filmemacher?
- Ich habe in der ATO-Zone über sieben Monate lang verbracht. Ursprünglich bin ich dem Bataillon als ein Freiwilliger beigetreten, habe Ausbildung gemacht, habe mit diesem Bataillon als ein Kriegsberichterstatter gearbeitet, indem ich an der vordersten Linie war. Bin die ganze Frontlinie als ein militärischer Kameramann/Dokufilmemacher entlanggefahren. Manchmal bin ich in ziemlich harte Konfrontationen geraten. Aber sagen, dass ich kämpfte, kann ich nicht.
- Also waren Sie mit einer Kamera, nicht mit einem Gewehr?
- Ich habe versucht zu trennen, damit es nicht so kommt, wie mit dem russischen Schauspieler, der in die ATO-Zone gekommen ist und aus einem Maschinengewehr, während er sich auf dem Territorium eines anderen Staates befand, auf die Militärangehörigen dieses Staates geschossen hat. Hier ist die Situation anders. Manchmal habe ich auch eine Waffe in den Händen gehalten, wenn es nötig war. Aber nicht oft.


Weiterlesen:
- Sind Sie in Situationen der direkten Konfrontation mit der russischen regulären Armee gewesen?
- Einmal. Im Luhansker Gebiet, im Raum der Stadt Stschastje. Es gab eine Konfrontation unter Anwendung der Schützenwaffen zwischen der ukrainischen Seite und einer Unterabteilung, die faktisch ausschliesslich aus russischen Militärs bestand – sie alle hatten russische Papiere. Habe auch Gefangene gesehen, hatte aber keine Zeit, mit ihnen zu sprechen, aber es war auch so klar, wer woher kommt- Fragen blieben da nicht übrig.
- Einmal. Im Luhansker Gebiet, im Raum der Stadt Stschastje. Es gab eine Konfrontation unter Anwendung der Schützenwaffen zwischen der ukrainischen Seite und einer Unterabteilung, die faktisch ausschliesslich aus russischen Militärs bestand – sie alle hatten russische Papiere. Habe auch Gefangene gesehen, hatte aber keine Zeit, mit ihnen zu sprechen, aber es war auch so klar, wer woher kommt- Fragen blieben da nicht übrig.
- Ich mache keine Berichte über die lokale Bevölkerung, Flüchtlinge-Probleme und sonstiges, obwohl man auch hier auf interessante Geschichten trifft. Ich versuche, mich nicht ablenken zu lassen. Mein Thema sind die ukrainischen Krieger und ihre Geschichten: darüber, warum sie dort sind, was sie bewegt und was sie dort hält, was sie erreichen möchten, wer sie im früheren Leben waren. Meine Helden sind Menschen sehr verschiedener Berufe: Musiker, Tischler, Juristen, Eisenbahner. Das ist ein Zyklus über Menschen, die nicht im Krieg sein sollten. Meine Aufgabe ist, in den Kämpfern den Glauben zu stärken, ihr Geist zu bekräftigen. Ich hoffe, dass die ukrainischen TV-Kanäle in Luhansker und Donezker Gebieten wieder auf Sendung gehen. Und dass meine Filme jemandem helfen.
- Stehen Sie noch im Kontakt zu Ihren Helden?
- Ich habe sogar Angst, sie anzurufen… Manche von denen, die ich gefilmt habe, sind nicht mehr am Leben. Einer wurde faktisch vor meinen Augen getötet. Ich habe mal ein Interview mit einem jungen Kaplan gemacht. Am nächsten Tag habe ich erfahren, dass er schwer verwundet wurde. Wenn er auch überlebt, bleibt er ein Invalid… Zu den Helden entsteht eine seelische Verbindung, bis zu einem gewissen Grad fängst du an, die Welt mit ihren Augen zu sehen. Es tut sehr weh, wenn ihnen etwas zustösst.
- Wie gelingt es Ihnen, einen Film unter Kriegsbedingungen zu drehen und fertig zu machen?
- Die modernen Technologien erlauben auf mobile Systeme zu drehen, Actionkameras – alles ohne Probleme. Ich habe keinen Fahrer, keinen Kameramann. Ich mache alles selbst. Aber für mich ist es sehr wertvoll, dass es keinerlei Zensur über mir gibt, niemand zwingt mich, irgendeinen Satz zu ändern oder was auch immer. Meinungsfreiheit, kurz gesagt. Interessant ist, dass die ruhigsten, seelenerfülltesten Gespräche an der vordersten Linie stattfinden. Und dann, nach einer absoluten Stille, kommt plötzlich ein Artilleriebeschuss. Immer unerwartet. Gerade noch war es ruhig- und schon gibt es das Haus gegenüber nicht mehr. Aber auch daran gewöhnt man sich. Und es wird sogar gleichgültig, denn du verstehst- in diesem Fall hängt nichts von dir ab. Man kann nicht ständig Angst vor dem Tod haben.
Nun ist Cristian mit einem neuen Freiwilligenprojekt beschäftigt.
- Leider erlaubt mir meine Gesundheit nicht, permanent an der vordersten Linie zu sein… Meine Freunde und ich haben einen internationalen Wohltätigkeitsfonds gegründet und nannten es „Sauberer Himmel“, so ein romantischer Name. Unser erstes Projekt ist eine Volks-Drohne. Wir sind müde davon, dass die ukrainischen Soldaten einfach so unter Feuer sterben, das die russischen „Vögelchen“ richten, die dabei hoch in den Wolken unverletzbar bleiben. Unter den Freiwilligen, die aus verschiedenen Projekten zu uns gekommen sind, gibt es Designer, Ingenieure, Militärs. Wir arbeiten an einfachen, verlässlichen und maximal billigen Lösungen. Wir brauchen noch Menschen, zum jetzigen Zeitpunkt in erster Linie Programmierer und Entwickler. Und sobald der Krieg zu Ende ist- und ich hoffe, dass es in der nächsten Zeit passiert und wir alle noch am Leben sind- gehen wir zurück zum Kino, werden die Kunst wiederbeleben, etwas Neues erschaffen.
- Vermissen Sie Russland nicht? Ihre Freunde, Verwandte, Kollegen-Filmemacher? Möchten Sie nicht zurückgehen?
- Ich liebe die russische Natur, manchmal nostalgiere ich nach dem kulturellen, geistigen Milieu, das durch den Putinismus noch nicht ganz vernichtet wurde. Aber in den Staat Russische Föderation werde ich vielleicht erst in ein paar Jahren zu kommen bereit sein, und das auch nur als Bürger eines anderen Landes – als Gast, nichts weiter. Gerade möchte ich aber nicht dorthin reisen, möchte mit niemandem reden. Die Kluft, die zwischen uns entstand – sie wird man sehr schwer überwinden können….

P.S. Als dieses Material zur Veröffentlichung fertig gemacht wurde, ist uns bekannt geworden, dass der Präsident der Ukraine Petro Poroschenko eine Anordnung über die Gewährung der Staatsbürgerschaft für den 26-jährigen ehemaligen FSB-Offizier aus Wladiwostok Ilya Bogdanow unterzeichnete, über welchen die Ausgabe „Fakty“ nicht nur einmal geschrieben hat. Seit dem Juli 2014 kämpft er an der Front auf der Seite der Ukraine.
"Ich bin ein Bürger der Ukraine! Bin stolz darauf!- schrieb Ilya Bogdanow bei Facebook: – Ich danke allen, die mir geholfen haben, ich danke Ihnen vom ganzen Herzen! Wir haben zusammen die Bürokratiemaschine besiegt und Putin noch einmal gezeigt, dass die Ukraine ein unabhängiges Land ist und seine Hände viel zu kurz sind! Ich kann allerdings meinen Pass gerade nicht abholen, wegen der derzeitigen Lage an der Front.“

Quelle : Quelle: Cristian Jereghi im Interview mit Marija Wasil, fakty.ua; übersetzt von Irina Schlegel
Lesen Sie noch ein Interview mit Cristian Jereghi: “Dieser Krieg hat meine Lebenseinstellung verändert…”

Der Link zum Artikel bei Informnapalm

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Fr 3 Apr 2015 - 13:56

ist schon etwas älter, vielleicht auch schon mal hier eingestellt, aber einfach nur Bewundernswert...


Arzt aus Odessa: "Ich sah die Augen eines russischen Kommandeurs voller Tränen...."


Ein Arzt aus Odessa leitete die Operation zur Rettung der Soldaten, die bei Starobeschewo unter Beschuss geraten waren. Er war direkt in der Hölle und brachte über 700 Verwundete heraus.

Militärärzte konnten innerhalb von vier Tagen über 700 Verletzte und Gefangene aus Starobeschewo herausholen, wo am 29. August Freischärler ukrainische Soldaten beschossen hatten, die nach einer Vereinbarung mit der russischen Partei den Kessel von Ilowajsk verließen.

Journalisten von Vesti.ua sprachen mit Anatoli Sadownik, einem Arzt aus Odessa, dem Chef des medizinischen Diensts, der bei der Rettungsaktion unserer Verwundeten dabei war.

In Friedenszeiten leitet er das Kindersanatorium „Lustdorf“. Nach seiner Einberufung begann er, das Leben unserer Soldaten in einem Feldlazarett im Gebiet von Saporoschje zu retten. Nach dem Beschuss einer Kolonne kam Sadownik vier Tage lang nicht zum Schlafen, er musste sich mit den DNRlern und Russen einigen, auf Grausamkeit und Barmherzigkeit stoßem, dem Tod in die Augen sehen und er rettete Hunderten das Leben.


Anatoli Sadownik, wieso rief man Sie an, wenn Sie doch Chefarzt eines Kindersanatoriums sind?

Ich bin Chirurg, aber arbeitete lange Zeit nicht als solcher, und trotzdem blieben die Fähigkeiten erhalten. Ich ging ins Lazarett und versuchte es. Ich führte eine Operation durch und so ergab es sich. Ich versuchte erst gar nicht, mich der Vorladung zu entziehen, obwohl ich es aus medizinischer Sicht hätte tun können. Ein Psychiater wunderte sich darüber am meisten. „Ich versteh das nicht? Ein Chefarzt mit drei Kindern. Warum brauchst Du das?“ Nun, wir verstanden einander. Ich erklärte ihm, dass es meine Bürgerpflicht sei. Es ist so, wie Makarewitsch in seinem neuen Lied singt: „Statt sich einen Heiligenschein aufzusetzen, ist es besser, nicht schlecht zu sein.“ Ich wurde aufgefordert, am 18. August ins Feldlazarett zu gehen und sofort gab es harte Arbeit. Der allererste Fall war eine Wunde, die ein großkalibriges Maschinengewehr verursacht hatte. Der Brustkasten des Verletzten war buchstäblich nach Außen gedreht und zusätzlich war sein rechter Arm praktisch abgerissen worden. Ich setzte ihn in 3-4 Stunden wieder zusammen und rettete ihn. Dann riefen wir das Lazarett in Dnepropetrowsk an, wohin man ihn später brachte. Er lebt. Er ist gesund. Sein Arm ist noch dran. Und dann ging es weiter. Einer nach dem anderen.

Wie kamen Sie in die Region von Starobeschewo?

Am 26./27. August kam der Befehl, in die Region von Starobeschewo zu fahren. Uns war ein Sanitärbataillon aus Poltawa zugewiesen. Man sagte, dass wir Verwundete abholen sollen, aber der Platz reichte nicht. Tatsächlich war es eine Militäroperation. Über die Soldaten, die uns begleiteten, möchte ich etwas hervorheben. Dort war ein Oberst Alexander Nikolajewitsch (bis zum Abschluss der ATO ziehen es die Soldaten vor, keine Nachnamen zu nennen – der Artikelautor), ein echter Oberst. Ich hatte noch nie solche Menschen getroffen. Wie er mit den DNRlern und Russen verhandelte, wie er ohne kugelsichere Weste ging. Diesen Heldenmut muss man sehen. Wir waren in zwei Kolonnen. Meine fuhr bis Starobeschewo, aber die zweite ließ man an der Straßensperre der DNR nicht durch. In meiner Kolonne war nur ich Arzt.

Sie mussten sich mit den Freischärlern einigen, damit diese die Verwundeten freigeben?

Ja. Wir waren gar nicht darauf gefasst, dass man solche Verhandlungen führen muss. Man hielt uns an der Straßensperre an und alle wurden gefragt, woher wer kommt. Alle waren aus Poltawa, und dann ich – aus Odessa. Und mir wurde daraufhin gesagt, dass ich jetzt für den 2. Mai büßen müsse. Alles sehr emotional, aber ich konnte ihnen meine Position und Aufgabe erklären. Danach wussten bereits alle, dass ein Arzt aus Odessa mitfährt und man ließ uns ohne Probleme durch. Zur Ausfuhr der Verwundeten und Gefangenen einigten wir uns mit Russen. Ich lernte einen russischen Bataillonskommandeur kennen. Wir standen bereits in der Sowjetunion zur gleichen Zeit im Dienst. Ich sah seine Augen. Er hatte sie voller Tränen. Er sagte: „Kollege, ich wollte sie doch nicht erschießen. Ich erhielt den Befehl drei Minuten bevor die Kolonne auftauchte. Ich verstand, dass sie auf offenem Feld sind, von zwei Seiten – direkt im Visier, das ist ein Todesurteil. Aber ich hatte den Befehl.“

Ich sage jetzt nichts über die Anzahl der Toten. Wir sahen schreckliche Dinge. Der Bataillonskommandeur bedauerte sein Tun. Er half uns und gab uns eine Begleitung. Hier noch ein weiterer Fall: Es war der letzte Tag – ich, Oberst Alexander Nikolajewitsch und ein weiterer Oberoffizier, Michail. Wir sprachen mit dem russischen Offizier. Da kamen sieben Autos mit DNRlern und benahmen sich insgesamt sehr auffällig. „Sergej, für wen kämpfen Sie? Gegen wen kämpfen Sie?“ fragte ich den russischen Bataillonskommandeur, nachdem sie wieder weg waren. Er antwortete nicht, aber ich verstand alles ohne Worte. Das ist die allgemeine Stimmung in der russischen Armee. Wenigstens bei denen, die wir trafen. Und viele wollen diesen Krieg nicht. „Wir kämpften, aber wir wollen nicht gegen Euch kämpfen,“ sagen sie.

Wie brachten Sie die Verwundeten heraus?

Wir brachten sie alle in den Bezirk von Starobeschewo. Die Verwundeten lagen direkt auf dem Boden. Sowohl sie, als auch die Gefangenen, verstanden, dass wir nicht alle mitnehmen würden, weil der Platz einfach nicht reichte. Ich trat vor eine Gruppe Leute, die sich abseits hielt – sie unterschieden sich von den anderen, diszipliniert und gefasst. Ich fragte, ob es Verwundete gibt. „Ja, ich habe hier einen Durchschuss; ja, ich habe eine Quetschung; ja, bei mir an der Schulter, aber ein Arzt hat es verbunden, danke.“ „Dann setzt Euch ins Fahrzeug,“ sagte ich. „Nein, andere brauchen das vielmehr,“ antworteten sie. Stellen Sie sich das vor! Sie wussten sehr wohl, dass wir nicht mehr zurückkommen. Und sie sagten, dass andere eher Hilfe brauchen. Das war das Bataillon „Switjas“ – Jungs aus der Westukraine, die man die schrecklichen Bandera-Anhänger nennt. Was für ein Mensch muss man sein, um sich so zu verhalten? Letztlich fanden wir Platz und nahmen alle mit. Aus ihrem Bataillon überlebten nur 11 Leute. Heute sind sie zu Hause, wir telefonieren regelmäßig.

Wissen Sie, welche Bataillone unter Beschuss gerieten?

Ich sah, wie ein Zug des Bataillons „Dnepr“ unter Beschuss geriet. Von ihm blieb nichts übrig. Er wurde klassisch beschossen, wie in Afghanistan. Sie kamen auf der Zentralstraße ins Dorf. Das erste und letzte Fahrzeug wurde in Brand gesetzt und der Rest einfach beschossen. Es war zu sehen, wie die Jungs starben – eine Spezialeinheit. An den Uniformen und der Ausrüstung konnte man erkennen, dass es Offiziere waren. Es war ein fürchterlicher Anblick. Es waren 40 oder 50 Mann und keiner überlebte. Das waren Spezialeinheiten aus Kirowograd und Winniza. Alle suchten nach ihnen, und wir sahen sie. Das war kein Schlachtfeld, sondern ein Gemetzel.

Wurde Ihnen von dem Sanitätsbataillon geholfen?

Ja, natürlich. Die Jungs heulten. Vielen wurde schlecht. Sie hatten so etwas noch nie gesehen. Aber obwohl sie weinten, weigerte sich niemand, die Soldaten auf Tragen zu bringen. Ich war als Arzt vorbereitet und an offene Wunden gewohnt, aber die Jungs – nein. Und was wir sahen, solche Verwundungen, das war schrecklich. Etwas später lernten sie, wie man einen Verband anlegt und Präparate vorbereitet. Einfach super Jungs. Die Soldaten zeigten sich von ihrer allerbesten Seite. Das beweist ihren unerhörten Mut und ehrt sie.

Quelle: Jewgenia Genowa, vesti.ua, 10. September 2014
Übersetzung: VoU / JD, 22. September 2014

http://maidantranslations.com/2014/09/22/arzt-aus-odessa-ich-sah-die-augen-eines-russischen-kommandeurs-voller-tranen/

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Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen.
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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am So 5 Apr 2015 - 15:14

The China Post: Russland setzt in einer Anti-EU-Kampagne auf populistische Parteien
Von der extremen Rechten bis zur radikalen Linke werden  populistische Parteien in ganz Europa von Russlands Wladimir Putin umworben, der sie in einer Anti-EU-Kampagne zu seinen Verbündeten machen will.

Der Front National (FN) in Frankreich, Syriza in Griechenland und Jobbik in Ungarn sind die bekanntesten, aber sie sind bei weitem nicht die einzigen. Einige, wie die britischen UKIP, haben eine gegenüber Putin eine Position der “wohlwollenden Neutralität” angenommen.

Sie sind in ihrem Ziel einig, nämlich der “Herausforderung der EU”, und dies wiederum geht einher mit dem russischen Wunsch nach einem “schwachen und geteilten Europa”, erklärt der ungarische Politologe Peter Kreko.

Auf längere Sicht setzt der Kreml darauf, dass die Machtübernahme dieser Parteien in Europa, das so verändert und es von der NATO und den Vereinigten Staaten zu trennen.

“Moskau will langfristige Allianzen mit allen etablieren, die loyal gegenüber Russland sind,” sagt der russische Analyst Konstantin Kalatschow von der ‘Politischen Expertengruppe’.

Diese Parteien tragen auch dazu bei, die internen Botschaften des Kremls zu fördern. Als Russland im Jahr 2014 die Krim annektierte, sagten selbsternannte “Beobachter” vom Front National und der österreichischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) im russischen Fernsehen, dass ordnungsgemäße Verfahren eingehalten worden seien.

Front National mit russischem Geld
Ein Hauch des Kalten Krieges durchdringt “diese aus der kommunistischen Zeit stammende und veraltete Art  und Weise der Verbreitung von Propaganda und der Suche nach Verbündeten,” sagt Jean-Yves Camus, ein Spezialist zum Thema der französischen extremen Rechte.

Aber es gibt auch noch “eine Wertegemeinschaft”, argumentierte er, darunter auch gegen die Homosexuellen-Ehe, ein Thema, das die Idee eines dekadenten Europa befeuert – ein heißes Thema in Moskau”.

Russlands Verführungsstrategie zielt auch auf die Parteien der europäischen Linken ab. “In Deutschland ist “Die Linke” der größte Kritiker an Merkels Russlandpolitik,” stellt Kalatschow fest.

