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Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE




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Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Mo 2 März 2015 - 14:05

Die Bundeswehr. Eine demoralisierte Armee
Mit mehr Sold und 41-Stunden-Woche will Ursula von der Leyen die Bundeswehr attraktiver machen. Das ist zum Scheitern verurteilt, solange Probleme wie Ausrüstungsmängel und Frust grassieren.
Es gibt sie noch, die guten Nachrichten für die Bundeswehr. Das Parlament bewilligte am vergangenen Donnerstag ein Gesetzespaket, das einen höheren Sold, bessere Beförderungschancen und eine Arbeitszeitgrenze von 41 Stunden in der Woche umfasst. Es ist ein weiterer Baustein der von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angestoßenen Attraktivitätsagenda. Bereits im vorigen Sommer hatte die CDU-Politikerin ein Maßnahmenbündel zur flächendeckenden Kinderbetreuung und Modernisierung der Kasernenstuben vorgestellt, das truppenintern "FKK" getauft worden war: Flachbildschirm, Kita, Kühlschrank. Für all diese Annehmlichkeiten soll in den nächsten vier Jahren rund eine Milliarde Euro investiert werden.

Die erste Frau an der Spitze des Wehrressorts, so scheint es also, ist auf dem besten Weg, ihr Versprechen wahr und die Streitkräfte zu einem Arbeitgeber zu machen, der jedem Vergleich mit der freien Wirtschaft standhalten kann. In den Werbeprospekten, die Interessierten in den Karrierecentern der Streitkräfte in die Hand gedrückt werden, ist schon jetzt von einer "Bundeswehr in Führung" die Rede. Die Truppe sei aktiv, attraktiv und anders, ein "Sicherheitsunternehmen, Reederei, Fluglinie, Logistikkonzern und medizinischer Dienstleister, alles auf Topniveau und weltweit vernetzt". Die deutsche Armee, eine wunderbare Welt in Flecktarn?

Von der Leyen weiß natürlich, dass es nicht so ist. Jedenfalls müsste sie es wissen. Seit Monaten bekommt sie Briefe aus der Truppe, die eine andere Realität beschreiben. In dieser Welt gibt es vor allem schlechte Nachrichten. Sie handeln von Mangelwirtschaft, Frust und schlechter Ausbildung. Es geht um kaputte Panzer und fehlende Geländewagen, um Schießübungen ohne Munition, um nächtliche Übungen ohne Nachtsichtgeräte. Sie beschreiben einen Arbeitgeber, der viel von seinen Soldaten verlangt, ihnen aber nicht die Ausrüstung zur Verfügung stellt, die dafür nötig ist.

Material gar nicht oder nur kurz verfügbar

Einen dieser Briefe hat Hauptfeldwebel Jan Marx (Name geändert, d. Red.) verfasst. Das Schreiben ging am 12. Januar im Ministerbüro ein. Höflich bedankt sich der Soldat bei der "sehr geehrten Frau Ministerin" für die Möglichkeit, "Ihnen direkt zu schreiben". Er habe seine Anliegen schon oft bei diversen Vorgesetzten "bis hin zum Inspekteur des Heeres" vorgetragen. Vergeblich. Manche Offiziere, so sein Eindruck, würden über Missstände "bei ihren Lagevorträgen an ihre Vorgesetzten zwar nicht lügen, aber doch das eine oder andere schönrechnen. Mängel werden ignoriert, beschönigt oder gar überspielt. Meiner Meinung nach ist es aber essenziell, dass die übergeordnete Führung über die Zustände informiert wird."
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]Gepanzerte Bundeswehr-Geländewagen vom Typ Wolf in Afghanistan

Es folgt eine seitenlange Auflistung dieser Zustände. Zum Beispiel eine Bewertung des "dynamischen Verfügbarkeitsmanagements". Das besagt, dass jeder Verband nicht mehr so viele Hubschrauber oder Panzer bekommt, wie er eigentlich brauchte, sondern im Durchschnitt 75 Prozent davon. Will ein Verband üben, muss er sich das Gerät erst von einer anderen Einheit beschaffen. Wie das funktionieren solle, schreibt nun Hauptfeldwebel Marx, wisse niemand so genau. "Einigkeit aber besteht in der Auffassung, dass es nicht funktionieren kann."

Entweder sei das Material gar nicht oder nur kurz, jedenfalls aber nicht kurzfristig verfügbar. Der Soldat fragt weiter, warum fast 6000 Geländewagen vom Typ Wolf ausgemustert werden, ohne dass Ersatz bereitsteht. Und er klagt über die Mängel an "praktischer, sinnvoller, zeitgerechter persönlicher Ausrüstung". Die Folge: Die Soldaten beschafften sich die wichtigsten Utensilien privat im Army Shop, für "im Schnitt 500 Euro im Jahr".

Es gehe niemandem darum, für jeden alles und das Neueste zu bekommen. Mit dem Status quo aber würden Soldaten in den Einsatz geschickt, "die nur bedingt ausgebildet sind und ihre Ausrüstung und ihr Gerät nicht wirklich kennen. Gerade die drillgemäße Handhabung der persönlichen Ausrüstung und die sichere Bedienung von Waffen ist aber eine Grundvoraussetzung für eine einsatzfähige, effektive und disziplinierte Truppe".


Kameradschaft und Wir-Gefühl, das Rückgrat einer jeden Armee, sind stark gefährdet. Selbst wenn wir hoch motiviertes Personal bekommen, verlieren die Soldaten schnell die Lust
Jan Marx
Feldwebel


Das Fazit des Feldwebels müsste Ministerin von der Leyen die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Die meisten Einheiten und Verbände hätten "längst starre Strukturen zurückgelassen, sich auf extremste Flexibilität eingestellt und versucht, dem Missstand durch Improvisation und Erfindungsreichtum entgegenzuwirken".

Kreative Mangelverwaltung sei "leider zu einem Dauerzustand geworden, welcher nicht weiter tragbar ist und die Soldaten wie die militärischen Führer zermürbt. Die Dienstfreude und die Bereitschaft, jederzeit treu zu dienen, haben extrem nachgelassen. Kameradschaft und Wir-Gefühl, das Rückgrat einer jeden Armee, sind stark gefährdet. Selbst wenn wir hoch motiviertes Personal bekommen, verlieren die Soldaten schnell die Lust." Und schieben Frust.

Übung mit Besenstiel löste international Spott aus

Nun lässt sich die Frage stellen, wie repräsentativ das Schreiben eines Feldwebels ist. "Zu diesem Thema erhalten wir, der Wehrbeauftragte und selbst die Ministerin mehr Briefe als je zuvor", sagt Oberstleutnant André Wüstner, der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes.

"Bei all meinen Besuchen in der Truppe im letzten Jahr war es dasselbe: Die Soldaten sind frustriert, weil ihre materielle Ausstattung eindeutig unzureichend ist." Warum kommen junge Männer und Frauen zur Bundeswehr, fragt Wüstner. Seine Antwort: "Sie wollen ausgebildet werden und üben. Weil sie alle wissen, dass eine gute Ausbildung die beste Lebensversicherung ist."

Wer nicht trainieren kann, wie er im Ernstfall kämpfen muss, der kann an der Fürsorge seines Arbeitgebers schon mal Zweifel bekommen. Und verliert an Motivation. Sicher, von der Leyens Attraktivitätsagenda sei ein großer Fortschritt für die soziale Absicherung der Armee, sagt Wüstner. "Aber Attraktivität ist mehr als zwei Euro mehr auf dem Gehaltszettel. So etwas wie die Besenstiel-Affäre ist für das innere Gefüge der Truppe eine Katastrophe."

Bei einer Nato-Übung vor wenigen Monaten in Norwegen hatten Panzergrenadiere das fehlende Waffenrohr eines Radpanzers vom Typ Boxer mit einem schwarz angestrichenen Besenstiel simuliert. Die Geschichte sorgte international für Hohn und Spott. Eine solche Blamage, sagt Oberstleutnant Wüstner, "macht auch keine Zulagenerhöhung wett".
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]Bundeswehrpistole vom Typ Heckler & Kock P8

Zumal das betroffene Panzergrenadierbataillon 371 nicht irgendein Verband ist. Es ist der deutsche Beitrag zur "Very High Readiness Joint Task Force", der neuen superschnellen Eingreiftruppe, mit der die Nato auf Russlands Aggression in der Ukraine reagiert hat. Bei der Aufstellung dieser Speerspitze allerdings war die Bundeswehr alles andere als superschnell. Bei den ersten Übungen der Soldaten fehlten funktionierende Radpanzer vom Typ Boxer, Nachtsichtgeräte vom Typ Lucie (76 Prozent), Pistolen P8 (41 Prozent) und Maschinengewehre MG3 (31 Prozent).

Nicht mal wärmende Wollmützen hatten die Soldaten zur Verfügung. Erst nachdem ein Inspizient dem Generalinspekteur Volker Wieker von einer die Motivation belastenden "Schere zwischen Auftrag und verfügbaren Mitteln" berichtet hatte, ordnete der oberste deutsche Soldat an, den Verband so zügig wie möglich voll auszustatten. Das daraufhin aus dem gesamten Bundesgebiet nach Sachsen gekarrte Material sorgt allerdings anderswo wieder für Einschränkungen.

Wehrdienstleistende gehen oft demotiviert

Die Lücke zwischen von der Leyens Werbeslogan vom "Sicherheitsunternehmen auf Topniveau" und der Realität bekommen sogar die freiwilligen Wehrdienstleistenden zu spüren. In einer jetzt veröffentlichten Studie des Zentrums Sozialwissenschaften der Bundeswehr heißt es, dass sich zwei Drittel der freiwilligen Wehrdienstleistenden in ihren Einheiten intellektuell und körperlich unterfordert fühlen. Die Aufgaben in den Stammeinheiten wurden von deutlich weniger als der Hälfte als interessant, abwechslungsreich und sinnvoll bewertet. Den schlechtesten Wert erhält die "Sinnhaftigkeit des Dienstes", mit dem nur 31 Prozent zufrieden sind.

Eine Vorgängerstudie aus dem Jahr 2013 hatte belegt, dass die Rekruten anfangs meist hoch motiviert und leistungsbereit sind. Die jungen Frauen und Männer wollen Deutschland dienen. Sie wollen Verantwortung übernehmen und Kameradschaft erleben. Kurz: Sie wollen ein Soldat sein, wie er in einem Werbeprospekt des Heeres beschrieben ist. Darin ist zu lesen: "Wir sind tapfer, zuverlässig, bereit zu kämpfen und unser Leben einzusetzen, wenn der Auftrag es erfordert. Gute Ausbildung ist der Schlüssel zum Erfolg."