Einer der Vorteile der Annäherung an Moskau könnte finanzielle Unterstützung sein. Der Front National erhielt kürzlich ein Darlehen in Höhe von 9 Millionen Euro von einer russisch-tschechischen Bank.

Die französische Nachrichtenwebsite Mediapart berichtete diese Woche über gehackte Textnachrichten zwischen russischen Beamten, die eine Verbindung zwischen der russischen Finanzierung und der Unterstützung der Partei für Putin beweisen.

Front-National-Präsidentin Marine Le Pen hat die Vorwürfe als “Wahnvorstellung” dementiert.

Trotz des anhaltenden Verdachts gibt es keinen weiteren Beweis für eine direkte Parteienfinanzierung, auch wenn die WikiLeaks-Affäre zeigte, dass der US-Botschafter in Sofia Sorgen über mögliche russische Überweisungen an die ultranationalistische Ataka (Angriff) Partei in Bulgarien ausgedrückt hat.

Mit Moskau, gegen Kyiw
Der Ataka-Führer Wolen Siderow eröffnete 2014 seinen Europawahlkampf in Moskau, als die ukrainische Krise ausbrach.

Ein Großteil der europäischen populistischen Parteien haben sich in Sachen Ukraine auf die russische Seite geschlagen.

Der Front National hat zum Beispiel wiederholt den Osten des Landes und die Krim als Russlands historische Wiege beschrieben.

Der neue griechische Premierminister Alexis Tsipras flog 2014nach Moskau Mai, als er noch Oppositionsführer war. Der Besuch fand zwei Monate nach der Krim-Annexion statt.

Seine weit links stehende Syriza-Partei veranschaulicht die Verwischung der politischen Etikette, wenn Moskau beteiligt ist.

Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias, ein ehemaliger Kommunist, wurde im Jahr 2013 mit dem russischen ultranationalistischen Alexandr Dugin, einem einflussreichen Förderer eines russisch-geführten eurasischen Bündnisses zwischen Europa und Russland, fotografiert.

Nachdem Tsipras und Kotzias jetzt an der Macht sind, befürwortet ihre Partei nicht mehr den Austritt Griechenlands aus der Nato.

Aber Griechenland könnte die Nato durch ein Veto gegen ein militärisches Vorgehen gegen Moskau immer noch “lähmen”, warnt der ehemalige US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski.

Bis jetzt ist es dem Kreml und seinen populistischen Verbündeten noch nicht gelungen, die einheitlichte Haltung für Sanktionen gegen Rußland in Europa zu zerbrechen.

Den populistischen Parteien gelang es auch nicht, im Jahr 2014 eine zusammenhängende Fraktion im Europäischen Parlament zu bilden.

Aber die rechten Strategen des Kreml haben langfristige Ambitionen, meint Kalatschow.

In ihren Augen “ist jetzt die Zeit, um Verbindungen mit denen aufzubauen, die in der Zukunft nützlich sein könnten. Es ist der Beginn eines neuen Europa.”

http://de.euromaidanpress.com/2015/04/05/the-china-post-russland-setzt-in-einer-anti-eu-kampagne-auf-populistische-parteien/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am So 5 Apr 2015 - 18:44

Kasparow: Etliche EU-Politiker haben Verbindungen zu russischem Geld
“Deutschland wird in Zukunft eine geeignete Position in dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland einnehmen, aber noch ist es nicht soweit,” sagte der Schachgroßmeister, Autor und politische Aktivist Garri Kasparow in einem Interview mit dem ukrainischen Nachrichtensender TSN am Freitag.

Nach Kasparow kann die Ukraine jedoch nicht warten, bis die deutsche Regierungschefin Angela Merkel sich zu der Führungsrolle in Europa durchringt, die Deutschland spielen könnte, wenn es keine russischen Lobbyarbeit gäbe.

“Die härteste Position [gegen Russland] nimmt Großbritannien ein, aber leider spielt es keine Rolle in Europa. Von Frankreich kann man gar nichts erwarten,” sagte er.

“Deshalb sollte Merkel irgendeinen Algorithmus der Interaktion mit denjenigen Ländern suchen, die derzeit auf die Aufhebung der Sanktionen hinwirken. Dabei handelt es sich um Länder, die auf verschiedene Arten in der finanziellen Abhängigkeit von Russland sind, wie Ungarn, Griechenland und Zypern,” sagte Kasparow.

Kasparow verwies auch auf die Situation in der Tschechischen Republik und der Slowakei.

“Es gibt dort keine russischen Unternehmen, es sind [aber] die Präsenz des russischen Gelds und offenkundige Beziehungen der Führer dieser Länder, vor allem im Falle des tschechischen Präsidenten, der mit Geld von Lukoil gewählt wurde, sowie des ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus, der Putin ganz offen unterstützt,” sagte Kasparow.

“Die Tatsache, dass einige Politiker der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarns Putin unterstützen, ist eine Beleidigung der Erinnerung an ihre Bürger, die in den Jahren 1956 und 1968 unter den Ketten der sowjetischen Panzer gestorben sind”, sagte Kasparow.

http://de.euromaidanpress.com/2015/04/05/kasparow-etliche-eu-politiker-haben-verbindungen-zu-russischem-geld/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Mi 8 Apr 2015 - 17:31

Russischer Kämpfer gesteht Tötung von Gefangenen – Beweis für ein Kriegsverbrechen (AUDIO)
Das Geständnis des russischen Kämpfers, dass er 15 ukrainische Kriegsgefangene getötet hat, sollte als Beweise für Kriegsverbrechen vor Gericht in Betracht gezogen werden, wenn sich die Echtheit der Aufnahme bestätigt, sagen Menschenrechtler und Rechtsexperten.

Dennoch werden die ihm vorgeworfenen Verbrechen wahrscheinlich nicht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit angesehen werden, und es wäre auch schwierig, sie dem Internationalen Strafgerichtshof vorzulegen.

Der unter seinem Kriegsnamen Motorola besser bekannte Arseni  Pawlow gab in einem Telefongespräch mit der KyivPost am 3. April eine Erklärung ab. Motorola, Anführer des vom Kreml unterstützten Bataillons Sparta, sagte, dass er zu der Zeugenaussage eines mutmaßlichen Augenzeugen keine Stellung nehme, derzufolge er am 21. Januar den ukrainischen Kriegsgefangenen Ihor Branowytzkij ermordet habe.

“Es ist mir sch***egal, wegen was ich beschuldigt werde, ob Sie es glauben oder nicht,” sagte Motorola. “Ich habe 15 Gefangene totgeschossen. Das ist mir sch***egal. Kein Kommentar. Ich bringe um, wen ich will. Und ich tue es nicht, wenn ich nicht will.”


In einem aufgezeichneten Gespräch mit der KyivPost vom 3. April gestand der vom Kreml unterstützte Anführer einer Kämpfergruppe namens Arseni  Pawlow alias Motorola die Tötung von 15 ukrainischen Kriegsgefangenen.

Ein Ermittlungsbeamter im Innenministerium sagte der KyivPost, dass der Vorwurf bereits als Tatbestand im Rahmen der Vorschriften über Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht werde. Der Mord an Branowytzkij sei ebenfalls ein Teil dieses Ermittlungsverfahrens.

Der russische Staatsbürger Motorola, 32, wurde in der Stadt Uchta in der Republik Komi  geboren und wohnte zuletzt in Rostow am Don. Früher kämpfte er gegen islamistische Aufständische in Tschetschenien und war als Arbeiter und Leibwächter beschäftigt. Motorolas Bataillon Sparta spielte im Januar eine wichtige Rolle bei der Eroberung des Donezker Flughafens durch die vom Kreml unterstützten Milizen.

Die Original-Aufzeichnung des Gesprächs mit Motorola wird möglicherweise als Beweismittel vor Gericht verwendet werden, wenn der Journalist, der es aufgenommen hat, es dann den Ermittlungsbehörden übergibt, sagte Tetjana Telytschenko, eine prominente Anwältin. “Anschließend muss eine Analyse seiner Stimme und der Echtheit der digitalen Aufnahme erfolgen,” sagte sie.

Der Vorsitzende der Charkiwer Menschenrechtsgruppe Jewhen Sacharow beschrieb das mutmaßliche Verbrechen, wenn es so begangen wurde, als vorsätzlichen Mord unter erschwerenden Umständen sowie eine Verletzung des Rechts auf Leben nach Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention.

“Außergerichtliche Hinrichtungen sind verboten und werden als Kriegsverbrechen eingestuft,” sagte Tetjana Mazur, die Direktorin von Amnesty International in der Ukraine, zur KyivPost.
Wassil Wowk, Chef der Hauptermittlungsabteilung des Staatssicherheitsdienstes, gab am 3. April an, dass im Fall von Branowytzkij ein Ermittlungsverfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eröffnet worden sei. Allerdings gebe es Schwierigkeiten mit der Einstufung der Morde an Branowytzkij und der mutmaßlichen Tötungen von 15 ukrainischen Kriegsgefangenen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagte Mazur.

Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs definiert Verbrechen gegen die Menschlichkeit  als gegen die Zivilbevölkerung und nicht gegen gefangen genommene Soldaten gerichtete Straftaten, und sie sein müssen “weit verbreitet oder systematisch” sein.

Artikel 7 des Römisches Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs lautet:
“Im Sinne dieses Statuts bedeutet ‘Verbrechen gegen die Menschlichkeit’ jede der folgenden Handlungen, die im Rahmen eines ausgedehnten oder systematischen Angriffs gegen die Zivilbevölkerung und in Kenntnis des Angriffs begangen wird…”
Ein weiterer Vorwurf gegen Motorola und sein Bataillon Sparta sind Folterungen an ukrainischen Kriegsgefangenen, was gemäß Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention verboten ist. Nach Angaben von Juri Sowa, einem Augenzeugen der Tötung, wurden er und andere Gefangene von Motorolas Männern sechs bis sieben Stunden lang geschlagen.

“Wenn Branowytzkij so brutal und grausam geschlagen wurde, handelt es sich um Folter,” sagte Sacharow.

Er fügte hinzu, dass fast alle ukrainischen Kriegsgefangene von den Separatisten gefoltert wurden, die ukrainischen Behörden es aber bisher versäumt hätten, solche Fälle zu dokumentieren.

Wowk sagte, dass der Fall Branowytzkij dem in Den Haag ansässigen Internationalen Strafgerichtshof vorgelegt werden könnte.

Allerdings gibt es noch Hindernisse für die Übertragung der Verfahren gegen Motorola an Den Haag. Bisher hat die Ukraine das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs nicht ratifiziert, das die Zuständigkeit des Gerichts für die Rechtsprechung in den einzelnen Ländern anerkennt.

Am 4. Februar verabschiedete die Werchowna Rada [Parlament] einen Beschluss, mit dem die Ukraine die Zuständigkeit des Haager Gerichts bei zwischen dem 20. Februar 2014 und 4. Februar 2015 durch Russland und durch vom Kreml unterstützte Separatisten im Osten der Ukraine begangenen Kriegsverbrechen verbindlich anerkennt.

Allerdings hat der Präsident diesen Beschluss noch nicht offiziell nach Den Haag übermittelt, sagte Mazur. Einige Analysten haben auch damit argumentiert, dass die ukrainische Regierung nicht berechtigt sei, den Haager Gerichtsstand teilweise anzuerkennen, dies müsse durch vollständige Ratifizierung des Römischen Statuts geschehen.

Inzwischen hat Wjatscheslaw Abroskin, der Chef der Polizeidienststelle in der Oblast Donezk, am 5. April die persönlichen Daten von etwa 40 Kämpfern des Battalions auf Facebook veröffentlicht.

“Das Land muss seine ‘Helden’ mit Namen kennen,” sagte er. “Sie haben das Blut unserer Landsleute an ihren Händen.”

http://de.euromaidanpress.com/2015/04/07/russischer-kaempfer-gesteht-toetung-von-gefangenen-beweis-fuer-ein-kriegsverbrechen-audio/

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Wormser am Sa 11 Apr 2015 - 14:05

Gänsehaut pur..... Diese Rede ist weit mehr als nur historisch

Quelle: Euromaidan PR auf Deutsch

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski hat im ukrainischen Parlament eine Rede gehalten, die bereits von polnischen und ukrainischen Offiziellen als historisch bezeichnet wird. Er wies auf die über tausendjährige gemeinsame Geschichte hin, beklagte die beiderseitigen Opfer zahlreicher Konflikte welche im zweiten Weltkrieg gipfelten und rief dazu auf, die Schuld durch gemeinsames Gedenken und Versöhnen zu begleichen.


Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Parlamentssprecher, sehr geehrte Abgeordnete.
„Noch ist Polen nicht verloren“ – das ist der Anfang der Hymne Polens. Mit ähnlichen Worten fängt die ukrainische Hymne an – „Noch ist die Ukraine nicht gestorben, weder ihr Ruhm noch ihre Freiheit“. Das Grab von Mykhaylo Verbyckiy befindet sich auf dem Territorium Polens, im Dorf Mlyny unweit von Przemysl. Dort war er viele Jahre griechisch-katholischer Pfarrer. Dieses Jahr haben wir seinen 200. Geburtstag gedacht. Gedachten als Zeichen der Erinnerung der gemeinsamen Vergangenheit unserer Völker, der Sympathie und Solidarität zwischen ihnen.

Durch diese tiefe Verbindung habe ich heute die Möglichkeit hier zu stehen, im Gebäude der Verkhovna Rada, und mich in dieser so schweren Zeit für die Ukraine an sie zu wenden. Ich denke, das ist ein besonderes Privileg und ein Zeichen des Vertrauens von Seiten ukrainischer Freunde, danke hierfür...
Sehr geehrte Abgeordnete! Als im Jahr 2014 die Band „Taraka“ das Lied „Reiche der Ukraine deine Hand“ gesungen hat, entfachten in den Herzen der Polen diese Worte, und hier, in der Heimat das Poeten Taras Shevchenko kommt man nicht umhin die Ähnlichkeit dieses Liedes zu seinem Gedicht „An die Polen“ anzusprechen, in welchem er aufruft: „Reiche deine Hand dem Kosaken“. Polen reicht der Ukraine die Hand. Polen tut und wird alles dafür tun, damit der Ukraine andere Länder des freien Westens die Hand reichen. Die Hand Polens – das ist keine Frage der politischen Konjunktur, sondern unser Verständnis von historischen Prozessen, welche die Ansichten der Ukraine als wichtigen Partner und Nachbarn fördern.
Es geht nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft der polnisch-ukrainischen Verhältnisse. Um die Zukunft, obwohl die Sicht darauf maßgeblich in der Vergangenheit verwurzelt ist.
Über Tausend Jahre sind die Schicksale der Polen und Ukrainer eng verflochten. Man muss nur Fürst Daniel Halyckiy erwähnen, der als König der Rus in Drohiczyn gekrönt und auf der polnischen Seite des Bug in Chelm begraben wurde. 600 Jahre später wurde in Chelm Mykhaylo Hrushevskiy, herausragender ukrainischer Historiker und Ikone der ukrainischen Volksbewegung geboren. Im Verlauf vieler Jahrhunderte lebten unsere Vorfahren in einem Staat – der Rzeczpospolita. Durch die Kurzsichtigkeit der damaligen Eliten war es kein Staat von drei gleichberechtigten Völkern – des polnischen, des litauischen und des ruthenischen – heute – ukrainischen. Indes erinnern wir uns, dass wir im 18. Jahrhundert für diesen Fehler mit dem Verlust unseres Staates einen fürchterlichen Preis gezahlt haben.
Es ist wert zu erinnern, dass wir schon damals ein Gefühl der Zugehörigkeit zur gemeinsamen europäischen Familie hatten: Die Kosaken des Hetman Konashevych-Sahaydachniy trugen 1621 den entscheidenden Teil zum Sieg über die Osmanen in der Schlacht von Chocim bei, oder die Verteidigung von Zamosc vor der Roten Armee im Jahr 1920, welche der General der Ukrainischen Volksrepublik Marko Bezruchko führte, der auf dem orthodoxen Friedhof in Warschau begraben ist. Heute erinnert in Zamosc eine Gedenktafel an ihn.
Uns eint die gemeinsame historische Erfahrung – eine lange Zeit gemeinsamer Staatlichkeit, Bildung der Grundlagen des nationalen Bewusstseins durch die Abwesenheit von Staatlichkeit, und sogar die schweren Repressionen durch ausländische Staaten-Hegemonen. Wir haben ähnliche Sprachen, Bräuche, Trachten, Lieder. Dennoch lehnten sich im 19. Jahrhundert Polen und Ukrainer im Kampf für die nationale Befreiung auf und standen sich gegenüber. Tragischer Höhepunkt dieses Konflikts wurden die Jahre des zweiten Weltkrieges, als viel polnisches und ukrainisches Blut vergossen wurde. Es ist wichtig sich über eines im klaren zu werden – immer wenn Polen und Ukrainer miteinander kämpften, profitierte jemand Drittes davon; jemand der unsere Unabhängigkeit und Freiheit an sich reißen wollte.
Sehr geehrte Abgeordnete. Ich habe die Hoffnung, dass der heutige Dialog unserer Länder und Völker nicht von alten Fehden zerstört wird, dass Polen und Ukrainer nicht in Diskussionen über die Geschichte von Konflikten und ihrer tragischen Folgen aneinander geraten.
Wir wissen nur zu gut, dass der richtige Weg in gegenseitigem Vergeben und Versöhnen liegt.
Und damit dies keine leere Geste ist, sondern es zu gemeinsamen polnisch-ukrainischen Handlungen kommt: Die Erinnerung an die Opfer der Bruderkriege an den Orten ihrer Leiden und Tode. Das ist unsere gemeinsame Schuld bei unseren Vorfahren. Veranstaltungen auf den Territorien der starken und unabhängigen Polen und Ukraine – das ist unsere Weise den Großeltern und Urgroßeltern zu gedenken, die in unseren Konflikten zu Schaden gekommen sind.
Hier möchte ich an die Rolle der Kontakte zwischen der Jugend in der Annäherung unserer Nationen erinnern. Deshalb unterstütze ich persönliche die Verstärkung der Kontakte der jungen Generationen. Man sollte nie die Anwesenheit der polnischen Jugend – und mit Stolz verweise ich auf meine eigenen Kinder – auf dem ukrainischen Maidan, ihre Solidarität und Bereitschaft zur Hilfe für die Ukraine vergessen.
Wir sollten alle froh sein, denn in Polen studieren 23.000 Ukrainer, unter ihnen eine Gruppe von Stipendiaten der polnischen Regierung aus den durch Krieg besetzten Regionen der Ukraine.
Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen Verträge über Jugendaustauschprogramme unterschrieben werden. Dieses Projekt ist eine wichtige Investition in die Zukunft, die Jugend wird Beziehungen ungeahnter Qualität zwischen Polen und der Ukraine bauen.
Sehr geehrte Damen und Herren. Wir treffen uns zu einer Zeit, in der die Ukraine faktisch im Kriegszustand ist. Zu einer Zeit in der die Okkupation der Krim durch Russland und dessen Aggression im Osten der Ukraine die Feiern zum 25. Jubiläum der Erneuerung unserer Freiheit durchkreuzt hat.
Wir treffen uns zu einer Zeit, in der die russische Aggression gewaltsam versucht der Ukraine das Recht auf Selbstbestimmung, auf freie Entscheidung und Verfahren auf eine demokratische Entwicklung zu nehmen. Das polnische Fest der Freiheit konnte nicht vollständig sein, wenn in der unserem Herzen nahen Ukraine Menschen nur deshalb sterben, weil Menschen für die selben Freiheiten kämpfen, für die in Polen auch meine Generation gekämpft hat.

Es geht um die Freiheit der souveränen Gestaltung der eigenen Zukunft, die Freiheit den Widerspruch auszusprechen zur Rückkehr einer Politik die sich auf die Logik von Interessengebieten stützt, zur Rückkehr imperialistischer Dominanz des Stärkeren über den Schwächeren.
Gegen diesen Akt der Gewalt ging das ukrainische Volk auf die Straße, und brachte dafür das größte Opfer – das Opfer des menschlichen Lebens auf den Demonstrationen zur Zeit der Revolution der Würde, die Unabhängigkeit und Werte, auf die sich die Europäische Union stützt – Freiheit, Würde, Gerechtigkeit und Solidarität verteidigend.
Deshalb darf Europa niemals das Opfer der Helden der himmlischen Hundertschaft vergessen.
Als Präsident Polens bin ich besonders stolz darauf, dass unter den Menschen aus der himmlischen Hundertschaft auch solche mit polnischen Wurzeln waren.
Sie haben sich an die unzähligen und wundervollen Ereignisse unserer gemeinsamen Geschichte angeschlossen, welche uns die wichtige Botschaft übermitteln: Für unsere und eure Freiheit.
Ich hatte in Polen zahlreiche Treffen mit Aktivisten des Euromaidan, mit Verletzen während der Revolution der Würde. Viele von ihnen wurden in polnischen Krankenhäusern aufgenommen. Besonders bewegend waren die Begegnungen mit ukrainischen Soldaten. Ich hörte, dass ihre Inspiration die Worte eurer Hymne sind: Seele und Leib geben wir für deine Freiheit, und zeigen dass wir Brüder, Kosaken sind.
Ich bin überzeugt, dass nur die Söhne großer Völker vom eigenen Opfer und der Liebe zu ihrer Heimat mit solch großartigen Worten sprechen.
Der Widerstand gegen eine Politik der Unterdrückung hat heute eine zusätzliche Dimension. Bald feiern wir den 70. Jahrestag der Beendigung des zweiten Weltkrieges, und heute, gemeinsam mit dem Präsidenten der Ukraine, werden wir unsere Köpfe vor den Opfern des stalinistischen Totalitarismus in Bykivnya verneigen. Zum 75. Jahrestag des Massakers von Katyn ehren wir das Gedenken an die polnischen Offiziere, die auf Geheiß von Stalin vom NKWD erschossen wurden. Aber es gibt auch zehntausende ukrainische Opfer des stalinistischen Regimes der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Das ist ein Symbol, welches die Schicksale der Polen und Ukrainer eint.
Die Revolution der Würde, welche in der Verteidigung der ukrainischen Wahl Europas ihren Anfang nahm, hat gezeigt, dass Ukrainer sich auf der Seite der europäischen Werte befinden. Heute, wenn die Söhne der Ukraine, ihre Unabhängigkeit verteidigend, im Osten sterben, verteidigen sich auch Europa vor der Rückkehr zu imperialistischem Denken, vor Entscheidungen welche ganz Europa bedrohen.
Man kann nicht übersehen, dass sich in der Ukraine die Soldaten, Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Luftabwehrsysteme des Aggressors befinden.
Mit Lügen durchschreitest du die Welt, doch du kehrst nicht zurück – so lautet ein ukrainisches Sprichwort. Heute erkennen diese Lüge nur die blinden nicht. Die westliche Welt muss verstehen, dass sie sicher ist, wenn die Ukraine sicher ist.
Darum unterstützen wir alle Taten, die zum Ziel haben den Konflikt zu lösen, vor allem die Minsker Abkommen. Wir hoffen, dass diese Absprachen so eingehalten und ausgeführt werden, dass sie zur Sicherung der territorialen Einheit der Ukraine und ihrer Sicherheit führen.
Sehr geehrte Abgeordnete, unsere Vorfahren schufen einen gemeinsamen Staat, der einen wichtigen Platz auf den politischen Karten Europas inne hatte. Die schmerzhaften Erfahrungen unseres Teils von Europa sagen, dass es Zeit ist die Versuche eine Antwort auf die Frage der Wahl zwischen Westen und Osten zu finden vorbei sind, denn sie sagen der Weg sei die europäische Integration. Polen begrüßt diese ukrainische Entscheidung sehr, weil wir uns daran erinnern dass der Vater des freien polnischen Staates nach dem ersten Weltkrieg, Marschall Josef Pilsudzki überzeugt war, dass es kein freies Polen ohne eine freie Ukraine geben könne.
Heute müssen wir gemeinsam mehr sagen: Es wird kein stabiles, sicheres Europa geben, wenn die Ukraine nicht ein Teil davon wird.
Die Tür zu den Strukturen der westlichen Welt, vor allem der EU soll offen sein für die Ukraine. Wissend um die nicht einfachen Kriterien die zwingend zu erfüllen sind, macht die Ukraine ihre eigene Wahl. Aber niemand darf ihr Recht auf dieses Bestreben einschneiden, vor allem dann, wenn Ukrainer mit Wort und Tat bewiesen haben, dass sie ihre Zukunft in einem freien, demokratischen und sicheren Europa sehen. Die Kraft, welche die Ukraine eint ist euer ureigenstes Gefühl der nationalen Würde und die Liebe zu eurem Land.

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Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen.
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Juri Felschtinski: der russisch-ukrainische Krieg könnte sich bis zum Jahr 2020 hinausziehen

Beitrag  telzer am Sa 11 Apr 2015 - 16:51

Ein Interview mit  Juri Felschtinski in glavcom.ua
Im Link zum Artikel gibt es noch weitere Interviews mit ihm

Juri Felschtinski in glavcom.ua schrieb:- Sie sagen, dass hinter dem Mord an Boris Nemzow Putins Regime steht. Warum wurde er umgebracht? Inwieweit war Nemzow ein gefährlicher Gegner für den russischen Präsidenten?
- Ich habe nicht gesagt, Putins Regime stehe hinter dem Mord an Boris Nemzow – ich sagte, dass hinter dem Mord Putin höchstpersönlich steht. Ich bin überzeugt davon, dass ohne seinen Befehl oder sein Einverständnis es niemand gewagt hätte, Boris Nemzow in Moskau auch nur anzurühren. Nemzow wurde zuallererst einmal dafür getötet, dass er der einzige weltbekannte Gegner Putins in Russland blieb, der ihn unter anderem auch für die Okkupation der Krim und die Invasion in die Ostukraine verurteilte. Der zweite Kritiker Putins nach der Popularität – Alexei Nawalny, wohnhaft ebenfalls in Russland, unterstützte immerhin im Gegensatz zu Nemzow mit einigen Vorbehalten die Annexion der Krim und hat in diesem Sinne aufgehört, für Putin gefährlich zu sein.

Falls Putin aus dem einen oder anderen Grund den Präsidentensessel hätte verlassen müssen, wäre Nemzow in Putins Augen der einzige und führende Anwärter für den Posten des Landespräsidenten geworden. Deshalb war die Beseitigung von Nemzow, hinsichtlich Putins Interessen und der Interessen seines engen Vertrautenkreises, eine absolute Notwendigkeit.

Mit dem Beginn der Aggression gegen die Ukraine im März 2014 zerstörte Putin eigenhändig die Stabilität des von ihm erbauten Regimes. Im Heute kann sich aufgrund der Kampfhandlungen in der Ukraine niemand mehr seiner Zukunft sicher sein, unter anderem auch Putin nicht. Die Beseitigung des wichtigsten politischen Gegners in Zeiten einer Krise – ein natürlicher Reflex jedes Tyrannen. Putin ist nicht zur Ausnahme geworden.
- Nemzow plante einen Bericht über die Beteiligung Russlands am Krieg in der Ukraine zu veröffentlichen. Halten Sie speziell das für das Mordmotiv?
- Für die Meinung der internationalen Weltgemeinschaft wäre die Publikation dieses Materials nichts Sensationelles. Wir verstehen, dass hinter dem Militäreinsatz in der Ostukraine Russland steht; wir wissen, dass sich dort russische gepanzerte Fahrzeuge und sonstige moderne russische Ausrüstung befindet; wir sehen, wie im Donbass und in Luhansk russische Truppen kämpfen. Etwas anderes ist, dass die Veröffentlichung der Dokumente durch ein ehemaliges Mitglied des Ministerkabinetts der russischen Regierung, die die Beteiligung von russischen Truppen in der Ukraine untermauern, Nemzow in Putins Augen zu einem „Verräter“ machte und ihm die Entscheidung, das Todesurteil für seinen politischen Gegner und Konkurrenten zu erlassen, erleichterte. In diesem Sinne konnte Nemzows Ankündigung der Absicht, die Dokumente veröffentlichen zu wollen, der letzte Tropfen gewesen sein, das letzte Zünglein an der Waage für das Todesurteil. Aus Putins Sicht ist Russland in einen Krieg involviert und in Zeiten des Krieges gilt das Kriegsrecht. Und genau dieses wandte Putin bei Nemzow an.

- Mehr als 50 000 Bürger sind in Moskau zur Demonstration gegangen. Sie verurteilten den Mord an Nemzow und den Krieg in der Ukraine. Denken Sie, dass ihre Stimme den politischen Kurs des Kreml ändern kann?
- Bedauerlicherweise werden diese ehrlichen und mutigen Menschen, die im Gedenken an Nemzow zur Demonstration kamen, in der heutigen russischen Realität nichts ändern können. Vor allen Dingen bildete sich in Russland bereits seit langem das System der „vertikalen Macht“ heraus, bei dem das Volk keinerlei Bezug zur Staatsführung auf zentraler, wie auch der lokalen Ebene, und keinen Einfluss auf die Verwaltungsorgane hat. Sogar wenn sich morgen die gesamte Bevölkerung Russland für den Frieden in der Ukraine ausspricht, wird Putin den Krieg nicht beenden. Er braucht den russischen Wähler nicht mehr, da nicht der Wähler entscheidet, wer genau bei den nächsten Präsidentschaftswahlen gewinnt und welche Politik der Kreml betreibt. In Russland entscheidet dies seit dem Jahr 2000 der im Kreml sitzende Präsident, und nur der. Andererseits ist der Mord an Nemzow ein gewaltiger Schlag gegen die russische Opposition und nach dem Tod von Nemzow wird die Opposition kleiner, und schwächer, und leiser. In diesem Sinne natürlich hat Putin durch den Mord an Nemzow einen dreifachen Nutzen: er beseitigte einen Konkurrenten und schwächte die Opposition, und verstärkte die Front seiner Anhänger, da sie mit dem Mord an Nemzow natürlich wiederbelebt wurde. Sie sind nämlich überzeugt davon, dass Nemzow auf Putins Befehl liquidiert wurde. Die erlogenen Versionen wirft der Kreml der Presse nicht für sie ein, sondern für uns.
- Die Liste der getöteten Putin-Gegner ist recht lang. Sie haben die Bücher von Beresowski und über Beresowski herausgegeben, Sie kannten Alexander Litwinenko gut. Ähneln sich ihre Todesfälle? Was müssen die Regimegegner verbrochen haben, um auf der „Erschießungsliste“ zu landen?
- Putin und sein Regime haben im Heute viele Gegner. Deren Großteil befindet sich im Ausland, da der Widerstand gegen die Diktatur aus dem Inneren an Selbstmord grenzt. Das sehen wir am Beispiel einer ganzen Reihe von getöteten Menschen: an der Journalistin Anna Politkowskaja, an den russischen Parlamentsmitgliedern Juri Schekotschihin und Sergei Juschtschenkow. Und nun auch am Beispiel von Boris Nemzow. Putin aus dem Ausland zu kritisieren ist ungefährlicher und gerade deshalb verließen Russland beispielsweise der zehn Jahre eingesessene Michail Chodorkowski und der ehemalige Schach-Weltmeister, eine bekannte Persönlichkeit der russischen Opposition, Gegner Putins und des heutigen Regimes Garri Kasparow. Doch auch der Aufenthalt im Ausland rettet nicht immer und nicht jeden. Die Liste der getöteten oder merkwürdig umgekommenen Gegner im Ausland beschränkt sich nicht nur auf Alexander Litwinenko und Boris Beresowski, jedoch sind diese zwei Beispiele selbstverständlich besonders markant. Das Gemeinsame an diesen Todesfällen ist, dass der im Jahre 2006 vergiftete Litwinenko Berosowskis Mitstreiter in der Konfrontation mit Putin war. Und als Beresowski 2013 in der Schlinge gefunden wurde, überzeugte die Selbstmord-Version viele nicht. Mir scheint diese Version auch nicht ersichtlich und überzeugend. Erst recht, da es in London 2008 bereits einen rätselhaften Tod eines Menschen gab, der Litwinenko und auch Berosowski gut kannte: Beresowskis Partner und Freund Badri Patarkazischwili, auf dessen Namen Beresowskis Vermögenswerte liefen, verstarb überraschend an einem Herzinfarkt. Im Grunde genommen verlor Beresowski eben in diesem Moment all sein Geld. Die gescheiterte Gerichtsklage gegen Roman Abramowitsch versetzte Beresowski in finanzieller Hinsicht den endgültigen Todesstoß. Und die politischen Schlachten gegen seinen Schützling – Wladimir Putin – verlor Beresowski schon früher. Nach dieser doppelten Pleite konnte man Beresowski mit „bloßen Händen“ erringen. Ohne Geld und Schutz war er natürlich sehr verwundbar. Die Frage zu beantworten, warum einige Putin-Gegner bereits tot sind und andere noch leben, ist schwierig. Es ist schwer festzustellen, wie genau und durch wen die Listen der potenzieller Opfer erstellt werden. Putin proklamierte offen, dass in Russland eine „fünfte Kolonne“ existiert, die gegen die Staatsinteressen arbeite; Nationalverräter, die das Land ausliefern. Ob er nun eine vollständige Liste von Gegner für sich erstellt habe oder nicht, lässt sich nur vermuten. Doch im Falle einer Verstärkung der russischen Aggression in der Ukraine, wird die Zahl der zu eliminierenden Gegner Putins in Russland und im Ausland natürlich wachsen. Putin ist – wie auch Stalin es war – ein nachtragender Mensch und bringt gerne das Begonnene zu Ende. Solange der Feind lebt, ist Putin unruhig.


Weiterlesen:
- Nach UN-Angaben starben schätzungsweise 6000 Menschen im Ukraine-Konflikt. Die UN meldet, dass die Ukraine an der Schwelle zur nächsten Etappe dieses tödlichen Konflikts stehe. Was denken Sie, was in den nächsten paar Monaten in der Ukraine geschieht? Wo gedenken die „prorussischen Separatisten“ zu stoppen?
- Leider ist die Zahl von 6000 Toten stark untertrieben. Es ist nicht die Schuld der UNO. So ist die Sachlage. Die Territorien der Donezker und Luhansker Gebiete sind durch die russische Armee und Militärtechnik völlig zerstört. Dort gibt es kein einziges unbeschädigtes Haus, keine einzige intakte Familie ist dort geblieben. Jemand starb, jemand ging nach Russland, jemand ist in die Ukraine geflüchtet. Ich denke nicht, dass die prorussischen und russischen Kräfte, die diese Territorien halten, an einer genauen Zählung der infolge des Konfliktes getöteten Menschen interessiert sind oder in der Lage wären, diese Zählung durchzuführen. Ihre eigenen Verluste geben sie zumindest nicht bekannt. Die Zahl der Getöteten unter der Zivilbevölkerung – ebenfalls nicht. Irgendwann einmal werden wir erfahren, wie viele Menschen infolge dieses Krieges getötet wurden. Doch im Moment sind unsere Vorstellungen über die Opferzahlen – wie auch im Fall von zwei Tschetschenien-Kriegen – sehr grob.

Die Ukraine sollte sich auf einen umfassenden Krieg mit Russland vorbereiten. Sie hätte sie bereits vor Langem darauf vorbereiten müssen. Doch die im Jahr 1991 in ihrer Entwicklung stehengebliebene Ukraine ist ein wirtschaftlich unterentwickeltes Land und es fällt schwer, vernünftige und zügige Handlungen von ihr zu erwarten.

Putin hat uns in die Zeit von 1938-1945 zurück katapultiert. Wir müssen erkennen, dass wir in einer neuen Welt leben. Diese Welt ist fürchterlich und gefährlich. Je eher diese Gefahr auch die Ukraine und Europa erkennen, umso schneller können wir die Aufmerksamkeit und die Kräfte konzentrieren, um diese Gefahr zu stoppen. Sie auf dem Gebiet der Ukraine aufzuhalten ist einfacher und kostengünstiger. Doch dabei müssen Europa und Amerika der Ukraine helfen: mit Bewaffnung, mit Militär- und Wirtschaftsberatern, mit Geld. Ich betone: das ist der günstigste und einfachste Weg für Europa Russland aufzuhalten – finanziell und mit Bewaffnung (sprich mit dem selben Geld). Die „prorussischen Separatisten“ werden nicht von sich aus aufhören. Die große Frage zunächst, ob diese überhaupt existieren, und wenn sie existieren, dann in welcher Zahl. Ich denke, sie ist unbedeutend. Deshalb hängt von den „Separatisten“ nichts ab. Sie sind nur eine Fassade der russischen Aggression in Europa. Aufhalten muss man nicht die „Separatisten“, sondern Putin, der im Übrigen auch nicht von sich aus aufhören wird. Er wird soviel besetzen, wie man ihm erlauben wird zu besetzen, sowie es stets jeder Aggressor getan hat. Wenn ihm erlaubt wird, den Osten und den Südosten der Ukraine zu besetzen, rückt er in die zentralen und westlichen Regionen des Landes und ins moldauische Transnistrien ein. Nach der anschließenden Eroberung von Weißrussland, schiebt er sich an die Grenzen des Baltikums und Polens vor und wird kaum der Versuchung widerstehen können, im Baltikum einzufallen und das Kaliningrader Gebiet mit dem russischen Festland zu vereinen. Wenn dies auch gelingt, rückt er weiter nach Polen und Finnland, da auch diese Territorien einmal zum Russischen Imperium gehörten. Eine Rechtfertigung für die Aggression wird die russische Propaganda immer finden. Und wenn ihnen dieses Szenario zu pessimistisch und daher unrealistisch erscheint, stellen Sie sich die Frage, ob Sie vor 13 Monaten sich hätten vorstellen können, Zeuge eines russisch-ukrainischen Krieges zu werden. Selbstverständlich haben sie es nicht erwartet. Die Welt hat sich nur innerhalb eines Jahres verändert. Das kommende Jahr wird neue Überraschungen mit sich bringen. Ich denke nicht, dass sie angenehm sein werden.
- Glauben sie, dass der Konflikt in der Ukraine Polens Sicherheit bedroht?
- Man muss sehr unbekümmert sein, um zu glauben, dass Polen in der heutigen Situation nichts drohe. Als am Ende des Zweiten Weltkrieges Stalin die Alliierten um das Einverständnis für die Annexion der bis 1939 zu Polen gehörenden Westukraine forderte, entgegnete Churchill, dass Lemberg nie zum Russischen Reich gehörte. „Warschau hingegen schon,” – antwortete Stalin.

Putin erinnert sich gut, dass dem Russischen Imperium einmal auch Polen, und Finnland, und sogar Alaska gehörten. Wenn Putin erlaubt wird, Polen einzunehmen, wird er es sicherlich versuchen. Haben sie schon eine „fünfte Kolonne“? Wenn nicht, wird Putin ihre Schaffung finanzieren. Doch zuallererst wird er Weißrussland und das Baltikum einnehmen müssen. In diesem Sinne kann von einem überraschenden Angriff Russlands auf Polen keine Rede sein.