Die aber gelingt offenbar nur selten. Am Ende verlassen viele Wehrdienstleistende die Bundeswehr demotiviert. Und was der Ministerin zu denken geben sollte: Mit der Bezahlung sind mehr als 83 Prozent aller Freiwilligen eher oder sehr zufrieden. Auch Punkte wie Unterkunft oder Entfernung zum Heimatort bewerten die Soldaten als gut. "Attraktivitätssteigernde Maßnahmen, die auf diese Aspekte einwirken sollen, versprechen somit keine deutlichen Zusatzerfolge", schreiben die Autoren der Studie. Von der Leyens Wohlfühloffensive geht also zumindest an den Bedürfnissen der Wehrdienstleistenden vorbei.

Jetzt soll die Investitionsoffensive folgen

Immerhin scheint die Ministerin die Briefe ihrer Soldaten zu lesen. Vorigen Freitag jedenfalls teilte sie mit, dass der Attraktivitätsagenda nun eine Investitionsoffensive gegen Materialengpässe folgen soll. Als erste Maßnahme ordnete sie an, aus der aktuellen Panzerflotte kein Modell mehr zu verschrotten. Für alles Weitere wird Geld nötig sein, viel Geld, ein mittlerer Milliardenbetrag scheint realistisch.

Zwar kündigte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an, künftig mehr Geld für die Bundeswehr ausgeben zu wollen. Aber dabei muss auch der Haushaltsausschuss des Bundestags mitspielen. Der tut sich schon bei geringeren Beträgen schwer. Dank andauernden Missmanagements bei der vor 13 Jahren privatisierten Bekleidungsgesellschaft der Bundeswehr war die Auslieferung von Uniformen und Rucksäcken zuletzt ins Stocken geraten, dem Unternehmen drohte die Pleite.

Um die Versorgung mit Feldanzügen sicherzustellen, schlug von der Leyen dem Parlament einen Staatskredit in Höhe von elf Millionen Euro vor. Das Geld wurde vorige Woche bewilligt, allerdings nur zähneknirschend. Und um die demoralisierte Armee neu zu motivieren, wird die Versorgung mit Tarnfleck-Textilien eher nicht reichen.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article137955013/Die-Bundeswehr-Eine-demoralisierte-Armee.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Anuleb am Mo 2 März 2015 - 17:21

Vor mittlerweile mehr als 30 Jahren durfte ich meinen Wehrdienst leisten. Damals betrug dieser 18 Monate, welchen ich aus finanziellen Gründen um 6 Monate auf 2 Jahre verlängerte.

Interessant ist, dass vieles, über was man sich heutzutage beschwert, auch damals schon schlecht gewesen ist. Geld und Ausrüstung waren auch damals schon immer knapp, und die Themen, mit denen man sich beschäftigen durften, wirkten eher sinnlos, langweilig und demotivierend. Man muss sich darüber im klaren sein, dass die Bundeswehr in 1. Linie der Abschreckung und nicht der Verteidigung oder gar einem Angriff dienen soll. Das bedeutet dann paradoxerweise: Je langweiliger und sinnloser der Dienst wirkt, desto erfolgreicher ist die Bundeswehr. Zumindestens habe ich meinen Dienst damals so verstanden.


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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  telzer am Mo 2 März 2015 - 18:13

Ich denke mal , dass es auch auf die Waffengattung ankam .
War auch vor 30 Jahren beim Bund Luftwaffe - FlaRak Hawk .
Erst Wehrpflichtiger und schon in der Grundausbildung SaZ 8 verlängert .

Bei uns gab es nur geringen Mangel , eher bei den Fahrzeugen angesiedelt (alte Man 5to)

Auch bei Munition und anderem Material kaum Engpaß ( war zum Ende hin S1-FW und zbV weiß also wovon ich rede )

Hatten in unserer Kaserne auch Panzer Btl , PanzerJäger und Panzer Grenadier Btl .

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Di 31 März 2015 - 16:47

DIE NÄCHSTE PANNE FÜR VON DER LEYEN
Bundeswehr-Sturmgewehr G36 trifft nicht
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Pannenserie ohne Ende: Nach monatelanger Untersuchung hat die Bundeswehr massive Probleme bei der Treffsicherheit ihres Standardgewehrs G36 festgestellt.
„Das G36 hat offenbar ein Präzisionsproblem bei hohen Temperaturen, aber auch im heißgeschossenen Zustand”, erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montag.


In den kommenden Tagen werde Generalinspekteur Volker Wieker eine Weisung erlassen, wie die Truppe die Waffe weiter nutzen könne und auf welchen Ausrüstungsmix die Soldaten achten sollten. Sobald der Abschlussbericht der Experten vorliege, werde das Ministerium weitere Konsequenzen ziehen. „Das schließt auch die Frage ein, ob und inwieweit die Truppe auf mittlere Sicht mit einem anderen Sturmgewehr ausgerüstet werden muss”, sagte die Ministerin weiter.

Das sind Ergebnisse der Untersuchung

Das G36 weist folgende Mängel auf:
► Wird das G36 heiß, durch Gebrauch oder Witterung, kann es zu Einschränkungen der Präzision kommen. Das Gewehr ist nicht mehr treffsicher.
► Diese Einschränkungen „seien mit allen untersuchten Munitionsarten und –losen festgestellt worden“.
► Die Einschränkungen bei der Präzision sind beim G36 entscheidend größer als bei den untersuchten Vergleichswaffen. „Das G36 sei eindeutig Teil des Problems, d.h. nicht nur die Munition oder sonstige Faktoren”, heißt es in dem vorläufigen Bericht.
Allerdings wird das Gewehr nicht sofort aus dem Verkehr gezogen. „Für eine Übergangszeit, so das Heer als Hauptnutzer des Gewehres, könne das G36 weiter genutzt werden”, heißt es im Bericht weiter.

Nach teils widersprüchlichen Berichten zu Mängeln beim G36 hatte von der Leyen 2014 eine umfassende Prüfung des Gewehrs angeordnet. Die Tauglichkeits-Untersuchung nimmt eine Expertenkommission vor, an der Fachleute des Fraunhofer-Instituts, des Bundesrechnungshofes und der Bundeswehr beteiligt sind. „Der Abschlussbericht steht noch aus, aber die bisher vorliegenden Bewertungen weisen in eine eindeutige Richtung”, erklärte von der Leyen.
Es sei gut, dass nun viele Fakten auf dem Tisch lägen. „Gut ist aus heutiger Sicht auch, dass im engen Einvernehmen mit dem Parlament bereits im Sommer 2014 alle weiteren G36-Beschaffungen gestoppt wurden”, fügte die CDU-Politikerin hinzu.
Die Bundeswehr hat seit 1996 vom Hersteller Heckler & Koch 176 000 G36 gekauft.
Neben anderen Waffen, hatte Deutschland den Kurden in Syrien G36-Gewehre geschickt, damit sie gegen die ISIS-Terrormiliz kämpfen können.

So marode ist die Bundeswehr

Das Schrott-Gewehr der Bundeswehr – ein neuer Höhepunkt in der Pannenserie der deutschen Armee.
Im September 2014 verspätete sich eine Waffenlieferung der Bundeswehr an kurdische Peschmerga-Kämpfer um mehrere Tage. Der Grund: Weil die eigentlich vorgesehene Transall-Maschine der Bundeswehr defekt war, musste sie zunächst gegen eine und dann noch einmal gegen eine andere Transportmaschine getauscht werden.
Bereits im September 2014 berichteten Inspekteure der Teilstreitkräfte nach Informationen von BILD im Verteidigungsausschuss des Bundestages über Materialprobleme. Vor gut sechs Monaten konnten 21 der 31 Kampfhubschrauber Tiger und 25 der 33 Transporthubschrauber NH90 nicht repariert werden – es fehlten Ersatzteile.
Beim Heer bereitete das gepanzerte Transportfahrzeug Boxer Probleme: Von den 180 Fahrzeugen im Bestand befanden sich 110 bei der Heeresinstandsetzungslogistik (HIL). Bei der Luftwaffe waren nur 42 der 109 Eurofighter und 38 der 89 Tornados laut Angaben eines Inspekteurs im September für den Einsatz verfügbar.

http://www.bild.de/politik/inland/bundeswehr/standardgewehr-g36-nicht-treffsicher-40359392.bild.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  telzer am Di 31 März 2015 - 17:48

Das gute G3 gab es auch in einer Scharfschützenversion . ( wurden die G3 alle verschrottet oder verkauft ? )
Und wenn man nicht trifft hilft vielleicht mal eine Grad aus RuSSland aus , gibt es dort auf jedem Basar in Donbass zum Vorzugspreis facepalm

Und sowas wil die Speerspitze der NATO Eingreifstruppe mit anführen .

Bitte diesen Satz jetzt nicht falsch verstehen , aber ich kann mich erinnern dass meine Eltern und Großeltern von diesem Satz mal gesprochen haben " Deutschland erwache " Ja es wird Zeit

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Fr 10 Apr 2015 - 19:55

Aufrüstung  
Bundeswehr kauft 100 ausrangierte Kampfpanzer zurück
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

Die Bundeswehr rüstet auf: 100 zusätzliche Kampfpanzer sollen das deutsche Heer bereichern. Dem Verteidigungsministerium zufolge ist die Maßnahme aber keine Reaktion auf den Russland-Konflikt.

Das Ministerium gab bekannt, dass man für 22 Millionen Euro gebrauchte Panzer zurückkaufen will, die bei der Industrie eingelagert sind. Damit will die Bundeswehr "hohle Strukturen auffüllen", erklärte Markus Beck, Sprecher für Angelegenheiten des Heeres, im Gespräch mit t-online.de. Mit diesem Vorgehen solle sichergestellt werden, dass alle Einheiten die notwendigen Anforderungen erfüllen.
Einen Zusammenhang mit der angespannten Situation in der Ukraine weist Beck jedoch zurück: "Das sind Interpretationen."

Panzer-Obergrenze deutlich angehoben

Die im Zuge der Bundeswehrreform beschlossene Obergrenze von 225 "Leopard 2"-Panzern in der Bundeswehr erhöht sich somit auf 328. Davon sollen 320 in Dienst gestellt und auf sechs Panzerbataillone verteilt werden. Weitere acht sollen laut Beck als Referenzfahrzeuge für Demonstrationszwecke zum Einsatz kommen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Ausmusterung von Kampfpanzern bereits vor einigen Wochen gestoppt und die Reaktivierung eines Panzerbataillons mit bis zu 800 Soldaten und mehr als 40 Panzern angekündigt.

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/militaer-verteidigung/id_73591892/bundeswehr-kauft-100-ausrangierte-kampfpanzer-zurueck.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am So 12 Apr 2015 - 14:19

Wenn das stimmt wäre das schon ein ziemlicher Imageverlust für Heckler&Koch !

PANNEN-GEWEHR G36
Ministerium prüft Schaden-Ersatz gegen Hersteller
Im Verteidigungsministerium wird geprüft, ob der Waffenhersteller Heckler&Koch zu Schadenersatz-Zahlungen herangezogen werden kann!
Grund: Mögliche Mängel beim Standard-Sturmgewehr G 36.

Bis Ende des Monats soll der Bericht einer Expertenkommission vorliegen, der über das Schussverhalten der Waffe Auskunft geben soll.
Derzeit hat die Bundeswehr 166 619 Gewehre G 36 im Bestand. Heckler&Koch kündigte gestern an, eine Klage gegen die Bundeswehr zu prüfen.
Begründung: Rufschädigung.

http://www.bild.de/politik/inland/bundeswehr/schadenersatz-gegen-hersteller-heckler-und-koch-40497346.bild.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  telzer am So 12 Apr 2015 - 15:39

Na wie find ich denn das ,
eins von meinen Produkten funktioniert nicht und ich klage den Nutzer bei Beschwerde wegen Rufschädigung an facepalm

Ich liefer nur noch defektes Material aus Very Happy

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Anuleb am So 12 Apr 2015 - 16:26

Umnichka schrieb:Wenn das stimmt wäre das schon ein ziemlicher Imageverlust für Heckler&Koch !

PANNEN-GEWEHR G36
Ministerium prüft Schaden-Ersatz gegen Hersteller
Im Verteidigungsministerium wird geprüft, ob der Waffenhersteller Heckler&Koch zu Schadenersatz-Zahlungen herangezogen werden kann!
Grund: Mögliche Mängel beim Standard-Sturmgewehr G 36.

Bis Ende des Monats soll der Bericht einer Expertenkommission vorliegen, der über das Schussverhalten der Waffe Auskunft geben soll.
Derzeit hat die Bundeswehr 166 619 Gewehre G 36 im Bestand. Heckler&Koch kündigte gestern an, eine Klage gegen die Bundeswehr zu prüfen.
Begründung: Rufschädigung.

http://www.bild.de/politik/inland/bundeswehr/schadenersatz-gegen-hersteller-heckler-und-koch-40497346.bild.html

Ich habe mittlerweile so den Eindruck, dass die Probleme, welche die Bundeswehr bei der Zusammenarbeit mit zivilen Unternehmen hat, sich wie ein roter Faden durch alle Projekte ziehen, wo öffentliche Auftraggeber auf privatwirtschaftliche Auftragnehmer treffen. Auch früher war es eigentlich schon immer so, dass die realen Kosten einer Anschaffung in etwa doppelt so hoch wie die geplanten waren. Aber meistens stimmte die Qualität. Heutzutage übertreffen die realen Kosten die Planungen um ein Vielfaches, aber offensichtlich stimmt nirgends mehr die Qualität. Und es scheint, dass da allenthalben systematische Probleme auftauchen, denen man offensichtlich nicht Herr wird, bzw. Herr werden möchte. Schliesslich kaufen die Auftraggeber mit Steuergeldern ein, und haben offensichtlich ein eher nur sehr untergeordnetes Interesse, dass damit sorgfältig umgegangen wird Evil or Very Mad


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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Fr 17 Apr 2015 - 17:50

Auch von der Leyen in G36-Affäre unter Druck
Berlin (dpa) - Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gerät in der Affäre um das umstrittene Sturmgewehr G36 nun unter Druck.

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
DIE GEWEHRE VOM TYP G36 VON HECKLER&KOCH SIND WEGEN MÖGLICHER QUALITÄTSMÄNGEL UMSTRITTEN.

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» hat es in der Bundeswehr bereits vor einem Jahr eine Initiative zur Verbesserung des Gewehrs gegeben, die wegen weiterer Untersuchungen zunächst zurückgestellt wurde.

Der «Spiegel» berichtete aus einem Entwurf für einen Rechnungshofbericht vom April 2014, in dem massive Kritik am Verhalten des Ministeriums in der G36-Affäre geäußert wurde. Trotzdem setzte von der Leyen erst im Juli eine Expertengruppe zur Untersuchung der Probleme mit dem Sturmgewehr ein. Die Ergebnisse wurden dem Ministerium am Freitag zugeleitet.

Von der Leyen hatte trotzdem bereits Ende März nach Kenntnis der vorläufigen Ergebnisse erklärt, dass es ein Präzisionsproblem der Waffe bei hohen Temperaturen gebe. Nun soll geprüft werden, ob die rund 167 000 Gewehre dieses Typs in den Beständen der Bundeswehr ausgemustert werden müssen. Der Hersteller Heckler & Koch weist die Vorwürfe zurück und wirft dem Ministerium Rufschädigung vor.

Das Sturmgewehr gehört seit 1996 zur Standardausrüstung jedes Bundeswehrsoldaten. Dem Ministerium sind mindestens seit November 2011 Zweifel an der Treffsicherheit bekannt. Trotzdem erklärte es noch im September 2013, kurz vor dem Ausscheiden des damaligen Ministers Thomas de Maizière (CDU): «Die Waffe gilt als insgesamt zuverlässig.»

Nach Angaben der Grünen wurden trotz der Hinweise auf Probleme von 2013 bis 2015 noch insgesamt 18 Millionen Euro für G36-Gewehre in den Verteidigungshaushalt eingestellt. Mit dem Geld sollten 3370 Gewehre für die Fallschirmjäger angeschafft werden. Die Grünen argumentieren, von der Leyen hätte die Abnahme unter Hinweis auf Mängel stoppen können.

«Ursula von der Leyen gibt die große Aufklärerin, dabei wurden auch in ihrer Amtszeit noch G36 beschafft, obwohl sie längst wissen musste, dass das Sturmgewehr große Mängel aufweist», sagte der Grünen-Politiker Tobias Lindner dem «Spiegel».

Ähnlich äußerte sich der Linke-Abgeordnete Jan van Aken. «Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen irrt, wenn sie glaubt, den G36-Skandal auf ihre Vorgänger abwälzen zu können», sagte er. «Wir wollen jetzt genau wissen, was auch in ihrer Amtszeit vertuscht und verheimlicht wurde.»

An dem Expertengutachten haben der Bundesrechnungshof, das Ernst-Mach-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft, eine Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr und das Wehrwissenschaftliche Institut für Werks- und Betriebsstoffe mitgearbeitet.

Bereits am Donnerstag hatte von der Leyen zwei weitere Kommissionen zum G36 eingesetzt, die bis zum Herbst Ergebnisse vorlegen sollen. Eine Expertengruppe unter Leitung des Grünen-Politikers Winfried Nachtwei soll bis zum 1. Oktober 2015 prüfen, ob Soldaten im Einsatz durch Präzisionsprobleme bei dem Gewehr gefährdet worden sind.

Eine Kommission unter Leitung des Commerzbank-Aufsichtsratschefs Klaus-Peter Müller, die nach Schwachstellen in der Organisationsstruktur des Ministeriums und der Bundeswehr suchen wird, soll ihre Arbeit bis zum 30. November abschließen.

http://www.nachrichten.de/politik/Auch-von-der-Leyen-in-G36-Affaere-unter-Druck-aid_urn-newsml-dpa-com-20090101-150417-99-01631.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Sa 18 Apr 2015 - 19:38

Bundeswehr-Waffe G36
Heckler & Koch wehrt sich gegen Vorwürfe
Im Streit um die Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36 hat sich erstmals der Eigentümer des Herstellers Heckler & Koch zu Wort gemeldet. "Was wir herstellen, ist zu 100 Prozent einsatzfähig", sagte Andreas Heeschen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.).

"Ich bin sicher: Die Wahrheit kommt ans Licht. Es kann einfach nicht sein, dass nun nach zwanzig Jahren entdeckt wird: Das Gewehr taugt nichts." Heeschen reagierte auf ein Expertengutachten im Auftrag des Verteidigungsministeriums, wonach die Präzisionsprobleme des G36 größer sind als vermutet. Bei einer Temperaturveränderung um 30 Grad wurde demnach in Tests durchschnittlich nur noch eine Trefferquote von 30 Prozent festgestellt.

"Für uns zählt alleine der Soldat"
Heeschen sagte der Zeitung: "Über Veränderungen an unseren Produkten kann immer geredet werden. Das ist unser tägliches Geschäft, wir sind da flexibel und gut. Das wäre natürlich auch beim G36 möglich, dazu muss nur ein Wille da sein. Wir sind jederzeit bereit. Für uns zählt alleine der Soldat."

Er widersprach einem "Spiegel"-Bericht, wonach es bei der Qualitätskontrolle für das Sturmgewehr Ungereimtheiten gebe. Das Magazin hatte berichtet, Heckler & Koch verfüge - gegen alle Vorschriften - über eine Lasersoftware mit dem amtlichen Prüfsiegel. Heeschen sagte, das Unternehmen handele dabei "auf Weisung". Er sagte: "Das Thema gab es bereits in der Vergangenheit und wurde vom Bundeswehrbeschaffungsamt gründlich untersucht und nach eingehender Überprüfung als haltlos abgeschlossen."

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.bundeswehr-waffe-g36-heckler-koch-wehrt-sich-gegen-vorwuerfe.ba45f107-d56b-49f7-9bda-e20080423aa7.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am So 26 Apr 2015 - 13:42

Wenn der putinhörige Focus das schreibt, dann werden die Infos wohl aus erster Hand kommen Heilig  Grinsen

Keine durchschlagkräftige Munition: Schreckensszenario: Im Kampf ist der Leopard 2 gegen russische
Als Konsequenz der russischen Aggression in der Ukraine wird die Bundeswehr derzeit mit 100 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 aufgerüstet. Allein: Kampffähiger wird die Truppe damit nicht. Die bereits ausgemusterten Panzer müssen erst noch modernisiert werden – und es fehlt an wirksamer Munition.

Die Bundeswehr ist nach Informationen der „Welt am Sonntag“ derzeit nicht in der Lage, moderne russische Kampfpanzer wirksam zu bekämpfen. Zwar verfügen die deutschen Streitkräfte mit dem Leopard 2 über einen der besten Kampfpanzer der Welt. Allerdings fehlt es dem Blatt zufolge an ausreichend durchschlagskräftiger Munition für dieses Waffensystem.

Keine Chance gegen Russlands moderne Kampfpanzer

Die Pfeilmunition der Bundeswehr produziere nicht genügend kinetische Energie, um die anspruchsvolle Panzerung der neuesten russischen Gefechtsfahrzeuge vom Typ T90 und dem modernisierten T80 zu durchschlagen, heißt es. Russland modernisiert mit Hochdruck seine Panzer. Schutz und Waffenwirkung des in den 1990er Jahren eingeführten T90 wurden bereits mehrere Male verbessert. Ab 2017 ist in den nächsten drei Jahren die Einführung eines neuen Modells namens „Armata“ geplant.

Das Verteidigungsministerium teilte auf Anfrage der „Welt am Sonntag“ mit, dass es im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden könne, dass es moderne Panzerungen gibt, die der Wirkung der gegenwärtigen Panzerbordmunition des Leopard 2 widerstehe. Deutschland arbeite wie auch andere Rüstungsnationen, in einem Wettlauf, ständig an der Wirksamkeit der Munition und des Schutzes der Panzer. Genauere Informationen unterlägen der Geheimhaltung.