Die andere Sache ist die, dass man realistisch sein sollte. Im Alleingang kann sich Polen gegen Russland nicht behaupten. Polen unternahm sehr viele selbstmörderische Schritte in seiner Geschichte. Heroische, doch selbstmörderische, und deshalb selbstzerstörerische. Im September 1939 rettete Polen nicht einmal das zuvor unterzeichnete Abkommen über gegenseitige Hilfeleistung mit Großbritannien und Frankreich vor dem deutsch-sowjetischen Überfall. Deshalb ist die elementare außenpolitische Aufgabe der polnischen Regierung im Heute – die Bildung eines mächtigen antirussischen Bündnissystems der Länder der Freien Welt, das fähig ist, sich gegen die russische Aggression in der Ukraine zu behaupten. Die berühmte Parole „Für unsere und eure Freiheit“ steht momentan mehr für die Ukraine, als für sonst etwas anderes. Jetzt ist nicht die Zeit, an das Massaker von Wolhynien und an die Geschichte von jahrhundertealten Konflikten zweier benachbarter Völker zu erinnern (die Listen von gegenseitigen Vorwürfen beliebiger benachbarter Völker sind endlos), weil diese Bedrohung aufgehalten werden muss, die sich für Polen ernster als die durch Hitler oder Stalin erweisen könnte, da Putins Russland auch Atomwaffen zur Verfügung stehen.

Die Unabhängigkeit und Integrität Polens ist durch ersichtliche Faktoren garantiert: die NATO-Mitgliedschaft, wenn man die militärische Seite des Problems betrachtet; die EU-Mitgliedschaft, wenn man die wirtschaftspolitische Sachlage im Auge hat; das Fehlen einer gemeinsamen Grenze mit Russland, wenn man sein Augenmerk auf den geopolitischen Aspekt richtet, weshalb Polen zutiefst an der Unabhängigkeit von der Ukraine, und von Weißrussland, und Litauen interessiert ist. Der Verlust der Unabhängigkeit eines dieser Territorien führt zwangsläufig zur Schaffung einer gemeinsamen Grenze mit der Russischen Föderation, mit all ihren Konsequenzen.
- Der Titel ihres neuen Buches: „Der Dritte Weltkrieg: die Schlacht um die Ukraine“ impliziert, dass wir uns auf das Schlimmste vorbereiten müssen. Für wie wahrscheinlich halten Sie im Heute einen globalen Konflikt?
- Ich denke, dass dieser Konflikt bereits begonnen hat. In den Jahren 1938-39 nahm Hitler stückchenweise die Tschechoslowakei ein. Dennoch ist diese Okkupation in die formale Geschichtserzählung des Zweiten Weltkrieges nicht eingegangen, da es vor dem September 1939 durchgeführt wurde. Die Tatsache, dass heute nur die Ukraine Russlands Aggression ausgesetzt ist, bedeutet nicht, dass der Krieg in einem Jahr nicht über ihre Grenzen hinausgeht und sich aus einem russisch-ukrainischen in einen multinationalen wandelt. Dass Russland nach einem Jahr militärischer Handlungen in der Umsetzung seiner Eroberungspläne wenig Erfolg verbuchen kann, ist eine andere Sache. Der ursprüngliche Plan sah vor, die Schaffung „Neurusslands“ bis September 2014 zu vollenden. Nicht auszuschließen, dass Putin damit rechnete, bereits bis September 2014 die gesamte Ukraine einzunehmen oder sie zumindest als Staat zu zerschlagen. Zumindest wurde die russische Nachrichtenagentur ausgerechnet im September 2014 in TASS umbenannt (“Telegrafnoje agenstwo Sowjetskogo Sojusa” – „Telegrafenagentur der Sowjetunion“).

Offensichtlich verlangsamte sich das Tempo der russischen Eroberungen. Nach einem Jahr Kriegshandlungen konnte Russland lediglich die Krim und die Donezker und Luhansker Gebiete besetzen, sprich: die am stärksten russifizierten Brocken der Ukraine. Mit anderen Worten ist der globale Konflikt mit Russland unausweichlich, doch Zeit, um sich auf ihn vorzubereiten, gibt es nun dank der Ukraine mehr. Und wenn der Ukraine Hilfe geleistet wird, kann dieser Konflikt mit großer Wahrscheinlichkeit formal auf einen russisch-ukrainischen Krieg reduziert werden. Dann wird Polen und das restliche Europa keinen Schaden nehmen.
- Was muss Ihrer Meinung nach getan werden, um Putins imperialistische Ambitionen aufzuhalten?
- Gemacht werden muss das, was der gesunde Menschenverstand einem diktiert. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass man den Konflikt besser nicht zu einer offenen Konfrontation zwischen Russland und der NATO kommen lässt, weil wir dann von einem Dritten Weltkrieg, möglicherweise sogar von einem Atomkrieg, sprechen werden. Das bedeutet, dass die Ausbreitung dieses Konflikts über die Grenzen der Länder, die kein NATO-Mitglied sind, nicht zugelassen werden darf, sprich über die Grenzen der Ukraine und Weißrusslands. Da im Falle einer Eroberung Weißrusslands durch Russland die russische Armee den Zugang zu den Grenzen der baltischen Republiken, Polens und der Westukraine erhält, sollte ein Höchstmaß an Kraft aufgewendet werden, damit Weißrussland ein unabhängiger Staat bleibt, ein Puffer zwischen Russland und den europäischen Ländern. Und dafür ist es unter den aktuellen Bedingungen in erster Linie nötig, der Ukraine zu helfen, sich zu verteidigen, da Putin kaum den Wagemut für den Anschluss Weißrusslands vor der Beendigung der Kriegshandlungen gegen die Ukraine aufbringen wird. Das ist der militärische und wirtschaftliche Teil der Hilfe für die Ukraine.

Nicht einmal deshalb glaube ich nicht an die diplomatischen Erfolge der Europäischen Union, weil die EU etwas offensichtlich Falsches macht, sondern weil die EU keinen Gesprächspartner in diesen Verhandlungen hat.

Einerseits nimmt Putin an Verhandlungen teil, und anderseits bekräftigt er, dass Russland keinen Krieg in der Ukraine führe. Bei derartigen Schwierigkeiten politische Verhandlungen mit Russland bezüglich der Ukraine zu führen ist sinnlos.

Einerseits nimmt Putin an Verhandlungen teil, und anderseits bekräftigt er, dass Russland keinen Krieg in der Ukraine führe. Bei derartigen Schwierigkeiten ist es sinnlos, politische Verhandlungen mit Russland bezüglich der Ukraine zu führen. Sie können zu nichts führen, da jedes Mal bei den Verhandlungen alle teilnehmenden Seiten Verpflichtungen eingehen, außer Russland. Für Russland sind politische Verhandlungen bezüglich der Ukraine ein militärischer Trick, die diplomatische Deckung der militärischen Vorbereitungen.

Und das Instrument, das die freie Welt hat und etwas, was noch nicht eingesetzt wurde, sind Wirtschaftssanktionen und wirtschaftlicher Druck. Die derzeitige Meinung, dass diese antirussischen Sanktionen gezielt sein müssen und einzelne Personen und Unternehmen betreffen, ist völlig falsch. Die Sanktionen sollten maximal ausgeweitet werden und Russland und das russische Volk im Ganzen betreffen. Erst, wenn die Sanktionen von der gesamten russischen Bevölkerung gespürt werden, werden wir Resultate sehen: das Sinken der Popularität, Proteste (stille oder rege) gegen Kriegshandlungen in der Ukraine, Forderungen, die Konfrontation mit der gesamten Welt für die Ausweitung des Imperiums zu beenden. Andernfalls sind wir zu zwei Szenarien verdammt. Das Erste – die Aktivierung der russischen Armee in der Ukraine und in Weißrussland ab Frühling bis Herbst 2015, mit dem Versuch der endgültigen Einnahme dieser Territorien bis September 2015. Eine schleichende und schrittweise Besetzung durch die russische Armee – Gegend für Gegend, Region für Region – in der Ukraine. Im letzteren Fall zieht sich der russisch-ukrainischer Krieg bis 2020, wo Russland im Großen und Ganzen die Umrüstung seiner Armee zu beenden plant. Und 2020 werden wir erneut mit der Gefahr aus dem Jahr 2014 konfrontiert, nur wird uns keine überholte Armee mit der Ausrüstung aus den Zeiten des Kalten Krieges gegenüberstehen, sondern eine moderne, mit Präzisionswaffen (der amerikanischen nicht viel nachstehenden).

Die Liste der Sanktionen ist endlos. Bis die Schuldigen am Abschuss des malaysischen Flugzeugs nicht bestraft werden, ist die freie Welt dazu verpflichtet, den russischen Luftraum für Passagier- und Verkehrsflugzeuge zu schließen. Letzten Endes sollte russischen Flugzeugen das Recht verwehrt werden, an Flughäfen der freien Welt zu landen, und die westlichen Fluggesellschaften müssen ihre Flüge nach Russland einstellen. Die Bahnverbindung zwischen Europa und Russland sollte ebenfalls eingestellt werden. Russland muss vom SWIFT-System abgeschaltet werden; die Vermögenswerte der russischen Staatsbürger und Unternehmen, oder Unternehmen, in welchen russisches Kapital oder das Kapital eines russischen Staatsbürgers vorhanden ist, sollten bis zur Beendigung des russisch-ukrainischen Konflikts und der Rückgabe der Krim eingefroren werden. Das System der doppelten Staatsbürgerschaft, ausgeweitet auf russische Staatsbürger, sollte überprüft werden. Inhaber der doppelten Staatsbürgerschaft sollten sich für eine entscheiden müssen. Bis zur Einstellung der Aggression in der Ukraine, sollten alle ausländischen, den russischen Staatsbürgern von der freien Welt ausgestellten Visen annulliert werden. Die Übertragung aller russischer Fernsehkanäle muss in der freien Welt eingestellt werden, inklusive des Senders Russia Today (RT). Es sollte ein maximal ausgeweitetes Embargo auf Import- und Export-Waren, die nach Russland und aus Russland stammen, verhängt werden. Sport- und Kulturkontakte mit Russland sollten gestoppt werden. Die Fußballweltmeisterschaft 2018 kann selbstverständlich nicht von der gegen die Ukraine kriegführenden Russischen Föderation ausgerichtet werden…

Ich setze hier Auslassungspunkte, da die Liste sehr lang wird. Ich bin kein Wirtschaftler und auch kein Finanzmann. Ich weiß nicht, wie Sanktionen wirtschaftlichen und finanziellen Charakters, die gegen Russland angewendet werden können, genau und fachkundig bezeichnet werden. Aber ich weiß, dass diese Liste bis ins Unendliche fortgeführt werden kann. Das Schlagwort in den Gesprächen über Sanktionen heißt „muss sein“: sie müssen gegen Russland angewendet werden, weil es das kostengünstigste Mittel für die freie Welt und Russland ist, einen Dritten Weltkrieg zu verhindern. Andernfalls wird Russland an einem Krieg beteiligt sein, dessen Folge seine Niederlage und Zerfall sein werden. Und das ist die Kehrseite der russischen Aggression gegen die Ukraine. Bei der Wahl zwischen einem großen Krieg und antirussischen Sanktionen, müssen Sanktionen beschlossen werden. Das Rezept für die unblutige Genesung Russlands, und auch der Friedenserhaltung in Europa sind die harten Sanktionen.

Quelle : Quelle: Juri Felschtinski in glavcom.ua; übersetzt von Kateryna Matey; redaktiert von Irina Schlegel.

Juri Felschtinski: der russisch-ukrainische Krieg könnte sich bis zum Jahr 2020 hinausziehen

Der letzte Abschnitt gefällt mir persönlich sehr , aber nicht mit unserer "Lobbyistischen Politelite" machbar , Mutti kommt sicherlich wieder mit -alternativlos  nur mit Russland- zum kotzen!

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Warum ich in meiner Freizeit die Geschichte der Ukraine erzähle (und Du das auch tun solltest)

Beitrag  telzer am Mo 13 Apr 2015 - 13:37

Ein Fundstück  ( ich kann mich nicht erinnern das gelesen zu haben :daumen  )  schon ein paar Tage älter , aber ich denke so fühlen hier viele mit mir .....


Artikel von: Andrew Kinder

Die außergewöhnliche Zuneigung, die viele Nicht-Ukrainer für die Ukraine empfinden, war im September 2014 auf der Europäischen „Jalta“-Strategiekonferenz (die in Kyiw stattfinden musste) für jeden sichtbar, wo einige früher in der Ukraine stationierte US-Diplomaten ins Land zurückgekehrt waren, um die dortige Lage zu diskutieren. Jeder von diesen Herren, die meines Wissens vor ihrer Dienstzeit keinen erkennbaren Bezug zur Ukraine hatten, versuchte zu erklären, warum sie sich trotz der endlosen Probleme, Krisen und Enttäuschungen immer wieder zu dem Land hingezogen fühlten.

Die Suche dieser Herren nach den richtigen Worten für die Begründung, warum ihnen die Ukraine so wichtig war, hat mich tief betroffen gemacht, und ich fragte mich ebenfalls: „Warum ist das Schicksal der Ukraine mir wichtig?“

Wie bei vielen der nicht-ukrainischen Unterstützer der Ukraine habe ich einen persönlichen Bezug; ich war einige Jahre mit einer aus Lwiw stammenden Frau zusammen, deren Familie in den 90er Jahren von dort ausgewandert ist. Auf unseren gemeinsamen Reisen habe ich vieles erlebt, was die Ukraine bei einem Ausländer so beliebt macht: Gastfreundschaft, Abenteuer, herzhaftes Essen, sorglose Sommertage in Lwiw. Die dunkleren Seiten waren aber nicht zu verbergen: Schmiergelder am Grenzübergang, Schmiergelder im Rathaus, ein unmenschliches Sozialversicherungssystem, Pferdefuhrwerke in der ländlichen Westukraine und Protz-Autos vor dem Parlament. Nach dem Ende unserer Beziehung fühlte ich mich immer noch zur Ukraine hinzogen, und ich kehrte 2012 anlässlich der Fußball-EM nach Lwiw zurück (und nahm sogar meine Eltern mit). Die Stadt war ein bezaubernder Gastgeber, und man war fast zu ein wenig Hoffnung gezwungen.

Wie bei jedem, der mit Ukraine verbunden ist, war für mich der Maidan ein mitreißendes Ereignis, und das nach dem Maidan stattgefundene Erwachen der Zivilgesellschaft und des politischen Engagements bietet einen schönen Kontrast zu meinen Heimatländern USA, wo viele sich nicht einmal die Mühe geben, einmal im Jahr an der freien und fairen Wahl teilzunehmen, und Deutschland, wo meckern auf einem hohen Niveau als Volkssport gilt, trotz bestens funktionierender Politik und Wirtschaft. Dem gegenüber stehen die Ukrainer, die in bitterer Kälte mit EU-Fahnen ausharrten, gegen Scharfschützer nach vorne stürmten und sich später für den Frontdienst gemeldet haben, weil die den Wunsch haben, in einem „normalen“ Land zu leben, ein Segen, der vielen Bürgern der Westdemokratien nicht mehr bewusst ist. Und als ob die eigenen Probleme der Ukraine nicht genug wären, erlebt das Land einen zynischen, beispiellosen, von Russland entfachten Krieg, der die westlichen Institutionen und Medien völlig unvorbereitet getroffen hat.

Auch wenn man keinen persönlichen Bezug zur Ukraine hat, ist es nahezu unmöglich, nicht über eins der vielen Geschehnissen im Land zu lesen – Freiwillige, die mehr oder weniger den Zusammenbruch der Armee und der Grundversorgung verhindert haben; die unbeugsame Willensstärke von Nadija Sawtschenko, trotz groben Unrechts; junge Journalisten, die die Arbeit der neuen Regierung überwachen; Zivilisten, die sich freiwillig gemeldet haben oder in die Armee einzogen sind und jetzt die Front gegen den russischen Angriff verteidigen – ohne sich dadurch zum Handeln gezwungen zu fühlen. Diese Geschichten sind wahr, und genau sie sind der Grund, warum die amerikanischen Diplomaten da saßen, fast den eigenen Worten nicht trauend, und erklärten, dass sie der Ukraine nicht den Rücken kehren könnten, auch wenn die Vernunft einen solchen Schnitt vielleicht nahegelegt. Die meisten von uns sind keine Diplomaten, keine Entscheidungsträger, und keine Frontsoldaten, aber wir leisten dennoch einen Beitrag dazu, dass die Welt der Ukraine nicht den Rücken kehrt. Was heißt das? Ganz einfach: Es heißt, dass wir die Verantwortung tragen, die Geschichte der Ukraine zu erzählen, egal ob nur eine Anekdote (Wie viele Amerikaner oder Westeuropäer wissen, dass Ukrainisch eine eigenständige Sprache ist? Wie viele glauben fälschlicherweise, dass Kyiw von Faschisten erobert wurde? Wie viele wissen, dass Lwiw wie ein kleines Wien aussieht?). Diese Aufgabe ist zu wichtig, um sie den Propagandisten im Kreml, den handlungsunfähigen westlichen Regierungen oder den Medien zu überlassen, die nicht in der Lage sind, die wahre Ukraine zu präsentieren.

Quelle : Euromaidan Press (engl.) 7.3.2015
Redigiert von: Euromaidan Press auf Deutsch


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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Mo 13 Apr 2015 - 21:32

Weitere Beweise gegen die hetzerischen Lügen über den 2. Mai in Odessa
Wichtige Untersuchungsergebnisse über das Feuer im Gewerkschaftshaus am 2. Mai 2014 zeigen wieder einmal den ganzen Zynismus der russischen Propagandamaschinerie in ihrem Versuch, Hass und Begierden durch Lügen über das Massaker an diesem Tag zu schüren.

Der Großteil der Falschinformation und der vorsätzlichen Lügen über die tragische Konfrontation zwischen pro-ukrainischen Aktivisten und Föderalismus-Befürwortern am 2. Mai 2014 in Odessa betreffen das Feuer im Gewerkschaftshaus am Kulikowo Polje, bei dem 42 Menschen ums Leben kamen. Behauptungen, dass es sich dabei um ein ‚Massaker von ukrainischen Radikalen‘ gehandelt habe, bei dem Überlebende zu Tode geprügelt worden seien, erschienen von Anfang an in den russischen Medien und wurden seither immer gnadenlos forciert. Diese Darstellung der Ereignisse ist nachweislich falsch und macht die Unfähigkeit der ukrainischen Behörden, eine effiziente und transparente Ermittlung durchzuführen, besonders frustrierend.

Wenn die Behörden gegenüber der negativen Wirkung dieser Untätigkeit blind erscheinen, so ist es die Gruppe 2. Mai nicht. Diese Bürgerinitiative mit Vertretern beider Seiten des Konfliktes entstand bald nach der Tragödie. Sie arbeitet unermüdlich daran, Beweise zu untersuchen, mit Zeuginnen und Zeugen und den Familien der Opfer zu sprechen, um einwandfrei festzustellen, was tatsächlich geschehen war.

Gruppenmitglied Wladislaw Balinski, ein Biochemiker, hat vor kurzem weitere wichtige Informationen über das Feuer veröffentlicht. Das ergänzt seine früheren Untersuchungsergebnisse, die die Behauptung, dass Befürworter des Föderalismus vor wütenden ‚radikalen Faschisten‘ in das Gewerkschaftshaus geflohen seien, ernsthaft in Frage stellt. Nach dieser Version haben ‚die Radikalen‘ anschließend das Gebäude in Brand gesetzt und diejenigen, denen die Flucht gelang, getötet. Einige Varianten, darunter ein detaillierter Bericht, den ein angeblicher Zeuge RT gab [Russia Today], behaupteten, dass die ‚Radikalen‘ den Föderalismus-Befürwortern ins Gebäude und die Treppen hinauf gefolgt seien und einige Opfer erdrosselt hätten.