Militärexperte beklagt „militärisch sinnlosen“ Kauf

Im Zuge der Bundeswehr-Reform war die Anzahl der Leopard-2-Panzer in der Bundeswehr zunächst auf 225 reduziert worden. Als Konsequenz der russischen Aggression in der Ukraine entschied Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen jüngst, 100 gebrauchte Panzer für 22 Millionen Euro  von der Industrie zurückzukaufen. Der Bestand wurde somit auf 328 erhöht.

Der ehemalige Leiter des Planungsstabes im Verteidigungsministerium, Hans Rühle, kritisiert in einem Gastbeitrag der „Welt am Sonntag“, dass ohne durchschlagkräftige Munition diese Maßnahme militärisch sinnlos sei und der Verabreichung eines Placebo gleich. Militärische Notwendigkeit sehe er in  der Einführung von Urankern-Munition. Dies gilt allerdings gilt als politisch heikel.

Weiterentwicklung aktueller Pfeilmunition

Der Großteil der Kampfpanzer gehört zu den Baureihen A6 und A5. Die 100 wieder aktiven Leopard II sind sogar noch auf dem Stand A4. Der Kampfpanzer Leopard 2 wird seit 1979 gebaut und ist seit dem zahlreich weiterentwickelt worden. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ soll die Bundeswehr ab 2017 eine Weiterentwicklung der aktuellen Pfeilmunition für ihre Kampfpanzer erhalten. Diese Munition soll aber nur von der jüngsten Version des Leopard 2, dem Modell A7, verwendet werden können von denen die Bundeswehr nur 20 besitzt.

Die Version A8 ist als letzte Kampfsteigerung vorgesehen, die in den 2020er-Jahren in die Bundeswehr kommen soll. Für die Zeit ab 2030 wird über die Entwicklung eines ganz neuen Gefechtsfahrzeugs nachgedacht, das „Main Ground Combat System" getauft wurde. Dies soll in Kooperation mit Frankreich ablaufen.

http://www.focus.de/politik/munition-zu-schwach-im-kampf-ist-der-leopard-2-gegen-russische-panzer-chancenlos_id_4639530.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Do 7 Mai 2015 - 18:54

Affäre um G36
Grüne für Untersuchungsausschuss
Die Fraktion der Grünen im Bundestag fordert eine parlamentarische Aufklärung der Vorgänge rund um das G36-Sturmgewehr. Der Waffenhersteller Heckler & Koch soll versucht haben, den Militärischen Abschirmdienst für seine Interessen einzuspannen.

Mit den Vorgängen im Verteidigungsministerium um die Bewertung des Standardgewehrs G36 der Bundeswehr wird sich voraussichtlich ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss beschäftigen. Das haben die Grünen am Donnerstag verlangt, die ihre Forderung gemeinsam mit der Linkspartei als zweiter Oppositionspartei durchsetzen könnten. In diesem Fall würde sich wahrscheinlich der Verteidigungsausschuss selbst zum Untersuchungsausschuss erklären, wie dies nach dem Grundgesetz möglich ist. Die Linkspartei ließ zunächst offen, ob sie dem Wunsch der Grünen entsprechen wolle.

Die Grünen stützen ihre Forderung auf Aktenvermerke, die im Frühjahr 2014 im Büro der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bearbeitet worden waren und die aus dem Frühjahr 2013 stammen. Demnach hatte damals der Hersteller des G36 Heckler & Koch versucht, den Militärischen Abschirmdienst MAD dafür zu gewinnen, gegen Medienberichte vorzugehen, die über Mängel des Gewehrs berichteten. Auf Drängen des Herstellers wurden in dieser Sache auch der damalige Abteilungsleiter des Verteidigungsministeriums und ein Mitarbeiter der Abteilung beim MAD vorstellig. Der MAD wies die Bitten jedoch ab, nach den Quellen der Medieninformationen über das Gewehr zu forschen. Heckler & Koch wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter sagte, es sei „ein besonderer Skandal, wenn Beamte im Verteidigungsministerium daran dachten, kritische Journalisten mit Hilfe des MAD mundtot zu machen“.

Von der Leyen teilte mit, dass der G36-Hersteller sich an den MAD gewandt habe, sei „sehr befremdlich“; dass der damalige Abteilungsleiter Rüstung sich diese Initiative zu eigen gemacht habe, sei „völlig inakzeptabel“. Der Abteilungsleiter wurde von der Ministerin einige Monate später versetzt. Von der Leyen versprach, wenn sich herausstelle „dass weitere strukturelle und personelle Konsequenzen notwendig sind, werden diese gezogen“.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/affaere-um-g36-gruene-fuer-untersuchungsausschuss-13580588.html


PS:Einsatz in Mali wird auch ausgeweitet augenroll

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am So 10 Mai 2015 - 14:20

Unglaublich facepalm

Beamter wurde nach Warnung vor G36 kaltgestellt
Im Skandal um das mangelhafte Sturmgewehr G36 der Bundeswehr sind weitere Einzelheiten publik geworden. Danach wies ein kritischer Beamter schon 2006 auf Mängel hin. Er wurde schwerstens schikaniert.

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Rekruten der Bundeswehr trainieren mit dem G36 Sturmgewehr

Der heute 61-jährige Waffen- und Munitionsexperte Dieter J. hat bereits 2006 vor gravierenden Mängeln des Sturmgewehrs G36 gewarnt. Er arbeitete seinerzeit beim damaligen Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) und hatte durch ein Gutachten feststellen lassen, dass für die Herstellung des Gewehrs ein ungeeigneter Werkstoff verwendet wird, wie die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet. Daraufhin wurde der Beamte mit personalrechtlichen Maßnahmen unter Druck gesetzt. Er wurde mehrfach versetzt und mit der Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Sturmgewehre betraut.

"Er sollte für verrückt erklärt werden"

In den Jahren 2008 und 2010 ordnete das Bundesamt laut "Bams" psychiatrisch-psychologische Untersuchungen bei dem Mitarbeiter an, gegen die er sich erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Koblenz gewehrt habe. "Man wollte mich damals einfach für verrückt erklären lassen", zitiert die Zeitung den Mann.

Von der Leyen verspricht "volle Aufklärung"

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen versicherte der "BamS", sie lasse jetzt alle Disziplinarmaßnahmen rund um das G36 überprüfen. "Ich habe den Auftrag erteilt, noch einmal exakt zu erfassen, welche Ermittlungen und Disziplinarmaßnahmen es im Ministerium und den nachgeordneten Behörden gegeben hat, die im Zusammenhang mit dem G36 stehen könnten." Wenn es Fälle gebe, werde von Juristen des Ministeriums erneut geprüft, "ob alles korrekt gelaufen ist".

Die Ministerin hatte am Freitag erste personelle Konsequenzen aus der Affäre gezogen. Sie kündigte die Entlassung eines früheren Abteilungsleiters ihres Hauses an. Dieser hatte versucht, unter Einbeziehung des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) kritische Medienberichte über das umstrittene Gewehr zu verhindern. Die Ministerin steht unter Druck, weil sich sich nach Auffassung der Opposition nicht konsequent genug um Aufklärung bemüht hat. Informationen über diesen letztlich vergeblichen Vorstoß hatten das Büro der Ministerin erreicht, passiert war aber nichts. Die SPD schloss sich inzwischen der Forderung der Grünen an, einen Untersuchungsausschuss zu dem Fall G36 einzusetzen.

Die Bundeswehr verfügt über rund 170.000 Stück der Waffe. Weil die Gewehre bei hohen Außentemperaturen oder vielen Schüssen hintereinander überhitzen und nicht mehr treffen, will von der Leyen sie in ihrer bisherigen Version ausmustern. Erwogen wird bislang aber ausdrücklich auch eine "Produktverbesserung" der bisherigen Waffe - also ein neuer Auftrag an den Hersteller Heckler & Koch.

http://www.dw.de/beamter-wurde-nach-warnung-vor-g36-kaltgestellt/a-18441995

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Anuleb am So 10 Mai 2015 - 15:04

Ach, wieso unglaublich. Überall da, wo es um das grosse Geld geht, wird und wurde auch in Deutschland schon immer gelogen und betrogen. Kritisches, oder auch nur gesetzestreues Personal, wurde diesbezüglich schon immer als störend empfunden und nachhaltig kaltgestellt. Nur haben diese Verhaltensweisen in letzter Zeit hier in Deutschland schon beängstigende Ausmaße angenommen. Mittlerweile schaut es doch so aus, dass die Wirtschaft dem Staat systematisch überteuerte Leistungen bringt, welche den Anforderungen, vorsichtig ausgedrückt, allenfalls bedingt genügen, und wird noch nicht mal richtig in Regress genommen. Da darf man sicherlich auch die Unworte "Korruption" und "Selbstbereicherung" in den Mund nehmen.

Offensichtlich scheint zu sein, dass nicht nur die Ukraine ihren Verwaltungs- und Beamtenapparat gehörig überarbeiten muss.


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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Thomas am So 10 Mai 2015 - 15:51

Na ihr habts Sorgen ! Beim Bundesheer fallen solche Mängel gar nicht erst auf Heilig
http://derstandard.at/2000015350729/Verdacht-des-Drogenhandels-in-Kaserne-Zeltweg

Generell sind die Heere der deutschsprachigen Armeen in einem erschreckenden desolaten Zustand
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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Anuleb am Di 19 Mai 2015 - 8:35

Thomas.c schrieb:

Generell sind die Heere der deutschsprachigen Armeen in einem erschreckenden desolaten Zustand

Und zwar einem unbeschreibbar desolaten Zustand. Laut neuester Ausgabe der Zeit, ist die Bundeswehr ein unglaublich uneffektives Instrument geworden. Für 1 Soldaten, welcher im Ausland tätig ist, benötigt die Bundeswehr 4 - 5 Mal so viele militärische und zivile Mitarbeiter wie z. B. die französische oder britische Armee. Waffen und Munition werden per Kurier und Spedition quer durch Deutschland verschickt. Ein Selbstbedienungsladen für terroristische Organisationen und Kriminelle. Durch den strukturellen Wandel und die Verkleinerung sind viele Generale in den Vorruhestand versetzt worden. Diese sind von der Rüstungsindustrie als Lobbiysten eingestellt worden, und nutzen nun natürlich die alten Kontakte in die Bundeswehr. Folge, alles was die Bundeswehr bestellt, quasi von der Tütensuppe bis zur Fregatte ist überteuert, kommt zu spät und ist nicht voll einsatzfähig. Der Wasserkopf der Bundeswehr belügt und betrügt sich selber, und damit auch die Öffentlichkeit. Wichtig ist immer nur, dass innerhalb der Hierarchiekette die untere der obere Hierarchiestufe gegenüber nicht unangenehm auffällt. Ergo werden Zahlen gefälscht, und aus Schrott wird auf dem Papier innerhalb der Hierarchiekette "voll einsatzfähig".

Der Artikel stand natürlich in Zusammenhang mit von der Leyen, welche ja die Bundeswehr reformieren sollte. Nur, liest man den Artikel in der Zeit, gibt es da wohl nicht viel zu reformieren. Abriss und Neubau scheint da die effektivste und beste aller Möglichkeiten zu sein. Die Bundeswehr und deren Verwaltungsapparat ist eben in seinen militärischen Werten Befehl, Gehorsam und Disziplin gefangen.


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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Fr 22 Mai 2015 - 19:47

Nachfolger für Kampfpanzer Leopard 2 geplant
Der Kampfpanzer gehört noch nicht zum alten Eisen: Im Zuge der Ukraine-Krise erleben sie eine Renaissance – auf die bereits angekündigte Vergrößerung der Panzertruppe soll in einigen Jahren die Modernisierung folgen. Deutschland und Frankreich wollen einen Nachfolger für den Leopard 2 entwickeln.

Deutschland und Frankreich bereiten gemeinsam die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers vor. Zwischen beiden Ländern seien bereits Anforderungen an einen Nachfolger für den 36 Jahre alten "Leopard 2" für die Zeit ab 2030 abgestimmt worden, heißt es in einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums an den Bundestag, das der Deutschen Presse-Agentur und "Spiegel Online" vorliegt. "Aufbauend auf diese Ergebnisse werden im Zeitraum 2015 bis 2018 Technologien und Konzepte in gemeinsamen Studien unter Einbeziehung der deutschen Industrie untersucht."

Der "Leopard 2" wird von dem deutschen Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) gebaut, das noch in diesem Jahr mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter Systems fusionieren soll. Zusammen kommen die Firmen auf einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro und mehr als 6000 Mitarbeiter. Der neue Konzern kann nun auf den Auftrag für einen "Leopard 3" hoffen.

Der erste "Leopard 2" war 1979 an die Bundeswehr übergeben worden, insgesamt wurden 2125 beschafft, von denen heute noch etwa 240 im Dienst sind. Ihre Nutzungsdauer endet aber 2030 nach etwa 50 Jahren.

Die Ankündigung des Entwicklungsprojekts passt in die Strategie von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), bei der Ausrüstung der Bundeswehr wieder stärker auf Panzer für die Verteidigung des eigenen Landes und des Nato-Gebiets zu setzen.

Erst im April hatte sie als Konsequenz aus der Ukraine-Krise den Rückkauf von 100 bereits ausgemusterten "Leopard 2" angeordnet. Die im Zuge der Bundeswehrreform beschlossene Obergrenze von 225 "Leopard-2"-Panzern wurde auf 328 erhöht.

Im November 2014 hatte von der Leyen zudem eine Aufstockung der Transportpanzer "Boxer" angeordnet. Für 620 Millionen Euro sollen 131 zusätzliche Exemplare für das Heer gekauft werden. Statt der bisher geplanten 272 "Boxer" soll die Bundeswehr spätestens im Jahr 2020 insgesamt 403 haben.

Die Grünen halten das neue Panzer-Entwicklungsprojekt für verfrüht. "Frau von der Leyen prescht mal wieder nach vorne und setzt vorschnell auf immer mehr und neue Panzer. Das ist die Logik des Kalten Krieges und nicht der internationalen Verantwortung", sagte Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger. Zuerst müsse das neue Weißbuch zu den Zielen der deutschen Sicherheitspolitik abgewartet werden, das im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll.

Auch der Grünen-Rüstungsexperte Tobias Lindner meinte: "Ursula von der Leyen macht hier den zweiten Schritt vor dem ersten."

http://www.waz-online.de/In-Ausland/Politik/Deutschland-Welt/Nachfolger-fuer-Kampfpanzer-Leopard-2-geplant

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Di 9 Jun 2015 - 11:11

Geht ja mal richtig vorwärts!

Bundeswehr setzt auf Flugabwehrsystem "Meads"
In ihren eineinhalb Jahren im Amt hat Ursula von der Leyen es stets mit Altlasten zu tun gehabt - zumindest wenn es um Rüstungsprojekte ging. Das war nervenaufreibend, aber insoweit angenehm, als die CDU-Verteidigungsministerin stets mit Recht darauf verweisen konnte, dass die entscheidenden Fehler in der Vergangenheit gemacht worden waren. Das wird nun anders sein: Es gibt jetzt ein Projekt, das mit ihr verbunden ist - und an dem sich zeigen wird, ob sie ihre Ankündigung umsetzen kann, das Rüstungswesen neu zu ordnen und vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Vor Wochen bereits ist im Ministerium die Entscheidung über eines der größten und teuersten Rüstungsvorhaben des nächsten Jahrzehnts gefallen: Der Nachfolger für das Flugabwehrraketen-System Patriot soll von der Firma MBDA kommen, die das mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin entwickelte System Meads zur Serienreife bringen soll. Es werden nun Vertragsverhandlungen mit einem Konsortium um die MBDA Deutschland beginnen.

Das System Meads hat eine lange Geschichte
Das Nachsehen hat damit vorerst der Patriot-Hersteller Raytheon, der mit einer modernisierten Variante seines Systems im Rennen war. Die Entscheidung zum Taktischen Luftverteidigungssystem, kurz TLVS, gilt als eine der wichtigsten rüstungspolitischen Weichenstellungen der Legislaturperiode. Für den Auftrag werden noch etwa vier Milliarden Euro fällig.

Die Süddeutsche Zeitung hatte Mitte Mai darüber berichtet, damals hatte das Ministerium kommentiert, die Entscheidung werde "wie bereits angekündigt bis Ende des zweiten Quartals" fallen. Da war Raytheon aber faktisch bereits aus dem Rennen. Mit der Unterschrift von Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker soll das Ganze nun nach Angaben aus Ministeriumskreisen auch offiziell werden.

Das System Meads (Medium Extended Air Defense System) hat eine lange Geschichte. An der Entwicklung waren die USA, Deutschland und Italien beteiligt, der Bundestag brachte die deutsche Beteiligung vor einem Jahrzehnt auf den Weg. Die USA entschieden später jedoch, das System nicht beschaffen zu wollen. Auch die Bundeswehr, so teilte es das Ministerium 2011 mit, werde Meads in absehbarer Zeit nicht beschaffen.

Deutschland hat in das System bereits gut eine Milliarde Euro investiert. Wegen des industriepolitischen Hintergrunds gab es seit einiger Zeit starken Druck auf von der Leyen und ihre Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder, die Ergebnisse aus dem Meads-Projekt zu nutzen und zur Basis einer sogenannten Entwicklungslösung zu machen.

Suder aber nahm sich Zeit - dabei hat man davon gar nicht mehr übermäßig viel. Zwar ist das Ende der sogenannten Nutzungsdauer des Patriot-Systems auf das Jahr 2025 taxiert - aber es dürfte auch noch etwa zehn Jahre dauern, bis das neue System zur Verfügung steht, das ja auf der Basis von Meads erst noch fertig entwickelt werden muss. Von der Leyens Leute wollten offenbar sichergehen, dass sie kein Detail übersahen.

Nach Angaben aus Ministeriumskreisen sprach für Meads unter anderem, dass es in einem 360-Grad-Radius Ziele erfassen und bekämpfen können soll. Auch bei den sogenannten Lebenszyklus-Kosten, den auf 30 Jahre gerechneten Gesamtkosten, soll es einen Vorteil für die Meads-basierte Lösung gegeben haben, die mit weniger Leuten und Geräten betrieben werden kann: Während die Experten hier auf etwa zehn Milliarden Euro kamen, waren es bei Patriot etwa 13 Milliarden Euro.

Ein weiteres Rüstungsdesaster soll vermieden werden
Trotzdem - Risiken werden bei solchen Entwicklungsvorhaben stets bleiben. Von der Leyens Mannschaft hat sich vorgenommen, sie mit einer Art konditionierter Entscheidung zu minimieren. So soll es sogenannte Meilensteine geben - Punkte also, an denen noch in einem möglichst frühen Stadium ein Ausstieg möglich ist, wenn Zwischenziele nicht erreicht werden. Das erste wesentliche Ziel etwa, so heißt es in Ministeriumskreisen, sei die Entwicklung eines "Exciter"-Geräts, einer Art Steuerungsbox für das Radar.

Mehrere weitere Vorkehrungen sollen zudem sicherstellen, dass es kein weiteres Rüstungsdesaster gibt: So soll der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin so eng wie möglich eingebunden werden, um mögliche Schwachstellen der MBDA Deutschland auffangen zu können, die nach eigenen Angaben etwa 1300 Mitarbeiter beschäftigt. Außerdem sollen Juristen und Techniker aus dem Behördenapparat des Ministeriums ein eigenes Steuerungsteam für das Projekt bilden.

Anders als häufig bei großen Rüstungsprojekten gibt es hier einen echten Wettbewerb zwischen zwei Anbietern. Im Ministerium hofft man daher darauf, dass der Patriot-Hersteller Raytheon in Lauerstellung bleibt - man also womöglich doch noch umschwenken könnte, falls die MBDA das Projekt nicht gestemmt bekommt. Zumindest bis der Vertrag unterschrieben ist, dürfte Raytheon die Sache tatsächlich nicht endgültig abschreiben. Und das soll erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 geschehen.

Der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn lobt: "Das konditionierte Vorgehen stellt sicher, dass die Entwicklung auch wirklich funktioniert." Meads garantiere zudem "sicherheitspolitische Souveränität".

http://www.sueddeutsche.de/politik/ruestung-raketen-und-risiko-1.2511132

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Mo 15 Jun 2015 - 13:56

Warum Deutschland im Cyberkrieg nicht mithalten kann
Die Netz-Attacke auf den Bundestag könnte Teil eines weltweiten Cyberkrieges sein. Längst befehden sich die Großmächte im Netz. Jetzt will auch die Bundeswehr aufrüsten – sie hat nur ein Problem.

Der Mann auf der Bühne im Konferenzsaal des "Swissotels" in Tallinn sieht aus wie ein Traumschiff-Kapitän. Er trägt eine blütenweiße Hose mit Bügelfalte, dazu ein weißes, kurzärmeliges Hemd mit goldenen Schulterklappen. An seiner Brust funkeln bunte Abzeichen. Früher fuhr der Uniformierte tatsächlich zur See. Allerdings nicht auf der MS "Deutschland", sondern der "USS Caron", einem amerikanischen Zerstörer. Heute ist er oberster Cyberkrieger seines Landes. Sein Name: Michael S. Rogers. Der Job des US-Admirals: Direktor der National Security Agency (NSA).