Balinski war einer der ersten, der das Gebäude nach dem Brand betrat, und seine Fotos sind eine wichtige Informationsquelle dafür, was tatsächlich vorgefallen ist.

Im Voraus geplant
Balinski präsentiert Beweise, die darauf hindeuten, dass zumindest einige der [pro-russischen] Föderalismus-Befürworter schon vor dem Angriff Barrikaden im Gewerkschaftshaus errichtet hatten, inklusive eines Vorrats von Molotowcocktails und Brennflüssigkeit. Er deutet an, dass sie im Voraus und vorsätzlich Leute dafür ausgesucht hatten, um das Gebäude zu besetzen und zu verteidigen, mit Aufrufen dazu nicht nur vom Platz vor dem Gebäude, sondern auch schon früher, zum Beispiel in sozialen Netzwerken.

Einige der Pro-Föderalismus Anführer einschließlich Artjom Davidtschenko, wendeten eine List an, um ungefähr 380 Leute in das Gebäude zu locken. Die Menschen wurden nach den ersten Zusammenstößen im Stadtzentrum angerufen und gebeten, mit Medikamenten und anderen Dingen vorbeizukommen. Zeuginnen und Zeugen berichteten auch, dass man einigen Passagieren der Straßenbahnlinie 18 bei der letzten Haltestelle mitteilte, dass eine Bombe in der Straßenbahn sei und sie sich im Gewerkschaftshaus verstecken sollten.

Obgleich dies keine offizielle Schlussfolgerung der gesamten Untersuchungsgruppe ist, glauben einige Mitglieder, dass es widersprüchliche Meinungen innerhalb derjenigen Gruppen gegeben habe, die an dem Zeltlager der Föderalismus-Befürworter am Kulikowo Polje beteiligt waren. Nach Nachrichten in sozialen Netzwerken etc. zu schließen, scheint es eine Gruppe gegeben zu haben, die den Angriff auf eine Demonstration zur Unterstützung der Einheit am frühen Nachmittag im Zentrum von Odessa initiierte. Es scheint wahrscheinlich zu sein, dass die Besetzung und Verteidigung des Gewerkschaftshauses (ein Spiegelbild der Besetzung des Gewerkschaftsgebäudes in Kyiw durch dortige Maidan-Unterstützer) vielleicht Teil der Pläne dieser Splittergruppe gewesen sein könnte.

Bewaffnete Verteidigung
Eine Schar von Pro-Maidan Aktivisten erschien weder plötzlich am Kulikowo Polje, noch hatten sie auf ihrem Weg ein Geheimnis aus ihrer Absicht gemacht, das Zeltlager , das Föderalismus-Befürworter einige Zeit vorher errichtet hatten, gewaltsam zu räumen. Dennoch machte die Polizei keine Anstalten, das Zeltlager abzusperren oder eine Konfrontation auf andere Weise zu verhindern.

Es stimmt sicherlich, dass die Menge außerhalb des Gewerkschaftsgebäudes mehrheitlich aus Befürwortern der Einheit und des Maidans bestand und dass im Inneren hauptsächlich Föderalismus-Befürworter waren. Jeder, der einen Molotowcocktail in ein Gebäude schleudert, wie das einige Einheits-Befürworter zweifellos taten, agiert mit einer kriminellen Missachtung des Risikos, welches das für Leib und Leben bedeutet.

Die Propagandaversion lässt allerdings gewisse wesentliche Fakten außer Acht.

Molotowcocktails wurden sowohl vom Dach als auch vom Foyer des Gebäudes geworfen. Waffen wurden auch von Föderalismus-Befürwortern, die auf dem Dach positioniert waren, und von fünf weiteren Stellen innerhalb des Gebäudes aus benutzt.

Trotz der Gefahr, die das für jeden darstellte, der sich in der Nähe des Gebäudes befand, gibt es umfangreiches Video-Material und Fotos, die die verzweifelten Versuche von Einheitsbefürwortern zeigen, die Menschen zu retten, die im Gebäude gefangen waren. Aus der Berichterstattung, die von außen gesendet wurde wird klar, dass niemand eine Vorstellung von der tatsächlichen Zahl der Menschen im Inneren hatte.

Der Brand
Balinski teilt das Feuer in zwei Phasen, wobei die erste um 19:44 Uhr begann und 9 Minuten dauerte.

Diese Phase endete mit dem Auftreten einen Kamineffekts, der dazu führte, dass das Treppenhaus innerhalb einer Minute in Feuer aufging und das Feuer sich sehr rasch ausbreitete.

„Die besonders tragische Natur des Feuers im Gewerkschaftshaus in Odessa am 2. Mai 2014 ist mit der raschen Entwicklung der zweiten Phase verbunden.“

Das Feuer schloss nahezu augenblicklich das Treppenhaus bis zum dritten Stockwerk ein, dann das vierte, und es durchdrang Holz- und Metall-Plastiktüren und Gangtrennwände im ersten Stockwerk.

Die Menschen, die sich beim Fenster des Treppenhausabsatzes im Zwischengeschoss gesammelt hatten, waren plötzlich vom Feuer bei Temperaturen bis zu 700°C eingeschlossen. Sie starben entweder durch das Feuer selbst oder als sie aus dem Fenster sprangen, um dem Brand zu entkommen. Im vierten und fünften Stockwerk, wo die meisten Leichen gefunden wurden, sind die Menschen vermutlich durch das Einatmen von Rauch oder giftigen Gasen ums Leben gekommen, bevor das Feuer zu ihnen vordrang.

Keine anderen Todesursachen
Die Bezeichnung Massaker bedeutet normalerweise, dass Hunderte Menschen ums Leben gekommen sind. Insgesamt wurden 42 Leichen geborgen, von denen eine nie identifiziert wurde. Es gibt keinen Hinweis auf andere Opfer, und die Zahl der Menschen, die damals in Odessa verschwanden, entspricht völlig der normalen Vermisstenstatistik.

Obgleich die Behörden der Gruppe 2. Mai nicht erlaubten, die Ergebnisse der forensischen Ermittlungen zu sehen, fanden weder Balinski noch Wolodomyr Sarkisjan, ein forensischer Toxikologe, Hinweise auf Todesfälle, die nicht durch Feuer, Rauch und giftige Gase zu erklären wären. Die Opfer durch Einatmen von giftigen Gasen enstanden in erster Linie durch Gegenstände, die für die Barrikadierung der Foyertüren verwendet wurden. Darunter waren verschiedene Polstermöbel, die nicht nur leicht entzündlich waren, sondern auch Schaumstoffe, Polyurethane und andere Materialien enthielten, die giftige Substanzen an die Luft abgeben, wenn sie verbrannt werden. Es waren auch Molotowcocktails und die Brennflüssigkeit dafür da, ein Gasgenerator und ein Kühlschrank, der Freon enthielt, was zu den giftigen Substanzen noch hinzukam, die sich entwickelten, als die Temperatur auf über 600°C anstieg.

Eine Tragödie, die nicht abgewendet wurde
Die Feuerwehr wurde um 19:31 Uhr gerufen, und das Feuer draußen wurde gemeldet, das anschließend die Barrikaden im Inneren in Brand setzte. Es ist nicht geklärt, wer das Feuer ursprünglich auslöste, da beide Seiten Molotowcocktails warfen. Es gab Treffer der Föderalismusbefürworter auf dem Dach: Eine Fackel trifft ein Zelt bei 2’ 16” im Video hier:

während in der ersten Minute dieses Videos einer der Molotowcocktails, die vom Dach geworfen wurden, ein Zelt traf:


Eine prompte Reaktion der Feuerwehr hätte die Ausbreitung des Feuers verhindern und den Menschen die Flucht aus der Gefahrenzone ermöglichen können. Der Rettungsdienst wurde mehrmals gerufen, die ersten Helfer kamen aber erst um 20:16 Uhr.

40 Minuten lang waren es Befürworter der Einheit, denen es gelang, mehrere Dutzend Menschen aus den verqualmten Büros im zweiten und dritten Stock des Gebäudes zu retten. Siehe:


(ab Minute 2’).

Brandstiftende Lügen
Die Verwendung von sorgfältig bearbeitetem Material und die Nichtanerkennung von eindeutigen dokumentarischen Filmberichten und Videobeweisen, die die Behauptungen eines Massakers widerlegen, lassen keinen Raum für Illusionen bezüglich der Motive derer, die sie so lauthals äußern.

Die meisten Pogrome begannen in ähnlicher Weise mit völlig ungerechtfertigten Behauptungen schrecklicher Verbrechen, die von einem oder mehreren Juden begangen worden sein sollten.

Diejenigen, die das Massaker-Narrativ der Tragödie vom 2. Mai forcieren, sind sich der brandstiftenden Wirkung, die ihre Worte haben können, wohl bewusst. Es gibt zahlreiche Berichte über junge Männer, die Odessa als Grund dafür anführen, warum sie in den Donbas gingen, um an der Seite der vom Kreml unterstützen Soldaten zu kämpfen.

Sie wurden zynisch hinters Licht geführt.

http://de.euromaidanpress.com/2015/04/13/weitere-beweise-fuer-luegen-zum-2-mai-in-odessa/

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Warum das in der Ukraine kein “Krieg” ist

Beitrag  telzer am Di 14 Apr 2015 - 20:13

Eine Übersetzung von Euromaidanpress englisch vom 9.April 2015

euromaidanpress schrieb:
Warum das in der Ukraine kein “Krieg” ist
Luftaufnahme des zerstörten Donezker Flughafen, Foto vom 15. Januar 2015

Luftaufnahme des zerstörten Donezker Flughafen, Foto vom 15. Januar 2015

11. April 2015 • Analytik und Meinungen, Empfehlung, Krieg im Donbas, Meinung & Analyse

Artikel von: Alex Bakus
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 9. April 2015

Man nennt es Krise, Bürgerkrieg, Unruhen, Anti-Terror-Operation (ATO), Rebellion, Separatismus und mit noch anderen Bezeichnungen. Komischerweise aber nie mit dem einfachen Wort “Krieg”. Wenn überhaupt, dann klingt “Krieg” ein wenig an, wenn es als “Bürgerkrieg in der Ukraine” bezeichnet wird. (Mehr dazu unten)

Es gab zwei Minsker Waffenstillstandserklärungen, und der vielfache Wunsch, die “Situation” in der Ukraine als das zu kennzeichnen, was es ist, ist auf taube Ohren gestoßen. Scheinbar ist jeder –  von Präsident Obama, Kanzlerin Merkel, Präsident Hollande, Präsident Poroschenko bis zu den westlichen und ukrainischen Medien dafür völlig taub.

“Wer sich selbst als Russe versteht, muss gegen diejenigen sein, die sich selbst als Ukrainer identifizieren, die auch jüdische Faschisten und Marionetten “Amerikas” sind, die Russland und alles, was die “russische Seele” ausmacht, zerstören wollen.”

Worte und Labels sind wichtig.
Man wird definiert nach Stammeszugehörigkeit, Partei- und Gruppenzugehörigkeit, kulturellen Werten und vor allem – nach der eigenen Identitätsfestlegung. In mancher Hinsicht geht es, zumindest in der russischen Art und Weise der Darstellung, selbst bei dem aktuellen unausgesprochenen “Krieg” in der Ukraine um die Etikettenbeschreibung.

“Wer sich selbst als Russe versteht, muss gegen diejenigen sein, die sich selbst als Ukrainer identifizieren, die auch jüdische Faschisten und Marionetten “Amerikas” sind, die Russland und alles, was die “russische Seele” ausmacht, zerstören wollen.” Es macht dabei nichts aus, dass die Ukrainer nie in Russland eingefallen sind, Völkermord in Ordnung ist (Dugins Originalbeitrag). Die Ironie einer zusätzlichen Objektivierung und  der nicht-menschlichen Beschreibung der Ukrainer sind bei diesem Autor nicht verloren gegangen.

Wir sind uns alle einig, dass blau blau bleiben sollte und gelb nicht purpurfarben ist (wie in den allgemein anerkannten Wellenlängenbereichen des Lichts definiert), deswegen können wir auch damit einverstanden sein, dass Tatsachen eben Tatsachen bleiben sollten. Hart, kalt, emotionslos und ohne jede Rhetorik – einfach Tatsachen.

Wenn die Stimme des Volkes gehört werden soll, lassen Sie uns eintauchen in das, was eigentlich ein Krieg sein sollte und warum es plötzlich an allen Fronten eine Kultur der Leugnung eines “Kriegs” in der Ukraine gibt.

Was ist Krieg

   Krieg ist ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem oft mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, ihre Interessen durchzusetzen. Der Konflikt soll durch Kampf und Erreichen einer Überlegenheit gelöst werden. Die dazu stattfindenden Gewalthandlungen greifen gezielt die körperliche Unversehrtheit gegnerischer Individuen an und führen so zu Tod und Verletzung… Kriegsformen sind vielfältig und nicht unbedingt an Staaten oder Staatssysteme gebunden: Sie können auch innerhalb von Staaten stattfinden… Krieg ist im Allgemeinen durch extreme Gewalt, großes menschliches Leid, soziale Störungen und den Versuch der wirtschaftlichen Zerstörung gekennzeichnet.

   Die Ukraine befindet sich zu 100% im Krieg mit Russland.


Wenn wir genauer hinschauen, befindet sich die Ukraine zu 100% im Krieg mit Russland. Alle Elemente sind vorhanden. Ein organisierter, länger dauernder Kampf um die Vorherrschaft, der tödliche Gewalt umfasst. In dem schon ein Jahr dauernden Konflikt bezweifelt zum jetzigen Zeitpunkt in dieser Welt niemand mehr, dass Russland tatsächlich die Ukraine überfallen hat und weiterhin Waffen, schwere Artillerie, und seine eigenen Soldaten in die Konfliktzone in der Region des ukrainischen Donbas schickt und die Kämpfer dort ausbildet.

Doch die Welt ist immer noch zögerlich, das so zu nennen, was es wirklich ist. Es gibt ein paar schwerwiegende Gründe, warum das so ist.

Erstens – Das Budapester Memorandum:
Am 5. Dezember 1994 verzichtete die Ukraine auf das drittgrößte Atomwaffenarsenal der Welt –  im Austausch gegen Entwicklungshilfegelder der USA und, was am wichtigsten ist, gegen eine Garantie für die territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit.

Die vordringliche Motivation für den Besitz von Atomwaffen im 20. Jahrhundert ist das Konzept des Gleichgewichts des Schreckens (englisch: mutual assured destruction – MAD). Diese Theorie basiert auf der Abschreckung, in der keine der beiden bewaffnete Seiten einen Anreiz verspürt, einen Konflikt zu zu beginnen oder zu sich zu entwaffnen. Natürlich ist dies kein nachhaltiger oder skalierbarer Weg. Wenn alle Länder sich mit Atomwaffen bewaffnen, wird sich  schließlich einer von ihnen nicht mehr zurückhalten können, und aus Einsteins Vorhersage,  dass in einem vierten Weltkrieg mit Stöcken und Steinen gekämpft wird, wird zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung:
„Ich bin [mir] nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“
Das Budapester Memorandum hätte die Ukraine vor einer russischen Invasion schützen sollen. Aber! Wenn das formal keine Invasion war, nicht offiziell so bezeichnet wird, dann muss die Vereinbarung auch nicht vollständig umgesetzt werden. Wer will einen Krieg mit Russland beginnen? Sicherlich weder Europa noch die USA. Sie befinden sich bereits in einem Kampf in einem Stellvertreterkrieg in Syrien, in dem Putin Bashar Al-Assad Gewehre und mehr liefert und John McCain die syrischen Rebellen ausstattet, und der Westen ist dabei nicht am Gewinnen. (Ähem, ISIS). Das Letzte, was Europa brauchen kann, ist ein Stellvertreterkrieg genau in seiner geographischen Mitte.

Und dann gibt es auch noch das Problem mit dem Iran. Es ist interessant, jetzt von plötzlichen Erfolgen einer Einigung über das iranische Atomprogramm zu erfahren. Der Mangel an Rückgrat in Bezug auf das Budapester Memorandum gibt dem Iran und jedem anderen Land, das über seine territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit besorgt ist, die volle Berechtigung, die Nichtverbreitungsverträge und diesbezügliche internationale Abkommen zu ignorieren. Sie haben ein perfektes Beispiel für deren Wertlosigkeit, direkt in der westlichen Welt.

Wenn das also kein Krieg in der Ukraine ist, dann verschafft dies den USA und Europa die Möglichkeit, die Wirksamkeit der internationalen Abkommen zu retten. Kein Krieg = kein Scheitern. Die Alternative bestünde darin, einen Krieg bis zur Vernichtung eskalieren zu lassen und Russland zu unterwerfen. Ein Weg zurück zum Gleichgewicht des Schreckens ist keine verfügbare Option für die Westmächte.

Zweitens – Die Ukraine hat sich ihr eigenes Bett und dabei selbst den Strick gemacht, an dem sie aufgehängt wird.
23 Jahre Unabhängigkeit, und nicht ein einziges sinnvolles Programm für die kulturelle Einheit, die Krasnodon mit Uschhorod vereint oder Sumy mit Jalta. Hічого – nichts dergleichen. Die Unterschiede im Sprachunterricht, beim Geschichtsverständnis und in den Bildungssystemen existieren immer noch von Region zu Region, von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Ja, jetzt ist die Rede von “Einheit”, aber wer als Kind in der westlichen Ukraine im Vergleich zur Ostukraine aufgewachsen ist, verspürte einen ebenso starken Unterschied wie zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Ich weiß das, weil ich eines jener Kinder in der Westukraine war. Da es keine Einheit gab, war die erste Reaktion auf die Krim-Invasion und die anschließenden Übergriffe im Donbas extrem unterschiedlich. Die Menschen wussten nicht, wie sie sich in ihren eigenen vier Wänden fühlen sollten. Nicht zu vergessen die verschwenderischen Versprechungen eines besseren russischen Lebens, größerer Renten, niedrigerer Preise und Scheinvolksabstimmungen unter vorgehaltener Waffe, wer hätte da mit Nein stimmen können!

Drittens – und das ist vielleicht der wichtigste Punkt – Kriegsrecht
Der Ukraine selbst sind in ihrer eigenen Fähigkeit, diesen Krieg als Krieg zu kennzeichnen und das Kriegsrecht zu verhängen, Handschellen angelegt. Das Land befindet sich in einer der schlimmsten Finanz- und Ertragslagen seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 und braucht dringend die finanzielle und wirtschaftliche Unterstützung vom IWF und seinen westlichen Partnern. Das Bruttoinlandsprodukt für das Jahr 2014 ist mit -8% prognostiziert. Anfang 2014 bat die Ukraine ihre Partner um ein Darlehen von 35 Milliarden US-Dollar, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Es erhielt 17 Milliarden für zwei Jahre, und ersuchte im Jahr 2015 um weitere 15 Milliarden, da die ursprünglichen 17 Milliarden auf unrealistischen Wachstumsprojektionen (des IWF) basiert waren.