Die Augen des 56-Jährigen wirken müde, Rogers hat eine lange Anreise hinter sich. Direkt aus Fort Meade in Maryland ist er in die estnische Hauptstadt eingeflogen. Zur CyCon, so nennt sich die Nato-Cyberkonferenz, die jedes Jahr im Baltikum stattfindet. Rogers ist der Star dieses Gipfels. Das Internet sieht er durch die Augen eines Seemanns. "Die Meere rund um den Globus werden, genau wie der Cyberraum, nicht von einer einzelnen Nation regiert", sagt Rogers vor 600 Gästen. Das garantiere freien Handel und den Austausch von Ideen. "Wir haben Regeln und Gesetze auf See geschaffen", sagt Rogers. "Und wir müssen das gleiche im Cyberspace tun."

Denn was sich im unregulierten Cyberspace abspielt, bereitet auch dem NSA-Chef Sorgen. Ein internationaler Mächtepoker ist im Gange, ein digitales Aufrüsten für den Krieg der Zukunft. Schon jetzt wirkt es mancher Tage so, als stünde der Cyberspace in Flammen. Nordkorea hackt den Entertainment-Riesen Sony, mutmaßliche Cyber-Dschihadisten legen den französischen Fernsehsender TV5 Monde lahm, der Bundestag wird Ziel eines beispiellosen Hackerangriffs, vermutlich gesteuert aus Russland. Mal sind es Geheimdienste, die sich Informationen beschaffen wollen, mal Armeen. Manchmal kommt der Terror auch ziemlich banal daher: Kaum hatte die Bundeskanzlerin ein Profil beim Fotonetzwerk Instagram angelegt, müllten russische "Trolle" die Kommentarfunktion zu.

Das Internet als Waffe und als Schlachtfeld? Worum geht es den Angreifern dabei genau? Wollen sie nur Informationen? Oder ist der unerklärte Cyberkrieg längst im Gange? Die gute Nachricht: Bislang ist kein Fall bekannt geworden, bei dem ein Cyberangriff Menschenleben gefordert hätte. Noch ist kein Atomkraftwerk explodiert und kein Flugzeug wegen eines Hacks abgestürzt. Doch das Potenzial von Viren, Trojanern und Würmern hat nicht nur die Geheimdienste, sondern auch die Armeen dieser Welt wach gerüttelt.

In Tallinn geht nach dem NSA-Chef ein Berater für Cybersicherheit auf die Bühne. Jason Rivera hat ausgewertet, wie viele Staaten bereits ein Cyberwarfare-Programm betreiben. Er kommt auf rund 30. Keine Industrienation und keine militärische Großmacht will hinten anstehen. Chinesische Hacker klauen in großem Stil westliche Industriegeheimnisse, amerikanische Schadsoftware soll bereits vor Jahren iranische Nuklearanlagen manipuliert und zerstört haben. Und vermutlich schnüffelt ein russischer Trojaner seit Längerem im Computernetz des Deutschen Bundestages. Die Motive sind immer andere, der Schaden ist aber immer groß.

Auch Deutschland will nun mitmischen. Cyberangriffe seien eine der größten Herausforderungen für die internationale Sicherheit, sagt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) der "Welt". "Das Spektrum der Bedrohungen reicht von Cyberspionage über Sabotage bis zum offenen Cyber-Konflikt." Je entwickelter und technisierter ein Land sei, desto größer werde die Bedrohung. Geht es nach der Ministerin, soll die Bundeswehr bald das digitale Kriegshandwerk beherrschen. Das Wehrressort erstellt gerade ein umfassendes Strategiepapier. In diesem Weißbuch, wie es einmal im Jahrzehnt neu verfasst wird, soll dem digitalen Konflikt viel Platz eingeräumt werden. In der Truppe kommt das an. "Es ist gut, dass sich endlich ein Minister des Themas Cyber annimmt", sagt ein hochrangiger Offizier.

Noch führt die Cybertruppe in der Bundeswehr ein eher stiefmütterliches Dasein. Das Zentrum der Verteidigung steht in der verschlafenen Provinzstadt Euskirchen, 30 Kilometer westlich von Bonn, weit oben am Himmel kreisen Turmfalken. Computer Emergency Response Team der Bundeswehr, kurz CERTBw, nennt es sich. Von außen ist nicht zu erkennen, dass hier die militärische Hightech-Verteidigung residiert. Die beigefarbenen Zweckbauten hinter Stacheldraht könnten genauso gut Infanteristen beherbergen. Der Schein trügt. 40 IT-Experten überwachen von hier aus die Infrastruktur der Truppe. Sie kontrollieren die Netzwerke, suchen Schwachstellen und analysieren Schadprogramme. Ihr Schlachtfeld umfasst 200.000 Computer von Heer, Marine und Luftwaffe, die weder ausspioniert werden noch zur Waffe gegen die eigene Armee werden dürfen. Die Männer des CERTBw sind so etwas wie die Viren- und Trojanerjäger der Bundeswehr.

Weiterlesen:
Woche für Woche spüren sie zwischen 40 bis 60 Schadprogramme auf. Wirklich spektakuläre Fälle gab es bislang nur wenige: 2009 infizierte der berüchtigte Conficker-Wurm Millionen Rechner weltweit und bei der Bundeswehr mehrere Hundert. Das Virus pflanzte sich durch eine Schwachstelle in Windows-Rechnern rasend fort. Angreifer konnten Passwörter ausspähen oder Spam-Mails verschicken. Es war der erste Cyber-Härtefall für die Bundeswehr.

Doch es geht mittlerweile nicht nur um Verteidigung. Knapp 15 Autominuten von Euskirchen entfernt, im Örtchen Rheinbach, liegt die Tomburg-Kaserne. Seit 2011 ist hier neben einem Spaßbad eine winzige, bislang kaum bekannte Bundeswehr-Einheit untergebracht. Sie trägt den unspektakulären sperrigen Namen Computer Netzwerke Operationen (CNO). Ihre 60 Soldaten sind Deutschlands Speerspitze im Cyberkrieg. Deutsche Hacker in Uniform, die irgendwann in einer Cyberschlacht auch angreifen sollen.

"Sie dürfen ihren virtuellen Sandkasten nicht verlassen"

Bis es so weit ist, könnte einige Zeit verstreichen. Denn noch kämpfen die Kommandeure mit eher profanen Problemen. Das fängt damit an, dass die Bundeswehr gerade in diesem zukunftsträchtigen Bereich am Arbeitsmarkt kaum mithalten kann. Gut ausgebildete Programmierer und Fachkräfte verdienen in der freien Wirtschaft weitaus mehr. Und dann sind da noch die anspruchsvollen Anforderungen der Bundeswehr. Hacker stehen im Ruf bewegungsscheue, dafür aber begnadete Autodidakten zu sein. Nur: Ohne Sportabzeichen und abgeschlossenes Studium sieht es schlecht aus mit einer Karriere in Flecktarn.

Dabei dürften die CNO innerhalb der Streitkräfte eine große Zukunft haben. Je mehr Streitkräfte auf unbemannte Waffensysteme, Panzer oder Drohnen setzen, desto größer ist der Bedarf, per Hackerangriff die Fernsteuerung zu übernehmen. So verfügt beispielsweise der neue russische Superpanzer Armata T-14 über eine ferngesteuerte Kanone und könnte später zum Vollroboter weiterentwickelt werden. Im besten Fall würde man also eines Tages vielleicht gegnerische Panzer per Hack abschalten, noch bevor sie zum Einsatz kommen. Noch sind das kühne Träume.

Im internen Strategiepapier "Cyber-Verteidigung", das dieser Zeitung vorliegt, werden die Aufgaben der CNO-Hackertruppe beschrieben: Sie soll "gegnerische und fremde Compter" ausnutzen und angreifen. Nur: Bis heute hat es keinen echten Angriff der CNO-Truppe gegeben.

Denn den Bundeswehr-Hackern sind enge Grenzen gesteckt: "Sie dürfen ihren virtuellen Sandkasten nicht verlassen", klagt ein Offizier, dessen Name nicht öffentlich werden darf. Im Strategiepapier liest sich das so: "Zur Fachausbildung und Simulation von Cyberaktivitäten verfügt die Einheit über eine Ausbildungs- und Trainingsausstattung mit einer vom Internet abgeschotteten Laborumgebung." In fremde Netzwerke eindringen wird den Cyberkriegern nur erlaubt sein, wenn es einen militärischen Konflikt Deutschlands gibt. Krieg also. Ohne Mandat durch den Bundestag geht nichts.

BND-Chef hätte gern 300 Millionen Euro zur Aufrüstung

Damit wird es schwierig, im verdeckten Cyberkonflikt von Amerikanern, Russen und Chinesen mitzuhalten. Die anderen sammeln praktische Erfahrung. Sie sind besser ausgestattet, haben kaum rechtliche Grenzen. In einigen Staaten verschwimmen beim Thema Cyber die Grenzen zwischen Militär und Geheimdienst. NSA-Chef Rogers ist zugleich der Kommandeur des militärischen U. S. Cyber Command.

Mehr Möglichkeiten als die Bundeswehr hat der Bundesnachrichtendienst (BND), der 2013 die Unterabteilung für "Cyber Intelligence" gegründet hat. Behördenleiter Gerhard Schindler sagt dazu nur so viel: Der BND suche in Kommunikationsströmen gezielt nach Datenpaketen mit Schadsoftware. Er wolle "ein Frühwarnsystem" etablieren. Doch die technische Ausstattung ist nicht auf der Höhe der Zeit. Deshalb möchte Schindler für 300 Millionen Euro die IT-Fähigkeiten des BND aufrüsten – bis ins Jahr 2020. Eine erste Charge von 28 Millionen Euro hat er im November beantragt. Über die Fähigkeiten des BND, mit Hilfe von Spionage-Trojanern aufzuklären, ist so gut nichts bekannt.

Weit über die übliche Cyberspionage hinaus gingen Sabotage-Angriffe auf die kleine baltische Nation Estland im Frühjahr 2007. Die Regierung hatte ein sowjetisches Kriegerdenkmal aus dem Zentrum der Hauptstadt auf einen Soldatenfriedhof verlegt. Hacker griffen daraufhin die Webseiten von Regierung, Medien und Banken an. Ampelsysteme und Geldautomaten fielen aus. Hinter der Sabotage wird der russische Geheimdienst FSB vermutet.

Während der Westen sich seither um seine Krankenhäuser und Kernkraftwerke sorgt, verfolgen die Russen einen viel breiteren Ansatz. Es gehe längst nicht nur darum, Informationen abzufischen, sondern aktiv die politische Debatte zu lenken. Diesen Schluss ziehen bei der Konferenz in Tallinn Margarita Jaitner und Peter Mattsson von der Swedish Defence University. Die sozialen Medien werden von Russen mit Propaganda geflutet. Allein aus St. Petersburg verbreiten bis zu 600 bezahlte "Trolle" die russische Sicht der Dinge im Netz.

Chinas Cybersoldaten marschieren voran

Die Chinesen wiederum stehen in dem Ruf, staatliche Hacker für Wirtschaftsspionage einzusetzen. Dafür beschäftigen sie Zehntausende Cybersoldaten – und das nicht im Geheimdienst, sondern als Teil der Volksbefreiungsarmee. Ihnen geht es vornehmlich um Patente und Produkte.

Wie leistungsfähig Russen und Chinesen im Cyberspace wirklich sind, darüber können selbst Experten oft nur spekulieren. Anders als im Fall NSA gibt es bislang in diesen Staaten keinen Whistleblower, der einen Einblick in den Werkzeugkasten der Dienste ermöglicht. Dank Edward Snowden ist immerhin bekannt, dass die USA über gigantische Möglichkeiten der digitalen Informationsbeschaffung verfügen und diese ohne Rücksicht auf Verbündete einsetzen.

Der aktuelle Spionage-Angriff auf den Bundestag zeigt, wie schwer sich der Ursprung einer Schadsoftware nachvollziehen lässt. Durch den simplen Klick auf den Link in einer E-Mail ist der Trojaner ins System gelangt. Dieser sei kein "Originalwerkzeug" des zuständigen russischen Nachrichtendienstes FSB, heißt es aus Sicherheitskreisen. Er könnte aber im staatlichen Auftrag von Hackern programmiert worden sein, die der Internetkriminalität zuzuordnen sind. Das wäre nicht das erste Mal: Die US-Sicherheitsfirma FireEye identifizierte in einem Bericht die russische Hackergruppe APT28, die in Georgien und Osteuropa spioniert haben soll.

Kein Staat käme bislang auf die Idee, auf solche Cyberattacken mit konventionellen Waffen zurückzuschlagen. Ausschließen will das die Nato für die Zukunft aber nicht. "Ein schwerer Cyberangriff kann den Verteidigungsfall auslösen", sagte Nato-Vizegeneralsekretär Jamie Shea in dieser Woche bei einer Konferenz in Potsdam. Wie viel Schaden ein Cyberangriff verursachen muss, damit das westliche Bündnis zurückschlägt, das wollte der Brite nicht konkretisieren. "Wenn wir das bekannt geben, schrecken wir unsere Gegner nicht mehr ab." Doch so richtig scheint es mit dieser Abschreckung angesichts der vielen aktuellen Zwischenfälle bislang nicht zu funktionieren.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article142439200/Warum-Deutschland-im-Cyberkrieg-nicht-mithalten-kann.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am So 28 Jun 2015 - 13:28

G36-Nächste Runde:

PANNENGEWEHR G36
Leyen-Ministerium schaltet Staatsanwaltschaft ein

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Die Bundeswehr hat 180 000 Gewehre des Typs G36 gekauft, zahlte im Schnitt 1000 Euro pro Sturmgewehr

Im Skandal um das Sturmgewehr G36 hat das Bundesverteidigungsministerium die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Außerdem verlangt die Bundeswehr Schadensersatz vom Waffenhersteller Heckler & Koch.
Ein Ministeriumssprecher erklärte gegenüber BILD am SONNTAG, dass sich das Bundesverteidigungsministerium „erneut an die Staatsanwaltschaft Rottweil gewandt“ hat.
Hintergrund: Im Jahr 2011 ermittelte die Strafverfolgungsbehörde nach einer anonymen Anzeige gegen Heckler&Koch wegen Betrugsverdachts, stellte das Verfahren aber wegen Verjährung ein.
Nun hat die von Ministerin Ursula von der Leyen (56, CDU) eingesetzte Untersuchungskommission die G36-Verträge geprüft. Ergebnis: Die Verjährungsfrist von zehn Jahren könnte noch nicht abgelaufen sein, weil auch nach 2005 Gewehre geliefert wurden.

„Wir stehen im Kontakt mit dem Verteidigungsministerium“, bestätigte Frank Grundke, Sprecher der Rottweiler Staatsanwaltschaft. „Wir haben den Vorgang aus 2011 beigezogen und prüfen, ob Ermittlungen wieder aufgenommen werden.“

Zusätzlich macht das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAinBw) zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegenüber der Waffenschmiede geltend. „Am 10. Juni hat das BAAinBw gegenüber der Firma Heckler & Koch eine Mängelrüge eingelegt“, so der Ministeriumssprecher.
Es geht dabei um 4500 Gewehre, die im Gewährleistungszeitraum der letzten 24 Monate beschafft wurden. Das Ministerium verlangt von der Rüstungsfirma, die Trefferfehler zu beseitigen oder Schadensersatz zu zahlen.

Das G36 schießt bei Wärme nicht richtig. Ein Gesamtgutachten belegt: Wenn direkte Sonneneinstrahlung das Gewehr auf 45 Grad Celsius erhitzt, sinkt die Trefferquote auf sieben Prozent. facepalm
Die Firma Heckler & Koch hat der Mängelrüge widersprochen. Jetzt verhandeln die Juristen von Ministerium und Rüstungsfirma. Ohne Einigung bleibt nur die Klage vor Gericht.

http://www.bild.de/politik/inland/g36/ministerium-schaltet-staatsanwaltschaft-ein-41544836.bild.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Sa 11 Jul 2015 - 19:10

Ob sich die Russen noch so lange Zeit lassen hmm Wink

Megafusion in der Rüstung
Deutsch-französische Panzerbauer schließen sich zusammen
Seit längerem galten Panzer wie der Leopard 2 als Relikt aus dem Kalten Krieg - nun erleben sie eine Renaissance. Der Grund: die Ukraine-Krise. Deutsche und französische Waffenschieden wollen fusionieren und bis 2030 einen neuen Kampfpanzer entwickeln.

Es ist die spektakulärste Rüstungsfusion seit vielen Jahren. Die bayerische Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann und der französische Wettbewerber Nexter Systems wollen zusammengehen. Der Vertragsabschluss wird für nächste Woche erwartet.
Ist die Vereinigung der beiden Rüstungsunternehmen damit perfekt?
Noch nicht. Anschließend muss das Wirtschaftsministerium in Berlin die Vereinbarkeit mit dem Außenwirtschaftsgesetz prüfen. Dafür ist ein Monat vorgesehen. Gibt es in dieser Zeit keine Einwände, gilt die Genehmigung als erteilt. In Frankreich wurde in dieser Woche eine Gesetz verabschiedet, dass die Privatisierung des bisher staatlichen Rüstungsbetriebs zulässt.

Warum wollen KMW und Nexter fusionieren?
Seit Ende des Kalten Krieges bekam die Branche Einsparungen in europäischen Rüstungsetats zu spüren. Der "Leopard 2" ist weltweit begehrt, aber Deutschland hat Waffenexporte streng reguliert. Die Fusion von KMW und Nexter hat Frankreichs Präsident François Hollande Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schmackhaft gemacht. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte, dass 28 EU-Staaten jeweils eigene Waffensysteme haben und separat einkaufen. Der Zusammenschluss soll Doppelarbeit bei Forschung und Entwicklung sparen, Einkauf und Vermarktung bündeln und so die Kosten senken. Zusammen käme die neue KMW-Nexter-Holding auf knapp zwei Milliarden Euro Umsatz.

Galten schwere Panzer nicht als Auslaufmodell?
Das stimmt. Im Zuge der Bundeswehrreform war noch eine Obergrenze von 225 "Leopard-2"-Kampfpanzern beschlossen worden. Aber als Konsequenz aus der Ukraine-Krise hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Grenze auf 328 erhöht und den Rückkauf von 100 bereits ausgemusterten "Leopard 2" angeordnet. Außerdem soll die Bundeswehr 131 zusätzliche Transportpanzer "Boxer" bekommen. Berlin und Paris haben Anforderungen an einen neuen Kampfpanzer abgestimmt, der ab 2030 den "Leopard 2" ablösen soll.

Wer baut Panzer?
Marktführer in Europa ist nach eigenen Angaben Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Das Familienunternehmen beschäftigt in München, Kassel und an kleineren Standorten 3200 Mitarbeiter. Mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall zusammen baut KMW neben dem Radpanzer "Boxer" auch den Schützenpanzer "Puma". Der französische Konkurrent Nexter hat wie KMW rund 3000 Mitarbeiter und stellt unter anderem den Kampfpanzer "Leclerc" her.

Was bedeutet das für Know-how und Arbeitsplätze in Deutschland?
Etwa 220.000 Menschen arbeiten laut Bundesverband der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bei deutschen Rüstungsfirmen und Zulieferern. Ihre Panzer, Raketen und U-Boote sind zwar international begehrt, aber die Firmen sind im Vergleich zu US-Giganten wie Lockheed Martin und Boeing oder der britischen BAE Systems klein. Neben der Airbus-Rüstungssparte zählen Rheinmetall und KMW noch zu den größeren.

Kritiker befürchten den Ausverkauf deutscher Panzertechnik. Der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold befürchtet, dass KMW zunehmend ein französisches Unternehmen wird und Technologie ins Nachbarland abwandert.

Die IG Metall gibt sich gelassener. KMW habe den Erhalt der deutschen Arbeitsplätze in den nächsten Jahren zugesichert. Auf Arbeitnehmerseite herrsche keine Beunruhigung.

Exportiert Deutschland viele Waffen?
Seit der Bundestagswahl 2013 hat die schwarz-rote Regierung Waffenexporte für mehr als 2,3 Milliarden Euro genehmigt - darunter viele Schiffe. Die SPD will eigentlich bremsen. Gabriel sagte, einen Verkauf von Kampfpanzern nach Saudi-Arabien werde es mit ihm nicht geben.

Ist Frankreich bei Waffenexporten nicht großzügiger?
Frankreich verkauft offensiv ins Ausland und ist weltweit eine der führenden Exportnationen. Die für Rüstungsexporte zuständige Direction générale de l'Armement sieht sich selbst als "wichtiger Partner für die internationale Entwicklung französischer Unternehmen". In den vergangenen zehn Jahren kam ein Drittel aller französischer Exporte aus Waffenschmieden des Landes. Allein 2013 brachten Rüstungsverkäufe ins Ausland 6,9 Milliarden Euro Umsatz. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius will bei Fusionen wie bisher freie Fahrt für Exporte. Die arabischen Staaten sind aus französischer Sicht ein riesiger Markt, auch in Sachen Rüstung. Zuletzt orderte Katar 24 französische Rafale-Kampfjets für 6,3 Milliarden Euro.

http://www.stern.de/wirtschaft/megafusion-in-der-ruestung--deutsch-franzoesische-panzerbauer-schliessen-sich-zusammen-6341146.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Do 30 Jul 2015 - 14:28

Reaktion auf Ukraine-Krise

Bund steckt weitere Millionen in Manöver

Das Verteidigungsministerium stockt das Budget für Übungen der Bundeswehr kräftig auf: Etwa 20 Millionen Euro zusätzlich werden angesichts der schwelenden Ukraine-Krise für Manöver ausgegeben. So sollen etwa die baltischen Nato-Staaten unterstützt werden.