Die wichtigste Nuance für die Ukraine ist es, die Bezeichnung “Krieg” selbst so weit wie möglich zu vermeiden, weil sie auf ausländische Unterstützung angewiesen ist, oder besser deren Ausfall spüren würde, sobald es sich um einen “Krieg” handelt. Die Einführung des Kriegsrechts in der Ukraine hätte das Potenzial, die Fremdfinanzierung unmöglich zu machen und stillschweigende militärische Waffenlieferungen aus dem Ausland zu verhindern. Mit dem Kriegsrecht würden auch die Freiheit der Wahlen, der Presse und der Sprache in einem Land abgeschafft, das gerade erst vor kurzem eine Revolution für die Durchsetzung genau dieser Rechte erlebt hat. Ein echter Catch 22, verdammt, wenn man es nicht tut, und erst recht verdammt, wenn man es tut. Jedes Argument für einen Kampf für westliche Ideale wird dadurch unmöglich, wenn im nächsten Schritt genau diese Rechte beschnitten oder abgeschafft werden, um einen fremden Eindringling zu bekämpfen  Die Ukraine ist leider wie im Spiel “Risiko” in einer schwachen Position, in der alle sechs Seiten ihr in die Ferse beißen.

Das Lösung ist natürlich eine Deeskalierung dieses unausgesprochenen Kriegs in einen kleineren Konflikt. Zuerst bezeichnet man es als Bürgerkrieg, dann wird langsam heruntergestuft, Schritt für Schritt, bis es nur noch ein Ärgernis oder eine Belästigung darstellt.

Dies funktioniert alles in der Theorie, wenn denn Minsk-II mit allen seinen vereinbarten Grundsätzen umgesetzt würde. Ausschlaggebend für die Ukraine ist die Klausel, die Kontrolle über seine offizielle Grenze zu Russland zurückzuerhalten. Sobald das passiert, können Panzer und schwere Artillerie nicht mehr in die Hände der von Russland ausgebildeten Milizen geliefert werden. Aber das ist Utopie, und es wird nicht passieren. Die Kontrolle der Grenze bleibt unter der Kontrolle von russischen Truppen (von ihrer Seite) und von pro-russischen Terroristen auf der ukrainischen Seite. Eine Win-Win-Situation für diese beiden und ein eingefrorener Konflikt für die Ukraine – selbst wenn Putin seine Kräfte irgendwann in der Zukunft “abzieht”.

Artikel von: Alex Bakus
Quelle: Euromaidan Press (engl.) 9. April 2015
Warum das in der Ukraine kein Krieg ist

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Achtung, keine Satire! Wladimir Wladimirowitschs Weise Worte

Beitrag  telzer am Fr 17 Apr 2015 - 15:06

Da kann man mal sehen , mit welch wichtigen Themen sich der "Zar" beschäftigt .
Er brauchte doch tatsächlich 2 ( in Worten zwei ) Tage um sich auf diese wichtigen Fragen vorzubereiten


wie tief kann dieses zombierte Volk noch sinken ?!
euromaidanpress schrieb:Dank sei dem belgischen de.Standaard, dass wir gewöhnliche Sterbliche gewahr werden dürfen, welch Perlen – nebst rosenduftendem Atem – den Worten des Allerhöchsten heute entsprangen. Und so ist es heilige Chronistenpflicht, diese auch dem deutschen Volke zu übermitteln, das daraus auch Weisung und Ermunterung für den eigenen Weg schöpfen und sich in Dankbarkeit verneigen möge …

Nein, Dank eigentlich nicht, denn wir müssen leider eine zutiefst benderistisch-judeofaschistisch-poroschenko-natoistisch-rechtssektoriell-schokoladistische Einleitung lesen! Wir können und wollen Euch auch das nicht ersparen: (Eigentlich sollten die Nachtwölfe zur Strafe bis Antwerpen fahren …)

„Nach ernsthaften Gesprächen, über den Krieg in der Ostukraine und die abdriftende Wirtschaft, lieferte die Frage und Antwortrunde des russischen Präsidentent auch befremdliche und vollkommen lächerliche Szenen. Eine Blütenlese …“

Nachdem wir alle im Chor „Pfui!“ gesagt haben vor so viel Russophobie, kommen wir nunmehr zu den Perlen des Putin’schen Denkens. Ihr solltet sie knieend zur Kenntnis nehmen:

   Der Frau eines Offiziers wird von ihrem Mann nicht erlaubt, einen Hund zu kaufen und so fragt sie den Präsidenten um Rat: „Boris, bitte, lass Deine Frau einen Hund kaufen. Er wird Eure Familie stärken“, so Putins Rat.
   Nachdem einige Fragen zur Krise in der Ostukraine gestellt wurden, erteilte ein Reporter einem vierjährigen Jungen aus der belagerten Stadt Luhansk das Wort. Nachdem der Junge durch einen Bericht aus der belagerten Stadt Luhansk auf die Tränendrüsen der Zuschauer gedrückt hatte, durften die Eltern Putin auch noch eine Frage stellen.
   Ein Anrufer fragt, ob Putin sich nicht klonen wolle, weil er doch der einzige russische Staatsmann sei, dem die Menschen vertrauen: Putin bedankt sich für die Idee.
   Eine Frau aus der durch tödliche Waldbrände verwüsteten Republik Chakassien bricht während einer Direkt-Schalte in Tränen aus und bittet Putin um Hilfe.
   Ein Arbeiter, der im Kosmodrom, dem größten russischen Raumfahrtzentrum in Baikonur/Kasachstan [Anm. d. Übers.: das Interesse Russlands dort ist eher am Abflauen] arbeitet, klagt darüber, dass er und seine Kollegen seit Monaten nicht mehr bezahlt würden. Der Präsident führt aus, dass die Bezahlung die Pflicht des öffentlichen Auftraggebers sei und verspricht, das Problem zu lösen.
   Ein Mann bittet den russischen Oberbefehlshaber, seine Freundin zu überzeugen, ihn zu heiraten.

Und der gute Zar verwahrt das Wichtigste bis zum Schluss.

   Putin überrascht damit, dass er zugibt, dass unter Stalin Gräueltaten begangen wurden und die Sowjetunion Osteuropa ihr Modell aufgedrängt hat.

Welcher Staat ähnelt denn heute am ehesten der stalinistischen Nachkriegs-Sowjetunion? Tadaa …

   Kurz danach verglich Stalin die heutige Politik der Vereinigten Staaten mit derjenigen der Sowjetunion nach dem Krieg.

Und das Allerbeste ganz zum Schluss:

   Putin enthüllte, dass er den ehemaligen deutschen Bundeskanzler in eine Banja mitnahm, in ein traditionelles russisches Badehaus.


Quelle : Keine Satire , das meint er ernst

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Minderheiten in Odessa wehren sich gegen Behauptungen eines neuen “Volksrates” über ihre vermeintliche Verfolgung

Beitrag  telzer am Fr 17 Apr 2015 - 21:32

Die Propaganda geht weiter , Destabilisierung geht weiter , wer stoppt dieses Monster

euromaidanpress schrieb:

Artikel von: Halya Coynash, Charkiwer Menschenrechtsgruppe
Quelle: Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 17.4.2015

Die russischen Medien sind voll von Berichten über ‚alarmierende‘ Verhaftungen und Einschüchterungsversuche in Odessa gegenüber Mitgliedern eines neu gegründeten ‚Volksrates für Bessarabien‘, die angeblich nur die Rechte der Minderheiten in diesem Gebiet verteidigen wollten. Die Berichte sind in der Tat alarmierend, aber aus anderen Gründen. Nationale Minderheitenvertreter in Odessa haben die Bildung dieser Institution als Provokation verurteilt, weisen die Behauptungen über Diskriminierungen und Verfolgung zurück und zwingen die Mitglieder, ihre Identität preiszugeben und zu erklären, warum sie eine Wiederholung des Szenarios in der Ostukraine anstreben.

Die russischen Berichte, unter anderem von der offiziellen Nachrichtenagentur TASS, vermengen zwei verschiedene, wenn auch miteinander zusammenhängende Geschichten, um sich Massenverhaftungen von ‚Bürgern der Region Odessa, die sich im Volksrat für Bessarabien‘ zusammengeschlossen haben’, einfallen zu lassen. Die Konzentration auf den ‚Rat‘ ist vielleicht nicht überraschend, angesichts der Tatsache, dass seine Website in Russland registriert ist und seine Mitglieder und ausländischen Unterstützer, wie zum Beispiel die rechtsextreme bulgarische Ataka-Partei, für ihre pro-russische Position bekannt sind.
Terorristische Front

Die Darstellung des ‚Rates‘ als Verteidiger der nationalen Minderheiten, die von der Kyiwer ‚Junta‘ unterdrückt werden, steht aus mehreren Gründen in krassem Gegensatz zur Wahrheit.

Da es verschiedene, miteinander verwobene Geschichten gibt, zunächst ein paar Worte zu den Bombenanschlägen, die im April 2014 begannen, kurz nachdem gut ausgerüstete, vom Kreml unterstützte Soldaten in den Regionen Donezk und Luhansk die Kontrolle übernahmen. Es gab bis jetzt rund 25 Terroranschläge, wobei einige davon Freiwilligenorganisationen ins Visier nahmen, die die ukrainische Arme unterstützten.

In der Nacht von 8. auf 9. April 2015 machte der SBU [ukrainischer Geheimdienst] überraschend Razzien auf einen Versammlungsort und auf Häuser und verhaftete 27 Leute, die meisten von ihnen Aktivisten der ‚Orthodoxen Kosaken‘, aber auch Veteranen des Afghanistan-Krieges. Dumskaja merkt an, dass die Orthodoxen Kosaken an den Protesten am Kulikowo Polje und den tragischen Unruhen und dem Brand vom 2. Mai beteiligt waren (dt. Übersetzung hier).

Der SBU behauptet, dass eine Terrorgruppe aufgedeckt worden sei, die in Geheimdienst- und Rekrutierungsarbeit involviert sei, einen Waffen- und Munitionskorridor organisiert habe und Terroranschläge und Ermordungen von Politikern plane, darunter auch der Parlamentsabgeordnete Alexej Gontscharenko. Der SBU-Chef Walentyn Nalywajtschenko betont, dass die Leute, die verhaftet wurden, eine Abspaltung planten – eine sogenannte ‚Volksrepublik Odessa‘ wie die selbsternannten ‚Volksrepubliken Donezk und Luhansk‘.

Die TASS erwähnte die Terrorismusvorwürfe nur am Rande unter Anführungszeichen, bevor sie sich wieder ihrem Bericht über den ‚Rat‘ zuwendete. Das erweckte den Eindruck, dass es viel mehr Verhaftungen gegeben habe und unterstellte falsche Anschuldigungen gegen die angeblichen Streiter für Minderheitenrechte.
Verteidiger der Rechte nationaler bessarabischer Minderheiten

Laut der Beschwerde an Petro Poroschenko, die “im Zusammenhang mit den Menschenrechtsverletzungen in Odessa“ vom ‚Volksrat für Bessarabien‘ vorgebracht und großzügig in den russischen Medien zitiert wurde, habe der ukrainische Geheimdienst SBU eine schwere Verfolgungswelle entfesselt. Zwanzig Tagungsteilnehmer, so wird behauptet, seien „verhaftet und Repressalien unterworfen worden“, während ihr Gast, der Chef der Parteijugend der [bulgarischen] Ataka, geschlagen worden sei. Der Vorsitzende des ‚Rates‘ Dmitri Satuliweter ist spurlos verschwunden.

In der Beschwerde wird behauptet, dass die „internationale Gemeinschaft die Repression gegen den ‚Volksrat für Bessarabien‘ bereits verurteilt habe und führt die Vertreter dieser internationalen Gemeinschaft an. Darunter sind Mihail Formuzal, Regierungschef (“Başkan”) von Gagausien (in der Republik Moldau) [von dem Forscher John Haines als „stark pro-russisch“ beschrieben] und Wassili Tarlew, ein ehemaliger Ministerpräsident von Moldau und derzeitiger Vorsitzender der Bürgerbewegung „Freunde Russlands in Moldau“.

Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis von SYRIZA (der Koalition der radikalen Linken), der von Iswestija nach seiner Antwort auf die ‚Verfolgung‘ befragt worden sein soll. Der Minister, der nach den Verhandlungen in Moskau gerade ein „neues Kapitel in den griechisch-russischen Beziehungen” verkündet hatte, meinte, dass „die Ukraine ihre Haltung gegenüber Minderheiten überdenken müsse, sollte sie europäische Standards der Demokratie anstreben“.

Der ‚Rat‘ führt auch die Unterstützung durch Wolen Siderow an, den Begründer von Ataka, der während eines Besuches von Delegierten dieser rechtsextremen Partei auf der Krim vom Führer des Besatzungsregimes, Sergei Aksjonow, als „der einzige bulgarische Politiker, der nach dem Staatsstreich in Kyiw eine objektive Einschätzung der Lage gegeben habe“, gewürdigt wurde. Ataka-Vertreter waren unter den Mitgliedern der europäischen Rechten, Neonazi- und stalinistischen Parteien, die von Russland eingeladen wurden als ‚internationale Beobachter‘ für das von ihnen so bezeichnete Referendum auf der Krim über den Anschluss an Russland am 16. März 2014. [siehe dazu auch “Pro-russische Extremisten beobachten das unzulässige Referendum auf der Krim”], und sie ‚beobachteten‘ auch die Wahlen vom 2. November, die unter Umgehung des Minsker Abkommens von den durch den Kreml unterstützten Soldaten der selbst-ernannten ‚Volkrepubliken Donezk und Luhansk‘ organisiert wurden [siehe dazu auch “Fake-Beobachter beobachten Fake-Wahlen in den Fake-Republiken”]. Beide Anlässe wurden von ihnen  ordnungsgemäß ‚beobachtet‘ und als beispielhaft gelobt.

Die russischen Medien berichteten ausführlich über die letzte pathetische Frage der Beschwerde des ‚Rates‘: „Ist das wirklich europäische Demokratie?“
Probleme mit der Demokratie?

Die russischen Medien verwendeten ihre spezifische Einfärbung bei der Darstellung der Situation, dennoch stimmt es, dass der SBU Teilnehmer dieses ‚Volksrates‘ inhaftierte. Dumskaya.net[block]21[/block] am 7. April, dass der SBU ungefähr 20 Leute verhaftet und auch den Tagungsort durchsucht habe.

   „Die separatistische Organisation, die den Behörden mit ‚Selbstbestimmung für Bessarabien‘ gedroht hatte, behauptet, dass einige ihrer Vertreter – der Journalist Alik Wetrow, Sergej Sagorjuk und das Mitglied eines Stadtrates Michail Lewkin – am Vorabend der Veranstaltung verhaftet worden seien.“

Es wurde auch über das Verschwinden des Vorsitzenden des Präsidiums des ‚Volksrates‘ und Anführer der Union der Transnistrier in der Ukraine, Dmitri Satuliweter, berichtet.

Dumskaya.net merkt weiter an, dass die Website des ‚Volksrates‘ in Moskau registriert sei und sich aus Bürgern aus Odessa, Moldau, Transnistrien und Gagausien zusammensetzt, die eine Kreml-freundliche Position vertreten.

Sie behaupten, die ethnischen Gruppen von Bessarabien zu vertreten, dennoch haben viele von ihnen solche Behauptungen öffentlich zurückgewiesen. Die Vorsitzenden sowohl des ‘Verbandes der Bulgaren in der Ukraine’ als auch die ‘Nationale Gagausische Kulturgesellschaft Birlik’ widersprechen dem vehement.

   „Der ‘Verband der Bulgaren in der Ukraine’ und die Nationale Gagausische Kulturgesellschaft Birlik’ haben irgendetwas mit den genannten Vorfällen zu tun, genauswenig wie mit der Organisation irgendwelcher vorgetäuschter zivilgesellschaftlicher Strukturen auf ethnischer Grundlage, die die Föderalismusidee propagieren und dem staatlichen System und der Verfassung der Ukraine zuwiderlaufen.

   Wir verurteilen die Aktionen der Organisatoren des sogenannten ‚Volksrates für Bessarabien’ auf das Schärfste. Wir bitten die Bewohnerinnen und Bewohner der Region Odessa, nicht auf Provokationen hereinzufallen, die die Lage in einer historisch friedlichen Region stören wollen, wo Vertreterinnen und Vertreter von über 100 Nationalitäten seit zwei Jahrhunderten in Frieden und Harmonie zusammen gelebt haben.“

Bei einem runden Tisch am 8. April, sagte der Vorsitzende der ‘Gesamtukrainischen nationalen Kulturvereinigung der Moldau’, Anatoli Fetesku, dass er von dem sogenannten ‚Rat‘ lediglich aus dem Internet erfahren habe und überzeugt sei, dass es sich um einen Akt der Provokation handle, der darauf aus sei, Spannungen und Missverständnisse in der Region zu schüren. Dora Kostrowa von der ‘Gesamtukrainischen Versammlung der Bulgaren’ ihrerseits forderte die Protagonisten auf, ihre Identität bekannt zu geben und zu sagen, wer sie gewählt habe.

   „Sie sollen sagen, warum sie sich anmaßen, im Namen unserer Völker zu sprechen, warum sie eine Wiederholung des Szenarios wollen, das man in der Ostukraine gesehen hat.”

Vor einem Jahr wurden auf Grundlage von Organisationen, die massiv von Russland unterstützt wurden, ‚Volksrepubliken‘ im Donbas geschaffen und zunächst von “sportlichen russischen Touristen‘ unterstützt, später von Söldnern, russischen Nationalisten sowie einer großen Zahl von russischen Soldaten. Man ging weitgehend davon aus, dass als nächstes Odessa dem Druck des sogenannten ‚Separatismus‘ nicht standhalten würde. Sogar die Unruhen und das tragische Feuer vom 2. Mai konnten das nicht erreichen, obgleich die Versuche weitergehen, die Lage zu destabilisieren  – durch Terroranschläge, vorgetäuschte Proteste, falsche Behauptungen über Pogrome etc. gegen die jüdische Gemeinde. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass der ‚Volksrat für Bessarabien‘ der jüngste Schritt in einem höchst gefährlichen, vom Kreml unterstützten Drama ist, das bereits zu massenhaften Opferzahlen und zu Zerstörung geführt hat.

Odessa lernt wachsam zu sein, nicht nur gegenüber ‚verdächtigen Gepäcksstücken‘.

Quelle :

Charkiwer Menschenrechtsgruppe, 17.4.2015


Minderheiten in Odessa wehren sich gegen ....

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Die die Witwen tröstet. Die Geschichte einer deutschen Frau

Beitrag  telzer am So 19 Apr 2015 - 12:44

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Ein Artikel von Artikel von: Alina Balazanowa

euroamaidanpress schrieb:Noel ist eine gebürtige Deutsche. Ihre “ukrainische Geschichte” begann mit dem Maidan. Als sie die Nachrichten sah, war sie einfach nicht einverstanden mit dem, was dort passierte – und beschloss sich einzumischen. Sie hatte den Mut und das Gefühl zwischenmenschlicher Verantwortung, sich für die ukrainischen Witwen einzusetzen. Zunächst half sie den Witwen des Maidan. Und jetzt – den Witwen des Krieges.

Noel sammelt Geld und materielle Hilfe, indem sie Benefizkonzerte in Deutschland organisiert. Sie setzt sich in den Zug und reiste in jede von ihr betreute Gemeinde im Osten und im Westen der Ukraine. Sie leistet nicht nur Hilfe, sie nimmt auch Anteil.

Sie gibt keine Interviews. Und unser Gespräch mit ihr ist eher eine Ausnahme als die Regel. Noel denkt nicht, dass sie etwas besonderes tut und ist ehrlich überrascht, als sie gefragt wird, wie es sie in die Ukraine verschlug. Für sie ist es normal, dass die Menschenrechte eingehalten werden. Es liegt für sie nichts besonderes darin, dass sie begann, diese Rechte in einem fremden Land zu verteidigen.

“Mich eine Patriotin der Ukraine zu nennen ist nicht richtig. Das ist kein Patriotismus. Ich lebe nur in einem Land [in Deutschland – Anm. d. Autorin], in dem ich das Recht auf freie Meinungsäußerung habe, auf Handlungsfreiheit, auf freie Wahlen. Ich sehe, dass es das in der Ukraine nicht gibt. Wenn das gleiche in einem anderen Land geschieht, werde ich in dieses Land gehen. Ich werde da sein, wo man meine Hilfe braucht,” sagt Noel.

Sie sagt, sie erinnere sich gut daran, wie ihre Freunde in Deutschland die Nachrichten diskutierten, dass in Kiew Studenten des Euromaidans verprügelt werden. Ihre erste Reaktion war dorthin zu reisen und alles mit eigenen Augen zu betrachten. Und als sie zurück kam, begann sie zu handeln. Zusammen mit Freunden versuchte sie, der deutschen Öffentlichkeit zu vermitteln, was los war in der Ukraine, denn in Deutschland waren die Ansichten sehr unterschiedlich.

Sie begannen zu demonstrieren, was in Deutschland erlaubt ist. Mann muss das nur bei der Polizei anmelden. Die Polizei sorgt mit einem Konvoi sogar noch für Sicherheit.

Am Anfang der Aktionen, wo Noel versuchte, Aufklärungsarbeit zur Situation in der Ukraine zu leisten, kamen zehn bis fünfzehn Personen. Dann sammelten sich immer mehr Menschen an, die Zahl der Demonstranten stieg auf 300-400. Und als es in der Ukraine die ersten Opfer gab und die erste Witwen, da organisierte Noel mit Gleichgesinnten Benefizkonzerte.

“Diese Gelder haben wir in die Ukraine mitgenommen und zwischen Frauen, deren Männer auf dem Maidan getötet wurden, aufgeteilt, sie blieben mit den Kindern allein, und hatten nicht einmal die Möglichkeit, ihre Männer zu begraben,” erzählt Noel.

Und als es die erste Witwe in Mariupol gab, wurde klar, dass es Zeit war, einen Verein zu gründen, der viele Witwen helfen könnte, und zudem nach Gesetzen und Verordnungen arbeitet. Noel erklärt, dass unter den Mitarbeitern 70% Deutsche sind, darunter etliche, die aus Moskau und St. Petersburg oder anderen Ländern der ehemaligen GUS-Staaten ausgewandert sind. Die Geschichte und Situation jeder Witwe ist einzigartig – die Haltung des Vereins ist die gleiche. Die Höhe der Beihilfe hängt von verschiedenen Umständen ab: berücksichtigt wird ob die Witwe von der Regierung unterstützt wird, und welche Bedürfnisse die Familie hat, ob sie Schulden hat. Noel sagt, dass viele Witwen ihre Ehemänner in der ATO schon vor sieben Monaten verloren haben, und immer noch keine staatliche Hilfe erhalten haben. Weil ihre Ehemänner als Freiwillige den nötigen Status nicht erhalten haben.

“Das bedeutet, dass, solange ihr Mann in der staatlichen Bürokratie nicht ‘legalisiert’ wird, es Monate dauern kann. Dann hilft der Verein über eine längere Zeit. Es gibt Fälle, da besuchen wir sie drei Mal im Jahr persönlich, und zahlen ihr eine kleine finanzielle Unterstützung, schicken Pakete mit Sachen, Süßigkeiten, und Lehrbüchern, Notizbücher, Bleistifte für die Schulkinder.

Die Medien schreiben immer von “Helden”. Und wo ist die Heldin, die ihren Mann in den Krieg ziehen ließ? Sie hat nicht die Tür verschlossen und gesagt, naja, wir haben hier auch eine Familie und vier Kinder. Und wir kennen  Witwen, die vier Kinder haben. Das ist die Frage. Es wirkt als wäre die Heldin nur der Schatten des Helden,” sagt Noel, langsam jedes Wort betonend.

Sie erzählt, dass sie einige von ihnen nicht zum erste Mal sieht, und die Veränderungen beobachtet, die in ihren Leben auftreten. Die Witwen sammeln die Reste ihres zerstörten Leben Stück für Stück auf, wie eine zerschlagene Tasse. Sie lernen, ein neues Leben zu führen. Das Hauptziel von Noel ist, jeder Witwe zuzuhören, egal in welchem Zustand sie ist. Sie versucht, jeder die Chance zu geben sich auszusprechen, es ermöglichen zu weinen und schwach zu sein im Leben.

“Was mich an dieser Reise sehr überrascht hat, war, dass es einigen Frauen “nicht erlaubt ist” zu weinen. Der Meinung der Familie nach hat sie stark zu sein, sie darf nicht hinterher hinken. Ich bat alle den Raum zu verlassen und sagte ihr, wenn Sie weinen wollen, weinen Sie. Wie lange kann man stark sein? Sie dürfen schwach sein. Wir sind doch Frauen,” teilt die Freiwillige uns mit.

Über ihre Schützlinge spricht Noel mit einer sorgfältigen Zärtlichkeit. Sie kümmert sich um sie, bedauert sie. Zu jeder hat sie einen eigenen Zugang. “Sie sehen alle aus wie Mädchen, dabei sind sie sehr erwachsen. Einige sind sehr verschlossen. Sie haben Angst in den Augen, und Schmerz. Alle sprechen ihnen ihr Beileid aus, aber niemand ist bereit einfach nur zuzuhören. Und die Witwen wollen nicht, dass man sie bemitleidet, somit meiden sie den Kontakt mit anderen. Sie wollen einfach nur Unterstützung, aber in einer anderen Form.”

Es gibt Frauen, deren Geschichten lassen einem die Haare zu Berge stehen. Einer Witwe, verlassen mit drei Kindern, haben sie einen Tag nach der Beerdigung das Grab ihres Mannes angezündet. Dann starb ihr Vater. Dann kam die Schwiegermutter und will sie aus der Wohnung werfen, in der sie mit ihrem Mann gelebt hat.

“Ich kann in der Wohnung zwei Stunden bleiben, und wenn ich rausgehe sind in meinem Kopf mehr als tausend Worte. Und in dem Artikel, den ich dann am Ende einer Reise schreibe, denke ich immer, was ich schreiben soll und was nicht? Um die Menschen nicht sofort fertig zu machen,” sagt sie

Aber es gibt auch Frauen, die mit der Trauer schneller fertig werden. Das sind diejenigen, die die Familie unterstützt. Es gibt welche, die in einer völlig fremden Stadt den Führerschein machten, zu arbeiten begannen , und die Kinder in Kindergärten und Schulen unterbrachten.

“Es gibt Fortschritte – nicht bei allen, aber es gibt sie. Ich komme zum zweiten Mal, und bei einigen von ihnen bin ich beruhigter,” erzählt die Freiwillige.

Allerdings gibt es Frauen, die den Verlust nicht akzeptieren und nicht erkennen wollen, dass ihr Mann nicht wiederkommt. Seine Stiefel stehen immer noch im Flur. Sie können sich nicht bewusst machen, dass es ihn nicht mehr gibt.

Das geschah in den Fällen, in denen Ehemänner zum Beispiel komplett verbrannt sind, und die Familie nicht wussten, wo sie sind. Und man versuchte, ihnen Geld abzuknöpfen mit der Lüge, dass der Mann angeblich noch lebe, der zu diesem Zeitpunkt aber bereits tot war.

“Es sind so viele Sachen passiert, mit denen sie keinen Frieden schließen können, um den Verlust zu akzeptieren, um zu verstehen, “dies ist ein Sarg, und darin ist mein Mann – ich verabschiede mich von ihm”. Es gibt kein Abschiedsritual, mit dem der Frau bewusst werden könnte, dass er unwiederruflich nicht mehr da ist.

Viele sagen mir, dass sie immer noch auf ihn warten. Sie glauben es nicht. Solange es ihnen nicht bewusst wird, werden sie in dieser Trance bleiben. “Ich würde mir sehr wünschen, dass diesem Thema in der Ukraine mehr Zeit zuteil werden würde, und die Regierung mehr tun würde, um zu helfen.”

Noel ist verärgert und wütend, wenn man die Witwen verletzt, zum Beispiel, wenn die Frau eines Verstorbenen in ein Amt kommt, um einen Fragebogen zur Beihilfe auszufüllen, und ihr gesagt wird: “Sie wissen schon, wie oft wir solche haben?”

“Einer jungen Frau, die sieben Tage nach der Beerdigung ein Baby gebar, sagte man diese Worte, als sie kam um Hilfe zu erbeten. Können Sie sich vorstellen, was das in ihr auslöste, in ihrem Zustand? Das bedeutet, sie musste hochschwanger ihren Mann begraben, und dann sein Kind gebären. Und in ihren Gedanken war nur noch das, was ihr Mann ihr sagte als sie sich verabschiedeten: “. Dies wird die letzte Reise, wir werden gemeinsam das Kind bekommen.”

Noel kann hunderte solcher Geschichten erzählen.

Und sie muss damit leben.

Noel befindet, dass es nicht nur um materielle und finanzielle Hilfe geht. Sie alle brauchen psychologische Hilfe – Frauen und Kinder. Und man muss auf alle achten, man sollte eine Art Programm starten.

“Ich hatte eine Witwe, ich werde ihren Namen nicht nennen. Sie wurden zu einem Fest für die Witwen eingeladen, bei welchem angekündigt wurde, dass Poroschenko ihnen Geschenke überreichen wird. Es ist ein Witz, was sie bekommen haben! Schokoriegel und Beileidskarten.

Warum sie dann einladen! Warum kann man nicht in jeder Stadt eine Organisation schaffen, an welche sie sich wenden können? Ein Ort, wo sie alle zusammen treffen und Unterstützung beieinander suchen können. Mit einander reden können. Es hilft wirklich, wenn Frauen mit ähnlichen seelischen Schmerzen zusammenkommen, dann wird es ihnen leichter ums Herz,” empört sich die Deutsche.

Noel hat ein scharfes Temperament. Diese Charaktereigenschaft half schon mehrmals ukrainischen Soldaten, um durch die deutsche Seite hochwertige Prothesen für Hände und Füße zu bekommen. Das brachte die Soldaten, die Gliedmaßen verloren haben, zurück zu einem fast normalen Leben. Noels Verein begleitet die Verwundeten aus der Ukraine, die durch ein zwischenstaatliches Programm der Ukraine und Deutschland behandelt wurden.

“Wir haben uns an unsere Regierung (an die deutsche Anm. d. Hrsg.) gewandt, an die Organisationen und baten um Hilfe, um die Behandlungskosten durch den deutschen Steuerzahler zu decken. Wir übersetzten Dokumente, und zeigten diese im Krankenhaus. Wenn das dann die Bereitschaft erklärte, einen Kämpfer zu heilen, bekamen wir eine Rechnung, für dessen Zahlung wir Geld in Deutschland oder in der Ukraine suchten, ” erklärte sie dazu, wie der Prozess organisiert wurde.

Oft wurden durch das Engagement des Fonds Programme zur Behandlung und Rehabilitation einzelner Kämpfer erarbeitet.

Noel ist unerbittlich. Sie weiß, wie man überzeugt. Sie sagt, sie wird für die Rechte jeder Witwe kämpfen. Und früher oder später wird die ukrainische Gesellschaft und die Regierung lernen, ihre Witwen zu würdigen.

“Sie alle sind für mich meine “Diamanten”,sagt Noel zum Abschied.

Quelle : Ukrajinska Prawda, 16.4.2015

Übersetzt von: Euromaidan Press Übersetzerteam Deutsch

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Re: Meldungen von Euromaidanpress und Informnapalm!

Beitrag  Umnichka am Mo 20 Apr 2015 - 16:42

Russland – Sponsor des internationalen Terrorismus vom IS bis L(D)VR
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Erst vor kurzem ordnete der Präsident Russlands Wladimir Putin durch seinen Erlass ein neues Datum an – den Tag der Streitkräfte der Sonderbestimmung, der aus Anlass des Jahrestags der Okkupation eines Teils der Ukraine- der Krim- stattfindet. Was sind das denn für Streitkräfte, die ohne Abzeichen und Chevrone ihres Staates agieren? Sogar eine oberflächliche Untersuchung erlaubt es zu behaupten, dass diese Streitkräfte für Russland der internationale Terrorismus sind. In diesem Artikel werden wir auf konkreten Beispielen die Verbindungen des Agentennetzes Russlands mit den Terroristen von IS und ihrem Auftauchen in der Ukraine zeigen…

Russland und sein regierendes Regime nutzen verschiedene radikale, separatistische und sogar terroristische Bewegungen längst wie auf ihrem eigenen Territorium so auch auf dem Territorium anderer Staaten aus. So geschah es am Kaukasus, in den Republiken des ehemaligen Jugoslawiens und nun- in der Ukraine. Waffenlieferungen an kriminelle Gruppierungen nach der Art der kolumbianischen Drogenmafia und den terroristischen Gruppen IS werden durch Vermittler aus Russland ausgeführt.

Mehr noch: es gibt immer mehr Fakten, die indirekt bestätigen, dass Putins Regime die Terroristen nicht nur unterstützt, sondern terroristische Formationen selber erschafft und ihre Arbeit auch leitet. Russische Geheimdienste wie FSB und GRU betreuen Verbindungen zu Terroristen, die sie sorgfältig geheimzuhalten versuchen. So haben sie auf einer Seite den Islamischen Staat zu einer terroristischen Organisation erklärt, belieferten in Wirklichkeit aber die Söldner mit Waffen, Geld, Kommunikationsmitteln, halfen die Propaganda im richtigen Fluss zu führen zu halten. Die Versorgung mit Waffen geschah mithilfe des Assad-Regimes unter dem Deckmantel der Trophäen.

Die Bewaffnung, über welche der IS verfügt, ist hauptsächlich russischer und sowjetischer Herkunft. Die IS-Anführer tragen eine Uniform, die jener, welche die in die Ukraine angereisten russischen Söldner tragen, sehr ähnlich ist. Man kann hier Spuren ein- und derselben terroristischen russischen „Waffenhandelsorganisation“ zurückverfolgen.

Für Kommunikation nutzen die IS-Söldner die gleiche mobile App -„Zello“- wie die russischen terroristischen Banden in der Ukraine. Über das eingefahrene Schema der Koordination von Terroristen mit ihren Kuratoren über dieses Kommunikationssystem schrieben wir in einer Reihe der Publikationen zu „Zello“:

Das bedeutet, dass russische Geheimdienste zumindest die Möglichkeit haben, die IS-Tätigkeit zu überwachen, jeden seinen Schritt zu verfolgen, und als Maximum können sie seine Tätigkeit dirigieren, koordinieren und ihnen Befehle geben. Die zweite Variante ist weitaus wahrscheinlicher, denn es gibt keine Fakten der Übergabe von irgendwelcher Information über die IS-Tätigkeit an die Geheimdienste der Koalitionsländer.

Zu Beginn seiner Entstehung erstellte der IS für die Spendensammlung für seine Tätigkeit Konten in den russischen Banken, im besonderen im Sberbank Russlands.

Der IS wurde unter aktiver Mitwirkung von Offizieren der ehemaligen irakischen Geheimdienste gebildet, die nun faktisch die Gruppierung leiten. Sie werden von einer grossen Gruppe Söldner unterstützt, die aus Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion eingetroffen sind. Ein Teil von ihnen wird einfach ausgenutzt, indem man sie mit der IS-Propaganda bearbeitet. Die anderen kennen aber alle Ursache-Wirkungsbeziehungen.

Unter den Bürgern der ehemaligen Sowjetunion tut sich einer der IS-Feldkommandeure besonders hervor- Umar Schischani. Fürs Erste hat er sich in die Reihen der syrischen Aufständischen eingeschlichen, die gegen das Assad-Regime kämpfen, und erst dann wechselte er zu ihren Feinden über.

Aber dem Putin-Regime fällt es immer schwerer, seine Beziehungen zum Islamischen Staat geheimzuhalten.

Erst vor kurzem haben die Geheimdienste der westlichen Länder und Israel einen geheimen Besuch eines hochrangigen Beamten aus Russland bei den IS-Anführern in Irak und Syrien registriert.

Ausserdem erinnern die Methoden der IS-Propaganda doch sehr an jene, die von der kremlischen Agitprop angewendet werden. Auf dem Höhepunkt der Kampfhandlungen zwischen den Kräften von Assad und den Aufständischen in Syrien taucht in den sozialen Netzwerken eine grosse Menge an Trollen auf, die auf einer Seite die Moslems zum Dschihad aufrufen und auf der anderen eine aktive und aggressive Kampagne gegen die syrischen Aufständischen und ihre Unterstützer führen.

Im russischen Agentennetz kann man einen gewissen Artem Iwanow hervorheben. Er lebte längere Zeit in der Türkei und im Ägypten, wo er Propaganda für den „Islamischen Staat“ führte, wie auch Operationen zu Diskreditierung von unter den Moslems bekannten Persönlichkeiten organisierte. Diese Menschen waren unter sich wenig verbunden, bis auf eine Tatsache: sie passten dem Regime von Putin und seinen Satelliten nicht. Er beschäftigte sich auch mit der Rekrutierung von neuen Söldnern für den IS und organisierte die Spendensammlung über die sozialen Netzwerke.

Bald wurde bekannt, dass Artem Iwanow Bürger Russlands ist, und zwar ein FSB-Mitarbeiter. In der Türkei und Ägypten löste er die FSB-Aufgabe, den IS zu unterstützen, und nahm an der Vorbereitung des Putsches in Ägypten teil, der vom General as-Sisi geleitet wurde.

In letzter Zeit lenkte Iwanow seine Aufmerksamkeit auf die Ukraine. Auf seinen Seiten begannen Aufrufe an die Moslems Russlands aufzutauchen, nach Donbass zu kommen und auf der Seite der russischen terroristischen Formationen zu kämpfen. Anfang April bekam Artem Iwanow in der Türkei eine neue Aufgabe vom russischen Aufklärungsdienst und kam mit einem Flug aus Istanbul nach Kiew an. Höchstwahrscheinlich ist sein Ziel die Bildung einer ähnlichen Gruppierung wie der IS in der Ukraine.

Dieses dient als ein weiterer Nachweis dafür, dass der FSB seine Sprengarbeit gegen die Ukraine erweitert, es wird in der nächsten Zeit keine Deeskalation geben und wir sollten uns auf einen langen und schweren Kampf vorbereiten. Unser Land sollte Massnahmen zur Grenzschliessung für solche Besucher ergreifen…

https://de.informnapalm.org/russland-sponsor-des-internationalen-terrorismus-vom-is-bis-l-d-vr/

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Yuri Butusow: Wer hat den Terror in der Ukraine entfesselt?