Wegen der Ukraine-Krise gibt das Verteidigungsministerium in diesem Jahr 20 Millionen Euro zusätzlich für Manöver der Bundeswehr aus. Grund für die Aufstockung der Mittel von 70 auf rund 90 Millionen Euro seien die Nato-Übungen im östlichen Bündnisgebiet, sagte ein Ministeriumssprecher.

Insgesamt schickt die Bundeswehr in diesem Jahr 154.000 Soldaten in internationale Manöver. Das sind etwas weniger als die 160.000 Soldaten im vergangenen Jahr, aber mehr als doppelt so viele wie 2013 mit rund 73.000 Soldaten. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. In Polen und dem Baltikum nehmen 4400 Soldaten an 16 Manövern teil. Diese Übungen sind als Rückendeckung für die an Russland grenzenden Nato-Partner gedacht, die sich von ihrem mächtigen Nachbarn bedroht fühlen.

Kritik von den Linken
Das größte Nato-Manöver des Jahres steht noch bevor und findet in Südwesteuropa statt. Vom 28. September bis zum 16. Oktober werden mehr als 30.000 Soldaten aus etwa 35 Ländern an der Übung "Trident Juncture" in Italien, Spanien und Portugal teilnehmen. Darunter werden auch 3000 Bundeswehrsoldaten sein. Das sind mehr, als in allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr zusammen.

Die Linken-Abgeordnete Heike Hänsel kritisierte vor allem die Manöver in Osteuropa scharf. Sie seien darauf angelegt, "die Spannungen mit Russland zu verschärfen und die Friedensordnung in Europa zu gefährden", sagte sie. Das Geld sollte sinnvoller für die verarmte ukrainische Bevölkerung oder Kriegsflüchtlinge ausgegeben werden.

http://www.n-tv.de/politik/Bund-steckt-weitere-Millionen-in-Manoever-article15620946.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Anuleb am So 2 Aug 2015 - 18:14

Naja, so lange es in Russland so weitergeht, muss sich die NATO wirklich nicht beeilen:

http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_74923624/russland-pilot-stirbt-bei-hubschrauber-absturz.html

Dazu kommen noch weitere Abstürze von Bombern, Rohrkrepierern bei Raketenvorführungen, usw. und so fort.

Vermutlich funktionieren die modernen Hightech-Panzer auch nicht besser.

Wirklich funktionieren werden da wohl nur das Fussvolk und die Kleinraketen von den mobilen Rampen.



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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

Beitrag  Umnichka am Mo 10 Aug 2015 - 12:40

Wehrbeauftragter Bartels fordert bessere Ausrüstung für Bundeswehr

Die Bundeswehr muss mit mangelhafter Ausstattung immer neue Aufgaben bewältigen und gleichzeitig attraktiv für Bewerber bleiben. Ohne finanzielle Schützenhilfe funktioniert das nicht, sagt Hans-Peter Bartels. Mit dem Wehrbeauftragten sprach Jasmin Fischer.

Fast 5000 Beschwerden von Soldaten gab es 2014. Wo drückt der Stiefel am meisten?
Oft geht es um Ungerechtigkeiten bei Versetzungen, Misshelligkeiten im Dienstbetrieb oder das Hin und Her der letzten Bundeswehrreform. Bei allen Gesprächen in der Truppe ist ein wiederkehrendes Thema der Ausstattungsmangel. In der Vergangenheit wurde entschieden, dass es reicht, wenn nur 70 Prozent des strukturnotwendigen Materials bereitgehalten werden. Das sollte Ersatzteile, Wartung und Anschaffungskosten sparen. Eine zu einfache Rechnung! Jetzt ist die Decke sehr dünn und überall zu kurz. Zieht man an einer Ecke, entblößt man sofort andere Teile der Bundeswehr.

Bewegen Technikmängel die Soldaten wirklich am meisten?
Es ist wichtig, dass den Soldaten das Gerät zur Verfügung steht, für das sie ausgebildet sind und mit dem sie üben. Das ist ihr Beruf, und er wird unattraktiv, wenn die Verwaltung des Mangels überhand nimmt. Für unseren deutschen Gefechtsverband in der schnellen Eingreiftruppe der Nato, ein verstärktes Panzergrenadierbataillon, mussten 15 000 einzelne Gegenstände aus der ganzen Bundeswehr zusammengekratzt werden, damit nur dieser eine Verband mit tausend Soldaten voll ausgestattet ist und an einer Nato-Übung in Polen teilnehmen konnte. Das kann man sich jetzt in einer Testphase noch leisten, aber nicht als Regel! Und es passt nicht zu einer schnellen Eingreiftruppe, die im Ernstfall kurzfristig verlegbar sein muss.

Wie sehr verschärft der Druck der aktuellen Krisen die Lage?
Sehr deutlich. Zum Beispiel unser FlaRak-Geschwader, das an der türkisch-syrischen Grenze derzeit mit anderen Bündnispartnern die Raketenabwehr sicherstellt, ist am Rande seiner Belastungsfähigkeit. Zu viele Soldaten müssen zu oft ins Kontingent rotieren. Außerdem hat die kollektive Verteidigungsfähigkeit der Nato in Europa durch die Russland/Ukraine-Krise massiv an Stellenwert gewonnen. Unsere östlichen Bündnispartner wollen sich nicht eingeschüchtert oder bedroht fühlen. Sie müssen sich also auf ihre Nachbarn verlassen können. Deutschland ist das größte Land in der EU, das zweitgrößte in der Nato, und kann es sich nicht leisten, die Bundeswehr wie in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten immer weiter zurückzustutzen. Das ist kein Appell für mehr Militär - aber wir sollten die Strukturen, die wir haben, wenigstens zu hundert Prozent ausfüllen.

Weiterlesen:
Ein Beispiel, bitte.

Rechnerisch haben zwei von sechs Panzerbataillonen keine Panzer. Das sind hohle Strukturen! Inzwischen wird hier nachgesteuert, das begrüße ich.

Trotz der gestiegenen Anforderungen an die Bundeswehr ist der Verteidigungshaushalt dieses Jahr um 0,5 Prozent geschrumpft. Ärgert Sie das?

Der Etat ist nominal nicht geschrumpft. Er ist aber in den letzten Jahren nicht voll ausgeschöpft worden - auch weil Vorgänger der jetzigen Verteidigungsministerin Richtungsentscheidungen getroffen hatten, die es schwer machten, das Geld komplett zu nutzen. Derzeit fließen 1,16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung, nächstes Jahr sollen es 1,17 Prozent sein. Das ist von den anvisierten zwei Prozent der Nato noch immer weit entfernt. Zwei Prozent sind auch nicht nötig. Eine Stabilisierung der Mittel, besser: eine leichte Erhöhung Richtung 1,3 Prozent würde mittelfristig viele Probleme, die uns plagen, beseitigen. Bei zusätzlichen Steuereinnahmen von 40 Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren ist es jetzt an Ministerin von der Leyen, sich ihren Anteil zu sichern.

Viele Soldaten klagen, dass Dienst- und Familienzeiten nicht zusammenpassen, ihre Laufbahnen nicht planbar sind. Wann greift die Attraktivitätsoffensive?

Umstrukturierungen, Kasernenschließungen, sinnlose Verlegungen - alles war immer wieder im Fluss. Dieser Umgang mit Menschen ist schon in der Vergangenheit nicht immer richtig gewesen. Jetzt muss erst einmal Ruhe in die Truppe kommen. Zusätzlich wirkt sich jetzt aus, dass nicht mehr 11 000, sondern gegenwärtig etwa 2500 Soldaten in Auslandseinsätzen sind. Der Fokus liegt jetzt wieder stärker auf Übungen im Rahmen der kollektiven Verteidigung, was den Vorteil haben kann, dass sie kürzer dauern und näher an der Heimat sind. Auch die EU-Arbeitszeitrichtlinie wird 2016 dafür sorgen, dass mit der Arbeitszeit der Soldaten weniger verschwenderisch umgegangen wird. Aber das wird noch Übergangsschmerzen mit sich bringen.

Das alles ändert aber nichts daran, dass die Bundeswehr sich am alten Modell ausrichtet: Der Mann wird versetzt, die nicht-arbeitende Frau zieht mit. Passt das noch zur Lebenswirklichkeit der Soldaten?

Ganz und gar nicht. Männer und Frauen sind Soldaten, es wird viel gependelt, was wiederum die Zeit mit der Familie reduziert. Deshalb muss mehr Planbarkeit in die Berufswege der Soldatinnen und Soldaten. Wir brauchen längere Stehzeiten an einem Standort, Beförderungsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe - und wo das nicht geht: wenigstens Pendlerwohnungen.

Apropos Frauen: Wann ist die Zeit Ihrer Meinung nach reif für Soldatinnen in kämpfenden Einheiten?

Theoretisch stehen alle Laufbahnen in der Bundeswehr Frauen offen. Aber praktisch ist da durchaus noch Luft nach oben. Etwa beim Kommando Spezialkräfte sind die Vier-Mann-Teams wirklich immer Vier-Mann-Teams. Frauen müssen in der Bundeswehr überall sichtbar werden. Dann wird auch manches Rollenklischee mit der Zeit verschwinden. In Amerika trifft man schon mal eine Admiralin, die einen Trägerverband der US-Navy kommandiert. Ich habe keinen Zweifel, dass wir da noch aufholen werden.

Sie sprechen vom verschwenderischen Umgang mit der Zeit der Soldaten. Wie bewerten Sie es, dass Soldaten im Mittelmeer Flüchtlinge retten, in Hamburg und Brandenburg für sie Zelte aufstellen oder Marinesoldaten in Algerien ausbilden? Wäre eine neue Konzentration auf Kernaufgaben nötig?

Da, wo die Bundeswehr schnell reagieren kann, ist es für den zivilen Bereich gut, dass wir sie haben. Die EU-Mission im Mittelmeer kann keine Daueraufgabe sein; und im Inland hat die Bundeswehr immer mal wieder Amtshilfe geleistet. Dass Soldaten Menschen in erkennbarer Not helfen können, macht sie stolz. Und unsere internationale Ausbildungshilfe, etwa im Libanon, hat das Ansehen der Deutschen in einer Weise gefördert, die man nicht mit Geld aufwiegen kann.

Würden Sie sich im Jahr 2015 freiwillig zur Bundeswehr melden?

Ja, aber nicht noch einmal als Truppenfernmelder wie zu meiner Wehrdienstzeit. Junge Leute, die Interesse an der Bundeswehr haben, müssen sich zutrauen, auch mit Schwierigkeiten fertig zu werden, und sie müssen wissen: Das ist mehr als ein Job, nicht in erster Linie Karriere und Abenteuer. Dass die jungen Leute heute gebraucht werden, sehen wir alle - und sie auch.

http://www.rundschau-online.de/politik/interview-wehrbeauftragter-bartels-fordert-bessere-ausruestung-fuer-bundeswehr,15184890,31430318.html

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Re: Die Bundeswehr: TRUPPE IN DER KRISE

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