Beitrag  telzer am Mo 20 Apr 2015 - 18:20

von Yuri Butusow.
Wer hat den Krieg in Donbass angefangen und den Terror in der Ukraine entfesselt? Warum begann man in anderen ukrainischen Städten so verzweifelt gegen die russischen Komplizen zu kämpfen- in Odessa, Charkiw, Dnjepropetrowsk, Saporischschja, Mykolajiw? Die Antwort liegt in den Schicksalen dieser Menschen…
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Helden der Ukraine Wladimir Rybak, Yuri Poprawka, Yuri Djakowski
43 Jahre alt, 19 Jahre alt, 25 Jahre alt… Horliwka, Kiew, Stryj…
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Entführung von Rybak
Am 17. April wurde in Horliwka der Stadtrat-Abgeordnete Wladimir Rybak entführt. Ehemaliger Polizeioffizier, echter Bürger, angstloser Mann. In jenen Tagen kämpften die Ukrainer verzweifelt um den Frieden, versuchten verzweifelt, den Krieg von Donbass abzuleiten, versuchten mit blossen Händen und aufrichtigem Friedensprotest, durch Überzeugung die Gewalt zu stoppen, welche die russischen Diversanten mit sich brachten. Rybak agitierte während der Demos offen für die Ukraine. Am 17. April beschloss er am Stadtrat die durch die Verbrecher abgerissene Flagge der Ukraine wiederzuhissen. Am helllichten Tage. Trotz der Söldner in Masken, die den Stadtrat einnahmen. Es gibt keine Worte, um die Furchtlosigkeit von Wladimir Iwanowitsch zu beschreiben. Als ein Kriminalpolizei-Offizier verstand er ausgezeichnet, mit wem er es hier zu tun hat, wozu die Terroristen fähig sind. Aber für die Flagge der Ukraine ist Wladimir Rybak bis zu Ende gegangen. Er wurde von russischen Söldnern festgenommen. Wie die Materialien des Ermittlungsverfahrens und die Funksprachabhörung bezeugen, wurde die Entführung von Rybak nach einem Befehl des internationalen Terroristen, Kommandeurs der russischen Diversionsgruppe, Oberstleutnants des GRU des Generalstabs Russlands Igor Besler ausgeführt.
Am selben Tag, dem 17. April, wurde bei Slowjansk durch die russischen Terroristen eine Gruppe unbewaffneter junger Menschen festgenommen- Aktivisten des „Rechten Sektors“- Yuri Poprawka, Yuri Djakowski und Witalij Kowaltschuk, die gekommen sind, um die Lage in Slowjansk mit den eigenen Augen zu sehen. Sie hatten nicht mal einen Taschenmesser dabei.
Und leider haben an diesem Tag russische Geheimdienste, jemand, der ganz weit weg dort in Moskau sass und auch hier in der Ukraine, beschlossen, den point-of-no-return hinter sich zu lassen.
Kowaltschuk wurde geschlagen, aber am Leben gelassen, damit er Interviews an die TV-Kanäle gibt.
Und Rybak, Djakowsji und Poprawka wurden von den russischen Diversanten in einem Keller in Horliwka zusammen gehalten.
Man zwang sie, sich von der Ukraine loszusagen, aber sie haben verneint. Hier wurde das ganze Arsenal der Folter angewendet. Es gab einen Skalp, das vom lebendigen Menschen abgenommen wurde, ausgeschlagene und ausgezogene Zähne, gebrochene Finger, Arme, Beine, schwerste Verstümmelungen. Als Letztes hat man ihnen, die noch am Leben waren, die Bäuche aufgeschlitzt und in den Fluss geworfen…
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Wladimir Rybak war kein bösartiger Typ vom „Rechten Sektor“. Er war ein gewöhnlicher gebürtiger Einwohner von Horliwka, wo ihn fast jeder kannte. Er verschmälerte nie die russische Sprache und passte wohl kaum in die Rolle eines Unterdrückers der Russen in Donbass. Er war selber ein Russe- seiner Sprache nach. Aber er war ein Ukrainer in seinem Gewissen und seinem Geist, ein Ukrainer seiner Zivilcourage nach… Und genau er wurde zum ersten Opfer der russischen Söldner in Donbass.
Der aus Winnyzja angereiste Witalij Kowaltschuk ist der einzige Überlebende von Beslers Gefangenen, die am 17. April festgenommen wurden. Ihn hat seine Mutter gerettet- Galina Iwanowna Kuprij, geb. 1966. Die Mutter – eine Frau mit einer schweren Form von Krebs- schmiss ihren Heilungskurs hin und ist nach Horliwka gekommen, sobald sie die Reportage mit ihrem zusammengeschlagenen Sohn gesehen hat. Sie machte Lärm unter ausländischen Journalisten, sie forderte die Freilassung ihres Sohnes und dank ihres Willens und ihrer Bitten haben die russischen Terroristen Witalij nicht getötet. Er wurde gegen gefangene Söldner am 30. Mai ausgetauscht. Aber seine Mutter, die den Terroristen so viele Sorgen bereitete, ist am 8. Mail 2014 in Horliwka verschwunden. Seitdem gibt es keinen Kontakt zu ihr, und eine Hoffnung, dass sich die heldenhafte Mutter noch wiederfindet, gibt es auch noch nicht…
Am Abend des 22. April hat mich Arsen Avakov angerufen. Ich bin ins Ministerium gekommen und hörte einem trockenen und professionellen Vortrag des Leiters des Kriminaldienstes Paskal zu. Paskal sprach leise, als er die Photos der Opfer zeigte, bekannte Tatsachen, Verstümmelungen, Umstände, Information über die russischen Terroristen, die dieses Verbrechen begangen haben, aufzählte.
Am Ende sagte Paskal über Rybak: „Ich kannte ihn, es war unser Mitarbeiter… Die Banditen wollten, dass wir es sehen. Die Leichen wurden extra nicht ertränkt, es wurde ihnen nur ein kleines Gewicht angehängt…. Sie wollten, dass wir sie zusammen finden. Das ist eine Abschreckungsaktion.“
Avakov wurde dringend zu einer Sondersitzung der Regierung gerufen, zum selben Anlass. Er sagte zum Schluss: „Die Russen wollen Furcht einflössen und friedliche Proteste unterbinden, damit die Menschen aufhören, sich auf den Strassen mit einander zu unterhalten.“ Ich sagte: „Einverstanden. Nun werden gar nicht mehr so viele Menschen für die Ukraine herauskommen – es ist zu gefährlich. Nun wird es im Donbass nicht mehr friedlich zugehen. Russland wird einen Krieg führen.“ Avakov sagte: „Sie werden versuchen, auch an anderen Orten die Situation aufzuschaukeln und solche Aktionen zu veranstalten- mit Opfern.“
17. April. An diesem Tag haben die russischen Diversanten zum ersten mal den Prozess der friedlichen Regulierung vereitelt, an jenem Tag wurden alle friedlichen Demos eingestellt. Der Krieg in Donbass schwappte über die Grenzen von Slowjansk über, der durch die Diversanten des FSB-Oberst Igor Girkin besetzt wurde. Nach den Morden an unbewaffneten ukrainischen Patrioten auf der Krim, in Slowjansk und Horliwka wurde klar, dass die Demos den Lauf des Krieges nicht mehr stoppen können, sonst wird die „russische Welt“ schon in ganz Ukraine die Bäuche aufschlitzen.
Man braucht nicht zu fragen, warum man in Mykolajiw, Odessa, Charkiw, Dnjepropetrowsk, Saporischschja mit den prorussischen Söldnern nicht mehr zimperlich umging. Die Ukrainer haben gesehen, was die „Russische Welt“ für sie bedeutet. Also was wundert es einen, dass auf die nachfolgenden Aktionen der russischen Kräfte in den anderen ukrainischen Regionen die Reaktion der lokalen Patrioten eine harte geworden ist.
Aber zunächst gab es doch die Menschen des Friedens- jene, die zu Demos und Kundgebungen herauskamen, die ihre Angst vor den Drohungen der maskierten Banditen zu überwinden versuchten, die zu reden und zu überzeugen versuchten, die riesige Fahnentücher der Ukraine entfaltet haben, die ihre Menschlichkeit zu bewahren versuchten…Ewiges Andenken an Euch, Patrioten Wladimir, Yuri, Yuri…. Drei Freiheitsmärtyrer– Ihr habt alles getan, was Ihr nur konntet. Die Ukraine hielt stand. Wir werden Eure Heldentat und Eure Qualen nicht vergessen, und wir werden Euren Mördern nie verzeihen.


Quelle : Autor: Yuri Butusow, Redakteur bei Zensor.net; übersetzt von Irina Schlegl


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Kreml begann die Sonderoperation „Abschuss“ der eigenen Leute in der Ukraine

Beitrag  telzer am Di 21 Apr 2015 - 14:13

Das läßt nichts Gutes erwarten  facepalm


informnapalm.org deutsch schrieb:Der Kreml braucht Leichen in der Ukraine und davon reichlich, keineswegs aus Blutrausch, sondern aus Pragmatismus. Der Kreml predigt seit über einem Jahr vom faschistischen Terror in Kiew, doch Beweise hat er dafür nicht. Im fernen Sibirien glaubt man, dass in der Ukraine Faschisten wären, doch im bis zum Ural reichenden Russland nicht wirklich. Im Westen weiß man ganz genau, dass es die Demagogie des Kremls ist und man ist ihr deshalb gegenüber gleichgültig, wie wir es auch sind. Ein derartiger Sachverhalt passt dem Kreml nicht in sein Konzept, vor allem jetzt nicht.

Der Kreml braucht reale Beispiele des faschistischen Terrors, und diese gibt es nicht. Wie viel der Spionagedienst des FSB auch hinterrücks schieße, wie viele Büros von Volontären und Bahngleise er auch in die Luft jage- eine Bartholomäusnacht der Putinisten und Janutschisten in der Ukraine will nicht so recht anlaufen. Sie verübten in Charkiw einen Terroranschlag auf dem Marschweg einer Demonstration, bekamen Tote und Verletzte, und die solch herbeigesehnten Massenausschreitungen unter den Russen blieben aus. Ein halbes Jahr organisierten sie fingierte Sprengstofflegungen in der Kiewer Metro, und Massenausschreitungen gibt es immer noch nicht. Die Destabilisierung der Lage für das gewünschte Bild, um wie 2010 nach dem Sturz des Regimes in Kirgisien russische Landetruppen nach Bischkek zu entsenden unter dem Vorwand, dass dort Russen getötet und ihr Besitz geplündert werden, gelingt ihnen auf keinerlei Weise.

Deshalb erteilt der Kreml dem FSB den Befehl in der Ukraine, und allen voran in Kiew, mehr Leichen aus den Reihen seines untergeordneten Geschöpfs zu liefern, um den Vorwand für den Einfall zu bekommen. Oder zumindest einen für die Inszenierung dieses Themas in der UN, mit dem Vorschlag russische und UN-Truppen in die Ukraine zum Schutz der Russen und ihres Eigentums zu entsenden. Das kann auch für die russische Truppenlandung in Kiew benutzt werden, unter deren Deckung der raschistische Putsch entfesselt werden kann. Einfacher und realistischer als die gesamte Ukraine zu besetzen ist es zu versuchen, ihre Regierung zu wechseln.

Dass der FSB und andere russische Geheimdienste die Jagdsaison in der Ukraine eröffnet haben, steht mit ihrem Mord an O. Kalaschnikow am Abend des 15. April fest. Ich rechnete damit, dass sie am übernächsten Tag einen aus der KPU ermorden würden, doch bereits am Tage des 16. April erschossen sie O. Busina. Offenbar sind sie sehr in Eile. Beide Getöteten hatten keinen politischen Wert für den Kreml. Kalaschnikow war auch in Zeiten seines Engagements nur ein untergeordneter „Brigadier“ bei den Regionalen und ist längst zum „politischen Rentner“ geworden, wobei diese Definition nur mit Mühe und Not auf ihn zutrifft.

Oles Busina hat sich offen gesagt und ohne den Verstorbenen beleidigen zu wollen, längst abgemeldet und seine Aktualität verloren. An ihn hat man sich gewöhnt, sich mit ihm abgefunden. Er war, wenn man so sagen darf, ein organischer Teil der ukrainisch historisch-journalistischen Landschaft. Die Zeit hinterließ Spuren an Busina und nur aus Beharrlichkeit beschwatzte er eine bestimmte Zielgruppe, blieb ein brillanter Stilist, den Verstand erschüttern konnte er jedoch nicht mehr und reizte nicht einmal mehr seine Gegner. Er war aber eine auf seine Art bezeichnende Figur, und anzubringen, dass er angeblich für Aufrufe in der Ukraine zu großen Siegesfeierlichkeiten zum 70. Jahrestag ermordet wurde, wie man es Kalaschnikow unterstellte, war bezüglich Busina nicht nötig. Überdies, dass niemand irgendwelche Aufrufe von Kalaschnikow jemals gehört hat, da der Verstorbene überhaupt kein Orator war und die Sprache des Kommandeurs der Russischen vorzog. Die Handschrift des NKWD-KGB bei dem „animalischen Zähnefletschen des Nationalismus“ aus einem angeblichen Abschiedsbrief Kalaschnikows ist ziemlich deutlich.

Auf die Morde von Kalaschnikow und Busina wird sich diese Sonderoperation nicht beschränken, natürlich nicht, wenn der Kreml nicht den Befehl „Kommando zurück!“ gibt. Wir erwarten noch ein Dutzend Leichen aus der angeführten Kategorie von Personen. Zwei bis drei werden aus der KPU sein, möglicherweise Symonenko und Golub, wie Altmaterial, oder noch jemand aus ihrem Politbüro. Die Kaletniks brauchen sich keine Sorgen zu machen, auf sie wird gezählt. Sehr wahrscheinlich ist es, dass auf der Krim der ehemalige Abgeordnete Kolesnichenko erschossen wird, und in Litauen der Journalist-Provokateur Sharij, um angebliche Spezialoperationen des SBU im Ausland ins Gespräch zu bringen. Das Gerücht, dass Janukowitschs Sohn von den Banderowzy entführt und an den Baikalsee zum Ertränken gebracht wurde, um vom FSB nicht erwischt zu werden, wurde in Kiew bereits verbreitet. Für die Vollständigkeit des Bildes wird es noch zwei bis drei Angriffe oder Explosionen in der Sberbank in Russland geben, und eine Art Wiederholung des „gekreuzigten Jungen“ auf der Strecke bei Kiew. Für die politische Wichtung organisiert der FSB Morde an ein paar Abgeordneten der Werchovna Rada aus dem „Gemüseblock“ (Anm.d.Red. Als “Gemüse” bezeichnet man dumme Menschen, hier ist wohl die “Partei der Regionen” gemeint). Der mögliche Kandidat wäre N. Schufritsch, was durchaus schade ist, da er noch nicht für den Genozid an dem Fisch im Kiewer Meer zur Verantwortung gezogen wurde, verübt von ihm als Chef des Katastrophenschutzministeriums im Jahr 2010.

Doch vorerst reichen dem Kreml die Leichen von Kalaschnikow und Busina, um mit ihnen auf der 4. Internationalen Konferenz für Sicherheit, die vom 16. bis 17. April in Moskau stattfindet, herumzufuchteln. Interessanterweise ist die Ukraine nicht unter den eingeladenen 80 Ländern. Übrigens, der Großteil der militärischen Führungskräfte der NATO-Staaten ist nicht auf ihr erschienen. Um die Auftritte zu verfolgen, wurden ihre Attachés geschickt, die sich sowieso in Moskau befinden. Man könnte sagen, dass die Morde sogar sehr zur Konferenz gepasst hätten. Das ist die internationale Tribune, von der aus der Kreml vom „animalischen Zähnefletschen des Faschismus und des Terrorismus“ in der Ukraine senden wird.

Hinter dem Grund, weshalb der Kreml die Spezialoperation mit dem Abschuss der eigenen Leute in der Ukraine begonnen habe, steckt die Korrektur seiner militärischen Angriffspläne zwischen Ostern und dem 9. Mai, wovor viele gewarnt haben, darunter auch die „Hvylya“. Die NATO führte eine Reihe seiner prophylaktischen Schritte aus, einschließlich des großen am 11. April begonnenen Übungsmanöver. Auch wenn das neueste Treffen im Normandie-Format in Berlin am 13. April auf Außenministerebene keine Erfolge erzielte und es damit zeigte, dass dieses Format in einer Sackgasse stecke, startete die Ukraine bei diesem jedoch ihre diplomatische Offensive. Die Freiwilligenbataillone wurden von der Front abgezogen und offiziell dem Verteidigungsministerium und der Nationalgarde unterstellt, womit Lawrow die letzte Möglichkeit für Nörgelei genommen wurde. Kutschma schlug den Russen und den Kämpfern der „DVR“ und der „LVR“ vor, Shyrokyne zu demilitarisieren und verlangte humanitäre Hilfe aus der Ukraine nach Donezk durchzulassen, womit er sie in Erstarrung stürzte. Dem Kreml wurden alle Vorwände für Behauptungen zur Torpedierung der Waffenruhe durch die Ukraine genommen, und die ständigen Kämpfe im Donbass fasst die OSZE selbst als lokale Zusammenstöße auf und führt auf, dass sie nicht an der gesamten Front weitergehen.

Im Endeffekt ist der Kreml in einem Netz seines eigenes Geflechts gefangen und vor ihnen winkt der „Kuchen“ von der Erörterung einer möglichen Aufhebung der Sanktionen seitens der EU im Juni. Es gibt auch andere weniger offensichtliche „Zuckerbrote und Peitschen“, die den Kreml auch zum Nachgrübeln über den Zeitpunkt und der Gestaltung eines erneuten Beginns einer Militärintervention in der Ukraine antreiben. Den Kreml wärmt auch die Hoffnung über die Organisation eines raschistischen Putsches in Kiew, worin ihn die Besitzer der Supermärkte unterstützen, indem sie die Preise treiben, sowie die wichtigsten Träger des Energiemarktes: Achmetow, Firtasch und Grigorishin. Im Kreml ist man nicht sonderlich überzeugt davon, dass die geplante Offensive sehr einfach und erfolgreich sein wird, und dass sie keine „kleine Erwiderung“ seitens der NATO hervorrufen wird, wenigstens in Form eines Truppeneinmarsches in der Ukraine. Und deshalb begannen sie auch die Operation „Abschuss“, um wenn auch eine fiktive, jedoch eine stimmungsvolle Rechtfertigung eines Einmarsches zu haben.

Unsere Antwort auf die Operation „Abschuss“ ist völlig ersichtlich. Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine sollte die Entscheidung über die Ausweisung der Personen aus der Ukraine nach Russland treffen, die als potentielle Todeskandidaten für den Ruhm der „Russischen Welt“ gelten. Die Ausweisung dient ihrer eigenen Sicherheit, da ihr Abschuss auf dem Territorium der Russischen Föderation jeglichen Sinn verliert. Sollen sie fahren und dort erzählen, dass sie Opfer des Banderowzy-Terrors und der Unterdrückung seien, woran sie sogar noch verdienen werden. Uns ist es gleich, da keiner von uns vorhat, die These des Kremls über die faschistische Junta und die Banderowzy zu widerlegen- genau wie der Kreml seit über einem Jahr auch nicht versucht sie zu belegen. Sich darüber mit dem Kreml zu streiten ist dumm, sinnlos und Vergeudung von Zeit, deshalb soll er sich und die Russen ruhig mit Märchen über Banderowzy und Judebanderowzy unterhalten. Unsere Aufgabe ist es, ihm die Grundlage für ein neues Märchen vom faschistischen Terror zu nehmen. Deshalb macht es Sinn, die Kreml-Fans für fünf Jahre auszuweisen, solange sich in Russland das Regime und das Bewusstsein nicht ändern, oder sie zu bitten, selbst auszureisen. Zur Not sich zu registrieren und einen Antrag mit der Bitte ihnen Personenschutz bereitzustellen. Selbstverständlich auf ihre Kosten, da die Ukraine wegen dem Kreml kolossale Ausgaben zu tragen hat. Die Ausweisung erfolgt logischerweise auch auf ihre Kosten bis zur Grenze zur Russischen Föderation – wir haben diesen Krieg und diese Sonderoperation nicht begonnen. Die Entscheidung muss eben der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine treffen, da bis die Werchowna Rada abstimmt, die Hälfte der Fans der „Russischen Welt“ das Zeitliche segnen, erst recht, da die Rede lediglich von ein- bis zweihundert bekannter Personen ist. Die unbekannten FSB-Kreml-Fans brauchen nicht einmal nervös zu werden.

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